Worin unterteilt man Demenz?
Primäre Demenz
Sekundäre Demenz
Was gehört zu der primären Demenz?
Neurodegenerative Demenzen
Alzheimer
Lewy-Körperchen-Demenz
Frontotemporale Demenz
Vaskuläre Demenzen
Multi-Infarkt Demenzen
Mobus Binswanger
Gemischte Demenzen
Was gehört zu den sekundären Demenzen?
Depression
SD-Erkrankungen
Alkoholsucht
Herzinsuffizienz
Vitaminmangel
Medikamente etc.
Risikofaktoren Demenz
Nicht-alkoholische Fettleber-Erkrankung
Darmmikrobiom
Lipide und Lipoproteine
Hypertonie
Genetik
Diabetes
Essgewohnheiten
Lebensstil
BMI
Rauchen
Leitsymptom der kortikalen Demenz
Gedächtnisstörungen
Symptome der kortikalen Demenz und wie lange bleibt die Persönlichkeit erhalten?
neuropsychologische Symptome wie Apraxie, Agnosie und Aphasie
Persönlichkeit bleibt lange erhalten
Leitsymptome der subkortikalen Demenz
Verlangsamung,
Antriebsmangel
Affektstörungen,
reduzierte Aufmerksamkeit
Welche weitere Störungen treten bei einer subkortikalen Demenz noch häufig auf?
extrapyramidal - motorische Störungen
Leitsymptom der frontotemporalen Demenz
Persönlichkeitsveränderungen
Was sind weitere Symptome der frontotemporalen Demenz?
Veränderung des Sozialverhaltens und des planenden Denkens
Wie steht es um Gedächtnis und visokonstruktive Leistungen bei der frontotemporalen Demenz?
bleiben lange erhalten
Allgemeine Warnsignale der Demenz
Gesprächen nicht mehr folgen können
Fehlende Orientierung zur Zeit und an fremden Orten
Fehlende Worte im Gespräch
Schlechtes oder vermindertes Urteilsvermögen
Verlegen von Dingen
Probleme mit der räumlichen Wahrnehmung
Schwierigkeiten mit alltäglichen Aufgaben
Veränderungen der Stimmung und/oder der Verhaltens
Probleme, den Überblick zu behalten
Rückzug von der Arbeit oder sozialen Aktivitäten
Welches sind die allgemeinen Symptome, auf die Anghörige im Hinblick auf Demenz achten können?
Orientierungsstörung (im eigentlich bekannten Umfeld)
Denkstörungen (Reaktionen, verminderter Ideenfluss, gestörte Aufmerksamkeit, Beeinträchtigung des abstrakten Denkens…)
Neuropsychologische Störungen (Apeaxie, Agnosie und Aphasie)
Persönlichkeitsveränderungen (mehr reizbar, Wahnideen, Paranoia, Halluzinationen, …)
Diagnosekriterien der Demenz
Obligat:
Gedächtnisstörung
Verlust der sozialen Kompetenzen (Alltagskompetenz)
+ Mind. 1 Faktor:
Aphasie (Sprachstörung) oder
Apraxie (Unfähigkeit, Aufgaben zu bewältigen, für die Bewegungsmuster oder -abläufe aus dem Gedächtnis abgerufen werden müssen) oder
Agnosie (Unfähigkeit, ein Objekt mithilfe eines oder mehrerer Sinnessysteme zu erkennen) oder
Urteilsbildung
Welche Allgemeinen Fragen und Überprüfungen werden im Mini-Mental-Status Test durchgeführt?
Fragen zur zeitlichen Orientierung
Fragen zur situativen (=örtlich) Orientierung
Prüfung der Merkfähigkeit
Frage zu Aufmerksamkeit und Rechnen
Fragen zur Erinnerungsfähigkeit
Fragen zu Sprache und Verständnis
Prüfung des Lese- und Rechtsschreibvermögens
Zeichnen
Wie erfolgt die Auswertung des Mini Mental Status Tests?
Jedem erfüllten Item wird ein Punkt zugeordnet, es können somit maximal 30 Punkte erreicht werden
Welche Schulussfolgerungen erhält man je nach Punktezahl im Mini Mental Status Test?
