Welcher Art von Wissenschaft wird die BWL zugeordnet?
Die BWL ist eine empirische Wissenschaft, also eine Erfahrungswissenschaft.
Was ist das grundlegende Ziel von Haushalten im wirtschaftlichen Kontext?
Haushalte betreiben Eigenbedarfsdeckung und streben nach Nutzenmaximierung.
Was ist das primäre Ziel von Betrieben laut alter Literatur?
Betriebe betreiben Fremdbedarfsdeckung und streben nach Gewinnmaximierung.
Wie lautet das Maximalprinzip als Ausprägung des ökonomischen Prinzips?
Mit einem gegebenen Input einen möglichst hohen Output zu erzielen.
Wie lautet das Minimalprinzip als Ausprägung des ökonomischen Prinzips?
Einen gegebenen Output mit einem möglichst geringen Input zu erreichen.
Was versteht man unter dem Modell des Homo Oeconomicus?
Ein theoretisches, fiktives Modell eines rein rationalen Akteurs, der alles weiß, die Zukunft kennt, keine Präferenzen hat und immer die beste Möglichkeit wählt.
Welches Gewinnziel verfolgen Unternehmen in der Realität im Gegensatz zur reinen Theorie?
In der Praxis streben Unternehmen nach einem satisfizierenden (ausreichenden) Gewinn, da eine perfekte Maximierung nicht möglich ist.
Definiere den Begriff 'Betrieb'.
Ein Betrieb ist eine planvoll organisierte Wirtschaftseinheit.
Womit befasst sich die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre (ABWL)?
Die ABWL befasst sich mit universellen Inhalten, die auf alle Betriebe bezogen werden können.
Wodurch zeichnet sich die Spezielle Betriebswirtschaftslehre (SBWL) aus?
Die Inhalte der SBWL sind branchenspezifisch (z.B. Banken-BWL) und können oft nicht auf andere Sektoren übertragen werden.
Welcher Nachteil entsteht bei der Sortenfertigung?
Es entstehen Rüstzeiten mit Rüstkosten, in denen nicht produziert wird.
Welches unerwünschte Ergebnis kann bei der Chargenfertigung auftreten?
Es kann zu einer ungewollten Produktdifferenzierung kommen.
Welches Fertigungsprinzip wird typischerweise bei der Werkstattfertigung angewendet?
Die Werkstattfertigung ist typisch für Einzelfertigungen.
Nenne ein Beispiel für einen Produktionsmittelbetrieb.
Ein Produktionsmittelbetrieb stellt Investitionsgüter her, z.B. ein Maschinenbauunternehmen.
Was kennzeichnet anlageintensive Betriebe?
Sie haben hohe Kosten für Maschinen und Gebäude, wie z.B. Kernkraftwerke oder Flughäfen.
Was versteht man unter dem 'Herkunftsgoodwill' als Faktor der Standortabhängigkeit?
Es beschreibt den guten Ruf, der mit einem Herstellungsort verbunden ist, wie z.B. 'Made in Germany'.
Nenne ein Beispiel für einen Wanderbetrieb.
Ein Zirkus, ein Schäfer oder Zimmerleute auf der Walz sind Beispiele für Betriebe ohne festen Standort.
Was steht im Mittelpunkt des Faktor-theoretischen Ansatzes nach Erich Gutenberg?
Der Produktionsprozess steht im Mittelpunkt der Betrachtung.
Welche drei Theorien umfasst der Faktor-theoretische Ansatz nach Gutenberg?
Er umfasst die Produktionstheorie, die Kostentheorie und die Preistheorie.
Aus welchen drei Komponenten bestehen die Elementarfaktoren nach Gutenberg?
Sie bestehen aus ausführender Arbeit, Betriebsmitteln und Werkstoffen.
Aus welchen zwei Komponenten bestehen die dispositiven Faktoren nach Gutenberg?
Sie bestehen aus Planung und Organisation.
Was ist die wichtigste Aufgabe der dispositiven Faktoren nach Gutenberg?
Die bestmögliche Kombination der Elementarfaktoren (optimale Faktorallokation) nach dem ökonomischen Prinzip.
Welche Kritik wird am Faktor-theoretischen Ansatz von Gutenberg geäußert?
Es ist kein ganzheitliches Denken, da der Fokus rein auf den Produktionsfaktoren liegt.
Was rückt der entscheidungsorientierte Ansatz nach Edmund Heinen in den Fokus?
Der Entscheidungsprozess im Unternehmen rückt in den Fokus.
Unter welchen gemeinsamen Bedingungen finden Entscheidungen laut Heinen immer statt?
Entscheidungen finden immer unter Risiko, Ungewissheit und Zeitdruck statt.
Das Konzept, dass Entscheidungen nie unter vollständiger Information getroffen werden können, nennt man _____.
Bounded Rationality (begrenzte Rationalität).
Wie betrachtet der systemorientierte Ansatz nach Hans Ulrich ein Unternehmen?
Er betrachtet das Unternehmen als eine Ansammlung von Subsystemen, die mit der Umwelt interagieren.
Was bedeutet 'Kybernetik' im Kontext des systemorientierten Ansatzes?
Es ist die Befähigung zur Selbststeuerung eines Systems mittels eines Regelkreises (Soll-Ist-Vergleich).
Was versteht man unter 'Vorsprungsgewinnen' im dynamischen Systemkontext nach Ulrich?
Gewinne, die dadurch erzielt werden, dass man durch die Wahrnehmung von 'Weak Signals' als Erster am Markt ist.
Welches dominante Ziel verfolgt der arbeitsorientierte Ansatz des DGB?
Die Durchsetzung von Arbeitnehmerinteressen wie Gehalt, Sozialleistungen und Freizeit.
Was ist der zentrale Fokus der verhaltensorientierten Ansätze in der BWL?
Sie fokussieren sich auf die Stakeholder, also Gruppierungen von Personen mit einem Interesse am Unternehmen.
Wie wurde das Gut 'Umwelt' vor dem Aufkommen des umweltorientierten Ansatzes betrachtet?
Die Umwelt galt als 'freies Gut', das jeder ungestraft verschmutzen durfte.
Was bedeutet 'Internalisierung externer Effekte' im Umweltkontext?
Die Kosten von Umweltschäden (negative externe Effekte) sollen vom Verursacher getragen werden.
Welchen marktwirtschaftlichen Lösungsansatz gibt es für Umweltverschmutzung?
Die Einführung von handelbaren Verschmutzungsrechten (z.B. CO2-Zertifikate).
Welche radikale Forderung stellt die ethisch-normative ökologische BWL?
Sie fordert, dass Unternehmen, die die Umwelt verschmutzen und dies nicht einstellen, die Produktion stoppen müssen.
In welcher Art von Gesellschaft ist das Interesse an teurer, umweltfreundlicher Ware besonders hoch?
In einer post-materialistischen Gesellschaft (reiche, gebildete Bevölkerung).
Was versteht man unter Intrahandel?
Handel zwischen Ländern mit einem ähnlichen Entwicklungsstand, in denen z.B. umweltorientierte Produkte nachgefragt werden.
Was versteht man unter Interhandel?
Handel zwischen Ländern mit unterschiedlichem Entwicklungsstand, bei dem oft materialorientierte Produkte (Grundbedürfnisse) im Fokus stehen.
Wer ist der Principal und wer der Agent im Principal-Agent-Ansatz?
Der Principal ist der Auftraggeber (z.B. Aktionär), der das Risiko trägt, und der Agent ist der Auftragnehmer (z.B. Geschäftsführer).
Was ist das zentrale Problem im Principal-Agent-Verhältnis?
Die Informationsasymmetrie, da der Agent immer besser und schneller informiert ist als die Principals.
Was versteht man unter 'Opportunismus' des Agenten?
Der Agent verfolgt eigene Ziele, die nicht im Sinne des Principals sind, z.B. durch 'Consumption on the job'.
Was beschreibt der Begriff 'Adverse Selection' im Principal-Agent-Kontext?
Der Agent ist für die Position ungeeignet, was der Principal aber erst mit großer Verzögerung bemerkt.
Welchen Grundsatz verfolgt der Property-Rights-Ansatz?
Der Principal (Eigentümer) hat grundsätzlich alle Verfügungsrechte.
Was ist das Hauptziel von Corporate Governance Maßnahmen?
Das Hauptziel ist die Reduzierung der Informationsasymmetrie zwischen Agent und Principal.
Welche Kostenarten werden im Transaktionskostenansatz 'ex ante' betrachtet?
Anbahnungskosten, Durchführungskosten und Auflösungskosten.
Was ist das Ziel des Transaktionskostenansatzes bei der Wahl der Organisationsform?
Die Wahl der Organisationsform mit den geringsten Gesamtkosten über den gesamten Beziehungszyklus.
Die Entscheidung zwischen Inhouse-Produktion und Outsourcing wird als _____ bezeichnet.
Make-or-Buy Decision
Welche Reaktionsmöglichkeit beschreibt 'Exit' im 'Exit, Voice, Loyalty'-Modell von Hirschman?
Der Kunde kauft woanders oder der Mitarbeiter kündigt (Abwanderung).
Welchen Vorteil hat 'Voice' gegenüber 'Exit' für ein Unternehmen?
'Voice' (aktives Feedback) gibt dem Unternehmen die Chance zur Besserung, während bei 'Exit ohne Voice' kein Lerneffekt entsteht.
Welche drei Organe hat eine Aktiengesellschaft (AG)?
Hauptversammlung, Aufsichtsrat und Vorstand.
Welche Mehrheit ist in der Hauptversammlung für Satzungsänderungen erforderlich?
Es ist eine Mehrheit von mindestens 75% der anwesenden Stimmen erforderlich.
Wer wählt den Abschlussprüfer (WP) in einer AG?
Die Hauptversammlung wählt den Abschlussprüfer.
Was ist die Hauptaufgabe des Aufsichtsrats?
Die Kontrolle und Überwachung des Vorstands.
Wer bestellt und beruft den Vorstand einer AG ab?
Der Aufsichtsrat.
Was versteht man unter Ad-hoc-Publizität, zu der der Vorstand verpflichtet ist?
Die Pflicht, bei gravierenden, unvorhergesehenen Problemen sofort eine Mitteilung (z.B. Gewinnwarnung) zu veröffentlichen.
Wie haften Vorstände bei Pflichtverletzungen?
Vorstände können bei Pflichtverletzungen mit ihrem Privatvermögen in die Haftung genommen werden.
Welches Ziel wird mit der Vergabe von Stock Options an Manager verfolgt?
Das Interesse an einer langfristigen Gewinnmaximierung soll gefördert werden, da ihr eigenes Vermögen am Erfolg der Firma hängt.
