Was ist ein Symbol in der Aussagenlogik?
Ein Symbol ist eine atomare, eindeutige Textzeichenkette (z. B. A, B), die nicht weiter zerlegt wird und für eine Aussage über die Welt steht.
A
B
Was ist eine Interpretation in der Aussagenlogik?
Eine Interpretation weist jedem verwendeten Symbol einen Wahrheitswert in {0,1} zu, wobei 1 für „wahr“ und 0 für „falsch“ steht.
{0,1}
1
0
Was ist eine aussagenlogische Formel (Syntax)?
Eine Formel ist entweder ein einzelnes Symbol oder durch die Junktoren ¬, ∧, ∨ aus bereits existierenden Formeln gebildet.
Was ist der Unterschied zwischen Syntax und Semantik?
Syntax beschreibt, wie Formeln formal aufgebaut sind, Semantik beschreibt, wie diesen Formeln Bedeutungen bzw. Wahrheitswerte zugeordnet werden.
Was ist eine tautologische Formel?
Eine Formel, die unter jeder möglichen Interpretation wahr ist. Bsp.: A ∨ ¬A (A ODER nicht A)
Was ist eine kontradiktorische (unerfüllbare) Formel?
Eine Formel, die unter keiner Interpretation wahr ist; sie ist immer falsch.
Bsp.: A ∧ ¬A (A UND nicht A)
Was bedeutet „erfüllbar“?
Eine Formel ist erfüllbar, wenn es mindestens eine Interpretation gibt, unter der sie wahr ist.
Was bedeutet α ⊨ β (semantische Folgerung)?
Aus α folgt β, wenn jede Interpretation, die α wahr macht, auch β wahr macht.
Wann liegt eine logische Äquivalenz vor?
Eine logische Äquivalenz liegt vor, wenn zwei logische Ausdrücke den gleichen Wahrheitswert besitzen.
Was besagt das Substitutionslemma in der Aussagenlogik?
Sind zwei Formeln γ0 und γ1 logisch äquivalent, dann bleibt jede Formel α logisch äquivalent, wenn man ein oder mehrere Vorkommen von γ0 in α durch γ1 ersetzt.
Was beschreibt eine Wahrheitstabelle?
Sie listet für alle möglichen Belegungen der Symbole die resultierenden Wahrheitswerte einer Formel auf.
Wozu braucht man eine Wahrheitstabelle in der Praxis?
Um zu prüfen, ob eine Formel tautologisch, erfüllbar oder unerfüllbar ist und um logische Äquivalenzen zu erkennen.
De Morgan´s Rule
Was ist ein Literal?
Ein Literal ist ein Symbol oder dessen Negation, z. B. A oder ¬A.
¬A
Was ist eine Klausel?
Eine Disjunktion (ODER-Verknüpfung) von Literalen, z. B. (A ∨ ¬B ∨ C).
(A ∨ ¬B ∨ C)
Was ist die Konjunktive Normalform (KNF)?
Eine Konjunktion (UND) von Klauseln, z. B. (A ∨ B) ∧ (¬C ∨ D).
(A ∨ B) ∧ (¬C ∨ D)
Was ist die Disjunktive Normalform (DNF)?
Eine Disjunktion (ODER) von Konjunktionen von Literalen, z. B. (A ∧ B) ∨ (¬C ∧ D).
(A ∧ B) ∨ (¬C ∧ D)
Was bedeutet die Mengennotation für Formeln in Klausenform?
Eine Formel in Klausenform wird als Menge von Klauseln geschrieben, wobei jede Klausel eine Menge von Literalen ist. Dabei entspricht die innere Menge einer Disjunktion (∨), die äußere Menge einer Konjunktion (∧).
Bsp.: {{A, B}, {C, ¬A}} ≙ (A ∨ B) ∧ (C ∨ ¬A)
{{A, B}, {C, ¬A}}
Welche Schritte werden durchgeführt, um eine beliebige aussagenlogische Formel in Konjunktive Normalform (KNF/CNF) zu überführen?
Negationen nach innen schieben (De-Morgan-Regeln), bis sie nur noch vor Atomen stehen.
Rekursiv Unterformeln in KNF überführen.
Distributivgesetze anwenden, um Disjunktionen über Konjunktionen zu verteilen.
Assoziativität und Kommutativität nutzen, um die Formel als Konjunktion von Disjunktionen zu schreiben.
Vereinfachen, z. B. doppelte Literale entfernen.
Was ist eine Hornklausel?
Eine Klausel mit höchstens einem positiven Literal (z. B. ¬A ∨ ¬B ∨ C).
