Vorlage
Krankheit:
Art:
Vorkommen:
Schadbild:
Lebensweise:
Befall:
Bekämpfung:
Nützlinge
Zu beachten:
Lagerkrankheiten:
Fruchtfäulen, Stippigkeit, Fleischbräune und Schalenbräune
Krankheit: Birnenschorf (Venturia pirina)
Art: Schlauchpilze (Ascomycota)
Vorkommen: -> nur Pyrus communis
-> viel häufiger als Zweiggrind als bei Apfelschorf!
an den Blättern verursacht der Birnenschorf samtartige, oliv-grüne, später braune, rundliche (Durchmesser 5-10 mm) Flecken
ausgiebigen Konidienbildung
an Blattadern und Blattstielen sind längliche Flecken
an den Früchten sind dunkelbraune bis schwarze Schorfflecken
Bei starkem Befall ist das Gewebe rissig und verkorkt
häufig unförmige Früchte
Spät befallene Früchte zeigen runde, dunkle, samtige Flecken mit wenigen Konidien
junge, neu gebildete Triebe werden ebenfalls befallen
braune bis schwarze Flecken, die sich später zu krebsartigen Geschwüren entwickeln
! -> Hier kann der Pilz auch überwintern und im Frühjahr Konidien bilden
überwintert hauptsächlich in abgefallenen, infizierten Birnenblättern
während der Wintermonate wachsen in den Blättern auf dem Boden die Pseudothecien mit den Asci und den Ascosporen
im Frühjahr werden bei günstigen Bedingungen – Regen oder starker Tau - ab Vegetationsbeginn die Ascosporen aus den Asci geschleudert und mit der Luftströmung oder durch Regen auf junge Blätter oder Früchte übertragen
Die ersten Ascosporen sind etwa beim Stadium „Knospenschwellen“ der Birne reif und zur Zeit der Blüte ist die Anzahl ausgeschleuderter Ascosporen am grössten
während der folgenden 6 – 8 Wochenkönnen weitere Sporen entlassen werden.
Überwinterung seltener auch als Myzel in Trieben
im Frühjahr werden an diesen Infektionsstellen Konidien gebildet, die Primärinfektionen an Blättern und Früchten auslösen können
Bei ausreichend langer Blattnässedauer keimen die Ascosporen und bilden Appressorien
eine Penetrationshyphe dringt durch die Kutikula (Wachsschicht) der Blätter und Laufhyphen wachsen zwischen Epidermis und Kutikula (parasitische Lebensphase)
In regelmässigen Abständen werden Hyphengeflechte (Stromata) gebildet aus denen sich Konidienträger entwickeln, welche die Kutikula durchbrechen und auf der Blattoberfläche Konidien bilden
der Erreger des Birnenschorfs dringt nicht in die Epidermiszellen oder in andere Zellen des Wirtes ein
Neu gebildete Konidien infizieren benachbarte junge Blätter und Früchte (Sekundärinfektionen)
mit Wind und Regen verbreitet
Während der Vegetationsperiode können mehrere Infektionszyklen vorkommen
Durch die Schorfinfektionen wird die Kutikula zerstört
Dies führt zu Wasserverlust und das Blatt fällt vorzeitig ab
Nach dem Blattfall beginnt erneut die saprophytische Phase des Schorfpilzes und das Pilzmyzel dringt ins Innere des Blattes
für das Ausschleudern der Ascosporen aus den Asci ist Regen oder starker Tau nötig
eine Infektion geschieht innerhalb eines Temperaturbereichs von 4 bis 28 °C (Optimum 20 °C)
Zusätzlich ist je nach Temperatur eine mehr oder weniger lang anhaltende Blattnässe nötig
Ascosporen und Konidien brauchen bei einer Temperatur von 15-25 °C eine minimale Blattnässedauer von 9-11 Stunden
Bei kühleren Temperaturen muss sie für eine erfolgreiche Infektion noch länger dauern
Die ersten Symptome erscheinen 2-3 Wochen nach der Infektion
je nach Temperatur und Alter der Blätter oder Früchte dauert die Inkubationszeit aber länger
Junge Blätter und Früchte sind anfälliger als alte
Letztere werden aber trotzdem befallen, falls die Nässeperiode länger dauert
robuste und wenig anfällige Sorten wählen
wenig anfällig: Trévoux, Guyot, Harrow Sweet, Conférence und Concorde
mittel anfällig: Kaiser Alexander, Packhams, Pierre Corneille, Williams
stark anfällig: Hardy und Gute Luise
Falllaub entfernen
Laubsauger
Verrottung fördern -> Harnstoffgabe auf den Boden; häckseln, mulchen, einfräsen
-> Die Beseitigung des Laubes vermindert die Menge Ascosporen, die im Frühjahr Primärinfektionen auslösen können
Baumkrone auslichten, dadurch wird die Blattnässedauer reduziert.
Angepasste Düngung: vor allem nicht zuviel Stickstoffdüngung
Direkte Massnahmen im Biolandbau:
Anwendungen von Kupferpräparaten, Schwefel oder Schwefelkalk sind zugelassen
-> ! keine Schwefelanwendungen ab Beginn der Blüte, da Birne darauf schlecht reagiert !
Konventioneller Anbau:
Frostschäden
Blatt- und Blütenknospenschäden
verzögerter Austrieb
keine Blüte
Rindenschäden
Wachstumsstörung
Kambiumschäden an Stamm und Zweigen
starke Wachstumsstörung bis Absterben der darüberliegenden Partien
Neuaustrieb darunter
Wurzelschaden
schlechter Austrieb
evtl Absterben der Pflanze nach dem Austrieb
Frosttrocknis
-> Wassermangel durch Transpiration aber gefrorenem Boden (kein Wasser verfügbar)
evtl Absterben nach Austrieb
evtl Neuaustrieb
Frostrisse
Gefahr von sekundärer Infektion
Spätfrost an Blüten, Blättern oder Früchten
Ertragseinbußen
Gefahr von Alternanz
gestörte Photosynthese bei Blattschaden
Frostringe/-zungen an Früchten
Eisenmangel
-> eine häufige Ursache liegt an einem hohen Kalkgehalt (nasse Böden mit mehr als 20% Calciumcarbonat oder Calcium-Magnesiumcarbonat)
Chlorosen zuerst an jungen Langtrieben
Blattadern bleiben grün!
bei starkem Mangel auch an älteren Trieben
Eingeschränktes Trieb- und Blattwachstum
bei anhaltendem Mangel sterben Triebe und Äste von der Spitze her ab
gestörte Fruchtbarkeit mit oft stark geröteten Früchten
-> Anfälligkeit von viel zu weniger:
Pfirsich, Süßkirsche, Pflaume, Aprikose, Apfel, Sauerkirsche
Birnen auf Quittenunterlagen sind anfälliger als auf Sämlingen
bei Beeren reagieren Brombeere, Himbeere udn Erdbeere empfindlich
(Alters-)Fleischbräune
Stippigkeit
Stickstoffüberschuß
Magnesiummangel
!-> Magnesiummangel ist bei Obst häufiger als Mangel durch Hauptnährstoffe!
