• Was wird unter
– Vernachlässigung
– Körperlicher Misshandlung
– Emotionaler Misshandlung
– Sexuellem Missbrauch verstanden
• Wie hoch ist das Vorkommen?
• Welche Auswirkungen haben die Formen der Misshandlung?
• Wie kann interveniert werden?
• Überlegungen zur Corona-Pandemie
Welche Aspekte sind oft schwierig hinsichtlich der Interpretierbarkeit der Ergebnisse in diesem bereich?
• Methodische Aspekte machen die
Interpretierbarkeit der Ergebnisse in
diesem Bereich oft schwierig
• Bspl. Sexueller Missbrauch
– Kinder berichten nicht unbedingt
über Missbrauch
– Auch Bezugspersonen müssen
nicht Bescheid wissen
– Längsschnitte problematisch:
man muss eigentlich sofort
intervenieren
• Validität und Reliabilität
retrospektiver Befragungen
• Systematische Verzerrungen
• Breite der Definition
Welche formen der misshandlung gibt es
4 stück
• Vernachlässigung
• Körperliche
Misshandlung
• Emotionale
• Sexueller Missbrauch
Wann liegt eine Kindeswohlgefährdung vor?
• „Eine Kindeswohlgefährdung im Sinne des § 1666 I BGB liegt
vor, wenn eine gegenwärtige, in einem solchen Maß vorhandene
Gefahr festgestellt wird, dass bei der weiteren Entwicklung der
Dinge eine erhebliche Schädigung des geistigen oder leiblichen
Wohls des Kindes mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu
erwarten ist.“
• Quelle:
https://www.famrz.de/entscheidungen/kindeswohlgefaehrdung-
im-sinne-des-1666-i-bgb.html. Abgerufen: 01.11.2020
Arten der Kindeswohlgefährdung anteil in % insgesamnt 59 948 fälle
Arten der Kindeswohlgefährdung 2023
entwicklung der kindeswohlgefährdung und der fälle von Hilfebedarf
Entwicklung der Kindeswohlgefährdung
Entwicklung der Inobhutnahme von Kindern
2022
• Inobhutnahme wieder stark gestiegen
• unbegleitete Einreise wurde im Jahr 2022 bei den insgesamt 13 möglichen
Anlässen für eine Inobhutnahme mit Abstand am häufigsten genannt (43 %).
• Überforderung der Eltern Rang 2 (26 %)
• Dahinter folgten Anzeichen für Vernachlässigungen (11 %) und körperliche Misshandlungen (10 %).
• Bei insgesamt 10 der 13 möglichen Anlässe für eine Inobhutnahme sind die
Fallzahlen 2022 gestiegen. Abgesehen von der unbegleiteten Einreise waren die stärksten Anstiege bei Anzeichen für Vernachlässigungen (+928
Nennungen, +14 %), körperlichen Misshandlungen (+592 Nennungen,
+10 %)und Delinquenz oder Straftaten der Minderjährigen (+517 Nennungen, +17 %) zu verzeichnen. (Statistisches Bundesamt, 2024)
Wann werden Kinder vernachlässigt?
„Kinder werden
vernachlässigt, wenn sie von
ihren Eltern oder
Betreuungspersonen
unzureichend ernährt,
gepflegt, gefördert,
gesundheitlich versorgt,
beaufsichtigt und / oder vor
Gefahren geschützt werden.“
(Hardt & Engfer, 2008, S. 805).
—>Vernachlässigung geht immer von der Bezugsperson aus
“unzureichend” muss definiert werden: Variiert zwischen und innerhalb der Kulturen.
Was könnten Signale sein, die auf
Vernachlässigung hinweisen?
• Bspl. für Signale, die möglicherweise
auf Vernachlässigung hinweisen:
– Schulschwänzen
– Unangemessene Kleidung
– Alleinlassen von Babys
– Schmutzige Wohnung
– Häusliche Gewalt
– Verletzende Sprache
– Unzureichende Ernährung bzw.
Diebstahl von Lebensmitteln etc.
Vernachlässigung
Definitionsprobleme: Unterscheidung materielle und emotionale Vernachlässigung
Was ist emotionale Vernachlässigung? Nenne eine definition der emotionalen vernachlässigung
in der regel…
• Definition von emotionaler
Vernachlässigung:
– „Bei emotionaler
Vernachlässigung werden die
kindlichen Grundbedürfnisse
nach Wärme und
Geborgenheit so wenig
erfüllt, dass die normale
Entwicklung des Kindes
gefährdet ist.“ (Hardt &
Engfer, 2008, S. 805).
