Welches sind die Aufgaben des internen Rechnungswesens/der Kostenrechnung?
Planung: Bereitstellung von Daten für zukünftige Entscheidungen (z. B. Produktionsmengen).
Kontrolle: Soll-Ist-Vergleich zur Überprüfung der Wirtschaftlichkeit.
Dokumentation: Erfassung aller Kosten und Leistungen einer Periode.
Warum können diese Aufgaben nicht vom externen Rechnungswesen (u.a. Buchführung) mit erfüllt werden?
Das externe Rechnungswesen (Buchführung) ist an gesetzliche Vorschriften (HGB/IFRS) gebunden und dient dem Gläubigerschutz sowie der Steuerermittlung. Die KoRe hingegen ist frei gestaltbar und dient rein internen Steuerungszwecken (Management-Informationssystem).
Erläutern Sie die Aufgaben und die Funktionsweise der Abgrenzungsrechnung!
Aufgabe: Überführung der Aufwendungen aus der Buchführung in Kosten für die Kostenrechnung.
Funktionsweise: Es erfolgt eine Bereinigung um neutrale Aufwendungen (betriebsfremd, periodenfremd, außergewöhnlich) und eine Ergänzung um kalkulatorische Kosten (Zusatzkosten wie kalk. Unternehmerlohn oder Anderskosten wie kalk. Abschreibungen).
Welche Abschreibungsverfahren stehen der Kostenrechnung zur Berechnung der kalkulatorischen Abschreibungen zur Verfügung und unter welchen Anwendungsvoraussetzungen werden die Verfahren jeweils in der Kostenrechnung eingesetzt?
lineare Abschreibung
geometrisch-degressive Abschreibung
leistungsabhängige Abschreibung
Worin unterscheiden sich Zinsaufwand in der Buchführung und Zinskosten in der Kostenrechnung?
Zinsaufwand (Buchführung): Nur die tatsächlich an Banken gezahlten Zinsen für Fremdkapital.
Zinskosten (Kostenrechnung): Verzinsung des gesamten betriebsnotwendigen Kapitals (Eigen- und Fremdkapital), da auch das Eigenkapital "Opportunitätskosten" verursacht.
Warum werden die kalk. Zinsen pro Vermögensposition einzeln ausgerechnet und nicht einfach nur insgesamt für das Unternehmen?
Warum einzeln pro Position?
Um die Kapitalbindung einzelner Vermögensgegenstände (z. B. Lagerbestände vs. Maschinen) genau zu steuern und die Kosten dort zu verrechnen, wo sie entstehen.
Welche Verfahren stehen zur Berechnung der kalkulatorischen Zinsen zur Verfügung und worin unterscheiden sie sich?
Vorgehen:
Man bildet einen Durchschnittswert aus den tatsächlichen Verlusten der Vergangenheit (z. B. der letzten 5 Jahre) und setzt diesen als kalkulatorischen Wert an
Aus welchem Grund werden in der Kostenrechnung kalkulatorische Wagniskosten berechnet?
Grund: Einzelwagnisse (z. B. Anlagerisiko, Beständewagnis) schwanken stark. Durch kalkulatorische Wagnisse werden diese Risiken in gleichmäßige Kosten umgewandelt, um die Preise stabil zu halten.
Wie geht man grundsätzlich bei der Berechnung von kalkulatorischen Wagniskosten vor?
Welche grundsätzlichen Aufgaben hat die Kostenstellenrechnung?
Verteilung der Gemeinkosten auf die Orte ihrer Entstehung (Kostenstellen).
Vorbereitung der Kostenträgerrechnung (Ermittlung von Zuschlagssätzen).
Wirtschaftlichkeitskontrolle der einzelnen Abteilungen.
Skizzieren Sie den Aufbau eines Betriebsabrechnungsbogens und erläutern Sie die darin durchgeführten Arbeitsschritte!
Verteilung der Primärkosten: Gemeinkosten werden per Beleg oder Schlüssel auf die Kostenstellen verteilt.
Innerbetriebliche Leistungsverrechnung (ILV): Kosten der Hilfskostenstellen werden auf die Hauptkostenstellen umgelegt.
