Konzepte der Ergotherapie
Definition Ergotherapie
Profession im Gesundheitswesen, die darauf abzielt Menschen in all ihrer Vielfalt zu befähigen, ihr Recht auf bedeutungsvolle Betätigung wahrzunehmen, ihren Alltag selbstbestimmt zu gestalten und an Gesellschaft teilzunehmen
-> Betätigung und Aktivität sind unser Zugang zu Teilhabe
-> Ziel: Förderung von Teilhabe, Lebensqualität und Wohlbefinden
Was ist das Kerngeschäft der Ergotherapie?
Akutbehandlung
Rehabilitation
Prävention
Was sind Kernkompetenzen der Ergotherapie?
Betätigung
Mensch
Teilhabe
Umwelt
Alltag
Definition von Betätigung
Alltägliche Aktivitäten,
die Leben Sinn und Zweck geben
ausgeführt von Einzelpersonen, Familien oder Gemeinschaft
erfolgt in Rollen und in vertrauten Lebensumwelten
ist kontextsituiert
Taxonomie der Betätigungsdimension
Betätigungen heben sich in Wert, Zweck und Bedeutung von Alltagsaktivitäten
Betätigung -> Aktivität -> Aufgabe -> Performanzfertigkeiten -> Funktion
Nenne die 3 Betätigungsbereiche und Beschreibe sie
Produktivität:
Beitrag zur sozialen und ökonomischen Entwicklung der Gemeinschaft (Orga, Leben und Uni)
Selbstversorgung:
Körperhygiene, Abendessen zubereiten
Freizeit:
Genuss des Lebens, Kontakte pflegen, Bewegung
Nenne Veränderungen durch Betätigungen
Entwicklung
Wiedererlernen
effektiver
Sichern
Erhalt
Umgang mit Verlust
Nenne und Beschreibe die Betätigung in der Praxis
Betätigungszentrierung:
Betätigung als Kern der Ergotherapeutischen Perspektive
Sie leitet professional Reasoning ab
Betätigungsbasierung:
Methoden sind betätigungsbasiert, wenn die Personen zur Betätigung verhelfen
Betätigungsfokussierung:
Person lenkt Aufmerksamkeit auf Betätiggung
Betätigung wird mitgedacht, Klient führt diese aber nicht direkt aus.
Wie wird Betätigung in der Individuumszentrierten Perspektive gesehen?
ist individuell bedeutsam
umfasst nicht wiederholbare einmalige individuelle Erfahrung
das Individuum interagiert mit dem Kontext über Betätigung
Wie wird Betätigung aus kontextbezogener Perspektive gesehen?
ist im Kontext situiert
hat soziokulturell geteilte Bedeutungen
das Individuum ist integrierter Bestandteil des Kontextes
Was ist Aktivität?
Werden in Betätigungsbereiche gebündelt
zielgerichtet
zweckmäßig
bestimmtes Tempo und Zeitraum
Anfang und Ende
bestimmte Abfolge z.B. Einkaufen, Zähneputzen
Was ist Betätigungsperformanz?
Durchführung und die Art & Weise (Muster)
Betätigung wählen (Organisation, für sich selber sorgen)
Fähigkeit Aktivität auszuführen
Verbesserung (führt zu Engagement in Betätigung)
Dynamische Beziehung (Person/Umwelt/Betätigung)
Welche Aktivitäten umfasst die Betätigungsperformanz?
ADL (activities of daily life)
IADL (instrumental activities of daily life)
Bildung
Arbeit
Spiel
Freizeit
Soziale Teilhabe
Wofür stehen die Buchstaben im PEO - Modell?
