TQM
Total Quality Management
ist ein ganzheitliches Managementkonzept, bei dem alle Mitarbeitenden, alle Prozesse und alle Bereiche eines Unternehmens auf dauerhafte Qualität und Kundenzufriedenheit ausgerichtet sind.
Stellen Sie anhand einer tabellarischen Übersicht mit Stichpunkten die typischen Merkmale des ,,alten“ Qualitätskontrollsystems der Wunschvorstellung gemäß TQM in einem Lebensmittelverarbeitendem Betrieb gegenüber.
Aspekt
„Altes“ Qualitätskontrollsystem
Wunschvorstellung gemäß TQM (Total Quality Management)
Grundverständnis von Qualität
Qualität = Einhaltung von Grenzwerten
Qualität = Erfüllung der Kundenanforderungen
Zeitpunkt der Qualitätsprüfung
Endkontrolle nach der Produktion
Qualitätssicherung während des gesamten Prozesses
Fehlerumgang
Fehler werden entdeckt und aussortiert
Fehler werden vorbeugend vermieden
Verantwortung für Qualität
Qualitätsabteilung zuständig
Alle Mitarbeitenden tragen Verantwortung
Mitarbeitereinbindung
Geringe Einbindung
Hohe Einbindung und Motivation
Prozessorientierung
Produktorientiert
Prozessorientiert
Verbesserungsansatz
Reaktiv, bei Problemen
Kontinuierliche Verbesserung
Kostenverständnis
Qualität verursacht Kosten
Qualität senkt langfristig Kosten
Kundenbezug
Kunde kaum einbezogen
Kunde steht im Mittelpunkt
Dokumentation
Minimal, oft nur Prüfergebnisse
Umfassende Dokumentation aller Prozesse
Nennen Sie die wesentlichen Qualitätskomponenten eines Lebensmittels.
Beschreiben Sie die Qualitätskomponenten durch Qualitätsmerkmale.
Farbe, Aussehen
Geruch
Geschmack
Textur, Mundgefühl
Frischeeindruck
Freiheit von pathogenen Keimen
Einhaltung mikrobiologischer Grenzwerte
Keine Verderbniserreger
Hygienische Herstellung
Nährstoffgehalt
Vitamine, Mineralstoffe
Energiegehalt
Bioverfügbarkeit
Verarbeitbarkeit
Lagerstabilität
Emulgierfähigkeit
Gelierfähigkeit
Wasserbindungsvermögen
Einhaltung gesetzlicher Vorgaben
Korrekte Kennzeichnung
Rückverfolgbarkeit
Grenzwerte eingehalten
Nachhaltige Produktion
Umweltverträglichkeit
Tierwohl
Faire Arbeitsbedingungen
Nennen Sie drei der nach Umsätzen in 1999 größten Lebensmittelhandelsunternehmen in Deutschland.
Edeka
Rewe
Aldi
Nennen Sie drei der nach Umsätzen in 1999 größten Lebensmittel- und Genußmittel- Produktionsfirmen in Deutschland und ihre Hauptartikelgruppe.
Nestlé Deutschland
Kaffee, Süßwaren, Fertiggerichte, Milchprodukte
Unilever Deutschland
Margarine, Speiseeis, Feinkost, Fertiggerichte
Dr. Oetker
Backwaren, Desserts, Tiefkühlpizza
Geben Sie in Millionen € für das Geschäftsjahr 1999 an:
a) Deutschlandumsatz des größten Lebensmittelhandelsunternehmens
b) Deutschlandumsatz der größten Lebensmittel- und GenußmittelProduktionsfirma
c) Welchen Marktanteil in % vertreten die 10 größten Handelsunternehmen der Lebensmittelbranche in Deutschland?
a) Edeka ca. 30 Mrd. €
b) Nestlé Deutschland ca. 7 Mrd. €
c) ca. 80 %
Ein QM-System basiert auf einem einfachen Regelkreis, der als PTCA-Zyklus bezeichnet wird. Für welche Begriffe stehen die Buchstaben ?
P = Plan (planen)
T = Do / Test (durchführen)
C = Check (prüfen)
A = Act (handeln, verbessern)
Zum Begriff „Stichprobenprüfung“:
Geben Sie eine Definition
Prüfung einer Teilmenge einer Gesamtmenge
Rückschluss auf Qualität der gesamten Charge
Alternative zur 100 %-Kontrolle
Was ist eine „Attributprüfung“?
Prüfung nach Ja / Nein bzw. i. O. / n. i. O.
