Stellung der BWL innerhalb der Wissenschaften
Wissenschaften
—>
Idealwissenschaften (“Ist das logisch zwingend?” z.B Mathematik) vs.
Realwissenschaften (“Stimmt das in der Wirklichkeit?”)
Naturwissenschaften vs.
Kulturwissenschaften (vom Mensch geschaffenes)
—> Wirtschaftswissenschaften
Erkenntnisziel
Methodologie
Erkenntnisobjekt
Was ist das Erkenntnisobjekt der Wirtschaftswissenschaften?
Erkenntnisziel: Wozu forschen wir?
Methodologie: Wie forschen wir?
Erkenntnisojekt: Was erforschen wir?
Wirtschaften als das Entscheiden über die Verwendung knapper Güter zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse auf der Basis des ökonomischen Prinzips ist das gemeinsame Erkenntnisobjekt der Wirtschaftswissenschaften.
Betrieb ist das Erkenntisobjekt der BWL
Knappheit
Rationalprinzip
Knappheit = Bedürfnisse > verfügbare Güter
zahlreiche und vielfältige menschliche Bedürfnisse im Spannungsverhältnis zu den nur begrenzt verfügbaren Mitteln zur Bedürfnisbefriedigung —> Güter sind die geeigneten MIttel, mit denen man diese befriedigen kann —> können Waren oder Dienstleistungen sein
Rationalprinzip = allgemeines Vernunftprinzip
—> Wahl beim Wirtschaften nach vernünftigen Kriterien
Wirtschaftlichkeitsprinzipien
Maximumprinzip
Minimumprinzip
Maximumprinzip: Mit einem gegebenen Aufwand an Wirtschaftsgütern ein möglichst hoher Ertrag (=Nutzen) erzielen z.B. Ein Unternehmen hat 10.000 € Werbebudget (Mittel) und möchte möglichst viele Kunden erreichen —> feste Mittel, max. Ziel
Minimumprinzip: Den nötigen Aufwand, um einen bestimmten Ertrag zu erzielen, möglichst gering halten z.B. Ein Unternehmen will 1000 Stück herstellen (Ziel) und versucht, die geringsten Kosten für Material und Arbeit einzusetzen —> festes Ziel, min. Mittel
Betriebe vs. Haushalte
=Erscheinungsformen von Wirtschaftseinheiten
stehen sich aufgrund von Arbeitsteilung in einer Tauschbeziehung gegenüber (Tauschmittel: Geld)
Haushalte: Verbrauch von Gütern zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse (Konsumgüter)
Betriebe: Produktion von Gütern (Sach- und Dienstleistungen), deren Angebot zum Tausch auf dem Markt
Merkmale von Betriebswirtschaften (= eigentliches Erkenntnisobjekt der BWL)
a) unabhängig vom Wirtschaftssystem
b) abhängig vom Wirtschaftssystem
a)
Faktorkombination: Zusammenfassung von Produktionsfaktoren (menschliche Arbeitsleistung, Betriebsmittel, Werkstoffe) zu einer produktiven Kombination
Wirtschaftlichkeitsprinzip: Durchführung der Kombination nach dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit, d.h. Erfüllung aller betrieblichen Aufgaben unter sparsamer Mittelverwendung
Liquidität: Aufrechterhaltung des finanziellen Gleichgewichts
b)
Abstimmung von Produktion und Bedarf:
Autonomieprinzip: Der Unternehmer plant und bestimmt selbstständig, was er in welcher Menge und zu welchen Preisen anbietet und trägt dafür das Risiko des Misslingens (Marktwirtschaft). Es gilt das Prinzip der “Einheit von Handlung und Haftung”.
