Welche Gerinnungsfaktoren und weiteren Bestandteile enthält ein PPSB-Konzentrat?
Gerinnungsfaktoren II, VII, IX und X (lediglich die Faktor IX - Konzentration in PPSB ist standardisiert)
Proteine C, S und Z
PPSB enthält Heparin (0,5 IE pro 1 IE Faktor IX)
Wie lautet die Dosierung für PPSB?
Um wie viel Prozent der Quick-Wert durch die Gabe von PPSB angehoben werden?
Hohe Dosierung: 40 IE/kg; Niedrige Dosierung 20 IE/kg
Durch 1 IE/kg kann der Quick-Wert um 0,5-1% angehoben werden
Was ist der Normalwert für Fibrinogen und was ist die kritische Untergrenze?
Normalwert: 190-390 mg/dl
Kritische Untergrenze: 100 mg/dl
Wie wird Fibrinogen dosiert?
80-100 mg/kg (initial meist 3-4 bzw. 3-6 g)
Für welche Indikationen sind Faktor-VIIa-Konzentrate (z.B. NovoSeven) zugelassen?
Prophylaxe und Therapie von Blutungskomplikationen bei Hämophilipatienten mit Antikörpern gegen Faktor VIII oder Faktor IX (Hemmkörperhämophilie)
Wie werden Faktor-VIIa-Konzentrate dosiert?
90-120 µg/kg
Wie viel der Patienten mit Hämophilie A entwickeln Alloantikörper gegen Faktor VIII?
Ca. 25% entwickeln Alloantikörper gegen Faktor VII nach der Gabe von Faktor-VIII-Konzentraten (sog. Hemmkörperhämophilie)
Wie werden Faktor-VIII- & Von-Willebrand-Faktor-Konzentrate dosiert?
Gelenkblutung: 20-40 IE/kg
Op mit geringer Blutungsgefahr: 25-40 IE/kg
Op mit hoher Blutungsgefahr: 50-80 IE/kg
Welche Plasmaderivate gibt es?
Körpereigene kolloidale Plasmaersatzmittel (wie Humanalbumin)
Serumeiweißkonserven (SEK)
Gerinnungspräparate (u.a. Fibrinogen, PPSB, Einzelfaktorenkonzentrate)
Präparate zur Gerinnungshemmung (Antithrombin)
Wie werden FFP hergestellt?
Wie groß ist das Volumen einer Plasma-Konserve?
Durch Zentrifugieren einer einzelnen Vollblutspende und anschließender Abtrennung von Erythrozyten und “buffy coat” (Überstand aus Leukozyten und Thrombozyten).
Meist ca. 200-250 ml
Wie sollte Plasma vorzugsweise gegeben werden?
Schnelle Gabe von 15-20 ml/kg
Bei einem Polytraume werde inital >20 (eher 30) ml/kg empfohlen
Besonderheiten FFP:
Der Quick-Wert kann durch Gabe von 1 ml/KG um ca. 1 % erhöht werden
Jede Einzeldosis bei Erwachsenen <600 ml ist unzureichend
Bie Gabe von mehr als 50 ml/min kann die Gabe von Calcium notwendig sein (aufgrund Citratgehalt des Stabilisators)
Wie werden EK hergestellt und was enthält die Additivlösung zumeist?
Zentrifugieren von Vollblutkonserven und Trennung von Plasma und buffy coat
U.a. Natriumchlorid, Glucose, Adenin und meist Mannitol
Bei wie viel Grad dürfen Ek gelagert werden und wie lange ist die ungefähre Haltbarkeit?
4 ± 2°C
Je nach Angabe ca. 28-49 Tage
Was ist die Indikation für die Gabe von gewaschenen Erythrozytenkonzentraten und was ist dabei zu beachten?
Unverträglichkeitsreaktion gehe Plasmaproteine bei Gabe von leukozytendepletierter EK in additiver Lösung oder Nachweis von Antikörper gegen IgA und andere Plasmaproteine
Gewaschene EK müssen unverzüglich transfundiert werden
Um wie viel Gramm steigt der Hb bzw. der Hämotokrit bei der Gabe von einem Erythrozytenkonzentrat?
Um 1 g/dl bzw. um 3 - 4%
Wie werden Thrombozytenkonzentrate hergestellt?
Zentrifugieren einer Vollblutspende, anschließend Trennung von Plasma und Erythrozyten und erneutes Zentrifugieren des leukozyten- und thrombozytenhaltigen “buffy coat”
Wie müssen TK gelagert werden und wie lange sind sie in der Regel haltbar?
Bei 22 ± 2°C unter ständiger Agitation
Maximal 5 Tage nach Herstellung
Um wie viel kann die Thrombozytenzahl durch die Gabe eines Pool-Thrombozytenkonzentrat angehoben werden?
