Buffl

Infektionsbiologie

MS
by Michael S.

15.Was versteht man unter Sepsis? Erkläre kurz die Entstehung einer Sepsis und benenne die wichtigsten Mediatoren.

= Blutvergiftung = eine lebensbedrohliche fehlgesteuerte Immunreaktion des Körpers auf eine Infektion, die zu einem systemischen Entzündungszustand führt.

-> Entzündungsreaktion aktiviert die großen biologischen Kaskadensysteme und spezielle Zellsysteme und löst die Bildung und Freisetzung zellulärer Mediatoren aus

-> führt zu schweren Gewebeschäden, Organdysfunktion

entsteht durch das Eindringen von pathogenen Erregern bzw. deren Toxinen in den Blutkreislauf. Körper reagiert auf die Infektion mit Entzündungsreaktion. In der Sepsis ist die Entzündungsantwort außer Kontrolle und wird übermäßig und dysfunktional

Entstehung: Endotoxin bindet Toll-like-Rezeptor 4 (TLR4)

-> Zytokine werden abgegeben

-> Aktivierung des Komplementsystems, der Inflammations-Mediatoren und der Blutgerinnung

-> Endothel-Schaden (durch zu viel NO (Stickoxid), ROS (Reaktive Sauerstoffspezies), proteolytische Enzyme) führt letztendlich zu multiplen Organversagen, Kapillaren verstopfen durch Gerinnungsfaktoren (DIC), Nekrosen entstehen

-> Nekrotisches Gewebe begünstigt eine Infektion, da es nicht mehr durchblutet ist und Bakterien dort ungehindert wachsen können, da sie dort durch das Immunsystem nicht erkannt werden können

Mediatoren:

- Zytokine: Interferone INFα, g; Interleukine z.B. IL-1, IL-6, IL-12; TNFα; Chemokine

- Lipidmediatoren: Thromboxan, Prostaglandine, Leukotriene und Plättchen-agglutinierender Faktor (PAF)

- Endotoxine

- TLR4

- Komplementfaktoren

- Gerinnungsfaktoren

19. Welche zellulären Funktionen werden durch Exotoxine beeinträchtigt? Nenne 3 Beispiele und erläutere die zugrundeliegenden Mechanismen.

Choleratoxin von Vibrio Cholerae (Enterotoxin) -> Aktivierung der Adenylatcyklase und Erhöhung des zell. cAMP-Levels

-> hemmt die GTPase-Aktivität der Gsα-Untereinheit eines heterotrimeren G-Proteins, indem es diese ADP-ribosyliert -> intrinsische GTPase-Aktivität blockiert -> permanente Aktivierung der Adenylatcyclase -> Überschuss des Second Messengers cAMP -> permanente Aktivierung von PKA führt zur Cl- Ausstrom durch CFTR -> Massiver Wasser-Ausstrom

 

Shiga-Toxin von Shigella dysenteriae (Zytotoxin) -> Inhibition der Proteinbiosynthese

- Funktionsweise: N-Glykosidase, Struktur: A‐B5 Toxin, Rezeptor: Glycolipid Gb3

- spaltet die N‐glycosidische Bindung von Adenin an der Position 4324 am 5´‐Ende der 28S rRNA der 60S Untereinheit von eukaryotischen Ribosomen -> die Elongationsfaktor-abhängige Bindung der Aminoacyl-tRNA an die 60S ribosomale UE ist blockiert -> Proteinsynthese gestoppt

 

Botulinumtoxin von Clostridium botulinum (Neurotoxin) -> Blockierung der Sekretion von Neurotransmittern

- besteht aus H- und L-Kette

- hemmt die Freisetzung des Neurotransmitters Acetylcholin -> H-Kette bindet an Ganglioside

- auf der präsynaptischen Nervenzellmembran -> induziert Aufnahme des Toxins in die Zelle über Endozytose -> SNARE-Protein-Mitglieder werden gespalten durch L-Kette -> Exozytose von Neurotransmittern, d.h. die Ausschüttung in den synaptischen Spalt gehemmt

20. Vergleiche Choleratoxin und Pertussistoxin. Erkläre die Wirkung, Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

Choleratoxin Wirkung: Choleratoxin bindet an GM1 -> Aufnahme in frühe Endosomen und retrograder Transport zum ER -> Toxin dissoziiert -> Inhibierung einer GTPase eines stimulierenden G-Proteins (ADP-Ribosylierung) führt zur permanenten Aktivierung der Wirts-Adenylatzyklase -> Erhöhung des cAMP-Spiegels -> permanente Aktivierung von PKA führt zur Cl- Ausstrom durch CFTR Chlorid-Kanal ins Lumen -> Massiver Wasserverlust, um Osmotische Balance aufrecht zu erhalten

-> starke Durchfällen mit Wasserverlusten, ebenfalls zu massivem Ausstrom von Kalium- und Hydrogencarbonat-Ionen über den Darm

 

Pertussistoxin Wirkung: Pertussistoxin katalysiert die ADP-Ribosylierung der Giα-Untereinheit und blockiert somit den GDP‐GTP-Austausch durch den Austauschfaktor (GEF) -> Giα(-GDP) bleibt inaktiv -> Wirts-Adenylatzyklase konstitutiv aktiv -> Erhöhung des cAMP-Spiegels

-> Ausscheidung von Wasser und Schleim durch Epithelzellen des Atmungstraktes (Keuchhusten)