Was sind konstitutive Entscheidungen?
Entscheidungen von grundlegender, langanhaltender Wirkung, die schwer revidierbar sind (z.B. Rechtsformwahl, Standort).
Was ist das Ziel einer horizontalen Verbindung von Unternehmen?
Das Erreichen einer marktbeherrschenden Stellung oder die Bildung eines Monopols.
Der Kauf eines Zulieferers durch ein Unternehmen wird als _____ bezeichnet.
Rückwärtsintegration
Was versteht man unter einer Vorwärtsintegration?
Den Kauf eines Händlers oder Vertriebs, um den Absatz zu beherrschen und direkten Kundenzugang zu erhalten.
Welche Gefahr birgt die Bildung von konglomeraten Unternehmensverbindungen?
Die Gefahr des 'ruinösen Wettbewerbs' durch Quersubventionierung, um Konkurrenten aus dem Markt zu drängen.
Was ist eine Arbeitsgemeinschaft (ARGE)?
Ein oft projektbezogener Zusammenschluss (z.B. im Baugewerbe), meist in der Rechtsform einer GbR, der einfach gegründet und aufgelöst werden kann.
Was ist das Ziel eines Konsortiums, z.B. bei Banken?
Die Aufbringung großer Geldsummen und die Streuung von Risiken auf mehrere Parteien.
Welche Arten von Kartellen sind in der Regel verboten?
Gebiets- und Preiskartelle sind verboten.
Was versteht man unter 'Tacit Knowledge' im Kontext von Joint Ventures?
Stilles, firmeninternes Wissen oder eine Technologie, die einen Wettbewerbsvorteil bietet und oft die Basis für die Gründung eines Joint Ventures ist.
Ab wie viel Prozent der Aktienanteile spricht man von einer Sperrminorität und was bewirkt sie?
Ab über 25% ($> 25\%$). Man kann damit Satzungsänderungen blockieren, die eine 75%-Mehrheit benötigen.
Welche Pflicht entsteht für einen Aktionär, wenn er mehr als 30% der Anteile erwirbt?
Er muss den anderen Aktionären ein Übernahmeangebot zu einem fairen Preis machen.
Ab wie viel Prozent der Anteile spricht man von einem herrschenden Einfluss (> 50%) und was ermöglicht dieser?
Mit einer einfachen Mehrheitsbeteiligung wählt man die Vertreter im Aufsichtsrat, welcher wiederum den Vorstand bestimmt.
Was ermöglicht eine qualifizierte Mehrheitsbeteiligung von über 75% in der Hauptversammlung?
Sie ermöglicht weitreichende Entscheidungen wie Satzungsänderungen, Fusionen oder die Auflösung des Unternehmens.
Was ist ein Squeeze-out und ab welchem Anteilsbesitz ist er möglich?
Ab über 95% ($> 95\%$) können die Mehrheitseigner beantragen, die restlichen Aktionäre gegen Abfindung aus dem Unternehmen zu drängen.
Was ist der Unterschied zwischen einem Unterordnungskonzern und einem Gleichordnungskonzern?
Im Unterordnungskonzern hat eine Muttergesellschaft herrschenden Einfluss auf eine Tochter, während im Gleichordnungskonzern die Partner auf Augenhöhe agieren.
Welche zwei Arten der Fusion (Verschmelzung) gibt es?
Die Verschmelzung durch Aufnahme (A schluckt B) und die Verschmelzung durch Neubildung (A + B = C).
Welchen Synergieeffekt können Unternehmenszusammenschlüsse bei der Produktion erzielen?
Die Realisierung von Fixkostendegression, bei der die Stückkosten bei höherer Menge sinken.
Definiere den Begriff 'Standort' in der BWL.
Der geografische Ort, an dem die Produktionsfaktoren eingesetzt werden.
Welche drei Stufen umfasst der Prozess der internationalen Standortwahl?
1. Internationale Standortwahl (Land), 2. Interlokale Standortwahl (Region), 3. Lokale Standortwahl (Grundstück).
Warum ist die theoretisch ideale Standortwahl in der Praxis kaum anwendbar?
Weil die Einschätzung von standortspezifischen Erträgen und Aufwendungen über lange Zeiträume unmöglich ist.
Was ist der Unterschied zwischen harten und weichen Standortfaktoren?
Harte Faktoren sind direkt quantifizierbar (z.B. Steuersätze), weiche Faktoren sind qualitativ und nicht direkt messbar (z.B. politische Stabilität).
Was versteht man unter 'Kielwasser-Investitionen'?
Wenn ein großes Unternehmen an einen Standort geht, folgen dessen Zulieferer, um eine unmittelbare Nähe (z.B. für Just-in-Time-Produktion) zu gewährleisten.
Welche Gefahr beschreibt der Begriff 'Dog-and-Pony-Show' bei Standortbesichtigungen?
Die Gefahr, dass für den Investor alles perfekt inszeniert wird und Probleme, besonders in Ländern mit eingeschränkter Pressefreiheit, verschleiert werden.
Welchen Nachteil hat das 'Aspektweise Elimination' (K.O.-System) bei der Standortwahl?
Es hat willkürliche Grenzen und eine Änderung der Reihenfolge der Kriterien kann das Ergebnis komplett verändern.
Bei welchen Gütern neigen Unternehmen dazu, Konkurrenz zu meiden?
Bei Gütern des alltäglichen Bedarfs, wie z.B. Bäcker oder Metzger.
Was ist die Grundregel bei der Wahl der Rechtsform?
Wähle die Rechtsform, die langfristig nach Steuern den höchsten Gewinn verspricht.
Welcher Zielkonflikt besteht oft bei der Wahl der Rechtsform?
Der Konflikt zwischen dem Wunsch nach viel Leitungs- und Kontrollbefugnis und dem Wunsch nach wenig Haftung (beschränkte Haftung).
Warum hat eine Einzelunternehmung eingeschränkte Finanzierungsmöglichkeiten?
Weil die Finanzierung vom privaten Vermögen und der Kreditwürdigkeit des Inhabers abhängig ist.
Welche Auflagen sind bei einer AG aufgrund der Informationsasymmetrie besonders hoch?
Publizitätspflichten, Prüfung durch einen Wirtschaftsprüfer und Mitbestimmung durch Aufsichts- und Betriebsrat.
Was ist eine 'Vision' im Rahmen der Managementphilosophie?
Ein erstrebenswertes, zukünftiges Vorstellungsbild der Unternehmung, das der Identifikation und Motivation dient.
Was ist der Zweck eines 'Leitbilds' oder 'Unternehmensgrundsatzes'?
Es dient als Orientierungshilfe für Mitarbeiter und ist wichtig für das Recruiting sowie das Firmenimage.
Welche sechs Phasen umfasst der Managementregelkreis?
Zielbildung, Planung, Entscheidung, Ausführung, Kontrolle und Informationen (mit Koordination/Controlling als zentralem Element).
Nenne zwei ökonomische Ziele aus Sicht des Principals.
Langfristige Gewinnmaximierung und Shareholder Value (Wertsteigerung der Anteile).
Nenne zwei soziale Ziele aus Sicht der Arbeitnehmer.
Gerechte Entlohnung und gute Arbeitsbedingungen.
Was ist der Unterschied zwischen Formalzielen und Sachzielen?
Formalziele sind übergeordnete Erfolgsziele (z.B. Gewinn), während Sachziele konkrete Leistungsziele sind (z.B. produzierte Stückzahl).
Worin unterscheidet sich 'Management by Objectives' (MbO) von 'Management by Results' (MbR)?
Bei MbO wird das Ziel gemeinsam zwischen Mitarbeiter und Chef vereinbart, während es bei MbR einseitig vom Chef vorgegeben wird.
Was ist der Nachteil der retrograden (Top-Down) Planung?
Die Planung ist an der Basis oft realitätsfern und Mitarbeiter fühlen sich 'verplant', was zu Motivationsverlust führt.
Was ist der Vorteil der progressiven (Bottom-Up) Planung?
Die Planung ist sehr realistisch und die Motivation ist hoch, da Mitarbeiter ihre eigenen Ziele setzen.
Welchen Nachteil hat die Gegenstromplanung trotz ihrer hohen Akzeptanz?
Sie ist extrem zeitaufwendig und die Geheimhaltung ist schwierig, da viele Personen involviert sind.
Was besagt das 'Ausgleichsgesetz der Planung' in der sukzessiven Planung?
Ein Unternehmen kann sich nur so weit entwickeln, wie es der knappste Engpass (der Minimum-Sektor) zulässt.
Welche Annahme trifft die Laplace-Regel bei Entscheidungen unter Ungewissheit?
Sie nimmt an, dass alle möglichen Umweltzustände gleich wahrscheinlich sind.
Nach welchem Motto handelt ein Entscheider, der die Minimax-Regel anwendet?
Nimm das Beste vom Schlechtesten (Maximin-Prinzip).
Welcher Entscheider-Typ verwendet die Maximax-Regel?
Ein optimistischer, risikofreudiger Entscheider, der auf das bestmögliche Ergebnis spekuliert.
Wovon ist die Entscheidung nach der Hurwicz-Regel abhängig?
Sie ist von einem subjektiv gewählten Optimismus-Parameter ($\lambda$) abhängig.
Was ist das Ziel der Savage-Niehans-Regel (Regel des kleinsten Bedauerns)?
Man möchte die Alternative wählen, bei der der maximale Ärger im Nachhinein (das maximale Bedauern bzw. die Opportunitätskosten) am geringsten ist.
Welche zwei Facetten hat das Marketing laut Homburg / Krohmer?
Eine unternehmensexterne (marktbezogene Aktivitäten) und eine unternehmensinterne (Schaffung der Voraussetzungen).
Was umfasst Marketing in unternehmensexterner Hinsicht?
Die Konzeption und Durchführung marktbezogener Aktivitäten eines Anbieters gegenüber Nachfragern, einschließlich Informationsgewinnung und Gestaltung des Marketing-Mix.
Was bedeutet Marketing in unternehmensinterner Hinsicht?
Die Schaffung der Voraussetzungen für effektive marktbezogene Aktivitäten, insbesondere die Führung des Unternehmens nach der Leitidee der Marktorientierung.
Worauf zielen sowohl die externen als auch die internen Ansatzpunkte des Marketings ab?
Auf eine im Sinne der Unternehmensziele optimale Gestaltung von Kundenbeziehungen.
Die Marketing-Philosophie, die sich auf die Senkung der Produktionskosten durch effektivere Methoden konzentriert, nennt man _____.
Produktionsorientierung
Welche Marketing-Philosophie stellt die Verbesserung des Angebots in den Fokus, da das Produkt für sich selbst spricht?
