Definition rheumatologischer Erkrankungen (normal und laut WHO)
normal: chronisch-entzündliche Systemerkrankungen, die sich am Bewegungsapparats und am Bindegewebe manifestieren
WHO: Erkrankungen des Bindegewebes und schmerzhafte Störungen des Bewegungsapparats
Ätiopathogenese
meist genetische Prädisposition
Häufig unbekannte Auslöser
Pathologische Aktivierung des Immunsystems gegen körpereigene Strukturen (Autoimmunerkrankung) mit Entwicklung einer chronischen Entzündung
Befall von Gelenken, Muskeln und Blutgefäßen -> gesamter Körper betroffen
In welche drei Strukturgruppen werden rheumatologische Erkrankungen unterteilt?
Gelenke (Arthritiden)
Bindegewebe (Kollagenosen)
Gefäße (primäre Vaskulitiden)
Welche Erkrankungen gehören zu den Arthritiden?
Rheumatoide Arthritis
Spondyloarthritiden:
ankylosierende Spondylitis (M. Bechterew),
reaktive Arthritis,
Psoriasis-Arthritis,
Enteropathische Arthritiden
Welche Erkrankungen gehören zu den Kollagenosen?
SLE (systemischer Lupus Erythematodes)
Systemische Sklerose
Polymyositis und Dermatomyositis
Sjögren-Syndrom
Mischkollagenosen
Welche Erkrankungen gehören zu den primären Vaskulitiden?
kleine Gefäße
ANCA-assoziiert:
Granulomatose mit Polyangiitis,
Mikroskopische Polyangiitis,
Eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis
Nicht ANCA-assoziiert:
Purpura-Schönlein-Henoch,
Essentielle Kryoglobulinämie,
Kutane leukozytoklastische Vaskulitis
Mittelgroße Gefäße:
Panarteriitis nodosa,
Kawasaki-Syndrom
Große Gefäße
Riesenzellarteriitis,
Takayashu-Arteriitis
Nenne mögliche Hinweise auf rheumatologische Erkrankungen
Haarausfall
Entzündungen des Gehirns
Aphten im Mund und Defekte der Mundschleimhaut
Entzündung der Hauptschlagader
Flüssigkeit im Rippenfell
Erhöhte Leberwerte und Leberentzündung
Weißwerden der Finger bei Kälte
Gelenkentzündung
Gefäßentzündung der Haut und Hauteinblutungen.
Entzündungen der Augen und trockene Augen
Blutiger Schnupfen und verstopfte Nase
Sterile Lungenentzündung und Lungenblutung
Entzündung des Herzmuskels und Flüssigkeit im Herzbeutel
Nierenentzündung
Trockene Vaginalschleimhaut und genitale Aphten
Taubheitsgefühl
Lähmungserscheinungen
Nervenschäden
Knöchelödeme
Man unterscheidet durch die internistische und orthopädische Rheumatologie was?
internistisch: Fokus auf den entzündlichen Prozessen
Also Befall innerer Organe
Orthopädische: nicht-entzündliche Vorgänge am Bewegungsapparat, z.B. Gelenk- oder Sponylarthrose
Merke: es können sekundäre Entzündungen in der Orthopädie durch Reizungen im Bereich von abgeriebenen Knorpeln oder Knochen entstehen
Charakteristika der rheumatoiden Arthritis
Im Vordergrund steht die chronisch-destruierende Syndovialitis. (Entzündung der Gelenkhaut)
Fakultativ extraartikuläre Manifestation
Charakteristika der Spondylarthritiden
chronisch-entzündlich Veränderungen am Achsenskelett, an den großen Gelenken und an den Sehnenansätzen (Enthesiopathien)
Zudem häufig Manifestation an Haut und Auge
Charakteristika von Kollagenosen
Chronische Entzündung des Bindegewebes, der quergestreiften Muskulatur und der Gefäße
Regelmäßige Mitbeteiligung von inneren Organen
Charakteristika von primären Vaskulitiden
chronisch-entzündliche Erkrankung der Gefäße;
Häufig Mitbeteiligung des Bewegungsapparats und innerer Organe
Symptomatik der rheumatologischen Erkrankungen
Gelenkschmerzen
Muskelschmerzen
Symptome außerhalb des Bewegungsapparats (v.a. Kollagenosen/Vaskulitiden)
Allgemeinsymptome
Cave: Schmerz im Bereich des Bewegungsapparat ist das “klassische” rheumatologische Leitsymptom
Was bedeutet Arthralgie?