-> hoher cAMP-Spiegels führt zu einer erhöhten Insulinausschüttung, die zu Hypoglykämie führt und beeinflusst die angeborene Immunantwort, indem es die Rekrutierung von Neutrophilen und Makrophagen inhibiert


Gemeinsamkeiten:

- 5 B-UEs, die einen Ring um eine A-UE bilden (A-B5 Toxin)

- Aktivität des Toxins: ADP-Ribosyltransferase

- Ziel im Wirt: G-Proteine

-> unterschiedliche Ziele, aber denselben physiologischen Effekt:

- Beide sind A-B5-Toxine, Ribosyltransferasen und katalysieren beide die ADP-Ribosylierung der Gα-Untereinheit eines heterotrimeren G-Proteins

- Pertussistoxin katalysiert die ADP-Ribosylierung eines inhibitorischen G-Proteins, das darauf hin im GDP-gebundenen, inaktiven Zustand verbleibt -> Adenylatzyclase dauerhaft aktiviert

- Choleratoxin katalysiert die ADP-Ribosylierung eines stimulatorischen G-Proteins, das dadurch im aktiven, GTP-gebundenen Zustand verbleibt -> Adenylatzyclase dauerhaft aktiviert

—> Beide Toxine rufen eine dauerhafte Aktivierung der Adenylatcyclase und dadurch eine erhöhte cAMP-Konzentration in der Zelle hervor

22. Was versteht man unter Konjugation? Zwischen welchen Bakterien kann Konjugation ablaufen? Beschreibe den Mechanismus. Welche Rolle spielen Pili bei der Konjugation?

VL9 Folien 28-31

Konjugation = horizontaler DNA-Transfer von einer Donorzelle zu einer Empfängerzelle der Bakterien. Bakterien, die ein F-Plasmid tragen, sind Donorzellen (F+-Zellen) und können Sexpili (F-Pili) zu einem Rezeptor-Bakterium (F(-)-Zellen) ausbilden


Welche Bakterien: Konjugation-Ablauf bevorzugt zw. gram-negativen Bakterien einer Spezies

-> Konjugation zw. anderen Spezies ist auch möglich. Bspw. kann ein nicht-pathogener Keim seine Antibiotika-Resistenz an einen pathogenen Keim weitergeben

-> Bei gram-positiven Bakterien läuft die Konjugation nicht über den Sexpilus ab. Die potentiellen Empfänger scheiden Pheromone aus, die den Donor dazu anregen, ein Aggregationsprotein zu bilden, durch welches sich die Partner aneinander anheften können


Mechanismus: F+-Donorzelle, die ein F-Plasmid enthält, ist dazu fähig, den Sexpilus zu synthetisieren

1. Kontakt: Sexpilus kontaktiert die Empfänger F(-)-Zelle

2. Aktivierung der DNA zum Transfer: Plasmid wird zum Transfer aktiviert, wenn eine Endonuklease einen Strang der DNA am Origin of Transfer schneidet -> Der Relaxase-Dimer bindet den oriT und induziert den Einzelstrangbruch

3. Plasmid transfer: Sex-Pilus zieht sich zurück und zieht die Donor- und die Empfängerzelle zusammen. Das F-Plasmid wird als einzelsträngiges DNA-Molekül übertragen

-> Ein Relaxasemonomer ist kovalent ans 5‘-Ende des geschnittenen DNA-Stranges gebunden. Das andere Monomer agiert als Helikase

-> Am freien 3‘-OH-Ende des konjugativen Plasmids startet die „Rollig circle“ Replikation. Die Relaxase agiert als Pilot-Protein und leitet den DNA-Einzelstrang durch Interaktion mit dem Copuling Protein zur Mating-Pore. Das „Coupling“ Protein pumpt die DNA in die Mating-Pore

4. Synthese eines funktionellen Plasmids: Der komplementäre Strang beider F-Plasmidstränge wird in der Donor und der Empfängerzelle synthetisiert. Danach sind beide Zellen F+ und können den Sex-Pilus synthetisieren


Rolle des Pilus: Damit Konjugation stattfinden kann, muss ein Bakterium ein F+-Plasmid besitzen, dieses befähigt das Bakterium, einen Sex-Pilus auszubilden

-> Durch Sex-Pilus wird der Kontakt zw. den Zellen hergestellt -> Pilus zieht sich zurück und bringt Empfänger und Donorzelle in die richtige Nähe

25. Beschreibe die Vorgänge einer allgemeinen und einer speziellen Transduktion.

= Übertragung von Bakterien-DNA mit Hilfe von virulenten Bakteriophagen oder anderen Viren als Vehikel

Unspezifische (allgemeine) Transduktion

- ein Bakteriophagen infiziert das Bakterium

- Der Phage injiziert seine DNA ins Bakterium -> DNA des Bakteriums abgebaut —> Rekombination

- Phagenverpackung: Wenn der Phage neue Phagenpartikel zusammenbaut, können Teile der bakteriellen DNA eingefangen und in die neuen Phagenkapseln verpackt werden, anstatt der viralen DNA

- Phagen weden freigesetzt. Die neu entstandenen Phagenpartikel enthalten Fragmente der bakteriellen DNA anstelle der viralen DNA. Wenn diese Phagen andere Bakterien infizieren, können sie die eingeschleuste bakterielle DNA in das Genom des neuen Wirtsbakteriums einführen


