Buffl

Baurecht: Offermann

CD
by Carina D.

Wie funktioniert ein selbstständiges Beweisverfahren?

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https://www.ag-warendorf.nrw.de/aufgaben/abteilungen/Zivilsachen/beweissicherung/index.php#:~:text=Das%20selbstst%C3%A4ndige%20Beweisverfahren%20(fr%C3%BCher%3A%20Beweissicherungsverfahren,Eilbed%C3%BCrftigkeit%20eine%20Beweissicherung%20zu%20gew%C3%A4hrleisten.

Das selbstständige Beweisverfahren (früher: Beweissicherungsverfahren) ist ein gerichtliches Verfahren, das dem Hauptsacheverfahren vorgeschaltet werden kann, um in Fällen der Eilbedürftigkeit eine Beweissicherung zu gewährleisten

Andernfalls könnte u. U. der Antragsteller befürchten, durch die lange Dauer des Hauptsacheverfahrens Beweismittel zu verlieren.

Das selbstständige Beweisverfahren dient der Prozessbeschleunigung, da es eine rasche Beweiserhebung ermöglicht.

Des Weiteren - da es auch ohne anhängigen Rechtsstreit durchgeführt werden kann - erleichtert es u. U. auch die außergerichtliche Einigung der Parteien und dient somit der Prozessökonomie.

Insbesondere bei der Feststellung von Baumängeln kann ein selbstständiges Beweissicherungsverfahren vorteilhaft sein, um einen umfangreichen und langwierigen Bauprozess zu vermeiden.

Im selbstständigen Beweisverfahren geht es nur um Tatsachenfeststellungen.

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  • Folge: Unterbrechung der Verjährung = nach Abschluss des Beweisverfahrens wird die Verjährungsfrist neu in Gang gesetzt => Hemmung der Verjährung

  • Gegenstand ist allein die Sicherung eines Beweises (nicht die Forderung)

    • als vorsorgliche Tatsachenfeststellung

    • Sachverständigengutachten in einem späteren Hauptverfahren (Hauptverfahren, um z. B. Geld zu bekommen)

  • Beweisantrag (Antrag an das Gericht, einen bestimmten Beweis zu erheben) ist zulässig, wenn

    • der Gegner zustimmt oder

    • zu befrüchten ist, dass das Beweismittel verloren oder seine Benutzung erschwert wird;

    • der Antragsteller hat ein rechtliches Interesse

  • Antrag: Beschreibung der Mängel des Bauwerks

    • früher: nur den tatsächlichen Stand

    • heute:

      • auch die Ursachen

      • auch Mängelbeseitigungsmaßnahmen und –kosten

  • Zuständigkeit

    • Prozessgericht oder zuständiges Gericht eines Hauptprozesses

    • in dringenden Fällen Amtsgericht der Zwangsbereitschaft

  • Auswahl des Sachverständigen

    • Antragsteller regt einen Sachverständigen an,

    • Gericht folgt diesem Vorschlag sofern der Gegner

      zustimmt (ansonsten Befangenheitsantrag)

  • Kosten = Kosten des Rechtsstreites (aber nur, wenn es einen Rechtsstreit gibt)

Welche Konfkliktlösungsmethoden gibt es?

Außergerichtliche Komfliktmethoden:

  • Mediation:

    • Von den Beteiligten wird selbst eine Lösung erarbeitet

    • Das Verfahren ist freiwillig und konsensorientiert.

    • Alle am Konflikt beteiligten Parteien nehmen auch am Verfahren teil.

    • Im Verfahren unterstützt der Mediator allparteilich die Konfliktparteien darin, gemeinsam in einer fairen Vorgehensweise eine Konsenslösung zu entwickeln.

    • Der Mediator ist für die fachgerechte konsensfördernde Leitung des Verfahrens zuständig. => Mediator soll für eine gute, gerechte Armosphäre sorgen => Mediator übernimmt Gesprächsführung

    • Den Abschluss einer Mediation bildet im Regelfall eine verbindliche, umsetzbare Vereinbarung zwischen den Parteien darüber, wie die Konfliktfrage geregelt wird.


