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Fertigungstechnik

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by Crypto A.

Lunkerarten & Entstehung


Lunker = Lufteinschlüsse, passiert beim erstarren. Schwindungshohlräume

Entstehen Lunker bei Gussteilen = Ausschuss, da diese Festigkeit vermindern und einen nicht druckdichten Guss ergeben.

Speiser sorgen dafür, dass die Schwindung ausgeglichen werden kann und keine Lunker entstehen.


Außenlunker:

Da von oben noch Material nachfließt erstarrt es erst unten und seitlich. Das Metall erstarrt von den kühleren Außenwänden nach innen. Da die Schmelze im Inneren schrumpft, sinkt der Spiegel der noch flüssigen Schmelze ab.


Innenlunker:

Diese Hohlräume befinden sich im Inneren des Werkstücks und sind von außen oft nicht sichtbar. Sie bilden sich in sogenannten Wärmezentren (die dicksten Stellen des Bauteils). Wenn die äußere Schale bereits erstarrt und fest ist, aber das Innere noch flüssig bleibt, zieht sich der Kern beim Erstarren zusammen. Da von außen kein flüssiges Material mehr nachfließen kann (weil die Wege bereits "zugefroren" sind), entsteht im Zentrum ein Vakuum bzw. ein Hohlraum.


Mikrolunker:

Hierbei handelt es sich um winzige, oft mikroskopisch kleine Poren, die im gesamten Gefüge verteilt sein können. Sie treten vor allem bei Legierungen auf, die über einen weiten Temperaturbereich erstarren. Während der Erstarrung bilden sich tannenbaumartige Kristallstrukturen (Dendriten). Zwischen den feinen Armen dieser Dendriten bleiben winzige Reste von Flüssigkeit eingeschlossen. Wenn diese kleinen Taschen erstarren und schrumpfen, können sie nicht mehr mit Schmelze "gespeist" werden, da die Dendritenarme den Fluss blockieren.


Wofür stehen die Bezeichnungen PKD, PKB, HW? Welcher dieser Schneidstoffe eignet sich aus technologischer Sicht am besten für die Drehbearbeitung von gehärtetem Stahl (größer 47 HRC)? Welcher der genannten Schneidstoffe kann nicht verwendet werden?

1. Bedeutung der Bezeichnungen

  • PKD (Polykristalliner Diamant): Ein synthetisch hergestellter Schneidstoff aus Diamantpartikeln, die in einer metallischen Matrix versintert sind. Er ist der härteste bekannte Schneidstoff.

  • PKB (Polykristallines kubisches Bornitrid): Auch bekannt unter der englischen Abkürzung PCBN. Es ist nach Diamant der zweithärteste Werkstoff und besitzt eine sehr hohe Warmhärte sowie chemische Stabilität.

  • HW (Hartmetall): Ein Verbundwerkstoff, der primär aus Wolframcarbid (Hartstoff) und Kobalt (Bindemetall) besteht. Es ist der am weitesten verbreitete Universalschneidstoff in der Industrie.

2. Eignung für gehärteten Stahl (> 47 HRC)

PKB (Polykristallines kubisches Bornitrid)

Begründung: PKB behält seine Härte auch bei den extrem hohen Temperaturen, die beim Zerspanen von gehärtetem Stahl entstehen. Zudem ist es chemisch gegenüber Eisenwerkstoffen stabil.

3. Welcher Schneidstoff kann nicht verwendet werden?

PKD (Polykristalliner Diamant)

Ursache (Chemische Affinität): Diamant besteht aus reinem Kohlenstoff. Bei den hohen Temperaturen, die im Kontaktbereich zwischen Werkzeug und Stahloberfläche entstehen, tritt eine chemische Reaktion (Diffusion) ein: Der Kohlenstoff des Diamanten wandert in das Eisen des Stahls ab (er „löst“ sich auf). Zudem findet eine Rückumwandlung des Diamantgitters in Graphit statt. Das führt zu einem extrem schnellen Verschleiß der Schneidkante innerhalb von Sekunden oder wenigen Minuten.

