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Lektion 1

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by lis M.

Welche Aufgaben haben

Sozialarbeiter im

Rehabilitationsprozess?

Sozialarbeiter:innen übernehmen im

Rehabilitationsprozess eine zentrale Rolle zur Sicherung

und Förderung der Selbstbestimmung und Teilhabe am

gesellschaftlichen Leben – insbesondere bei Menschen

mit gesundheitlichen Einschränkungen. Ihre Aufgaben

erstrecken sich über verschiedene Dimensionen der

Rehabilitation, wobei im Kontext der klinischen

Sozialarbeit besonders die medizinische Rehabilitation

im Fokus steht.

Im Rahmen der medizinischen Rehabilitation gehören

zu den Aufgaben von Sozialarbeiter:innen unter anderem:

• Beratung und Information der Klient:innen zu

ihren Rechten und Leistungen (z. B.

Teilhabeanspruch, Wunsch- und Wahlrecht),

• Unterstützung bei der Antragstellung für

Anschlussheilbehandlungen,

• Koordination mit Ärzt:innen, RehaEinrichtungen, Pflegepersonal und Kostenträgern

(z. B. Renten- oder Krankenversicherung),

• Entlassungsmanagement: Sicherung der

Weiterbehandlung, Nachsorge und sozialen

Integration,

• Stabilisierung des Alltags durch Beratung zu

Wohnen, Arbeit, Finanzen, Pflege usw.

Darüber hinaus haben Sozialarbeiter:innen auch im

Rahmen der beruflichen und sozialen Rehabilitation

wichtige Funktionen:

• Förderung der Wiedereingliederung in Arbeit

(z. B. in Zusammenarbeit mit dem

Integrationsfachdienst),

• Sozialraumorientierte Unterstützung, z. B. bei

der Vermittlung in betreute Wohnformen oder

Tagesstätten,

• Ressourcenaktivierung und psychosoziale

Begleitung, insbesondere bei Klient:innen mit

chronischen oder mehrfachen Erkrankungen.

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Der Rehabilitationsprozess folgt dabei einem lebensweltund subjektorientierten Leitbild, das sich an den

individuellen Zielen, Bedürfnissen und sozialen

Kontexten der Klient:innen orientiert. Sozialarbeiter:innen

tragen wesentlich zur Teilhabeplanung bei und fungieren

als Brücke zwischen medizinischen, psychosozialen und

sozialrechtlichen Systemen

Wie läuft denn der

Rehabilitationsprozess ab?

Basierend auf Teilhabe folgt die Rehabilitation somit einem

lebenswelt- und subjektorientierten Leit- und Menschenbild und

daher sind die Wünsche, die verbal und/oder auch non-verbal von

Klient:innen geäußert werden, elementar und dazu gehört, dass

Klient:innen umfangreich über ihr Recht auf Rehabilitation und

Teilhabe informiert und gut beraten werden.

Die zentralen Schritte, die dabei berücksichtigt werden

müssen, sind:

1. Antragstellung: Das Krankenhaus stellt fest, ob eine

Anschlussheilbehandlung notwendig und erforderlich

ist. Der Sozialdienst – hier

Sozialarbeiter:innen – stellen gemeinsam mit den

Klient:innen den Antrag.

2. Wunsch- und Wahlrecht: Mit Antragstellung werden

Wünsche und Wahlmöglichkeiten in Anspruch

genommen für die Klinik oder Praxis, in der weiter

behandelt werden soll.

3. Terminvereinbarung: Klient:innen vereinbaren

gemeinsam mit dem Sozialdienst einen Termin zur

Verlegung.

4. Zu- oder Absage von Kosten: Der Kostenträger – je

nach Gebiet Renten- oder

Krankenversicherung – erteilt eine Zu- oder Absage

per Bescheid. Bei einer Ablehnung kann innerhalb

von vier Wochen Widerspruch eingelegt werden.

5. Aufnahme in die Behandlung: Die Verlegung und

Aufnahme der Anschlussbehandlung erfolgen so direkt

und schnell wie möglich.

Zugang zur medizinischen Rehabilitation kann durch

Antragstellung bereits während einer Akutbehandlung erfolgen.

Dabei kommt der Beratung große Bedeutung zu, um mit Fragen zur

medizinischen Rehabilitation und möglichen Anschlussbehandlungen

einen ganzheitlichen Blick auf

Klient:innen zu erhalten und dabei zusätzlich die Unterstützung und

Organisation von medizinischen Rehabilitationsmaßnahmen

aufrechtzuerhalten und umzusetzen.

Welche Bedeutung hat die

Lebensbewältigungshilfe durch die

Klinische Soziale Arbeit im

Rehabilitationsprozess und wie wird

sie konkret umgesetzt?