Gelenkschmerz ohne (!) entzündliche Veränderungen - und damit auch ohne typische Zeichen einer Entzündung wie Schwellung oder Rötung des Gelenks
Was bedeutet Arthritis und in was unterscheidet man sie?
= Gelenkentzündung
Monoarthritis (1 Gelenk)
Oligoarthritis (2-4 Gelenke)
Polyarthritis (>4 Gelenke)
Wie sieht die typische klinische Konstellation für die Arthritis bei rheumatologischen Erkrankungen?
Überwärmung,
Schmerz,
Rötung,
Schwellung,
Funktionsstörung des betroffenen Gelenke
Befallsmuster reaktive Arthritis
Asymmetrischer Befall, insb. der Ileosakralfuge und der großen Gelenke
Befallsmuster bei einer rheumatoiden Arthritis
Seitengleicher Befall kleiner Gelenke
Befallsmuster der Psoriasis-Arthritis
Strahlenförmige Beteiligung einzelner Finger und der Befall der Fingerendgelenke (die bei der rheumatoiden Arthritis nie betroffen sind) bei insg. asymmetrischem Befall.
Es kommen auch ein Transversalbefall (eines der drei Finger- oder Zehengelenke ist an allen Fingern einer Hand bzw. Zehen eines Fußes befallen) und andere Muster vor.
Um welches Befallsmuster der Arthritis handelt es sich hier?
Reaktive Arthritis
Psoriasis Arthritis
Was sind Beispiele infektiöser Arthritiden?
durch bakterielle Errerger (septische/eitrige) Arthritiden
Virale Begleiterkrankungen (z.B. bei Hepatitis B und V, Parovirus B19)
Charakteristika von infektiösen Arthritiden, die durch bakterielle Erreger ausgelöst werden:
Erregernachweis im Gelenk
Meist vorangegangenes Trauma oder iatrogen
Was sind Beispiele für infektassoziierte Arthritiden?
Lyme-Arthritis
Rheumatisches Fieber
Charakteristika der Lyme-Arthritis
Zeckenbiss/Erythema chronicum migrans in der Anamnese
Häufig Monoarthritis des Kniegelenks
Positive Borrelien-Serologie
Charakteristika der reaktiven Arthritis
vorausgegangener Infekt des Gastrointestinale- bzw. Urogentialtrakts
Reiter-Trias (Oligoarthritis, Konjunktivitis/Iritis und Urethiasis)
Charakteristika des rheumatolischen Fieber
häufig Jugendliche
Jones-Kriterien (Saltatorische Oligoarthritis, Karditis, Chorea Minor, subkutane Knötchen, Erythema anulare rheumaticum)
Erhöhter ASL-Titer und Streptokokkeninfekt in der Anamnese
Was sind beispielhaft Erkrankungen, die der Arthritisform Arthritiden im Rahmen entzündlicher Symstemerkrankungen auftreten können?
Spondylarthritiden
Systemische Autoimmunopathien des Bindegewebes (Kollagenosen)
Vaskulitiden
Löfgren-Syndrom
symmetrische Polyarthritis
Rheumafaktor und CCP-Antikörper
Oligoarthritis
Sakroliitis und Spondylitis
Enthesiopathien
HLA-B27
Charakteristika der systemischen Autoimmunopathien (Kollagenosen)
nichtdestruierende Arthritis
“Bunte” Symptomatik der Grunderkrankung
Nachweis von ANA und weiterer Autoantikörper
Charakteristika der Vaskulitiden
nicht-destruierende Arthritis
ANCA-Nachweis
Charakteristika des Löfgren-Syndroms
Trias:
Erythema nodosum,
Sprunggelenksarthritis,
Bihiläre Lymphadenopathie
Fieber und ACE-Erhöhung
Nenne beispielhaft Erkrankungen, die zu den soffwechselbedingten Arthropathien gehören
Gichtarthropathien
Chrondrokalzinose (Pseudogicht)
Arthropathien im Rhamen einer Hämochromatose
Charakteristika der Gichtarthopathie
Podagra
Auslöser: fetthaltiges Essen oder Alkoholgenuss
Hyperurikämie
Häufig weitere Symptome eines metabolischen Syndroms
Charakteristika einer Chondrokalzinose (Pseudogicht)
häufig Monoarthritis
Nachweis von Kalziumpyrophosphatkristallen im Gelenkpunktat
Charakteristika von Arthropathien im Rahmen einer Hämochromatose
Befall von MCP-II und -III
Eisenablagerung in verschiedenen Organen mit entsprechenden Funktionsstörungen (z.B. Diabetes mellitus, Kardiomyopathie)
Erhöhtes Serumferritin
Beispiel einer degenerativen Gelenkerkrankung:
Aktivierte Arthrose
Charakteristika einer aktivierten Arthrose
höheres Alter
Häufig betroffen sind Knie- und Hüftgelenk
Typisch zu den Händen ist der Begall der DIP und des Daumensattelgelenks (Rhizarthrose)
Kein Rheumafaktor
Diagnose?