Was ist der Sinn einer Beschichtung hinsichtlich der Schneidstoffeigenschaften Zähigkeit und Verschleißfestigkeit?

Der Sinn einer Beschichtung liegt primär in der Auflösung des werkstofftechnischen Zielkonflikts zwischen Härte (Verschleißfestigkeit) und Zähigkeit.

In der Schneidstoffentwicklung gilt meist: Ein Werkstoff, der extrem hart ist, ist spröde (geringe Zähigkeit). Ein zäher Werkstoff hingegen ist meist weicher (geringe Verschleißfestigkeit). Die Beschichtung ermöglicht eine sogenannte Funktionstrennung.

1. Funktionstrennung: Das Beste aus zwei Welten

Durch das Aufbringen einer dünnen Hartstoffschicht (ca. 2–20 µm) auf einen Grundkörper (Substrat) erhält man ein Verbundwerkzeug:

  • Das Substrat (Kern): Besteht meist aus einem zähen Material (z. B. Hartmetall mit hohem Kobaltanteil oder HSS). Es liefert die notwendige Zähigkeit, um mechanische Stöße und Biegebelastungen abzufangen, ohne dass das Werkzeug bricht.

  • Die Beschichtung (Oberfläche): Besteht aus extrem harten Stoffen. Sie liefert die Verschleißfestigkeit, um dem Abrieb und den chemischen Einflüssen an der Wirkstelle standzuhalten.

2. Wirkung auf die Verschleißfestigkeit

Die Beschichtung dient als "Schutzschild" und verbessert die Verschleißfestigkeit durch mehrere Mechanismen:

  • Abrasionsschutz: Die hohe Härte der Schicht verhindert das mechanische "Ritzen" durch harte Partikel im Werkstück.

  • Adhäsionsschutz: Beschichtungen wirken oft wie ein Gleitmittel. Sie senken die Reibung und verhindern, dass das Werkstückmaterial am Werkzeug festschweißt (Vermeidung von Aufbauschneiden).

  • Chemische Barriere: Sie verhindert Diffusionsvorgänge (Stoffaustausch) zwischen Span und Werkzeug, was besonders bei hohen Schnittgeschwindigkeiten entscheidend ist.

3. Wirkung auf die Zähigkeit (Indirekter Schutz)

Obwohl die Beschichtung selbst meist spröde ist, trägt sie indirekt zur Erhaltung der Zähigkeit des Gesamtsystems bei:

  • Wärmeschutzschild: Beschichtungen wie Aluminiumoxid ($Al_2O_3$) wirken thermisch isolierend. Sie verhindern, dass die enorme Prozesshitze ungehindert in das Substrat fließt. Dadurch bleibt der zähe Kern kühler und behält seine Festigkeit, anstatt durch Hitze weich zu werden (Schutz vor plastischer Deformation).

  • Druckeigenspannungen (PVD-Verfahren): Spezielle Beschichtungsverfahren (PVD) können Druckspannungen in der Oberfläche erzeugen. Diese wirken der Rissausbreitung entgegen und erhöhen so die effektive Schneidkantenzähigkeit.


Betrachten Sie die beiden Fertigungsverfahren Schleifen und Gewinden. Bei welchem Verfahren ist die Schmierwirkung und bei welchem die Kühlwirkung entscheidender? Begründen Sie Ihre Entscheidung.

1. Schleifen: Kühlwirkung ist entscheidender

  • Begründung: Ein Großteil der aufgewendeten Energie wird in Wärme umgewandelt.

    • Gefahr von Schleifbrand: Da die Kontaktzone zwischen Schleifscheibe und Werkstück sehr heiß wird, besteht die Gefahr von thermischen Schäden in der Randzone des Werkstücks (sog. Schleifbrand). Dies kann zu unerwünschten Gefügeveränderungen, Härteverlust oder Eigenspannungen führen.

    • Maßhaltigkeit: Eine effiziente Kühlung verhindert zudem die thermische Ausdehnung des Werkstücks während der Bearbeitung, was für die beim Schleifen geforderten engen Toleranzen essenziell ist.

