Nenne die 6 verschiedenen Fahrformen
● Thrill
● Kraftentfaltung
● Erproben
● Autonomie
● Gleiten
● Pilotieren
Thrill :
Dabei stehen Angst und Lust gleichzeitig
im Mittelpunkt des Erlebens. Autofahren wird als prickelnd,
berauschend und auch grenzenlos erlebt. Es wird der
Geschwindigkeitsrausch angestrebt. Evident ist, dass dabei
hohe Geschwindigkeiten gefahren werden und der Genuss
dieser Angst-Lust steigert sich mit zunehmender
Geschwindigkeit ebenso wie mit zunehmender Gefährlichkeit.
Risiko und Gefahr sollen gespürt und überwunden werden. Der
Autofahrer versucht die Grenzen des Alltags zu überwinden,
allerdings auf Kosten eines hohen Risikos. Ähnlich gefährlich
wie ein Alkoholrausch zur scheinbaren Bewältigung von
persönlichen Konflikten verleiten könnte
Thrill Tendenzen zeigen sich vor allem beim
Fahren auf Autobahnen. Beim Thrill stehen Lust
und Angst in einem spezifischen Verhältnis
zueinander. Autofahrer, die über diese Fahrform
berichten, bringen zum Ausdruck, dass das
Fahren für sie unheimlich lustvoll, verführerisch
und prickelnd sein kann, dass Rauschhaftes
und Grenzenloses erlebt wird, wobei sich der
eigentliche Genuss des Autofahrens mit
wachsender Geschwindigkeit und Gefährlichkeit
steigert.
Im Thrill werden das Verspüren von Gefahr und
das Überwinden dieser Gefahr gleich intensiv
genossen. Thrill Fahrten überschreiten die
Grenzen alltäglicher Erfahrungen. Die
Erlebnisse dieser Fahrform sind komplexer als
die Alltagserfahrungen, die Komplexität wirkt
auf Autofahrer stimulierend und belebend
Kraftentfaltung:
Bei der Fahrform der Kraftentfaltung steht im
Gegensatz zum Thrill das Gefühl im Vordergrund, man
will mächtiger, kräftiger und dynamischer als andere
Verkehrsteilnehmer sein. Andere überholen, andere
von hinten bedrängen, rasches Beschleunigen usw.
sind hier häufig beobachtbare Realisierungen. Eine
logische Konsequenz ist hier allerdings, dass beim
Überholt werden Gefühle der Schwäche,
Minderwertigkeit und Erniedrigung aufkommen und
dies zieht dann ein Bedürfnis nach neuerlichen
Beweisen der eigenen Stärke nach sich.
Mit der Fahrform Kraftentfaltung geht das Gefühl einher,
durch die Führung eines Auto kräftiger, dynamischer und
mächtiger zu werden. Kraftentfaltung realisiert sich
vorzugsweise bei Beschleunigungsvorgängen z.B. bei
Überholmanövern, wenn mit Genuss verspürt wird, wie
das eigene Auto auf das Gasgeben anspricht, vorwärts
schießt, mit Macht am andren vorbeiheizt und ihn
schließlich weit hinter sich lässt.
● Kraftentfaltungsfahrer neigen zu Auseinandersetzungen
und zu heftigen Verwicklungen, ggf, wenn der „dämliche
Konkurrent“ nicht widerstandslos unterliegen will, zu
Eskalationen mit erheblichen Gefahrenmomenten
Erproben
Auch die Fahrform des Erprobens unterscheidet sich
wesentlich vom Thrill: Hier liegt die Befriedigung in der
Bewältigung von Schwierigkeiten. Daher werden
Situationen aufgesucht, die das „Könner“ muster
ständig neu bestätigen. Sich in Kolonnen
durchschlängeln und Lücken ausnützen wäre
beispielsweise typisch für diese Fahrform. Es geht
also darum, die Grenzen des eigenen Könnens
auszuloten, eben zu erproben. Hingegen steht bei der
Fahrform des Thrill eindeutig das Bedürfnis nach
Grenzüberschreitung im Vordergrund.
Im Gegensatz zur Fahrform des Gleitens
werden in der Fahrform des Erprobens
Schwierigkeiten nicht gemieden, sondern
aufgesucht. Die betreffenden Autofahrer
berichten, dass es ihnen Spaß macht, wenn
das Fahren viel Geschicklichkeit erfordert.