Organprinzip: Zentrale Planungsstellen ordnen Art, Preis, Menge der Produktion an. Der Betrieb ist ausführendes Organ einer zentralen Wirtschaftsplanung (Zentralverwaltungswirtschaft)
Leitgedanke für das Wirtschaften:
Erwerbswirtschaftliches Prinzip
Prinzip der plandeterminierten Leistungserstellung
Willensbildung in der Betriebswirtschaft:
Alleinbestimmung
Mitbestimmung
Entscheidungsorientierte BWL
Grobe Gliederung der BWL:
Allgemeine BWL
Spezielle BWL
Gliederung der BWL nach funktionalen Gewichtspunkten
2.) Kriterien, nach denen Betriebswirtschaften klassifiziert werden können
2.) konstitutive Entscheidungen (bei der Klassifizierung von Unternehmen)
Einige der genannten Kriterien sind darüber hinaus bei der Begründung und Fortführung von
Unternehmen von so großer Bedeutung, dass sie als konstitutive Entscheidungen bezeichnet
wurden und demzufolge besonders ausführlich dargestellt werden müssen (Standortwahl,
Rechtsform, Unternehmenszusammenarbeit, s.u. Kapitel 3).
2.)Qualitative Kriterien
Geschäftsfüherunternehmer z.B. UG, GmbH
Eigentümerunternehmen z.B. Aldi, Lidl
Tochtergesellschaften häufig GmbHs d.h. nicht emissionsfähig
2.) Quantitative Kriterien
da keine Haftungsbeschränkung, je nach Größe versch. Kategorien
2.) Leistungsarten von Unternehmen
primärer bis tertiärer Sektor?
Sachleistungsunternehmen vs.
Dienstleistungsunternehmen
primärer Sektor: Urproduktion (Faktor Boden)
sekundärer Sektor: verarbeitende Unternehmen
tertiärer Sektor: Dienstleistungsunternehmen => zunehmende Bedeutung = Tertiarisierung
z.B. Auto kann Investitionsgut (Firma) oder Konsumgut (privat) sein
2.) Vermögensstruktur
Anlagenintensive Unternehmen
-> z.B. Urproduktion (Sachleistung) —> typischerweise hohe Fixkosten
Umlaufintensive Unternehmen
-> z.B. Apotheke (Dienstleister) —> typischerweise niedrige Fixkosten und hohe variable Kosten
2.) Fixkosten = z.B.:
Wertverlust von Anlagevermögen (Investitionskosten) (wird durch Abschreibungen dokumentiert)
Zinsen
Miete
2.) Periodenkosten = für eine bestimmte Periode anfallende Kosten
mathematisch ausgedrückt?
= f(Output)
K = K(x) (d.h. Kosten sind eine Funktion der Absatzmenge/Output x)
K = K (variabel) + K (fix)
K (fix) = c (konstante Funktion, unabhängig von x)
variable Kosten sind abhängig vom Output, Fixkosten nicht! => damit Gesamtkosten abhängig vom Output
Auch Fixkosten sind Teil der Kostenfunktion K(x), obwohl sie selbst nicht von x abhängig sind. Periodenkosten können daher insgesamt als Funktion des Outputs dargestellt werden, weil der variable Anteil outputabhängig ist.
2.) Produktionsprogramme
Diese Begriffe beschreiben Produktionsverfahren:
Jedes Produkt ist ein Einzelstück → z. B. Maßanzug, Yacht, Spezialmaschine
Ein Produkt wird in extrem großen Mengen identisch hergestellt → z. B. Schrauben, Schokolade, PET-Flaschen
Ein Grundprodukt wird in Varianten hergestellt → z. B. Motorrad in verschiedenen Farben, Nudeln in unterschiedlichen Formen
Eine bestimmte Menge identischer Produkte in Serie → z. B. Autoserie (BMW 3er), Möbelserie
Produktion in Chargen, wobei Rohstoffe in ihrer Qualität schwanken → z. B. Getreide, Wein, Leder
Standardisierte Mengen (Chargen) mit exakt definierten Eigenschaften → z. B. Tablettenproduktion, Chemie, Pharmazie
Unterschiedliche Beschaffungs- und Fertigungsprozesse im Sachleistungsunternehmen
Das heißt:
je nachdem wie ein Unternehmen produziert,
braucht es unterschiedliche Materialien, Maschinen, Fertigungsprozesse, Planungsverfahren.
