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Maschienenelemente

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by Crypto A.

Wie können die Dauerfestigkeitswerte eines Bauteils ermittelt werden?

Wöhlerkurve:

Dies ist der klassische Weg, um die Belastbarkeit eines Werkstoffs oder Bauteils direkt zu messen. Dabei werden mehrere identische Proben auf unterschiedlichen Spannungsniveaus (oa) bis zum Bruch (oder bis zum Erreichen einer Grenzlastspielzahl) belastet. Man belastet sie mit einer schwingenden Spannung (z. B. durch Biegen, Ziehen oder Verdrehen).

  • Der Ablauf: Man startet bei der ersten Probe mit einer sehr hohen Spannung (kurz unter der Bruchgrenze). Die Probe wird schnell brechen. Bei der nächsten Probe senkt man die Spannung etwas ab. Sie wird länger halten.

  • Das Ziel: Man möchte wissen: Bei welcher Spannung oa bricht das Material nach wie vielen Lastwechseln N?

  • Die Wöhlerlinie (S-N Curve): Die Ergebnisse werden in ein Diagramm eingetragen.

    • Kurzzeitfestigkeit: Sehr hohe Lasten, Bruch nach wenigen Zyklen.

    • Zeitfestigkeit: Das Bauteil hält eine bestimmte Anzahl an Zyklen aus.

    • Dauerfestigkeit: Der Bereich, in dem die Kurve horizontal verläuft. Hier kann das Bauteil (theoretisch) unendlich viele Lastwechsel ohne Bruch überstehen (bei Stahl meist ab 2 * 10^6 bis 10^7 Lastwechseln).

  • Wichtige Erkenntnisse aus "dem Wöhler"

    1. Materialunterschiede: Nicht jedes Material hat eine echte Dauerfestigkeits-Horizontale. Stahl hat sie meistens, Aluminium oder Magnesium hingegen sinken oft immer weiter ab – sie haben keine echte Dauerfestigkeit und brechen irgendwann immer, wenn man nur lange genug wartet.

    2. Mittelspannung: Es macht einen riesigen Unterschied, ob man ein Bauteil nur "pulsierend" (von 0 auf 100) oder "wechselnd" (von -100 auf +100) belastet. Die Wöhlerlinie verschiebt sich je nach dieser Mittelspannung.

    3. Die Streuung: Wöhlerlinien sind keine exakten Linien, sondern eigentlich „Streubänder“. Nicht jede Schraube ist identisch. In Tabellenbüchern findet man meist die Werte für eine Überlebenswahrscheinlichkeit von 50 %. In der Sicherheitstechnik rechnet man eher mit 90 % oder 99 %.


Zahnradkörper ist mit 6 Nieten befestigt, was wären alternativen? (Pressen, Schrauben, Schweißen) und Vor und Nachteile

1. Schraubverbindung

  • Vorteile:

    • Lösbarkeit: Das Zahnrad kann bei Verschleiß einfach getauscht werden.

    • Kein thermischer Verzug: Im Gegensatz zum Schweißen wird das Material nicht gefügetypisch verändert.

    • Hohe Sicherheit: Durch Dehnschrauben können sehr hohe Klemmkräfte erreicht werden.

  • Nachteile:

    • Bauraum: Schraubenköpfe und Muttern benötigen mehr Platz als Nieten.

    • Gewicht: Höheres Eigengewicht der Verbindungselemente.

    • Sicherung nötig: Erfordert Maßnahmen gegen Selbstlösen (z. B. Klebstoffe oder spezielle Scheiben).

2. Pressverbindung (Presssitz / Querpressverband)

  • Vorteile:

    • Kompaktheit: Keine zusätzlichen Bauteile (Schrauben/Nieten) nötig.

    • Kraftfluss: Sehr gleichmäßige Kraftübertragung ohne Kerbwirkung durch Bohrungen.

    • Kosteneffizienz: In der Serienfertigung sehr schnell umsetzbar.

  • Nachteile:

    • Präzision: Erfordert extrem enge Fertigungstoleranzen.

    • Demontage: Nur mit Spezialwerkzeug (Abzieher/Presse) möglich; oft wird die Oberfläche dabei beschädigt.

    • Begrenzte Drehmomente: Bei sehr hohen Stoßbelastungen besteht die Gefahr des Durchrutschens (sofern kein zusätzlicher Formschluss wie eine Passfeder vorhanden ist).

3. Schweißverbindung

  • Vorteile:

    • Gewichtsersparnis: Extrem leicht, da kein Zusatzmaterial oder Verbindungselemente nötig sind.

    • Festigkeit: Die Schweißnaht ist oft so stark wie das Grundmaterial selbst.

    • Automatisierung: Perfekt für die Großserie geeignet.

  • Nachteile:

    • Unlösbar: Ein Austausch einzelner Komponenten ist unmöglich; es muss die ganze Einheit getauscht werden.

    • Gefügeveränderung: Die Hitze kann die Härte des Zahnrads beeinflussen (Anlassen).

    • Prüfaufwand: Schweißnähte müssen oft aufwendig (z. B. per Ultraschall) auf Risse geprüft werden.


Nennen Sie eine Möglichkeit die Tragfähigkeit einer Passfederverbindung zu erhöhen sowie jeweils einen Vor- und einen Nachteil von Passfederverbindungen.

  1. Verlängerung der Passfeder: Eine größere Länge vergrößert die tragende Länge und verteilt die Kraft auf eine größere Fläche.

  2. Einsatz einer höheren Passfeder : Falls die Nabe es zulässt, vergrößert eine höhere Passfeder die tragende Flankenhöhe (h - t1).

  3. Einsatz von zwei Passfedern: Durch eine zweite, meist um 120° oder 180° versetzte Passfeder wird die Last auf zwei Elemente verteilt.

  4. Wahl eines festeren Werkstoffs: Die Verwendung eines Materials mit höherer zulässiger Flächenpressung p_zul

Vor- und Nachteile von Passfederverbindungen

Vorteile

  • Einfache Montage und Demontage: Die Bauteile können axial leicht aufgeschoben und wieder getrennt werden, was sie sehr wartungsfreundlich macht.

  • Kostengünstig: Sowohl die Herstellung der Nuten (Fräsen/Stoßen) als auch die genormten Passfedern (DIN 6885) sind preiswert.

  • Geringer Platzbedarf: Im Vergleich zu Flanschkupplungen oder großen Klemmelementen baut die Verbindung sehr kompakt.

Nachteile

  • Kerbwirkung: Die Nut in der Welle verursacht eine starke lokale Spannungskonzentration, welche die Dauerfestigkeit der Welle erheblich reduziert.

  • Keine axiale Sicherung: Eine Passfeder überträgt nur Drehmomente; gegen axiales Verschieben der Nabe sind zusätzliche Elemente (wie die im Bild gezeigte Mutter M30) nötig.

  • Unwucht: Durch die einseitige Nut und das zusätzliche Gewicht der Passfeder kann bei hohen Drehzahlen eine Unwucht entstehen.


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Crypto A.

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