P Person
E Enviroment
O Occupation
Was sind Merkmale des PEO?
beruht auf transaktiven Ansatz = komplexe aufeinander aufbauende Wechselbeziehung
Betätigungen = Befriedigung intrinsischer Berdürfnisse einer Person nach (Selbst-) Erhaltung, Ausdruck und Erfüllung im Kontext von Rolle
Person = dynamisches, motiviertes und sich fortlaufendes Wesen
Umwelt = Kontext der Betätigungsperformanz
Betätigungsperformanz = komplexes und dynamisches Phänomen, das räumliche und
zeitliche Aspekte reflektiert und aus dem transaktionalen Zusammenspiel PEO erwächst
Was beschreibt die Dimension “Doing” in “Doing - Being - Becoming” nach Wilcock?
“tun”
definiert als aktiver Part von Betätigung
sichert die elementare Grundanforderung des Überlebens und der Gesundheit.
Was beschreibt die Dimension “Being” in “Doing - Being - Becoming” nach Wilcock?
“being within self”
beschreibt die Dimension der Betätigung, die der Handelnde im Sinne von Erfahrungen der Selbstgewissheit, des Selbstseins und der Selbsterkenntnis erfährt.
beinhaltet sinnliche Erfahrungen im Handeln, die verinnerlicht werden und durch die Engagement unterstützt werden kann.
Was beschreibt die Dimension “Becoming” in “Doing - Being - Becoming” nach Wilcock?
umfasst das transformative Element in der Betätigung, d.h. aus dem Doing erwächst ein Entwicklungspotential und hierdurch Kapazitäten im Handeln.
laufende Prozess des Becoming wird von Wilcock als wesentlich für Gesundheit betrachtet, da es ein sich Entwickeln und Verändern durch Engagement sichert
Bezugsrahmen
Was ist eine “Bezugswissenschaft”?
→ Wissenschaft, die für die ET bedeutsame Erkenntnisse bereithalt. Quelle von Kenntnissen, Denkmodellen und Bezugsrahmen
Beispiele:
• Naturwissenschaften: Medizin
• Sozialwissenschaften: Soziologie, Psychologie, Pädagogik
• Philosophie
Was ist ein “Bezugsrahmen”?
System von Fakten und Theorien, das außerhalb der ET entwickelt wurde aber in der ET Praxis angewendet wird
Helfen Denk- und Entscheidungsprozesse auf Grundlage von Theeorien aus den Bezugswissenschaften zu Strukturieren und ET-Handlungsentscheidungen zu begründen
Wie wird mit einem Bezugsrahmen gearbeitet?
Auswählen eines ergotherapeutischen Inhaltsmodells
Auswählen eines Bezugsrahmens
Arbeiten an Assessments und Zielsetzung mit Klient:in
Intervention durchführen
Evaluieren
Entlassen oder bei einem Vorherigen Schritt neu ansetzen
Was ist die Funktion eines Bezugrahmens?
Geben Orientierung innerhalb eines Behandlungskonzeptes
clinical reasoning
Unterstützen bei Wahl von Assessments Interventionen und Wissenschaftlicher Evidenz
Welche Bezugsrahmen gibt es nach Hagedorn?
Biophysiologisch
Biopsychosozial
Interaktionell
Systemisch
Lerntheoretisch
Kognitiv
Psychodynamisch
Entwicklungsorientiert
Welche Bezugsrahmen gibt es nach Duncan?