Spezifische (spezielle) Transduktion

- Bakteriophagen infiziert ein Bakterium und injiziert seine DNA, welche in das bakterielle Genom integriert werden kann

- Die Phagen-DNA kann in das Bakteriengenom integriert bleiben und sich dort replizieren, ohne dass es zur Lyse des Wirts kommt -> lysogener Zyklus - lysogene Phage

- integrierte Phagen-DNA integriert mit dem Hauptchromosom des Wirtes. Es bildet sich eine Prophage = ringförmig vorliegende Phagen-DNA

- Wirtszelle repliziert sich und damit auch den Prophagen

- der Prophage kann aus dem Bakteriengenom freigesetzt werden, was zur Lyse des Wirts führt und neue Phagenpartikel freisetzt

- Während der Lyse können Teile des bakteriellen Genoms anstelle des Phagen-Genoms in die neu gebildeten Phagenpartikel verpackt werden

- neu gebildete Phagen können andere Bakterien infizieren und das eingefangene bakterielle Genom in das Genom des neuen Wirts einführen



26. Beschreibe kurz die 4 wichtigsten DNA Reparaturmechanismen von Bakterien


28. Welche Mutationen entstehen häufig aufgrund von UV-Strahlung? Nenne und beschreibe 3 mögliche Reparaturmechanismen

—> DNA-Doppelstrangbruch -> Dimerisierung von Pyrimidinbasen: Thymin Dimere —> es bildet sich ein Cyclobutylring, der die DNA-replikation und Transkription behindert

=> Photo-Reaktivierung, Nucleotide Excision Repair (NER), Rekombinante Reparatur

• Methyl-directed Mismatch Repair (MMR)

—> MutS erkennt die Fehlpaarung, lagert sich als Dimer an diese Stelle an

—> MutS rekrutiert MutL → MutSL-Komplex bewegt sich ATP-abhängig entlang der DNA und bildet Schleife um die Fehlpaarung herum

—> Erkennung hemimethylierter Stelle. An dieser Stelle bindet MutH-Endonuklease an MutSL und die Endonukleaseaktivität wird durch MutS/MutL stimuliert —> DNA auf der 5´-Seite der Tochterstrang-GATC-Sequenz wird gespalten

—> Helikase UvrD und eine weitere Exonuklease lagern sich dort an, binden an MutSL und entfernen den eingeschnittenen Tochterstrang → Lücke

—> Lücke wird durch DNA-Pol und DNA-Ligase aufgefüllt


• Nucleotide Excision Repair (NER): UvrABC-Endonukleasen erkennen und spalten beschädigte DNA-Stränge mit 2 Schnitte (Abstand: 12 nt) auf beiden Seiten des beschädigten Stranges

—> UvrD-Helikase entfernt ausgeschnittene 12nt-DNA-Fragment —> DNA Pol I füllt die Lücke auf, DNA-Ligase verknüpft die Phosphodiester-Brücke


• Rekombinante Reparatur: defekte Stelle wird zuerst erkannt und durch Endonuklease entfernt

→ „Nicking“ des intakten Template-Strangs

→ RecA erleichtert die Hybridisierung des intakten Template-Strangs mit der Gap-Region —> Austausch von Schwesterständen (Crossing over)

→ Es entstehen Crossover-Zwischenprodukte, DNA-Replikation durch Pol I

→ Auflösung des Crossover-Zwischenprodukts durch Endonuklease-Aktivität —> schneidet am Kreuzungspunkt die beiden gegenüberliegenden Stränge —> Auffüllen der Lücke


• Base Excision Repair (BER): spezifische DNA-Glykosylase erkennt eine modifizierte Base und schneidet deren N-Glykosidbindung

→ Diese Stelle = Reaktionsprodukt = Apurin- oder Apyrimidin-Stelle (""AP-Site"") wird generiert

→ Reparatur der AP-Sites: AP-Endonuklease führt einen Einzelstrangbruch 5‘ zur „AP-Site“ ein

→ Die korrekte Base wird durch DNA Pol I und DNA-Ligase eingefügt → Lücke verschlossen

 27. Worin unterscheidet sich die bakterielle SOS Reparatur von der DNA Photoreparatur? Beschreibe die beiden Vorgänge.

Photo-Reaktivierung —> lichtinduzierte Spaltung von Thymin-Dimeren

—> bestimmte Basenmodifikationen können direkt wieder rückgängig gemacht werden

—> mit Hilfe des sichtbaren Lichts (340-500 nm) und der DNA-Photolyase können Pyrimidin-Dimere in der DNA durch Spaltung des Cyclobutan-Rings wieder beseitigen

—> DNA-Photolyasen enthalten FADH2 und Folsäure als Cofaktoren, die sichtbares Licht absorbieren -> FADH2 liefert die Elektronen für die Spaltung des Cyclobutan-Ringes


SOS -> Schäden während der Replikation am Einzelstrang

—> An dei Stelle bindet RecA und fördert die Spaltung von 3 Proteinen: Lambda-cI-Repressor, LexA-Repressor, UmuD-Protein

—> Der LexA-Repressor blockiert über 20 Gene, die nach seiner Spaltung im Zuge der SOS-Antwort transkribiert werden. Zu diesen SOS-Genen gehören das sfiA-Gen, dessen Produkt die Zellteilung hemmt und so Zeit für die Reparaturen schafft, die Gene für die Komponenten der NER, das polB-Gen für die DNA-Polymerase II und das dinB-Gen für die DNA-Polymerase IV

—> Das UmuD-Protein wird als Vorläufer vom RecA-Protein in das funktionelle Protein UmuD’ überführt, von dem zwei Moleküle zusammen mit einem Molekül UmuC die aktive DNA-Polymerase V bilden.