senkt die Photosyntheseleistung
hemmt den Kohlenhydrattransport von Blatt zu Frucht und Wurzel
es kommt zur Anreicherung von Stärke und Zucker in den Blättern
verringertes Wurzelwachstum
hemmt Dickenwachstum
bei starkem Mangel:
kleine, blasse, weiche Früchte mit fadem Geschmack
nachlassender Ertrag
-> sichtbare Mangelerscheinungen ab Juni
ovale Aufhellungen des Blattgrüns zwischen den Blattadern
aber auch rundliche, unregelmäßig verteilte nekrotische Blattflecken
besonders bei der Sorte Cox Orange -> Coxflecken
chlorotisches Gewebe stirbt bei heißen Temperaturen oft in wenigen Stunden ab (Nekrose)
Mangelsymptome fangen von der Triebbasis an zu den Triebspitzen
geschädigte Blätter fallen allgemein leicht ab -> Triebe verkahlen
besonders empfindlich ist Apfel, Süßkirschen und Schwarze Johannisbeere
Walnussfruchtfliege
Rhagoletis completa
Familie: Bohrfliegen - Tephritidae
Art: Insekt - Fliege
Herkunft: Nordamerika, seit Ende 80er in der Schweiz, danach Italien, Slowenien, Kroatien; 2004 zuerst in Deutschland/Freiburg, von dort am Rhein entlang bis nach Hessen und Köln; 2007 in Frankreich; 2013 Berlin-Brandenburg;
Vorkommen: Juglandaceae (Walnußgewächsen)
-> in Nordamerika Schwarznuss und Kalifornische Walnuss (Juglans californica)
-> in Europa Juglans regia, selten Prunus persica
Merkmale:
-> Fliegen 8-10mm, gelblichen bis weißlichen Körper mit bräunlichen Streifen, Flügel sind durchsichtig und gezeichnet mit drei schwarzen Binden -> Mimikry Springspinne
->Larven 8–10 Millimetern, einen Durchmesser von 2–2,5mm und haben einen gelblich-weiß gefärbten Körper mit schwarzen Mundwerkzeugen
Die Weibchen der Walnussfruchtfliege legen insgesamt bis zu 400 Eier und je Nuss bis zu 15 Eier als Gelege unterhalb der Epidermis unreifer Nüsse ab. Zusätzlich geben sie nach der Eiablage ein Pheromon ab, das als Kennzeichnung für andere Weibchen dient. Nach etwa 5 Tagen schlüpfen die gelblichen Larven. Für 3-5 Wochen fressen sie im Fruchtfleisch der Walnuss (der grünen Schale über der Nuss). Danach verlassen die jetzt madenartigen Tiere die Walnüsse, lassen sich zu Boden fallen und graben sich einige Zentimeter tief in den Erdboden ein, wo sie sich verpuppen und überwintern. Die meisten Fliegen schlüpfen von Juli bis September des nächsten Jahres – einige verbleiben auch für zwei oder mehrere Jahre im Boden.
Das Fruchtfleisch der befallenen Nüsse beginnt durch die Fraßtätigkeit der Larven zu faulen und sich schwarz zu verfärben – wobei es eine weiche Konsistenz annimmt oder auch bisweilen antrocknet.
Je später der Befall erfolgt, umso besser kann sich die Nuss entwickeln. Allerdings lässt sich das Fruchtfleisch kaum vollständig entfernen, weshalb ein Verzehr unattraktiv wird. Zudem ist die Lagerfähigkeit der Nüsse eingeschränkt.
seit 2015 erhebliche Ernteausfälle in Deutschland
es sind in der Regel bis zu 3/4 des Ertrags eines Baumes betroffen
Chemisch:
Handelsbezeichnung
Zul.-Nr.
Zul.-Ende
Wirkstoff
Wirkungsbereich
Mit mindestens einer Anwendung in/für:
Mittel mit geringem Risiko
HuK
Erwerbsanbau
Berufliche Anwender
Nichtberufliche Anwender
Basamid Granulat
00A117-00
31.08.27
Dazomet
Fungizid, Herbizid, Insektizid, Nematizid
Nein
Ja
Danjiri
005655-60
28.02.27
Acetamiprid
Insektizid
Mospilan SG
005655-00
Mechanisch:
Entfernen befallener Früchte -> Restmüll oder Verbrennen, nicht Kompost!
Abdeckung des Bodens vor der Zeit des Schlupfes der Fliegen (MItte Juni) um das Fliegen zu verhindern oder vor dem Fruchtfall im Sommer/Herbst (ca. Ende August bis Mitte Anfang/Mitte Oktober), damit die Larven nicht zur Verpuppung bzw. Überwinterung in den Boden gelangen können
Aufhängen von Gelbtafeln (mit Lockstoff bspw Ammoniak oder Pheromonen) in der Flugzeit der Insekten (Anfang Juli bis August) um Befallsdichte anzuzeigen und evtl Verringern der Populationsdichte(?)
Hühner gegen die im Boden überwinternden Larven
es gibt Studien zum Einsatz von Nematoden der Art Steinernema carpocapsae und Heterorhabditis bacteriophora. Nematoden sind jedoch teuer und das Gelingen hängt von vielen Faktoren ab, wie Bodenfeuchtigkeit, Temperatur, Bodentyp und Timing.
Stickstoffmangel -> chlorotische ältere Blätter mit chlorotischen Blattadern
Gelbe bis bronzefarbene weisen auf starken Stickstoffmangel hin
!-> kann aber auch auf vernässte, kalte Böden hinweisen!
mäßiger Wuchs
dünne Triebe
kleine, gelblich-grüne Blätter
kleine, festfleischige und intensiv gefärbte Früchte
fördert Alternanz
(Stickstoff ist der Wachstumsmotor für die Pflanze. Bei einem Mangel ist die Pflanze insgesamt im Wachstum kleiner, die neuen Blätter sind ebenfalls klein und eher blassgrün. Die älteren Blätter werden chlorotisch (=gelb))
Kaliummangel
an älteren Blättern
zuerst Chlorosen und dann Nekrosen vom Blattrand und Blattspitze aus
Blätter bleiben am Baum
Kaliumarme Bäume sind trockenheits- (eingerollte Blätter) und frostanfälliger
(Bei Tomaten ist der sogenannte Grünkragen ebenfalls auf Kaliummangel zurückzuführen)
Magnesiummangel ist neben Eisenmangel einer der am häufigsten auftretenden Nährstoffmängel. Die Symptome zeigen sich zuerst an den älteren Blättern, die chlorotisch werden. Allerdings bleibt der Bereich rund um die Blattadern grün.
Eisenmangel fängt bei den jungen Blättern an. Dadurch lässt er sich vom Magnesiummangel unterscheiden, der bei den älteren Blättern beginnt. Die Blätter werden ebenfalls gelb. Die Blattadern sind grün und scharf abgegrenzt. Eisenmangel tritt häufig auf und ist in den meisten Fällen auf einen zu hohen pH-Wert zurückzuführen.
Calciummangel ist vor allem bei Kernobst (Äpfel) und bei Tomaten bekannt. Beim Apfel führt er zur Stippigkeit, welche sich in bräunlichen Verfärbungen des Fruchtfleisches zeigt. Bei Tomaten verursacht Calciummangel die sogenannte Blütenendfäule.