Produktorientierung
Was kennzeichnet die Verkaufsorientierung als Marketing-Philosophie?
Das aggressive Vermarkten von Angeboten, bei dem der Vertrieb im Vordergrund steht (z.B. Tupperparty).
Welcher zentrale Aspekt kennzeichnet die marktorientierte Unternehmensführung?
Die konsequente Ausrichtung am Kundennutzen.
Was ist neben der Ausrichtung am Kundennutzen ein Kernaspekt der Marktorientierung?
Die Beachtung der Konkurrenz und das Erzielen von strategischen Wettbewerbsvorteilen.
Was versteht man unter der Umfeldorientierung im Marketing?
Das Erkennen von ökologischen, politischen, technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen und die frühzeitige Reaktion darauf.
Die Netzwerkorientierung im Marketing beschreibt den Trend zu einem _____, multioptionalen und vernetzten (Beziehungs-)Marketing.
individuellen
Was bedeutet die Abkürzung USP im Kontext der Marktorientierung?
Unique Selling Proposition, also ein einzigartiger Produktvorteil gegenüber den Wettbewerbern.
Nennen Sie einen Grund für die zunehmende Bedeutung des Marketings in der heutigen Wirtschaft.
Ein ausgeprägter Angebotsüberhang auf den meisten Märkten.
Wie wird der Begriff 'Markt' im Marketing definiert?
Alle tatsächlichen und potenziellen Abnehmer mit einem spezifischen Bedürfnis, das ein Unternehmen mit seinem Produkt zu befriedigen versucht.
Wer zählt zu den Anbietern als Marktteilnehmer?
Hersteller von Produkten und Dienstleistungen sowie Absatzmittler wie Groß- und Einzelhandel.
Nennen Sie zwei Arten von Nachfragern im Markt.
Mögliche Antworten: Private Konsumenten, Wiederverkäufer (Händler), industrielle Abnehmer (Unternehmen), öffentliche Abnehmer (staatliche Institutionen).
Was versteht man unter einem 'Bedürfnis'?
Das Gefühl eines Mangels und der damit verbundene Wunsch, diesen Mangel zu beseitigen.
Wie unterscheidet sich 'Bedarf' von 'Bedürfnis'?
'Bedarf' sind die mit Kaufkraft ausgestatteten Bedürfnisse.
Wann spricht man von 'Nachfrage'?
Wenn die auf dem Markt angebotenen Güter auch tatsächlich verlangt werden.
Definieren Sie den Begriff 'relevanter Markt'.
Der Teil des Gesamtmarktes, auf dem das Produkt eines Unternehmens im Wettbewerb mit austauschbaren Erzeugnissen steht.
Welche drei Hauptkriterien gibt es zur Abgrenzung des relevanten Marktes?
Sachliche, räumliche und zeitliche Abgrenzung.
Was versteht man unter Marketing-Management?
Die systematische Analyse, Planung, Durchführung und Kontrolle der marktorientierten Unternehmensleistungen.
Nennen Sie eine der sechs Aufgabenfelder des Marketing-Managements.
Mögliche Antworten: Produkt-, markt-, kunden-, handels-, konkurrenz- oder unternehmensbezogene Aufgaben.
Begriff: SWOT-Analyse
Ein Instrument der Ist-Analyse, das die internen Stärken (Strengths) und Schwächen (Weaknesses) sowie die externen Chancen (Opportunities) und Risiken (Threats) eines Unternehmens untersucht.
Welche Phase des Produktlebenszyklus ist durch hohe Kosten für Produktion und Werbung sowie geringe Nachfrage gekennzeichnet?
Die Einführungsphase.
Was charakterisiert die Wachstumsphase im Produktlebenszyklus?
Überdurchschnittlicher Umsatzzuwachs, Erreichen des maximalen Gewinns (Gmax) und das Anziehen von Konkurrenten.
In welcher Phase des Produktlebenszyklus erreicht der Umsatz sein Maximum, während der Gewinn bereits sinkt?
In der Reifephase.
Welche Maßnahmen können ergriffen werden, um die Sättigungsphase eines Produkts zu verlängern?
Z.B. Steigerung der Verwendungshäufigkeit, Gewinnung neuer Kunden oder Verbesserung der Distribution.
Was geschieht typischerweise in der Rückgangs- bzw. Degenerationsphase eines Produkts?
Der Umsatz sinkt, da bessere Produkte auf dem Markt sind, und es folgt entweder ein Relaunch oder die Elimination des Produkts.
Was ist die 'Marketing-Konzeption'?
Ein umfassender, schriftlich fixierter Leitplan, der alle marktrelevanten Maßnahmen im Unternehmen bestimmt und koordiniert.
Aus welchen drei Ebenen besteht die Konzeptionspyramide des Marketing?
Marketing-Ziele ('Wunschorte'), Marketing-Strategien ('Route') und Marketing-Mix ('Beförderungsmittel').
Wofür stehen die Buchstaben in der SMART-Regel zur Zielformulierung?
Spezifisch, Messbar, Attraktiv (oder Akzeptabel/Aktiv beeinflussbar), Realistisch, Terminierbar.
Welche Funktion haben Ziele neben der Orientierungs- und Lenkungsfunktion?
Erfolgskontrolle und Motivationsfunktion.
Was wird im Rahmen des Unternehmenszwecks festgelegt?
Welche Art von Leistungen das Unternehmen als Teil der Gesamtwirtschaft erbringen soll.
Was sind Instrumentalziele im Zielsystem des Marketings?
Konkretisierte Unterziele auf der Ebene der einzelnen absatzwirtschaftlichen Instrumente (z.B. Preispolitik, Produktpolitik).
Welche drei Arten von Zielbeziehungen gibt es?
Komplementäre Ziele, konfliktäre Ziele und indifferente Zielbeziehungen.
Was sind Marketing-Strategien?
Mittel- bis langfristige Grundsatzentscheidungen zur Marktwahl und -bearbeitung, die als Bindeglied zwischen Zielen und Marketing-Mix dienen.
Welche Strategie der Marktfeldstrategien (Ansoff-Matrix) zielt darauf ab, mit bestehenden Produkten auf bestehenden Märkten den Absatz zu erhöhen?
Die Marktdurchdringungsstrategie.
Die _____ zielt darauf ab, mit bestehenden Produkten neue Märkte zu erschließen.
Marktentwicklungsstrategie
Was ist das Ziel der Produktentwicklungsstrategie?
Die Entwicklung neuer Produkte für bestehende Märkte.
Wenn ein Unternehmen mit neuen Produkten in für das Unternehmen komplett neue Märkte vordringt, nennt man das _____.
Diversifikationsstrategie
Welche Marktstimulierungsstrategie zielt durch gezielten Einsatz aller Marketing-Instrumente auf die Schaffung von echten Präferenzen beim Käufer ab?
Die Präferenzstrategie.
Die Preis-Mengen-Strategie richtet das Marketing einseitig auf einen _____ aus.
niedrigen Verkaufspreis
Welche Marktparzellierungsstrategie spricht mit einem Standardprodukt und einem Marketing-Mix die größtmögliche Anzahl von Käufern an?
Massenmarketing (undifferenziertes Marketing).
Was versteht man unter einer Marktsegmentierungsstrategie?
Die Aufteilung eines Gesamtmarktes in verschiedene, in sich homogene Teilmärkte (Abnehmergruppen), die mit einem speziellen Marketing-Mix angesprochen werden.
Nennen Sie ein soziodemografisches Merkmal zur Marktsegmentierung.
Mögliche Antworten: Alter, Geschlecht, Familienstand, Einkommen, Beruf, Wohnortgröße.
Was sind psychografische Merkmale bei der Marktsegmentierung?
Merkmale wie Einstellungen, Persönlichkeitsstruktur, Wertvorstellungen, Interessen oder Lebensstil.
Welche konkurrenzgerichtete Strategie erfordert einen hohen Marktanteil zur Nutzung von Skaleneffekten?
Die Kostenführerschaft.
Die Schaffung eines einzigartigen Produktvorteils durch Qualität oder Image ist das Ziel der _____.
Abhebungsstrategie (Differenzierungsstrategie)
Was ist ein 'Me-too-Produkt' im Rahmen der Anpassungsstrategie?
Ein Produkt, das ein erfolgreiches Konkurrenzprodukt nachahmt.
Welche konkurrenzgerichtete Strategie ist besonders für kleine Unternehmen geeignet, die sich auf die Bearbeitung von Marktnischen konzentrieren?
Die Ausweichstrategie.
Was umfasst die Produktpolitik?
Alle Aktivitäten eines Unternehmens, die auf die Gestaltung einzelner Produkte oder des gesamten Absatzprogramms gerichtet sind.
Was sind die drei Gegenstandsbereiche der Produktpolitik?
Produktgestaltung, Sortiments- bzw. Programm-Politik und Markenpolitik.
Welche drei Dimensionen hat die Programm- bzw. Sortimentspolitik?
Breite (Anzahl Produktarten), Tiefe (Anzahl Artikel/Sorten pro Produktart) und Höhe (Niveau).
Was ist der Unterschied zwischen Produktionsprogramm und Absatzprogramm?
Das Produktionsprogramm umfasst selbst erstellte Leistungen, das Absatzprogramm umfasst alle angebotenen Leistungen (kann auch zugekaufte Produkte enthalten).
Eine Änderung einzelner Produkte, ohne die Anzahl der Leistungen zu verändern, nennt man _____.
Programm-Modifikation
Welche zwei Strategien gehören zur Programmerweiterung?
Die Produktentwicklungsstrategie (Programmtiefe) und die Diversifikationsstrategie (Programmbreite).
Nennen Sie eine der sechs Funktionen der Verpackung.
Mögliche Antworten: Schutz-, Transport-, Werbe-, Identifizierungs-, Mengenabgrenzungs- oder Informationsfunktion.
Welche drei Arten von Produktinnovationen werden unterschieden?
Echte Innovationen, Quasi-neue Produkte und Me-too-Produkte.
Wie definiert das Marketing einen Markenartikel?
Eine auf die Nutzenerwartung der Abnehmer ausgerichtete Leistung, die mit einem einheitlichen Zeichen versehen ist und in gleichbleibender Qualität angeboten wird.
Marken sind _____ in den Köpfen der Anspruchsgruppen, die eine Identifikations- und Differenzierungsfunktion übernehmen.
Vorstellungsbilder
Welche Markenstrategie positioniert jedes Produkt unabhängig vom Unternehmen am Markt?
Die Einzelmarkenstrategie (Mono-Marken-Strategie).