Keine Messwerte
Beispiele: fehlerhaft / nicht fehlerhaft, vorhanden / nicht vorhanden
Geben Sie eine Kurzdefinition zum Begriff „AQL“.
AQL = Acceptable Quality Level
Maximal zulässiger Fehleranteil, der noch akzeptiert wird
Grundlage für Annahme oder Ablehnung einer Charge
HACCP
H = Hazard
A = Analysis
C = Critical
C = Control
P = Points
➡️ Hazard Analysis and Critical Control Points (Gefahrenanalyse und kritische Kontrollpunkte)
Warum eignen sich Stichprobenprüfungen grundsätzlich nicht als Kontroll- und Lenkungsmassnahmen eines CCP’s im HACCP- Konzept?
CCP erfordert 100 %-Überwachung
Stichproben erfassen nicht alle Abweichungen
Gesundheitsgefahren können unentdeckt bleiben
Keine sofortige Prozesslenkung möglich
Eine Hausfrau sagt: „Für dieses Gericht brauche ich nur noch 3 Minuten Zubereitung in der Mikrowelle.“ Welche Qualitätskomponente spricht sie an?
Zeitersparnis & einfache Handhabung = technologisch funktionelle Qualität
G = Good
M = Manufacturing
P = Practice
➡️ Good Manufacturing Practice (Gute Herstellungspraxis)
Welche Forderungen stellt das GMP-Konzept bezüglich dem Punkt „Räumlichkeiten“ auf?
Räumliche Trennung von unreinen und reinen Bereichen
Geeigneter Materialfluss (keine Kreuzkontamination)
Leicht zu reinigen und zu desinfizieren (Wände, Böden, Decken)
Glatte, rissfreie, abwaschbare Oberflächen
Ausreichende Größe und Anordnung für Arbeitsabläufe
Schädlingssicher (dichte Türen, Fenster, Abschottung)
Gute Beleuchtung und Belüftung
Getrennte Bereiche für Produktion, Lager, Abfall, Sanitär
Im Anhang zur Lebensmittelhygieneverordnung vom 05.08.97 werden einige Aspekte des GMP-Konzeptes aufgegriffen.
Was wird gefordert bezüglich der „sanitären Einrichtungen“?
Ausreichende Waschgelegenheiten
Warm- und Kaltwasser
Hygienische Händetrocknung
Toiletten getrennt von Produktionsräumen
Einrichtungen zur Händedesinfektion
Was wird gefordert bezüglich der „Abfälle“?
Schnelle Entfernung aus Produktionsräumen
Geschlossene, gekennzeichnete Behälter
Abfälle hygienisch lagern
Keine Kontamination von Lebensmitteln
Regelmäßige Entsorgung
Was wird gefordert bezüglich des „des Personals“?
Gute persönliche Hygiene
Saubere, geeignete Arbeitskleidung
Händehygiene vor Arbeitsbeginn
Schulung im Hygieneverhalten
Keine Beschäftigung bei ansteckenden Krankheiten
Die Firma Lecker AG entdeckte bei einer Routinekontrolle der Produktion zerbrochene Lampenglasröhren über der offenen Abpackmaschine (Produkt: Kartoffelchips). Die Panik ist groß, zumal schon ein Teil der Produkte ausgeliefert ist und niemand mehr genau weiß, wann die Lampe zerbrochen ist.
Nun ist der QM-Manager gefragt. Er wird Krisenkoordinator. Ein Produktrückruf wird erwogen. Stellen Sie dazu einen Krisenablaufplan auf
Produktion sofort stoppen
Betroffene Abpacklinie sperren
Verbleibende Ware isolieren
QM-Manager = Krisenkoordinator
Team: Produktion, QS, Technik, Logistik, Geschäftsführung
Zuständigkeiten klar festlegen
Gefahr: Fremdkörper (Glas)
Bewertung nach HACCP
Verbrauchergefahr hoch → Rückruf wahrscheinlich
Produktionszeitraum eingrenzen
Chargen, Mengen, Kunden ermitteln
Lieferscheine, Produktionsprotokolle prüfen
Rückruf freigeben
Rückrufumfang definieren
Behörden informieren
Information an Handelspartner
Öffentliche Verbraucherinformation
Interne Kommunikation (keine Gerüchte)
Rücknahme ausgelieferter Ware
Lagerware sperren
Rückläufer dokumentieren
Warum konnte Glasbruch entstehen?