—> Jede der drei SOS-induzierten DNA-Polymerasen kann sich (an für sie spezifischen Schäden) anstelle der replikativen DNA-Polymerase III setzen und im Gegensatz zu dieser die Replikation über die Schadstelle hin fortsetzen, bis diese nach einer gewissen Strecke die Arbeit wieder aufnehmen kann


SOS

Photoreparatur

Reparatur schwerer DNA-Schäden lange Einzelstrang-Regionen als Ausgangspunkt

Reparatur bestimmter Basenmodifikatonen bsp. Thymin-Dimere

viele Faktoren, RecA, LexA, etc

nur 1 Enzym: Photolyase

hohe Fehlerrate, daraus folgende Mutationen

geringe Fehlerrate

hemmt die Zellteilung (sfiA)

 


29/30. Was versteht man unter genetischer Restriktion/Modifikation in Bakterien?

Welche unterschiedlichen Systeme kennen Sie?

Erkläre die Funktionsweise. Welche Bedeutung haben diese Systeme für Bakterien?


33. Welche Möglichkeiten haben Bakterien, Phageninfektionen aktiv abzuwehren? Nenne 2 Beispiele und die zugrunde liegenden Mechanismen?

—> CRISPR-System

—> Restriktions-Modifikations-System


= angeborene bakterielle Abwehr von fremder DNA

—> Bestehen aus einer Methyltransferase und einer Restriktionsendonuklease

—> Verhindern den DNA-Transfer durch Spaltung von nicht-modifizierter DNA

—> Benötigen Mg2+ und S-adenosylmethionin (SAM) als Methylgruppendonor


• TYP I

—> Hetero-oligomere Enzyme, benötigen ATP-Hydrolyse für die Spaltung

—> Duale, asymmetrische Erkennungssequenz N3-4-S6-8-N4-5

—> Schneiden DNA in weiter Entfernung von der Erkennungssequenz (1000 bp)


—> Typ I RM Enzym bindet an entfernt lokalisierte Erkennungssequenzen

—> ATP-abhängige DNA-Translokation: Bildung von DNA-Schleifen

—> Translokationsaktivität ist Teil von HsdR

—> Kollisoin von zwei RM Enzymemkomplexen aktiviert die Endonukleaseaktivität

 

• TYP II

—> Endonuklease und Methylase sind separate Enzyme

—> Symmetrische (palindromische) Erkennungssequenz (4-8 bp)

—> Schneiden innerhalb der Erkennungssequenz und nur unmethylierte DNA

 

• TYP III

—> Hetero-oligomere Enzyme, benötigen ATP-Hydrolyse für die Spaltung

—> Asymmetrische Erkennungssequenz (4-7 bp)

—> Schneiden DNA nahe der Erkennungssequenz (Entfernung 25-27 bp)


Bedeutung

  • Immunabwehr: Abwehr von Infektionen durch Bakteriophagen

  • Regulation der Genexpression: bestimmte Gene aktiviert oder inaktiviert -> Auswirkungen auf verschiedene Aspekte des Bakterienstoffwechsels und der Anpassung an Umweltbedingungen

  • Genetische Diversität: horizontaler Gentransfer zwischen Bakterien begrenzen -> Bakterienpopulationen aufrechtzuerhalten


31. Erkläre die Funktionsweise des CRISPR Systems. Welche vornehmliche Aufgabe hat es in Bakterien? (V. 10 + RNA-Welten)


Clustered, regulatory interspaced short palindromic repeats


33. Welche Möglichkeiten haben Bakterien, Phageninfektionen aktiv abzuwehren? Nenne 2 Beispiele und die zugrunde liegenden Mechanismen?

—> CRISPR-System

—> Restriktions-Modifikations-System

Aufgabe: Schutz vor Bakteriophagen und konjugativen Plasmiden —> adaptive Immunantwort gegenüber fremder DNA


Funktionsweise

1. Adaptionsphase der CRISPR Immunität

—> eindringende Phagen- oder Plasmid-DNA wird erkannt, fragmentiert und integriert

—> Neue Spacer, die von der eindringenden DNA abgeleitet sind, werden und in CRISPR Loci eingebaut

2. Interferenz oder Abwehr Phase der CRISPR Immunität

—> Repeats und Spacer werden in eine lange Vorläufer-crRNA transkribiert

—> Vorläufer wird durch einen Komplex (CRISPR-associated complex for antiviral defence —> Cascade) prozessiert

—> Prozessierung tritt nahe des 3’ Endes der Repeat-Sequenz auf, hinterlässt eine kurze (ca. 8 nt) Repeat Sequenz 5‘ der crRNA Spacer —> Jede crRNA enthält eine Wiederholung und einen Spacer, der spezifisch für eine bestimmte fremde DNA-Sequenz ist

—> crRNAs haben einen heterogenen 3′-Terminus, der die palindromische Sequenz des Downstream-Repeats enthalten kann —> stem-loop Struktur

—> diese RNAs und dienen als Führer (guide) binden an den Effektorkomplex, der vermutlich aus Cas-Proteinen besteht und fremde DNA erkennt und Infektionen blockiert

35. Pap-Pili, Curli und Typ IV Pili: Wie unterscheiden sich die Biosynthesewege?

(Vorlesung 3, S. 15, 22, 23, 26)


Hier geht es um die Unterschiede der Biosynthesewege, also wie werden die Untereinheiten transportiert und wo assemblieren die Pili.

