Keimzustand der Schmelze / Impfen
Impfen sorgt für guten Keimzustand und Grauerstarrung (stabiles Fe-C-System), gleichmäßige Graphitausbildung sowie höhere Festigkeit, geringere Härte und bessere Bearbeitbarkeit.
Gusseisen mit Kugelgraphit
Aufgrund der kugelförmigen Graphitausbildung hat Gusseisen mit Kugelgraphit GJS höhere Festigkeiten und vor allem eine deutliche Bruchdehnung (Duktilität).
Die mechanischen Eigenschaften werden nur über die metallische Grundmasse eingestellt (legierungstechnisch und über Wärmebehandlung).
Die Graphitform muss überwiegend der Form VI entsprechen.
Impfen bei GJS
Zur Vermeidung von Weißerstarrung (metastabiles System) ist bei GJS das Impfen ebenfalls unerlässlich.
Die Technologien sind denen von GJL vergleichbar.
Außer vom Zustand des Keimhaushaltes (Einsatzstoffe + Schmelzen + Impfen) ist die Zahl der Graphitausscheidungen (-kugeln) von der Erstarrungsgeschwindigkeit (-zeit), d. h. von der Gusstückgeometrie abhängig.
Übersicht Form- und Gießverfahren
Druckgießen
Beim Druckgießen wird die Schmelze mit hoher Geschwindigkeit in den Formhohlraum gedrückt.
Die Geschwindigkeiten liegen, je nach Gießmetall, zwischen 20 und 70 m/s.
Die Formfüllzeiten sind sehr niedrig und liegen im Bereich von 10 bis 100 ms.
Merkmale des Druckgießens
Hohe Oberflächengüte
Hohe Maßhaltigkeit
Dünnwandige Teile herstellbar
Enge Toleranzen
Endabmessungsnahes Verfahren
Reduzierung der Bearbeitung
Kostengünstiges Großserienverfahren
Kriterien zur Werkstoffwahl
Anforderungen an Werkstoffe für Druckgießformen
Gute mechanische Bearbeitbarkeit
- Anlassbeständigkeit
- Warmfestigkeit
- Warmverschleißwiderstand
- Warmzähigkeit
- Temperaturwechselbeständigkeit
-Maß- und Formbeständigkeit
Formstoffe Eigenschaften
Formstoffe bestehen aus Sand und Bindemitteln, die die Körner zusammenhalten.Die Bindung bestimmt die Eigenschaften der Form beim Herstellen, Gießen und Entformen.
ausreichend hohe Festigkeiten bei Raumtemperatur (Formteilherstellung und Manipulation),
ausreichende Festigkeiten bei Gießtemperatur (Hochtemperaturverhalten beim Gießen),
geringe Restfestigkeit,
guter Zerfall nach dem Gießen,
geringe Gas- und Schadstoffentwicklung (Gussteilqualität und Umweltschutz)
sowie
ökonomische Anwendbarkeit.
Verfahren der Form- und Kernherstellung
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