Grauschimmel-Fruchtfäule
Botrytis cinerea
Art: Schimmelpilz
Gartenerdbeere (Fragaria x Ananassa) <- relevantester pilzliche Schädling im Anbau
Weinrebe (vitis vinifera)
Wie alle Botrytis-Arten lebt der Grauschimmelpilz als Parasit, dabei induziert sie die Apoptose der befallenen Zellen im befallenen Gewebe der infizierten Pflanzen. Dies führt zum fortschreitenden Zerfall des Gewebes (Fäule). Bei jungen Trauben wirkt sich der Befall dabei necrotroph aus, bei älteren Trauben dagegen biotroph – der Parasit erzeugt Löcher in der Beerenhaut, sodass Wasser verdunstet und die Zuckerkonzentration ansteigt. Alle anderen Arten der Gattung sind dabei auf einen oder wenige Wirte spezialisiert, nur die Grauschimmelfäule kann als Generalist mehr als 235 Wirtspflanzen befallen.
Die Art kann sich sexuell fortpflanzen, tut dies aber nur sehr selten. Die Konidien werden über den Wind verbreitet. Die Pilze überwintern als Mycel im Boden innerhalb der faulenden Pflanze, oder bei generativer Vermehrung als Sklerotien
Gartenerdbeere
-> je nach Niederschlag und Temperatur zur Blütezeit und Ernte
Schadbild: verbräunte Stellen an unreifer Frucht -> Frucht wird weich und bekommt grauen Pilzrasen;
Befall: Hauptinfektion wärend der Blüte, Spätinfektion der Kelchblätter nach der Blüte bei feuchter Witterung möglich; Überwinterung an Pflanzeresten (Blattstiele, Fruchtmumien); beste Keimbedingungen für Sporen bei 15-20° und hoher Luftfeuchtigkeit
Vorbeugende Maßnahme:
nicht übermäßig Stickstoff zu düngen (max. 40–80 kg/ha)
Stroheinlage kurz vor Blühbeginn
Entfernen von altem Laub und befallenen Früchten
Verzicht auf mehrjährige Anlagen
Sortenwahl;
Fungizide bei Blühbeginn
Blattnässe durch Tröpfchen- statt Überkronenbewässerung zu verringern
Weinrebe
Lederbeerenfäule (Phytophthora cactorum)
Vorkommen: Gartenerdbeere (Fragaria x Ananassa),
Gartenerdbeere (Fragaria x Ananassa)
-> verdichtete Böden, regnerisches Wetter, zur Zeit der Fruchtentwicklung können zu Fruchtfäule und/oder Rhizomfäule führen
Schadbild: übliche Infektion unreifer Früchte führt zu Braunfärbung und gummi-/lederartigen Substanz; bei eher seltener Infektion kurz vor Ernte entstehen wässrig-weiche Stellen; befallene Früchte färben sich milchig-weiß bis blassrosa, lila oder blauviolett, Gefäßbündel bräunen sich; Früchte schmecken bitter
Befall: Infektion über Sporen und vegetative Dauerkörper im Boden, die durch heftige Niederschläge an die Früchte gelangen können; weitere Ausbreitung bei anhaltenden Niederschlägen und hohen Temperaturen an bodennahen Früchten
Bekämpfung: Strohunterlage kurz vor Blühbeginn; Folienkultur
Rhizomfäule (Phytophthora cactorum)
[Rhizom = unterirdisch oder dicht über dem Boden wachsendes Sprossachsensystem]
Vorkommen: Gartenerdbeere (Fragaria x Ananassa)
-> vorwiegend bei langjährig genutzten Erdbeerflächen
Gewächshausmottenschildlaus / Weiße Fliege (Trialeurodes vaporariorum)
Art: Mottenschildlaus; Fam. Aleyrodidae
Schlupfwespe (Encarsia formosa)
(Auch Trichogramma brassicae)
Nützling
Vorgehen:
Gemeine/Grüne Florfliege (Chrysoperla carnea)
Adulte: ca 1,5cm; grün
Larve: 1,5 - 8mm; weiß-braun
Puppe: 3 - 4mm; kugelig
Adultes Weibchen legt bis 700 Eier in 2 Monate Leben
Eier 3-10 Tage
Larve hat drei Stadien
Puppe 5-10 Tage
Nur die Larven saugen Insekten, Spinnentiere, deren Larven und Eier aus
-> sehr breites Fraßspektrum
Thripse (hauptsächlich die wenig bewegenden Stadien)
Schmierläuse (alle Stadien)
Weiße Fliege (Nymphen
Blattläuse (bis zu 20 Läuse/Tag)
Spinnmilben (Eier und adulte Tiere)
zu beachten:
Larven sind kannibalisch und müssen in Waben ausgebracht werden, um sie von einander zu trennen
Krankheit: Apfelschorf (Venturia inequalis)
Vorkommen: Apfel (Malus domestica) + humide Klimagebiete
-> bedeutendste Krankheit im Kernobstanbau
bis zu 2/3 aller Applikationen werden gegen Schorf verwendet
Resistenzentwicklung des Pilzes
gerade bei monoresistenten Züchtungen gibt es Durchbrüche und
-> tritt an Laub- und Blütenblättern, Früchten auf; selten an grünen Trieben und Knospen
oft schon kurz nach dem Austrieb auf den Blattoberseiten runde samtartige, olivgrüne bis dunkelbraune Flecken
zum Sommer hin dehnen sie sich weiter aus (auch Unterseite) und trocknen ein, wodurch sich das Blatt wellig deformiert
am Rand bleibt häufig ein schwarzes Myzel aktiv
der Baum stößt die Blätter vorzeitig ab und steht mitunter im August fast nackt da
auch auf den heranwachsenden Früchten treten dunkle Flecken auf, die oft von einem silbrig-weißen Rand umgeben sind
Schale verkorkt an diesen Stellen, wächst nicht mehr mit, und wird rissig,
Fruchtfleisch sinkt ein
deformierte Früchte bei starkem Frühbefall
fallen teilweise vorzeitig ab
Spätschorf macht sich meist erst als Lagerschorf bemerktbar
später Befall (6 Wochen vor der Ernte)
häufig nur kleine punktförmige, schwarze Befallstellen auf den Früchten
als Flächenschorf auf den Blättern
seltener Befall an Knospen und Zweigen
olivegrüne bis graue Flecken an Knospenschuppen
Pusteln oder Zweiggrind an Trieben (bspw Cox Orange, Gloster)
braunschwarzer krustenartiger, mehrere Zentimeter langer, Überzug bei starkem Vorjahresbefall
!Äpfel sind noch essbar, nur nicht mehr so lange lagerfähig!