Ermittlung der Zuschlagssätze: Bezug der Gemeinkosten der Hauptkostenstellen auf die Einzelkostenbasen.
Zu welchem Zweck wird eine Innerbetriebliche Leistungsverrechnung durchgeführt?
Zweck:
Leistungen, die Abteilungen füreinander erbringen (z. B. Kantine, Werkstatt), müssen den Endprodukten belastet werden.
Erläutern Sie die Vorgehensweise der Innerbetrieblichen Leistungsverrechnung!
Verfahren:
Anbauverfahren: Vernachlässigt Leistungsbeziehungen zwischen Hilfskostenstellen.
Stufenleiterverfahren: Berücksichtigt Leistungsbeziehungen in eine Richtung.
Gleichungsverfahren: Berücksichtigt alle wechselseitigen Beziehungen mathematisch exakt.
Welche Verfahren stehen für die Innerbetriebliche Leistungsverrechnung zur Verfügung und unter welchen Anwendungsvoraussetzungen werden sie jeweils eingesetzt?
Welche grundsätzlichen Aufgaben hat die Kostenträgerrechnung?
Kostenträgerstückrechnung (Kalkulation): Ermittlung der Herstell- und Selbstkosten pro produzierter oder verkaufter Einheit.
Kostenträgerzeitrechnung: Ermittlung des Betriebsergebnisses einer Periode durch Gegenüberstellung von Kosten und Leistungen.
Bereitstellung von Preisuntergrenzen: Unterstützung bei der Preispolitik.
Unter welchen Voraussetzungen werden die Ihnen bekannten Kalkulationsverfahren im Unternehmen eingesetzt?
Zuschlagskalkulation: Einsatz bei Serien- oder Einzelfertigung (viele unterschiedliche Produkte, z.B. im Maschinenbau).
Divisionskalkulation: Einsatz bei Einproduktunternehmen (Massenfertigung) ohne Lagerbestandsveränderungen.
Was ist zu beachten, wenn produzierte und abgesetzte Mengen unterschiedlich sind? Wie werden die Kosten, die für die Herstellung der Produkte anfallen, und die Kosten, die für den Vertrieb der Produkte anfallen, dann verteilt?
Unterschiedliche Mengen: Wenn produzierten Mengen $\neq$ abgesetzte Mengen sind, muss zwischen Herstellkosten (für die Produktion) und Selbstkosten (für den Verkauf inkl. Vertrieb/Verwaltung) unterschieden werden
Kostenverteilung:
Herstellkosten: Werden auf die produzierten Mengen verteilt.
-> Unterschied Umsatzkostenverfahren (UKV) & Gesamtkostenverfahren (GKV)
Welche Vorgehensweise wird bei der Kostenverteilung für die Verwaltungskosten gewählt?
Vertriebs-/Verwaltungskosten:
Werden nur auf die abgesetzten Mengen verrechnet.
Was bedeutet der Begriff „Selbstkosten“?
Selbstkosten:
Die Summe aller Kosten, die für die Erstellung und den Absatz eines Produktes angefallen sind (Herstellkosten + Verwaltung + Vertrieb).
Durch welchen Vergleich lässt sich kontrollieren, ob die Verteilung der Kosten im Rahmen der Kalkulation vollständig/richtig erfolgt ist?
Kontrollvergleich:
Der Abgleich erfolgt über das Betriebsergebnis (Gesamtkosten vs. kalkulierte Kosten der verkauften Produkte).
Welche Annahmen liegen den Zuschlagssätzen zugrunde, die in der differenzierenden Zuschlagskalkulation zur Verteilung der Gemeinkosten berechnet werden?
Annahmen: Es wird unterstellt, dass ein proportionaler Zusammenhang zwischen Einzelkosten (Basis) und Gemeinkosten besteht.
Wie ist das Kalkulationsschema aufgebaut, das in der differenzierenden Zuschlagskalkulation verwendet wird?
Schema:
Materialeinzelkosten + Materialgemeinkosten = Materialkosten
Fertigungseinzelkosten + Fertigungsgemeinkosten = Fertigungskosten
Materialkosten + Fertigungskosten = Herstellkosten
Herstellkosten + Verw./Vertriebsgemeinkosten = Selbstkosten
Welche Kritik ist an den Annahmen zu üben, die den Zuschlagssätzen zugrunde liegen, die in der differenzierenden Zuschlagskalkulation verwendet werden?