In der Regel: materielle Vernachlässigung beinhaltet
die emotionale aber nicht umgekehrt
Nenne eine Definition der Vernachlässigung
Mangelnde Fürsorge für das Kind kann verschiedene
Entwicklungsbereiche betreffen
– Körperlich
– Emotional
– Medizinisch-gesundheitlich und den
– Bildungsbereich
– Außerdem: Ungenügende Beaufsichtigung oder
ungenügender Schutz vor toxischen oder gefährlichen
Situationen
• Wieder das Problem, ein
Kriterium festzulegen
– Ab wann ist ein
Verhalten als
emotionale
anzusehen?
• Vernachlässigtes
Forschungsthema
Vernachlässigung - Häufigkeit und Dunkelziffer
• Vernachlässigung ist die häufigste
Form der Missachtung von
Kinderrechten
• Deutsche Jugendämter: zwei
Drittel aller betreuten
Misshandlungsfälle =
• USA: 2003: ca. 900.000 Fälle von
Kindesmisshandlung wurden
angezeigt, davon waren 60%
Vernachlässigungen (hier sind nur
die schweren Fälle drin!)
Verfahren zur einschätzung der kindeswohlgefährdung: deutschland, jahre, gefährdungseinschätzung, art der kindeswohlgefährdung
Gründe der Inobhutnahmen Minderjähriger
Die 6 häufigsten anlässe für Inobhutnahmen
unbegleitete Einreise aus dem ausland
überforderung der eltern / eines elternteils
anzeichen für vernachlässigung
anzeichen für körperliche misshandlung
beziehungsprobleme
anzeichen für psychische misshandlung
ausgewählte hauptgründe für die neuunterbringung in einem heim oder einer pflegefamilie 2021 in %
Erklärungsmodelle
• Eltern überfordert mit sich selbst
und ihren Problemen
• Emotionale Situation der Eltern
• wirtschaftliche Situation der
Eltern
• chronisch kranke Eltern (eher
nicht, Depression)
Was soll ich tun?
Wenn ich Vernachlässigung vermute….
Intervention
• Aufbau einer tragfähigen und vertrauensvollen
Beziehung zu einer Fachkraft, um einen hilfreichen
Zugang zu den betroffenen Familien zu ermöglichen
• je früher die Intervention, desto besser die Chancen
für das Kind seine Entwicklungsrückstände wieder
aufzuholen
• Heim- / Pflegefamilie - Jugendhilfe
• allg. Herausnahme aus der Familie eher schwierig
• Definition von körperlichen Misshandlungen
• Definition von körperlichen Misshandlungen:
– „Körperliche Misshandlungen sind Schläge oder andere
gewaltsame Handlungen (Stöße, Schütteln,
Verbrennungen, Stiche usw.), die beim Kind zu
Verletzungen führen können.“ (Hardt & Engfer, 2008, S.
808).
Körperliche Misshandlung: USA: Seit 1962 nach und nach Meldepflicht für
Misshandlung und Vernachlässigung
– 4% der Kinder, die die Diagnose Misshandlung oder
Vernachlässigung bei einem Krankenhausaufenthalt
bekommen, sterben bei diesem
körperliche Bestrafung : körperliche prügel hat eine lange tradition
Seit wann es in Deutschland ein Verbot
körperlicher Züchtigung?
Körperliche Misshandlung
• Internationaler Vergleich:
– Deutschland: Seit 2000
gibt es ein explizites
Verbot körperlicher
Züchtigungen
– In Schweden ca. 20
Jahre früher
– „Werbung“: Bspl.
