Definition Managed Care (MC)
Qualität, Versorgung und Bezahlung von Gesundheitsleistungen und -produkten durch neue Managementkonzepte in die bisher bekannten Modelle der Bereitstellung von bzw. Versorgung mit Gesundheitsleistungen einzubringen.
…umschreibt Optimierung der Gesundheitsversorgung
Aktive MC Programme in Deu
DMP
ZUzahlungen
Wahltarife
hausarztzentrierte Versorgung
Kostenmanagement
…versucht, Kosten zu optimieren, indem es sie dort, wo es ohne Qualitätsver lust möglich ist, einspart.
Verschiedene Ansätze für Kotenmanagement, z.B.
Gatekeeping
Gatekeeping ?
Konzept, wobei der Hausarzt als “Türöffner” Gatekeeper fungiert, dieser stellt sektor- und behandungsübergreifend Behandlungsprozessse dar
Vorteile:
KOstenreduktion durch weniger unnötige Facharztbesuche
Qualität steigt, da alle Infos zusammenlaufen
Problem: wird im Medizinstudium nicht beigebracht, benötigt Zusatzqualifikation
Disease Manager
Beim Disease Management (recht neue Behandlungsmethode chronischer Erkrankungen) managt der Gatekeeper die gesamte Krankheit im Verlauf, er erfüllt nicht nur einen Behandlungsteil
Soll schützen vor:
Kosten hoch
stationären Leistungen
Infoasymmetrie reduzieren
Arten von Gatekeepern
Einfacher Gatekeeper
Nur Schleusenwächter — entscheidet wer zum Facharzt darf
Wird pro Leistung bezahlt (fee for service)
Kein finanzielles Risiko — aber viel Verwaltungsarbeit
Capitated Gatekeeper
Trägt das volle finanzielle Risiko für alle Behandlungen des Pat
Bekommt einen festen Betrag pro Pat — egal wie viel behandelt wird
Ist er günstig → Gewinn. Ist der Pat teuer → Verlust
Realität: abgeschwächte Mischform, einer allein zu riskant
2 Modellvarianten Gatekeeper:
Risiko Pool Maxima: dass ein schwerkranker Versicherter bei Kostenüberschreitung aus dem Risiko-Pool des Arztes herausfällt, mehrere Ärzte teilen sich Risiko und Kosten
einer allein: nur für seine Leistungen verantwortlich, kein Anreiz zu sparen
Beispiel Diabetes Modellvarianten:
Modell 1 (Pool Maxima): Dein Hausarzt bekommt z.B. 1.000 € pro Jahr für Dich — für alle Kosten zusammen:
Er überweist Dich zum Diabetologen → kostet 400 €
Labor → 200 €
Diätassistentin → 150 €
Eigene Behandlung → 200 €
→ Macht genau 950 € → er hat 50 € gespart/ gewonnen
→ Er überlegt genau wen er überweist, weil es sein Budget betrifft
Modell 2 (USA): Der Hausarzt bekommt nur für seine eigene Leistung bezahlt.
Der Diabetologe bekommt separat bezahlt, die Diätassistentin separat, das Labor separat.
→ Der Hausarzt hat keinen Anreiz zu sparen — er trägt die Kosten der anderen nicht → Er überweist einfach zu jedem Spezialisten → Überversorgung
Anreiz für Patienten am Hausarztmodell teilzunehmen?
Bessere Leistungen der KK
günstigere Prämien
Weiterer Nachteil der Patienten im Gatekeeping Programm ?
Mehraufwand, und je nach Art des Gatekeepers (v.a., wenn dieser über Kopfpauschalen vergütet wird und die finanzielle Verantwortung trägt) muss der Pat fürchten, eher zu wenig als zu viel behandelt zu werden. Andererseits gewinnt Prävention an neuer Bedeutung, wenn der Gatekeeper (auch) ein finanzielles Interesse an einem möglichst gesunden Patientenstamm hat
Qualitätsmanagement
Optimierung bestehender Prozesse des QM z.B. durch:
evidenzbasierte Leitlinien
Disease Management Programm
Arten von Leitlinien etc.