Bei welcher Markenstrategie dient der Unternehmensname als Marke für alle Produkte?
Bei der Dachmarkenstrategie (Company-Marken-Strategie).
Die Marke Nivea ist ein Beispiel für eine _____, da sie für eine ganze Produktgruppe steht.
Familienmarkenstrategie (Range-Marken-Strategie)
Was versteht man unter 'brand extension' (Markenerweiterung)?
Das Vordringen mit einer bestehenden Marke in eine neue Produktkategorie.
Was versteht man unter Preispolitik?
Alle Maßnahmen zur ziel- und marktgerechten Gestaltung des Verhältnisses zwischen dem Preis und dem Nutzen einer Leistung.
Warum sind preispolitische Maßnahmen schnell umsetzbar?
Weil sie sich ohne zeitliche Verzögerung umsetzen lassen und keine oder nur geringe Investitionen erfordern.
Welche drei grundlegenden Prinzipien der Preisbestimmung gibt es?
Kostenorientierte, nachfrageorientierte und wettbewerbsorientierte Preisbestimmung.
Was ist der Zirkelschluss bei der Preisbestimmung auf Vollkostenbasis?
Der Stückpreis beeinflusst die Absatzmenge, welche wiederum die Stückkosten und damit den Stückpreis beeinflusst.
Was zeigt eine Preis-Absatz-Funktion (PAF)?
Den Zusammenhang zwischen der Höhe der Preisforderung für ein Produkt und der zu erwartenden Absatzmenge.
Was misst die Preiselastizität der Nachfrage?
Das Verhältnis der relativen Änderung der Nachfrage zu der sie auslösenden relativen Änderung des Preises.
Von einer _____ Nachfrage spricht man, wenn die relative Mengenänderung größer als die relative Preisänderung ist.
elastischen
Was versteht man unter der Beurteilung der Preiswürdigkeit?
Die Beurteilung des Preises im Vergleich zum Nutzen des Produkts.
Was ist das Ziel der Preisdifferenzierung?
Die optimale Ausschöpfung des Marktpotenzials durch Berücksichtigung der unterschiedlichen Preisbereitschaft der Konsumenten.
Das Anbieten von günstigerem Strom in der Nacht ist ein Beispiel für welche Form der Preisdifferenzierung?
Zeitliche Preisdifferenzierung.
Ermäßigte Eintrittspreise für Senioren sind ein Beispiel für eine Preisdifferenzierung nach _____.
Käuferschichten
Welche Preisstrategie bei der Einführung neuer Produkte startet mit einem hohen Preis, der im Zeitverlauf gesenkt wird?
Die Skimmingstrategie (Marktabschöpfungsstrategie).
Welche Preisstrategie für neue Produkte zielt darauf ab, mit einem niedrigen Einführungspreis schnell hohe Marktanteile zu gewinnen?
Die Penetrationsstrategie.
Was beinhaltet die Konditionenpolitik?
Alle preispolitischen Maßnahmen, die neben der Preisforderung die Höhe der monetären Gegenleistung beeinflussen (z.B. Rabatte, Lieferbedingungen).
Nennen Sie eine Art von Funktionsrabatten.
Mögliche Antworten: Werbekostenzuschüsse, Aktionsrabatte, Jahresbonus, Mengenrabatt.
Was ist die Definition von Kommunikationspolitik?
Sämtliche Maßnahmen, die darauf abzielen, auf Kenntnisse, Einstellungen und Verhaltensweisen von Marktteilnehmern einzuwirken.
Was versteht man unter 'Information Overload' als Rahmenbedingung der Kommunikationspolitik?
Die Informationsüberlastung der Konsumenten durch eine riesige Menge an Werbebotschaften.
Definieren Sie 'Werbung' im Sinne der Kommunikationspolitik.
Eine unpersönliche Form der Massenkommunikation, bei der durch bezahlte Werbemittel in Werbeträgern versucht wird, Zielgruppen zu beeinflussen.
Worauf zielen psychologische Werbeziele ab?
Auf die Beeinflussung von Aktualisierung, Emotion, Information, Einstellung und Verhalten der Zielgruppe.
Was ist die 'Wettbewerbs-Paritäts-Methode' bei der Werbebudgetierung?
Eine Methode, bei der man sich am Werbebudget der wichtigsten Konkurrenten orientiert.
Was ist ein Tausenderkontaktpreis (TKP)?
Eine Kennzahl zur Kostenbewertung von Medien, die den Preis angibt, um 1.000 Personen zu erreichen.
Aus welchen drei Elementen besteht die Copy-Strategie?
Consumer Benefit (Kundennutzen), Reason Why (Begründung) und Tonality (Grundton der Werbung).
Was ist der Unterschied zwischen Recall- und Recognition-Tests in der Werbewirkungsanalyse?
Recall misst die ungestützte Erinnerung (z.B. 'Welche Werbung haben Sie gestern gesehen?'), Recognition die gestützte Wiedererkennung (z.B. 'Erkennen Sie diese Anzeige wieder?').
Was ist Verkaufsförderung (Sales Promotion)?
Zeitlich begrenzte Aktionen mit zusätzlichen Anreizen (z.B. Rabatte, Zugaben), um Kommunikationsziele auf nachgelagerten Vertriebsstufen zu erreichen.
Was ist das Ziel der Öffentlichkeitsarbeit (Public Relations, PR)?
Der Aufbau von gegenseitigem Verständnis und Vertrauen bei relevanten Zielgruppen, um positive Reaktionen gegenüber dem Unternehmen auszulösen.
Was versteht man unter Product Placement?
Die gezielte Platzierung von Markenprodukten in Kino- oder TV-Filmen.
Was umfasst die Distributionspolitik?
Alle Entscheidungen und Handlungen, die mit dem Weg eines Produktes vom Hersteller zum Endkäufer in Verbindung stehen.
Welche zwei Hauptaufgaben hat die Distributionspolitik?
Die akquisitorische Distribution (Wahl der Distributionswege) und die physische Distribution (Marketing-Logistik).
Was ist der Hauptunterschied zwischen direkter und indirekter Distribution?
Bei der direkten Distribution verkauft der Hersteller direkt an den Endkunden, bei der indirekten werden rechtlich selbstständige Handelsbetriebe (Absatzmittler) eingeschaltet.
Ein angestellter Außendienstmitarbeiter, der als Handlungsgehilfe Geschäfte anbahnt, ist ein Beispiel für ein _____ Distributionsorgan.
unternehmenseigenes
Wer handelt in fremdem Namen und auf fremde Rechnung und ist dabei ein selbstständiger Gewerbetreibender?
Ein Handelsvertreter.
Was ist die Hauptfunktion des Großhandels in der Distributionskette?
Er kauft Waren vom Hersteller in großen Mengen und verkauft sie an den Einzelhandel oder gewerbliche Verwender weiter.
Ein _____ ist ein Einzelhandelsgeschäft mit schmalem, aber sehr tiefem Sortiment.
Spezialgeschäft
Was ist ein Franchise-System?
Eine vertragliche Kooperation, bei der ein Franchise-Geber einem Franchise-Nehmer gegen Entgelt das Recht gewährt, Produkte nach seinen Vorgaben zu vertreiben.
Was ist das Hauptziel der physischen Distribution (Marketing-Logistik)?
Das richtige Produkt in der richtigen Menge zur richtigen Zeit am richtigen Ort bereitzustellen, bei einem optimalen Verhältnis zwischen Logistikkosten und Lieferservice.
1. Unterscheiden Sie kriterienorientiert einen Haushalt von einem Betrieb?
Haushalte: Decken den Eigenbedarf (Konsumtionswirtschaft) und streben nach Nutzenmaximierung. Betriebe: Decken den Fremdbedarf (Produktionswirtschaft) und streben nach Gewinnmaximierung (bzw. Deckung des Bedarfs).
2. Erläutern Sie das Minimumprinzip.
Ein gegebenes Ziel (Output) soll mit dem geringstmöglichen Einsatz von Mitteln (Input) erreicht werden (Sparprinzip).
3. Worin unterscheidet sich die SBWL von der ABWL?
ABWL: Fachübergreifend, betrachtet Probleme, die alle Betriebe betreffen (z. B. Personal, Rechnungswesen). SBWL: Branchenspezifisch, betrachtet Besonderheiten einzelner Wirtschaftszweige (z. B. Banken-BWL), die nicht übertragbar sind.
4. Erläutern Sie den Prozess der betrieblichen Leistungserstellung und Leistungsverwertung. Bei welcher Beziehung bestehen derzeit das größte Problem für Ihren Betrieb? Begründen Sie.
Prozess: Beschaffung (Input) → Produktion (Kombination der Faktoren) → Absatz (Output). Problem: Individuell zu beantworten. Häufig: Beschaffung (wegen Lieferkettenproblemen) oder Absatz (wegen Marktsättigung/Konkurrenz).
5. Ordnen Sie Ihren Betrieb nach drei einschlägigen Typologien ein.
1. Nach Branche: Industrie, Handel oder Banken. 2. Nach Art der Leistung: Sachleistung vs. Dienstleistung. 3. Nach Rechtsform: z. B. GmbH, AG, Einzelunternehmen.
6. Diskutieren Sie drei vom wirtschaftssystemabhängige Bestimmungsfaktoren für einen Betrieb in einem marktwirtschaftlichen System. Warum sind Unternehmen in der Marktwirtschaft häufig den Betrieben in der Planwirtschaft überlegen? Begründen Sie kriterienorientiert.
Faktoren: 1. Autonomieprinzip (Selbstbestimmung des Wirtschaftsplans), 2. Erwerbswirtschaftliches Prinzip (Gewinnmaximierung), 3. Prinzip des Privateigentums. Überlegenheit: Der Gewinnanreiz fördert Innovation und Effizienz; der Wettbewerb erzwingt Kundenorientierung (Konsumentensouveränität) statt Planerfüllung.
7. Erläutern Sie umfassend den faktortheoretischen Ansatz der Unternehmung nach Gutenberg. Erläutern Sie hierbei auch den Unterschied zwischen dispositivem Faktor und den Elementarfaktoren. Warum war/ist dieser Ansatz von Gutenberg für die BWL bedeutsam? Welche Unzulänglichkeit zeigt dieser Ansatz auf? Erläutern Sie jeweils.
Ansatz: Fokus auf den Produktionsprozess und optimale Faktorallokation (Produktivität). Faktoren: Elementarfaktoren (Arbeit, Betriebsmittel, Werkstoffe) werden vom dispositiven Faktor (Leitung/Planung) kombiniert. Bedeutung: Basis für das deutsche Wirtschaftswunder und Effizienzsteigerung. Unzulänglichkeit: Vernachlässigt den Menschen (nur als Faktor gesehen) sowie Absatz und Marketing.