Pap-Pili

-> Untereinheiten im Cytoplasma synthetisiert

-> Chaperon für Faltung und Transport im Periplasma benötigt

-> Assemblierung beginnt im Periplasma an PapC Usher und wird außerhalb der Zelle durch Ausbildung der Quartärstruktur vollendet

-> Keine Prozessierung


Curli

-> Alle Proteine, die in den beiden csg Operons codiet sind haben Signalsequenzen für die Translokation ins Periplasma durch Sec-Transport

-> Die zwei strukturellen Untereinheiten CsgA und CsgB der Curli werden durch CsgG (Membranprotein in der äußeren Membran) sekretiert

-> CsgA wird außerhalb der Zelle durch CsgB zu einer Faser assembliert

-> Außerdem werden CsgE und CsgF für eine effiziente Curli Assemblierung benötigt. Sie interagieren mit CsgG


-> Untereinheiten im Cytoplasma sythetisiert

-> CsgE, CsgF und CsgG werden für Lokalisation von CsgA und CsgB benötigt

-> Assemblierung erst außerhalb der Zelle

-> Keine Prozessierung

 

Typ IV Pili

->Prä-Pilin Leader (PilA) Sequenzen werden durch PilD geschnitten

-> Das prozessierte PilA wird auf Basis von kleinen Pilins (PilE, V, W, X und FimU) und den cytoplasmatischen Membranproteinen PilC und dem NTP-bindenen Protein PilB assembliert

-> Pilus wird durch Pore in die äußeren Membran geschoben, die aus multimere PilQ besteht

-> Pilus kann auch wieder zurückgezogen werden (durch PilT, unterstützt durch PilU). Durch koodiniertes Assemblieren und Zurückziehen („Twichting Motility) können sich Bakterien auf soliden Oberflächen bewegen


-> Untereinheiten im Cytoplasma synthetisiert

-> Prozessierung von PilA durch PilD

-> Kein Chaperon für Faltung und Transport im Periplasma benötigt

-> Assemblierung im Periplasma

-> Pilus kann durch Pore in der äußeren Membran aus der Zelle rausgeschoben und wieder eingezogen werden


39. Welche unterschiedlichen Funktionen können Typ III Sekretionssysteme haben? Nenne 4 Beispiele. Wie sind sie grundsätzlich aufgebaut?

(Vorlesung 4, S. 32-36, 39)

▪ Typ III Sekretionssystem ist unabhängig vom Sec Transport

-> T3SS hat eine charakteristische Nadelstruktur, die homologe Bestandteile zum Flagellensystem von Bakterien aufweist. Durch die Nadel bzw. den Nadel Komplex (NC), können die bakteriellen Proteine, die sekretiert werden müssen, direkt vom bakteriellen Cytoplasma durch die Nadel in das Wirtszytoplasma gelangen

-> Drei Membrane separieren die beiden Zytoplasmas: Innere und äußere Membran des Bakteriums und die eukaryotische Membran

-> Der Nadelkomplex stellt einen Durchgang durch diese Membranen bereit

-> Der Teil, der in der Bakterienmembran verankert ist nennt sich Basis. Der extrazelluläre Teil ist die Nadel. Ein „innerer Stab“ (inner rod) verbindet Nadel mit Basis

-> Die Nadel besteht aus vielen Einheiten desselben Proteins

-> Die Basis besteht aus mehreren Ringen

-> T3SS brauchen spezifische Chaperone und sind im Cytoplasma lokalisiert

-> Als Energielieferant für das T3SS dient die an der inneren Membran lokalisierte ATPase


▪ Funktionen

o Yersinia spp.: Inhibierung der Aufnahme durch Phagozyten (Substratproteine: Yop)

o Shigella flexneri: Invasion und Apoptose (Substratproteine: Ipa)

o Salmonella spp.: Invasion, Apoptose, Zytokin-Induktion (Effektorproteine: Sip, Sop, Spt), Proliferation in Wirtsorganen (Substratproteine Sse), Überleben in Makrophagen (Substratproteine: STE)

52. Welche grundsätzlichen Unterschiede bestehen zwischen genetischer Regulation und genetischer Variation? Wo sehen Sie Vorteile und Nachteile für die Besiedlung bestimmter Nischen im Wirt?

Genregulation: Kontrolle der Expression eines Gens

-Bestimmt die Konzentration eines Genproduktes zu bestimmtem Zeitpunkt in der Zelle

-Genregulation ist die Antwort auf Stimuli, durch die bestimmte Gene an- oder abgeschaltet werden

-homologe Population reagiert gleich auf Stimuli -> homologe Population mit einheitlicher Genexpression

-Anpassung an das Leben in einer bestimmten Nische bzw. an eine wechselnde Umgebung anpassen zu können (z.B. wechselndes Nährstoffangebot)

 

Genetische Variation: Auftreten von genetischen Varianten (Allele, Gene oder Genotypen) bei individuellen Lebewesen

-> In einer Population liegen immer in Folge von Mutationen verschiedene Varianten vor. Einzelne Individuen einer Population haben bei einer Änderung von Bedingungen einen Vorteil und werden selektiert

-> wichtig, um seltene Nischen oder um schnell neue Nischen besiedeln zu können


Die genetische Regulation erfolgt gerichtet, sodass die Expression von Proteinen an die Umweltbedingungen (z.B. Temperatur, Eisen-Angebot) angepasst werden kann. Genetische Variation hingegen erfolgt zufällig. Erst durch Selektion kann ein durch Mutation erlangter Vorteil in einer Population etabliert werden.