Beispiele:
Massenfertiger braucht Fließband + große Materiallager
Einzelfertiger braucht hochqualifizierte Facharbeiter + individuelle Materialbeschaffung
Serienfertiger braucht flexible Maschinen + Planung in Chargen oder Serien
2.) Grundaufbau einer Bilanz
Bilanzsumme auf beiden Seiten gleich
Alle Posten auf der Aktivseite sind nach ihrer Liquidität sortiert, d.h. je schneller ich etwas zu Bargeld machen kann, desto weiter unten steht es
2.) Bilanz: Aktivseite:
Anlagevermögen
Umlaufvermögen
Nebenposten
Anlagevermögen: Aufbau, Ausstattung, Funktionsfähigkeit des Unternehmens, z.B. Patente, Immobilien, Maschinen, langfristige Wertanlagen (Wertpapiere)
Umlaufvermögen: Vorräte (Rohstoffe, Waren, Erzeugnisse), Forderungen (was mir jemand schuldet), Kassenbestand, Bankguthaben, Wertpapiere —> zum Verbrauch, Weiterverarbeitung, Rückzahlung
Nebenposten:
Rechnungsabgrenzungsposten: alle Ausgaben, für die das Unternehmen schon die Leistungen erbracht hat aber erst in der Folgeperiode die Gegenleistung für erhält
Aktiv latente Steuern: wenn ich eine Steuerentlastung im nächsten Jahr erwarte
Aktiver Unterschiedsbeitrag aus Vermögensverrechnung: Vermögen gemäß Saldierungsverbot darf ich nicht mit Schulden verrechnen (Endbestand)
2.) Bilanz: Passivseite:
Eigenkapital
Fremdkapital
Fremdkapital:
nach Laufzeit geordnet
Rückstellungen: künftige Verbindlichkeiten, deren Höhe und Eintrittszeitpunkt ungewiss ist (z.B. Steuerrückstellungen)
Verbindlichkeiten: Geld steht Unternehmen aktuell zur Verfügung, aber muss zurückgezahlt werden (ggü. Kreditinstituten, erhaltene Anzahlungen, V. aus Lieferungen und Leistungen)
Rechnungsabgrenzungsposten: Geld für Leistungen, die ich erst im nächsten Geschäftsjahr erbringe, schon erhalten
Passiv latente Steuern: ich rechne mit einer zukünftigen Zahlungsverpflichtung an das Finanzamt
2.) Aufbau einer Bilanz mit allen Unterposten
2.) Saldieren
„Saldieren“ in der Bilanz bedeutet:
Gegenüberstehende Posten miteinander verrechnen und nur den Nettobetrag ausweisen.
Man nimmt Soll- und Habenbeträge (oder Forderungen und Verbindlichkeiten), zieht sie gegeneinander ab → und zeigt nur den Saldo in der Bilanz.
In der Bilanz nach HGB gilt grundsätzlich:
❌ Saldierungsverbot (§ 246 Abs. 2 HGB)
Aktiva und Passiva dürfen nicht einfach verrechnet werden
Aufwendungen und Erträge ebenfalls nicht
2.) Cashflow an einem Beispiel erklärt über 5-Jahres-Zeitraum und Investition durch Eigenkapital i.H.v. 500
Buchwert des Vermögens ≠ ökonomischer Unternehmenswert
Unternehmenswert ergibt sich aus zukünftigen Cashflows
t₀: Anlagevermögen (AV) = 500, Eigenkapital (EK) = 500
Abschreibungen verteilen den AV-Wert auf t₀–t₅
Abschreibungen sind Aufwand, aber nicht zahlungswirksam
Erlöse enthalten Abschreibungen → Cashflow entsteht
t₅: AV buchhalterisch verbraucht, Umlaufvermögen/Cash = 500
EK bleibt 500 → keine Wertsteigerung, nur Vermögensumschichtung
Abschreibungen wirken wie unversteuerter Gewinn
Cash dient der Reinvestition/Ersatzbeschaffung, sonst steuerpflichtig
3.) Konstitutive Entscheidungen für einen Betrieb
Standort, Unternehmenszusammenarbeit, Rechtsform
3.) Worin besteht der Unterschied zwischen Standortfaktoren und -eigenschaften?