Gichtarthritis
Fachbegriff für Muskelschmerz
Myalgie
Was können Ursachen einer Myalgie sein?
Verspannungen (Myogelosen)
Verletzungen oder
Entzündung (Myositis) wie bei rheumatologischen Erkrankungen
Wofür steht die Abkärzung SLE?
Systemischer Lupus Erythematodes
Wofür steht die Abkürzung ASP?
Ankylosierende Spondylitis
Wofür steht die Abkürzung EGPA?
Unspezifische Allgemeinsymtpome der rheumatologischen Erkrankungen
Lymphadenopathie
Fieber
Nachtschweiß
Gewichtsverlust
Leistungsminderung
Was beinhaltet die Anamnese hinsichtlich rheumatoider Erkrankugnen?
ausführliche Schmerzanamnese
Dauer- und Ruheschmerz (v.a. Nachts)
Morgensteifigkeit
Linderung der Schmerzen durch Kälte
Frage nach Allgemeinsymptomen und Symptomen an deren Organen
Familienanamnese
Körperliche Untersuchung hinsichtlich rheumatoider Erkrankugnen
Erhebung eines kompletten Gelenkstatus, Untersuchung auf extraartikuläre Manifestationen:
Inspektion, Palpation
Messung des aktiven und passiven Bewegungsausmaßes nach der Neutral-Null-Methode
Befallsmuster
Auskultation von Herz und Lungen
BD-Messung an verschiedenen Stellen
Prüfung von Sehrvermögen, Sensorik, Motorik und Reflexstatus
Was sind Laborparameter die man bei V.a. rheumatologische Erkrankungen überprüfen sollte?
Allgemeine Entzündungsparameter
CRP, alpha2-Globuline
BSG
Thrombozyten
Leukozyten
Indirekte Entzündungszeichen
Eisen
Ferritin
Hb
Immundiagnostik
Screening auf Autoantikörper (Rheumafaktor, Anti-CCP, ANA, ANCA)
Genetische Marker
z.B. HLA-B27, HLA-DR4
Arthritis in der Bildgebung
konzentrisch (symmetrisch um einen Mittelpunkt)
Gelenkspaltverschmälerung
Weichteilschwellung
Gelenknahe Osteoporose
Konturdefekte (Erosionen, Usuren)
Ankylosierung (Versteifung) häufig,
Fehlstellung als Spätfolge
Arthrose in der Bildgebung
exzentrische (asymmetrische) Gelenkspaltverschmälerung
Subchondrale Sklerosierung
Osteophyten
Subchondrale (Geröll-) Zysten
Ankylosierung selten,
Fehlstellung ist meist Auslöser
Weitere apparative Diagnostik hinsichtlich rheumatoider Erkrankungen gibt es?
Arthrosonografie (Gelenkergrüsse, periartikuläre Weichteilschwellungen)
99mTechnetrium-Szintigrafie
CT, MRT und Angiografie
v.a. in der MRT Nachweis früher entzündlicher Veränderungen möglich
Nenne die hier sichtbaren Arthrose-Zeichen im Daumensattelgelenk
Geröllzysten
Randständige Osteophyten
Histologischer Aspekt einer Bursitis
Bursitiden (Schleimbeutelentzündungen) können im rahmen einer rehumatologischen Erkrankungen auftreten.