2009:
Client-centred Frame of Reference
Cognitive-behavioural Frame of Reference
Psychodynamic Frame of Refrence
Biomechanical Frame of Refrence
2021
Person-centred Frame of Reference
Beschreibe Biophysiologischer Bezugsrahmen
Fokus:
Körperfunktionen, Strukturen, physiologische Prozesse
Bezugswissenschaft:
Medizin
Bedeutung ET:
Training von Funktionen, Wiederherstellung von körperlichen Leistungsfähigkeiten
Beschreibe Biopsychosozialer Bezugsrahmen
Mensch als Einheit aus Körper, Psyche & sozialen Kontext
Bezugswissenschaften:
ICF + Salutogenese
Ganzheitliche Betrachtung , Fokus nicht nur auf Pathogenese, sondern Gesundheitsressourcen
Beschreibe Interaktioneller Bezugsrahmen
Wechselwirkung Mensch und Umwelt, soziale Rollen, Interaktionen
Psychologie, Soziologie
Bedetung ET:
Relevant bei sozialen Einschränkungen und Teilhabefrage
Beschreibe Systemischer Bezugsrahmen
Systeme (Familien und Schule), deren Wechselwirkung
Bezugwissenschaft: COMP + MOHO
Arbeit mit Familien, jede Veränderung hat Auswirkungen
Beschreibe Lerntheoretischer Bezugsrahmen
Lernen als Grundlage von Verhaltens- und Fähigkeitsveränderungen
Psychologie
Trainieren motorischer Fähigkeiten (Orthopädie), Hirnleistungsfähigkeit (Neurologie) + Psychologie
Beschreibe Kognivistischer Bezugsrahmen
Wahrnehmung, Denken, Infoverarbeitung
Psychologie, Philosophie, Soziologie, kognitive Science
Kompetenzzentriertes Training, Strategietraining, Problemlösen, Planung von Handlung
Beschreibe Psychodynamischer Bezugsrahmen
Unbewusste Prozesse, innere Konflikte und Emotionen
Psychologie + Pädagogik
Ausdruckszentrierte Methoden (z.B. Malen), zeigen inneren Zustand/Emotionen in Psychatrie
Beschreibe Entwicklungsorientierter Bezugsrahmen
Entwicklung über die Lebensspanne, altersentsprechende Fähigkeiten
Sozialwissenschaften, Entwicklungstheorien (Piaget)
Pädiatrie, Geriatrie, Fördern von Entwicklung, Rehabilitation, Ziele altersgerecht wählen
Inhaltsmodelle
Was ist ein Modell?
vereinfachte & schematische Darstellung einer Theorie
berücksichtigt Vision, Leitbild & Paradigmen
Was sind allgemeine Merkmale von Inhaltsmodellen?
Wissensmanagmentssysteme, die sich mit Grundannahmen und Werten der Profession befassen
visuell dargestellt
Benennen und definieren zentrale Elemente der ergotherapeutischen Theorie und setzen sie in Bezug zueinander
Erklärung von dem ergotherapeutischen Sichtfeld auf ihr Handlungsfeld und Selbstverständnis
Logik hinter dem ergotherapeutischen Handelns im Hinblick auf Betätigung, Teilhabe und Wohlbefinden
Zeigen Lösungen für Praxisprobleme auf
geben den Rahmen und Erklärung für ergotherapeutischen Handeln
Was sind die Funktionen von Inhaltsmodellen?
Orientierungshilfe zum Verbinden von Theorie und Praxis
Bestimmen den “Blickwinkel”:
Praxiskontext
Soziokulturelle Aspekte
Entstehungszeitpunkt
Vorstellungsperspektive
Was sind Allgemeine Merkmale von Prozessmodellen?
Beschreiben den konkreten Ablauf ergotherapeutischen Handelns (Bezug zum Inhaltsmodell)
Können sowohl sehr kleinschrittig, als auch sehr offen gestaltet sein
Folgen meist dem typischen Ablauf der Intervention:
ergotherapeutischer Diagnostik bzw. Befund/Analyse
Zielplanung
Durchführung
Überprüfung/Evaluation
Meist zyklisch → Möglichkeit, den Prozess zu wiederholen
Leitfaden für einzelne Handlungsschritte im ergotherapeutischen Prozess (Strukturierung der Arbeit)
Was ist der Unterschied zwischen Inhalts- und Prozessmodellen?
Inhaltsmodelle sind zur Analyse und Interpretation aller Faktoren, die mit dem Betätigen in Zusammenhang stehen
Prozessmodelle sind Strukturgebend beim Durchlaufen eines Prozesses
CMOP - Canadian Model of Occupational performance
CMOP-E - Canadian Model of Occupational performance and Engagement
Wie ist das CMOP aufgebaut?