z.B. Urproduktions- vs. Handelsunternehmen bezüglich identischer Standort
Standorteigenschaften sind objektiv:
Natürliche E.: Klima, Bodenart, Höhe
Rechtliche E.: Politische Freiheiten und Bindungen, steuerliche, sozialpolitische Belastung, Umweltschutzauflagen, Bebauungspläne
Wirtschaftliche E.: Nähe von Rohstoffvorkommen, qualifizierte Arbeitskräfte, günstige Absatzgebiete, Lage an Verkehrspunkten
Stnadortfaktoren sind relevant für die Standortentscheidung EINES Unternehmens —> entscheidungsrelevante Standorteigenschaften
arbeitsorientierte (Verfügbarkeit von Arbeitsk.)
beschaffungsorientiere (Vorprodukte, Rohstoffe)
abgabenorientierte (Steueroase)
absatzorientierte (gegenwärtiger und künftiger Bedarf, Kaufkraft, vorhandene/zu erwartende Wettbewerber)
3.) Entscheidungskriterien für die Wahl der Rechtsform
unmittelbare Haftung = alle Gesellschafter werden sofort verklagt, nicht erst die Gesellschaft
solidarische Haftung = Schuldner kann Schulden von jedem einzelnen Gesellschafter fordern und dieser kann sich dann intern das Geld zurückholen
Körperschaftssteuer: 15%, bei natürlichen Personen Einkommenssteuer abhängig von Familienstand, progressiv etc.
3.) Kooperation vs. Konzentration
3.) Zusammenschlüsse von Unternehmen - Formen
3.) Formen der Kooperation
Interessengemeinschaft: sehr lose, z.B. Werbegemeinschaft
AG: z.B. bei Autobahnen
Konsortien: z.B. bei Banken, Versicherungen
—> projektbezogen, zeitlich befristet
Kartell: sog. “Kronzeugenprozesse” —> Whistleblower straffrei
3.) Formen der Konzentration
4.) Ziele eines Betriebs
Marktziele (Umsatzvolumen, Marktstellung z.B. Marktführer, Marktsegmente (welcher Markt?))
Produktziele (Art der Produkte, Qualitätsniveau, Mengen)
Finanzwirtschaftliche Zielsetzung (Kostendeckung, Liquidität)
Soziale (gesellschaftl. Umwelt, Rücksichtnahme auf Individualität der MA)
4.) Zielbeziehungen + Beispiele
komplementär: z.B. Gewinn und Ertrag steigen beide
konkurrierend: z.B. mehr F&E, geringere Rentabilität
Zielindifferent: z.B. Finanzierungskosten senken und KiTa bauen
4.) Produktionsfaktoren
lat. disponere = anordnen, einteilen, ordnen, verteilen
Betriebsmittel: werden nicht Bestandteil d. Produkts
Leistungsobjekte: werden Bestandteil d. Produkts
4.) Produktionsfaktoren und betriebliche Faktorkombination
+Beispiele
Repetierfaktoren:
z.B. Warenlager (= Betriebsmittel), weil laufende Beschaffung notwendig
z.B. Kunde muss immer wieder neu angeworben werden durch Marketing (=Leistungsobjekt) (bei Dienstleistungen)
z.B. wiederkehrende Beschaffung von Werkstoffen (= Leistungsobjekt) (bei Sachleistungen)
Potentialfaktoren:
z.B. eine Investition (= Betriebsmittel) (sowohl bei Sach- als auch Dienstleistern)
z.B. Arbeit (Arbeitskraft wird bereitgestellt, nicht verbraucht) (sowohl bei Sach- als auch Dienstleistern)
4.) Bestimmungsfaktoren der Arbeitsleistung
4.) Welche grundsätzlichen Forderungen sind an die betriebliche Entlohnung des Faktors Arbeit zu stellen?