¬A ∨ ¬B ∨ C
Was ist eine Hornformel?
Eine Konjunktion von Hornklauseln.
Warum sind Hornformeln wichtig?
Für Hornformeln gibt es effiziente (polynomielle) Algorithmen zur Erfüllbarkeitsprüfung.
Wie kann man eine Hornklausel als Implikation schreiben?
(¬A ∨ ¬B ∨ C) entspricht (A ∧ B) → C.
(¬A ∨ ¬B ∨ C)
(A ∧ B) → C
Was macht der Forward-Chaining-Algorithmus für Hornformeln, und wie funktioniert er grundlegend?
Der Algorithmus prüft, ob eine Hornformel erfüllbar ist.
Er markiert zunächst alle Fakten, die direkt wahr sind. Wenn alle Voraussetzungen einer Regel wahr sind, wird auch deren Konsequenz wahr gemacht. Führt dies zu einem Widerspruch, ist die Formel unerfüllbar. Sonst ergibt die Markierung ein Modell.
Wann sagt dieser Algorithmus, dass eine Hornformel unerfüllbar ist?
Wenn alle Prämissen einer Klausel erfüllt sind, deren Konsequenz 0 (bzw. Widerspruch) ist – also ein Konflikt auftaucht.
Was besagt Modus Ponens?
Aus α → β,α folgt β.
α → β
α
β
Was besagt Modus Tollens?
Aus α → β,¬β folgt ¬α.
¬β
¬α
Warum ist reines Modus-Ponens/Modus-Tollens-Inferieren in der Praxis oft unpraktisch?
Weil ein sehr umfangreiches, explizites Weltwissen gebraucht wird, um alle relevanten Schlussfolgerungen ziehen zu können.
Welche Arten des Schließens gibt es (deduktiv, monoton, nicht-monoton, induktiv), und was bedeuten sie?
Deduktives Schließen leitet sichere Schlussfolgerungen aus gegebenem Wissen ab.
Monotones Schließen bedeutet, dass neues Wissen frühere Schlussfolgerungen nicht ungültig macht.
Nicht-monotones Schließen erlaubt, dass neue Informationen alte Annahmen zurücknehmen.
Induktives Schließen verallgemeinert aus Beobachtungen, liefert aber keine logische Sicherheit.
Was ist die Grundidee der Resolution in der Aussagenlogik?
Aus zwei Klauseln, die ein Literal und sein Negiertes enthalten, kann man eine neue Klausel ohne diese beiden Literale ableiten.
Wie sieht der Resolutionsschritt formal aus?
Aus (A ∨ C) und (¬A ∨ D) folgt (C ∨ D).
(A ∨ C)
(¬A ∨ D)
(C ∨ D)
Was bedeutet „Resolutionskalkül ist vollständig“?
Wenn eine Menge von Klauseln unerfüllbar ist, dann kann man durch wiederholte Resolution irgendwann die leere Klausel ableiten.
Wozu nutzt man die leere Klausel □?
□
Sie steht für einen Widerspruch; ihr Auftreten zeigt, dass die ursprüngliche Formelmenge unerfüllbar ist.
Wie prüft man α ⊨ β mit Resolution?
Man zeigt, dass α ∧ ¬β unerfüllbar ist, indem man mit Resolution einen Widerspruch (□) herleitet.
α ∧ ¬β
Was ist das Ziel von Diagnose in technischen Systemen?
Aus beobachteten Symptomen (Abweichungen) auf zugrundeliegende Fehlerursachen zu schließen.
Wie ist ein System in der modellbasierten Diagnose formal definiert?
Ein System ist ein Tripel (SD,COMPS,OBS), wobei:
SD die logische Beschreibung des Systemverhaltens ist,
COMPS die endliche Menge der Systemkomponenten darstellt,
OBS die beobachteten Fakten über das System enthält.
Was ist eine Diagnose im formalen Sinn?
Eine Menge von Komponenten ∆, für die angenommen wird, dass sie abnormal sind, so dass SD ∪ OBS ∪ (D(∆, COMPS - ∆)) konsistent ist.
Welche drei Schritte werden im Diagnoseprozess typischerweise unterschieden?
Anomalieerkennung
Diagnose (Fehlersuche/-lokalisierung)
Reparatur
Was ist eine Anomalie?
Eine festgestellte Abweichung zwischen dem beobachteten Verhalten eines Systems und dem erwarteten (modellierten) Verhalten.
Was versteht man unter dem phenomenological approach und dem model-based approach zur Anomalieerkennung?
Beim phenomenological approach wird das beobachtete Systemverhalten (z. B. Sensordaten, Energieverbrauch) direkt als normal oder anomal klassifiziert.