In der Mitte Spiritualität
Darum ein Dreieck der Person
Affektiv
Physisch
Darum Kreis von Betätigung
Selbstversorgung
Produktivität
Darum Kreis der Umwelt
physisch
institutionell
kulturell
sozial
Was ist der Ausgangspunkt vom CMOP?
Betätigungsperformanz
Klientenzentrierung
Was bedeuted die Spiritualität im CMOP?
persönliches Innere
Anteile einer Person, die motivieren, sich Aufgaben & Tätigkeiten im alltäglichen Leben zu stellen
Betätigung offenbart Charakterzüge auf affektiver, kognitiver & physischer Ebene
Wie kennzeichnet sich die Betätigung im CMOP?
Ausgeglichenes Verhältnis der drei Grundbereiche:
beinhaltet eigene körperliche Versorgung, Hygiene, Nahrung, Mobilität, Regelung der persönlichen Abgelegenheiten
beinhaltet (un-)bezahlte Arbeit, Haushaltsführung, Schule, Spiel
ruhige Erholung, aktive Freizeitgestaltung, Teilnahme am sozialen Leben
Wie kennzeichnet sich die Umwelt im CMOP?
Kulturell:
Tradition, Werte von Gesellschaft, ethnische Praktiken, Feier- und Routinegewohnheiten
Institutionell:
gesellschaftliche Praktiken & Institutionen, ökonomische, rechtliche, politische Institutionen
Physisch:
natürliches & geschaffenes in denen sich betätigung abspielt
Sozial:
Beziehungen, Organisationensstrukturen innerhalb der Gemeinde, soziale Einstellungen & Überzeugungen
Wie kennzeichnet sich die Person im CMOP?
Mensch mit individuellen, physischen, geistigen, sozialkulturellen, spirituellen Aspekten
agiert in Betätigungsperformanz der Selbstversorgung, Produktivität, Freizeit
wechselseitige und dynamische Interaktion mit physischen, sozialen, kultureller Umwelt
Affektiv: soziale & emotionale Aspekte
Kognitiv: geistige Faktoren, wie Kognition, Intellekt, Konzentration, Gedächtnis, Beurteilung
physisch: sensorische & motorische Anteile
Was sind allgemeine Merkmale vom CMOP
verdeutlicht allgegenwertige, einander bedingende Beziehungen zwischen Personen, ihren Betätigungen und ihrer Umwelt
bildet Basis für COPM (Assessment) und OPPM (Prozessmodell)
Interaktion zwischen Individuum + Umwelt + Betätigung = Occupational Performance
Menschen lebenslänglich im interaktiven Prozess mit Umwelt, Verhalten & Wohlergehen wird davon beeinflusst
Was sind Grund annahmen des CMOP?
Menschen brauchen Betätigung
-> Betätigung beeinflusst Gesundheit und Wohlergehen
-> Betätigung strukturiert das Leben
-> Betätigung macht das Leben bedeutungsvoll
-> Betätigung ist individuell
Betätigung hat therapeutisches Potenzial
Wofür steht das E in CMOP-E?
Engagement:
sich selbst betätigen oder Beschäftigt werden
neben Leistung (Performance)
Was ist das CMCE und wofür ist es da?
Client-centered-enablement
Kompetenzzentriertes Modell
CMOP-E als übergeordnetes Inhaltsmodell
Konkretisiert wie Ziele des CMOP-E umgesetzt werden
Legt berufliche Fertigkeiten des Ergotherapeuten fest, damit klienten- und betätigungsorientierte Ziele erreicht werden können
Nenne und beschreibe die Enablementskills aus dem CMCE?