8. Erläutern Sie umfassend den entscheidungsorientierten Ansatz nach Heinen. Welche Implikationen folgen aus diesem für die Unternehmensführung? Erläutern Sie. Welche Unzulänglichkeit zeigt dieser Ansatz auf?
Ansatz: BWL als Prozess von Entscheidungen. Unterscheidung in Zielentscheidungen (Was?) und Mittelentscheidungen (Wie?). Implikation: Einbeziehung von Zielen und Menschen; Nutzung von Modellen (Operations Research). Unzulänglichkeit: Totale Rationalität ist unmöglich ("Bounded Rationality"), Entscheidungen finden oft unter Unsicherheit statt.
9. Der systemorientierte Ansatz nach Ulrich erlangt große Bedeutung in der BWL. Erklären Sie diesen Ansatz und Gründe für seine hohe Bedeutsamkeit.
Ansatz: Betrieb als offenes, dynamisches und komplexes System, das mit der Umwelt interagiert. Bedeutung: Ermöglicht durch Kybernetik (Regelkreis/Selbststeuerung) die Lenkung komplexer Organisationen in einer sich schnell wandelnden Umwelt.
10. Der arbeitsorientierte Ansatz des DGB [...] Zeigen Sie diesen Ansatz auf und erläutern Sie die geäußerte Kritik zu diesem Ansatz. Hat dieser Ansatz auf die Ausgestaltung der deutschen Unternehmen? Falls ja, zeigen Sie diese auf.
Ansatz: Arbeitnehmerinteressen (Lohn, Arbeitsbedingungen) als dominantes Ziel. Kritik: Zu einseitig (Partikularinteresse), vernachlässigt die ökonomische Notwendigkeit von Gewinnen für das Überleben der Firma. Einfluss: Ja, führte zu starken Mitbestimmungsrechten (Betriebsrat) und Arbeitnehmerschutzgesetzen in Deutschland.
11. Der verhaltensorientierte Ansatz der Unternehmung hatte Auswirkungen auf die Ausgestaltung der deutschen Unternehmung. Zeigen Sie diese Implikation auf.
Ansatz: Fokus auf das Verhalten der Menschen (Stakeholder). Implikation: Entstehung von Marketing (Fokus auf Kundenbedürfnisse) und professionellem Personalwesen (Mitarbeitermotivation/Führung) als zentrale Funktionsbereiche.
12. Zeigen Sie umfassend den umweltorientierten Ansatz mit seinen unterschiedlichen Ausprägungen auf. Welche Implikationen können daraus für Unternehmen abgeleitet werden? Welche unterschiedlichen Interessengruppen sind hierbei zu berücksichtigen? Von welchen Kriterien ist die Umsetzbarkeit dieses Ansatzes eventuell abhängig? Erläutern Sie
Ansatz: Umwelt ist kein freies Gut (Internalisierung externer Effekte). Ausprägungen: 1. Ethisch-normativ (radikaler Stopp bei Verschmutzung) vs. 2. Ökologieorientiert (marktwirtschaftlich, z.B. Zertifikate). Implikation: Umweltschutz als Wettbewerbsvorteil (Image) oder Kostenfaktor. Gruppen: Staat, Kunden, Öffentlichkeit. Umsetzbarkeit: Abhängig vom Wohlstand (post-materialistische Gesellschaft akzeptiert höhere Preise für Umwelt; materialistische nicht).
13. Der institutionenökonomische Ansatz [...] Erläutern Sie den Property-Rights-Ansatz [...] Erläutern Sie den Principal-Agent-Ansatz. Welche zwei Probleme können hier bei managementgeführten Unternehmungen auftreten? Erläutern Sie. Was ist der Grund für diese zwei Probleme? Erklären Sie den Transaktionskostenansatz. Welche neue Sichtweise brachte der institutionenorientierte Ansatz für die deutsche Unternehmung?
Property-Rights: Verteilung von Verfügungsrechten. Principal-Agent: Verhältnis Auftraggeber (Eigner) zu Auftragnehmer (Manager). Probleme: 1. Opportunismus (Eigennutz des Managers) und 2. Adverse Selection (Unfähigkeit/falsche Auswahl). Grund: Informationsasymmetrie (Agent weiß mehr als Principal). Transaktionskosten: Kosten für Anbahnung/Durchführung von Verträgen ("Make-or-Buy"). Neue Sicht: Fokus auf "Spielregeln", Verträge und Organisationsstrukturen statt nur Produktion.
14. Erläutern Sie warum derzeit ESG-Kriterien wichtig für eine Unternehmung sein können?
Environment, Social, Governance. Wichtig für: Reputation, Risikomanagement (Compliance), Zugang zu Kapital (Investoren fordern Nachhaltigkeit) und Attraktivität für Mitarbeiter.
15. Erläutern Sie die unterschiedlichen Organe der deutschen Aktiengesellschaft (AG) und geben Sie jeweils zwei Aufgaben dieser Organe.
1. Vorstand: Leitung des operativen Geschäfts, Risikoüberwachung, Berichterstattung. 2. Aufsichtsrat: Kontrolle des Vorstands, Bestellung/Abberufung des Vorstands. 3. Hauptversammlung: Entlastung von Vorstand/AR, Wahl des Abschlussprüfers, Satzungsänderungen.
16. Erläutern Sie drei Möglichkeiten in Deutschland, wie Arbeitnehmerrechte in der Unternehmung gesichert werden sollen.
1. Betriebsrat: Informations- und Mitwirkungsrechte bei sozialen Fragen. 2. Unternehmensmitbestimmung: Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat (Drittelparität/Parität). 3. Staatliche Gesetze: Arbeitsrechtliche Schutzvorschriften (Kündigungsschutz, Mindestlohn).
17. Erläutern Sie den Begriff „voice“ im Hinblick auf die Mitbestimmung im Unternehmen. Welche Zielsetzung soll damit erreicht werden?
Voice: Aktiver Widerspruch oder Beschwerde statt stiller Abwanderung ("Exit"). Ziel: Das Unternehmen erhält Feedback zur Fehlerkorrektur; Mitarbeiter bleiben loyal und die Bindung wird gestärkt.
18. Erläutern Sie das Ziel der Corporate Governance des deutschen Gesetzgebers im Hinblick auf die Unternehmung.
Schaffung eines rechtlichen und faktischen Ordnungsrahmens ("Unternehmensverfassung") zur guten Führung, um Informationsasymmetrien abzubauen und die Interessen von Shareholdern und Stakeholdern zu wahren.
19. Erläutern Sie die drei Instrumente mit denen das Principal-Agent-Problem in Deutschland bspw. im Falle der Aktiengesellschaft gemildert werden könnte. Erläutern Sie!
1. Transparenz: Berichtspflichten an Stakeholder abbauen Info-Vorsprung. 2. Kontrolle: Überwachung durch Aufsichtsrat und Wirtschaftsprüfer. 3. Anreizsysteme: Aktienoptionen (Stock Options), um Interessen des Managers an die der Eigentümer anzugleichen.
20. Welche Aufgabe hat der Abschlussprüfer (WP) in einer Kapitalgesellschaft? Erläutern Sie.
Prüfung des Jahresabschlusses auf Gesetzmäßigkeit (Testat). Dient als neutrale Kontrollinstanz zum Abbau der Informationsasymmetrie für Aktionäre und Gläubiger.
21. Was charakterisiert eine konstitutive Entscheidung?
Entscheidungen von grundlegender Bedeutung, die langfristig wirken, schwer revidierbar sind, hohe Kosten verursachen und oft existenzbestimmend sind (z. B. Rechtsform, Standort).
22. Unterscheiden Sie eine unternehmerische Kooperation von der einer Konzentration.
Kooperation: Freiwillige Zusammenarbeit, bei der Firmen rechtlich und weitgehend wirtschaftlich selbstständig bleiben (z. B. Kartell, ARGE). Konzentration: Verlust der wirtschaftlichen Selbstständigkeit durch Unterordnung unter eine einheitliche Leitung (z. B. Konzern, Fusion).
23. Beschreiben Sie die Kooperationsform Konsortium im Hinblick auf Rechtsform, Anwendungsbereich Zielsetzung.
Rechtsform: Meist GbR (Gelegenheitsgesellschaft). Anwendungsbereich: Banken (Börsengang) oder Großprojekte. Ziel: Risikostreuung und Bündelung großer Kapitalsummen für ein begrenztes Vorhaben.
24. Erläutern Sie jeweils an einem Beispiel für Ihre Unternehmung für eine Vorwärts- bzw. Rückwärtsintegration. Begründen Sie Ihre Einschätzung.
Vorwärts: Kauf einer Handelskette/Vertrieb (Sicherung des Absatzes und Kundenkontakts). Rückwärts: Kauf eines Zulieferers (Sicherung der Rohstoffversorgung und Unabhängigkeit).
25. Erläutern Sie die Bedeutung von nachfolgenden Beteiligungsquoten: Kontrollbeteiligung und Squeeze-Out.
Kontrollbeteiligung (>25%): Sperrminorität. Man kann Satzungsänderungen blockieren. Squeeze-Out (>95%): Hauptaktionär kann die restlichen Kleinaktionäre gegen Abfindung zwangsweise aus der Gesellschaft drängen.
26. Erklären Sie zwei Ziele für Unternehmenszusammenschlüsse.
1. Rationalisierung: Senkung der Stückkosten durch Fixkostendegression (Skaleneffekte). 2. Marktmacht: Ausschaltung von Konkurrenz, Durchsetzung besserer Preise.
27. Erläutern Sie unterschiedliche Typen der Standortwahl. Wie lautet das Oberziel der Standortwahl? Welches Problem ist in der Praxis mit der Verfolgung dieses Oberziels verbunden? Erläutern Sie. Wie behilft sich eine Unternehmensleitung in der Praxis um dieses Problem zu mildern? Erklären Sie.
Typen: Gründung, Verlagerung, Spaltung. Oberziel: Maximierung der Differenz aus standortspezifischen Erträgen minus Aufwendungen. Problem: Zukünftige Erträge/Kosten sind kaum exakt prognostizierbar (Dynamik). Lösung: Nutzung von Scoring-Modellen (Nutzwertanalyse) mit gewichteten Standortfaktoren.
28. Erläutern Sie zwei bedeutsame Standortfaktoren für die Gründung einer Werft. Begründen Sie Ihre Kriterien.
1. Natürliche Gegebenheiten: Zugang zu tiefem Wasser/Meer ist zwingend für die Produktion. 2. Verkehrsinfrastruktur: Anbindung für Schwerlasttransporte (Stahl, Maschinen) zur Beschaffung.