Technische und organisatorische Ursachen
Schwachstellen identifizieren
Austausch Lampen → splittersicher
Schutzabdeckungen installieren
Inspektionsintervalle anpassen
Schulung des Personals
Gesamten Ablauf dokumentieren
Wirksamkeit prüfen
Freigabe der Produktion
Im Qualitätsmanagement von Pharmazeutika produzierenden Unternehmen haben die Begriffe Qualifizierung und Validierung besondere Bedeutung. Geben Sie kurze Definitionen zu diesen beiden Begriffen.
Nachweis, dass Räume, Anlagen, Geräte und Systeme
korrekt installiert sind
und wie vorgesehen funktionieren
Dokumentierter Nachweis, dass
ein Prozess oder Verfahren
reproduzierbar ein Produkt mit definierter Qualität liefert
Stellen Sie kurz die gesetzlichen Grundlagen zu den Begriffen Validierung und GMP in Pharmazeutika produzierenden Unternehmen vor.
Bestandteil der GMP-Vorgaben
Gefordert durch EU-GMP-Leitfaden
Validierung von Herstellungsprozessen, Reinigungsverfahren und Analysen
Ziel: reproduzierbare Produktqualität
Verpflichtend für die Zulassung und Herstellung von Arzneimitteln
Gesetzlich verankert im Arzneimittelgesetz (AMG)
Konkretisiert durch EU-GMP-Leitfaden
Regelt Anforderungen an:
Personal
Räume und Anlagen
Hygiene
Qualitätsmanagement
Verbindlich für alle pharmazeutischen Hersteller
EG-GMP
EG = Europäische Gemeinschaft
GMP = Good Manufacturing Practice
➡️ Good Manufacturing Practice der Europäischen Gemeinschaft (Gute Herstellungspraxis nach EU-Vorgaben)
Nennen Sie die betrieblichen Bereiche an die Anforderungen im EG-GMP-Leitfaden gestellt werden.
Qualitätsmanagement / Qualitätssicherung
Räumlichkeiten
Ausrüstung / Anlagen / Geräte
Herstellung (Produktion)
Qualitätskontrolle
Lagerung und Transport
Auftragsherstellung und -prüfung
Reklamationen und Produktrückrufe
Selbstinspektionen
Die Lebensmittelhygieneverordnung vom 05.08.97 greift im §4 das HACCP-Konzept prinzipiell auf, nennt aber den Paragraphen als auch das Konzept anders.
Wie lautet die Bezeichnung in der LMHVO?
Eigenkontrollsystem
bzw. Eigenkontrollen nach HACCP-Grundsätzen
Werkzeug des Qualitätsmanagements
Dient zur systematischen Ursachenanalyse eines Problems
Stellt Ursachen Wirkungs Beziehungen grafisch dar
Auch genannt Fischgrätendiagramm
Es wurde folgender Fehler entdeckt:
Kirschkernbruchstücke im Kirsch-Frucht-Joghurt. Stellen Sie zu diesem Problem ein UrsacheWirkungsdiagramm nach Ishikawa auf.
Fehlende Schulung zur Fremdkörpervermeidung
Unachtsamkeit bei Sichtkontrolle
Reinigungs und Wartungsarbeiten nicht korrekt durchgeführt
Entsteiner falsch eingestellt
Verschleiß am Entsteiner (Kernbruch)
Sieb oder Filter beschädigt
Metall oder Röntgendetektor nicht für „Kern“ geeignet oder falsch eingestellt
Rohware mit hohem Kernanteil
Unterschiedliche Kirschsorten, Reifegrad, Größe
Vorlieferant liefert unzureichend entsteinte Ware
Fremdkörper bereits in Kirschzubereitung
Fehlende oder zu seltene Siebung Filtration
Keine definierte CCP Stelle für Entsteinen Sieben
Unklare Prüfanweisungen, fehlende Grenzwerte
Stichprobenumfang zu klein
Schlechte Beleuchtung an Kontrollstelle
Zeitdruck, hohe Liniengeschwindigkeit
Ungeeignete Arbeitsbedingungen für Sichtkontrolle
Prüfmethode ungeeignet (zu grob, falsches Sieb)
Prüfplan nicht eingehalten
Prüfmittel nicht kalibriert
Dokumentation unvollständig
a) Markieren Sie die CCP’s (mikrobiolog., chem., physikal.)
b) Geben Sie eine Begründung für diese CCP’s.
c) Nennen Sie die dazugehörigen Kontrollmechanismen.
d) Nennen Sie die dazugehörigen Korrekturmassnahmen.