< 25 Punkte: Es ist von einer kognitiven Funktionseinschränkung mit Krankheitswert auszugehen - weitere neuropsychologische Tests sollten durchgeführt werden
< 23 Punkte: starker Demenzverdacht
< 10 Punkte: sprechen für schwere Demenz
Was ist die Kritik an dem Mini Mental Status Test?
störanfällig, nur grobe Beurteilung der kognitiven Funktionsdefizite
Wozu dient der DemTec Test?
Zur Erfassen leichter kognitiver Störungen -> Früherkennung einer Demenz
Wie ist der DemTec Test aufgebaut?
Der Test enthält 5 Aufgaben (verbale Befragung) zu den Funktionen:
verbales Gedächtnis
Wortflüssigkeit
intellektuelle Flexibilität
Aufmerksamkeit
Wie wird der DemTec Test ausgewertet?
Die Rohwerte des Tests werden in altersentsprechende Testwerte umkodiert und aufsummiert. Die endgültigen Testwerte sind also unabhängig vom Alter und vom Bildungsgrad vergleichbar. Die Skala geht von 0 bis 18 Punkten.
Welche Schlussfolgerungen zieht man je nach Punktzahl aus dem DemTec Test?
≥ 13 Punkte: angemessene kognitive Leistung
9–12 Punkte: milde kognitive Beeinträchtigung
≤ 8 Punkte: Verdacht auf Demenz
Was erfasst der Uhrentest?
erfasst insbesondere visuell-räumliche/konstruktive Defizite (parietale Funktion) und die Problemlösungsfähigkeit (frontale Funktion)
Wie erfolgt der Uhrentest?
Der Patient erhält ein bereits gezeichnetes „leeres“ Ziffernblatt. Es existieren dann 2 Varianten:
Nach Watson ist für die Bewertung entscheidend, wie der Patient die Ziffern auf die Quadranten aufteilt.
Nach Shulman soll er zusätzlich die Zeiger mit einer vorgegebenen Zeit (meist 11:10 Uhr) einzeichnen.
Laborparameter bei V.a. Demenz
Basislabor
Elektrolyte
Blutzucker (nüchtern)
Entzündungsmarker (BSG oder CRP)
Leberwerte
Nierenwerte
Schilddrüsenwerte (z.B. basales TSH erhöht → Hypothyreose)
Vitamin B12
gezielten Fragestellungen (z.B. Cortisol, Folsäure, Drogentest, Borrelien- oder Syphilis-Serologie, HIV-Test).
V.a. bei unter 50-Jährigen: Coeruloplasmin und Kupfer im Serum (Morbus Wilson)
Was wird im Liquor getestet, wenn ein V.a. Demenz besteht?
paraneoplastische oder entzündliche Veränderungen (z.B. bei Syphilis, Neuroborreliose)
Biomarker (Tau-Protein, β-Amyloid)
In welche Schweregrade wird Demenz eingeteilt?
Leichte Demenz (MMST ca. ≥ 20 Punkte): Hilfe für anspruchsvolle Alltagstätigkeiten benötigt (z.B. Umgang mit Geld, mit elektrischen Geräten, Kochen)
mittelschwere Demenz (MMST 10–19 Punkte): Hilfe auch für einfache Alltagstätigkeiten benötigt (z.B. Waschen, Anziehen)
schwere Demenz (MMST < 10 Punkte): Verlust aller, auch einfacher Alltagskompetenzen.