Adapt (Anpassen): Therapieangebote zu jeder Zeit auf Klienten abstimmen
Advocate (Fürsprechen): Klienten motivieren und gegenüber allen Rücken stärken
Coach (Coachen): Zur Übernahme von Verantwortung motivieren, Feedback zur Performanz geben, Ziele festlegen
Collaborate (Zusammenarbeiten): arbeiten auf Augenhöhe, Vertrauen & Respekt
Consult (Beraten): Austausch von Sichtweisen mit Klienten und diese Wertschätzen
Coordinate (Koordinieren): Intraprofessionelle Zusammenarbeit, gemeinsame Basis für Zusammenarbeit finden
Design/Build (Entwerfen/Konstruieren): Hilfsmittel entwickeln, Wohnraumanpassung, Angebote zugänglich machen
Educate (Ausbilden/Lehren): Klienten aufklären, sich selbst und das Team weiterbilden
Engage (Beteiligen): Einbindung des Klienten, dadurch, dass eigene Entscheidungen getroffen werden dürfen
Specialize (Spezialisieren): Besondere Skillsets nutzen
Beschreibe die Prinzipien von Enablement, die im CMCE hinterlegt sind
richtige Nutzung von Befähigungsfähigkeiten
Anpassung auf Therapieprozess
in Zusammenarbeit mit Klienten
jeder Ergotherapeut hat einzigartige Befähigungsfähigkeiten
Befähigung ist oft nicht offensichtlich
Befähigung sollte empirisch belegt sein
Ergotherapeuten können im Team für befähigung werben
Befähigung wird im CPPF thematisiert
Was ist das CCPF?
Canadian Practice ProcessFramework
unterstützt zielgerichtetes evidenzbasiertes, klientenzentriertes Arbeiten
in verschiedenen Kontexten anwendbar
kann angewendet werden mit Einzelpersonen, Familien, Gruppen, Gemeinden, Populationen
Beschreibe den Ablauf des CCPF?
Im gesellschaftlichen Kontext
Im therapeutischen Kontext
Innerhalb des Bezugsrahmen
-> eintreten, initieren
-> Rahmenbedingungen klären
-> erheben/bewerben
-> sich auf Ziele einigen planen
-> Plan umsetzen
-> überwachen/verändern
-> Ergebnis bewerten
(-> zu einem der vorherigen Schritte zurückspringen)
-> beenden/abschließen
MOHO
Model of Human Occupation
Gary Kielhofner (1975)
Merkmale des MOHO
beschreibt den Aufbau und die Funktionsweise des menschlichen Systems unter dem Fokus des Betätigungsverhaltens
Mensch wird als offenes dynamisches System angesehen (Systemtheorie)
Nenne die Subsysteme des MOHO
Volition
Habituation
Performanzvermögen/-fertigkeiten
Beschreibe das Subsystems “Volition” im MOHO
Voliition: Selbstbild, Werte und Interesse
Beschreibt, warum jemand eine Betätigung ausführt
Persönliche Werte (Was ist mir wichtig?)
Persönliche Interessen (Was mache ich gerne?)
Erwartete Selbstwirksamkeit (Glaube ich, dass ich es kann?)
Beschreibe das Subsystems “Habituation” im MOHO
Habituation: Rollen und Gewohnheiten
Verhaltensmuster an Umwelt angepasst
Beschreibe das Subsystems “Performanzvermögen/-fertigkeiten” im MOHO
Voraussetzung für eine Betätigung
Fertigkeitsbereiche:
motorische Fertigkeitn
prozesshafte Fertigkeiten
kommunikations-interaktions Fertigkeiten
Was ist Betätigungsdysfunktion?
Störung in einem System, wodurch die Betätigung nicht mehr möglich ist auszuführen
Beschreibe die Definition von Umwelt im MOHO
ermöglicht und erfordert Betätigungsverhalten
Welches Assessment gehört zum MOHO?
OSA (Occupational self Assessments)
Messinstrument für Tätigkeitskompetenz
Selbsteinschätzungsbogen “Ich über mich” und “Meine Umwelt”
Was gehört zur Occupational Adaptation
Betätigungsidentität
Betätigungsanpassung
Betätigungskompetenz
OTPF Occuoational Therapy Practice Framework
Aus welchen Bereichen besteht das OTPF?
