55. Welche Vorteile und welche Herausforderungen ergeben sich aus der Nachhaltigkeitsberichterstattung für Unternehmen?
Vorteile
Transparenz bei ökonomischen, ökologischen und sozialen Leistungen
fördert Vertrauen bei Kundschaft, Investoren und Öffentlichkeit
Verbessert Image und Wettbewerbsposition durch nachhaltiges Handeln
unterstützt Risikomanagement und erleichtert Zugang zu Kapital
Herausforderungen:
Gefahr von Greenwasching bei unzureichender Umsetzung
hoher Aufwand bei Datenerhebung und Berichterstattung
erfordert Ressourcen und geschultes Personal
komplexe Vorgaben durch verschiedene Standards (z.B. CSRD, GRI, ESRS)
Fazit: Nachhaltigkeitsberichte stärken Vertrauen und Reputation, sind jedoch mit großem organisatorischem Aufwand verbunden
54. Welche Voraussetzungen muss eine Abmahnung erfüllen, damit sie rechtlich wirksam ist, und welche Frist ist dabei zu beachten?
Abmahnung muss Fehlverhalten des Mitarbeiters klar beschreiben
Muss Arbeitnehmer zur verhaltensänderung auffordern
Muss bei Wiederholung Kündigung androhen
Keine feste Frist, sollte jedoch zeitnah nach Vorfall erfolgen, um verhältnismäßig zu sein
53. Welche gesetzlichen Vorgaben gelten für Arbeitszeit und Ruhezeit?
Arbeitstag darf max. 8 Stunden dauern, kann auf 10 Stunden verlängert werden, wenn im Durchschnitt die 8 Stunden eingehalten werden (z.B. Mo 10h, Freitag dafür nur 6 Stunden)
Nach 6h muss eine Pause von mind. 30 min eingelegt werden
bei mehr als 9h muss mind. 45 min Pause insgesamt gemacht werden
Zwischen zwei Arbeitsschichten müssen mindestens 11 Stunden Ruhezeit liegen
Grundlage: Arbeitszeitgesetz (ArbZG)
52. Wie lange darf ein befristeter Arbeitsvertrag ohne Sachgrund maximal dauern und wie oft darf er innerhalb dieses Zeitraums verlängert werden?
max. 2 Jahre Laufzeit (ohne sachlichen Grund)
in dieser Laufzeit max. 3 mal verlängern
51. Welche besonderen Regelungen gelten bei einer Kündigung innerhalb der ersten sechs Monate eines Arbeitsverhältnisses?
Es muss eine Kündigungsfrist von 2 Wochen eingehalten werden
Kein allg. Kündigungsschutz nach Kündigungsschutzgesetz
Es muss keine Begründung für die Kündigung vorliegen
50. Ab wie vielen Beschäftigten gilt das Kündigungsschutzgesetz in einem Betrieb?
Ab 10 Arbeitnehmern
zusätzlich muss Arbeitsverhältnis länger als 6 Monate bestehen damit Schutz greift (keine Probezeit)
49. Wie lange darf eine Probezeit nach deutschem Arbeitsrecht maximal dauern?
6 Monate (§ 622 Abs. 3 BGB)
48. Erklären Sie die Bedeutung der Verpackungsgruppen I, II und III im Gefahrgutrecht.
Gehen Sie dabei auf das jeweilige Gefahrenniveau und die Anforderungen an die Verpackung ein.
Gruppe
Gefährlichkeit der Stoffe
Kennzeichnung Verpackung
Fallhöhe bei Prüfungen
I
sehr gefährlich
X
1,8 m
II
mittlere Gefährlichk.
Y
1,2 m
III
niedrige Gefährlichk.
Z
0,8 m
Bestimmung, wie widerstandsfähig und geprüft Verpackung sein muss
Verpackung mit hoher Gruppe (z.B. X) können für gering gefährliche Stoffe ebenfalls genutzt werden, andersrum nicht
47. Ordnen Sie die folgenden Gefahrgutvorschriften dem passenden Verkehrsweg zu:
ATA / IATA-DGR
IMDG-Code
RID
ADR
Luftfracht
Seeweg
Schienenverkehr
Straßenverkehr
46. Erklären Sie zusätzlich noch einmal im Detail folgende Bestandteile der Zulassungsnummer separat:
1️⃣ X30 / S 2️⃣ 20 / A 3️⃣ PA-02 / 65
X30/S
X=Verpackungsgruppe 1, 30Kg ist max Bruttomasse
S= solid, feste Stoffe
20/A
Herstelljahr Verpackung (2020), Land (Austria, also Österreich)
PA-02/65
Hersteller und Zulassungskennzeichen (Prüfstelle PA-02, Zulassungsnummer 65)
45. Erklären Sie den Aufbau der folgenden UN-Zulassungsnummer einer Verpackung: → UN 4G/X30/S/20/A/PA-02/65/80-AN Gehen Sie dabei detailliert auf jede einzelne Komponente der Kennzeichnung ein (Bauartkennung, Verpackungsgruppe, Prüfdruck, Material, Land, Hersteller, Baujahr und Prüfzeichen).