29. Erläutern Sie die Bedeutung eines kundenorientierten Standortwahl?
Essenziell für Dienstleister oder den stationären Einzelhandel (absatzabhängige Betriebe). Die Nähe zum Kunden bestimmt direkt die Frequenz und damit den Umsatz.
30. Geben Sie ein Beispiel für einen Herkunfts-Goodwill und zeigen Sie dessen weitreichende Implikationen für einen diesbezüglichen Standort auf.
Beispiel: "Made in Germany" oder "Champagner". Implikation: Das Image erlaubt höhere Preise und schafft Vertrauen, zwingt das Unternehmen aber, an diesem (oft teureren) Standort zu produzieren, um das Label nicht zu verlieren.
31. Zeigen Sie exemplarisch auf wie das Entscheidungsverfahren „Checkliste“ und „Aspektweise Elimination“ bei der Standortwahl angewendet werden. Zeigen Sie auch jeweils zwei Unzulänglichkeiten dieser Verfahren auf.
Checkliste: Abhakliste mit Kriterien (+/-). Kritik: Subjektiv, keine Gewichtung der Faktoren. Elimination: K.O.-Kriterien werden nacheinander geprüft. Kritik: Die Reihenfolge beeinflusst das Ergebnis; "knappes" Scheitern führt zum sofortigen Ausschluss.
32. Die Transportkostenanalyse ist das zuverlässigste Verfahren zur Standortauswahl! Widerlegen Sie diese Aussage.
Widerlegung: Falsch. Sie berücksichtigt nur einen einzigen Kostenfaktor (Transport). Alle anderen Faktoren (Lohn, Steuern, Image) werden ignoriert. Zudem sind Transportkosten (z.B. Ölpreis) sehr schwankungsanfällig.
33. Welche Zielsetzung liegt der unternehmerischen Entscheidung zur Rechtsformwahl zugrunde? Erläutern Sie die bedeutsamsten Auswahlkriterien zur Rechtsformwahl.
Ziel: Langfristige Gewinnmaximierung nach Steuern. Kriterien: Haftungsumfang, Leitungsbefugnis, Finanzierungsmöglichkeiten (Börse), Steuerbelastung, Publizitätspflichten.
34. Vergleichen Sie jeweils zwei Vor- und Nachteile der AG und des Einzelunternehmens.
AG: (+) Haftung auf Eigenkapital beschränkt, (+) Leichter Kapitalzugang an Börse. (-) Hohe Publizitätspflicht, (-) Wenig Einfluss des einzelnen Aktionärs. Einzelunternehmen: (+) Volle Kontrolle ("Chef im Haus"), (+) Keine Publizität. (-) Unbeschränkte Privathaftung, (-) Begrenzte Finanzierungskraft.
35. Die OHG ist immer die beste Rechtsform für ein deutsches Unternehmen. Widerlegen Sie diese Aussage umfassend.
Widerlegung: Nein. Bei der OHG haften alle Gesellschafter unbeschränkt und solidarisch (auch privat). Das ist bei hohen Risiken existenzbedrohend. Zudem ist die Kapitalaufnahme schwieriger als bei Kapitalgesellschaften (AG/GmbH).
36. Definieren Sie den Begriff Managementphilosophie. Erläutern Sie ferner die Begriffe der Vision und des Leitbildes für eine Unternehmung. Welche Intentionen werden mit diesen beiden verfolgt? Erläutern Sie.
Philosophie: Grundlegende Wertehaltung des Managements. Vision: Ein erstrebenswertes Zukunftsbild ("Wo wollen wir hin?"). Leitbild: Schriftliche Fixierung der Grundsätze ("Verfassung"). Intention: Identifikation/Motivation der Mitarbeiter ("Wir-Gefühl") und Imagepflege nach außen.
37. Erläutern Sie umfassend die Teilaufgaben der Unternehmensführung.
Der Managementregelkreis umfasst: 1. Zielbildung, 2. Planung, 3. Entscheidung, 4. Ausführung, 5. Kontrolle, 6. Information, 7. Koordination.
38. Geben Sie jeweils ein Beispiel aus der unternehmerischen Praxis für ein ökonomisches, soziales und ökologisches Ziel. Worin unterscheiden sich Sach- und Formalziele? Warum gibt es eine Unterscheidung in Ober-, Zwischen- und Unterzielen? Begründen Sie.
Bsp: Gewinn (ökonomisch), Gerechter Lohn (sozial), Ressourcenschonung (ökologisch). Unterschied: Formalziele sind übergeordnete Erfolgsmaßstäbe (z. B. Rentabilität); Sachziele sind konkrete Handlungen (z. B. Menge produzieren). Hierarchie: Dient der Operationalisierung: Abstrakte Oberziele werden in konkrete Unterziele zerlegt, um sie ausführbar zu machen.
39. Was ist ein Zielsystem? Warum bedarf es in der unternehmerischen Praxis eines Zielsystems? Erläutern Sie zwei Zielmerkmale, die ein Zielsystem aufweisen sollte.
System: Ordnung von Zielen (z. B. Zieldatenkranz). Grund: Ziele stehen oft in Konflikt (z. B. Gewinn vs. Sicherheit) und müssen priorisiert/koordiniert werden. Merkmale: Widerspruchsfreiheit, Realitätsbezug, Operationalität (Messbarkeit).
40. Erläutern Sie den Begriff der Planung. Unterscheiden Sie operative, taktische und strategische Planung anhand von drei einschlägigen Kriterien.
Planung: Gedankliche Vorwegnahme zukünftigen Handelns. Strategisch: Langfristig (>5 J.), hohe Unsicherheit, Management-Ebene. Taktisch: Mittelfristig (2-5 J.). Operativ: Kurzfristig (<1 J.), detailliert/fein strukturiert, untere Ebene.
41. Erläutern Sie das Gegenstromverfahren bei der Koordination von Planungsprozessen.
Kombination aus Top-Down (Leitung gibt Rahmen vor) und Bottom-Up (Abteilungen melden Detailpläne). Pläne werden abgeglichen ("Gegenstrom"), bis Konsens besteht. Vorteil: Hohe Akzeptanz und Realismus.
42. Erläutern Sie die Vorgehensweise bei der rollenden Planung. Warum ist diese bedeutungsvoll?
Das Planungsintervall verschiebt sich periodisch. Ist ein Planjahr vorbei (Realität), wird ein neues Planjahr hinten angehängt (Planfortschreibung). Wichtig für Flexibilität und Anpassung an sich ändernde Umweltbedingungen.
43. Erläutern Sie den Begriff und der Vorgehensweise von „Dominanz des Minimumsektors“ bei der sukzessiven Planung.
Bei der sukzessiven (schrittweisen) Planung beginnt man immer beim größten Engpass (Minimumsektor, z. B. Absatz), da dieser das Gesamtvolumen begrenzt ("Ausgleichsgesetz der Planung"). Alle anderen Bereiche passen sich diesem an.
44. Welche Aufgabe soll mit der strategischen Planung in einer Unternehmung verfolgt werden? Zeigen Sie an einem Beispiel das Verfahren Stärken-Schwächen-Analyse auf, Welche Unzulänglichkeit zeigt dieses Verfahren auf?
Aufgabe: Sicherung langfristiger Erfolgspotenziale. Beispiel (SWOT): Interne Stärken (z. B. Patent) gegen externe Risiken (z. B. neue Gesetze) abwägen. Unzulänglichkeit: Subjektive Auswahl der Faktoren und statische Betrachtung (Momentaufnahme ohne Dynamik).
45. Unterscheiden Sie die Entscheidung unter Risiko von der bei unsicheren Erwartungen. Welche Implikation ist bei der Entscheidung unter Risiko in der beruflichen Praxis vorteilhaft? Welche Möglichkeiten bestehen zur Berechnung von Eintrittswahrscheinlichkeiten? Zeigen Sie Entscheidungen im Unternehmen auf, die versichert werden können. Was ist die Funktion von Versicherungen?
Risiko: Wahrscheinlichkeiten sind bekannt. Unsicherheit: Wahrscheinlichkeiten unbekannt. Vorteil Risiko: Es ist kalkulierbar (Erwartungswert) oder versicherbar. Berechnung: Historische Daten (Objektiv) oder Schätzungen (Subjektiv). Versicherung: Bsp. Feuer, Haftpflicht. Funktion: Wandelt unkalkulierbares Risiko in feste Kosten (Prämie).
46. Warum ist die Entscheidung unter vollkommener Information in der BWL von Bedeutung? Erläutern Sie
Sie dient als theoretischer Referenzzustand (Modell des Homo Oeconomicus), um Abweichungen in der Realität (Fehler, Transaktionskosten, Informationsasymmetrien) überhaupt erst messen und erklären zu können.
47. Erläutern Sie die Einstellung eines/r Entscheidungsträgers/in für den Fall der Wahl folgender Entscheidungsregeln: Laplace, Minimax, Hurwicz, Savage-Niehans. Warum gibt es diese Regeln? Begründen Sie!
Laplace: Risikoneutral. Minimax: Pessimistisch (Sicherheitsorientiert). Hurwicz: Risikofreudig bis pessimistisch (je nach Parameter). Savage-Niehans: Angst vor Reue (Minimierung des Bedauerns). Grund: Um subjektive Risikoneigungen bei Unsicherheit rational abzubilden.
48. Erläutern Sie den Begriff „bounded rationality“ (beschränkte Rationalität). Welche Implikationen folgen aus diesem Begriff für den unternehmerische Entscheidungsprozess? Erläutern Sie umfassend und binden Sie in Ihre Erklärung den Begriff „satisficing“ ein.
Menschen haben begrenzte Informationen und kognitive Fähigkeiten ("Bounded Rationality"). Daher suchen sie nicht nach der absolut besten Lösung (Maximizing), sondern nach einer Lösung, die das Anspruchsniveau gerade erfüllt (Satisficing / zufriedenstellend).
50. Erläutern Sie den Begriff „Wertschöpfung“. Erläutern Sie ferner die Aussage: Eine Unternehmung besteht aus einer Wertschöpfungskette.
Wertschöpfung: Wert des Outputs (Umsatz) minus Wert des Inputs (Vorleistungen). Kette: Ein Unternehmen ist eine Abfolge von Aktivitäten (Beschaffung → Produktion → Vertrieb), die Schritt für Schritt den Wert des Produktes für den Kunden steigern.
51. Unterscheiden Sie die Effizienz von der Effektivität. Zeigen Sie drei Möglichkeiten auf mit denen eine Unternehmung diese zwei Ziele erhöhen könnte.