2. Gewinden: Schmierwirkung ist entscheidender

  • Begründung:

    • Hohe Reibung: Das Werkzeug hat beim Gewindebohren eine sehr große Kontaktfläche zum Werkstück (Flankenreibung). Ohne ausreichende Schmierung würde das Drehmoment drastisch ansteigen.

    • Vermeidung von Kaltverschweißungen (Adhäsion): Aufgrund der meist geringen Schnittgeschwindigkeiten und der hohen Pressung neigt das Material dazu, an den Werkzeugflanken festzukleben. Eine gute Schmierung verhindert diese Adhäsion und sorgt für glatte Gewindeflanken.

    • Werkzeugbruchgefahr: Ein zu hohes Drehmoment infolge mangelnder Schmierung führt bei Gewindebohrern schnell zum Werkzeugbruch, da diese aufgrund ihrer Geometrie empfindlich auf Torsionsbelastung reagieren.


Erläutern Sie die Begriffe und Funktion von: Einguss, Lauf, Anschnitt, Speiser oder Steiger und Kern


Nennen Sie 2 Verfahren zur Kernherstellung und vergleichen Sie diese 2.


Erläutern Sie die Begriffe Schrumpfung und 2 Schwindmaß.


  • Einguss (Sprue): Der vertikale Kanal, in den die Schmelze aus der Gießpfanne gegossen wird. Er dient als Zuleitung und baut den nötigen statischen Druck auf, um die Form zu füllen. Oft ist oben ein Eingusstrichter vorgeschaltet, um das Vergießen zu erleichtern.

  • Lauf (Runner): Ein meist horizontal verlaufender Kanal im Formsand, der die Schmelze vom Eingussfuß zu den verschiedenen Anschnitten verteilt. Er dient auch dazu, die Strömungsgeschwindigkeit zu beruhigen und Schlacke oder Sandeinschlüsse abzuscheiden.

  • Anschnitt (Gate): Die engste Stelle und der eigentliche Übergang vom Lauf in den Formhohlraum. Er steuert die Einströmgeschwindigkeit und sorgt für eine gleichmäßige Verteilung der Schmelze in der Form.

  • Speiser oder Steiger (Riser): Ein Reservoir an flüssigem Metall außerhalb des eigentlichen Werkstücks.

    • Speiser: Kompensiert die Volumenabnahme (Schrumpfung) des Metalls während der Erstarrung, um Hohlräume (Lunker) im Gussstück zu vermeiden.

    • Steiger: Dient oft zusätzlich als Entlüftung und signalisiert dem Gießer, dass die Form vollständig gefüllt ist.

  • Kern (Core): Ein separat hergestellter Formkörper (meist aus Sand), der in die Gussform eingelegt wird, um Hohlräume, Bohrungen oder Hinterschneidungen im Werkstück zu erzeugen, die durch die Außenform allein nicht darstellbar wären.

2. Verfahren zur Kernherstellung und Vergleich

Zwei gängige Verfahren:

  1. Cold-Box-Verfahren: Die Aushärtung des Sand-Binder-Gemisches erfolgt bei Raumtemperatur durch das Einblasen eines gasförmigen Katalysators (meist Amine).

  2. Hot-Box-Verfahren: Das Gemisch wird in einen beheizten Kernkasten geschossen. Die Wärme (ca. 200–300 °C) aktiviert den chemischen Härtungsprozess des Binders.

Vergleich der Verfahren:

Merkmal

Cold-Box-Verfahren

Hot-Box-Verfahren

Energiebedarf

Gering (keine Beheizung nötig)

Hoch (ständiges Heizen der Werkzeuge)

Taktzeit

Sehr kurz (schnelle Begasung)

Länger (Wärmedurchgang erforderlich)

Maßhaltigkeit

Sehr hoch (kein Verzug durch Hitze)

Gut, aber thermische Ausdehnung möglich

Umwelt

Geruchsbelastung durch Amine

Emissionen durch thermische Zersetzung

3. Schrumpfung und Schwindmaß

Diese Begriffe beschreiben die Volumenänderung des Metalls während des Abkühlens, betreffen aber unterschiedliche Phasen.