Welche apparative Dignostik wird bei V.a. Demenz durchgeführt?
zerebrale Bildgebung (mittels MRT) zum Ausschluss von intrazerebralen Pathologien
Zum Ausschluss einer behandelbaren vaskulären Genese werden die hirnversorgenden Gefäße mittels Doppler-Sono untersucht
In unklaren Fällen: nuklearmedizinische Untersuchungen (PET, SPECT) zum Nachweis einer Lewy-Körperchen Demenz oder Alzheimer-Demenz (Amyloid-PET)
Leitsymptome häufiger Demenzformen
Alzheimer-Demenz: v.a. Gedächtnisstörungen
frontotemporale Demenz: Demenz + Persönlichkeitsveränderungen
subkortikale arteriosklerotische Enzephalopathie: schubweise verlaufende Demenz
Lewy-Körperchen-Demenz: Demenz + Parkinson-Symptomatik + visuelle Halluzinationen
Creutzfeld-Jakob-Erkrankung: rasch progrediente Demenz + multiple neurologische Ausfälle
Huntington-Krankheit: Demenz + Hyperkinesen + Persönlichkeitsveränderungen + positive Familienanamnese
Normaldruckhydrozephalus: Demenz + Gangstörung + Harninkontinenz
Verlauf der Symptomatik bei der Demenz vs. bei der depressiven Pseudodemenz
Demenz:
schleichender Beginn,
langsam progrediente Verschlechterung,
selten Tagesschwankungen
depressive Pseudodemenz:
relativ schneller, genau abgrenzbarer Beginn
keine Verschlechterung im Verlauf
häufig Tagesschwankungen
Anamnese bei der Demenz vs. bei der depressiven Pseudodemenz
Häufig fremdanamnestische Angaben zu kognitiven Einschränkungen
häufig depressive oder manische Episoden in der Vorgeschichte,
meist genaue eigenanamnestische Beschreibung der Defizite
Schuldgefühle
Affektivität bei der Demenz vs. bei der depressiven Pseudodemenz
Demenz: wechselnde Phasen von Agitation, Depression, Angst, Apathie
depressive Pseudodemenz: dauerhaft depressive Stimmung
Alltagsaktivitäten bei der Demenz vs. bei der depressiven Pseudodemenz
Demenz: deutlich eingeschränkt
Klage über Überforderung
Diskrepanz zwischen subjektiv geäußerten Defiziten, schlechten Testergebnissen und guter Alltagsbewältigung
Verhalten des Patienten bei der Demenz vs. bei der depressiven Pseudodemenz
Versuch, kognitive Defizite zu verbergen
annährend richtige Antworten
gute Mitarbeit, bemühter Patient
ausgeprägtes Klagen über die kognitiven Defizite
häufig “Weiß nicht”-Antworten
meist schlechte Mitarbeit
Orientierung des Patienten bei der Demenz vs. bei der depressiven Pseudodemenz
Demenz: gestört
depressive Pseudodemenz: unauffällig
Morphologische Auffälligkeiten (CCT, MRT) bei der Demenz vs. bei der depressiven Pseudodemenz
Demenz: häufig Atrophie und Läsionen
depressive Pseudodemenz: altersentsprechend unauffällig
Ansprechen auf Antidepressiva bei der Demenz vs. bei der depressiven Pseudodemenz
Demenz: nein
depressive Pseudodemenz: meist gut
Defintion Alzheimer Demenz
Die Alzheimer-Demenz (AD) ist pathologisch durch Ablagerungen von senilen Plaques und Alzheimer-Fibrillen gekennzeichnet. Betroffene zeigen einen langsam progredienten Verlust von kognitiven Fähigkeiten und Gedächtnisleistungen sowie damit einhergehende Persönlichkeitsveränderungen, die zu einer Beeinträchtigung der Aktivitäten des alltäglichen Lebens führen.
Die Alzheimer-Demenz ist nach dem Erstbeschreiber der Amyloidplaques, Alois Alzheimer, benannt.
Wie verändert sich die Häufigkeit der Alzheimer-Demenz mit dem Lebensalter?
Die Häufigkeit steigt mit zunehmendem Lebensalter, besonders ab > 65 Jahren.
Wie hoch ist die Prävalenz von Demenzen bei über 65-Jährigen?
Ca. 9,1%.
Welcher Anteil der Demenzfälle wird durch Alzheimer verursacht?
Über 60% der Demenzfälle.
In welche zwei Kategorien wird die Alzheimer-Demenz basierend auf dem Erkrankungsbeginn eingeteilt?
Präsenile Demenz (< 65 Jahre) und
senile Demenz (> 65 Jahre).
