Buffl

Innovationsmanagement

LG
by Linus G.

Was versteht man untere einer Radikalen Innovation, was unter einer Disruptiven Innovation? Erkläre es anhand eines Beispiels

Radikale

  • neuartige Zweck-Mittel-Kombinationen

  • Starke Abweichung von bisherigem Design bei Zweck oder Mittel

  • Käufer-Nutzen und Technischer Innovationsgrad hoch

    • Photvoltaik, mRNA-Impfstoffe, Internet

Disruptive

  • schafft neuen Markt

  • anderer Wertesatz, welche bestehenden Markt überholt

  • nicht radikal in technologischer Dimension

    • Beispiel Netflix

      1. Radikale Innovation (Der technologische Quantensprung)

      Eine radikale Innovation ist eine technische Meisterleistung. Sie verändert das „Wie“ grundlegend.

      Fokus: Technologische Neuheit und Komplexität.

      Merkmal: Es entsteht eine völlig neue Zweck-Mittel-Kombination (Slide 4).

      Wirkung: Bestehende Produkte wirken plötzlich veraltet, weil die neue Technik einen massiv höheren Nutzen bietet (Slide 41).

      Beispiel: Der Übergang von der Pferdekutsche zum Auto oder vom Festnetztelefon zum Mobiltelefon. Die zugrunde liegende Technologie wurde komplett ausgetauscht.

      2. Disruptive Innovation (Der Marktumwälzer)

      Eine disruptive Innovation muss technisch gar nicht „besser“ sein. Oft ist sie am Anfang sogar schlechter, aber sie ist einfacher, bequemer oder billiger.

      Fokus: Geschäftsmodell und Marktverdrängung.

      Merkmal: Sie schafft einen neuen Markt oder spricht Kunden an, die bisherige Lösungen zu teuer oder kompliziert fanden (Slide 4).

      Wirkung: Sie greift etablierte Unternehmen „von unten“ an und verdrängt sie schließlich komplett, weil sich der Wertesatz der Kunden ändert.

      Beispiel: Netflix vs. Videotheken. Streaming hatte anfangs eine schlechtere Bildqualität als eine Blu-ray, aber die Bequemlichkeit (sofort schauen, keine Rückgabe) hat den gesamten Markt der Videotheken zerstört.

Auf welche Felder lässt sich der Gesamtnutzen von Innovationen einordnen?

1. Technische Effekte (Technischer Nutzen)

Hier geht es um die direkten Verbesserungen am Produkt oder am Herstellungsprozess selbst.

Höhere Produktqualität: Die Innovation führt zu einem Produkt, das zuverlässiger, schneller oder leistungsfähiger ist.

Erfahrungskurve: Durch die Neuerung lernt das Unternehmen dazu. Prozesse werden mit der Zeit effizienter, weil man „weiß, wie es geht“.

Know-How: Das Unternehmen baut wertvolles Expertenwissen auf, das als Basis für zukünftige Entwicklungen dient.

Beispiel: Ein Automobilhersteller entwickelt einen effizienteren Elektromotor. Der technische Nutzen ist die höhere Reichweite und das gesammelte Wissen über Batterietechnologie.

2. Ökonomische Effekte (Ökonomischer Nutzen)

Dies ist die betriebswirtschaftliche Sicht. Innovationen müssen sich oft finanziell lohnen, um als erfolgreich zu gelten.

Umsatzzuwachs: Neue Produkte erschließen neue Märkte oder gewinnen Kunden von der Konkurrenz.

Anstieg Gewinn: Durch höhere Preise (wegen Einzigartigkeit) oder mehr Verkäufe steigt der Ertrag.

Kostensenkung: Prozessinnovationen sorgen dafür, dass die Herstellung billiger wird (z. B. durch Automatisierung).

Beispiel: Netflix senkte durch das Streaming die Kosten für Logistik und Lagerhaltung von DVDs massiv, was den Gewinn steigerte.

3. Sonstige Effekte (Sonstiger Nutzen)

Innovationen haben oft Auswirkungen, die über Technik und Geld hinausgehen. Diese werden heute (Stichwort: Nachhaltigkeit/ESG) immer wichtiger.

Umwelt: Die Innovation schont Ressourcen oder reduziert CO2 (z. B. Photovoltaik).

Soziales: Verbesserungen für die Gesellschaft oder die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter.

Selbstverwirklichung: Für die Entwickler oder Nutzer kann die Innovation identitätsstiftend sein oder persönliche Freiheit ermöglichen.

Beispiel: mRNA-Impfstoffe bieten einen enormen sozialen Nutzen, indem sie eine Pandemie eindämmen und Leben schützen, weit über den rein finanziellen Erfolg hinaus.

Wie passt der Integrierte Innovationsprozess der Firma Lapp zu den drei Paradigmen?



[A] Erkennen

  • Paradigma: Wahrnehmung und richtige Einschätzung des innovativen Potenzials ist entscheidend.

  • Bezug zu LAPP:

    • Im Screening werden systematisch Business-, Kunden- und Technologietrends gescannt und Suchfelder definiert.

    • Dadurch wird das Risiko reduziert, Chancen zu über- oder zu unterschätzen.

    • Ziel: Relevante Innovationsfelder frühzeitig erkennen und priorisieren.

[B] Strategie

  • Paradigma: Innovationsentscheidungen unterscheiden sich grundlegend von Routineentscheidungen → es braucht eine bewusste Strategie.

  • Bezug zu LAPP:

    • Im Bereich Exploration werden zwei strategische Ansätze verfolgt:

      • Evolution: schrittweise Weiterentwicklung bestehender Lösungen.

      • Revolution: radikalere Ansätze mit höherem Risiko, die disruptive Potenziale haben können.

    • LAPP positioniert sich bewusst je nach Marktreife: als First Mover bei revolutionären Projekten oder als Fast Follower bei evolutionären Projekten.

[C] Umgang mit dem Prozess und mit Barrieren

  • Paradigma: Standard-Tools für Routineentscheidungen reichen nicht aus → Innovationsprozesse brauchen eigene Strukturen, Methoden & Barrierenmanagement.

  • Bezug zu LAPP:

    • Im Exploitation-Bereich (Validation → Creation → Lifecycle → Customer) ist der Prozess mit Stop/Go-Entscheidungen versehen, die vergleichbar mit Stage-Gates sind.

    • Diese Entscheidungsbarrieren stellen sicher, dass nur validierte Projekte Ressourcen erhalten.

    • Gleichzeitig wird durch eine integrierte 5-Jahres-Roadmap Transparenz geschaffen, um Organisation und Ressourcen langfristig zu steuern.

Fazit

Der Innovationsprozess von LAPP adressiert die drei Paradigmen wie folgt:

  • Erkennen durch systematisches Trend-Scanning,

  • Strategie durch differenzierten Umgang mit evolutionären vs. revolutionären Innovationen,

  • Umgang mit Barrieren durch einen strukturierten, gate-basierten Prozess mit klaren Entscheidungspunkten.

Damit verbindet LAPP exploratives Trend-Scouting mit einem disziplinierten Stage-Gate-Prozess und erfüllt die Anforderungen erfolgreichen Innovationsmanagements.


Author

Linus G.

Information

Last changed