Milchtüten
Häufigkeit und Dunkelziffer
von körperlicher misshandlungen
• Repräsentativbefragung von 3285 Personen im Alter
zwischen 16 und 59 Jahren (Wetzels, 1997):
– 40% häufigere und regelmäßige körperliche Strafen in ihrer
Kindheit
– 10% schwerwiegende Körperstrafen
– 5 % Misshandlungen
• Angezeigte Kindesmisshandlungen: 2000 Fälle pro
Jahr
• Mehr Anzeigen in letzter Zeit
Verfahren zur einschätzung der kindeswohlgefährdung deutschalnd, jahre, gefährdungseinschätzung, art der kindeswohlgefährdung
Studie: 20 Jahre gewaltfreie Erziehung im BGB
•
„Aktuelle Einstellungen zu
Körperstrafen und elterliches
Erziehungsverhalten in
Deutschland“
Ein Blick auf Veränderungen
seit der parlamentarischen
Entscheidung von 2000
• Von Vera Clemens, Cedric
Sachser, Mitja Weilemann &
Jörg M. Fegert (2020)
Zustimmung/Ablehnung zu verschiedenen
Körperstrafen im Jahr 2016 und 2020
Körperstrafen nach Geschlecht im Jahr 2020
Körperstrafen nach Altersgruppe im Jahr 2020
Wie kommt es Ihrer Meinung nach zur
körperlichen Misshandlung? Erklärungsmodelle..
• Psychopathologische Erklärungsmodell
– Weitergabe der Gewalt über die Generationen
– Eigene Gewalterfahrungen => Gewalt an Kindern (trifft nur
bei 30% zu)
– Aber eigene Gewalterfahrungen gehen auch mit Gewalt
gegen die eigene Person einher
– Aber großer Teil der Eltern, die geschlagen wurden,
schlagen selber nicht: Schutzfaktoren:
• Tragfähige Beziehungen zu andren Menschen => Bewältigung der
Gewalterfahrungen
• Gute Begabung und Schulerfolg
• Soziologische Ansätze
– Bedingungen für Gewalt:
• Die gesellschaftliche
Billigung von Gewalt in der
Erziehung von Kindern,
• Lebensbelastungen (Armut,
Arbeitslosigkeit) die die
Familien überfordern, und
• Mangel an sozialen
Unterstützungssystemen, die
Familien entlasten können.
• Sozial-situationales Erklärungsmodell
– Kindesmisshandlung ist Endpunkt eskalierender
Konfliktsituationen
– Eltern verprügeln ihre Kinder, weil andere
Erziehungsmaßnahmen nicht helfen
– Verhaltensprobleme sind vordergründiger Anlass für
Bestrafungen
– Aber: kindliche Verhaltensprobleme sind mit mütterlichen
Persönlichkeitsproblemen und einem wenig optimalen
Betreuungsverhalten verknüpft
Auswirkungen von körperlichen misshandlungen
• Auswirkungen bei Vorschul- und Schulkindern:
– Rückstände in der kognitiven – besonders in der
sprachlichen – Entwicklung
– Geringe Kompetenz, Ausdauer und Belastbarkeit in
leistungsthematischen Situationen und
– Probleme in der Beziehung zu Gleichaltrigen, von denen
sie wegen ihres aggressiven Verhaltens abgelehnt werden.
• Langfristige Folgen:
– Z.B. Aggressionsbereitschaft, Alkohol- und
Drogenmissbrauch, emotionale Probleme, Suizidneigung
Intervention bei körperlicher misshandlung
• Arbeit in Kinderschutzzentren und anderen präventiv
arbeitenden Einrichtungen (Mütterzentren,
Besuchsdienste von Säuglingsschwestern…)
• Bis jetzt wenig Aussagen zur Effizienz
• In USA waren folgende Programme wirksam:
– Mehr als zwölf Kontakte mit den Familien und eine
Mindestdauer von sechs Monaten der Betreuung waren
vorgesehen
– Ein ressourcenorientierter Ansatz mit Komponenten der
sozialen Unterstützung
– Die betroffenen Familien waren aktiv beteiligt.
• Definition von sexuellem Missbrauch:
– „Unter sexuellem Missbrauch wird jede Einbeziehung
eines Kindes in eine sexuelle Handlung verstanden, für die
es entwicklungsmäßig noch nicht reif ist, die es daher nicht
überschauen kann und zu der es keine freiwillige
Zustimmung geben kann und / oder die sozialen legalen
Tabus der Gesellschaft verletzt.“ (American Academy of
Pedriatrics, 1991).