 

Vorteile:

-Regulation: Reaktion auf ein Umweltsignal in der Nische ist möglich

 

-Variation:

*Besiedlung verschiedener Nischen durch günstiges Selektionsgen möglich

*Veränderung kann zu besserer Anpassung an neue Nische führen

Beispiel: Veränderte Membranstrukturen um dem Immunsystem eines Wirts zu entkommen

 

Nachteile:

-Regulation: Evtl. kann kein Individuum der Population überleben, da die ganze Population mit der gleichen evtl. falschen Antwort auf ein Umweltsignal reagiert

 

- Variation: Nicht alle Individuen einer Population können in neuer Nische überleben

- Anpassung an eine neue Umgebung hängt stark vom Zufall ab


56. Beschreib den typischen Aufbau von einfachen und zusammengesetzten Transposons. Wie tragen Transposons zur Reorganisation von Genomen bei?

VL 10


Nicht mit IS Elementen relevan

IS Abhängigkeit bei zusammengesetzte

Einfache (TypII) Transposons:

- Inverted Repeats liegen an beiden Enden

- zentral: Transposasegen und ein Repressor- bzw. Resolvasegen sowie Resistenzgene (z.B. β-Lactamase)

- Zusätzlich IRS (internal resolution site) zwischen Transposase und Repressor

 

Komplexe (TypI) Transposons:

- an den Enden liegt jeweils eine vollständige Kopie weitgehend identischer IS-Elemente (Insertions-Elemente) mit

1) gleicher Orientierung oder

2) entgegengesetzter Orientierung und flankiert von inverted repeats -> enthalten notwendige genetische Information für Transposition

-> zentraler Bereich: mehrere Resistenzgene gegen Antibiotika oder Schwermetalle

 

Reorganisation von Genomen:

1. Cut and Paste-mechanismus (nicht replikativ)

-> Transposase schneidet Transposon nahe der IR-Elemente aus und erzeugt dabei Doppelstrangbrüche

-> Transposase fügt Transposon in die verschobene Zielstelle der Empfänger-DNA ein und die entstanden Lücken (durch Transposase-Schnitt) werden durch DNA Reparaturmechanismen aufgefüllt

 

2. Replikative Transposition

-Repeats und Target motif werden von Transposase geschnitten und die 5‘-Enden der Empfänger-DNA werden mit 3‘-Enden der Donor-DNA verknüpft

-An freien 3‘-OH-Enden beginnt die Synthese des fehlenden Stranges und Resolvase löst die fertigen Strukturen

-Transposon, welches an Zielstelle eingebaut wird, wird also während der Transposition kopiert und bleibt auf Donor-DNA erhalten

 

3. Konjugative Transposition

-Transposon-DNA wird ausgeschnitten und zirkularisiert (dsDNA-Ring)

-dsDNA wird konjugativ transferiert, wobei die „Rolling-circle“-Replikation verwendet wird

-Die für den Transfer notwendigen Proteine können erst nach der Ringbildung exprimiert werden

-Sowohl in der Donor- als auch in der Empfängerzelle wird der komplementäre DNA-Strang des zirkulären Intermediates nachsynthetisiert und die kreisförmige dsDNA reintegriert in das Genom


61. Wie wirken Antimikrobielle Peptide? Nenne 4 mögliche Mechanismen. Was spricht für, was gegen einen Einsatz als antimikrobielle Therapeutika?

(VL 12)

- Antimikrobielle Peptide von viele Zellen/Geweben produziert (z.B. Phagozyten, Epithelzellen)

- kleine Moleküle (<100 Aminosäuren) mit meist basischen und hydrophoben Aminosäuren

- es gibt anionische und kationische Peptide mit unterschiedlicher Konformation und Struktur

Wirkmechanismus:

- Peptide heften sich an die mikrobielle Membran an und aggregieren

- Die Aggregate fügen sich in die Membran-Doppelschicht ein und bilden Poren

- Hydrophobe Region aligniert dabei mit der Lipid-Core-Region, der Hydrophile Teil bildet das Innere der Pore. Die Peptide können so in die Zelle/Bakterium eindringen und ihre Wirkung entfalten (bauen sich ihren Eingang in die Zelle also sozusagen selbst)

 

Beispiele:

- Inhibition der Zellwandsynthese (Mersacidin)

- Aktivierung von Autolysin (N-acetylmuramcyl-L-alanine amidase)

- Bindung an DNA (Buforin II, Tachyplesin)

- Inhibierung der DNA, RNA und Protein-Synthese (Pleurocidin, dermaseptin, PR-39…)

- Inhibierung der Enzymaktivität (Histatin, drosocin…)

- Veränderung der Cytoplasmamembran (PR-39, PR-26, indolicidin…)

 

Pro und Contra als mikrobielle Therapeutika:

Pro:

-> keine bekannten Resistenze

-> primär physikalische Wirkungsweise

-> in den Zellen „verborgen“ oder nur kurz extrazellulär vorhanden

-> Konzentration und Zeitraum sind nicht ausreichend eine Resistenz zu induzieren