4 = Kiste
G = Pappe/Wellpappe
X = Verpackungsgruppe I (damit auch II und III zugelassen)
30 = maximale Bruttomasse 30 kg
S = für feste Stoffe
20 = Herstelljahr (2020)
A = Zulassungsland (Österreich)
PA-02 = Zulassungsstelle
65 88 = Zulassungsnummer
AN = Hersteller
44. Der IMDG-Code regelt den Gefahrguttransport auf See. Nennen Sie drei Gefahrgutklassen des IMDG-Codes.
Klasse 1: Explosive Stoffe und Gegenstände mit Explosivstoff
Klasse 2: Gase – verdichtete, verflüssigte, tiefgekühlt verflüssigte oder unter Druck gelöste Gase
Klasse 3: Entzündbare flüssige Stoffe
Klasse 4: Entzündbare feste Stoffe, selbstentzündliche Stoffe oder Stoffe, die in Berührung mit Wasser entzündliche Gase entwickeln
Klasse 5: Entzündend (oxidierend) wirkende Stoffe und organische Peroxide
Klasse 6: Giftige Stoffe und ansteckungsgefährliche Stoffe
Klasse 7: radioaktive Stoffe
Klasse 8: ätzende Stoffe
Klasse 9: Verschiedene gefährliche Stoffe und Gegenstände, einschließlich umweltgefährdender Stoffe
43. Beschreiben Sie fünf typische Transportbeanspruchungen, die beim Gefahrguttransport auf Packmittel und Waren einwirken können.
Fall, Stoß, Umkippen
Vibration, Fahrerschütterung
Klimatische Einflüsse (UV, Temperatur, Feuchtigkeit...)
Stapeldruck
Abschürfungen und Reibungen
-> können zu Verformung und Beschädigungen der Verpackung und somit zur Gefahr für Umwelt durch Austreten des Gefahrenstoffs führen
42. Nennen Sie die wichtigsten Transportwege für Gefahrgut sowie deren internationalen Regelwerksbezeichnungen
Straße
Schiene
ICAO-TI / IATA-DGR
Seeschifffahrt (Meer)
IMGD
Binnenschifffahrt (Fluss/Kanal)
ADN
41. Definieren Sie den Begriff „Gefahrgut“ und nennen Sie sechs Beispiele für Gefahrgüter.
= Stoffe oder Gegenstände, von denen während des Transports Gefahren für Menschen, Tiere, Sachen oder die Umwelt ausgehen können
unterliegen daher besonderen Vorschriften für Verpackung, Kennzeichnung, Handhabung und Transport
Beispiele für Gefahrgüter:
Benzin
Propangas
Schwefelsäure
Farben und Lacke
Batterien (Lithium-Ionen)
Pflanzenschutzmittel
40. Welche Auswirkungen haben solche Codefehler beim Lesen entlang der Supply Chain (z. B. auf Logistikprozesse, Rückverfolgbarkeit, Bestandsführung)?
beeinträchtigen die autom. Datenerfassung in Supply Chain
bei falschem oder nicht Lesen Barcode:
Fehler Warenidentifikation, Verzögerung im Materialfluss, Mehraufwand durch manuelle Nacharbeit
Daraus:
Störungen Logistikprozesse (z.B. falsche/fehlerhafte Buchungen in der Bestandsführung)
Probleme bei Rückverfolgbarkeit von Produkten (Tracability)
-> Zeitverlust, Kosten steigen, Qualitätsrisiken in gesamter Lieferkette
39. Aufbau eines 2D-Codes
Nenne alle Bestandteile
Datenbereich
Suchmuster
Schwarze (dunkle) Zelle
Referenzlage
Ruhezone
Taktzellen
Weiße (helle) Zelle
Fehlerkorrekturdaten
38. Welche Strich- und Hintergrundfarben sind für die zuverlässige Lesbarkeit von Strichcodes zulässig und welche Kombination gilt als ideal?
