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Fachkunde Buch Fragen

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by ve S.

Maßnahmen zur Förderung der Wurzelentwicklung

Pikieren (Vereinzeln) -> Platz für Wurzeln schaffen

Verpflanzen/Verschulen (Umpflanzen der Bäume) -> kompakterer Wurzelballen, Anregung der Bildung von Feinwurzeln/Adventivwurzeln zur besseren Wasser und Nährstoffaufnahme, leichteres Umpflanzen nach Verkauf

Umstechen (Abstechen der Wurzeln in einem bestimmten Radius) -> s. O. +U. (?)

Wurzelschnitt -> dauerhafte Umstellung auf ruhige Bäume; effektive Alternanzbrechung in Problemanlagen; Wiederherstellung des Gleichgewichtes mit moderatem Triebwachstum und regelmäßigem Blütenansatz; verbesserte Fruchtstabilität und Ausfärbung; Verminderung des Schnittaufwands (ca. 30 – 50 %)

[Wurzelschnitt empfehlenswert nur bei: starker Neutriebbildung von > 40cm – 50 cm in allen Teilen des Baumes; zu wenig Blüten- und Fruchtansatz; zu wüchsige Sorten – und Unterlagen; Kombinationen und Alternanzsorten; zu tiefe Veredlung oder zu tief gepflanzt; wüchsige Standortverhältnisse (feuchte, humose oder lehmige Böden, häufige Sommerniederschläge]

Anhäufeln -> zusätzliches Wurzelwachstum/-Bildung; weniger Beikräuter [durch mehr Erde???, Wasserhaushalt??? Mehr verdunstung? Mehr Wasser?)]

Nährstoffarme Wurzelsubstrate -> Wurzeln wachsen tiefer und breiter um sich nach den Nährstoffen zu strecken

Bewurzelungshormone (Pulver, Tabletten, wässerige Lösungen oder Gele auf Basis Kalilaugenneutralisierter Polyacrylsäure mit synthetischen Pflanzenhormonen) -> Anregung der Wurzel- und Kallusbildung; Verwendung bei vegetativer Vermehrung und oft nichtheimischer Pflanzen; !Eine Überdosierung führt zu Wurzelabbau und Absterben des Stecklings!

Welche unterschiedlichen Fangtechniken gibt es bei Insektivoren?

Klebfallenprinzip (bspw. Moorpflanzen wie Sonnentauarten Drosera, Gemeine Fettkraut Pinguicula vulgaris) -> auf den Blättern befinden sich Drüsenhaare die an den Spitzen eine klebrige Flüssigkeit absondern, an der die Insekten kleben bleiben und erstickt werden; durch ein Verdauungssekret wird das Insekt in eine Nährlösung umgewandelt und durch die Blätter aufgenommen. Evtl sterben die Blätter nach zwei- bis dreimaligem Fangen ab.

Klappfallenprinzip (bspw. Venusfliegenfalle Dionaea muscipula (Sumpfpflanze)) -> es befinden sich Berührungshärchen auf den Blättern, die bei Berührung die Blatthälften in sekundenschnell zusammen klappen lassen. Die Zähne an den Blatträndern greifen in einander und schließen luftdicht ab, so dass das Insekt erstickt. Ein Verdauungssekret zersetzt das Insekt und wird dann über die Blattoberfläche aufgenommen. Nach zwei- bis dreimaligem Fangen stirbt das Blatt ab.

Saugfallenprinzip (bspw Wasserschlauch Utricularia vulgaris (Wasserpflanze)) -> die Blätter bilden Bläschen mit einem Deckel, an dem Tasthaare sind. Durch Berührung springt der Deckel auf und das Wassertier wird durch den Sog in die Blase eingesaugt. Auch hier wird durch Enzyme das Insekt zersetzt und über die Blattfläche als Nährstoffe aufgenommen.

Gleitfallenprinzip ( Kannen- (Nepenthes) und Schlauchpflanzen (Sarracenia)) (Epiphyten, Sumpf- oder Moorpflanzen) -> durch Farben und Necktarbildung angelockte Tiere, gleiten auf glatten Rändern in die Kannen/Schläuche. Weiter verhindern nach unten gerichtete Haare und halboffene Deckel ein herauskriechen des Tieres. Ebenso wie das Verwässern des im inneren befindlichen Verdauungssekrets. Teils spinnen Spinnen ihre Netze an die Eingänge solcher Pflanzen um Beute zu fangen.

Was sind Aufgaben und Beispiele für Wurzelstöcke (Rhizomen), Zwiebeln, Ausläufer, Sprossknollen, Sprossranken, Sprossdornen, Stacheln und Windesprossen?