Kritik:
Die Annahme, dass Gemeinkosten immer proportional zu den Einzelkosten steigen, ist oft falsch (z.B. verursachen teure Rohstoffe nicht zwangsläufig mehr Lagerverwaltungskosten).
Welche Weiterentwicklungsmöglichkeiten gibt es, um dieser Kritik zu begegnen?
Weiterentwicklung:
Einführung der Maschinenstundensatzrechnung
Welche Veränderungen werden in der „Maschinenstundensatzrechnung“ vorgenommen im Vergleich zur differenzierenden Zuschlagskalkulation? (… und was bleibt gleich?)
Veränderung: Die Fertigungsgemeinkosten werden in maschinenabhängige Kosten (z.B. Strom, Instandhaltung) und maschinenunabhängige Kosten (Restgemeinkosten) aufgeteilt.
Welche Werte fließen in die Berechnung des Maschinenstundensatzes ein?
Werte im Stundensatz:
Kalkulatorische Abschreibung, kalkulatorische Zinsen, Instandhaltung, Raumkosten und Energiekosten der Maschine.
Welche Aufgaben/Anforderungen muss die Betriebsergebnisrechnung/kurzfristige Ergebnisrechnung erfüllen?
Ermittlung des kurzfristigen Erfolgs einer Periode.
Analyse der Wirtschaftlichkeit und Erfolgskontrolle pro Produktgruppe.
Welche Methoden stehen im Rahmen der Vollkostenrechnung für die Ergebnisermittlung zur Verfügung? Worin unterscheiden sie sich?
Gesamtkostenverfahren: Gegenüberstellung der Gesamtkosten der Periode und der Gesamtleistung (inkl. Bestandsveränderungen).
Umsatzkostenverfahren: Gegenüberstellung der Umsatzerlöse und der Kosten der tatsächlich verkauften Produkte.
Unterschied: Das Gesamtkostenverfahren ist produktionsorientiert, das Umsatzkostenverfahren ist absatzorientiert.
Inwieweit können die Methoden der Vollkostenrechnung die notwendigen Aufgaben/Anforderungen erfüllen?
Was versteht man unter “Fixkostenproportionalisierung”?
Fixkostenproportionalisierung:
Der Fehler, fixe Kosten so zu behandeln, als wären sie variabel (z.B. Verrechnung pro Stück), was bei Beschäftigungsschwankungen zu falschen Stückkosten führt.
Wieso ist die Vollkostenrechnung zur Entscheidungsunterstützung in Fragen der (kurzfristigen) Programmpolitik und (kurzfristigen) Preispolitik ungeeignet?
Entscheidungsunfähigkeit:
Für kurzfristige Preispolitik (z.B. Zusatzaufträge) ist die Vollkostenrechnung ungeeignet, da sie nicht zeigt, wie sich die Kosten bei einer Mengenänderung real verändern.
Welche Weiterentwicklung ist notwendig, um die Problematik der (kurzfristigen) Programmpolitik und Preispolitik zu beheben?
Lösung:
Übergang zur Teilkostenrechnung (Deckungsbeitragsrechnung).
Welche Unterschiede bestehen zwischen Voll- und Teilkostenrechnung hinsichtlich der einzelnen Bestandteile der Kostenrechnung (Kostenarten-, Kostenstellen-, Kostenträgerrechnung)?
Unterschiede in den Rechnungsstufen:
Kostenartenrechnung: In der Teilkostenrechnung werden Kosten strikt in fixe und variable Bestandteile zerlegt, während die Vollkostenrechnung diese gemeinsam behandelt.
Kostenstellenrechnung: In der Teilkostenrechnung werden oft nur die variablen Gemeinkosten auf die Stellen verrechnet.
Kostenträgerrechnung: Die Teilkostenrechnung belastet dem Produkt nur die variablen Kosten (Deckungsbeitrag), während die Vollkostenrechnung alle Kosten (inkl. Fixkosten) auf das Stück umlegt.