Typisch ist eine chronisch-entzündliche Genese ist die Einlagerung von “Reiskörnern” (Fibrinkonglomerate), die klinisch zu einer Schwellung führen.
Auch zur Diagnosesicherung bei Kollagenosen und Vaskulitiden wichtig
Medikamentöse Therapie einer Arthrose
im akuten Schub Entzündungshemmung zur Schmerzlinderung und Gewebeprotektion (NSAR und Steroide)
Langfristig aktivitätsadaptierte Suppression des Immunsystems durch Immunsuppressiva (je nach Erkrankung v.a. Methotrexat, Sulfasalazin und Biologika)
Supportive Therapie bei Rheuma
Verbesserung der Gelenkfunktion und Vermeidung von Muskelatrophien und Bewegungseinschränkung:
Physiotherapie
Physikalische Maßnahmen
Definition rheumataoide Arthritis
Chronisch-entzündliche Symstemerkrankung, die durch Synovialitis zu Arthritis, Bursitis und Tendovaginitis führt.
Häufig sind auch extraartikuläre Organmanifestationen.
Die Erkrankung verläuft schubweise progredient
Prävalenz der rheumatoiden Arthritis
Geschlechterverhältnis : ♀ > ♂ (3:1)
0,3-1% der Bevölkerung
Welche Formen der rheumatoiden Arthritis gibt es?
Seropositive RA
Typische Symptome einer RA + RF und/oder Anti-CCP-AK
Seronegative RA
Typische Symptome einer RA -> RF + Anti-CCP-AK nicht nachweisbar
LORA (Late onset Rheumatoide Arthritis)
Erstmanifestation im alter >60J
Tendenziell aggressiver Verlauf
ERA (early reumatoid Arthritis)
Innerhalb von 6 Monaten nach Symptombeginn diagnostizierte RA
Frühe Diagnosestellung erlaubt frühe Therapie und damit bessere Prognose
Äthiologie der rheumatoiden Arthritis
genetische Disposition
Assoziation mit HLA-DR4, HLA-DR1
Weitere Risikofaktoren
Rauchen
Übergewicht
Infektionen mit bestimmten Bakterien oder Viren (z.B. Parovirus B19)
Symptome der rheumatoiden Arthritis
Unspezifische Allgemeinsymptome: Abgeschlagenheit, Schwitzen, subfibrile Temperatur
Polyarthritis, ggf. Tendovaginitis, Bursitis:
Initial oft asymmetrische Manifestation, im Verlauf symmetrische Beteiligung der kleinen Gelenke
Bei Arthritis des Handgelenks -> Volarbeugung im Handgelenk
Karpaltunnelsyndrom
Sulcus-ulnaris-Syndrom
Baker-Zyste Kniekehle
Rheumaknoten (30%) im Bereich der Sehnen und subkutan, v.a. an den Streckseiten der Gelenke
Was passiert beim Karpaltunnelsyndrom? Diagnostik?
Einengung des N.medianus durch Synovitis der Sehnenscheiden unter dem Ligantum carpi transversum -> Hände schlafen nachts ein,
Taubheit 1-4.
Spätsymptom: Thenarathrophie
Diagnostik: Klinik, Sono, Nervengeschwindigkeit
Was passiert beim Sulcus-ulnaris-Syndrom?
Kompression des N. ulnaris bei Ellenbogengelenksarthritis (4./5. Finger betroffen -> Krallenhand)
Welche extraartikuläre Organmanifestationen bei der rheumatoiden Arthritis?
Herz: Perikarditis und Herzklappenveränderungen (ca. 30% meist asymptomatisch), Myokarditis
Lunge:
Gehäufte obstruktive Lungenerkrankungen
Pleuritis
Interstitielle Lungenerkrankungen. (UIP/NSIP)
Pulmonale Hypertonie
Leber: teilweise Transaminasenerhöhung
Nieren: fokale membranöse Glomerulonephritis (selten)
Augen: Keratoconjunctivitis sicca (sekundäres Sjögren-Syndrom), Episkleritis, Ulcus corneae
Gefäße: Rheumatoide Vaskulitis, Vaskulitis der Vasa nervorum (Polyneuropathie)
Komplikationen, die bei der rheumatoiden Arthritis entstehen können:
Funktionsverlust und Fehlstellung von Gelenken:
Schwanenhalsdeformität (Überstreckung Mittel- und Beugung im Endgelenk)
Knopflochdeformität (Beugestellung der Mittel sowie Überstreckung der Endgelenke)
Ulnare Deviation der Finger
Versteifung von Gelenken
NW von Medis
Sekundäre Amyloidose vom AA-Typ mit nephrotischem Syndrom und Entwicklung einer Niereninsuffizienz
Osteoporose
Kardiovaskuläres Risiko
Instabilität im Atlantoozipital- und Atlantoaxialgelenk bei bis zu 50%der Patienten nach langjährigem Verlauf
Symptome der atlantookzipitalen Instabilität
Was sieht man hier?