  • Schrumpfung: Bezeichnet die Volumenabnahme des Metalls während der flüssigen Phase und während der Erstarrung (Übergang flüssig zu fest). Da sich die Atome beim Festwerden enger anordnen, sinkt das Volumen. Ohne Speiser würden hierbei "Lunker" (Hohlräume) entstehen.

  • Schwindmaß (Schwindung): Bezeichnet die lineare Verkleinerung des bereits festen Körpers beim Abkühlen von der Erstarrungstemperatur auf Raumtemperatur. Da sich Festkörper bei Kälte zusammenziehen, muss das Modell in der Gießerei um diesen Prozentsatz (z. B. 1 % bei Gusseisen oder 2 % bei Stahlguss) größer gebaut werden, damit das fertige Teil die korrekten Maße hat.


Giessen in Dauerformen Schleuderguss


Erläutern Sie die Herstellung und den Vorgang

Nennen Sie 2 Vorteile

Nennen Sie 2 Beispiele für vorteilhaft herstellbare Teile

1. Herstellung und Vorgang

  1. Vorbereitung: Eine metallische Hohlform (Kokille) wird in eine Rotationsvorrichtung eingespannt. Die Innenwand wird meist mit einer Schlichte beschichtet, um das Anhaften des Metalls zu verhindern und die Kokille zu schützen.

  2. Rotation: Die Kokille wird in schnelle Drehung versetzt. Je nach Bauteilgeometrie geschieht dies horizontal (für lange Rohre) oder vertikal (für kurze Ringe oder Buchsen).

  3. Gießen: Die flüssige Schmelze wird in die rotierende Form gegossen. Durch die wirkende Zentrifugalkraft wird das Metall radial nach außen gegen die Formwand geschleudert und nimmt deren Innenkontur an. Die Rotationsgeschwindigkeit wird so gewählt, dass eine Beschleunigung vom 30- bis 80-fachen der Erdbeschleunigung wirkt.

  4. Erstarrung und Trennung:

    • Die Erstarrung erfolgt gerichtet von der gekühlten Außenwand nach innen.

    • Da Verunreinigungen und Gaseinschlüsse (Schlacke) eine geringere Dichte als das Metall haben, werden sie durch die Zentrifugalkraft zur freien Innenoberfläche gedrängt.

  5. Entnahme: Nach dem Erstarren wird die Rotation gestoppt und das fertige Gussstück (z. B. ein Rohr) axial aus der Form gezogen.

2. Vorteile des Schleudergusses

  • Hohe Gefügequalität

  • Wirtschaftlichkeit (Kernloses Gießen): Zur Herstellung von zylindrischen Hohlräumen sind keine Sandkerne erforderlich. Zudem entfällt ein komplexes Vergieß- und Speiserrisystem, was die Materialausbeute deutlich erhöht.

  • Selbstreinigungseffekt: Oxyde und Schlackepartikel sammeln sich an der inneren Oberfläche und können dort durch eine einfache mechanische Bearbeitung (Ausdrehen) leicht entfernt werden.

3. Beispiele für vorteilhaft herstellbare Teile

  1. Druckrohre und Abwasserrohre

  2. Zylinderlaufbuchsen

  3. Gleitlagerbüchsen und Ringe


Durch welche Kräfte werden Klebeverbindungen gehalten?


