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1 Grundelemente der BWL

LK
by Lara K.

Beispiel Rückkopplungseffekt Fehler

Das deutsche Unternehmen EM.TV hatte dies bspw nicht berücksichtigt. Es erlebte einen spektakulären Börsenauf- und Börsenabstieg. Am 30.10.1997 ging das Unternehmen an die Börse. Der Aktienpreis stieg extrem schnell; es war der spektakulärste Börsenaufstieg seit Jahren. Die Gründer Thomas und Florian Haffa wurden die Könige des Neuen Marktes. Durch den Höhenflug tätigte EM.TV immer mehr Unternehmensaufkäufe und erwarb Sendungen zu überteuerten Einkaufspreisen – auf Kredit. Die Abschreibungen waren gigantisch, die Zahlen geschönt. Das Ziel, sich zu einem globalen Medienunternehmen zu entwickeln, wurde zielstrebig in kürzester Zeit verfolgt. Doch im Herbst 2000 musste die Gewinnerwartung des Unternehmens nach unten korrigiert werden. Der Aktienkurs brach ein. Im Dezember 2000 gab EM.TV einen Verlust im Kerngeschäft bekannt. Die Brüder hatten sich durch immer mehr Aufkäufe von Rechten und Unternehmen verspekuliert (zudem versuchten sie dies auch noch zu verschleiern). Die HaffaBrüder hatten die System-wirkungen nicht beachtet. Sie hatten u. a. in das System eingegriffen, ohne zu berücksichtigen, ob sie das System nicht durch ihre Handlungen (schnelle Aufkäufe um „jeden Preis“) übersteuern würden und welche Folgewirkungen dies möglicherweise hätte.


Ein mittelständisches Unternehmen erkennt ein stark wachsendes Marktsegment und entscheidet sich für eine schnelle Expansion – neue Standorte, mehr Personal, größere Produktionsmengen. Finanziert wird dies größtenteils über Kredite. Was das Management übersieht:

Folge: Die Qualität sinkt, Lieferprobleme entstehen, MA sind überfordert. Kunden wandern ab, die Umsatzziele werden verfehlt, die hohen Kreditlasten drücken auf die Liquidität. Die Expansion führt nicht zu Wachstum, sondern zur Krise – ein typisches Beispiel für die Übersteuerung eines Systems ohne Rücksicht auf seine Belastbarkeit.



ZUSAMMENFASSUNG

Die Betriebswirtschaftslehre ist eine Realwissenschaft, d. h. eine anwendungsorientierte Wissenschaft, die sich mit realen Problemstellungen befasst. Der Betrieb ist eine technische, soziale, wirtschaftliche und umweltbezogene Einheit mit selbstständigen Entscheidungen und Risiken. Wirtschaftliches Handeln steht im Mittelpunkt. Es wird zwischen einer Allg BWL (ABWL), die auf einer funktionellen Gliederung nach Funktions-bereichen basiert, und einer Speziellen BWL unterschieden. Bei der Speziellen BWL werden die betrieblichen Problem-stellungen in einzelnen Wirtschaftszweigen betrachtet, um den Unterschieden dieser Bereiche gerecht zu werden. In der Betriebswirtschaftslehre werden zur Gewinnung, Formulierung und Überprüfung betrieblicher Erkenntnisse Beschreibungs-, Erklärungs- und Entscheidungsmodelle verwendet. Die Wirtschaft kann in Sektoren untergliedert werden: in den primären Sektor (die Landwirtschaft), sekundären Sektor mit der Weiterverarbeitung der Rohstoffe (Industrie) und den tertiären Sektor, der den Bereich der Dienstleistungen beschreibt. Die Erwerbstätigenzahlen in diesen Sektoren haben sich fortwährend verändert und zum tertiären Sektor hin verschoben. Im Jahr 2017 waren fast 75 % der Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor beschäftigt. Die Veränderungen in der Gesellschaft und durch den Wertewandel führten auch zu Veränderungen der Beziehungen zwischen Unternehmen, Kunden und Konkurrenz. Wachsende Anforderungen an Zeit, Qualität, Kosten und Flexibilität können Unternehmen nur erfüllen, wenn sie den Wandel als permanente Heraus-forderung und kontinuierlichen Prozess betrachten. Eine Unternehmenszukunft ist geprägt durch die Erhaltung, die Suche und den Aufbau von weltweiten Erfolgspotenzialen unter Berücksichtigung der damit verbundenen Wirkungen auf Natur, Wirtschaft, Technik und Gesellschaft. In der Unterneh-menswirklichkeit gibt es keine so einfachen UrsacheWirkungs-Beziehungen wie in der Theorie. Die Beseitigung eines Problems an Ort und Stelle kann dazu führen, dass man damit wieder neue Probleme generiert. Ursache ist, dass es sich bei Unternehmen um offene, dynamische und komplexe Systeme handelt. Fehler im Umgang mit komplexen, vernetzten Systemen sollten daher vermieden werden. Wichtig ist zu erkennen, wie sich das System verhält und wie es auf bestimmte Eingriffe reagiert. Innerhalb und außerhalb eines Unternehmens gibt es Anspruchsgruppen (Stakeholder), die Einfluss auf ein Unternehmen nehmen. Innerhalb des Unternehmens sind dies bspw die Beschäftigten, aber auch einzelne Unternehmensabteilungen, die unterschiedliche, individuelle Erwartungen und Ansprüche an das Unternehmen haben. Außerhalb des Unternehmens stammen Stakeholder aus dem gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen und technologischen Unternehmensumfeld.

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Lara K.

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