-> frühzeitiger Blattfall schwächt den Baum und reduziert den Fruchtansatz im Folgejahr
Lebensweise/Befall:
Überwinterung und primäre Infektion:
Venturia inaequalis überwintert saprophytisch im Falllaub auf dem Boden
-> selten auch an den Zweigen (bei starkem Befall im Vorjahr), was zu frühzeitiger Infektion über Konidien führt
hier entwickeln sich in den Früchtkörper (Pseudothezien) die geschlechtlich gebildeten Ascosporen
zur Apfelblüte werden die Sporen ausgeschleudert (ca 3cm über dem Boden) und vom Wind weitergetragen
-> die Intensität des Ascosporenausstoßes hängt von der Belichtungsstärke ab
bei Dunkelheit werden nur 5% der Sporen ausgeschleudert
der Ascosporenaustoß ist um die Blüte am stärksten und endet je nach Region zwischen Ende Mai und Mitte Juni
Keimung und sekundäre Infektion:
nach Niederschlägen keimen die Ascosporen auf den jungen Blättern
sobald Konidien oder Ascosporen auf grüne Pflanzenteile treffen, bilden sie abhängig von Feuchte und Temperatur einen in die Pflanze eindringenden Keimschlauch aus
das Myzel bettet sich ins Gewebe ein
-> parasitische Nebenfruchtform Spilocaea pomi
nach 8-20 Tagen Inkubationszeit bilden sich Konidien und der Pilz wird als runde Flecken sichtbar
-> Konidien bilden sich bis zum Blattfall (abnehmender) und werden jederzeit (unabhängig der Belichtung) verbreitet
die Verbreitung findet innerhalb eines Baumes statt, weniger zwischen Baumreihen
Infektionsbedingungen:
-> relevant sind Temperatur, relative Luftfeuchte (rF) udn Sonneneinstrahlung
vor allem Infektion bei hoher Luftfeuchtigkeit und wenn die Blätter lange Zeit nicht abtrocknen
nur feuchte Pflanzenorgane können infiziert werden
wenn die Blätter vor Infektionsabschluß abtrocknen kann die Infektion unterbrochen werden
-> Angaben:
bei rF 90% = 16h Mindesttrockendauer (Mtd)
bei rF <90% = 12h Mtd
bei rF <70% + Sonnenschein + warm = 8-10h Mtd
Vorbeugende Maßnahmen ->
schorfresistente Sortenwahl (bspw. Topaz, Santana, Rubinola (?))
licht- und Luftdurchlässige Baumreihen für kurze Benetzungdauer
Beschleunigung Falllaubabbau -> Reduktion der Pseudothezien-Entwicklung
Erhalt/Förderung von Bodenleben
Vinasse/Harnstoff für Laubabfall bzw kurz danach
Kalkstickstoff (max. 2,0 dt/ha) vor dem Austrieb zur Verätzung des Schorf-Fruchtkörpers
Harnstoff (5%) auf den Boden zur Verringerung der Ascosporen
ruhig wachsender Baum mit frühem Triebabschluß (Unterlage, Schnitt, Wurzelschnitt, angepasste Stickstoffdüngung) zur Verkürzung des Ansteckungszeitraums über hochanfällige Pflanzenteile und reduzierte oder gar vermiedene Bildung von “Winterkonidien”
Direktmaßnahmen
Fungizide
-> zum Erhalt der Schorfresistenz minimiertes Spritzprogramm mit ca 4-6 Applikationen in der primären Phase/Blütezeitraum
-> computergestütze Prognosesimulationsprogramme nutzen bspw RIMpro
Einsatzart:
vorbeugendes Kontaktfungizid zum Knospenaufbruch
gegen Infektion überwinternder Konidien am Baum
vorbeugende Behandlung vor prognostizierten Infektionsereignissen
kurative Applikation nach Infektionsereignissen
nach dem Ascosporenflug können Spritzabstände ausgedehnt werden solange kein Schorfbefall da ist
vorrangig dann Mittel gegen Fruchtfäule und Schorf
bei Schorfbefall Spritzabstände nicht über 10 Tage (je nach Infektionsbedingungen)
Mittel:
Sterolsynthesehemmer (bspw. Score, Belanty) -> nicht mehr als 2 Andwenungen/Saison wegen Resistenzen; in Mischung mit Kontaktfungiziden empfohlen
Azole und Anilinopyrimidine (bspw. Chorus, Scala) -> kurativ (bis zu 24h); unzureichende Wirkung gegen Fruchtschorf -> daher nur bis Ende der Blütezeit; max 2-3 Anwendungen/Saison
problemtisch: wirken in manchen Anbaugebieten nicht mehr!
vorbeugende Belags-/Kontaktfungizide: Dithianon-, Captan-, Kupfer-, oder Schwefelpräparate
!-> maximale Wirkungsdauer von 3 Tagen (hohe Sporenzahl, hohe Pflanzenzuwachsrate) bis 7 Tagen (niedrige Temperaturen, gerineg Pflanzenzuwachsrate)
zwischenzeitliche Niederschläge über 25mm verringern die Wirkdauer noch
Kupfer aufgrund phytotoxischer Reaktion nur zum Austrieb anwenden
Schwefel kann bei hoher Strahlungsintensität zu Schäden an den Früchten führen
Achtung in den Sommermonaten
Schwefelkalk auf das nasse Blatt appliziert ist sehr wirksam
Dodine- und strobilurinhaltige Präparate zur vorbeugenden Behandlung
problematisch: es wurden schon Resistenzen gegen diese Mittel nachgewiesen!
-> zur Resistenzvermeidung können Fungizide kombiniert werden!
Gibellerine mindern die Berostungsgefahr
Was kann man tun? Wegen des ähnlichen Lebensrhythmus der Erreger greifen die gleichen Vorbeugemaßnahmen wie bei der Blattfleckenkrankheit: Halten Sie die Krone durch den Winterschnitt stets offen und luftig. Entfernen Sie Falllaub vor dem Austrieb und unterstützen Sie dessen Zersetzung, z. B. auch durch Gießen mit Brennnesseljauche im März. Wer will, kann kleinere Bäume zur Pflanzenstärkung im Frühjahr mit Schachtelhalmbrühe spritzen. Bei Neuanpflanzungen schorftolerante Sorten wählen, wie ‘Topaz’, ‘Retina’, ‘Florina’.
Birnenpockenmilbe
(Eriophyes pyri)
-blasenartige Pocken n den Blättern, zunächst grünlich bis leicht rötlich gefärbt, später dunkelbraun und Eintrocknung
-Blattkräuselung
-seltener Schäden an den Früchten
-Birnen
-0,15-0,2 mm groß
-Überwinterung in den Knospen
-Befall frisch austreibender Blätter
-weitere Entwicklung in den Pocken
-mehrere Generationen pro Jahr
Wirtschaftliche Bedeutung:
Pflanzenschutzmaßnahmen:
-Auspflücken befallener Blätter zum Eindämmen
Kräuselkrankheit
An Pfirsichbäumen stellen sich oft verformte Blätter ein, mit gelblichen oder rötlichen, blasig aufgeworfenen Kräuselungen. Auch Nektarinen- und Mandelbäume können von der Kräuselkrankheit betroffen sein. Später vertrocknen die Blätter und fallen ab. Die Triebenden verkrüppeln und wachsen verdreht. Früchte sind selten betroffen.
Ursache: Der Erreger dieser Krankheit ist ebenfalls ein Pilz, Taphrina deformans. Den Winter übersteht er an Knospen, Trieben und der Rinde. Wind und Regen verbreiten ihn im Frühjahr. Feuchtes Wetter und Temperaturen zwischen 10 und 16 °C ermöglichen die Infektion.
Was kann man tun? Sobald man kranke Pflanzenteile erkennt, schneidet man sie sofort weg. Im Winter lichtet man die Krone regelmäßig aus, damit Luft und Licht das Innere erreichen, dabei auch Fruchtmumien entfernen und entsorgen. Wer will, kann zur Zeit des Austriebs dreimal innerhalb von 10 Tagen mit Schachtelhalmbrühe oder anderen Stärkungsmitteln spritzen. Bei Neupflanzung einen windoffenen Standort wählen sowie widerstandsfähige Sorten. Weiß- und rotfleischige sind weniger anfällig als gelbfleischige.