Gegenstandsbereich (Was wissen alles Ergotherapeuten?)
-> alles was zu ET dazu gehört
Prozess (Was tun Ergotherapeuten alles?)
-> Aktionen der Praktizierenden
-> Fokus: Klientenzentrierung & Beteiligung an Betätigung
Was sind Ziele der ergotherapeutischen Intervention im OTPF?
Health (Gesundheit)
Well-being (Wohlbefinden)
Participation (Teilhabe)
Engagement in occupation (EInbezogen sein / Beteilingung an Betätigung)
Wer sind Klienten /Zielgruppe der ET nach OTPF?
Personen / Individuen (+Betreuende Personen)
Gruppen (Gemeinschaften)
Populationen (Gruppe in Region / Land mit ähnlichen Mermalen und Ansichten)
Was sind Zentrale Aspekte des Gegenstandsbereichs im OTPF?
Betätigung (ADLs IADLs, Ruhe u. Schlaf, Bildung, Arbeit, Spiel, Freizeit, soz.Teilhabe)
Klientenfaktoren (Werte, Überzeugungen, Spiritualität, Körperfunktionen, Körperstrukturen)
Performanzfertigkeiten (Motorische Fertigkeiten, soz. Interaktionsfertigkeiten)
Performanzmuster (Gewohnheiten, Routinen, Rituale, Rollen)
Kontext und Umwelt (kulturell, personenbezogen, physisch, sozial, zeitlich)
Wie wird Betätigung im OTPF definiert?
finden im Kontext statt
werden vom Zusammenspiel zwischen Klientenfaktoren, Performanzfertigkeiten, Performanzfertigkeiten & Performanzmustern beeinflusst
werden in verschiedene Betätigungsbereiche zugeordnet
ADL
IADL
Bildung, Arbeit, Spiel, Freizeit, Ruhe & Schlaf, Soziale Teilhabe
Wie wird Klientenfaktoren im OTPF definiert?
Faktoren, die die Betätigungsperformanz in den Betätigungsbereichen betreffen können:
Spiritualität, Werte, Überzeugungen
Körperfunktionen (Physiologisch /psychologisch)
Körperstrukturen
Wie wird Performanzfertigkeiten im OTPF definiert?
Zielgerichtete Aktionen, die eine kleine Einheit an alltägl. Betätigungen sind
prozessbezogene Fertigkeiten
motorische Fertigkeiten
soziale Fertigkeiten
Wie wird Performanzmuster im OTPF definiert?
Auf Alltagsaktivitäten bezogene Verhaltensmuster, die gewohnt und routiniert sind
Gewohnheiten
Routinen
Rollen
Rituale
Wie ist das kollaborative Prozess-Modell aufgebaut?
Evaluation (Betätigungsprofil, Analyse der Betätigungsperformanz)
Intervention
Outcome
Was beschreibt der Prozess der ET-Evaluation?
Betätigungsprofil erstellen
Analyse der Betätigungsperformanz
Was beschreibt der Prozess der ET-Intervention?
Planung der Interventionen
Umsetzung der Interventionen
Überprüfung der Planung & Umsetzung
Was beschreibt der Prozess der ET-Outcome?
-> Endresultat des ET Prozess
“Eingebundensein in Betätigung mit dem Ziel der Partizipation”
Handlungstheorien
Was sind Handlungstheorien?
Kernkonzept der ET=Handlung/Betätigung/Beschäftigung
Handlungstheorien werden eingesetzt um Handlungen zu interpretieren
Es gibt Wissenschaftstheorien, methodologische Analyse von Handlung & Inhaltlich-philosophische Deutung von Handlung
Welche verschiedene Handlungstheorien sind für die Ergotherapie relevant?