Beim model-based approach wird das normale Verhalten mithilfe eines Modells simuliert und mit den realen Messungen verglichen; weichen diese stark ab, wird eine Anomalie erkannt.
Wie ist ein System definiert?
Ein System ist eine Kombination aus miteinander wechselwirkenden und voneinander abhängigen Komponenten, die zusammen eine einheitliche Gesamtheit bilden und einen eindeutig beschreibbaren Zweck erfüllen.
Was ist der Unterschied zwischen Fault, Failure und Symptom?
Fault: eigentliche Ursache (z. B. defektes Bauteil)
Failure: beobachtetes Fehlverhalten des Systems
Symptom: messbare Abweichung (z. B. falscher Messwert).
Was ist ein abrupt fault (stuck-at-0 / stuck-at-1)?
Ein Fehler, bei dem ein Signal dauerhaft auf 0 oder 1 „hängenbleibt“ – das Verhalten ändert sich nach Auftreten des Fehlers nicht mehr.
Was ist ein intermittierender Fehler?
Ein Fehler, der zeitweise auftritt und wieder verschwindet.
Was ist ein incipient fault?
Ein schleichender Fehler, der sich langsam entwickelt und oft besser durch zeitbasierte / statistische Verfahren erkannt wird als durch Logik allein.
Was ist die Grundidee der modellbasierten Diagnose (MBD)?
ein (korrektes) Modell des Systems sagt das Normalverhalten vorher
Abweichungen zwischen Modell und Realität werden genutzt, um Fehlerursachen abzuleiten
Was beschreibt die Systembeschreibung SD in der formalen Diagnose?
Sie enthält logische Formeln, die das Verhalten der Komponenten im Normalfall modellieren.
Wofür steht die Menge COMPS?
Für die Menge aller betrachteten Komponenten im System.
Wofür steht OBS?
Für die Menge der Beobachtungen (Messwerte, Symptome).
Was ist ein Weak Fault Model (WFM)?
beschreibt nur das korrekte Normalverhalten eines Systems
keine expliziten Fehlermodelle
Form:
¬AB(c1) ∧ … ∧ ¬AB(cn) → Φ
AB(c) = Komponente ist abnormal
AB(c)
¬AB(c) = Annahme: Komponente ist gesund
¬AB(c)
Φ = korrektes Verhalten
Φ
Merksatz: „WFM sagt nur, was gilt, wenn alles gesund ist.
Was bedeuten ADDER und MULTIPLIER im WFM?
„ADDER/MULTIPLIER definieren Idealverhalten unter Gesundheit.“
ADDER(x) → [¬AB(x) → out = in1 + in2]
MULTIPLIER(x) → [¬AB(x) → out = in1 × in2]
ADDER(x), MULTIPLIER(x) = Typ der Komponente
Verhalten gilt nur unter der Annahme ¬AB(x) (nicht abnormal)
Wichtig:
bei AB(x) → keine Festlegung des Verhaltens
kein typisches Fehlverhalten modelliert
Diagnoseidee: Beobachtung widerspricht Gleichung
¬AB(x) nicht haltbar
x potenziell defekt
Was bedeutet das Prädikat AB(c) im Weak Fault Model (WFM)?
„Component c ist abnormal“ – also defekt oder nicht im Normalzustand.
Was ist eine Minimaldiagnose?
Eine Diagnose, bei der keine echte Teilmenge der Komponentenmenge ebenfalls eine Diagnose ist.
Warum interessiert man sich hauptsächlich für Minimaldiagnosen?
Weil Übermengen von Diagnosen (mit zusätzlichen Fehlerkomponenten) weniger informativ sind und es potentiell exponentiell viele Diagnosen gibt.
Was ist eine Konfliktmenge (Conflict Set)?
Eine Menge von Komponenten, die nicht alle gleichzeitig „OK“ sein können, weil SD ∧ OBS ∧ „alle OK“ widersprüchlich ist.
Was ist eine minimale Konfliktmenge?
Ein Konflikt, bei dem keine echte Teilmenge ebenfalls ein Konflikt ist.
Wie hängen minimale Konflikte und minimale Diagnosen zusammen?
Minimale Diagnosen sind minimale Treffermengen (Hitting Sets) der minimalen Konfliktmengen.
Was ist ein Hitting Set in diesem Kontext?
Eine Menge von Komponenten, die jede Konfliktmenge mindestens an einer Stelle „trifft“, d. h. mindestens eine Komponente aus jeder Konfliktmenge enthält.
Warum ist das Finden aller Diagnosen schwierig?