-> indirektes Abtöten von Bakterien durch hohe Affinitäten zu wichtigen Elementen wie Zink oder Eisen

-> vielversprechende Methode zum Beschichten von Implantatoberflächen

Contra:

->ständige non-lethale Exposition führt zu Resistenz -> wichtig für z.B. Kosmetik, Implantate, anfällig für Proteolyse, Salz- Serum- und pH-Wert-Sensitiv

65. Welche unterschiedliche T-Zellen kennen Sie und welche Funktionen üben sie aus?

(VL 11, Folie 30, 41-45, Google)

Cytotoxischer T-Lymphozyt (CTL, CD8+ Rezeptor):

- Immunantwort gegen intrazelluläre Erreger, erkennen über MHCI präsentierte Antigen

- Bei Aktivierung: Tötung der AG-präsentierenden Zelle über Fas Ligand, cytotoxische Granula oder durch Induktion von Apoptose über Granzym B und Perforin

 

TH1 T-Zelle (CD4+ Rezeptor):

- Immunantwort gegen extrazelluläre Erreger

- Erkennung von AG auf MHCII

- Induzieren Eliminierung von Pathogenen in Phagozyten, Aktivierung von Makrophagen und CTL

- sekretieren Interferon Gamma und erhöhen damit die Expression von MHCII

- Aktivieren von B-Zell-Klassenwechsel zu IgG

 

TH2 T-Zelle (CD4+ Rezeptor):

- aktiv bei Wurminfektionen

- Erkennung von AG auf MHCII

- sekretieren IL-4, IL-5, IL-13

- Aktivierung von Granulozyten, Mastzellen, B-Zellen -> Differenzierung zu Plasma- und Gedächtniszellen, Klassenwechsel der Antikörper

- alternative Makrophagenaktivierung, Reparatur von Gewebeschäden und antiinflammatorische Wirkung

 

Th17 T-Zelle (CD4+ Rezeptor):

- bei Pilzinfektionen

- Erkennung von AG auf MHCII

- sekretieren IL-17

- aktivieren Neutrophile

 

Regulatorische T-Zelle Treg (CD4+ Rezeptor):

- Deaktivierung oder Tötung von autoreaktiven T-Zellen

- erkennt körpereigene Partikel, die über MHC präsentiert werden -> Wichtig für die Unterscheidung zwischen Körpereigen und Körperfremd

 

Gedächtnis T-Zellen:

- Wichtig für CTL und Helferzellen bei Sekundärinfektion -> schnellere und stärkere Immunreaktion

69. Vergleichen Toll-like, NOD und NOD-like Rezeptoren bzgl. ihrer Aufgaben und Lokalisierung in der Zelle.


Ähnliche Domäne

= alle sind Teil der Pattern Recognition Receptors (PRRs) und spielen wichtige Rollen bei der Regulation des angeborenen Immunantworts

-> erkennen verschiedene pathogene Assoziierte Molekülmuster (PAMPs) und schädliche Assoziierte Molekülmuster (DAMPs)


Toll-like Rezeptoren (TLRs):

-> erkennen PAMPs wie Lipopolysaccharide, virale dsRNA, Flagellin, etc -> Aktivierung des angeborenen Immunsystems und der Regulation der adaptiven Immunantwort

-> sind auf Oberflächenzellen des Immunsystems (Makrophagen, Lymphozyten) oder in intrazellulären Kompartimenten wie endosomalen Membranen lokalisiert


NOD-like Rezeptoren (NLRs):

-> erkennen eine verschiedene PAMPs, einschließlich Komponenten der Bakterienwand (Peptidoglykan, Flagellin), abgeschiedene Toxine, virale RNA etc

-> Bildung des Inflammasoms -> Aktivierung von Capase 1 —> Produktion pro-imflammatorischer Cytokine (IL-1ß, IL-18) oder Induktion des Zelltods “Pyroptosis”

-> sind im Zytoplasma lokalisiert und haben eine charakteristische Domänenorganisation mit einem zentralen Nucleotid-Bindungsdomänen (NACHT-Domäne), einem N-terminalen Effektor-Domänenbereich und einer C-terminalen Region aus LRR-Wiederholungen für die Ligandenbindung


NOD Rezeptoren = Untergruppe der NLRs

-> erkennen speziell Peptidoglykanmotive von gramnegativen Bakterien

-> NOD1 und NOD2 sind wichtig bei der Erkennung und Aktivierung des NF-κB-/MAPK-Pathways, das eine wichtige Rolle bei der Entzündungsreaktion spielt —> Produktion imflammatorischer Cytokine (IL-2, IL-8,INFa)

-> sind im Zytoplasma lokalisiert

75. Was versteht man unter Autophagy, Apoptose und Nekrose? Nenne jeweils Auslöser, Ablauf und Ergebnis dieser Prozesse!

(Vorlesung 9, Folie 13-37)

Apoptose = programmierter Zelltod in mehrzelligen Lebewesen. Wird von der Zelle selbst und aktiv ausgeführt und ist somit Teil des Stoffwechsels

 

Auslöser: 3 Wege der Aktivierung:

1. Extrinsische Weg: extrazelluläre Liganden binden an Rezeptoren der TNF-Rezeptor-Familie und führen zur Aktivierung von Procaspase 8 (Initiator-Caspase)

-> kann zur Signalverstärkung auch die Aktivierung des Intrinsischen Weges einleiten