Durchschlängeln, Links- Rechtsfahren, das
Ausnützen von Lücken sind Fahrmanöver, in
denen nicht unerfreuliche Notwenigkeiten
gesehen werden, sondern etwas das Gewinn
verspricht.
In der Fahrform des Erprobens liegt ein
ausgesprochenes Gefahrenbewusstsein vor. Die
Realitäten des Straßenverkehrs finden eine starke
Berücksichtigung. Gefahren werden
heraufbeschworen, aber nicht gesucht- wie beim
Thrill- um Angst-Lust Gefühle auszukosten, sondern
um die Grenzen des Fahrkönnens auszuloten und
auszudehnen. Erprobungsfahrten erfolgen auch im
Hinblick auf das Verhältnis zu anderen
Verkehrsteilnehmern. Die Fahrform des Erprobens ist
auch des Vergleichens. Mit ihr gehen deshalb auch
Rivalitätsgefühle, Konkurrenzverhältnisse und
Hierarchieprobleme des Straßenverkehrs einher
Autonomie
Gefühle von Freisein, Unabhängigkeit und Beweglichkeit
bilden die Basis für die Fahrform der Autonomie. Diese
Qualitätsrichtung kommt nicht nur in Gefühlen des
aktuellen Autofahrens zum Ausdruck, sondern zeigt sich
auch bei allgemeinen Einstellungen zum Autofahren. Das
tiefenpsychologische Pendant wäre wohl der Narzissmus.
Demnach könnten hier vermehrt egoistische
Verhaltensweisen dominieren, wenngleich auch eine
Befriedigung darin zu finden wäre, indem man gönnerhaft
und großzügig anderen Verkehrsteilnehmern z.B. die
Vorfahrt gestattet. Als besonders unangenehm wird hier
vor allem das Fehlen des Autos erlebt, was mit Gefühlen
von Lähmung und Amputiert-Sein einhergeht.
Bei der Fahrform der Autonomie berichten die
betreffenden Fahrer, dass sie beim Autofahren Gefühle
von Befreiung und Freisein genießen. Sie fühlen sich beim
Autofahren als beweglich und nicht festgelegt. Ihnen bietet
das Auto die Möglichkeit, zu jeder Zeit fahren zu können.
Gegenüber den Öffis schafft das Auto einen großen
Spielraum an verfügbaren Strecken. Um ihren
Autonomiebestrebungen nachzukommen, nehmen sie
auch auch Unannehmlichkeiten und Anstrengungen in
Kauf. Auf die freie Verfügbarkeit wird auch nicht verzichtet,
wenn große Strecken zurückzulegen sind. Stundenlanges
konzentrertes Fahren wird einer bequemen, aber
festgelegten und einengender Zugfahrt vorgezogen um
das Steuer nicht aus der Hand zu geben
Fehlt das Auto stellen sich Gefühle wie
Gelähmtsein oder Amputiertsein ein. Das
Autofahren bietet, in dem es
Autonomietendenzen entgegenkommt,
Möglichkeiten, dir durch Zwänge des Alltags
begründeten Abhängigkeiten und Festlegungen
auszugleichen. Autonomietendenzen motivieren
Aversionen gegen einengende Gebote und
Verbote, sie führen nicht zur Anpassung,
sondern zur Durchsetzung
Gleiten
Bei der Gleitfahrt liegt der spezifische Genuss darin,
dass der eigenen Bewegung keine Widerstände
entgegentreten. Es wird ein störungsfreies und
komplikationsloses Fortkommen angestrebt. Ruhe,
Ausgeglichenheit und Entspannung prägen das
Erleben – also ein „Autogenes Training“. Etwaige
Gefahren liegen hier vorwiegend darin, dass unter
Umständen die Konzentration vom momentanen
Verkehrsgeschehen in zu starkem Ausmaß abgezogen
wird und sich auch bald Müdigkeit einstellen könnte.
Bei der Fahrform des Gleitens wird das Fahren als ein
Vorgang geschildert, der Gefühle von Leichtigkeit, von
Rauschen und Schweben vermittelt. Das Fahren wird auch
als ein störungsfreies und komplikationsloses Fortkommen
erlebt, das zur Entspannung führt und keiner
Konzentration bedarf.