Wie häufig tritt die Alzheimer-Demenz sporadisch auf?
In 95% der Fälle sporadisch.
Wie häufig tritt die familiäre Form der Alzheimer-Demenz auf?
In 5% der Fälle familiär.
Welche genetischen Faktoren erhöhen das Risiko für Alzheimer?
Die Variante ε4 des Apolipoprotein E-Gens.
Was sind die charakteristischen histologischen Merkmale der Alzheimer-Demenz?
Senile Plaques (extrazelluläre Amyloidablagerungen) und
neurofibrilläre Tangles (Zytoskelettaggregate in Nervenzellen).
Welche neuropsychologischen Tests werden häufig zur Diagnostik eingesetzt?
Mini-Mental-Status-Test,
DemTect und
MoCA-Test.
Welche Liquorbefunde sind typisch für die Alzheimer-Demenz?
Erhöhtes Phospho-Tau-Protein und
erniedrigtes β-1–42-Amyloid.
Welche bildgebenden Verfahren sind hilfreich zur Diagnose der Alzheimer-Demenz?
CT und MRT, wobei MRT eine kortikale Hirnatrophie zeigt.
Was sind die typischen Symptome im Prodromalstadium der Alzheimer-Demenz?
Leichte kognitive Beeinträchtigungen (MCI = mild cognitive impairment) und
subjektive Leistungseinschränkungen (SCD = subjective cognitive decline).
Wie verläuft die Alzheimer-Demenz typischerweise?
In mehreren Stadien, beginnend mit symptomlosem Stadium, gefolgt von kognitiven Beeinträchtigungen und Alltagsfunktionsstörungen.
Erläutere die Stadien der Alzheimer-Demenz im Hinblick auf die Betroffenheit im Gehirn!
Stadium I-II: frühe Veränderungen in der transentorhinalen Region (Allokortex, symptomlos).
Stadium III-IV: Veränderungen im limbischen System (Allokortex, symptomatisch, evtl. in der Bildgebung erkennbare Veränderungen).
Stadium V-VI: Ausbreitung auf den Isokortex → Vollbild der Erkrankung.
Was sind die typischen kognitiven Symptome der Alzheimer-Demenz?
Gedächtnisverlust,
Schwierigkeiten bei der Sprache,
Probleme mit dem räumlichen Vorstellungsvermögen und Entscheidungsfindung.
Welche Verhaltenssymptome können bei Alzheimer-Demenz auftreten?
Aggressivität,
Depression,
Angstzustände,
Apathie und
sozialer Rückzug.
Welche Rolle spielt die frühzeitige Diagnose bei der Alzheimer-Demenz?
Sie ermöglicht eine frühzeitige Intervention und Unterstützung für Patienten und Angehörige.
Was sind die häufigsten Differenzialdiagnosen bei Alzheimer-Demenz?
Depression (Pseudodemenz),
Hypothyreose,
Delir,
amnestisches Syndrom und
leichte kognitive Störungen (MCI).
Welche therapeutischen Ansätze gibt es zur Behandlung der Alzheimer-Demenz?
Kognitive Stimulation,
medikamentöse Therapie (Cholinesterase-Hemmer, Memantin) und
psychosoziale Interventionen.
Welche cholinerg wirkenden Medikamente werden häufig bei Alzheimer eingesetzt?
Donepezil,
Rivastigmin und
Galantamin.
Welche Rolle spielt die Ernährung bei der Alzheimer-Demenz?
Eine ausgewogene Ernährung kann das Risiko senken und die Lebensqualität verbessern.
Was sind die häufigsten Komplikationen im Verlauf der Alzheimer-Demenz?
Stürze,
Infektionen,
Mangelernährung und
Dekubitus.
Wie beeinflusst die Alzheimer-Demenz die Lebensqualität der Betroffenen?
Sie kann zu einem Verlust der Selbstständigkeit, sozialen Isolation und emotionalen Belastungen führen.
Was sind die wichtigsten Risikofaktoren für die Alzheimer-Demenz?
