Buffl

Motive/Einstellungen

VM
by Valentina M.

Erproben

Auch die Fahrform des Erprobens unterscheidet sich

wesentlich vom Thrill: Hier liegt die Befriedigung in der

Bewältigung von Schwierigkeiten. Daher werden

Situationen aufgesucht, die das „Könner“ muster

ständig neu bestätigen. Sich in Kolonnen

durchschlängeln und Lücken ausnützen wäre

beispielsweise typisch für diese Fahrform. Es geht

also darum, die Grenzen des eigenen Könnens

auszuloten, eben zu erproben. Hingegen steht bei der

Fahrform des Thrill eindeutig das Bedürfnis nach

Grenzüberschreitung im Vordergrund.


Im Gegensatz zur Fahrform des Gleitens

werden in der Fahrform des Erprobens

Schwierigkeiten nicht gemieden, sondern

aufgesucht. Die betreffenden Autofahrer

berichten, dass es ihnen Spaß macht, wenn

das Fahren viel Geschicklichkeit erfordert.

Durchschlängeln, Links- Rechtsfahren, das

Ausnützen von Lücken sind Fahrmanöver, in

denen nicht unerfreuliche Notwenigkeiten

gesehen werden, sondern etwas das Gewinn

verspricht.


In der Fahrform des Erprobens liegt ein

ausgesprochenes Gefahrenbewusstsein vor. Die

Realitäten des Straßenverkehrs finden eine starke

Berücksichtigung. Gefahren werden

heraufbeschworen, aber nicht gesucht- wie beim

Thrill- um Angst-Lust Gefühle auszukosten, sondern

um die Grenzen des Fahrkönnens auszuloten und

auszudehnen. Erprobungsfahrten erfolgen auch im

Hinblick auf das Verhältnis zu anderen

Verkehrsteilnehmern. Die Fahrform des Erprobens ist

auch des Vergleichens. Mit ihr gehen deshalb auch

Rivalitätsgefühle, Konkurrenzverhältnisse und

Hierarchieprobleme des Straßenverkehrs einher

Autonomie

Gefühle von Freisein, Unabhängigkeit und Beweglichkeit

bilden die Basis für die Fahrform der Autonomie. Diese

Qualitätsrichtung kommt nicht nur in Gefühlen des

aktuellen Autofahrens zum Ausdruck, sondern zeigt sich

auch bei allgemeinen Einstellungen zum Autofahren. Das

tiefenpsychologische Pendant wäre wohl der Narzissmus.

Demnach könnten hier vermehrt egoistische

Verhaltensweisen dominieren, wenngleich auch eine

Befriedigung darin zu finden wäre, indem man gönnerhaft

und großzügig anderen Verkehrsteilnehmern z.B. die

Vorfahrt gestattet. Als besonders unangenehm wird hier

vor allem das Fehlen des Autos erlebt, was mit Gefühlen

von Lähmung und Amputiert-Sein einhergeht.


Bei der Fahrform der Autonomie berichten die

betreffenden Fahrer, dass sie beim Autofahren Gefühle

von Befreiung und Freisein genießen. Sie fühlen sich beim

Autofahren als beweglich und nicht festgelegt. Ihnen bietet

das Auto die Möglichkeit, zu jeder Zeit fahren zu können.

Gegenüber den Öffis schafft das Auto einen großen

Spielraum an verfügbaren Strecken. Um ihren

Autonomiebestrebungen nachzukommen, nehmen sie

auch auch Unannehmlichkeiten und Anstrengungen in

Kauf. Auf die freie Verfügbarkeit wird auch nicht verzichtet,

wenn große Strecken zurückzulegen sind. Stundenlanges

konzentrertes Fahren wird einer bequemen, aber

festgelegten und einengender Zugfahrt vorgezogen um

das Steuer nicht aus der Hand zu geben


Fehlt das Auto stellen sich Gefühle wie

Gelähmtsein oder Amputiertsein ein. Das

Autofahren bietet, in dem es

Autonomietendenzen entgegenkommt,

Möglichkeiten, dir durch Zwänge des Alltags

begründeten Abhängigkeiten und Festlegungen

auszugleichen. Autonomietendenzen motivieren

Aversionen gegen einengende Gebote und

Verbote, sie führen nicht zur Anpassung,

sondern zur Durchsetzung

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Valentina M.

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