Schwanenhalsdeformität als Komplikationen der rheumatoiden Arthritis
Was ist hier zu sehen?
Knochenlochdeformität 5. Strahl sowie Ulnardeviation
Was ist hier abgebildet?
Mallet-Zehe
Hammerzehe
Krallenzehe
Welche Sonderformen der rheumatoiden Arthritis gibt es?
Caplan-Syndrom: Sonderform der RA + Silikose
Felty-Snydrom: schwere Veralufsform der RA : Hepatosplenomegalie, Lymphadenopathie, Granulozytopenie
Was versteht man unter dem Gaenslen-Zeichen?
Am häufigsten sind bei der rheumatoiden Arthritis die Hände befallen.
Typisches Zeichen der Entzündung der Fingergrundgelenke (Metakarpophalangealgelenk) ist der Schmerz seitlicher Kompression (Gaenslen-Zeichen).
Labordiagnostik der rheumatoiden Arthritis
Entzündungsparamter ↑ (CRP ↑, beschleunigte BSG, α2-Globulin ↑ & akute Phase Protein Ferritin ↑)
Leukozytose und Thrombozytose
Mikrozytäre Entzündungsanämie mit erniedrigtem Eisenspiegel
Immunologische Diagnostik
Molekularbiologische Bestimmung des Shared Epitope → Abschätzung der Prognose
Analyse der Synovialflüssigkeit
Cave: der klassische Rheumafaktor ist unspezifisch und lässt sich sowohl bei anderen Immunerkrankungen als auch bei chronischen Infektionen und sogar bei 5-10% der Gesunden nachweisen.
Apparative Diagnostik der rheumatoiden Diagnostik
im Frühstadium Arthosonografie zum Nachweis von Gelenkergüsen, Pannusgewebe und Erosionene sowie 99mTc-Szintigrafie zur Darstellung von Entzündungsherden
Kontrastmittel-MRT: weist Inflammation, Knorper- und Knochenerosionen bis zu 2 Jahre früher nach als die konventionelle Röntgenuntersuchung.
Das Röntgenbild beider Hände (dorsopalmare Aufnahme) oder der Füße ist zentral für die Beurteilung des Krankheitsprogresses
Hände bei rheumatoiden Arthritis
Der Gelenkspalt ist verschmälert, gelenknah bestehen osteoporotische Veränderungen (↑). Die Gelenkflächen der Interphalangealgelenke der beiden Daumen sind destruiert, rechts findet sich eine Subluxationsstellung. Eine Ulnardeviation ist insbesondere am rechten kleinen Finger.
Diagnostischer Algorithmus bei rheumatoider Arthritis
Labor
Diff.-BB
Entzündungsparameter: CRP, BSG
Spezifische Immunserologie: RF + ACPA (AK gegen cyclisch citrulliniertes Peptid)
Therapie der rheumatoiden Arthritis allgemein (nicht die Medis)
“Hit hard and early”: Einleitung einer frühen Behandlung mit DMARD (Disease modifying antirheumatic drugs), sobald die Diagnose gesichert ist
“Treat to target”: Ziel der Therapie: Besserung der Symptome, klinische Remission und Hemmung radiologischer Progession innerhalb von 3-6 Monaten, ansonsten Anpassung nicht notwendig
Composite-Score, z. B. Disease Activity Score 28 (DAS28), Simplified Disease Activity Index (SDAI) oder Clinical Disease Activity Index (CDAI)
Nicht-pharmakologische Maßnahmen b.B.: Physiotherapie, Ergotherpaie, orthopädische Einlagen und Schuhversorgung, Psychotherpaie, Diät (Omega-3-FS)
Medikamentöse Therapie einer rheumatoiden Arthritis
Glukokortikoide (in der Regel Prednisolon)
und Osteoporoseprophylaxe (Calcium + Vitamin D)
Basistherapie mit DMARD (disease modifying antirheumatic drugs)
Immunsuppressiva
MTX (Folsäureantagonist)
Keine Kombi mit NSAR
Mittel der Wahl in der Primärtherapie
Leflunomid (LEF)
Reservemedikation
Sulfasalazin
Bei leichtem nicht-erosivem Verlauf
Hydrochloroquin (Quensyl)
Bei leichtem Verlauf oder in Kombi mit anderen DMARDs
Biologicals
Anti-TNFalpha-Therapie
Infliximab
Adalimumab
Etanercept
Tocilizumab
Rituximab
Anakinra
Abatacept
JAK-Inhibitoren
Wie erfolgt die Lokaltherapie einer rheumatoiden Arthritis? Wann ist sie indiziert?