Alter,
genetische Prädisposition,
kardiovaskuläre Erkrankungen,
geringe Bildung,
und Lebensstilfaktoren (z.B. Rauchen, Bewegungsmangel).
Haben die derzeit zugelassenen Antidementiva einen langfristigen Effekt bei der Alzheimer-Demenz?
Nein, sie haben nur einen vorübergehenden Effekt und können die Progredienz der Erkrankung nicht verlangsamen.
Wie werden die Symptome der Alzheimer-Erkrankung therapiert?
Vor allem medikamentös.
Was ist der Hauptgrund für die Verwendung von Acetylcholinesterasehemmern bei Alzheimer-Demenz?
Um das cholinerge Defizit auszugleichen, das mit dem degenerativen Synapsenverlust einhergeht.
Welche Symptome können durch Acetylcholinesterasehemmer verbessert werden?
Kognition,
Verhaltenssymptome,
psychische Symptome und
die Ausübung von Alltagsaktivitäten.
Nenne einige unerwünschte Wirkungen von Acetylcholinesterasehemmern.
Übelkeit,
Diarrhö,
Verstopfung,
Kopfschmerzen,
gastrointestinale Ulzera mit Blutungen,
Bradykardie,
Torsade-de-pointes-Arrhythmie,
Schwindel,
epileptische Anfälle und
aggressive Erregungszustände.
Welches Medikament ist für die moderate bis schwere Alzheimer-Demenz zugelassen?
Memantin (NMDA-Rezeptorantagonist).
Was ist die Wirkung von Memantin?
Es blockiert die Wirkung von Glutamat.
Welche unerwünschten Wirkungen können bei der Einnahme von Memantin auftreten?
Hypertonie,
Verstopfung und
Schläfrigkeit.
Was ist die mögliche Wirkung von Ginkgo biloba bei Alzheimer-Demenz?
Verbesserung der Hirndurchblutung,
nicht-psychotische Verhaltenssymptome und
die Ausübung von Alltagstätigkeiten.
Welche unerwünschten Wirkungen sind mit Ginkgo biloba verbunden?
Erhöhung der Blutungsneigung und Senkung der Krampfschwelle.
Warum ist Memantin bei Epilepsie kontraindiziert?
Weil es die Krampfschwelle senken kann.
Welcher Merkspruch kann helfen, sich die Wirkstoffe zur Therapie der Alzheimer-Demenz einzuprägen?
Herr Alzheimer begleitet galant (→ Galantamin) die Donna (→ Donepezil) über den River (→ Rivastigmin), denn er ist ja keine Memme (→ Memantin).“
Welche Medikamente sind Mittel der Wahl bei depressiver Begleitsymptomatik bei Alzheimer-Demenz?
Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), z.B. Citalopram.
Warum sollten Alzheimer-Patienten keine trizyklischen Antidepressiva erhalten?
Weil sie die Demenzsymptomatik verschlechtern und ein Delir auslösen können.
Wie lange dauert die präklinische Phase der Alzheimer-Demenz ungefähr?
Ca. 20–30 Jahre.
Nach einer langen präklinischen Phase progredient und irreversibel.
Wie ist die mittlere Lebenserwartung nach Krankheitsmanifestation bei Alzheimer-Demenz?
Etwa 7–8 Jahre.
Welche Organisationen bieten Leitlinien und Informationen zu Demenz an?
Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und
Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG).
Defintion der frontotemporalen Demenz
Die frontotemporale Demenz gehört zur Gruppe der frontotemporalen Lobärdegenerationen und manifestiert sich im mittleren Lebensalter (früher als andere Demenzformen). Klinisch führend sind zunehmende Persönlichkeitsänderungen sowie Beeinträchtigungen von Sprache, Intellekt und Gedächtnis
Symptomatik der frontotemporalen Demenz
Langsam fortschreitende Verhaltensauffälligkeiten und neuropsychologische Defizite:
verminderter Antrieb bis hin zu Apathie und Stupor
Wesensänderung: Betroffene erscheinen z.B. zunehmend leichtsinnig oder manisch, weniger pflichtbewusst und zuverlässig, aggressiv oder enthemmt, aber auch zurückgezogen oder teilnahmslos.
inadäquates Sozialverhalten und Verhaltensauffälligkeiten, z.B. Impulsdurchbrüche, Distanzlosigkeit, emotionale Labilität, Mangel an Empathie, Hypersexualität
beeinträchtigte Planungsfähigkeit
Störungen der Sprache: z.B. Wortfindungsstörungen, Paraphasien, progrediente Aphasie.