Richtlinie von Bundesärztekammer = gesetzliche Grundlage + bindend
Leitlinie ohne gesetzliche Grundlage = Empfehlung
Evidenzbasierte Leitlinie mehr wert als Leitlinie ohne Evidenz
vertrauliche Leitlinien für Kostensenkung und Schaffung von Wettbewerbsvorteilen
Leitlinien ohne öfftl. Diskussion, nicht unternehmensindividuell
Leitlinie hier gemeitn ?
Wenn folgend von Leitlinien ohne speziellen Zusatz die Rede ist, bezieht sich der Text auf jede Form von Richt-, Leitlinie, Guideline, Empfehlung oder Stellungnahme
Wozu dienen Leitlinien den Ärzten ?
Hilfestellung Behandlung von komplexen Krankheiten
Merkmale zu Leitlinien:
Vorteil: Vereinfachung und Standardisierung von Abläufen
Nachteil: benötigen regelmäßige Aktualisierungen und können nicht bei Pat mit Komorbiditäten angewendet werden
Weg: präzise Schritte in schnellstmöglicher Zeit unter definierten Qualitätsanforderungen kostenoptimal ablaufen
Somit auch: Qualitätssicherung
Folge: verkürzte Liegezeiten, reduzierter Einsatz von Medizintechnologie
Erstellung: Kostspielig und zeitaufwendig, genaue Auswal wofür Leitlinien
Durch wen werden Leitlinien erstellt ?
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF)
1013 Leitlinien
Guidelines International Network (G-I-N)
Das G-I-N, 2002 gegrün det, beinhaltet Leitlinien von 96 Organisationen aus 87 Ländern.
3749 Dokumente
Mittels einer Kosten-/Qualitätsmatrix kann die Sinnhaftigkeit ihrer Anwendung geprüft werden, wie folgende Tabelle verdeutlicht
Die fettgedruckten Felder sind die Konstellationen, in denen für die Leitlinie im Vergleich zur bisherigen Behandlung entschieden würde. Im Idealfall erhöht sie die Qualität bei gleichzeitiger Kostenreduktion. Sind Kosten & Qualität erhöht, muss abgewogen wer den (Präferenzentscheidung), sind Kosten & Qualität niedriger, ist das entwickelte Konzept eine neue (nicht gewünschte) Variante (Produktdifferenzierung).
Großer Vorteil von Leitlinien ggü anderen MC Instrumenten ?
Leistungserbringer können sie kaum ablehnen, wenn sie von neutralen oder staatlichen Institutionen entwickelt wurden
Werdegang einer Leitlinie ?
Leitlinie ->
klinische Behandlungspfade (clinical Pathaways), evtl auch Checkliste gennant
Clinical Pathaway Merkmale:
einzelnen, festgeschriebenen Behandlungsschritte des Pat
können in Form eines Entscheidungsbaumes (Art Stufenplan) vorliegen: Über verschiedene Äste kann der Behandelnde sehen, was aufgrund des aktuellen Zustands des Pat zu unternehmen ist, um zum Therapieziel zu gelangen
Checkliste
Solche Checklisten die nen grundsätzlich der Fehlervermeidung: Indem jeder einzeln notwendige Schritt abgehakt wird, wird eine einfache Quali tätskontrolle ermöglicht.
Vor- und Nachteile klinischer Behandlungspfade:
erhöhte Patsicherheit
Standardisierung der Behandlung hohes Niveau
Qualisteigerung der Doku
Reduktion von Doku und aufklärungsmängeln
Prozessbeschleunigung
Vermeidung von Doppellungen
effizinetere Doku
Nachteile:
mangelnde Digitalisierung
erhöhter Dokuaufwand hierdruch
Personal- und Zeitmangel verstärken dies
manche fühlen sich eingeschränkt
Disease-Management-Programme
Programme der Behandlung chronischer Erkrankungen (Disease-Management/Chronic Care/Chroniker-Programme)
beinhaltet Schulungen von Ärzten + Versicherten, Erinnerungen an rglm Untersuchungstermine (Reminder), turnusmäßige Angebote der Überweisung an Fachärzte (z. B. Diabetologen) + Optimierung der Arzneimitteltherapie.