Erhitzen → Keime → Temperatur messen → nacherhitzen
Abkühlen → Keimwachstum → Zeit Temperatur → nachkühlen
Füllen → Fremdkörper → Kontrolle → aussortieren
Gewürze → Überdosierung → Verwiegung → sperren
QM-Systeme gemäss ISO 9000ff sind praktisch reine Verwaltungssysteme. Die sogenannte „Qualitätspyramide“ zeigt gut diese Verwaltungsstruktur.
Zeichnen Sie bitte diese „Qualitätspyramide“ und benennen Sie die einzelnen Stufen.
In einem pharmazeutischen Betrieb soll ein QS-Zirkel eingerichtet werden. Der QS-Zirkel ist ein betriebsinternes Expertenteam, das Qualitätsprobleme sowohl bezüglich der Produkte als auch bezüglich des QM-Systems der Firma bespricht, der Geschäftsleitung Empfehlungen gibt und entsprechende Entscheidungen der Geschäftsleitung bezüglich der Ausführung und Wirksamkeit zur Behebung von Qualitätsproblemen überwacht. Die Aufgaben des QS-Zirkels sollen als Standardverfahrensanweisung (SOP) formuliert werden.
Ihre Aufgabe als QM-Leiterin/Leiter der Firma ist es nun eine entsprechende SOP aufzustellen.
Titel: QS-Zirkel Zweck: Behandlung und Überwachung von Qualitätsproblemen Geltungsbereich: Gesamter pharmazeutischer Betrieb Verantwortung: QS-Zirkel, QM-Leitung, Geschäftsleitung
Der QS-Zirkel dient der systematischen Analyse, Bewertung und Nachverfolgung von Qualitätsproblemen bezüglich Produkten und QM-System.
QM-Leitung (Vorsitz)
Vertreter aus Produktion
Qualitätssicherung
Technik nach Bedarf
Analyse von Qualitätsabweichungen und Reklamationen
Bewertung von Risiken für Produkt und Patient
Erarbeitung von Empfehlungen für die Geschäftsleitung
Überwachung der Umsetzung beschlossener Maßnahmen
Prüfung der Wirksamkeit von Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen
Sitzungen regelmäßig und anlassbezogen
Entscheidungen auf Basis dokumentierter Daten
Protokollierung aller Sitzungen
Maßnahmen mit Verantwortlichen und Fristen festlegen
Empfehlungen werden der Geschäftsleitung vorgelegt
Entscheidungen der Geschäftsleitung sind verbindlich
QS-Zirkel überwacht Umsetzung und Wirksamkeit
Sitzungsprotokolle
Maßnahmenpläne
Wirksamkeitsnachweise
Archivierung gemäß GMP-Vorgaben
Diese SOP tritt mit Freigabe durch die QM-Leitung in Kraft.
Die ISO-Norm 9001 besteht aus 20 Elementen (Kapiteln).
Verantwortung der Leitung
Qualitätsmanagementsystem
Vertragsprüfung
Entwicklung
Dokumentenlenkung
Beschaffung
Lenkung kundeneigener Produkte
Produktidentifikation und Rückverfolgbarkeit
Prozesslenkung
Prüfung und Erprobung
Prüfmittelüberwachung
Prüfstatus
Lenkung fehlerhafter Produkte
Korrekturmaßnahmen
Vorbeugemaßnahmen
Lenkung von Qualitätsaufzeichnungen
Interne Qualitätsaudits
Schulung
Kundendienst
Statistische Methoden
Ein kontinuierlicher Mischprozeß soll mit einer Qualitätsregelkarte dokumentiert und gesteuert werden. Es wird ein Vitaminpräparat zu einer stärkehaltigen Grundmischung zudosiert. Die Spezifikation des Mischproduktes verlangt die Einhaltung des Vitamingehalts von 0,1 bis 0,3%. Die Trägheit eines Regelvorganges zur Dosierung des Vitamins liegt bei 10 Sekunden. Entwerfen Sie für diesen Prozeß eine Qualitätsregelkarte. Vergessen Sie nicht die Achsen zu benennen und einzuteilen.
LSL (untere Spezifikation): 0,10 %
USL (obere Spezifikation): 0,30 %
Sollwert / CL (Mitte): 0,20 %
(Optional für Steuerung, früh eingreifen)
Warnlimits: 0,15 % und 0,25 %
Eingriffsgrenzen: 0,12 % und 0,28 %
Bestimmte Zielgruppen von Verbrauchern von Lebensmitteln gelten als ständig „besonders gefährdet“.
Säuglinge und Kleinkinder
Ältere Menschen
Schwangere
Immungeschwächte Personen
Kranke Menschen
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