Oft bestehen bereits frühzeitig eine Harninkontinenz.
Im Verlauf der Erkrankung können auch Rigor und Hypokinesie, Pyramidenbahnzeichen oder Paresen auftreten
Diagnostik der frontotemporalen Demenz
Körperliche Untersuchung
Zeichen der „zentralen Enthemmung“ (verbreiterte Reflexzonen),
z.B. ein positiver Palmomentalreflex oder
Pyramidenbahnzeichen (z.B. Babinski-Reflex)
Therapie der frontotemporalen Demenz
Keine kausale Therapie, Acetylcholinesterasehemmer nicht wirksam
Symptomatische Therapie der frontotemporalen Demenz
Antipsychotika
Antidepressiva
Sedativa
Veränderung von Persönlichkeit, Sozialverhalten und planendem Denken
Begleitsymptome der frontotemporalen Demenz
Gedächtnis relativ lange unbeeinträchtigt
Beginn meist im 6. Lebensjahrzehnt
Besonderheiten der frontotemporalen Demenz
frontotemporale Hirnatrophie
Vergrößerung der Ventrikel
Nachweis intraneuronaler Pick-Körperchen
Defintion vaskuläre Demenz
Die vaskuläre Demenz ist eine kognitive Beeinträchtigung aufgrund einer vaskulären Schädigung des Gehirns.
Wo ist die vaskuläre Demenz geographisch eher verbreitet? Wie ist da die Inzidenz?
Vaskuläre Erkrankungen sind in den Industrienationen weit verbreitet, daher sind vaskuläre Ereignisse eine wichtige Ursache für eine dementielle Entwicklung.
Ab dem 65. Lebensjahr liegt die Prävalenz der vaskulären Demenz (in Europa) bei ca. 1600/100 000 Einwohner. Dabei verdoppelt sich die Inzidenz alle 4,3 Lebensjahre.
In der Klassifikation der vaskulären Demenz gibt es welche verschiedenen Typen?
Multiinfarktdemenz
Subkortikale arteriosklerotische Enzephalopathie (M. Binswanger)
Strategische Infarkte
Hämorrhagische Demenz
Was sind die Charakteristika der Multiinfarktdemenz?
Multiple Infarkte gleichzeitig oder zeitlich versetzt
Stufenweiser Verlust von kognitiven Fähigkeiten
Was sind die Charakteristika der subkortikalen arteriosklerotischen Enzephalopathie (M. Binswanger)?
Ausgedehnte ischämische Läsionen im subkortikalen Marklager oder Hirnstamm
Was sind die Charakteristika der stratischen Infarkte?
treten innerhalb wichtiger neuronaler Strukturen auf (z.B. Thalamus, frontales Marklager)
Was sind die Charakteristika der hämorrhagischen Demenz?
Infolge von Hirnblutungen
Was sind Symptome einer kognitiven Leistungsminderung?
Störung von Aufmerksamkeit, Konzentration und Kurzzeitgedächtnis
Verlangsamung
Affektabilität
Antriebslosigkeit
Was sind (sub-)kortikale Symptome einer vaskulären Demenz?
Gangstörung
Miktionsstörung
Wesensveränderungen
Apraxie
Dysarthrie
Aphasie
Neglect
Pyramidenbahnzeichen
Depressionen
Was sind die Leitsymptome einer vaskulären Demenz?
stufenweise Verschlechterung
Vergesslichkeit
Aufmerksamkeitsstörungen
emotionale Labilität
Was sind die Begleitsymptome einer vaskulären Demenz?
Gangstörungen
Harninkontinenz
Halluzinationen
abstraktes Denken und Langzeitgedächtnis lange unbeeinträchtigt
Was sind die Besonderheiten an einer vaskulären Demenz?