Leistungsgerechtigkeit (Zusammenhang zwischen Leistung und Entlohnung)
Motivationswirkung (Anreiz zu höherer Leistung)
Gerechtigkeit / Fairness (innerbetrieblich und marktgerecht)
Existenzsicherung der Arbeitnehmer
Kostenverträglichkeit für das Unternehmen
Transparenz und Verständlichkeit des Entgeltsystems
👉 Ziel: Motivation, Produktivität und Bindung der Mitarbeiter
4.) Wie lässt sich das Leistungspotential von Betriebsmitteln beschreiben?
Das Leistungspotential von Betriebsmitteln wird durch ihre Kapazität (quantitativ), ihre Leistungsfächer (qualitativ) und ihren Zustand (Leistungsfähigkeit) beschrieben.
🔹 Quantitatives Leistungsvermögen
Kapazität (z. B. Maschinenstunden, Plätze, Leistungseinheiten) z.B. 100 Stück pro Stunde
🔹 Qualitatives Leistungsvermögen
Leistungsfächer (Art und Qualität der möglichen Leistungen) -> was und wie gut? z.B. Maschine kann nur Bohren oder Bohren und Fräsen
🔹 Leistungsfähigkeit
Modernität (neu oder veraltet?)
Betriebsbereitschaft (funktioniert es?)
Abnutzungsgrad (verschlissen?)
Zusammenhang mit Abschreibungen: Betriebsmittel verlieren mit der Zeit an Leistungsfähigkeit
4.) Was macht den Produktionfaktor Leitungstätigkeit aus?
= Unternehmensführung, Management
Sie ist eine Institution → es gibt Personen/Organe, die führen (Geschäftsführung, Management)
Und eine Funktion → bestimmte Aufgaben müssen erfüllt werden (Planen, Organisieren, Führen, Kontrolle)
Motivation: Mitarbeiter leisten nicht automatisch das Gewünschte
Führung heißt auch Motivation, nicht nur Anweisung
Verbindung zur Entlohnung des Faktors Arbeit
Führung heißt ständig entscheiden —> die Führung des Unternehmens erfolgt mithilfe von Entscheidungen
4.) Welche Phasen sind (grob) im Führungsprozess zu unterscheiden? („Managementzyklus“)
Der Führungsprozess ist ein Entscheidungsprozess und umfasst:
(Zielsetzung (Ziele)): Formulierung klarer, messbarer Ziele (oft SMART: Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch, Terminiert), die Leistung, Zeit und Kosten berücksichtigen.-> nur wenn neuer Prozess
Planung (Plan), Organisation: Entwicklung von Strategien und Maßnahmen, um die definierten Ziele zu erreichen, Bewertung bisheriger Strategien/Erbnisse (aus Rückkopplung), Alternativensuche, Prognose —> Entscheidung
Realisierung (Do/Führen/Umsetzen): Durchführung der geplanten Maßnahmen und Führung der Mitarbeiter zur Umsetzung der Strategie, oft mit begleitender Kontrolle.
Kontrolle (Check/Act): Überprüfung der Ergebnisse (Soll-Ist-Vergleich), Analyse von Abweichungen und Entscheidungen über Korrekturmaßnahmen, was den Zyklus wieder in die Analyse- und Zielphase führt
PDCA (Plan-Do-Check-Act)
4.) Erläutern Sie Führungsstile
und Führungsgrundsätze
Führungsgrundsätze:
Management by Exception (Ausnahmeeingriff) -> Mitarbeitende arbeiten Aufgaben im vorgegebenen Rahmen selbstständig ab; die Führungskraft greift nur bei Abweichungen, Problemen oder besonders wichtigen/ungewöhnlichen Fällen ein („Führung nach dem Ausnahmeprinzip“).
