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7. Politische Parteien und Demokratie in Europa

JM
by Julia M.

kein Initiativrehct des Parlaments Bsp van der Leyen

Kein formales Initiativrecht

Das Europäische Parlament hat kein formales Initiativrecht, d.h. es kann keine Gesetze initiieren. Dieses Recht liegt ausschließlich bei der Europäischen Kommission:

  • Gesetzesvorschläge: Nur die Kommission kann offizielle Gesetzesvorschläge machen. Das Parlament kann zwar die Kommission auffordern, bestimmte Gesetzesvorschläge zu machen, hat aber keine Garantie, dass dies auch geschieht.

  • Kontrolle der Agenda: Dies gibt der Kommission eine zentrale Rolle bei der Bestimmung der legislativen Agenda der EU, was als Demokratiedefizit angesehen wird, da das direkt gewählte Parlament nicht dieselbe Macht hat.

Beispiel: Wahl von Ursula von der Leyen zur Kommissionspräsidentin

Die Wahl von Ursula von der Leyen zur Präsidentin der Europäischen Kommission im Jahr 2019 ist ein konkretes Beispiel, das diese Punkte illustriert:

  • Spitzenkandidatenprozess: Der Spitzenkandidatenprozess, der 2014 eingeführt wurde, sollte den Wahlprozess demokratischer machen, indem die Fraktionen im Europäischen Parlament vor der Wahl Kandidaten für den Kommissionspräsidenten benennen. Ursula von der Leyen war jedoch keine Spitzenkandidatin. Stattdessen wurde sie von den Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten vorgeschlagen und vom Parlament bestätigt, was die Macht der nationalen Regierungen unterstreicht.

  • Bestätigungsprozess: Ihre Bestätigung durch das Parlament war knapp, was zeigt, dass das Parlament zwar eine Rolle spielt, aber letztendlich die Mitgliedstaaten die entscheidende Macht haben.

  • Mangel an Transparenz und Demokratie: Kritiker argumentierten, dass der Prozess intransparent war und die Entscheidung nicht ausreichend durch die demokratisch gewählte Institution (das EP) beeinflusst wurde, sondern eher durch hinter den Kulissen getroffene Vereinbarungen der nationalen Führungen.


Argumente gegen Demokratiedefizit

  1. Majone = “EU als Regulierungsstaat” kein Wohlfahrtsstaat

    • Die EU braucht keine so starke demokratische Legitimation wie ein Wohlfahrtsstaat. (zieht keine Steuern ein; geringer Finanzspielraum)

    • Die EU hat vor allem ein Glaubwürdigkeitsproblem.

  2. Moravcsik = Liberaler Intergouvernementalismus

    • Mitgliedsstaaten haben die volle Kontrolle über den Integrationsprozess.

    • Regierungen sind selbst für ihren jeweiligen Bürger:innen verantwortlich.

  3. De Vries = Doppelte Absicherung = neben supranationaler Komponente (EP) gibt es auch die intergouvernementale elektorale Verbindung

    • Nationale Wahlen → Minister:innen im Rat → Elektorale Verantwortung

      ➢Europäische Themen sollten vor allem in nationalen Wahlen eine Rolle spielen, nicht in Wahlen zum Europäischen Parlament.



Elektorale Verantwortung in der EU

In der EU gibt es Herausforderungen hinsichtlich der elektoralen Verantwortung, da die Struktur und die Entscheidungsprozesse der EU komplexer sind als in einem Nationalstaat. Hier einige spezifische Punkte:

  1. Europäische Kommission: Die Mitglieder der Europäischen Kommission, einschließlich des Präsidenten, werden von den nationalen Regierungen vorgeschlagen und vom Europäischen Parlament bestätigt, aber sie sind nicht direkt von den europäischen Bürgern gewählt. Dies führt zu einer indirekteren Form der Rechenschaftspflicht.

  2. Rat der Europäischen Union: Der Rat besteht aus Ministern der Mitgliedstaaten, die in ihren Heimatländern gewählt wurden. Entscheidungen des Rates können also teilweise als Ausdruck nationaler Wahlen betrachtet werden, aber die Rechenschaftspflicht auf EU-Ebene ist weniger direkt.

  3. Europäisches Parlament: Das EP ist das einzige direkt gewählte Organ der EU, was ihm eine wichtige Rolle in der elektoralen Verantwortung gibt. Allerdings hat das Parlament nicht dieselbe Macht wie nationale Parlamente, insbesondere in Bezug auf die Exekutive.





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Julia M.

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