• Feministische Definitionen:
– Zentrales Bestimmungsstück: Instrumentalisierung von
Mädchen und Frauen zur sexuellen Befriedigung von
Männern
– Subjektives Kriterium, (auch „harmlose“ Verstöße), Erleben
– Entscheidendes Kriterium: Übergriffe gegen den Willen
eines Mädchens bzw. einer Frau
• Probleme an den
feministischen
Definitionen:
– Fehlende
Objektivierbarkeit
– Jungen werden
ausgeklammert
• Gemeinsamkeiten aller Definitionen:
– Gefälle zwischen Täter und Opfer (Alter, Reife oder Macht)
• Einteilung nach Schweregrad
– Drei Kategorien des Schweregrads:
1. Verkehr als sexueller Missbrauch mit genitaler, oraler oder
analer Penetration oder Manipulation
2. Sexueller Missbrauch mit Körperkontakt, aber ohne
Geschlechtsverkehr und
3. Sexueller Missbrauch ohne Körperkontakt (Bspl. Exhibitionisten)
Prävalenzen für Schweregrad sexueller missbrauch
Sexueller Missbrauch
• Wichtige Unterscheidung
• Wichtige Unterscheidung: intrafamiliärer und
extrafamiliärer Missbrauch
• Schädlichkeit wird teilweise unter- und teilweise
überschätzt
sexueller missbrauch häufigkeit und dunkelziffer
• Die meisten sexuellen Übergriffe in der Kindheit und Adoleszenz:
kein versuchter oder vollzogener Geschlechtsverkehr, sondern
Exhibitionistische Erfahrungen und sexuelle Berührungen
• Exhibitionistische Erlebnisse (Weltweit):
– 7% der Frauen
– 3 % der Männer
• Sexuelle Berührungen (Weltweit):
– 15 % der Frauen
• Schwerer sexueller Missbrauch (Weltweit):
– 5 % der Frauen
– 2 % der Männer
In Deutschland:
– Sexuelle Missbrauchserlebnisse mit Körperkontakt:
• Frauen: 8,6%
• Männer: 2,8%
– Sexuelle Missbrauchserlebnisse ohne Körperkontakt:
• Frauen: 5,2%
• Männer: 2,5%
– 36% der weiblichen und 27% der Männer wurden
mehrfach missbraucht
• Rückblick auf
Kriminalstatistiken:
– Gibt verzerrtes Bild
– Nur ca. 10 % der
Missbrauchsfälle
werden angezeigt
– Ca. 15.000 Anzeigen
pro Jahr
– Bei 11% der Frauen dauerte der Missbrauch über ein Jahr
Kindeswohlgefährdung durch sexuelle Gewalt
Opfer des sexuellen Missbrauchs
• Geschlecht als Moderatorvariable
– Mädchen 3x so häufig wie Jungen
– Männer berichten seltener von Missbrauchsfällen
– Jungen werden später als Opfer entdeckt => zögern sich in
der Rolle des Opfers zu sehen
– Jungen:
• häufiger missbraucht außerhalb der Familie,
• Eher von Gleichaltrigen
• Weniger von älteren Jugendlichen
• Andere Moderatorvariablen:
– Bei Mädchen wenig Schichtunterschiede
– Geistig und/oder körperlich behinderte Mädchen werden
häufiger missbraucht
– Betroffen sind Kinder jeder Altersklasse, aber Häufung
zwischen 10 und 13 Jahren
– Kinder aus Stieffamilien
– Kinder aus Familien mit Alkoholmissbrauch
Täter und Täterinnen des sexuellen missbrauchs / täterstrategie
• Geschlecht:
– Überwiegend männlich (bei 97,5% der weiblichen und
78,8% der männlichen Opfern)
– Anzahl der weiblichen Täterinnen wird vermutlich
unterschätzt
• Häufigkeiten verschiedener
Tätergruppen (Fergusson &
Mullen, 1999)
– Innerfamiliäre Täter 10%
– Nähere Verwandte 20%
– Bekannte oder weitere
Verwandte (50%),
– Fremde 20%.
• Täterstrategie:
– Häufigste Täterstrategie bei Angehörigen: emotionale
Zuwendung
– Gewalt: eher bei Bekannten und Fremden
Erklärung des sexuellen Missbrauchs
• Warum sind fast nur Männer Täter?
• Aufgeführte möglichen Gründe:
– Unterschiede in der Art der sexuellen Begierde zwischen
den Geschlechtern,
– Unterschiede in der genetisch mitgebrachten
Schutzhaltung gegenüber Kindern,
– Höhere physische Aggressivität bei Männern,
– Die gesellschaftlichen Bedingungen
– Die geschlechtsspezifische Sozialisation von Männern und
Frauen,
– Die mangende Beteiligung von Männern an der
Kinderpflege,
– Steigende Scheidungsraten und
– Die Emanzipation von Frauen.
• Erklärungen sind plausibel aber nicht ausreichend.