Management by Delegation (Aufgabendelegation) ->Führung durch Übertragung von Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung auf Mitarbeitende; diese entscheiden und handeln im zugewiesenen Bereich eigenständig, die Führungskraft kontrolliert vor allem Ergebnisse
Management by Objectives (Zielvorgabe) -> Führung durch gemeinsam vereinbarte Ziele; nicht die genaue Vorgehensweise, sondern das zu erreichende Ergebnis steht im Vordergrund („Führen durch Ziele“)
4.) Entscheidungsparameter
4.) Besonderheiten der betrieblichen Faktorkombination im Dienstleistungsunternehmen
Bereitstellung von Leistungspotentialen: Vermarktung einer Fähigkeit und Bereitschaft, nicht eines fertigen Produkts.
Notwendigkeit, einen externen Faktor (=Kunde) bei der Produktion zu integrieren: Das Leistungsobjekt gelangt nur vorübergehend in den Einflussbereich des Dienstleistungsanbieters. Es können also keine autonomen unternehmerischen Verfügungen über den externen Faktor getroffen werden. —> Gleichzeitigkeit von Produktion und Absatz —> nicht lagerfähig!
Mehrstufigkeit des Produktionsprozesses (Leistungsbereitschaft, Externer Faktor; jeweils Faktorkombinationen)
Immaterialität des Leistungsergebnisses: Schwierigkeit der Outputmessung für die innerbetriebliche Bewertung und Kontrolle der Produktion und für die Beurteilung durch den Nachfrager -> insgesamt: schwierige Beurteilung der Qualität der Dienstleistungsproduktion -> mehrdimensionale Qualitätsbetrachtung
4.) In welchen Dimensionen kann man Qualität beurteilen bei Dienstleistern?
bzw. was sind unterschiedliche Ansatzpunkte, um Dienstleistung zu definieren?
Strukturqualität: DL-Anbieter hält Leistungsbereitschaft vor, indem er interne Produktionsfaktoren kombiniert, z.B. Qualifikation, Ausrüstung, Personal, organisatorische Bedingungen, Zugangs- und Nutzungsmgölichkeit durch Nachfrager
= Potentialorientierte Dienstleistungsdefinition
Prozessqualität: Leistungsbereitschaft kombiniert mit dem externen Faktor (Kunde), Gesamtheit aller Aktivitäten während der Dienstleistungserstellung, z.B. Termin, Kontakt, Bearbeitung, Nachbetreuung
= Prozessorientierte Dienstleistungsdefinition
Ergebnisqualität: die Wirkung konkretisiert sich beim Nachfrager oder am Objekt, z.B. Änderung des Gesundheitszustands der Patienten
= Ergebnisorientierte Dienstleistungsdefinition
4.) Durch welche Elemente kann eine Entscheidungssituation abstrakt beschrieben werden?
Haben einen bekannten, festen Wert (z.B. sicher bekannter Preis, fix vereinbarte Liefermenge, technisch exakt gegebene Kapazität)
In einem Entscheidungsmodell führt die gleiche Parameterausprägung immer zur gleichen Ergebnisgröße; Zufallseinflüsse werden nicht berücksichtigt.
Sind zufallsabhängig und werden als Zufallsvariablen mit einer Wahrscheinlichkeitsverteilung modelliert (z.B. künftige Nachfrage, Ausfallwahrscheinlichkeit, zukünftige Preise).
Gleiche Startbedingungen können zu unterschiedlichen Ergebnissen führen; Entscheidungen werden deshalb anhand erwarteter Werte, Risikomaßen oder Szenarien getroffen
4.) Entscheidungsprozesse: Annahmen über künftige Ereignisse —> Unterscheidung von Entscheidungssituationen nach…
Warum sind betriebliche Entscheidungen meist risikobehaftet oder nur unter Unsicherheit zu treffen?
4.) Bei der Einteilung nach Planungsstufen wird nach welchen Arten von Planungen unterschieden?
Langfristige, grundlegende Ziele und Stoßrichtungen des Unternehmens (z.B. Geschäftsfelder, Standort, grundlegende Ressourcenstruktur).