Trauermücke
Schwebfliege (Syrphidae)
4-20mm groß
450 Arten in Deutschland
Weibchen legen 500-1000 Eier nahe gut bestückter Blattlauskolonien
Larvenstadium ca 8-14 Tagen
-> Ernährung hauptsächlich von Blattläusen (150 Stk/Tag), aber auch Schmetterlingsraupen und Blattwespen
pro Jahr 2-3 Generationen
Fraß von Schädlingen
Früher Nützling -> Blattlauspopulation wird in einem frühen Stadium bekämpft
empfindlich gegen Insektizide -> unnötige Spritzungen vermeiden
Laufkäfer
Marienkäfer (Coleoptera Coccinellidae)
Siebenpunkt, Zweipunkt, Vierfleck, Kugelkäfer
70 Arten in Mitteleuropa
bis zu 400 Eier
Geschlechtsreife 30-60 Tage nach schlüpfen
Paarungszeit März - Mai und Juli - August
Fraß von hauptsächlich Blattläusen, aber auch spezifische Arten für Schildläuse, Spinnmilben und wenige gegen Pilzmyzel wie Mehltaupilz (Thea vigintiduopunctata, Halyzia sedecimguttata)
Besonders gefräßig im Larvenstadium
Mehrere tausend Blattläuse im Jahr
Bevorzugte an Obstbäume, Holunder, Rosen
sehr spezifisches Beutespektrum je nach Marienkäferart
Sehr empfindlich auf Ińsektizide -> viele IP-zugelassene Mittel sind marienkäferschonend
Buntkäfer
Nematoden
Gallmücken
Wanzen
Blattlauslöwe
Spinnen
Raubmilbe
Vögel
Ohrwurm
Obstbaumkrebs
Pilz Neonectria ditissima
Candidatus Phytoplasma pyri
Birnenverfall
Maßnahmen dagegen:
Resistente Unterlagen ViruTherm 1+2 (im Versuch in Müncheberg seit 2022-2032)
Phytophtora fragariae var fragariae
Rote Wurzelfäule bei Erdbeeren
Verticillium spp
Verticillium- Welke bei Erdbeeren
Marssonina
Diese Krankheit tritt leider besonders in Hausgärten und Bio-Anlagen auf. Die Blätter der Apfelbäume zeigen ab Juni Symptome, oft auch erst im Juli oder August. Unregelmäßige graubraune Verfärbungen erscheinen auf der Lauboberseite. Dazwischen vergilben die Blätter oft. Das Gemeine ist: Bei jeder Apfelsorte sieht das etwas anders aus. Während die Flecken bei ‘Golden Delicious’ als abgestorbenes, nekrotisches Gewebe graubraun bleiben und langsam ineinander laufen oder sich fein verästeln, vergilben die Blätter am ‘Boskoop’ und zeigen nur noch kleine grüne Punkte.
Der Baum wirft die Blätter oft vorzeitig ab, was Fruchtertrag und -qualität beeinträchtigt und den Baum für die Folgesaison schwächt. Die Früchte bleiben hängen, können aber ebenfalls dunkle, eingesunkene Flecken aufweisen.
Ursache: Dahinter steckt ein Pilz, Marssonina coronaria. Er stammt ursprünglich aus Süd-Ost-Asien und tritt bei uns erst in jüngerer Zeit im Zuge des Klimawandels auf (2010 erstmals in der Bodenseeregion). Er überwintert im Falllaub. Ab der Blütezeit infizieren seine Sporen die Blätter, vor allem nach längeren Regenperioden, wenn die Blätter lange Zeit nass bleiben. Höhere Temperaturen über 15 °C leisten dem Vorschub.
Was kann man tun? Vorbeugend entfernt man Falllaub im Winter und sorgt durch Schnitt für eine offene luftige Krone, damit die Blätter schnell abtrocknen. Außerdem ist alles hilfreich, was die Umsetzung des restlichen Falllaubs am Boden beschleunigt und dem Pilz die Lebensgrundlage entzieht: z. B. Hacken oder Mulchen der Baumscheibe oder reifen Kompost darauf ausbringen.
Gloeosporium - Fruchtfäule
Besonders Topaz, Pinova…
Warmwasserbehandlung bei 52-52,5° für 2,5 min vor der Einlagerung
Schrottschußkrankheit
Wer im Juni rotbraune Flecken auf Kirschblättern beobachtet, die früher oder später absterben und herausfallen, hat es mit der Schrotschusskrankheit zu tun. Es bleiben Löcher zurück, das Blatt wirkt wie durchschossen. Auch weitere Prunus-Arten können daran erkranken, wie Sauerkirschen, Pflaumen, aber auch Zierkirschen und Kirschlorbeer. Bei starkem Befall vergilben die Blätter und fallen vorzeitig ab. Junge Kirschenfrüchte zeigen eingesunkene, schwärzliche Punkte und Flecken.
Ursache: Auslöser für diese Symptome ist der Pilz Stigmina carpophila (früher Clasterosporium carpophilum). Er überwintert sowohl auf Trieben, Knospen und Fruchtmumien am Baum, vor allem aber in abgefallenen erkrankten Blättern am Boden. Im Frühjahr wird der frische junge Austrieb infiziert. Feuchte Witterung fördert die Ausbreitung, Regentropfen schleudern die Sporen weiter in die Krone.
Was kann man tun? Schneiden Sie befallene Triebe zurück und sorgen Sie durch Schnitt für eine offene Krone, die schnell abtrocknet. Falllaub stets entfernen, ebenso Fruchtmumien im Winter. Wer die Möglichkeit hat, einen Wetterschutz während des Austriebs anzubringen, dämmt damit den Befall im nächsten Jahr ein. Kleinere Bäume kann man vorbeugend im Frühjahr wöchentlich mit Schachtelhalmbrühe spritzen zur Stärkung der Blätter gegen das Eindringen des Pilzes.
Krankheit: Apfelmehltau (Podosphaera leucotricha)
Art: Pilz
Echter Mehltau (Erysiphaceae)
-> Schlauchpilze (Ascomycota)
Vorkommen: Malus domestica
-> neben dem Schorf der häufigste Schaderreger am Apfelbaum
->biotropher Ektoparasit
oberflächliches Wachstum auf den Blättern
dringt lediglich zur Nahrungsaufnahme mit Haustorien in die Zelle ein
überwintert als Mycel in den Blatt- und Blütenknospen, vor allem an den Triebspitzen
beim Knospenaufbruch und Austrieb im Frühjahr beginnt das Pilzmycel die jungen Blättchen mit einem weißlichen Pilzgeflecht zu überziehen (Primärbefall)
gleichzeitig beginnt die Ausbildung von Sporen (Konidien), die durch Wind, Insekten und Regentropfen verbreitet werden (Sekundärbefall)
Sporenkeimung kann zwischen 4-28° erfolgen
Optimal sind 20-25°
!Blattnässe ist für die Keimung der Sporen, im Gegensatz zu anderen Pilzerkrankungen, wie zum Beispiel dem Apfelschorf, nicht notwendig!
tropfbares Wasser ist sogar hinderlich für die Infektion
die Hauptinfektionszeit des Echten Mehltaus liegt zwischen Ende Mai und Anfang Juli
solange laufend neue Blätter gebildet werden
gefährdet sind vor allem die jüngeren Blätter
nach cirka 14 Tagen sind die Blätter schon widerstandsfähiger und eine starke Infektion ist nicht mehr wahrscheinlich
im Sommer werden auch die neuen Knospen infiziert, die für das nächste Jahr ausgebildet werden
entweder wächst das Pilzmycel direkt über den Blattstiel von befallenen Blättern in die noch ungeschützten, neuen Knospen
oder wird verbreitet durch Regen oder Wind
so wird bereits im Sommer die Voraussetzung für die Neuinfektion im folgenden Jahr geschaffen!
