Unterscheiden Sie aktiven und passiven Bewegungsapparat
Das Skelettsystem mit den Knochen dient als Stützapparat sowie zur Formgebung und als Ansatzpunkt für die Muskeln. Damit stellt es den passiven Bewegungsapparat dar. Die Muskulatur ist der aktive Bewegungsapparat, da es nur durch ihre Kontraktion zur Bewegung kommen kann.
Wie werden Knochen miteinander verbunden? Nennen Sie 3 Beispiele
Gelenke (Diarthrosen):
Verbindungen mit Spalt
Spaltfreie Verbindungen:
o Synarthrosen
o Fugen
o Hafte
Beschreiben Sie den generellen Aufbau eines Gelenks
Gelenke sind Verbindungen zweier oder mehrerer Knochenenden mit Knorpelüberzug und dazwischen gelegenem Spalt. Beide Knochenenden sind von hyalinem Gelenkknorpel überzogen und werden durch den Gelenkspalt voneinander getrennt. In der Gelenkhöhle befindet sich Gelenkschmiere (Synovia), die den Gelenkknorpel ernährt und die reibungsarme Bewegung gewährleistet. Sie enthält Hyaluronsäure, die für die Viskosität/ die Zähflüssigkeit sorgt. Die Gelenkkapsel wird außen von der Fibrosa gebildet, sie besteht aus straffem Bindegewebe und gibt der Gelenkkapsel halt. Innen wird sie durch die Synovialis ausgekleidet, die zahlreiche Blutgefäße und Nerven enthält. Die Synovialis ist von Deckzellen bedeckt, die die Synovia in die Gelenkhöhle sekretieren.
Wie setzt sich der Schultergürtel zusammen und welche tierartlichen Besonderheiten gibt es?
Der Schultergürtel besteht ursprünglich aus dem Rabenschnabelbein, dem Schulterblatt und dem Schlüsselbein.
Bei Haussäugetieren nur noch Schulterblatt vorhanden Schulterblatt: Fleischfresser und Rind haben als Fortsatz der Schulterblattgräte das Gräteneck (Acromion)
Rabenschnabelbein fehlt den meisten Säugern (nur noch Fortsätze am Schulterblatt), bei Vögeln deutlich vorhanden (feste Verbindung von Schultergliedmaße und Rumpf, Stützung Schultergelenk)
Schlüsselbein: Hund sehniges Schlüsselbein, Katze knöchriges Rudiment; Mensch: vorhanden
Carpus, Tarsus: Wo gelegen, welche Art von Gelenk?
Carpus ist das Vorderfußwurzelgelenk (Karpalgelenk) und befindet sich zwischen dem Unterarmbein und dem Vordermittelfuß (Metacarpus). Es ist ein zusammengesetztes, unvollkommenes Wechsel- oder Walzen-Gelenk aus Unterarm-Vorderfußwurzelgelenk, Zwischenreihengelenk und Vorderfußwurzel-Mittelgelenk.
Tarsus ist das Hinterfußwurzelgelenk (Sprunggelenk) und besteht aus mehreren Anteilen. Es verbindet Unterschenkelbein mit dem Hintermittelfuß (Metatarsus).
Nennen Sie drei Formen der Fußung mit Beispielen
Plantigrade Fußung, Sohlengänger; z.B. Mensch
Digitigrade Fußung, Zehengänger; z.B. Fleischfresser
Unguligrade Fußung, Zehenspitzengänger, z.B. Huf- und Klauentiere
Aus welchen Knochen setzt sich das Becken zusammen?
Das Becken setzt sich aus den beiden Hüftbeinen zusammen. Das Hüftbein besteht wiederum aus Darmbein, Sitzbein und Schambein
Aufbau und Funktion des Kniegelenkes
Das Kniegelenk besteht aus zwei Gelenken in der Gelenkkapsel. Es befindet sich ein Schlittengelenk = Kniescheibengelenk zwischen Kniescheibe (Patella, eiförmiges bis ovales Sesambein, sie verlängert den Hebelarm des Kniescheibenstreckers) und Oberschenkelbein. Hierbei gleitet die Kniescheibe in einer Furche des Oberschenkelknochens, die durch zwei Kammern flankiert wird. Das Kniescheibenband geht als Sehne aus dem Kniescheibenstrecker hervor über das Knie zum Schienbein. Bei Pferden und Rindern ist es dreigeteilt und ermöglicht eine Entlastung der Muskeln.