Effektivität: "Die richtigen Dinge tun" (Zielerreichung). Effizienz: "Die Dinge richtig tun" (Verhältnis Input/Output). Steigerung: 1. Prozessoptimierung (Kosten senken), 2. Innovation (neue/bessere Produkte), 3. Mitarbeiterschulung.
1. Erläutern Sie den Prozess der Konkretisierung von Bedürfnissen hin zur Nachfrage anhand eines selbst gewählten Beispiels!
1. Bedürfnis: Gefühl eines Mangels (z. B. Durst). 2. Bedarf: Mit Kaufkraft ausgestattetes Bedürfnis (z. B. Wunsch nach Cola und Geld ist vorhanden). 3. Nachfrage: Tatsächliches Verlangen der Güter am Markt / Kaufentscheidung (z. B. Kauf der Cola).
2. Wie lässt sich der Marketingbegriff definieren? Weshalb spricht man in diesem Zusammenhang auch von einer Marketingphilosophie?
Definition: Planung und Durchführung marktbezogener Aktivitäten (Marketing-Mix) für optimale Kundenbeziehungen. Philosophie: Marketing als Leitkonzept der Unternehmensführung ("Marktorientierung"), bei dem alle Unternehmensbereiche konsequent vom Kunden her gedacht werden.
3. Wozu dient die Marktabgrenzung und was versteht man unter der räumlichen, zeitlichen und sachlichen Abgrenzung des relevanten Marktes?
Zweck: Bestimmung des relevanten Marktes und der Konkurrenz. Räumlich: Lokal, regional, national oder international. Zeitlich: Z. B. saisonale Begrenzung. Sachlich: Abgrenzung über Produkte oder besser über Kundenbedürfnisse.
4. Welche Probleme können im Rahmen der sachlichen Marktabgrenzung entstehen, wenn man ein Produkt ausschließlich als technische Leistung ansieht?
Bei rein technischer Betrachtung (z. B. nur "Bahn") übersieht man Wettbewerber, die das gleiche Kundenbedürfnis mit anderen Technologien befriedigen (z. B. Flugzeug oder Auto für das Bedürfnis "Mobilität"). Man spricht hier oft von "Marketing Myopia".
5. Arbeiten Sie den Unterschied zwischen der Produktions- und der Produktorientierung im Marketing heraus (s. Marketingphilosophie)!
Produktionsorientierung: Fokus liegt intern auf Kostensenkung, effizienter Produktion und Verfügbarkeit. Produktorientierung: Fokus liegt auf der Qualitätsverbesserung des Angebots nach dem Motto "Das technisch beste Produkt gewinnt".
6. Beschreiben Sie das schrittweise Vorgehen im Rahmen einer sorgfältigen Analyse der Marketingsituation mit Hilfe der SWOT-Analyse!
(1) Umweltanalyse (extern): Identifikation von Chancen (Opportunities) und Risiken (Threats). (2) Unternehmensanalyse (intern): Analyse von Stärken (Strengths) und Schwächen (Weaknesses). (3) Verknüpfung: Ableitung von Strategien aus der Kombination der Faktoren.
7. Grenzen Sie die Ebene der Marketingstrategien von den beiden anderen Planungsebenen der Marketingkonzeption ab!
Marketingziele sind die "Wunschorte" (Wo wollen wir hin?). Marketingstrategien sind die "Route" (Wie kommen wir dahin? / Mittelfristige Grundsatzentscheidungen). Der Marketing-Mix ist das "Beförderungsmittel" (Was setzen wir ein? / Operative Maßnahmen).
8. Beschreiben Sie die Phasen des Produktlebenszyklus und beurteilen Sie kritisch die Aussagefähigkeit des Modells!
Phasen: Einführung, Wachstum, Reife, Sättigung, Rückgang. Kritik: Der idealtypische S-Verlauf trifft in der Realität oft nicht zu. Externe Einflussfaktoren wie Konkurrenz oder Kaufkraft werden ignoriert. Die Länge der Phasen ist schwer vorhersehbar.
9. Erläutern Sie das Wesen und die Bedeutung von Zielen!
Ziele sind Orientierungsgrößen für unternehmerisches Handeln (Soll-Zustände). Ihre Funktionen sind: Orientierung, Steuerung, Motivation der Mitarbeiter und Maßstab für die Erfolgskontrolle.
10. Erläutern Sie an einem selbst gewählten Beispiel, welche Anforderungen man bei der präzisen Formulierung von Zielen berücksichtigen muss (s. SMART-Regel)!
Ziele müssen SMART sein: Spezifisch (konkret formuliert), Messbar (quantifizierbar), Attraktiv (akzeptabel/motivierend), Realistisch (erreichbar) und Terminierbar (mit einem klaren Zeitbezug versehen).
11. Erläutern Sie die wesentlichen Merkmale von Marketingstrategien! Grenzen Sie strategische und taktische Marketingentscheidungen voneinander ab!
Strategie: Mittel- bis langfristige Grundsatzentscheidungen zur Marktwahl und -bearbeitung ("Die Route"). Taktik: Operative, kurzfristigere Maßnahmen im Marketing-Mix ("Das Fahrzeug").
12. Welche grundlegenden Entscheidungen werden im Rahmen der Marktfeldstrategie (Ansoff-Matrix) getroffen? Stellen Sie die vier Ausprägungen dar!
Es geht um das Wachstum durch Produkte (alt/neu) auf Märkten (alt/neu). Die 4 Strategien sind: (1) Marktdurchdringung (alte Produkte/alte Märkte), (2) Marktentwicklung (alte Produkte/neue Märkte), (3) Produktentwicklung (neue Produkte/alte Märkte), (4) Diversifikation (neue Produkte/neue Märkte).
13. Welche marktbezogenen Rahmenfaktoren lassen es sinnvoll erscheinen, eine Marktdurchdringungsstrategie zu realisieren?
Diese Strategie ist sinnvoll in gesättigten Märkten, um den Absatz bei bestehenden Kunden zu erhöhen, Kunden von der Konkurrenz abzuwerben oder bisherige Nicht-Verwender zu gewinnen.
14. Was versteht man unter einer Diversifikation? Aus welchen Gründen entschließen sich Unternehmen dazu?
Diversifikation bedeutet das Angebot neuer Produkte auf neuen Märkten. Gründe sind: Risikostreuung (Unabhängigkeit von einem Markt), Wachstumschancen nutzen oder die Nutzung von Synergien und Know-how auf anderen Feldern.
15. Grenzen Sie die drei Arten der Diversifikationsstrategie gegeneinander ab! Geben Sie Chancen und Risiken an.
(1) Horizontal: Sachlicher Zusammenhang zum alten Produkt (Chance: Synergien; Risiko: Marktrisiko bleibt ähnlich). (2) Vertikal: Vor- oder nachgelagerte Wertschöpfungsstufe (Chance: Unabhängigkeit; Risiko: Hohe Fixkosten). (3) Lateral: Kein sachlicher Zusammenhang (Chance: Risikostreuung; Risiko: Fehlendes Know-how).
16. Grenzen Sie die Präferenzstrategie gegenüber der Preis-Mengen-Strategie ab!
Präferenzstrategie: Zielgruppe sind Markenkäufer, Fokus liegt auf Qualität und Imagepflege, hoher Preis. Preis-Mengen-Strategie: Zielgruppe sind Preiskäufer, Fokus liegt auf niedrigem Preis, Massenabsatz und aggressiver Preiskommunikation.
17. Erläutern Sie den Unterschied zwischen Marktsegmentierung mit totaler Marktabdeckung und partialer Marktabdeckung!
Total (Differenziertes Marketing): Bearbeitung aller Segmente mit spezifischem Mix (Vorteil: Hoher Umsatz; Nachteil: Hohe Kosten; Bsp: VW). Partial (Konzentriertes Marketing): Fokus auf Nischen (Vorteil: Spezialisierung/wenig Ressourceneinsatz; Nachteil: Abhängigkeit/Risiko; Bsp: Ferrari).
18. Erläutern Sie die Begriffe Grundnutzen und Zusatznutzen am Beispiel eines Handys!
Grundnutzen: Die technisch-funktionale Basis (Telefonieren, Erreichbarkeit, Internetzugang). Zusatznutzen: Über den Grundnutzen hinausgehende Befriedigung; z. B. emotional (Marke/Status), ästhetisch (Design) oder sozial (Zugehörigkeit).
19. Beschreiben Sie die Programmstruktur eines Ihnen bekannten Herstellers!
Die Programmstruktur besteht aus Programmbreite und Programmtiefe. Breite: Anzahl der Produktlinien (z. B. PKW, LKW, Motorräder). Tiefe: Anzahl der Varianten innerhalb einer Linie (z. B. Golf, Passat, Polo).
20. Erläutern Sie den Unterschied zwischen Produktinnovation, Produktvariation und Produktmodifikation!
Innovation: Echte Marktneuheit. Variation: Eine zusätzliche Variante wird ergänzend zum bestehenden Produkt eingeführt (z. B. neue Schoko-Sorte). Modifikation: Änderung/Verbesserung eines bestehenden Produkts, wobei der Vorgänger ersetzt wird (z. B. Facelift beim Auto).
21. Erläutern Sie die Bereiche der Produktgestaltung am Beispiel eines Anbieters von Fernsehgeräten!
Zu den Bereichen gehören: Produktkern (Bildqualität/Funktion), Ästhetik (Design/Form/Farbe), Verpackung, Markierung (Logo), sowie Zusatzleistungen (Garantie, Installationsservice).
22. Erläutern Sie die Funktionen von Marken aus Konsumentensicht!
Für Konsumenten bieten Marken: Orientierungshilfe bei der Auswahl, Vertrauen, ein Qualitätssignal, Prestige/Identifikation und eine Entlastung bei der Kaufentscheidung (Gewohnheitskauf).
23. Erläutern Sie die Funktionen von Marken aus Anbietersicht!
Für Anbieter dienen Marken zur: Differenzierung von der Konkurrenz, Kundenbindung (Markentreue), Durchsetzung höherer Preise (Preisspielraum), Wertsteigerung des Unternehmens und Präferenzbildung.
24. Erläutern Sie die Vor- und Nachteile der Einzelmarken-, Familienmarken- und Dachmarkenstrategie!
Einzelmarke (z. B. Nutella): Klare Profilierung möglich, aber hohe Kosten. Familienmarke (z. B. Nivea): Nutzung von Synergien, aber Risiko des negativen Image-Transfers (Badwill-Effekt). Dachmarke (z. B. Siemens): Hohes Vertrauen durch Unternehmensnamen, aber Gefahr der Markenverwässerung bei zu vielen Produkten.