Weil es im Allgemeinen ein NP-schweres Set-Covering-Problem ist und die Anzahl der Diagnosen exponentiell mit der Zahl der Konflikte wachsen kann.
Was ist der Hauptunterschied zwischen Aussagenlogik und Prädikatenlogik?
Aussagenlogik kann nur atomare Fakten modellieren. Prädikatenlogik erlaubt Aussagen über Objekte, deren Beziehungen und Mengen von Objekten mittels Prädikaten, Variablen und Quantoren.
Aus welchen syntaktischen Grundelementen besteht Prädikatenlogik erster Stufe (PL1)?
Aus Termen (Variablen, Konstanten, Funktionen), Prädikaten, Junktoren, Quantoren sowie daraus gebildeten atomaren und zusammengesetzten Sätzen.
Was ist der Unterschied zwischen Termen, Prädikaten und Funktionen?
Terme bezeichnen Objekte, Prädikate Eigenschaften oder Relationen über Objekte, Funktionen ordnen Objekten eindeutig andere Objekte zu.
Was ist ein Atomsatz (atomare Formel)?
Ein Prädikat, angewendet auf Terme, z. B. DUCK(Donald).
DUCK(Donald)
Was macht der Allquantor ∀x?
Er sagt aus: „Für alle Objekte x gilt …“.
Was macht der Existenzquantor ∃x?
Er sagt aus: „Es gibt mindestens ein Objekt x, für das … gilt“.
Was ist eine Interpretation einer prädikatenlogischen Formel?
Eine Zuordnung, die Variablen auf Objekte, Funktionen auf Abbildungen und Prädikate auf Relationen über einem Universum U abbildet.
Wann ist eine prädikatenlogische Formel wahr?
Wenn sie unter einer gegebenen Interpretation und Variablenbelegung gemäß den Semantikregeln (für Prädikate, Junktoren und Quantoren) den Wahrheitswert wahr erhält.
Was ist der Unterschied zwischen gebundenen und freien Variablen?
Gebundene Variablen stehen im Wirkungsbereich eines Quantors, freie Variablen nicht. Formeln mit freien Variablen sind keine abgeschlossenen Aussagen.
Wie kann man „Alle Enten können schwimmen“ in Prädikatenlogik schreiben?
Zum Beispiel: ∀x (DUCK(x) → SWIM(x)).
∀x (DUCK(x) → SWIM(x))
Was ist ein Modell einer prädikatenlogischen Theorie?
Ein Modell ist eine Interpretation, unter der alle Formeln der Theorie wahr sind. Es beschreibt eine konkrete Struktur, in der die Theorie erfüllt ist.
Was ist die Prenex-Normalform?
Eine Formel ist in Prenex-Normalform, wenn alle Quantoren am Anfang stehen und der quantorenfreie Rest keine weiteren Quantoren enthält.
Was ist die Skolem-Normalform und wozu dient sie?
Eine Formel ist in Skolem-Normalform, wenn sie keine Existenzquantoren mehr enthält. Existenzvariablen werden durch Skolemfunktionen ersetzt, wobei die Erfüllbarkeit erhalten bleibt.
Was ist eine Skolem-Funktion?
Eine neue Funktionssymbol-Einführung, mit der ein existenzquantifizierter Term ersetzt wird, z. B. ∃y wird durch f(x1,…,xn) ersetzt.
∃y
f(x1,…,xn)
Warum ist Skolemisierung zulässig?
Sie erhält die Erfüllbarkeit: Die resultierende Formel ist erfüllbar genau dann, wenn es die ursprüngliche ist.
Welche Rolle spielen Unifikation und Resolution im Schließen mit Prädikatenlogik?
Unifikation findet passende Substitutionen für Terme. Resolution nutzt diese, um aus Klauseln neue Klauseln abzuleiten und Widersprüche zu identifizieren.
Wozu braucht man Unifikation und wie funktioniert sie?
Um Resolution in der Prädikatenlogik anwenden zu können
Macht Literale mit Variablen syntaktisch gleich
Wie?
Berechnet eine Substitution θ
θ
Ersetzt Variablen durch Terme
Gilt, wenn:
subst(θ, α) = subst(θ, β)
Falls unmöglich: keine Unifikation
Was ist Forward Chaining?
datengetriebenes Schließen
startet mit gegebenen Fakten
wendet Regeln an, deren lhs erfüllbar ist
fügt die rhs als neue Fakten hinzu
wiederholt, bis keine neuen Fakten entstehen
Eigenschaften:
berechnet alle ableitbaren Fakten
benötigt Unifikation
kann ineffizient sein (viele irrelevante Ableitungen)
Was ist Backward Chaining?
zielgetriebenes Schließen
startet mit einer Anfrage / Ziel
sucht Regeln, deren rhs zum Ziel passt
versucht, deren lhs zu beweisen
rekursiv, oft mit Backtracking
leitet nur benötigte Fakten her
ebenfalls Unifikation
effizient für konkrete Anfragen
Was versteht man unter Planung (Planning) in der KI?