Indiziert bei mono- und oligoartikulärem Befall mit hoher Aktivität
Kutane Gabe von Steroiden oder intraartikuläre Steroidinjektionen, meist mit Triamcinolonhexacetonid
Radiosynoviorthese (=Verödung der Syndovia durch die Injektion von Radionukliden in das entzündete Gelenk)
Synovektomie
Sonstige Therapiemaßnahmen bei rheumatoiden Arthritis
Erfassen kardiovaskulärer Risikofaktoren
Rauchentwöhnung
Hautkrebsvorsorge
Screening auf NW der Therpaie
Impfungen
Verlauf und Prognose der rheumatoiden Arthritis
i.d.R. chronisch-progrendienter Verlauf
Abwechselnd Phase hoher Krankheitsaktivität (“akute Schübe”) und Remissionsphasen
In ca. 50% der Fälle nach 10 Jahren volle Erwerbsminderung, in schweren Fällen Frühinvalidität innerhalb kurzer Zeit
Was sind prognostisch ungünstige Faktoren im Hinblick auf Rheumatoide Arthritis?
früher und hochentzündlicher Befall zahlreicher Gelenke
Rheumatoide Vaskulitis
Massiv erhöhte Entzündungsparameter
Hochtitrige Rheumafaktoren oder Nachweis von anti-CCP-Antikörpern
Molekularbiologischer Nachweis des “Shared Epitope”
Frühzeitiger radiologischer Nachweis von Erosionen und Usuren
Niedriger sozioökonomischer Status
Nachweis von Rheumaknoten
Häufigkeit des adulten Morbus Still
Seltene Erkrankung
Ca. 5/100.000
m:w = 1:1
Ätiologie des adulten Morbus Still
Polygentische autoinflammatorische Erkrankung
Symptome des adulten Morbus Still
flüchtiges, kleinfleckiges makulopapulöses Exanthem an Rumpf und proximalen Extremitäten (oft nur im abendlichen Fieberschub sichtbar)
Fieberschübe >39°C mit Myalgie und Athralgie
Symmetrische Polyarthitis (insb. karpal)
Halsschmerzen, Splenomegalie, Lymphadenopathie, Polyserositis, Myokarditis
Komplikationen, die bei einem adulten Morbus Still Auftreten können
Makrophagen-aktivierungssyndrom
Gerinnungsaktivierung
Multiorganversagen
Diagnostik eines adulten Morbus Still
Leukozytose mit Neutrophilie
BSG erhöht
CRP erhöht
Ggf. Transminasen
ANA, RF, CCP-AK negativ
Therapie eines adulten Morbus Still
Glukokortikoide
MTX
Andere Immunseppressiva
Definition Spondylarthritiden
Gruppe chronisch entzündlicher Erkrankungen meist mit Beteiligung des Achsenskletts
Assoziation mit HLA B27
Fehlen von Rheumafaktoren
Leitsymptome bei Spondylarthritiden
Entzündliche Rückenschmerzen durch Sakroilititis uns WS-Befall (Spondylitis-/arthritis, Syndesmophyten)
Asymmetrische Oligoarthritis (häufig Kniegelenke befallen), Befall im Strahl (Wurstfinger, Daktylitis)
Entzündliche Enthesiopathien (Entzündungen der Sehnenansätze, Bänder)
Iritis oder Iridozyklitis
Andere extraartikuläre Manifestationen
Krankheitsentitäten bei Spondylarthritiden
axiale Spondylitis / ankylosierende Spondylitis (Morbus Bechterew)
Psoriasis-Arthritis
Enteropathische Arthritis
In welche beiden Untergruppen wird die ankylosierende Spondylitis eingeteilt?