Hoher Unsicherheitsgrad, grobe Datenbasis, große Bindungswirkung für alle nachgeordneten Planungen.
Mittelfristige Konkretisierung der strategischen Vorgaben (z.B. Programmplanung, Budgetierung, Kapazitätsplanung).
Detaillierter als die strategische Planung, aber noch nicht tages- oder wochenbezogen; typischer Horizont: mehrere Monate bis wenige Jahre.
Kurzfristige, konkrete Maßnahmenplanung (z.B. Produktions- und Einsatzpläne, Schichtpläne, Tages-/Wochenpläne).
Hohe Detailtiefe, enge Zeitbezüge, dient der unmittelbaren Umsetzung übergeordneter Pläne.
4.) Klassifizieren Sie die Planung als Teilbereich der Unternehmensführung!
Einteilung nach betrieblichen Funktionsbereichen
Einteilung nach der Fristigkeit der Planung
4.) Erläutern Sie die Begriffe
Grenzkosten
Betriebsminimum
Betriebsoptimum
Gewinnschwelle
Gewinnmaximum
Grenzkosten sind der Kostenzuwachs, der entsteht, wenn eine zusätzliche Einheit produziert wird (Ableitung der Kostenfunktion K′(x)K′(x)).
Solange der Preis über den Grenzkosten liegt, lohnt sich eine Ausweitung der Produktion, bei Preis unter Grenzkosten sollte die Menge verringert werden
Das Betriebsminimum ist die Ausbringungsmenge, bei der die Grenzkosten ihr Minimum erreichen (Wendepunkt der Kostenfunktion).
Unterhalb des Betriebsminimums ist Produktion oft technisch oder wirtschaftlich wenig sinnvoll, da die Kosten je zusätzlicher Einheit wieder steigen
Das Betriebsoptimum ist die Menge, bei der die durchschnittlichen Gesamtkosten (Stückkosten) minimal sind; dort schneiden Grenzkosten die Durchschnittskostenkurve im Minimum.
Dieses Outputniveau entspricht langfristig der Preisuntergrenze, weil hier die Gesamtkosten gerade zu minimalen Stückkosten gedeckt werden können
Die Gewinnschwelle ist der Punkt, an dem Erlös und Gesamtkosten gleich sind, also weder Gewinn noch Verlust entsteht (E(x)=K(x)E(x)=K(x))
In der Absatzmenge ist dies der erste Schnittpunkt von Erlös‑ und Kostenfunktion; ab dieser Menge beginnt die Gewinnzone.
Das Gewinnmaximum liegt bei der Ausbringungsmenge, bei der der Abstand zwischen Erlös und Kosten am größten ist, also die Gewinnfunktion ihren Hochpunkt hat.
In der Preistheorie gilt als Bedingung für das Gewinnmaximum: Grenzerlös = Grenzkosten (MR=MCMR=MC); bei vollständiger Konkurrenz ist MRMR gleich dem Preis.
4.) Inwieweit lässt sich aus der Kostentheorie ein “Zwang zur Größe” ableiten?
Aus der Kostentheorie lässt sich ein gewisser „Zwang zur Größe“ ableiten, aber nur unter bestimmten Bedingungen: Wenn mit wachsender Ausbringungsmenge die durchschnittlichen Stückkosten dauerhaft sinken (Skalenerträge, Erfahrungseffekte), entsteht ein Druck, größer zu werden, um konkurrenzfähig zu bleiben. Wo dagegen nach einem bestimmten Punkt steigende Stückkosten auftreten oder andere Restriktionen greifen (Marktgröße, Finanzierung, Managementkapazität), endet dieser Zwang.
Argumente für einen „Zwang zur Größe“
Bei steigenden Skalenerträgen (economies of scale) sinken die durchschnittlichen Kosten mit wachsender Unternehmensgröße, etwa durch Spezialisierung, bessere Auslastung von Anlagen oder Fixkostendegression
Solange ein kleiner Betrieb unterhalb des Betriebsoptimums produziert, kann er durch Wachstum seine Stückkosten senken und damit seine Wettbewerbsfähigkeit verbessern; große Anbieter können so Kostenvorteile realisieren und kleine verdrängen.