Rhizome (Wurzelstöcke) = in der Erde befindliche, verdickte und gestauchte, Sprossachsen; sie dienen zur Speicherung von Wasser und Assimilaten um Winter und Trockenzeiten zu überstehen, sowie der unterirdischen Fortpflanzung [Quecke, Maiglöckchen, Buschwindröschen, Rohrkolben, Seerose, Lampionblume, Spargel]

Zwiebeln = bestehend aus fleischig, verdickten Blättern (Zwiebelschalen), wobei die sehr gestauchte Sprossachse der Zwiebelboden ist; unterirdische Speicherorgane von Steppenpflanzen, angepasst an Regen- und Trockenzeiten; [vor allem Frühjahrsblüher wie Tulpen, Hyazinthen, Lilien, Märzbecher, Schneeglöckchen, Narzissen]

Ausläufer (Stolonen) = ober- oder unterirdische waagerecht wachsende Seitentriebe, mit stark verlängerten Internodien, an den Blattknoten bilden sich kleine selbstständige Pflänzchen; vegetative Vermehrung [Kartoffeln, Erdbeeren, Grünlilie, Kriech-Steinbrech]

Sprossknollen = unter- oder oberirdische Speicherorgane durch Stauchung und Verdickung von Abschnitten der Sprossachse [Kohlrabi, Radieschen, Rote Bete, Sellerie, Kartoffel, Alpenveilchen, Krokus]; in Teilen auch Umwandlung von Wurzel (Hypokotyl) und Sprossachse (Epikotyl) -> [Knollensellerie und Steckrübe]

Sprossranken = zu Ranken umgewandelte Sprosse als Kletterhilfe [Wilder Wein, Wein, Passionsblume], teils mit Haftscheiben um ohne Kletterhilfen ranken zu können [Arten von Wildem Wein]

Sprossdornen = zu Dornen umgewandelte Seitensprosse, den Blattchseln enspringend, mit dem Holz verwachsen; gegen Tierfraß und übermäßige Verdunstung (vor allem bei Pflanzen an trockenen Standorten) [Weißdorn, Sanddorn, Schlehe, Zierquitte, Zitrone]

Stacheln = Auswüchse der Epidermis (Oberhaut) und des darunter liegenden Rindengewebes bei Spreizklimmern, leicht zu Entfernen; Rankhilfen [Kletterrosen, Brombeeren]

Windesprossen = stark verlängerte Internodien die sich um Pflanzen oder Kletterhilfen herumwinden; Rankhilfe [Rechtswinder = Hopfen, Geißblatt; Linkswinder = Pfeifenwinde, Baumwürger, Stangen- oder Feuerbohne; Alleswinder = Schlingknöterich]

Was sind bekannte Alkaloide und wie wirken sie sich auf den Menschen aus?

Nikotin (Tabak) = cholinerges (auf Neurotransmitter wirkend) Nervengift zur Abwehr von Fressfeinden; synthetisch eingesetz als Insektizid -> wirkt erregend (geringer Dosierung) oder lähmend (mittlere Dosierung) auf das vegetative (unbewusste) Nervensystem und schädigt Vitalfunktionen (höherer Blutdruck und Stoffwechsel, Durchblutungsstörung in den Extremitäten,…)

Koffein (Kaffee, Tee) = psychotrope Substanz -> Anregung des Zentralen Nervensystems, Blutdrucksteigerung, Bronchialerweiternd, harntreibend, Anregung der Darmaktivität

Solanin (Kartoffel) = giftige Verbindung in Nachtschattengewächsen -> Veränderung der Mitochondrienmenbran -> Steigerung des Calziumgehaltes im Zytoplasma -> programmierter Zelltod (Apoptose)

Morphin (Schlafmohn) -> durch Andocken an Rezeptoren wird die Schmerzweiterleitung verhindert und das Schmerzempfinden gesenkt; hohe Abhängigkeit

Kokain (Kokastrauch) Wiederaufnahmehemmer von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin -> Stimulierend, euphorisierend, Lokalanästhetikum, Angstzustände, Paranoia

Strychnin (Brechnuss) -> Blockade von hemmenden Neurotransmittern im Nervensystem (hauptsächlich Rückenmark) -> Übereregung von Rückenmarksnerven -> Atemnot, Muskelzucken, Krämpfe

Colchicin (Herbszeitlose) Mitose-Hemmstoff -> führt zu teilweiser Chromosomenveränderungen bei der Zellteilung und Zelltod -> medikamentöse Anwendung bei autoinflammatorischen Krankheiten (Gicht…); Verwendung bei Obst- und Getreideanbau/Saatgut wird in Colchicinlösung eingeweicht (Ertragsteigerung)

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ve S.

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