Radiografisch axiale Spondylarthritis (r-axSpA; M. Bechterew)
Nicht-Radiografisch axiale Spondylarthritis (nr-axSpA)
Defintion einer Radiografisch axiale Spondylarthritis
Symtome der axSpA
Radiografisch sichtbare, entzündliche Veränderungen der WS bzw. des Ileosakralgelenks
Defintion nicht-Radiografisch axiale Spondylarthritis
Keine Radiografisch sichtbaren, entzündlichen Veränderungen der WS bzw. des Ileosakralgelenks
Jedoch meist nachweisbare Sakroilitis in der MRT
In 30% innerhalb von 10 Jahren auch radiologische Veränderungen sichtbar
Epidemiologische axiale Spondylitis
Prävalenz: 0,5%
Geschlecht:
♂ > ♀ (ca. 3:2) für r-axSpa,
♂ = ♀ für nr-axSpA
Krankheitsbedingt zwischen 10-30Lj.
Ätiologie der axialen Spondyllitis
HLA B27 (rund 90%)
Symptome der axSpA
Leitsymptom: entzündlicher Rückenschmerz
Sakroliitis: bes. nachts auftretende Kreuz/Gesäßschmerzen, Steifigkeit
Spondylitis: Schmerzen im thorakolumbalen Übergang
Zunehmende Bewegungseinschränkung der WS und des Thorax
Arthritis peripherer Gelenke (ca. 30% der Patienten)
Evtl. Brustschemrzen (Synchondritis der sternomanubrialen Synchondrose)
Entzündliche Enthesiopathien: schmerzhafte Entzündung der Sehnenansätze: Achillessehne, Plantaraponeurose, Sitzbein
Evtl. Uveitis anterior (ca.25%)
Psoriasis (9%), CED (7%)
Selten: Beteiligung innerer Organe (z.B. Aortenklappeninsuffizienz)
Komplikationen, die bei einer axSpA auftreten können
Versteifung der WS
Fixierte Kyphose
Selten: Amyloidose
Anamnese und körperliche Untersuchung hinsichtlich einer axSpa
Leitsymptom: chronischer Rückenschmerz, der nachts auftritt und sich nach Bewegung bessert
Körperliche Untersuchung
Positives Mennell-Zeichen
Finger-Boden-Abstand >10cm (eingeschränkte Beuge- und Streckfähigkeit der WS)
Ott-Maß: Verlängerung <2cm
Schober-Maß: Verlängerung <4cm
Differenz des Thoraxumfangs in In- und Expiration auf Höhe Th4-5: <6cm
HWS-Beweglichkeit: Tragus-Wand-Abstand >15cm
Kinn-Jugulum-Abstand: nicht möglich bei axSpA das Kinn zu berühren
Labordiagnostik der axSpA
BSG,
CRP
HLA-B27 positiv (90%)
Anti-CD74-AK
Bildgebung bei axSpA
MRT-WS / Ileosakrakgelenke / Becken: Goldstandard
-> v.a. für die frühe Erkrankungsphase, wenn die Ileosakralgelenke im Röntgenbild noch unauffällig sind
Höchste Sensitivität und Spezifität
Röntgen:
Zeichen der Sakroiliitis
Syndesmophten: Knochenspangen, die benachbarte Wirbel überbrücken
Spondylarthritis: knöcherne Ankylosierung der Intervertebralgelenke, Verkalkungen des Wirbelkörperbandapparats, im Endstadium Bambusrohrform der versteiften Wirbelsäule, Enthesiopathie mit ossifizierender Periostitis
Sakroliitis im Röntgenbild
Sakroliitis bds. mit Verschmälerungen des Gelenkspalts und partieller Ankylose entsprechend einem Stadium 3
Syndesmophyten bei ankylosierender Spondylitis
Röntgenbild der BWS in a.-p. und seitlicher Aufnahme.
Die Syndesmophyten sind beispielhaft mit Pfeilen markiert.
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