Aus der Soziologie:
Das gesamte Handeln des Menschen
beschäftigt sich mit: soziale Normen, Rollen, Handlungsmuster, Werteorientierungen
Aus der Philosophie:
personalität, Internationalität, Kausalität, Willensfreiheit, Sinngebung
Explikation von Handlung
Beschäftigt sich mit Explanation
Aus der Psychologie (nach Schüpbach):
bewusstes und geplantes menschliches Verhalten
beschäftigt sich mit Gründen und Motiven menschlichen Handelns
Handlung = international und rational
Was für Handlungsbedingungen & Voraussetzungen sind für die Handlungstheoriem relevant
Personal: kognitiv & emotionale Fähigkeiten, Bedürfnisse, Antrieb
materiell: räumlich/zeitliche Gegebenheiten
kulturell, sozial, interpersonal: Normen, konkret Forderungen und Erwartungen, soziale Unterstützung
Nenne die 5 Merkmale der Handlungstheorien
zielgerichtet &motiviert
in Ablauf und Aufbau strukturiert (hierachisch aufgebaut, überprüfen)
willentlich angestrebt (Wille als Antriebskraft, regulieren, Durchhaltevermögen)
sind dem Klienten bewusst (gezielte Aufmerksamkeit)
Durch Handeln aus Selbstveränderung
Beschreibe den Zusammenhang von Handlung und Betätigung
Paradigma und Pradigmenwechsel in der Ergotherapie
Was ist ein Paradigma?
Ein Konstrukt von Grundannahmen, das beschreibt, nach welchen Werten, Modellen und Begriffen die Welt durch die wissenschaftliche Gemeinschaft überprüft, wahrgenommen und interpretiert wird.
Es gilt solange, bis Phänomene auftreten und neue Theorien aufgestellt werden, die mit der jetzigen Lehrmeinung nicht vereinbar sind
-> Setzt sich eine neue Lehrmeinung durch = Paradigmawechsel
Was ist die Funktion eines Paradigmas?
Beruf definieren
Gemeinsam bindende Basis
Richtung geben für Curricula (Lehrplan)
Was sind Komponenten eines Paradigmas nach Kuhn?
Theoretische Basis -> Was ist die Wissensbasis für die Behandlung?
Blick auf das Phänomen -> Was sind die allgemeinen Ansichten über Mensch und Gesundheit, die die beruflichen Bemühungen leiten?
Probleme -> Was ist der Problembereich der Therapie?
Methodologie -> Welche Methoden oder Moidelle finden in der Behandlung der Patienten Anwendung?
Ziele -> Welche Ziele werden in der Therapie am häufigsten formuliert?
Was ist der Reduktionismus?
Sichtweise ist im kritischen Rationalismus verankert -> Analyse der subjektiven Realität
Der Mensch wird auf einzelne Aspekte reduziert und nur Teilbereiche werden gleichzeitig betrachtet
Beispiel: Es wird nur das Gangbild betrachtet, aber die Einschränkungen, die ein verändertes Gangbild mit sich bringen könnten werden nicht betrachtet.
Was ist die Phänomenologie?
Betrachtung der Subjektivität der Wirklichkeit
Der Mensch wird mit all seinen Aspekten betrachtet inkl. der Teilhabe am Leben
Beispiel: Es wird nicht nur das Gangbild betrachtet, sondern zum Beispiel auch das soziale Umfeld oder die Versorgung
Nenne die Abschnitte der Paradigmenwechsel in der ET
18./19. Jahrhundert: Moral Treatment (Conolly, Pinel)
19. Jahrhundert: Arts & Craft movement (Ruskin)
1900 bis in die 40er) Paradigma Occupation
1914 Erfindung der ET (Dunton) wollte gezielt psychisch kranken helfen.
50er Krise
1953 Gründung DVE
60er Mechanistisches Paradigma
70er Krise
80er und 90er Emerging Paradigm
20. Jahrhundert Habittraining (Eleonare Clark Slagle)
Prinzipien der ergotherapeutischer Praxis
Zähle die Prinzipien der ET auf?