Typische DMP-Krankheitsbilder: Bluthochdruck + koronare Herzerkrankungen, Asthma, Rücken-schmerzen, Depressionen o. Diabetes
Im Gegensatz zur historisch bedingten Ausrichtung des Gesundheitssystems auf die Behandlung von Akuterkrankungen (z. B. Verletzungen, Infektionen …) waren die notwendigen Koordinierungsaufgaben bei chronisch Kranken zunächst nicht im System hinterlegt. Es gilt jedoch als Daumenregel „80 / 20“, d. h., 80 % der Gesundheitswesen-Ressourcen werden von 20 % der Pat verbraucht, chronisch Kranke spielen (auch durch Krankheitsdauer) eine erhebliche Rolle. Der GBA legt geeignete chronische Krankheiten fest, für die dann Disease-Management-Programme zur Verbesserung des Behand-lungsablaufs und der Qualität der medizinischen Versorgung entwickelt werden. Auswahlkriterien sind hierbei die Anzahl betroffener Versicherter, Verfügbarkeit von evidenzbasierten Leitlinien, Möglichkeiten zur Verbesserung der Versorgungsqualität, sektorenübergreifender Behandlungsbedarf, Beeinflussungsmöglichkeiten des Krankheitsverlaufs durch Eigeninitiative des Versicherten und hoher finanzieller Aufwand der Behandlung. Für Versicherte ist die Teilnahme an Disease-Management-Programmen freiwillig. Deutschland ist bei der annähernd flächendeckenden und vollständigen Einschreibung von geeigneten Versicherten in Disease-Management-Programme weltweit führend (z. B. sind Diabetiker hier nahezu flächendeckend eingeschrieben)
Zu einem optimalen Kosten- und Qualitätsmanagement gehört eine effektive Risikosteue rung und damit Qualitätssicherung. Auch hierfür gibt es diverse Prozesse, z.B.
Risikomanagement
Pay for Performance
Als interne Systeme nutzen Rückmeldungen zu Mängeln, z. B.
Amts arztbegehungen
Selbstinspektionen
Qualitätsaudits
Patientenzufriedenheitsbefragungen
Beschwerdemanagement
Critical Incident Reporting System (CIRS)
Qualitätsaudits bilden Grundlage zur Zertifizierung für Krankheitsbild-, oder organbezogene Zentren, z. B. Schlaganfallzentren, Krebszentren etc.
KKlinisches Risikomanagement & CIRS — Kurzfassung Ziel:
Patsicherheit maximieren, Schäden vermeiden durch kontinuierliche Verbesserung von Organisation, Personal und Ausstattung
CIRS (Critical Incident Reporting System)
Meldesystem für Beinahe-Fehler → je früher erkannt, desto besser
Typische Beinahe-Fehler: Medikamentenverwechslung, Gerätedefekte, Beinahe-Stürze vom OP-Tisch
Fehlerursachen: Zeitdruck, Stress, Übermüdung, schlechte Kommunikation, Hierarchiegefälle
Meist entsteht Schaden durch Verkettung mehrerer Fehler
CIRS-Grundprinzipien (aus der Luftfahrt):
Anonymität
Keine Bestrafung
Externe, zentrale Annahmestelle
Ursachenanalyse mit Fokus auf Organisation & Prozesse
Zertifizierungen welche möglich ?
Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen (KTQ): hat an Bedeutung verloren
European Foundation for Quality Management (EFQM): freiwillig am häufigsten
ISO 9001/2015 enthält allg. formulierte und damit für alle Orgas anwendbare Anforderungen. Sie wird jährlich durch externe Auditoren (Vertreter Zertifizierungsstelle) durchgeführt und ist national und international anerkannt
Weitere Qualitätssicherung im Gesudnheitswesen z.B.
Checklisten
Patienten- und Mitarbeiterbefragungen
Wichtigste Indikatoren: Weiter-empfehlungsbereitschaft & MAzufriedenheit
3 zentrale Institutionen ?
G-BA
2003 (GMG)
Beauftragt mit Qualitätssicherung
IQTIG
Im Auftrag G-BA
Entwickelt Verfahren zur gesetzlichen Qualitätssicherung
IQWiG
2004
Bewertet Qualität & Wirtschaftlichkeit — unabhängig
Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG)
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit (IQWiG)
Weiteres großes Instrument der QS ?