Die Lebensbewältigungshilfe stellt einen zentralen

Bestandteil der Klinischen Sozialarbeit im

Rehabilitationsprozess dar. Sie zielt darauf ab,

Klient:innen in ihrer Selbstbestimmung,

Eigenverantwortung und sozialen Teilhabe zu stärken –

insbesondere dann, wenn deren Lebensführung durch

Krankheit, Behinderung oder psychosoziale Belastungen

beeinträchtigt ist.

Im Sinne eines subjekt- und lebensweltorientierten Menschenbildes arbeitet die KSA daran, die Alltagsund Lebensbewältigung der Betroffenen nachhaltig zu unterstützen

Dabei geht es nicht allein um medizinische

Stabilisierung, sondern vor allem um die

Wiedereingliederung in soziale Zusammenhänge –

z. B. Familie, Arbeit, Wohnen oder Freizeit.

Konkret umfasst die Lebensbewältigungshilfe in

der Reha:

• Beratung bei sozialen Problemlagen (z. B.

Schulden, Wohnsituation, familiäre Belastungen)

• Unterstützung bei der Organisation des Alltags

nach Klinikaufenthalt

• Antragstellung und Hilfe im Umgang mit

Behörden und Sozialleistungsträgern

• Vermittlung von Nachsorgeangeboten und

Selbsthilfegruppen

• Begleitung bei der (Re-)Integration in Beruf

oder Beschäftigungsmaßnahmen

• Stärkung psychosozialer Ressourcen und

Förderung der Eigenverantwortung

Die KSA übernimmt hier eine Brückenfunktion

zwischen der medizinischen Versorgung und der sozialen

Lebensrealität der Betroffenen. Sie orientiert sich dabei

am Prinzip der Teilhabe nach dem SGB IX sowie am

Ziel der Wiederherstellung der psychosozialen

Funktionsfähigkeit.

Lebensbewältigungshilfe durch die Klinische Sozialarbeit

in der Rehabilitation bedeutet, Menschen ganzheitlich zu

begleiten – nicht nur medizinisch, sondern auch sozial,

emotional und alltagspraktisch. Sie trägt wesentlich dazu

bei, dass Rehabilitation nicht nur Behandlung, sondern

auch soziale Teilhabe und Selbstermächtigung

ermöglicht.

warum ist KSA ein Pionier in

der Suchthilfe?

Die Klinische Soziale Arbeit (KSA) gilt als Pionierin in der

Suchthilfe, weil sie bereits seit den 1970er-Jahren maßgeblich

an der Entwicklung suchtbezogener Hilfeangebote beteiligt

war. Sie hat zahlreiche Ansätze aktiv mitgestaltet,

weiterentwickelt und etabliert, bevor medizinische und

verhaltenstherapeutische Zugänge in der Suchthilfe dominant

wurden.

Zentrale Merkmale ihrer Pionierrolle:

• Frühe Reaktion auf Drogenwellen:

Sozialarbeiter:innen begannen früh mit Feldstudien

und Streetwork, um präventive Maßnahmen zu

entwickeln und direkt im Lebensumfeld suchtkranker

Menschen umzusetzen.

• Niedrigschwellige und lebensweltbezogene

Angebote:

KSA war Vorreiterin bei der Entwicklung

niedrigschwelliger Zugänge, z. B. durch aufsuchende

Arbeit, Schadensminimierung, Szeneausstiegshilfen,

Beratung und Krisenintervention – sowohl ambulant

als auch stationär.

• Partizipative Haltung:

KSA hat frühzeitig die Lebensrealität und

Bedürfnisse drogenaffiner Klient:innen partizipativ

eingebunden, d. h. gemeinsam mit ihnen

Unterstützungsangebote entwickelt, anstatt diese topdown vorzugeben.

• Arbeit mit schwer erreichbaren Gruppen:

Klinische Sozialarbeiter:innen haben sich besonders um

Klient:innen mit Komorbiditäten (z. B. psychische

Erkrankungen plus Sucht) bemüht – eine Gruppe, die

im medizinischen System oft durch Raster fällt. Diese

Klientel ist schwer behandelbar, rückfallgefährdet und

benötigt individuell angepasste, soziale Begleitung.

• Abgrenzung und Ergänzung medizinischer

Angebote:

Während medizinisch-psychiatrische Ansätze v. a. auf

Diagnostik und Pharmakotherapie setzen, versteht sich

KSA als sozialtherapeutische Ergänzung, die

Teilhabe, Selbstbestimmung und Alltagstauglichkeit

fördert.

Author

lis M.

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