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Kriege und Krisen

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by Jennifer S.

Die Geschichte Syriens einfach erklärer.

Historischer Überblick & Ideologien

  • Unabhängigkeit (bis 1946)

  • Die Assad-Ära (1970–2024):

    • Hafiz al-Assad (1970–2000): Er errichtete ein autoritäres System, das sich auf den Geheimdienst und das Militär stützte. Er unterdrückte religiöse Opposition.

    • Baschar al-Assad (2000–2024): Er übernahm die Macht von seinem Vater. Nach anfänglichen Hoffnungen auf Reformen („Damaszener Frühling“) blieb das System repressiv. 

Der Bürgerkrieg & der Sturz Assads (2011–2024)

Im Zuge des Arabischen Frühlings 2011 begannen friedliche Proteste, die Assad gewaltsam niederschlug. Dies eskalierte in einen jahrelangen Bürgerkrieg mit über 500.000 Toten und Millionen Geflüchteten. 

  • 2014–2019 – Terrororganisation Islamischer Staat kontrolliert große Gebiete.

  • Dezember 2024: Nach einer überraschenden und schnellen Offensive der Rebellengruppe Hayat Tahrir al-Sham (HTS) und verbündeter Fraktionen fiel Damaskus. Baschar al-Assad floh nach Russland und trat zurück. 

Aktuelle Lage (Stand März 2026)

Syrien befindet sich in einer schwierigen Übergangsphase: 

  • Übergangsregierung: Führung von Ahmed al-Scharaa - Bemühungen, den Staat zu stabilisieren und eine neue Verfassung auszuarbeiten. Hat erste diplomatische Kontakte zum Westen.

  • Territoriale Spannungen: Im Nordosten gibt es Konflikte zwischen der Übergangsregierung und den kurdischen Syrian Democratic Forces (SDF). Im Januar 2026 kam es zu einer Offensive staatlicher Truppen in diesen Gebieten, gefolgt von Verhandlungen über eine Integration der Kurden in den neuen Staat.

  • Humanitäre Krise: Wirtschaft ist zerstört, die Gesundheitsversorgung mangelhaft, auf humanitäre Hilfe angewiesen

Die Geschichte Afghanistans kurz erklärt.

  • Die modernere Ära (bis 1973): Unter König Zahir Schah erlebte das Land eine relativ stabile Phase mit Modernisierungsansätzen und Freiheiten, insbesondere für Frauen in Städten wie Kabul.

  • Sowjetische Invasion (1979–1989): Nach einem kommunistischen Putsch marschierte die Sowjetunion ein. Es folgte ein blutiger Krieg gegen die von den USA und Pakistan unterstützten islamischen Widerstandskämpfer.

  • Bürgerkrieg und erste Taliban-Herrschaft (1989–2001): Nach dem Abzug der Sowjets versank das Land im Chaos zwischen rivalisierenden Warlords. Die Taliban gingen daraus als Sieger hervor und errichteten 1996 ein radikalislamisches Emirat.

  • US-geführte Intervention (2001–2021): Nach den Anschlägen vom 11. September stürzten die USA das Taliban-Regime, da dieses der Al-Qaida Unterschlupf bot. Es folgte ein 20-jähriger Versuch, Demokratie und Infrastruktur aufzubauen, während die Taliban aus dem Untergrund einen Guerillakrieg führten. 

Die aktuelle Lage (Stand 2026)

Seit dem Abzug der internationalen Truppen im August 2021 haben die Taliban wieder die vollständige Macht übernommen. Die Situation heute ist geprägt von: 

  • Humanitäre Krise: massiven Wirtschaftskrise und Hunger.

  • Einschränkung der Menschenrechte: Die Taliban haben die Rechte von Frauen und Mädchen drastisch beschnitten. Sie sind weitgehend von Bildung (Sekundarschulen und Unis) und Berufsleben ausgeschlossen.

  • Sicherheitslage: Anschläge durch den IS-K (Ableger des Islamischen Staates) und punktuelle Kämpfe mit Widerstandsgruppen

  • Diplomatische Isolation: Die De-facto-Regierung der Taliban wird international kaum anerkannt, was den Zugang zu eingefrorenen Staatsgeldern und globalem Handel blockiert. 

  • Naturkatastrophen und schwere Erdbeben (zuletzt 2025)

Warum ist der Sudan-Konflikt ein Stellvertreterkrieg?

KURZANTWORT:

Während Ägypten und der Iran die Armee SAF stützen, erhalten die RSF massiven Rückhalt durch die VAE. Dieser ständige Nachschub an Waffen sorgt dafür, dass keine Seite den Krieg gewinnen kann, aber auch keine Seite aufgeben muss.

HINTERGRUND:

1. Vereinigte Arabische Emirate (VAE) –

Die VAE gelten als der wichtigste Verbündete der Miliz RSF (Hemeti).

  • Warum? Es geht um Gold und Einfluss. Die RSF kontrolliert viele Goldminen im Sudan; das Gold wird über Dubai exportiert. Zudem wollen die VAE den Einfluss islamistischer Gruppen im Sudan (die eher der Armee nahestehen) verhindern.

  • Wie? Berichten zufolge liefern die VAE Waffen und Ausrüstung über Schmuggelrouten aus dem Tschad und Libyen.

2. Ägypten – Unterstützer der Armee (SAF)

  • Warum? Stabilität ist das Hauptziel. Ägypten sieht die Armee als einzige Institution, die den Sudan zusammenhalten kann. Zudem ist der Sudan für Ägypten lebenswichtig wegen der Wasserversorgung durch den Nil.

  • Wie? Ägypten liefert Militärhilfe, Drohnen und bildet Piloten der sudanesischen Armee aus.

3. Russland (Gruppe Wagner)

Russland spielt ein doppeltes Spiel, neigt aber eher der RSF zu.

  • Rolle: Die Söldner der Wagner-Gruppe waren tief in den Goldhandel mit Hemeti verstrickt und lieferten Boden-Luft-Raketen an die RSF.

  • Ziel: Russland möchte sich einen Zugang zum Roten Meer (Marinestützpunkt) sichern und Rohstoffe ausbeuten, um westliche Sanktionen zu umgehen.

4. Saudi-Arabien & USA – Die Vermittler

Riad und Washington versuchen seit Kriegsbeginn, in den sogenannten „Dschidda-Gesprächen“ zu vermitteln.

  • Problem: Bisher wurden zahlreiche Waffenruhen vereinbart, aber keine einzige wurde von den Kriegsparteien eingehalten. Saudi-Arabien konkurriert dabei auch mit den VAE um die regionale Führungsrolle.

5. Der Iran

Seit Ende 2023 nähert sich der Iran wieder der sudanesischen Armee an.

  • Hintergrund: Der Iran liefert Drohnen (Modell Mohajer-6) an die Armee, die dieser im Jahr 2024 halfen, Gebiete in Omdurman zurückzuerobern. Im Gegenzug erhofft sich der Iran mehr Einfluss am Roten Meer.

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Jennifer S.

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