QS nach § 137 SGB V
GBA darf strafen, bewertet neue Methoden, legt DMP fest, Vorgaben PPR Grenzen
§136b ?
KHs müssen jährlich einen Qualitätsbericht veröffentlichen
Pay-4-Performance Definition
Vergütungshöhe an die Qualität (und damit den Erfolg) gekoppelt ist und nicht mehr nur die reine Leistungserbringung vergütet wird
Erbringer wird nach Qualität bezahlt
Merkamle P4P:
Erwünschter Effekt: Qualitätsverbesserung wenn Arzt- und Patienteninteresse übereinstimmen.
Unerwünschte Effekte:
Hohe Kontrollkosten
Qualität schwer messbar
Ethisches Problem: Arzt meidet risikoreiche Patienten
Offene Fragen in der Praxis:
Bonus für gute Qualität oder Malus für schlechte?
Qualitätsniveau oder Qualitätsverbesserung belohnen?
Wie stark ändert veränderte Vergütung das Verhalten?
Ergänzend somit mit anderen Vergütungsformen!!!
Vergütungsformen:
Kopfpauschale
Fester Betrag pro Pat
Fallpauschale (DRG)
Fester Betrag pro behandletem Fall
Gehalt
Fester Betrag pro Periode
4 Bereiche für Qualitätsindikatoren:
Patientenzufriedenheit
Klinische Performance
Einsatz von IT (z.B. elektronische Patientenakte)
Effizienzkriterien
Problem bei Fokus auf messbare Qualiindikatoren ?
Tunnel Vision, andere werden vernachlässigt
WAs kann das KH zur Besserung also in Kombi mit der GKV-S machen ?
Public Reporting: P4P wird oft kombiniert mit Veröffentlichung von Qualitätsdaten → Transparenz für Patienten und Öffentlichkeit
Qualitätsverträge (KHSG):
Krankenkassen & Krankenhäuser schließen zeitlich befristete Qualitätsverträge
Ziel: Testen ob Anreize Qualität verbessern
Erprobungszeitraum: max. 4 Jahre → dann Evaluation durch IQTIG
Mögliche Anreize laut GKV-Spitzenverband:
Krankenhausempfehlung durch Kasse
Einmalige Zahlungen
Erfolgsabhängige Zahlungen (= P4P)
ZUSAMMENFASSUNG
Im MC werden neue Kosten- und Qualitätsmanagementkonzepte eingesetzt, um Qualität zu maximieren bzw. zu sichern und Kosten ohne Qualitätsverlust zu minimieren. Von diesen Konzepten (Methoden/Instrumente) gibt es diverse. Das Gatekeeping (Kostenmanagement) entspricht in Deu dem Hausarztmodell. Dieser wird zum Türwächter für den Pat und koordiniert dessen gesamten Behandlungsverlauf, wobei er nur koordinativ (einfacher Gatekeeper) oder auch finanziell verantwortlich (capitated Gatekeeper) sein kann. Im QM werden durch Leitlinien Behandlungsempfehlungen für Ärzte erstellt, welche als Richtlinien rechtlich bindend oder als Leitlinien empfehlend sein können. Über DMP wird der Behandlungsablauf chronisch Kranker optimiert, die einen Großteil zu den verbrauchten Gesundheitswesen-Ressourcen beitragen (Daumenregel 80/20). Qualitätssicherung wird z. B. durch Risikomanagement und Anwendung von CIRS erreicht, aber auch P4P, bei dem mittels qualitäts-/erfolgsorientierter Vergütung eine Qualitätsverbesserung erreicht werden soll und das oft mit Public Reporting kombiniert wird, dient zur Sicherung der Qualität.
Wie bezeichnet man das Einbringen neuer Managementkonzepte in bisherige Versorgungsmodelle für Gesundheitsleistungen?
Wie bezeichnet man einen Arzt, der nicht nur den gesamten Behandlungsablauf seiner Patienten koordiniert, sondern auch das gesamte finanzielle Risiko übernimmt?
Wer legt geeignete chronische Krankheiten für die Entwicklung von Disease-Management-Programmen fest?
Was beschreibt der Begriff „Critical Incident“?
Was bezeichnet die sogenannte Kopfpauschale?
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