Nennen Sie 3 wesentliche Vorteile und 3 Nachteile der Klebeverbindungen im Vergleich zu anderen Verbindungstechniken


Für eine überlappende Klebeverbindung zweier Bleche (5 mm stark) mit 50 mm Breite wurde eine Überlappungslänge von 30 mm ermittelt. Skizzieren Sie den Kräfteverlauf und den Spannungsverlauf


Diese Klebeverbindung soll zukünftig die doppelte Zugbeanspruchung übertragen. Welche Klebefläche wird benötigt


Machen Sie 2 Vorschläge unter Nennung der Vorbzw. Nachteile Vergleichen Sie den jeweiligen Spannungsverlauf

1. Kräfte in einer Klebeverbindung

  • Adhäsion (Anhangskraft): Dies sind die Kräfte zwischen der Werkstoffoberfläche (Fügeteil) und der Klebstoffschicht. Sie beruhen auf molekularen Wechselwirkungen (z. B. Van-der-Waals-Kräfte) und mechanischer Verklammerung in den Oberflächenporen.

  • Kohäsion (Innere Festigkeit): Dies beschreibt die Bindungskräfte innerhalb des Klebstoffs selbst. Sie bestimmen, wie gut der Klebstoff in sich zusammenhält.


2. Vor- und Nachteile gegenüber anderen Techniken

Vorteile

Nachteile

Verbindung ungleicher Stoffe: Metalle, Kunststoffe, Glas etc. lassen sich problemlos kombinieren.

Geringe Warmfestigkeit: Viele Klebstoffe verlieren bei höheren Temperaturen an Festigkeit.

Gleichmäßige Krafteinleitung: Keine Querschnittsschwächung durch Bohrungen (wie beim Nieten/Schrauben) und keine Spannungsspitzen.

Alterungsanfälligkeit: Klebeverbindungen können durch UV-Licht, Feuchtigkeit oder Chemikalien mit der Zeit versagen.

Zusatzfunktionen: Kleben wirkt gleichzeitig abdichtend, isolierend und schwingungsdämpfend.

Lange Aushärtezeiten: Im Gegensatz zum Punktschweißen benötigen Klebstoffe oft Zeit und Vorrichtungen zum Abbinden.

3. Skizze: Kräfte- und Spannungsverlauf (überlappend)


4. Erhöhung auf doppelte Zugbeanspruchung

Die theoretische Klebefläche beträgt aktuell1500 mm^2. Um die doppelte Kraft zu übertragen, müsste man theoretisch die Fläche auf 3000 mm² verdoppeln.


Vorschlag A: Verdopplung der Breite

  • Vorteil: Die Kraftübertragung steigt linear an. Da die Randbereiche (Spannungsspitzen) proportional mitwachsen, ist dies die sicherste Methode.

  • Nachteil: Oft ist bauraumbedingt kein Platz für breitere Bauteile.

  • Spannungsverlauf: Bleibt qualitativ gleich (Spitzen an den Enden), wird aber über eine größere Breite verteilt.

Vorschlag B: Konstruktive Änderung (Schäftung oder Doppellapschäftung)

Anstatt die einfache Überlappung zu verlängern, werden die Enden der Bleche abgeschrägt (Schäftung).

  • Vorteil: Der Kraftfluss erfolgt fast in einer Linie. Die schädlichen Schälspannungen und das Biegemoment werden massiv reduziert.

  • Nachteil: Aufwendige mechanische Vorbereitung der Blechkanten (Fräsen/Schleifen).

  • Spannungsverlauf: Der Spannungsverlauf wird deutlich gleichmäßiger über die gesamte Länge der Klebefläche. Dadurch kann die Klebeschicht viel effizienter genutzt werden.

Vergleich des Spannungsverlaufs:

Während bei der einfachen Überlappung eine Verlängerung der Klebefläche ab einem gewissen Punkt kaum noch Festigkeitsgewinn bringt (da die Mitte "tot" ist), führt eine Schäftung dazu, dass die Spannung nahezu konstant über die Fläche verteilt wird.

Welche Größen sind vom Einstellwinkel abhängig?

Einstellwinkel K = Winkel zwischen der gedrehten Oberfläche und der Hauptschneide des Drehwerkzeugs.


Welchen Einfluss hat die Werkstückstabilität auf den die Wahl des möglichen Einstellwinkels?

Der Einstellwinkel Kappa ist eine der wichtigsten Kenngrößen bei der Werkzeuggeometrie, da er maßgeblich beeinflusst, wie die Schnittkraft auf das Werkzeug und das Werkstück verteilt wird und wie der Span geformt wird.