Planung ist das Finden einer Aktionssequenz, die einen gegebenen Startzustand in einen gewünschten Zielzustand überführt.
Wie ist ein Planungsproblem formal definiert?
Ein Planungsproblem besteht aus:
einem Zustandsraum S,
einer Aktionsmenge A ⊆ S×S,
einem Startzustand s0 ∈ S,
einem Zielzustand sg ∈ S.
Wie sind Aktionen formal zu interpretieren?
Eine Aktion ist ein Zustandsübergang l∼r. Wird sie im Zustand l ausgeführt, resultiert der Zustand r.
Was ist das Ergebnis eines Planungsproblems?
Eine endliche Sequenz von Aktionen, die s0 nach sg überführt, oder NONE, falls kein solcher Plan existiert.
Wie wird Planung in Prädikatenlogik erster Stufe (PL1) dargestellt?
Zustände werden auf Prädikate abgebildet, Aktionen auf logische Implikationen. Planung entspricht der logischen Ableitung von Zielprädikaten aus Startprädikaten.
Was ist PL1 und warum wird es für logic-based planning verwendet?
PL1 ist Prädikatenlogik erster Stufe. Sie erlaubt strukturierte Zustandsbeschreibungen und logisches Schließen, ist jedoch strikt monoton.
Was ist monotones Schließen (monotonic reasoning)?
Ein Schlussverfahren, bei dem neue Informationen bereits abgeleitete Aussagen nicht ungültig machen können.
Wann liegt ein monotonic reasoning problem vor?
Wenn durch Aktionen nur neue Fakten hinzugefügt werden und keine zuvor gültigen Fakten verloren gehen.
Warum funktioniert logic-based planning nur bei monotonem Schließen?
Weil PL1 keine Mechanismen besitzt, um das Zurücknehmen oder Invalidieren von Fakten auszudrücken.
Wann wird ein Planungsproblem nicht-monoton?
Wenn Aktionen Zustände verändern, indem sie frühere Fakten ungültig machen (z. B. Ortswechsel von Objekten).
Was ist die zentrale Einschränkung von logic-based planning?
Es kann reale, dynamische Weltveränderungen nur dann modellieren, wenn sie monoton abstrahierbar sind.
In welchem Sinn kann Planung als logischer Beweis verstanden werden?
Ein Plan ist ein Beweis dafür, dass der Zielzustand logisch aus dem Startzustand und den Aktionsregeln folgt.
Was bedeutet non-monotonic reasoning im Kontext von Planung?
Non-monotonic reasoning erlaubt, dass Aussagen, die in einem Zustand wahr sind, in späteren Zuständen falsch werden. Genau das ist bei Zustandsänderungen durch Aktionen erforderlich.
Was ist die grundlegende Idee des Situation Calculus zur Modellierung von Planung?
Wahrheitswerte von Prädikaten werden relativ zu einer Situation modelliert. Ein Prädikat gilt nicht absolut, sondern nur in einer bestimmten Situation S.
Wie werden Planungsschritte im Situation Calculus dargestellt?
Als Sequenz von Situationen S1→S2→⋯→Sp, wobei jede neue Situation durch die Ausführung einer Aktion entsteht.
Welche Rolle spielen die Prädikate poss und do im Situation Calculus?
poss
do
poss(action, S) beschreibt, ob eine Aktion in Situation S ausführbar ist.
poss(action, S)
do(action, S) beschreibt die neue Situation, die aus der Ausführung der Aktion in S entsteht.
do(action, S)
Was ist das zentrale Modellierungsproblem im Situation Calculus?
Es müssen explizit alle Effekte einer Aktion modelliert werden – sowohl positive als auch negative. Dies führt zu hohem Modellierungsaufwand und ist eng mit dem Frame-Problem verbunden.
Was ist ein Fluent?
Ein Prädikat, dessen Wahrheitswert von der Situation abhängt (z. B. holds(on(a,b), S)).
holds(on(a,b), S)
Was ist das Frame-Problem im Situation Calculus?
Man muss explizit angeben, welche Fakten von einer Situation zur nächsten unverändert bleiben – das kann zu sehr vielen Regeln führen.
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