Der Befall erfolgt meist bei Temperaturen um 20–24°C und einer hohen relativen Luftfeuchte -> schwülwarmer Witterung
!Ganz anders als die meisten Pilze brauchen Mehltaupilze nicht unbedingt feuchtes Laub zum Keimen, sie infizieren auch trockene Blätter!
Während langanhaltender Regenperioden mit tiefen Temperaturen ist das Infektionsrisiko dagegen gering
Bei sehr tiefen Temperaturen unter –20°C im Winter sterben die infizierten Knospen ab. Nach sehr kalten Wintern ist also ein geringeres Infektionsrisiko im Frühjahr zu erwarten.
Herbst/Winter:
Befallene Knospen sind matt und runzlig, gegenüber gesunden Knospen wirken sie verkümmert
Sie treiben im Frühjahr nur spärlich oder nicht mehr aus.
Durch Echten Mehltau verkahlte Apfeltriebe
Frühjahr/Sommer:
Junge Blätter und Triebe sind bald nach dem Austrieb von einem pudrig weißen, mehligen Belag überzogen (später graugrün)
-> auch auf der Unterseite
infizierten Blätter sind steil aufwärts gerichtet und schmal; bleiben in der Entwicklung zurück; rollen sich ein; vertrocknen allmählich vom Rand her und fallen ab
Ganze Triebe können so, bis auf ein Blattbüschel mit kleinen, verkümmerten Blättern am Triebende, verkahlen
ganze Triebspitzen filzig weiß
die Assimilationsleistung der Blätter ist eingeschränkt bei starkem Befall
beeinträchtigt die Fruchtqualität
Zum Teil ist auf den Blättern neben dem weißen Pilzbelag eine violett-rötliche Verfärbung zu erkennen
Bei einem Befall der Blütenbüschel entwickeln sich die Blüten nicht mehr vollständig, die Blütenblätter bleiben schmal und vergrünen
es wird kein Fruchtansatz gebildet
Bei starkem Befallsdruck können auch die Früchte von empfindlichen Sorten befallen werden
Sie weisen dann eine netzartige Berostung auf
Vorbeugende Maßnahmen:
Sortenwahl
stark anfällig: ’Weißer Klarapfel’, ’Cox Orange’, ’Jonathan’, ’Jonagold’, ’Idared’, ’Boskoop’, ’Gala’, oder ’Goldparmäne’.
evtl weniger anfällig die Re-Sorten aus Pillnitz, Alkmene, Piros, Enterprise…
Angaben von Sorten mit geringer Anfälligkeit haben oft wenig Wert, da bei hoher Mehltaugefahr fast alle Sorten mehr oder weniger stark befallen werden
Auf eine ausgewogene Düngung ist zu achten, überhöhte Stickstoffgaben machen die Pflanzen generell anfälliger für Pilzinfektionen.
Direkte Bekämpfung:
regelmäßiges Wegschneiden oder Ausbrechen befallener Stellen
im Winter Kontrolle auf befallene Knospen, insbesondere an den weiß bepuderten Triebspitzen
ab Austriebsbeginn bis Triebabschluß die Triebe, Blätter und die Blüten beobachten
früher Triebabschluß und ruhiges Triebwachstum fördern
zusätzlich chemische PSM:
teilsystemische Fungizide (Triazole)
Strobilurine
carboxamidhaltige PSM (mit Nebenwirkung auf Schorf)
!-> besonders wichtig während des Triebabschluß zum Schutz zukünftiger Blüten- und Blattknospen!
Wie lässt sich Echter und Falscher Mehltau unterscheiden
Echter Mehltau
Symptome: Weißer, mehlartiger, abwischbarer Belag auf der Blattoberseite, häufig auch an Triebspitzen.
Merkmale: Wächst nur oberflächlich auf dem Blatt.
Bedingungen: Warme, sonnige Tage in Kombination mit kühlen, feuchten Nächten mit Taubildung. Deshalb auch „Schönwetterpilz“ genannt.
Besonders anfällig: Äpfel, Beerenobst, Gurken, Kürbis, Rosen, Stauden.
Echter Mehltau an der Rose
Falscher Mehltau
Symptome: Weißlich bis grau-violetter, nicht abwischbarer Belag auf der Blattunterseite; auf der Oberseite gelbe bis braune Flecken.
Merkmale: Dringt tief ins Blattgewebe ein.
Bedingungen: Kühles, niederschlagsreiches Wetter – häufig im Frühjahr und Herbst.
Besonders anfällig: Gurken, Salat, Spinat sowie verschiedene Zierpflanzen.
Der Falsche Mehltau zeigt sich durch einen Pilzrasen auf der Blattrückseite, hier an einem Weinblatt.
Hinweis: Sporen können viele Jahre im Boden überdauern. Befallene Pflanzenteile daher niemals auf den Kompost geben!
Frühbeetkästen und Gewächshäuser sollten regelmäßig und reichlich gelüftet werden.
Befallene Blätter oder – wenn nötig – ganze Pflanzen, entfernen und entsorgen.
Gehölze so schneiden, dass Luft durch die Blätter geht und diese gut abtrocknen können.
Gemüse so säen, dass die Pflanzen nicht zu dicht stehen und ausreichend belüftet werden.
Widerstandfähige Sorten verwenden, beispielsweise bei Spinat oder Gurken.
Eine übermäßige Stickstoffdüngung sollte vermieden und stattdessen besser eine kalibetonte Düngung bevorzugt werden, da diese die Zellen festigt und die Widerstandskraft der Pflanze stärkt.
Beim Gießen die Blätter möglichst wenig benetzen.
Ein regelmäßiger Fruchtwechsel im Gemüsebeet hilft gegen viele Pflanzenkrankheiten.
Obstbaumspinnmilbe
Die Obstbaumspinnmilbe ist nicht wählerisch, sie befällt Äpfel wie Pflaumen gleichermaßen, mitunter saugt sie auch an Birne, Kirsche und Pfirsich. Zunächst fallen winzige weißliche Flecken auf den Blattoberseiten auf. Später werden die Blätter matt, verfärben sich silbrig bronzefarben und fallen frühzeitig ab. An den Blattunterseiten sieht man feine Spinnfäden.
Ursache: Hier ist kein Pilz am Werk, sondern die winzige Obstbaumspinnmilbe, Panonychus ulmi. Das karminrote Weibchen der achtbeinigen Krabbler ist nur rund 0,5 mm groß und verursacht die Blattschäden durch seine Saugtätigkeit.
So erkennt man nur mit der Lupe, dass ihr Körper helle Warzen mit Borsten trägt. Die Männchen und die nur sechsbeinigen Larven sind gelblich bis rötlich und noch kleiner. Ab Mitte Mai tummeln sich erwachsene Tiere und Larven gleichzeitig auf den Blattunterseiten. Trocken-heiße Witterung beschleunigt die massenhafte Vermehrung. Den Winter überstehen die Milben als dunkelrote Eier, die in Kolonien in Knospennähe oder Astgabeln liegen. Daraus schlüpfen kurz vor der Apfelblüte die Larven. Ab Mitte Mai legen die Weibchen Sommereier, woraus nach wenigen Tagen (je nach Temperatur) neue Larven schlüpfen. Bis zu acht Generationen können so pro Saison heranwachsen.
