Wo findet man die wichtigsten Regelungen zum Mietrecht?
allgemeine Vorschriften: §§ 535–548BGB
Wohnraum: §§ 549–578 BGB
sonstige Mietverträge: §§ 578–580a BGB
Pachtverträge: §§ 581–584b BGB
Charakterisieren Sie den Begriff „ortsübliche Vergleichsmiete“ für Wohnungsmieten.
Welche Informationsquelle gibt es für ortsübliche Vergleichsmieten?
repräsentativer Querschnitt der Mieten für nicht preisgebundenen Wohnraum des allgemeinen Wohnungsmarktes vergleichbarer Art, Größe, Ausstattung, Beschaffenheit und Lage bei Mietverhältnissen, die innerhalb der letzten vier Jahre
Mietspiegel nach § 558c BGB, insbesondere qualifizierte Mietspiegel (die nach anerkannten statistischen Grundsätzen nachvollziehbar erstellt wurden)
Wann fällt eine Miethöhenvereinbarung unter das Wucherverbot und was verstehen Sie unter einer Mietpreisbremse?
Wucherverbot gemäß § 5 WiStG und § 291 StG
Mieten, die in Ausnutzung eines geringen Angebots an vergleichbaren Räumen die ortsübliche Vergleichsmiete um mehr als 20 % übersteigen
Mietpreisbremse: Wird ein Mietvertrag über Wohnraum abgeschlossen, der in einem Gebiet mit einem angespannten Wohnungsmarkt liegt, dann darf nach § 556d BGB die Miete zu Beginn des Mietverhältnisses die ortsübliche Vergleichsmiete höchstens um 10 % übersteigen
Unter welchen Voraussetzungen sind Mieterhöhungen für Wohnraum zulässig?
Welche Begrenzung gibt es für Mieterhöhungen bei Modernisierung?
Anhebungen bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete sind zulässig, wenn die Miete mindestens 15 Monate unverändert war und die Erhöhung innerhalb von drei Jahren nicht mehr als 20 % beträgt (Kappungsgrenze) oder
bei vereinbarten Staffelmieten, wenn die Miete mindestens ein Jahr jeweils unverändert bleibt
in einem Gebiet mit angespanntem Wohnungsmarkt ist die Mieterhöhung auf 15 % reduziert
Grenze der Mietanhebung bei Modernisierung: 11 % der für die Wohnung aufgewendeten Kosten pro Jahr
Welche Rolle spielt die Betriebskostenverordnung?
Definition der Betriebkosten in BetriebsKVO
gilt eigentlich nur für den preisgebundenen Wohnraum
muss deshalb bei Verwendung für andere Mietverhältnisse ausdrücklich zum Bestandteil des Mietvertrags gemacht werden
Erläutern Sie die Begriffe „Schönheitsreparaturen“ und „kleine Instandhaltungen“.
Unter welchen Voraussetzungen können diese Reparaturen dem Wohnungsmieter angelastet werden?
Schönheitsreparaturen und kleine Instandhaltungen können per Mietvertrag dem Mieter in Verantwortung gegeben werden
umfassen Tapezieren bzw. Streichen von Wänden, Decken, Fußböden (Grundreinigung der vom Vermieter verlegten Teppichböden), Heizkörpern, Fenstern, Innentüren und Außentüren von innen
Kleine Instandhaltungen betreffen das Beheben kleinerer Schäden an Installationsgegenständen für Elektrizität, Wasser, Gas, Heiz- und Kocheinrichtungen, Fenster- und Türverschlüssen
im MV muss Höchstbetrag pro Einzelreparatur und pro Jahr (gegenwärtig ca. 75 bis 125 € pro Einzelreparatur bzw. max. 8 % der Jahresmiete)
Stellen Sie Unterschiede im Mietrecht zwischen Wohn- und Geschäftsraum heraus.
Begrenzungen im Sinne des Mieterschutzes (insb. Kündigung, Mieterhöhung, Übernahme Instandhaltungskosten)
weitgehende Vertragsfreiheit
Abweichungen von den BGB-Regelungen müssen vertraglich vereinbart werden
Welche Prämissen sind nötig, damit Miete einschließlich Mehrwertsteuer gezahlt wird? Welche Vorteile ergeben sich daraus für den Vermieter?
Vermieter optiert zur Umsatzsteuer
Mieter verwendet Mieträrume ausschließlich für die Erzielung von Umsätzen, die Vorsteuerabzug nicht ausschließen
lohnt sich, wenn Vermieter z.B. die auf dem Kaufpreis lastende Umsatzsteuer über den Vorsteuerabzug erstattet bekommt
Was versteht man unter „Incentives“ im Rahmen von gewerblichen Mietverträgen?
In welchen Phasen der Entwicklung des Immobilienmarktes spielen sie eine Rolle?
Vergünstigungen, die der Vermieter dem Mieter in Abweichung von den üblichen Vertragsbedingungen gewährt
Mietergewinnung in Zeiten eines Flächenüberangebots
mietfreie Zeiten bei Mietbeginn, Mietminderungen, Mietzuschüsse oder auch Ausbaukostenzuschüsse
Charakterisieren Sie die unterschiedlichen Möglichkeiten der Wertsicherung in gewerblichen Mietverträgen. Was ist bei Preisklauseln zu beachten?
Wertsicherung muss im Mietvertrag vereinbart sein
bei Wertsicherungsklauseln sind preisrechtlich zulässige Leistungsvorbehalts-,
Spannungs- und Kostenelementeklauseln sowie Preisklauseln im Sinn des PrKG zu unterscheiden
Preisklauseln bewirken automatische Anpassung der Miete an einen Index, (z. B. VPI)
sind vom Preisklauselverbot ausgenommen, wenn
sie hinreichend bestimmt sind,
keinen Vertragspartner unangemessen benachteiligen,
ein in § 3 PrKG genannter Index vereinbart ist und
Bindung des Vermieters an den Mietvertrag mindestens zehn Jahre beträgt
Arbeiten Sie einige Besonderheiten von Pachtverträgen heraus.
Wer ist in der Regel für die Erhaltung des Inventars verantwortlich und wer trägt in der Regel die Gefahr des zufälligen Untergangs?
Gegenstand Pachtvertrag können Sachen, aber auch Rechte sein
zu Pachtgrundstück für gewerbliche Zwecke gehören auch Zubehör und Inventar, die dem Zweck der Ertragserzielung dienen
Erhaltung des Inventars obliegt dem Pächter
Gefahr des zufälligen Untergangs trägt der Verpächter
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