a) Wie beeinflussen invasive (nicht-heimische) Arten Nahrungsnetze in Süßwasser?
b) Was meint „trophisch“ in diesem Kontext?
c) Was ist mit „direkten“ vs. „indirekten“ Auswirkungen gemeint?
a)
schaffen neue trophische Verbindungen
verändern Räuber-Beute-Beziehungen
können ganze Nahrungsnetze umstrukturieren (bis hin zu Artenverlust/Instabilität)
b)
ernährungsbezogen: „Wer frisst wen?“ / Energiefluss über Nahrung
c)
direkt: unmittelbare trophische Interaktionen (direkter Konsum)
indirekt: Effekte über mehrere trophische Ebenen, ohne dass Arten direkt interagieren (z. B. Kaskaden, Konkurrenzverschiebungen)
Wie entstehen direkte Auswirkungen invasiver Arten?
durch unmittelbare trophische Interaktionen zwischen invasivem Organismus und einheimischen Arten
Kernidee: = direkter Konsum
Nenne typische Beispiele für direkte Auswirkungen.
neue Räuber-Beute-Beziehungen (invasiver Räuber frisst heimische Beute)
neue Ressourcen für Herbivoren (invasive Pflanze wird neue Ressource)
Ergebnis: neue trophische Verbindung
Woran erkennt man indirekte Auswirkungen?
treten über mehrere trophische Ebenen hinweg auf
Arten müssen sich dabei nicht direkt begegnen
Was sind trophische Kaskaden im Invasions-Kontext?
wenn Räuber invasive Arten bevorzugen, werden einheimische Beutetiere entlastet
Folge: heimische Beute wird weniger gefressen
Was sind „Freisetzungseffekte“ (release effects) durch invasive Beute?
invasive Beute ist verfügbar → andere Ressourcen/Beutearten verlieren Druck
mögliche Folgen: mehr Überleben, mehr Wachstum
Wie können Invasoren die Konkurrenz indirekt verändern?
Vorteil für Räuber, die invasive Beute nutzen
Konkurrenzverhältnisse zwischen Konsumenten können sich verschieben
Wie können invasive Pflanzen den Nährstofffluss verändern?
durch unverdauliche invasive Pflanzen
dadurch kann sich der Nährstofffluss im System ändern
Was passiert, wenn invasive Arten im mittleren trophischen Niveau sitzen?
wirken gleichzeitig nach oben und nach unten
es entstehen neue trophische Verbindungen
Warum sind omnivore Invasoren im mittleren Niveau besonders wirksam?
wirken auf mehrere untere trophische Ebenen gleichzeitig
können die Diversität dieser Ebenen reduzieren
Was bedeutet „Entkopplung trophischer Kaskaden“ durch Invasoren?
Kaskaden können „auseinanderfallen“, weil der Invasor mehrere Ebenen gleichzeitig beeinflusst
Welche weitergehende Gefahr wird für mittlere trophische Ebenen genannt?
Schadstofftransport in höhere trophische Ebenen
Um was konkurrieren invasive und einheimische Arten häufig?
Nahrung
Raum
a) Warum können Invasoren in der Konkurrenz überlegen sein?
b) Welche Folge kann das für einheimische Arten haben (trophisch)?
verbrauchen gleiche Ressourcen schneller oder effizienter als Einheimische
Einheimische weichen auf niedrigere trophische Ebene aus
Was bewirkt Dominanzverhalten invasiver Arten gegenüber Einheimischen?
Einheimische werden behindert/unterdrückt
Folge: Einheimische fressen weniger → trophische Verbindung geschwächt
Was heißt „Invasoren konkurrieren über Ökosystemgrenzen hinweg“?
Konkurrenz ist nicht nur „im selben Teilhabitat“, sondern kann Systemgrenzen überschreiten
Führt Konkurrenz immer zur Verdrängung?
kann, muss aber nicht
möglich: Nische Partitionierung (Aufteilung von Ressourcen/Nischen)
Nenne Formen indirekter nicht-trophischer Effekte.
Konkurrenzverhalten über chemische Signale → kann Einheimische vertreiben
fehlende Reaktion durch „ökologische Naivität“
Habitatveränderungen durch neue Strukturen
Was kann allein die Anwesenheit eines invasiven Räubers auslösen?
Bewohner im Gewässer ändern ihr Verhalten:
mehr Zeit im Versteck
weniger Nahrungssuche
Auswahl weniger profitabler Ressourcen
Welche autökologischen Merkmale sind wichtig?
individuelle Merkmale
artbezogene Merkmale
populationsbezogene Merkmale
Welche abiotischen Faktoren werden genannt?
Habitatheterogenität
pH-Wert
Temperatur
Sauerstoff im Gewässer
Welche synökologischen Merkmale (Einfluss der einheimischen Gemeinschaft) sind relevant?
vorhandenes Nahrungsnetz
native Generalisten
Naivität der einheimischen Gemeinschaft
Was bedeutet „mehrere Eindringlinge“ für die Wirkung?
Interaktionen zwischen Invasoren
kombinierte Effekte (können stärker/anders sein als einzeln)
Was sind „multiple Stressoren“ im Zusammenhang mit Invasionen?
Wechselwirkungen invasiver Arten mit anthropogenen Treibern (z. B. Belastungen)
Was sagt die Invasionsfront-Hypothese aus?
Auswirkungen pro Kopf verändern sich entlang der Ausbreitung
Richtung „Invasionsfront“: stärkerer per-capita-Effekt
a) Mit welchen Methoden werden Effekte von Invasoren auf Nahrungsnetze gemessen?
b) Warum sind stabile Isotope besonders hilfreich?
c) Was zeigt δ¹³C in diesem Kontext?
d) Was zeigt δ¹⁵N in diesem Kontext?
Mageninhaltsanalysen
funktionale Reaktionen
Isotopenanalysen (δ¹³C, δ¹⁵N)
erfassen langfristige Effekte, nicht nur Momentaufnahmen
wichtig, um zu beurteilen, ob eine nicht-heimische Art funktionale Rollen ersetzt oder stört
ob eine invasive Art Energie aus einer bestimmten Ressource (z. B. Benthos) in höhere trophische Ebenen transportiert
d)
auf welcher trophischen Ebene Konsumenten stehen
ob sich trophische Positionen durch die invasive Art verschieben (langfristige Ernährungsgewohnheiten)
Welche zentralen Folgen für das Nahrungsnetz werden im Fazit genannt?
neue trophische Verbindungen + veränderte Räuber-Beute-Beziehungen
mögliche Umstrukturierung ganzer Netze → Artenverlust, veränderte Artenzusammensetzung, Stabilitätsgefährdung
Welche weiteren Systemeffekte werden im Fazit betont?
Effekte auf mehreren trophischen Ebenen (direkt & indirekt: Kaskaden, Verhalten, Konkurrenz)
reduzierte Filterfunktion der hyporheischen Zone
verringerte Produktionsleistung im Benthos
Warum sind Invasionswirkungen „kontextabhängig“?
hängen stark vom ökologischen Kontext ab, z. B.:
Dichte einheimischer Arten
Habitatveränderungen
anthropogene Belastungen
Können invasive Arten auch positive Effekte haben?
ja, in bestimmten degradierten Systemen können sie funktionale Lücken schließen
benthische Ressourcen wieder integrieren und Nahrungsnetze stabilisieren (Beispiel Bellamya chinensis)
Last changed23 days ago