Was kann man tun? Gelassen bleiben. Im Naturgarten sind ausreichend Gegenspieler unterwegs, wie Raubmilben, Florfliegen- und Schwebfliegenlarven, Marienkäfer und Wanzen.
Birnengitterrost (Gymnosporangium sabinae)
Art: Rostpilze (Pucciniales)
Vorkommen: Pyrus communis;
Überwinterung: Sadebaum (J. sabinae) und Zierwacholder (J. chinensis und J. virginiana)
-> wirtswechselnder pflanzenpathogener Pilz
-> kaum wirtschaftlich relevanter Schaden für Birnbäume
nur starker Befall mit frühzeitigem Blattfall kann Bäume schwächen
benötigt, um sich vollständig zu entwickeln, neben Birnbäumen als Nebenwirt, Wacholdersträucher (Juniperus) als Hauptwirt
im Holz des Wacholders überwintert er und bildet im Frühling an verdickten Zweigen gallertartige Sporenlager (Teleutosporen)
die Sporen keimen sofort nach der Reife und bilden Basidiosporen
diese infizieren den Birnbaum
Herrscht im April und Mai feuchte, kühle Witterung, fördert das die Infektion
13-15° und >80% rF
Je nach Witterung erscheinen 9-26 Tage später die typischen Flecken auf der Blattoberseite
Im Juli und August entwickeln sich die knorpeligen Wucherungen der Blattunterseite und darin so genannte Aecidiosporen, die wiederum Wacholderbüsche infizieren
andere Birnbäume können sie nicht anstecken
Schadbild/Befall:
im Frühsommer leuchtend orangefarbene bis rostbraune Flecken von bis zu 1 cm Größe auf der Blattoberseite
oft sind kleine schwarze Punkte darauf zu erkennen
im Spätsommer entstehen auf den Blattunterseiten gelblich bis hellbraune knorpelige Pusteln mit 4 -16 jeweils 2-3mm großen, kegelförmigen Gitterkörbchen
anfangs noch von einer Haut umschlossen
später zu einem gitterartigen Netz auseinanderfallen
Manchmal sind sie auch auf den Blattstielen und Früchten zu sehen
gelegentlich werden auch Früchte, Fruchtstiele und Triebe (krebsartige Verdickungen) befallen
Bei starkem Befall verliert der Baum noch im Sommer seine Blätter, was ihn für das Folgejahr natürlich schwächt
Fungizidbehandlungen gegen Birnenschorf von April bis Ende Mai/Anfang Juni erfassen auch Birnengitterrost
befallene Wacholdersträucher im Umkreis von 500 m um den Birnbaum entfernen
ein einmal infizierter Wacholder bleibt ein Leben lang infektiös
wobei der Pilz den Gemeinen Wacholder (J. communis) verschont, gerne befällt er dagegen Sadebaum (J. sabinae) und Zierwacholder (J. chinensis und J. virginiana).
Scharka
Bei dieser Krankheit tauchen im Frühsommer auf den Blättern von Zwetschgen- und Pflaumenbäumen helle bis olivgrüne, durchscheinende Flecken auf. Mitunter betrifft das auch Mirabellen-, Renekloden-, Aprikosen- und Pfirsichbäume. Die noch unreifen Früchte zeigen ab Mitte Juli ebenfalls Symptome: marmoriertes Aussehen, Vertiefungen, mitunter kreuz und quer verlaufende tiefe Furchen. Das Fruchtfleisch darunter ist oft bis zum Kern rötlich-braun verfärbt und gummiartig verändert. Die Früchte sind ungenießbar und fallen frühzeitig vom Baum.
Ursache: Ein fadenförmiges Virus, das Plum Pox Virus (PPV), verursacht diese Schadbilder. Es kann über die Veredlung in das Gehölz gelangen oder Blattläuse, vor allem Grüne Pfirsichblattläuse, übertragen es von einer Pflanze auf die andere.
Was kann man tun? Wie alle Virosen ist diese Krankheit nicht zu heilen. Das Virus ist in der ganzen Pflanze und wird schnell auf andere weitergetragen. Befallene Bäume müssen schon bei Verdacht beim Landwirtschaftsamt gemeldet und meist gerodet werden.
Unterschied Echter und Falscher Mehltau
Die zu den Schlauchpilzen (Ascomycota) gehörenden Erreger des Echten Mehltaus (Erysiphaceae) befallen hauptsächlich Blätter. Diese werden zunächst von einem mehlartigen Belag überzogen, später verfärben sie sich braun und vertrocknen. Zu den Echten Mehltaupilzen zählen u. a. der Gräser-Mehltau (Blumeria graminis), der Getreidearten und Weidegräser befällt, und der Weinreben-Mehltau (Erysiphe necator).[1]
Echter Mehltau überwintert in kleinen Sporengehäusen an der Pflanze oder als Myzel, z. B. auf den Knospenschuppen von Obstbäumen oder an den Zweigen, auch auf Unkräutern. Trockenes Wetter begünstigt die Verbreitung (Schönwetterpilz), ebenso schwül-warme Witterung und der starke Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht im Herbst. Eine Luftfeuchte von 70 Prozent für die Sporen genügt, da sie von Haus aus mit Nährstoffen und Wasser versorgt sind. Optimal ist eine Temperatur um 20 °C für die Verbreitung.
Die zu den Eipilzen (Oomycota) gehörenden Erreger des Falschen Mehltaus (Peronosporaceae) dringen meist tiefer in die Pflanze ein und erzeugen oft einen weißlichen Belag an der Unterseite der Blätter. Wichtige Pflanzenparasiten sind der Falsche Mehltau des Weines (Plasmopara viticola), der Blauschimmel des Tabaks (Peronospora tabacina) und die ebenfalls relativ wirtsspezifischen Phytophthora-Arten. Durch Resistenzzüchtungen mithilfe von Gift-Lattich relativ bekannt geworden ist auch der Falsche Mehltau des Salats (Bremia lactucae).[1]
Krankheit: Apfelwickler (Cydia pomonella)
Der Apfelwickler ist der wichtigste Obstbaumschädling. Seine Raupe, die bekannte Obstmade oder der "Wurm", verursacht durch seine Fraßtätigkeit im Apfel erhebliche Schäden.Die Larve verlässt dabei die Frucht zur Überwinterung.
Außer dem Apfel können auch Birnen und Quitten und gelegentlich sogar Weißdorn und Walnuss befallen werden.
Aussehen:
Der Apfelwickler ist ein Kleinschmetterling aus der Familie der Wickler. Sein Körper ist gräulich gefärbt, die Vorderflügel sind hellgrau mit dunkelbraunen Bändern und einem dunklen Fleck mit je drei goldglänzenden Streifen. Die Hinterflügel sind hellgraubraun. Die Flügelweite beträgt 14-22 mm.