● Gleittendenzen werden vorzugsweise im Zusammenhang
mit Autotouren und Spazierfahrten in der Form des
gemächlichen Dahinrollens realisiert. Der Straßenverkehr
erscheint aus der Perspektive einer Gleitfahrt als Idylle, in
der nichts Ernsthaftes passieren kann. Von hier aus kann
es zu illusionären Einschätzungen der wahren
Verhältnisse des Straßenverkehr kommen
Pilotieren
Als optimale Fahrform bezeichnen die Autoren
das Pilotieren: Dabei handelt es sich um eine
stabile, ausgeglichene Fahrform. Kühle
Sachlichkeit, Konzentration und emotionale
Distanz sind vorherrschend. Ein Genuss wäre
hier höchstens in Form einer so genannten
„Funktionslust“ zu sehen. Im Vordergrund steht
das möglichst reibungslose Funktionieren des
Handlings sowie des Verkehrssystems.
In der Fahrform des Pilotierens wird eine psychische
Verfassung deutlich, die durch Qualitäten wir Ruhe, Distanz und
Sachlichkeit geprägt ist. Dabei wird die Verkehrsteilnahme nicht
als nüchtern und lustlos erlebt, sie wird eher dezent genossen.
Diese Fahrform entspricht einer Funktionslust, die aus
Betätigung des Handlungsschemas „Autofahren“ gezogen wird,
das möglichst komplikationsfrei funktionieren muss. In dieser
Fahrform macht es den entsprechenden Autofahrern Spaß glatt
zu kuppeln und zu schalten, ruckfrei und ausgeglichen zu
fahren. Es fällt ihnen auch nicht schwer, selbst zurückzustecken
und anderen den Vortritt zu geben, wenn damit der Verkehr als
Ganzes weitergeht. Ihnen kommt ein ausgeprägtes
Verantwortungsgefühl für den Gesamtverkehr zu. Daher findet
sich bei ihnen uch die Toleranz, möglichst exakt und regeltreu
zu fahren.
Einfluss von Fahrmotiven:
Motive sind einzelne Beweggründe des Handelns
● Grundmotiv ist das Ziel ein KfZ zu benutzen und das möglichst
angenehm und mit möglichst geringem Aufwand
● Im Kern ist das KfZ ein Fortbewegungsmittel.
Weitere Ziele sind:
● Möglichst schnell von A nach B zu kommen
● Freude und Kompetenz beim Fahren zu erleben
● Autonomie und Unabhängigkeit genießen
● Seinen sozialen Status darzustellen uvm.
Was versteht man unter Einstellung?
Unter Einstellung kann man die seelische
Haltung gegenüber einer Person, einer Sache
oder einer Idee verstehen, die mit einer
Wertung oder einer Erwartung verbunden ist.
Ein Beispiel dazu sind Eltern, die sich gegen
den Motorrad Führerschein stellen (kognitive
Komponente ist die Unfallstatistik und die
emotionale ist, dass ihnen die Vorstellung ihr
Kind würde Motorrad fahren Angst macht.
Deshalb verbieten sie es
Einstellungen und Motive beeinflussen das Verhalten.
Manche Fahrer haben z.B. eine negative Einstellung
zu „130 auf der Autobahn“, weil sie nicht glauben,
dass eine Tempolimit das Unfallrisiko deutlich senken
würde und halten die Autobahn für sicher (kognitive
Komponente)
Sie fühlen sich bevormundet und verärgert, wenn sie
den Sinn einer „120“ nicht erkennen. Keine Wunder,
wenn sie bei entsprechende Motivlage z.B. Zeitdruck
oder auch ohne Druck (weil der Fahrspaß halt
besonders groß ist beim Schnellfahren) die
Geschwindigkeitsbeschränkung überschreiten.
Wann und wo werden Einstellungen erlernt ?
Einstellungen werden im sozialen Umfeld
erlernt.
Junge Leute suchen Orientierung und
Identifikation auf dem Weg in die
Erwachsenenwelt. Die Peers haben einen
großen Einfluss auf die Werte und
Einstellungen im Verkehr. Wenn in einer
Peergroup Fahrformen wie Thrill oder
Kraftentfaltung wichtig sind, werden sich
entsprechenden Werthaltungen und
Einstellungen beim Fahranfänger herausbilden
Lernen durch Peer Groups :
Jugendliche beobachten und imitieren sich
gegenseitig und lernen so am Modell. Die
positive Verstärkung durch Anerkennung kann
zu riskanten, nicht regelkonformen
Verhaltensgewohnheiten führen, die sich durch
das ganze Kraftfahrerleben hindurchziehen.
● Die Maßnahmen, mit denen der Gesetzgeber
entgegenwirken möchte und dafür Sorgen
möchte, dass Regeln eingehalten werden findet
ihr unter § 2a und § 2b StVG (Aufgabe für
Adrian :)
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