Ideal: Schwarz auf weiß (höchster Kontrast, daher beste automatische Lesbarkeit)
Für dunkle Elemente (Striche) auch Grün und Blau zulässig
Hintergrund/helle Elemente: Pastelltöne und rot (Rot wirkt unter rotem Scannerlicht wie weiß)
37. Warum wird eine Prüfziffer bei jedem Strichcode empfohlen?
dient der Fehlererkennung beim Lesen oder Drucken eines Strichcodes. Sie ermöglicht es, Erfassungsfehler wie
falsche oder doppelte Zeichen,
verdrehte Ziffern oder
unvollständig gelesene Codes zu erkennen.
Dadurch wird die Datensicherheit erhöht und eine zuverlässige automatische Identifikation gewährleistet.
36. Berechnen Sie das Prüfzeichen für den Code‐128-Barcode mit dem Dateninhalt „C104#3<4“. Gehen Sie dabei vom Zeichensatz B und der üblichen Gewichtung aus.
35. Angenommen ein gedruckter 2/5 Interleaved Code besitzt den Inhalt „7177“. Besitzt dieser Code eine gültige Prüfziffer nach Modulo 10 Gewichtung 3 oder nicht?
34. Zu welchem Zweck dient das Start-/Stop-Zeichen bei 1D-Strichcodes?
Das Start-/Stop-Zeichen zeigt dem Lesegerät,
welcher Typ von Strichcode vorliegt,
in welcher Richtung der Code gelesen wurde, und markiert den Anfang und das Ende des Codes.
Es ist bei manchen Codes zwingend erforderlich, bei anderen nicht vorhanden.
33. Wie breit muss die Ruhezone bei einem Strichcode mindestens sein?
Die Ruhezone (Quiet Zone) muss auf jeder Seite des Strichcodes mindestens 2,5mm oder 10 × so breit wie der schmalste Strich (Modulbreite) sein, je nachdem, welcher Wert größer ist. Eine größere Ruhezone ist zulässig, eine kleinere führt zu Lesefehlern.
32. Um welchen 1D-Strichcode handelt es sich?
31. Code Aufbau
30.Gibt es für die folgenden Codes jeweils eine Datenstruktur (ja/nein) und was ist der jeweilige Standard/Beschreibung?
2/5 Interleaved, Code 128, GS1-128 (früher EAN 128, GS1 DataMatrix
Code
Datenstruktur
Standard / Beschreibung
2/5 Interleaved (ITF)
❌ Nein
Numerischer 1D-Barcode (Industrie, Logistik)
Code 128
ja
ASC/MH10 Standard und GS1-128
GS1-128
✅ Ja
Familie 128
Prüfziffer nach Modulo 103, Industrie und Logistik
GS1 DataMatrix
GS1 Datenbezeichner
29. Welchen Zweck hat die Identifikation in automatischen Systemen?
Die Identifikation koppelt den Materialfluss mit dem Informationsfluss
dient der eindeutigen Erkennung und Zuordnung von Objekten oder Personen, damit automatische Systeme diese korrekt erfassen, verfolgen und verarbeiten können.
28. Wie wird „Identifikation“ definiert?
das eindeutige, zweifelsfreie Erkennen eines Objekts
DIN 6763 definiert als „ ... das eindeutige und unverwechselbare Erkennen eines Gegenstandes anhand von Merkmalen (Identifizierungsmerkmalen) mit der für den jeweiligen Zweck festgelegten Genauigkeit“.
27. Nach welchem Prüfungsschema wird im Widerspruchsverfahren die Verwechslungsgefahr zwischen einer älteren und einer jüngeren Marke geprüft?
Ähnlichkeit der Waren/Dienstleistungen
-> Warenähnlichkeit/ -identität
Zeichenähnlichkeit
-> klanglich, (schrift-)bildlich, begrifflich
Kennzeichnungskraft des älteren Zeichens
-> kann durch Benutzung gesteigert sein
Wechselwirkungslehre (wie wirken die obigen Faktoren gemeinsam betrachtet)
26. Was versteht man unter Unterscheidungskraft im Markenrecht?
wenn eine Marke geeignet ist, die Ware oder Dienstleistung als von einem bestimmten Unternehmen stammend zu kennzeichnen