2. Intrinsische Weg: intrazelluläre Signale (z.B: starke DNA-Schäden) -> Freisetzung von pro-apoptotischen Proteinen (z.B: Cytochrom C) aus den Mitochondrien

-> Ist das Gleichgewicht zu Anti-apoptotischen Molekülen (z.B.: Bcl-2) im Zytosol zu stark gestört, bilden diverse Proteine zusammen mit der Procaspase 9 das Apoptosom -> Aktivierung der Caspase 9 (Initiator-Caspase)

3. Cytotoxische T-Zellen injizieren Granzyme und Perforine in die Zielzelle. Diese wirken verstärkend auf den intrinsischen Weg und führen auch davon unabhängig zur Aktivierung von Initiator-Caspasen

 

Ablauf:

-> Initiator-Caspasen lösen die Caspasenkaskade aus. Dies beinhaltet zum einen die Aktivierung von Effektor-Caspasen (Caspase 3, 6 und 7), zum anderen aber auch die rückgekoppelte verstärkte Aktivierung von den entsprechenden Initiator-Caspasen

-> Effektor-Caspasen bauen Lamin und Aktin ab, aktivieren auch sekundäre Zielproteine. Dies führt letztendlich zu folgenden Phänomenen: Bläschenbildung, Zellschrumpfen, Chromatin Kondensierung, Fragmentierung der chromosomalen DNA und Phagozytose der kleineren Apoptosekörpern


Ergebnis: gezielter Zelltod einer infizierten Zelle, ohne Schädigung von umliegendem Gewebe

 

Nekrose: pathologischer Untergang einzelner oder vieler Zellen bis zur Bildung von verschiedengroßen arealen abgestorbenen Gewebes

 

Auslöser: Toxine, bakterielle Infektion, Nährstoff- und Sauerstoffmangel, Radioaktivität

 

Ablauf: betroffene Zelle schwillt an, es kommt zu Defekten in der Plasmamembran und der Zellinhalt kann unkontrolliert in die Umgebung austreten

 

Ergebnis: Im umliegenden Gewebe kommt es zur Entzündungsreaktion und Fresszellen werden angelockt und diese lösen über TNF auch lokal Apoptose aus.

 

Autophagie: ein intrazellulärer Prozess, bei dem zelleigene Bestandteile (z.B.: fehlgefaltete Proteine oder beschädigte Organellen) abgebaut und recycelt

 

Auslöser:

- Ubiquitin-Signale (z.B.: auf defekten Zellorganellen, defekten Membranfragmenten, Bakterien innerhalb oder außerhalb beschädigter Vakuolen/Phagosomen)

- Autophagie-Protein Atg5

- Bakterien (z.B. S. aureus) können Autophagie induzieren

 

Ablauf:

1. Aktivierung der Autophagie

2. Bildung einer isolierenden, halbmondförmigen Membran um den gekennzeichneten, zytosolischen Zielinhalt

3. Bindung von Faktoren wie Atg- und LC3-Proteinen spielen eine wichtige Rolle

4. Wachstum einer Doppelmembran -> komplett umschließendes Autophagosom

5. Kann zur Fusion mit Endosom kommen -> Intermediäres Autophagosom

6. Lysosomale Fusion -> Autolysosom

 

Ergebnis: komplette Degradation der Zielbestandteile des Autolysosoms in kleinste Komponenten

76. Welche Rolle spielen Autophagy, Apoptose und Nekrose bei der Pathogenese bakterieller Infektionskrankheiten?

(Vorlesung 9, Folien 27-38)

Apoptose: dient der Verhinderung der Ausbreitung von intrazellulären Bakterien

-> einige intrazelluläre Bakterien haben Mechanismen entwickelt, um die Apoptose zu verhindern oder zu verzögern (z.B.: Chlamydia)

-> Einige Bakterien haben auch Mechanismen entwickelt, die die Apoptose induzieren, um dem Verdau in Makrophagen zu enkommen (z.B.: Yersinia)

 

Nekrose: kann ebenfalls durch einige Bakterien induziert werden (z.B.: Chlamydia) -> Dadurch können die Bakterien der Zelle entkommen und sich in neuen Wirtszellen verbreiten

 

Autophagie: 3 Autophagie-Arten:

1. Nicht-bakterielle Autophagie

-> richtet sich gegen bestimmte intrazelluläre Bestandteile, die aber auch durch Bakterieninvasion entstanden sein können (defekte Membranfragmente)

-> Diese können sowohl ubiquitinyliert, als auch nicht-ubiquitinyliert erkannt und autophagozytiert werden

-> Diese Art der Autophagie kann auch „autonomes Signaling“ aktivieren und die bakterielle Replikation beeinflussen

 

2. Antibakterielle Autophagie -> Xenophagie

-> ermöglicht den Abbau von intrazellulären Bakterien, die aus Vakuolen ausgebrochen sind oder sich in beschädigten Vakuolen befinden

-> Diese Bakterien werden unter anderem an Ubiquitin-Signalen erkannt und der Verdauung im Autolysosom zugeführt

-> erfolgreicher Abwehr der Zelle gegen diverse Bakterien (z.B.: Salmonella)

 

3. Pro-bakterielle Autophagie

-> einige Bakterien rekrutieren bestimmte Komponenten der Autophagie-Maschinerie, verhindern aber die Fusion mit Lysosomen und bilden auf diese Art eine replikative Nische in Autophagosom-ähnlichen Vakuolen (z.B.: S. aureus)

Author

Michael S.

Information

Last changed