Mikroangiopathie bei jahrelanger arterieller Hypertonie
multiple kleine Infarkte → Demyelinisierung im subkortikalen Marklager
Defintion Lewy-Körperchen Demenz
Die Lewy-Körperchen-Demenz ist eine neurodegenerative Hirnerkrankung mit Symptomen einer kortikalen Demenz und eines Parkinson-Syndroms.
Zudem können u.a. psychiatrische Symptome bestehen. Typisch ist eine Antipsychotika-Unverträglichkeit.
Bei der Lewy-Körperchen-Demenz aggregiert α-Synuklein in kortikalen und subkortikalen Neuronen
Symptomatik einer Lewy-Körperchen Demenz
Kognitive, motorische und psychiatrische Symptome, die sich parallel entwickeln, i.d.R. innerhalb eines Jahres. Es besteht eine psychomotorische Antriebsstörung.
Progrediente Entwicklung von alltagsrelevanten kognitiven Defiziten (gemischt subkortikal-kortikale Demenz). Vigilanz und Gedächtnisstörungen können dabei stark fluktuieren.
Verwirrtheit und Störungen der Merkfähigkeit bzw. Konzentration
lebhafte visuelle Halluzinationen und Albträume (REM-Schlaf-Verhaltensstörungen)
Merkmale eines Parkinsonsyndroms auf (z.B. Bradykinese, Rigor, vornübergebeugter, kleinschrittiger Gang, Ruhetremor)
Posturale Instabilität mit Sturzneigung
Zusatzsymptome: Synkopen, autonome Funktionsstörungen, Depressionen, Tagesmüdigkeit
Welche drei Therapiewege gibt es bei einer Lewy-Körperchen Demenz?
Antidementive Therapie
Therapie psychiatrischer Symptome
Therapie der Parkinsonsymptomatik (L-Dopa)
Was beinhaltet die antidementive Therapie einer Lewy-Körperchen Demenz?
zentraler Acetylcholinesterasehemmer, z.B.:
Rivastigmin (positive Wirkung auf das Verhalten, gutes Ansprechen bei Halluzinationen)
Im Off-Label-Use: Donepezil (positive Wirkung auf Verhalten und Kognition),
Memantin (bei Verhaltensstörungen)
Was beinhaltet die Therapie der psychiatrischen Symptome einer Lewy-Körperchen Demenz?
atypische Antipsychotika .
Depressionen werden mit Serotonin-Reuptake-Inhibitoren (SSRI) therapiert.
Vorsicht: Klassische Antipsychotika sind kontraindiziert, weil ein Zusammenhang mit extrapyramidalmotorischen Nebenwirkungen und Vigilanzstörungen, besteht. Auch ein malignes Antipsychotikasyndrom kann induziert werden.
Was ist Leitsymptom der Lewy-Körperchen Demenz?
Parkinson Symptomatik
Was sind Begleitsymptome der Lewy-Körperchen Demenz?
Verlust der visuell-konstruktiven Fähigkeiten
optische Halluzinationen
starke Fluktuationen der Symptomatik
Besonderheiten der Lewy-Körperchen Demenz
intraneuronale Einschlusskörperchen v.a. in Substantia nigra und frontalem Kortex
Was sind die Leitsymptome der Creuzfeldt-Jakob-Erkrankung?
rasch progrediente Demenz
Myoklonien
zerebelläre Symptome
Was sind die Begleitsymptome der Creuzfeldt-Jakob-Erkrankung?
psychische, visuelle und extrapyramidalmotorische Störungen
akinetischer Mutismus
Was ist die Besonderheit an der Creuzfeldt-Jakob-Erkrankung?
spongiforme Degeneration des Großhirns durch Prionen
Definiton Demenz
Als Demenz wird ein fortschreitender Abbau erworbener interllektueller und kognitiver Fähigkeiten mit Beeinträchtigung im Alltag und einer Dauer über (mind.) mehrere Monate bezeichent. Es kommt dabei zu einer progredienten Atrophie von kotrikalem und/oder subkortikalem Hirnparenchym.
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