Betätigungsbasiert
Kontextbasiert
Evidenzbasiert
Technologiebasiert
Populationsbasiert
Beschreibe das Prinzip “Klientenzentrierung”
wird durch Zusammenarbeit ausgezeichnet, die die Autonomie des Klienten fördert und respektiert und seine Rechte unterstützt
-> Respekt, Zusammenarbeit, partizipative Entscheidungsfindung , Wertschätzung des Klientenbeitrags
Gewicht liegt auf Gleichwertigkeit und Dialog
Klient wird zum Regisseur
-> Klienten sind dadurch besser informiert, sind den Vor- und Nachteilen der Entscheidungen besser bewusst, sind häufiger zufrieden und zweifeln weniger an gefassten Beschlüssen
! In Anwendung ist ständige Hinterfragung der eigenen Klientenzentriertheit nötig !
Erkläre den Klientenzentrierten Ansatz
Beschreibe das Prinzip “Betätigungsbasiert”
ETs arbeiten mit Ausrichtung auf das Betätige, speziell auf die Aktivitäten, die für Personen besonders wichtig sind
Wichtig Zuerst herausfinden, welche Betätigungen für den Klienten besonders wichtig sind
ET Interventionen sind betätigungsbasiert, wenn es um alltägliche Dinge geht
Nutzen zeigt sich vor allem, wenn Betätigung das Ziel des Klienten geht und es sich um Betätigungen handelt, die im Alltag verwendet werden
Menschen können in der Betätigung aufgehen, weil diese sie erfüllt, sie dadurch etwas erreichen oder weil die Betätigung mit der Genesung im Zusammenhang steht.
Beschreibe das Prinzip “Kontextbasiert”
Ergotherapie findet am besten innerhalb und mit der eigenen Umwelt statt
Interventionen im Kontext sind effektiv
Häusliche, Arbeits- und Lernumwelt ist der Ausgangspunkt bei der Priorisierung
Während der Intervention wird ein Betätigungsbezug angestrebt, der denkbar nah an die tatsächliche Umwelt heranreicht
-> ET gibt neben der individuellen Versorgung auch Anregung z.B. Tagesgestaltung
z.B. Mitgestalten an Schulen, Coachen von Lehrkräften und Unterstützung von Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit
Beschreibe das Prinzip “Evidenzbasiert”
Die Expertise des Klienten
Die professionelle Expertise
Beweise aus wissenschaftlicher Untersuchung
Beschreibe das Prinzip “Technologiebasiert”
Technische Entwicklungen vergrößern diagnostische und therapeutische Möglichkeiten
Neue technische und medizinische Hilfsmittel und Maßnahmen
Nimmt Einfluss auf das Verhältnis zwischen ET und Klient -> Versorgung von Menschen wird orts- und zeit-unabhängiger
Bei jeder Intervention stellt sich die Frage nach den Möglichkeiten, Technologien auf der Ebene der Person ihres Systems, der Organisation und der Population einzusetzen
Beschreibe das Prinzip “Populationsbasiert”
ETs arbeiten nicht nur mit Individuen, sondern leisten auch Beitrag für die soziale Partizipation
Populationsbasierte Versorgung richtet sich auf vulnerable Personengruppen (z.B. Flüchtlinge, ältere Menschen mit Demenz, Menschen mit Behinderung)
Populationsbasierte Versorgung zielt auf Verbesserung der Gesundheit der Gesellschaft in einer Population
Es berücksichtigt Merkmale der Bevölkerung auf z.B. politische, ökonomische, soziale, ökologische Ebene und deren Zusammenhänge
Top-Down aus einer Community-based-Perpektive
Bottom-up aus einer Community-development-Perspektive
Unterschied zwischen Hagedorn und Duncan
Duncan: Ansätze und Prinzipien
Hagedorn: Theoriebezüge
Andere Systematisierung
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