Grenzen dieses Zwanges
Ab einer bestimmten Größe können Koordinations‑, Organisations‑ und Kontrollkosten stark steigen, sodass die Durchschnittskosten wieder zunehmen und kein weiterer Kostenvorteil durch Wachstum entsteht.
Zusätzlich begrenzen Marktnachfrage, Kapitalverfügbarkeit, technologische Sprünge oder regulatorische Vorgaben das Wachstum, sodass die Kostentheorie höchstens einen partiellen, keinen absoluten „Zwang zur Größe“ begründet.
4.) Kostenbegriffe:
Einzahlung / Auszahlung
Einnahme / Ausgabe
Ertrag / Aufwand
Leistung / Kosten
Veränderung des Zahlungsmittelbestands (Liquidität)
Kassenbestand + Sichtguthaben
Veränderung des Geldvermögens
Zahlungsmittel und alle übrigen Forderungen abzüglich Verbindlichkeiten
Veränderung des Reinvermögens (Gewinn / Verlust) -> Rentabilität
Geldvermögen plus Sachvermögen
Veränderung des Betriebserfolgs
Betriebsnotwendiges (kalkulatorisches) Vermögen
—> Liquidität so hoch wie nötig, Gewinn u. Rentabilität so hoch wie möglich -> unauflöslicher Zielkonflikt zwischen L. und G.. keine L. -> insolvent
5.) Das Rechnungswesen hat als zentraler Bestandteil des Informationssystems eines Unternehmens zwei Aufgaben zu erfüllen. Welche?
5.) Systeme der Kostenrechnung
nach dem Zeitbezug
nach dem Sachumfang
Vollkosten: variable und fixe Kosten
Sollkosten: Normal- u. Plankosten
5.) Definitionen:
Investition
Finanzierung
Investitionsrechnung
5.) Definitionen: Gliederung der Finanzierung
Unterscheidung nach Finanzierungsquellen
Innenfinanzierung
vs.
Außenfinanzierung
Beteiligungsfinanzierung
Fremdfinanzierung
Unterscheidung nach Rechtsstellung
Eigenfinanzierung
5.) Kennzahlen
Kennzahlen des relativen Aufwands
Erfolgs- und Rentabilitätskennzahlen s.u.
Aktivitätskennziffern
Bestandskennzahlen
zur Bestimmung der Position relativ zum Branchendurchschnitt
Abweichungsanalyse
wie intensiv nutzen wir unser Vermögen
z.B. relativer Personalaufwand, also Personalaufwand im Verhältnis zum Umsatz; z.B. Umschlaghäufigkeit (Warenlager); z.B. Kapitalumschlag, also 1€ Kapital produziert wie viel € Umsatz?
Liquiditätskennzahlen s.u.
Deckungsgrade (langfristige L-kennzahlen)
Kapital-/Vermögensstruktur
5.) Definitionen, Formeln Erfolgs- und Rentabilitätskennzahlen
Cash-flow
Rentabilität
Eigenkapitalrentabilität
Gesamtkapitalrentabilität
Umsatzrentabilität
Return on Investment
Cash-Flow:
Jahresüberschuss + Abschreibungen (+…)
Erfolgskennzahl und Indikator der Innenfinanzierungsmöglichkeiten
Rentabilität:
Erfolgsgröße (Cash-Flow, JÜ) / Bezugsgröße:
ROI: Netto-Gesamt-Kapitalrentabilität
5.) Definitionen, Formeln
Liquidität ersten Grades
Liquidität zweiten Grades
Liquidität dritten Grades
Liquiditätskennziffern müssen immer >1 sein. Wenn =1 —> Zahlungsmittel ist die kurzfristige Verbindlichkeit
Vorräte: wenn Liquidität schnell gebraucht wird, produzierte Ware preisgünstig verkaufen -> zulasten Rentabilität
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