oder Dienstleistungen von denen anderer Unternehmen zu unterscheiden
25. Welche Erfindungen sind vom Patentschutz ausgeschlossen?
bloße Entdeckungen
wissenschaftliche Theorien und mathematische Methoden
ästhetische Formschöpfungen
Pläne, Regeln und Verfahren für gedankliche Tätigkeiten, Spiele oder Geschäftstätigkeiten
Computerprogramme als solche
Wiedergabe von Informationen als solche
Erfindungen gegen öffentliche Ordnung oder gute Sitten
Pflanzensorten und Tierrassen
chirurgische, therapeutische und diagnostische Verfahren am menschlichen oder tierischen Körper
24. Wie kann ein Kekshersteller seine Dodekaeder-Verpackung umfassend schützen? Welche Schutzrechte kommen in Betracht?
Für die umfassende Absicherung einer neuartigen Dodekaeder-Keksverpackung kommen mehrere Schutzrechte kombiniert in Frage:
1️⃣ Designschutz (Geschmacksmuster / DesignG, GGV) – Schutz der äußeren Form / Gestaltung – eingetragenes Design (DE/EU) → 25 Jahre – zusätzlich: nicht eingetragenes Gemeinschaftsgeschmacksmuster (EU) → 3 Jahre
2️⃣ Marke / 3D-Marke – Schutz der dreidimensionalen Form als Herkunftshinweis – möglich, wenn die Form Unterscheidungskraft besitzt – Schutz: 10 Jahre, beliebig verlängerbar (zb Rittersportshokolade)
3️⃣ Patent oder Gebrauchsmuster – nur, wenn die Verpackung technische Eigenschaften besitzt (z. B. besondere Verschlusstechnik, Stapel-/Frischefunktion) – Patent 20 Jahre, Gebrauchsmuster 10 Jahre
4️⃣ Urheberrecht – falls die Verpackung eigene geistige Schöpfung ist – Schutz entsteht automatisch – lange Schutzdauer (bis 70 Jahre nach Tod)
23. Beschreiben Sie die Vorgehensweise bei der Patentanmeldung.
zu 3.: EPA: Prüfungsantrag üblicherweise innerhalb von 6 Monaten nach Recherche + Prüfungsantrag im Prüfungsverfahren
22. Definieren Sie den Begriff „erfinderische Tätigkeit“ im Patentrecht.
Erfinderische Tätigkeit
Eine Erfindung beruht auf erfinderischer Tätigkeit, wenn sie sich für den Fachmann nicht in naheliegender Weise aus dem Stand der Technik ergibt. → Artikel 56 EPÜ / § 4 PatG
Stand der Technik = Alle technischen Kenntnisse, die vor dem Anmeldetag bereits öffentlich bekannt waren.
21. Definieren Sie den Begriff „Neuheit“ im Patentrecht.
Eine Erfindung gilt als Neuheit, wenn sie nicht dem Stand der Technik entspricht. Stand der Technik umfasst alle technischen Kenntnisse, die vor Anmeldetag der Öffentlichkeit in einer Form zugänglich gemacht wurden (Messen, Ausstellungen, Schriftstücke…)
→ Artikel 54 EPÜ / § 3 PatG
Was ist das EPÜ und das EPA?
EPÜ (Europäisches Patentübereinkommen):
Internationales Abkommen über die Erteilung europäischer Patente.
Regelt das Verfahren beim Europäischen Patentamt (EPA).
Was ist das PatG?
PatG (Patentgesetz):
Das deutsche Patentgesetz.
Regelt den Patentschutz in Deutschland, z. B. Voraussetzungen, Rechte des Patentinhabers und Patentverletzungen.
20. Welche Schutzdauern gelten für Patent, Gebrauchsmuster, Design, nicht eingetragenes Geschmacksmuster und Marke?
Patent
20 Jahre (ab Anmeldetag)
Gebrauchsmuster
10 Jahre (ab Anmeldetag)
Design
25 Jahre (Verlängerung alle 5 Jahre)
Marke
10 Jahre (unbegrenzt verlängerbar)
nicht eingetragenes Geschmacksmuster
3 Jahre ab erster Offenbarung
18. Welche Prioritätsfristen gelten nach der PVÜ für Patente, Gebrauchsmuster, Designs und Marken?
Schutzrecht
Prioritätsfrist nach PVÜ
12 Monate
6 Monate
17. Welche 39 Staaten gehören zur Europäischen Patentorganisation (EPO) und welche europäischen Staaten sind keine Mitglieder?