25. Welche Probleme sind mit einer Mehr-Marken-Strategie verbunden?
Ein Hauptproblem ist die Kannibalisierung, bei der sich die eigenen Marken gegenseitig Marktanteile wegnehmen. Zudem entstehen sehr hohe Kosten für die parallele Pflege und Bewerbung mehrerer Marken.
26. Erläutern Sie die Besonderheiten der Preispolitik im Vergleich zu anderen Marketinginstrumenten!
Die Preispolitik wirkt sehr schnell (keine Zeitverzögerung), erfordert kaum Vorab-Investitionen, hat eine direkte Auswirkung auf Gewinn und Absatz und ist ein starkes Reaktionsinstrument im Wettbewerb.
27. Wie verläuft die Preis-Absatz-Funktion bei lebensnotwendigen Medikamenten und bei einem „Me too"-Waschmittel?
Medikamente: Unelastische Nachfrage (steiler Verlauf), da Kunden auch bei Preiserhöhungen kaufen müssen. Me-too-Waschmittel: Elastische Nachfrage (flacher Verlauf), da Kunden bei Preiserhöhung sofort zum austauschbaren Konkurrenzprodukt wechseln.
28. Welche Informationen enthält die Preiselastizität der Nachfrage? Was sagt eine Preiselastizität von e = -2 aus?
Sie gibt an, wie stark die Nachfrage prozentual auf Preisänderungen reagiert. e = -2 bedeutet: Bei einer Preiserhöhung um 1% sinkt die abgesetzte Menge um 2%. Die Nachfrage ist also elastisch.
29. Was ist unter dem monopolistischen Preisbereich der doppelt geknickten Preis-Absatzfunktion zu verstehen?
Das ist der mittlere Bereich der Funktion (das "Plateau"), in dem Preisänderungen kaum Mengenänderungen bewirken. Hier hat das Unternehmen durch treue Kunden und Präferenzen einen quasi-monopolistischen Spielraum.
30. Nennen Sie primärstatistische Quellen zur Beschaffung von Informationen über den Zusammenhang zwischen Preisforderung und Absatzmenge!
Zu den Quellen gehören: Kundenbefragungen (direkt oder Conjoint-Analyse), Expertenbefragungen, Testmärkte sowie Testkäufe (Preisexeperimente).
31. Worin besteht der Unterschied zwischen Preisgünstigkeits- und Preiswürdigkeitsurteilen?
Preisgünstigkeit ist der objektive Vergleich mit Konkurrenzpreisen (Ist das Produkt billiger als andere?). Preiswürdigkeit ist der subjektive Vergleich des Preises mit der gebotenen Leistung/Qualität (Ist das Produkt seinen Preis wert?).
32. Welche Referenzreize benutzen die Nachfrager, um die Preisgünstigkeit von Produkten zu beurteilen?
Konsumenten achten auf Signale wie: Rote Preisschilder, Sonderplatzierungen (Zweitplatzierung), Slogans ("Sale"), durchgestrichene Preise, Signalfarben oder Preisbrechersymbole.
33. Skizzieren Sie das Phänomen der preisabhängigen Qualitätsbeurteilung!
Kunden schließen vom Preis auf die Qualität ("Was teuer ist, muss gut sein"). Dies geschieht vor allem bei fehlender Produktkenntnis, hohem Kaufrisiko (z. B. Wein, Parfüm) oder bei Prestige-Produkten.
34. Welche Verhaltensweisen lassen sich im Rahmen der wettbewerbsorientierten Festsetzung des Angebotspreises unterscheiden?
Ein Unternehmen kann seine Preise entweder unterhalb, auf dem gleichen Niveau oder oberhalb (Premium) der Konkurrenzpreise festsetzen.
35. Was versteht man unter einer Preisdifferenzierung? Welches Ziel wird verfolgt?
Es wird das gleiche Produkt zu unterschiedlichen Preisen an verschiedene Kundengruppen verkauft. Ziel ist die Abschöpfung der Konsumentenrente zur Gewinnmaximierung. Es ist strategisch, da eine Segmentierung des Marktes vorausgesetzt wird.
36. Grenzen Sie die beiden Preisstrategien bei der Einführung neuer Produkte voneinander ab!
Skimming (Abschöpfung): Hoher Einstiegspreis, der langsam gesenkt wird (sinnvoll bei Innovationen/Monopolen). Penetration: Niedriger Einstiegspreis für schnelle Marktanteilsgewinne (sinnvoll bei Massenprodukten, hoher Konkurrenz oder Me-too-Produkten).
37. Worin besteht der Unterschied zwischen „Above-the-line“- und „Below-the-line“-Kommunikation?
Above-the-line ist die klassische, für jeden sichtbare Werbung (TV, Print, Radio), die direkt als Werbung erkennbar ist. Below-the-line bezeichnet Maßnahmen, die nicht sofort als Werbung wahrgenommen werden (Sponsoring, PR, Product Placement, Events).
38. Erläutern Sie Wesen, Ziele und Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit (PR)!
Wesen: Aufbau von Vertrauen und Verständnis in der Öffentlichkeit. Ziele: Imagepflege, Erhöhung des Bekanntheitsgrades, Kontaktpflege. Maßnahmen: Pressemitteilungen, Pressekonferenzen, Geschäftsberichte, Events, Sponsoring.
39. Formulieren Sie jeweils ein operationales ökonomisches und psychologisches Werbeziel!
Ökonomisches Ziel: Steigerung des Umsatzes um 5% im nächsten Geschäftsjahr. Psychologisches Ziel: Steigerung der gestützten Markenbekanntheit in der Zielgruppe um 10% innerhalb von 6 Monaten.
40. Worin besteht das Zurechnungsproblem im Zusammenhang mit der Formulierung von Werbezielen?
Es ist oft schwer zu ermitteln, welcher Teil des Absatzerfolges isoliert auf eine bestimmte Werbemaßnahme zurückzuführen ist, da gleichzeitig andere Faktoren (Preis, Konkurrenz, Trends) wirken (Interdependenzproblem).
41. Welche Verfahren der Werbebudgetierung kennen Sie? Was ist das Problem der %-vom-Umsatz-Methode?
Verfahren: Prozent-vom-Umsatz, All-you-can-afford (Restwert), Wettbewerbs-Parität, Ziel-Aufgaben-Methode. Problem der Umsatz-Methode: Es ist ein logischer Zirkelschluss. Werbung soll den Umsatz eigentlich erzeugen, wird hier aber fälschlicherweise vom vergangenen Umsatz abhängig gemacht (prozyklisch).
42. Welche Informationen beinhaltet ein Werbebriefing neben der Copy-Strategie noch?
Ein Briefing für die Agentur enthält zusätzlich: Zeitplan (Timing), Budgetvorgaben, genaue Zielgruppenbeschreibung, Marktdaten und die definierten Werbeziele.
43. Erläutern Sie die Elemente einer Copy-Strategie anhand einer beliebigen Werbemaßnahme!
Die Copy-Strategie definiert: (1) Consumer Benefit (Das Nutzenversprechen), (2) Reason Why (Die Begründung/Beweis für das Versprechen), (3) Tonality (Der Grundton bzw. Stil der Ansprache).
44. Was versteht man unter der Aktivierungswirkung einer Anzeige?
Aktivierung ist die Erzeugung von innerer Erregung und Wachheit beim Empfänger. Sie ist notwendig, damit die Werbebotschaft überhaupt wahrgenommen und verarbeitet wird (z. B. durch emotionale Reize wie Kindchenschema oder Erotik).
45. Welche Probleme können sich bei der Werbeerfolgskontrolle ergeben?
Probleme sind: Zurechnungsprobleme (Was genau hat gewirkt?), Ausstrahlungseffekte (Spill-over auf andere Produkte), Zeitverzögerung (Carry-over-Effekte, Wirkung tritt erst später ein) und die schwere Messbarkeit von Synergieeffekten.
46. Welche besonderen Wesensmerkmale charakterisieren die Distributionspolitik?
Sie ist das einzige Instrument, das den physischen Weg der Ware zum Kunden regelt (Logistik & Akquisition). Distributionsentscheidungen sind oft langfristig bindend und schwer revidierbar.
47. Nennen Sie die Kriterien, die für einen Direktvertrieb sprechen!
Für Direktvertrieb sprechen: Erklärungsbedürftige oder komplexe Produkte, hoher Produktpreis, individuelle Anfertigungen, eine überschaubare Anzahl an Kunden, regionale Konzentration der Kunden und der Wunsch nach direkter Kontrolle und Kundeninfos.
48. Beschreiben Sie Wesen und typische Aufgabenbereiche unternehmenseigener Distributionsorgane!
Das sind Organe, die rechtlich und wirtschaftlich zum Unternehmen gehören (z. B. Verkaufsabteilung, Reisende, eigene Filialen). Aufgaben: Vertriebsplanung, Kundenbetreuung, Auftragsabwicklung, Informationsgewinnung und Steuerung des Außendienstes.
49. Worin unterscheiden sich Handelsvertreter, Makler und Kommissionäre?
Handelsvertreter: Selbstständig, handelt in fremdem Namen und auf fremde Rechnung (Dauerverhältnis). Kommissionär: Handelt im eigenen Namen, aber auf fremde Rechnung. Makler: Vermittelt nur Verträge (kein Dauerverhältnis). Der Handelsvertreter ist im Konsumgüterabsatz besonders wichtig.
50. Hinsichtlich welcher Merkmale kann man die unterschiedlichen Großhandelsformen unterscheiden?
Unterscheidungsmerkmale sind: Sortimentsbreite (Spezial- vs. Sortimentsgroßhandel), Art der Zustellung (Zustell- vs. Abholgroßhandel/Cash & Carry) und die Funktion im Absatzweg (Lager- vs. Streckengroßhandel).
51. Erläutern Sie die Vor- und Nachteile des Franchisesystems!
Franchising ist eine vertikale Kooperation. Vorteile Geber: Schnelles Wachstum, wenig Eigenkapital nötig. Vorteile Nehmer: Einstieg mit erprobtem Konzept, Markenstärke. Nachteile: Hoher Kontrollaufwand für den Geber, Abhängigkeit und Gebührenzahlungen für den Nehmer. Beispiele: McDonald's, OBI, Schülerhilfe.
52. Skizzieren Sie das Entscheidungsproblem bei der Wahl zwischen Reisenden und Handelsvertretern!
Es ist eine Kostenabwägung. Reisende (Angestellte) verursachen hohe Fixkosten, lohnen sich aber bei hohen Umsätzen und sind gut steuerbar. Handelsvertreter (Selbstständige) kosten nur Provision (variable Kosten), sind also bei niedrigen Umsätzen günstiger, lassen sich aber schwerer steuern.
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