    • Mediation ist eine strukturierte und systematische Form der Konfliktregelung, durch die ein professioneller Konfliktmanager, der Mediator, die von einem Konflikt Betroffenen und an einer einvernehmlichen Lösung Interessierten dabei unterstützt, zu einem gemeinsam verantworteten fall- und problemspezifischen Ergebnis zu gelangen. Es geht hierbei nicht vorrangig um einen Kompromiss, sondern um neue, kreative Problemlösungen

  • Adjudikation:

    • baubegleitende Schlichtung

    • Einstweilen bindende Regel auf der Baustelle (Während Planungs- und Bauphase)

    • Rasche, die Parteien vorläufig bindende Entscheidungen

    • Entscheidung kann bei Bedarf später durch ein Schiedsgericht oder staatliches Gericht überprüft werden

    • Vorteil: Stillstand auf der Baustellle (=> wäre teuer) wird vermieden

  • Schlichtung:

    • Lösung eines Konfliktes unter Anleitung eines neutralen Dritten

    • Ziel: endgültige Einigung

    • Schlichter mach einen Schlichtungsvorschlag (Schlichter redet vorher im Einzelgespräch mit den Parteien)

    • => Beide Seiten müssen dem Vorschag dann zustimmen

  • Schiedsgericht:

    • trifft anstelle eines ordentlichen Gerichtes eine Entscheidung zur Lösung des Konfliktes

    • Vorausssetzung: Beide vereinbaren im Vertrag “Wir gehen nicht zum Gericht” (sondern man geht zum Schiedsgericht)

    • Verfahrfen:

      • nicht öffenltich

      • Schiedsspruch hat die Wirkung eines rechtskräftigen gerichtlichen Urteils

      • verfahren ähnlich ie vor staatlichem Gericht, aber mit kürzeren Fristen und Teilung nach Themen

    • Vorteile:

      • engagierte und fachkompetente Schiedsrichter

      • in der Regel kürzer als vor Gericht

      • nicht öffentlich

      • bei hohem Streitwert günstiger

Gericht

  • Rechtsweg


Erklären Sie detailliert den Unterschied zwischen einer Bauhandwerkersicherung und einer Bauhandwerkerhypothek

Bauhandwerkersicherung:

  • Sicherheit ist eine Bankbürgschaft oder eine Auszahlungsgarantie bei der Bank => Sicherheit, das Geld möglichst auf jeden Fall zu bekommen und Mitarbeiter bezahlen zu können (nicht sicher)

  • kann jederzeit verlangt werden, also auch vor Beginn der Leistungserbringung (also vor Baubeginn) möglich (nicht sicher)

  • kann bis zur gesamten Höhe des voraussichtlichen Vergütungsanspruches verlangt werden

  • Vertrag kann gekündigt werden, wenn Sicherheit nicht erbracht wird

  • Vorteil: gute Sicherheit, gesamte Vergütung abgedeckt

  • Nachteil: Kosten von max. 2 % pro Jahr für Unternehmen

Bauhandwerkersicherungshypothek:

  • Sicherheit ist eine Eintragung des Unternehmers ins Grundbuch, also ein Teil des EIgentums am Grundstück, falls der Auftraggeber bspw. nicht zahlt. Hier gibt es also keine Sicherheit auf Zahlung, sondern man kann die Bauhandwerkersicherungshypothek lediglich als Druckmittel nutzen (nicht sicher)

  • Sicherheit nur in Höhe der bereits erbrachte Leistung, daher auch nicht jederzeit verlangbar, sondern erst nach Erbringen einer Leistung (oder eines Teils der Leistung) (nicht sicher)

  • Wird die Hypothek beantragt (z. B., weil Auftraggeber nicht zahlt) und hat der Antrag Erfolg, so erhält das Unternehmen einen Grudbucheintrag, d. h. einen Teil des Eigentums am Bauwerk

  • Vorteil: kostet nichts

  • Nachteil: es kann sehr lange dauern, bis es Geld gibt, nicht gesamte Vergütung abgedeckt


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Carina D.

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