• Weitere Gründe (u.a.) :
– Eigene sexuelle Gewalterfahrung:
• 30% der Täter waren selbst Opfer sexuellen Missbrauchs
(Fergusson & Mullen, 1999)
• Schwierig: Untersuchung von Tätermerkmalen häufig
an atypischen Stichproben
Aber auch Frauen sind Täterinnen
• …wird vermutlich deutlich unterschätzt
Weitere Gruppe: Jugendliche StraftäterInnen
Diagnostik des sexuellen Missbrauchs
• Unmittelbare Folgen des sexuellen Missbrauchs:
Hinweise für die Diagnostik
• Längerfristige Folgen: Hinweise für notwendige
Interventionen
• Es gibt kein eindeutiges Syndrom des sexuellen
Missbrauchs (weder im körperlichen noch im
psychischen Bereich eindeutige Symptome)
• Diagnostische Möglichkeiten und Grenzen:
• Nicht eindeutig:
– Spielverhalten mit anatomisch korrekten Puppen
– Zeichnungen
• Zuverlässigste Quelle:
– Spontane Berichte der Kinder selber (Problem:
Suggestivfragen)
Auswirkungen des sexuellen Missbrauchs
• Vergleich von missbrauchten mit nicht-
missbrauchten, nicht-klinischen Kontrollgruppen:
– Häufiger:
• Ängste
• Depressionen
• Aggressionen und
• Sexualisiertes Verhalten.
missbrauchen, aber wegen anderer Problem in
Behandlung:
– Weniger deutliche Unterschiede: Ausnahme: sexualisiertes
Verhalten
• Altersabhängigkeit der Symptome:
– 0-6 Jahre: vor allem Ängste, Alpträume, Regressionen,
internalisierendes und sexualisiertes Verhalten
– 7-12 Jahre: vor allem Ängste, Alpträume, Schulprobleme,
unreifes und hyperaktives und / oder aggressives
– 13-18 Jahre: Depressionen, sozialer Rückzug,
Suizidneigungen, Somatisierungen, Weglaufen,
Promiskuität und Alkohol- oder Drogenmissbrauch
• Geschlechtsunterschiede:
– Kaum untersucht
• Nur 20-30% der Kinder zeigten zum Zeitpunkt der
Untersuchung Symptome, die mit großer
Wahrscheinlichkeit mit dem Missbrauch in
Verbindung stehen
• Ein großer Teil (ca. 20-50%) bleibt symptomfrei .
Mögliche Gründe:
– Mangelnde Sensitivität der Messinstrumente
– Symptome entwickeln sich erst später
– Nicht jeder Missbrauch führt zu andauernden Belastungen
• Vermittelnde Variablen für die Entwicklung einer
andauernden Belastung:
– Die Dauer, Intensität und Bedrohlichkeit des Missbrauchs
– Eine enge Beziehung zwischen Opfer und Täter
– Wenig familiäre Unterstützung bei der Enthüllung des
sexuellen Missbrauchs
– Langwierige Gerichtsverfahren mit mehrfachen,
belastenden Kreuzverhören und
– Die Reviktimisierung durch andere Täter, die in 6 bis 30%
der Fälle vorkommt.
• Familiäre Belastungen
scheinen
ausschlaggebender zu
sein als der sexuelle
Missbrauch
Die Verarbeitung des sexuellen Missbrauchs
• Die Verarbeitung des sexuellen Missbrauchs
– Schutzfaktoren für eine erfolgreiche Bewältigung:
• Liebevolle Familie:
– Kinder werden sexuell aufgeklärt
– Bei klaren Grenzziehungen zwischen den Generationen ist der
Umgang mit Körperlichkeiten offen und liberal
• Missbrauchte Mädchen geben sich keine Mitschuld
– Risikofaktoren für eine erfolgreiche Bewältigung:
• Wenn positive oder ambivalente Gefühle im Spiel waren
(charakteristisch bei Angehörigen)
• Pädophile Täter (Verführung)
Intervention bei sexuellem Missbrauch
• Beratungs- und Betreuungsangebote
• Kaum Evaluation
• Ansätze zur Prävention
• Täterorientierte Prävention wäre gut, aber schwierig
• Täterprävention wäre bei zwei Gruppen besonders
wichtig:
– Männliche Opfer früherer sexueller Gewalt
– Jugendliche Täter, die ohne mögliche Behandlung ihr
Verhalten möglicherweise verfestigen
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