Ein inkongruentes Gelenk = Kniekehlgelenk (Gelenkerhöhung und Gelenkvertiefung passen nicht ineinander) zwischen Oberschenkelbein und Schienbein. Die Inkongruenz wird durch Knorpelscheiben, den keilförmigen Menisken (Faserknorpel) ausgeglichen. Die Gelenkführung wird durch Seitenbänder und im Gelenk gelegene, gekreuzte Bänder gewährleistet. Das Kniekehlgelenk ist ein Walzengelenk. Es weist die Form einer quergestellten Walze auf. Eine Seitwärtsdrehung ist nicht möglich.
Nennen Sie die Abschnitte der Wirbelsäule
Halswirbel (meist 7 Wirbelkörper bei Wirbeltieren)
Brustwirbel (individuelle Schwankungen, Pferd 18, Schwein 15, WDK/Fleischfresser 13, Mensch 12)
Lendenwirbel (5-7)
Kreuzwirbel (3-5)
Schwanzwirbel (4-24)
Benennen Sie die Wirbel der HWS und nennen Sie die korrekte Anzahl bei den meisten Säugetieren
Die meisten Säugetiere haben 7 Halswirbel. Ausnahmen davon bilden die Seekuh (6), das Zweizehenfaultier (6), das Dreizehenfaultier (9-10) und Geflügel (ca. 14). Der erste Halswirbel trägt den Namen Atlas (Kopfträger), der zweite wird Axis (Dreher, Epistropheus) genannt. Dritter bis sechster Halswirbel sind sich sehr ähnlich. Der 7. Halswirbel hat einen höheren Dornfortsatz.
Wie ist ein Brustwirbel aufgebaut bzw. wie unterscheidet er sich von anderen Wirbeln?
Die einzelnen Wirbelkörper haben einen sehr ähnlichen Aufbau. Die Anzahl der Brustwirbel schwankt individuell (12-18). Bei den Brustwirbeln sind die Dornfortsätze sehr hoch und bilden bei Pferd und WDK den Widerrist, bei Fleischfressern werden die Dornfortsätze durch die Schulterblätter überragt. Die Dornfortsätze neigen sich zunächst schwanzwärts (kaudal) und ab dem diaphragmatischen Wirbel (senkrecht) dann kopfwärts (kranial). Gelenkfortsätze haben tangential ausgerichtete Gelenkflächen, die Rotationsbewegungen zulassen. Die Brustwirbel haben kleine Querfortsätze, die die Gelenkfläche für die Rippenhöckerchen tragen. An den Wirbelkörpern sind kraniale und kaudale Gelenkflächen zur Verbindung mit den Rippenköpfchen angelagert.
Welchen Unterschied gibt es zwischen wahren und falschen Rippen?
Anzahl der Rippenpaare entspricht der Anzahl der Brustwirbel. Die wahren Rippen sind die Tragerippen (sternale Rippen), die weiter kranial angebracht sind. Sie sind über Gelenke mit dem Brustbein verbunden und stützen die Brustwand. Falsche Rippen sind die Atmungsrippen (Asternale Rippen), die weiter kaudal gelegen sind. Sie sind indirekt an das Brustbein angeschlossen über Rippenbögen aus Knorpel und ermöglichen einen Bewegungsspielraum für die Atmung. Es gibt tierartlich bedingte Unterschiede in den Verhältnissen zwischen Wahren und Falschen Rippen (Pferd 8:10, WDK 8:5, Schwein 7:8, Fleischfresser 9:4).
Welche Einrichtungen ermöglichen den Sehnen ein reibungsarmes Gleiten?
Um den Sehnen ein reibungsarmes Gleiten zu ermöglichen, bilden sich Schleimbeutel und Sehnenscheide. Beide bestehen aus einer straffen Fibrosa und einer Synovialis, die Synovia produziert und den Gleitprozess ermöglicht.
Dünne Sehnen: Sehnenscheiden, die die Sehne umhüllen Dicke Sehnen: Schleimbeutel, Unterlagerung der Sehnen
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