A. Geometrische Größen (Spanungsquerschnitt)

Effekt: Ein kleinerer Einstellwinkel führt zu einer größeren Spanungsbreite (die Kraft verteilt sich auf ein längeres Stück Schneide).

Effekt: Ein kleinerer Einstellwinkel führt zu einem dünneren Span (vorteilhaft für die Standzeit, da die thermische Belastung sinkt).

Ein großer Einstellwinkel leitet die Kraft primär in axialer Richtung (Vorschubrichtung) ab. Die Passivkraft ist gering.

Ein kleiner Einstellwinkel führt dazu, dass ein großer Teil der Kraft radial wirkt. Die Passivkraft ist hoch.


2. Einfluss der Werkstückstabilität

Die Stabilität des Werkstücks ist das entscheidende Kriterium für die Wahl des Einstellwinkels:

Bei geringer Werkstückstabilität (z. B. lange, dünne Wellen):

  • Wahl: Es muss ein großer Einstellwinkel gewählt werden (typischerweise kappa = 90 bis $95).

  • Begründung: Lange, dünne Werkstücke neigen zum Durchbiegen und zu Schwingungen (Rattern), wenn radiale Kräfte auf sie einwirken.

    • Da ein großer kappa die Passivkraft minimiert, wird das Werkstück weniger stark radial weggedrückt. Die Kraft wird stattdessen in die steife axiale Richtung der Hauptspindel geleitet.

    • Dies erhöht die Maßgenauigkeit (weniger Durchbiegung) und verhindert Oberflächenfehler durch Vibrationen.

Bei hoher Werkstückstabilität (kurze, dicke Werkstücke):

  • Wahl: Hier können kleinere Einstellwinkel (z. B. kappa = 45 bis 75) gewählt werden.

  • Vorteil: Man profitiert von der größeren Spanungsbreite und der geringeren Spanungsdicke, was die Schneidenecke schont und höhere Vorschübe oder Standzeiten ermöglicht.


Bindung beim Löten & Vergleich Weich- vs Hart-löten und Schweißen

Die Bindung beim Löten ist ein stoffschlüssiges Fügeverfahren, bei dem im Gegensatz zum Schweißen der Grundwerkstoff nicht aufgeschmolzen wird. Die Verbindung entsteht durch physikalische und chemische Prozesse an den Grenzflächen.

1. Benetzung (Wetting)

Damit eine Bindung entstehen kann, muss das flüssige Lot die feste Oberfläche des Werkstücks „benetzen“. Das Lot breitet sich dabei als dünner Film aus.

  • Voraussetzung: Eine metallisch blanke Oberfläche (frei von Oxiden, Fett und Schmutz).

2. Diffusion

Sobald das Lot die Oberfläche benetzt hat, setzt bei Erreichen der Arbeitstemperatur die Diffusion ein.

  • Vorgang: Atome des flüssigen Lots wandern in das feste Gefüge des Grundwerkstoffs ein, und Atome des Grundwerkstoffs lösen sich im flüssigen Lot.

3. Legierungsbildung (Intermetallische Phasen)

An der Grenzfläche zwischen Lot und Grundwerkstoff entsteht durch die Vermischung der Atome eine neue Legierung.

  • Diese hauchdünne Zone (Intermetallische Phase) ist der eigentliche „Klebstoff“ der Verbindung. Sie ist stoffschlüssig und sorgt für die mechanische Festigkeit und die elektrische Leitfähigkeit.


Hartlöten (>450°C) die Atome aufgrund der höheren Energie tiefer diffundieren können, sind Hartlötverbindungen in der Regel deutlich belastbarer als Weichlötverbindungen.


Schweißen: Die Fugenkanten des Grundwerkstoffs werden bis zum Schmelzpunkt erhitzt und verflüssigt. Es entsteht ein gemeinsames Schmelzbad. Die Verbindung ist nach dem Erstarren ein einheitliches Gefüge.

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Crypto A.

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