Kategorie
Staaten (vollständig ausgeschrieben)
EPO-Mitgliedstaaten (39)
Alle 27 EU-Staaten: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Zypern + 12 europäische Nicht-EU-Staaten: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Island, Liechtenstein, Montenegro, Nordmazedonien, Norwegen, San Marino, Schweiz, Serbien, Türkei, Vereinigtes Königreich (UK)
Europäische Staaten, die nicht in der EPO sind (4)
Kosovo, Belarus (Weißrussland), Republik Moldau, Russland
16. Welche 18 EU-Mitgliedstaaten beteiligen sich am Einheitspatent- und Einheitlichen Patentgerichtssystem und welche EU-Staaten nehmen nicht teil?
18 teilnehmende Staaten
Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Portugal, Schweden, Slowenien, Zypern
6 nicht teilnehmende Staaten (noch)
Spanien, Polen, Kroatien, Ungarn, Irland, Tschechien
15. Auf Grundlage welcher Schutzrechtserteilung kann ein Einheitspatent beantragt werden?
Ein Einheitspatent kannst du nur bekommen, wenn du schon ein europäisches Patent (EP) vom Europäischen Patentamt (EPA) bekommen hast.
14. Welche Vorteile bietet das Einheitliche Patentgericht (UPC) gegenüber dem klassischen Weg über nationale deutsche Gerichte?
Vorteile des UPC gegenüber dem klassischen Weg über nationale deutsche Gerichte
Eine Entscheidung betrifft 17 UPC-Staaten
Verletzung und Nichtigkeit kombiniert in einem Verfahren
Höhere erstattungsfähige Kosten → die obsiegende Partei profitiert
Kurze Fristen → schnelle Verfahren
13.Welches Schutzrecht hat der Entwerfer eines Designs in der EU ohne formale Anmeldung?
Schutz des nicht eingetragenen Gemeinschaftsgeschmacksmusters (nGGM) mit einer Schutzdauer von 3 Jahren ab der ersten Offenbarung in der EU
12. Wie lange beträgt die Neuheitsschonfrist beim deutschen Designschutz?
1️⃣ Design / Geschmacksmuster (DE & EU) → 12 Monate Neuheitsschonfrist (Eigene Offenbarung bis zu 12 Monate vor Anmeldung bleibt unschädlich)
2️⃣ Ausstellungsschutz für Designs (WIPA-Austausch) → 6 Monate Neuheitsschonfrist bei offiziellen Ausstellungen
11. Welche Pflicht gegenüber dem Arbeitnehmer hat der Arbeitgeber nach Inanspruchnahme der Erfindung des Arbeitnehmers?
Arbeitgeber muss dem Arbeitnehmer nach Inanspruchnahme der Diensterfindung eine angemessene Erfindervergütung zahlen und die Erfindung schutzrechtlich anmelden
oder dem Arbeitnehmer die Anmeldung ermöglichen.
10. Welche Kategorien von Erfindungen gibt es nach dem ArbEG und welche Rechtsfolgen haben sie?
Nach dem Arbeitnehmererfindungsgesetz gibt es zwei Kategorien:
Diensterfindungen Erfindungen, die im Rahmen der dienstlichen Tätigkeit oder aus betrieblichen Erfahrungen entstehen. Rechtsfolge: Der Arbeitgeber kann die Erfindung in Anspruch nehmen; die Rechte gehen auf ihn über. Der Arbeitnehmer hat Anspruch auf angemessene Vergütung.
Freie Erfindungen Erfindungen ohne dienstlichen Bezug. Rechtsfolge: Die Rechte verbleiben beim Arbeitnehmer. Bei möglicher betrieblicher Nutzung besteht Melde- und Anbietungspflicht gegenüber dem Arbeitgeber.
9. Was ist vom Gebrauchsmusterschutz ausgeschlossen?
Nicht als Erfindungen im Sinne des Gebrauchsmusters gelten (§ 1 Abs. 2 GebrMG):
Entdeckungen, wissenschaftliche Theorien und mathematische Methoden
Ästhetische Formschöpfungen
Pläne, Regeln und Verfahren für gedankliche Tätigkeiten, für Spiele oder für geschäftliche Tätigkeiten
Programme für Datenverarbeitungsanlagen (Computerprogramme)
Wiedergabe von Informationen
Biotechnologische Erfindungen (gemäß § 1 Abs. 2 PatG)
8. Wie lange beträgt die maximale Schutzdauer eines Gebrauchsmusters?
10 Jahre ab Anmeldetag
7. Welche Fristen gelten bei Einlegung eines Einspruchs und einer Nichtigkeitsklage beim Deutschen Patent- und Markenamt bzw. beim Europäischen Patentamt?