Um ca. 30.000/µl
Wie müssen Thrombozytenkonzentrate gelagert werden und wie lange sind sie haltbar?
TK müssen bei 22 ± 2°C unter ständiger Bewegung gelagert werden
TK müssen maximal 5 Tage nach Herstellungsdatum verabreicht werden
Welche drei Empfehlungen existieren zur präoperativen Thrombozytentransfusion?
Vor kleineren Operationen und vorbestehender thrombozytärer Blutungssymptomatik oder bei Thrombozytenzahl ≤20.000/µl
Bei größeren Operationen und Eingriffen mit hohem Blutungsrisiko bei Thrombozytenzahl <50.000/µl
Bei operativen Eingriffen mit sehr hohem Blutungsrisiko bei Thrombozytenzahl <70.000/µl bis 100.000/µl
Was beinhaltet ein “Transfusionspaket” im Notfall?
4 EK 0(-)
2-4 FFP
1 TK
1-2g TXA
4g Fibrinogen
20ml Calcium-Glukonat 10%
2.000 IE PPSB
Welche Veränderungen passieren im Konservenblut in Abhängigkeit von der Lagerungsdauer?
Zunahme der Lactatkonzentration
Abfall der 2,3-Diphosphoglycerat(DPG)-Konzentraion (O2-Abgabe erschwert)
Austritt von Kalium, Lactatdehydrohenase und Hämoglobin
Morphologische Veränderungen der Erythrozyten
Bei welchen Indikationen dürfen EK aufgewärmt werden?
Massivtransfusion
Unterkühlte Patienten
Transfusion bei Neugeborenen
Patienten mit Kälteantikörpern
Welche Porengröße hat ein Tranfusionbesteck mit Standardfilter?
170 bis 230 µm
Welche Punkte muss der Arzt vor Tranfusion überprüfen?
Patientenidentität mit Daten auf dem Begleitschein ident?
Präparatnummer mit Nummer auf Begleitschein ident?
Blutgruppenbefund des Patienten mit Blutgruppe des Präparat identisch?
Optische Prüfung des Präparats
Verfallsdatum
Kreuzprobe noch gültig?
Was ist der Bedside-Test auch bei der Konserve durchzuführen?
Bei der Retranfusion von Eigenblut, da hier keine Kreuzprobe durchgeführt wird.
Wie lange darf ein Tranfusionsystem verwendet werden?
Maximal 6 Stunden
Was ist der Rhesusfaktor D und was ist diesbezüglich bei der Tranfusion zu beachten?
Ein sehr starkes Antigen. Rh+ Patienten besitzen dieses Merkmal, Rh- Patienten nicht
Nach der Tranfusion von Rh+ Blut auf einen Rh- Patienten bildet dieser zu 80% Antikörper gegen das Merkmal D. Bei erneuter Tranfusion von Rh+ Blut kann dies zu einer schweren Tranfusionsreaktion führen.
Was sind die relevantesten akuten unerwünschten Transfusionsreaktionen?
Febrile, nicht hämolytische Tranfusionsreaktion
Allergische Reaktion
Hämolytische Reaktion vom Soforttyp
Transfusionsreaktion durch bakterielle Kontamination
TRALI (Lungeninsuffizienz)
TACO (Hypervolämie)
Was sind relevante chronische unerwünschte Transfusionreaktionen?
Hämolytische Transfusionreaktion vom verzögerten Typ
Übertragen von HIV
Übertragung von HBV/HCV
Transfusionbedingte Immunmodulation
Immunisierung im Rhesussystem
Was sind die Kontraindikationen für die Verwendung einer MAT?
Operationen in infiziertem Gewebe
Bakterielle Kontamination (z. B. Darmoperationen)
Operationen im Bereich eines Malignoms
Wovon hängt die Indikation zur EK-Transfusion unter anderem ab?
Ursache, Dauer und Schweregrad der Anämie
Ausmaß und Geschwindigkeit des Blutverlustes
Kompensationsfähigkeit des Patienten
Vorerkrankungen
Intravasaler Volumenstatus
Klinische Symptome für eine anämische Hypoxie
Wie wird der maximal tolerable Blutverlust berechnet?
Blutvolumen x (Hb-Wert(Ausgang) - Hb-Wert(tolerierter Minimalert) / Hb-Wert(Ausgang)
Blutvolumen: Ca. 7% des Körpergewichts
Wie viel Prozent einer kristalloiden Lösung verlassen relativ schnell den Intravasalraum?
In welchem Verhältnis müssen Blutverluste ersetzt werden?
Ca. 80%
Ungefähr im Verhältnis 1:5
Was sind physiologische Tranfusionstrigger?
Tachykardie
Hypotension
Neu aufgetretene (ischämietypische) EKG-Veränderungen
Regionale myokardiale Kontraktionsstörungen
Indizien einer unzureichenden Sauerstoffversorgung
Lactatazidose
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