Tagsüber sitzt der Falter mit zusammengefalteten Flügeln unscheinbar auf der Rinde von Ästen oder am Stamm. Flugaktiv ist er erst in der Dämmerung und nachts und nur bei Temperaturen über 15-16°C. Bei zu kühlem, regnerischem Wetter fliegt er fast nicht.Die Falter der 1. Generation treten ab Mitte Mai auf, bei ungünstiger Witterung kann der Flug auch erst im Juni beginnen. Ab Anfang Juni legen die Weibchen 30 bis 60 Eier auf die sich entwickelnden Früchte, aber auch an Blätter und Triebe. 8-14 Tage nach der Ablage schlüpfen die ersten Räupchen. 3-4 Tage später bohren sie sich in die Frucht ein. Der Kot wird zuerst durch das Einbohrloch, später durch einen größeren, eigens dazu gebohrten zweiten Gang nach außen geschafft. Entgegen der landläufigen Meinung sind die mit Kotkrümeln bedeckten Löcher in den „wurmigen“ Äpfeln nicht die Einbohrlöcher der Räupchen. Nach cirka 4 Wochen Fraß im Apfel ist die Raupe ausgereift. Sie verlässt im Juli die Frucht und sucht ein Überwinterungsversteck auf (meist unter der Rinde).
In warmen Jahren verpuppt sich ein Teil der Larven Ende Juli, so dass im August Falter der 2. Generation auftreten. Die Larven der 2. Generation verursachen einen erheblichen Schaden in der reifenden Frucht. Die entwickelten Larven verlassen die Äpfel und überwintern, wie bereits die der 1. Generation, unter der Borke oder bisweilen auch im Boden in einem selbstgesponnenen festen und dichten, weißen Kokon. Die Verpuppung erfolgt üblicherweise erst im April oder Mai des nächsten Jahres.
Befallene Früchte im Juni/Juli absammeln (1. Generation), um den Neubefall im August (2. Generation) zu reduzieren. Fallobst ist oft nicht mehr "bewohnt".
Der Einsatz von "Fanggürteln" (Wellpaperinge um den Stamm herum befestigt) hat keine ausreichende Wegfangwirkung, da es für die Räupchen viele andere Verpuppungsplätze gibt. Lockstofffallen dienen nur zur Überwachung der Flugaktivität, nicht zur Bekämpfung. Der Einsatz chemischer Präparate scheitert im Hausgarten i.d.R. an der Ermittlung des Eiablagetermins. Die Verwirrungsmethode ist im Hausgarten nicht zugelassen. Der Einsatz von Nützlingen, z.B. Schlupfwespen (Trichogramma), muss erst noch weiter in der Praxis getestet werden, da bisherige Erfahrungen nicht immer positiv waren.
Krankheit: Echter Mehltau (Erysiphaceae)
-> Apfel, Pfirsich, Tafeltraube, Stachelbeere
Auf der Blattoberfläche oder auf Früchten bildet sich ein Pilzgeflecht, das als weißer, abwischbarer Belag erscheint.
biotrophe Ektoparasiten (oberflächlich, von lebendem Gewebe ernährend)
Erysiphaceenarten wachsen oberflächlich auf ihrem Wirt. Auf der Blattoberfläche bildet sich ein Pilzgeflecht, das als weißer, abwischbarer Belag erscheint. Dieser bildet so genannte Haustorien aus. Dies sind spezielle Saugorgane des echten Mehltaus, die sich in den Zellen der Epidermis verankern. So wird der Pilz mit Nährstoffen versorgt. Dabei durchstoßen die Haustorien zwar die Zellwand, nicht jedoch die Plasmamembran. Durch den Entzug von Nährstoffen welkt das Blatt und fällt schließlich ab. Aus dem oberflächlichen Mycel entwickeln sich Konidienträger, auf denen Konidien (Sommersporen) angeordnet sind. Die sich nun verbreitenden Konidien sorgen für die Massenvermehrung während der Vegetationsperiode. Fruchtkörper entstehen am Ende der Vegetationsperiode durch die Verschmelzung unterschiedlich ausgeprägter Pilzfäden an der Oberfläche der befallenen Pflanzenorgane. Diese sogenannten Kleistothezien oder Chasmothecien[1] enthalten Ascosporen, die kleiner sind als Konidien.[2] Der echte Mehltau überwintert mit seinem Mycel in den Knospen der befallenen Pflanze und beginnt mit deren Austrieb wieder zu wachsen. Das heißt, er breitet sich erneut zu einem Geflecht aus und bildet Konidienträger. Die Konidien werden vom Wind verbreitet und bilden neue Infektionsherde.
Echter Mehltau ist für einige mycetophage Marienkäferarten lebensnotwendig. So ernähren sich z. B. der Sechzehnfleckige und der Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfer ausschließlich von Mehltau.
Krankheit: Falscher Mehltau (Peronosporales)
Art: Eipilze (Oomycota (veraltet) /Peronosporomycetes)
Vorkommen: Weinreben (Plasmopara viticola)
Blattunterseite einen gräulich-bläulichen Pilzrasen.
Die Infektion erfolgt entweder als Primärinfektion im Frühjahr durch Oosporen, die im Boden überwintern können oder durch Zoosporen, die von den befallenen Primärherden gebildet werden. Die frei beweglichen Sporen (Zoosporen) dringen über Spaltöffnungen ins Wirtsgewebe ein, wo sie zwischen den Zellen (interzellulär) das Pilzgeflecht (Hyphen) ausbilden. Über Ernährungsorgane (Haustorien), welche in die lebenden Zellen eingebracht werden, entnehmen die Pilze der Pflanze Nährstoffe und schädigen sie dadurch. Zur Fortpflanzung wachsen Hyphen aus den Spaltöffnungen aus und bildet verzweigte Fruchtkörper (Sporangienträger). Der Nährstoffverlust lässt die befallenen Blätter vergilben und abfallen. Falscher Mehltau verbreitet sich vor allem unter feuchtwarmen Bedingungen im Feld und auch in Glashauskulturen.
Bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts standen nur Kupferverbindungen zur Bekämpfung des Falschen Mehltau zur Verfügung. Wegen der Schädigung des Bodenlebens beim Einsatz dieses Metalls wurde die Verwendung eingeschränkt. In der aktuellen Nutzpflanzenproduktion werden prophylaktisch überwiegend synthetisch hergestellte systemische Fungizide und Kontaktfungizide eingesetzt. Ein wirksames Mittel ist der Einsatz von Phosphonsäure (seit 2014 nicht mehr zulässig im ökologischen Landbau). Eine besondere Rolle bei der Mehltaubekämpfung in der Landwirtschaft und im Weinbau spielt der Pflanzenschutz-Warndienst. Dieser wird von staatlichen Pflanzenschutzämtern und wissenschaftlichen Instituten während der Vegetationsperiode herausgegeben und gibt regional Auskunft darüber, wann auf Grund der Niederschlagsmenge und Temperaturen Bekämpfungsmaßnahmen in Freilandkulturen zu ergreifen sind. Zur Reduzierung des Fungizid-Einsatzes werden des Weiteren auch Peronospora-Warngeräte eingesetzt, die lokal mithilfe der kontinuierlichen Aufzeichnung und Auswertung von Feuchtigkeits-, Wärme- und weiteren Umweltfaktoren die Ausbruchswahrscheinlichkeit berechnen.[1]
Darüber hinaus erfolgen besondere Forschungsanstrengungen einerseits zwecks Einsatz von Naturstoffen zur Auslösung von Resistenzen gegen den Falschen Mehltau in Nutzpflanzen und andererseits zwecks Züchtung mehltauresistenter Pflanzensorten.
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