Der Einspruch muss innerhalb von 9 Monaten nach Bekanntmachung der Patenterteilung eingelegt werden – sowohl beim EPA gemäß Art. 99 (1) EPÜ als auch beim DPMA gemäß § 59 PatG.
Eine Nichtigkeitsklage kann erst nach Ablauf der Einspruchsfrist bzw. nach Abschluss des Einspruchsverfahrens erhoben werden und ist ansonsten zeitlich nicht befristet (§ 81 (2) PatG).
6. Nennen Sie die Einspruchsgründe im europäischen Einspruchsverfahren
a) Nicht-Patentierbarkeit (Art. 100 a EPÜ / Art. 52–57 EPÜ) Der Gegenstand des Patents ist nicht patentierbar, z. B. wegen fehlender Neuheit oder erfinderischer Tätigkeit.
b) Nichtausführbarkeit (Art. 100 b EPÜ) Die Erfindung ist nicht so deutlich und vollständig offenbart, dass ein Fachmann sie ausführen kann.
c) Unzulässige Erweiterung (Art. 100 c EPÜ) Der Gegenstand des Patents geht über den Inhalt der ursprünglich eingereichten Anmeldung hinaus.
5. Nennen und unterscheiden Sie die drei Möglichkeiten der Schadensersatzberechnung im Patentrecht.
Im Patentrecht gibt es drei Methoden der Schadensersatzberechnung (§ 139 PatG):
1️⃣ Entgangener Gewinn Der Patentinhaber verlangt den Gewinn, den er ohne die Verletzung erzielt hätte. Grundlage ist eine hypothetische Ertragssituation.
2️⃣ Verletzergewinn
Der Verletzer muss seinen durch die Verletzung erzielten Gewinn herausgeben. Gewinn = Umsatz − direkt zurechenbare Kosten.
3️⃣ Lizenzanalogie Schadensersatz nach einer fiktiven Lizenz, also was vernünftige Vertragspartner als Lizenzsatz vereinbart hätten. Schadensersatzanspruch = Bezugsgröße * Lizenzsatz
Der Patentinhaber darf die für ihn günstigste Methode wählen.
4. Nennen Sie vier Ansprüche des Patentinhabers im Verletzungsverfahren gegen einen Patentverletzer.
Der Patentinhaber kann folgende Ansprüche geltend machen:
Unterlassungsanspruch (§ 139 PatG)
Schadensersatzanspruch (§ 139 PatG)
Vernichtung und Rückruf der patentverletzenden Produkte (§ 140a PatG)
Auskunftsanspruch über Herkunft und Vertriebswege (§ 140b PatG)
Besichtigungsanspruch / Vorlage von Unterlagen (§ 140c PatG)
3. Beschreiben Sie bitte was man unter einer mittelbaren Patentverletzung versteht.
Bei der mittelbare Patentverletzung gemäß § 10 PatG bietet oder liefert jemand ohne Zustimmung des Patentinhabers Mittel an, die sich auf ein wesentliches Element der Erfindung beziehen und zur Benutzung der Erfindung im Geltungsbereich bestimmt sind. Der Anbieter muss wissen oder es muss offensichtlich sein, dass die Mittel zur Patentbenutzung eingesetzt werden sollen.
2. Ihnen ist die äquivalente Patentverletzung bekannt. Nennen Sie bitte eine weitere Art der Verletzung des Schutzbereichs eines Patents.
Die mittelbare Patentverletzung
1.Was ist die äquivalente Patentverletzung?
technische Lösung zwar nicht wörtlich mit dem Patentanspruch übereinstimmt, aber gleichwirkende, naheliegende und gleichwertige Mittel verwendet
wenn alle drei Bedingungen erfüllt sind:
1️⃣ Gleichwirkung Die Abwandlung erzielt die gleiche technische Wirkung wie das Patentmerkmal.
2️⃣ Naheliegen Der Fachmann konnte die abgewandelte Lösung bei Patentveröffentlichung als gleichwirkend erkennen.
3️⃣ Gleichwertigkeit Die Lösung beruht auf denselben erfinderischen Überlegungen – kein neues Konzept.
Patent fordert „Schraubverbindung“ → Konkurrent nutzt Clipverschluss ➡️ Wenn der Clip gleich wirkt, kann trotzdem eine Patentverletzung vorliegen.
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