Aus welchem Grund können sich die in Voll- und Teilkostenrechnung ermittelten Betriebsergebnisse einer Periode unterscheiden?
Abweichende Betriebsergebnisse:
Ergebnisse können sich unterscheiden, wenn die produzierten Mengen von den abgesetzten Mengen abweichen. Bei der Vollkostenrechnung werden Fixkosten in Lagerbeständen "aktiviert", was das Ergebnis bei Lageraufbau höher erscheinen lässt als in der Teilkostenrechnung.
Wodurch unterscheidet sich die mehrstufige von der einstufigen DB-Rechnung?
Einstufig vs. Mehrstufig:
Einstufig: Alle Fixkosten werden als ein Block vom Gesamtdeckungsbeitrag abgezogen.
Mehrstufig (Fixkostendeckungsrechnung): Fixkosten werden nach ihrer Zurechenbarkeit (Produktfixkosten, Bereichsfixkosten, Unternehmensfixkosten) gespalten, um die Erfolgsbeiträge einzelner Segmente klarer zu sehen.
Für welche unterschiedlichen Zwecke werden die einstufige und die mehrstufige DBRechnung eingesetzt?
Die einstufige DB-Rechnung dient der kurzfristigen Erfolgsermittlung;
Die mehrstufige DB-Rechnung hilft bei strategischen Entscheidungen über die Beibehaltung oder Eliminierung von Produktgruppen oder Abteilungen.
Wofür kann die Break-Even-Analyse im Zusammenhang mit der mehrstufigen DB-Rechnung eingesetzt werden?
Break-Even-Analyse:
Sie wird genutzt, um die Gewinnschwelle zu finden, ab der die Deckungsbeiträge die fixen Kosten vollständig decken.
Erläutern Sie die grundlegende Vorgehensweise bei der Bestimmung des optimalen Produktprogramms!
Grundvorgehen:
Produkte werden nach ihrem Deckungsbeitrag (DB) bewertet. Man produziert bevorzugt die Produkte, die den höchsten Beitrag zur Fixkostendeckung leisten.
Was ist der Unterschied zwischen einer Kapazitätsbeschränkung und einem Kapazitätsengpass? (bzw. wann wird aus einer Kapazitätsbeschränkung ein Kapazitätsengpass?)
Kapazitätsbeschränkung vs. Engpass:
Eine Beschränkung liegt vor, wenn die Kapazität begrenzt ist, aber ausreicht, um die Marktnachfrage zu decken. Ein Engpass entsteht erst, wenn die Nachfrage größer ist als die verfügbare Kapazität.
Was ist der Unterschied zwischen einem unspezifischen und einem spezifischen Engpass?
Unspezifischer vs. Spezifischer Engpass:
Ein unspezifischer Engpass betrifft das gesamte Unternehmen (z.B. Absatzmarkt), während ein spezifischer Engpass eine konkrete Ressource (z.B. Maschinenstunden oder Fachpersonal) betrifft.
Was ist bei der Bestimmung des optimalen Produktprogramms zu beachten, wenn ein spezifischer Engpass vorliegt?
Vorgehen bei spezifischem Engpass: Die Produkte werden nach ihrem relativen (spezifischen) Deckungsbeitrag rangiert15.
Formel: $Relativer DB = \frac{Stück-DB}{Engpassbeanspruchung}$ 16
Was bedeuten Unterbeschäftigung und Vollbeschäftigung im Zusammenhang mit der Bestimmung von Preisuntergrenzen?
Beschäftigungslage:
Unterbeschäftigung: Kapazitäten sind frei; Fixkosten fallen sowieso an.
Vollbeschäftigung: Kapazitäten sind ausgelastet; ein Zusatzauftrag verdrängt einen bestehenden Auftrag.
Was ist bei der Bestimmung der kurzfristigen Preisuntergrenze zu beachten, wenn Vollbeschäftigung vorliegt?
Kurzfristige Preisuntergrenze (KPU):
Bei Unterbeschäftigung entspricht die KPU den variablen Stückkosten.
Bei Vollbeschäftigung müssen zur KPU zusätzlich die Opportunitätskosten (der entgangene Deckungsbeitrag des verdrängten Auftrags) hinzugerechnet werden.
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