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Fragenkatalog

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by Mathis D.

12. Welche Verdauungsvorgänge (Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße) finden in den einzelnen Abschnitten des Verdauungstraktes bei monogastrischen Tieren und bei Wiederkäuern statt?

Monogastrier

  • Eiweiß:

    1. Magen: proteinspaltende Enzyme werden zunächst aktiviert; durch aktive Endopeptidase Pepsin -> Proteine bevorzugt an Stellen mit aromatischen AS gespalten; Salzsäure hilft bei Denaturierung der Eiweiße und unterstützt damit die Arbeit der Enzyme

    2. Dünndarm: weitere Zerlegung der Proteine zu kurzkettigen Peptiden und AS. Dabei sind die Proteasen Trypsin und Chymotrypsin und Peptidasen beteiligt. Danach Resorption der Endprodukte aus Darmlumen in die Dünndarmzelle (mittels spezifischer Transporter)


  • Kohlenhydrate

    1. Die Kohlenhydrate werden sowohl enzymatisch als auch mikrobiell verdaut.

    2. Als erstes findet die enzymatische Verdauung statt. Diese beginnt im Maul durch Speichel (a-Amylase). Im Magen übernehmen mikrobielle Enzyme die Verdauung. Im Dünndarm dient das Pankreassekret und die Dünndarmschleimhaut der Verdauung.

    3. Ab dem Dickdarm verläuft die Kohlenhydrat Verdauung dann bakteriell, durch die Enzyme.


  • Fette

    1. Ein Teil der Triglyceride wird durch die Zungengrundlipase und Magenlipase gespalten

    2. Der große Teil der Triglyceride wird im Dünndarm durch die Pankreaslipase (Bauchspeicheldrüse) gespalten und verdaut.

    3. Die Fettmoleküle müssen gleichmäßig verteilt werden, das passiert durch die Emulgierung mit Gallensäuren und anhand der Darmwand.


Wiederkäuer

  • Eiweiß

    1. Der Wiederkäuer kann Eiweiße durch körperfremde Enzyme im Pansen verdauen (70 – 85 %). Die weitere Verdauung findet im Labmagen und Darm statt, sie entspricht etwa dem Prozess der Monogastrier (15 – 30 %).

    2. Dir körperfremden Enzyme stammen von den Enzymen und setzen die Eiweiße zu Aminosäuren und zu NH3 um. Dabei entsteht CO2 und frei Fettsäuren.

    3. Die Aminosäuren und NH3 werden von den Mikroorganismen zur eigenen Proteinsynthese benutzt.

    4. Das nicht im Pansen abgebaute Protein (UDP) gelangt in den Labmagen und Dünndarm. Dort werden auch die Aminosäuren resorbiert.



  • Kohlenhydrate:

    1. Pansen: überwiegende Menge (ca. 70 %) an KH durch Mikroorganismen umgesetzt; Abbau der KH über Pyruvat zu Propionsäure, Essigsäure und Buttersäure (kurzen Fettsäuren) sowie CO2, CH4 und H2O. Dabei wird Wärme freigesetzt.

    2. Nicht im Pansen fermentierte Kohlenhydrate werden als Durchflussstärke beschrieben und im Dünndarm zu Glukose abgebaut à Blutzucker


  • Fette

    1. Durch lipogene Enzyme der Mikroorganismen wird im Pansen zum großen Teil die Triglyceride hydrolysiert/zerlegt. Das daraus resultierende Glycerin gelangt in den Stoffwechselweg der Kohlenhydrate. Die Fettsäuren werden nicht weiter abgebaut.

    2. Absorption der kurzkettigen Fettsäuren findet im Pansen statt und die der langkettigen Fettsäuren im Dünndarm.


14. Beschreiben Sie kurz die Proteinumsetzung im Pansen von Wiederkäuern und den Ruminohepatischen N-Kreislauf.

Proteinumsetzung:

  • Proteinverdauung überwiegend im Pansen durch die Enzyme der Mikroorganismen

  • Das Futter enthält neben den Proteinen auch NPN-Verbindungen.

  • Das Futterprotein (AS u. NPN) wird nach und nach durch die Enzyme zu Aminosäuren und weiter zu NH3 abgebaut

  • Das Kohlenstoffgerüst der Aminosäuren liefert beim Abbau CO2 und freie Fettsäuren

  • Die abgebauten Aminosäuren und das NH3 wird von den Mikroorganismen für die eigene Proteinsynthese genutzt

  • Durch Transaminierungsprozesse können Mikroorganismen N auf N-frei Moleküle übertragen à sie bauen Aminosäuren und Proteine selbst auf

  • Alternativ zum Proteinaufbau verwenden Mikroorganismen Aminosäuren und Peptide zur Energiequelle.

  • Bakterien und Protozoen im Pansen können aus NPN-Verbindungen alle Aminosäuren herstellen.



Ruminohepatischen N-Kreislauf:

  • Ist ein N-Kreislauf im Proteinstoffwechsel des Wiederkäuers (Pansen -Leber)

  • Kennzeichnend ist dafür der ökonomische N-Haushalt o Rücktransport des in der Leber gebildeten Harnstoffs in Pansen über Blut und Speichel

  • Wenn in der Ration < 13 % XP i. d. TM (XP-Unterversorgung) läuft folgendes ab:

    • Weniger Harnstoff mit Harn ausgeschieden

    • Harnstoff in dieser Situation vermehrt über Speichelflüssigkeit in Pansen oder diffundier direkt in den Pansen

    • Der erneute im Pansen angekommene Harnstoff wird durch die von den Mikroorganismen gebildeten Ureasen zu NH3 gespalten

      -> es entsteht eine neue N-Quelle für die Mikroorganismen


16. Was beschreiben die Parameter RNB und UDP? Begründen Sie kurz, wie hoch die RNB bei Wiederkäuerrationen sein soll. Welche dieser Futtermittel weisen einen hohen, welche einen niedrigen Gehalt an UDP auf?

Feuchte Grassilage, Sojaextraktionsschrot, Biertreber, Zuckerrübentrockenschnitzel, frisches Gras, Erbsen


RNB = ruminale Stickstoffbilanz

  • Gibt für ein Futter an, ob durch das entsprechende Futtermittel in der Milchkuhfütterung ein Stickstoff-Überschuss oder ein N-Mangel im Pansen vorliegt (Differenz N-Gehalt im XP d. Ration und N-Gehalt im nXP)

  • RNB für Bewertung Effizienz des mikrobiellen N-Umsatzes

  • Mengen an fehlendem N im Pansen sorgen für eine Beeinträchtigung der mikrobiellen Proteinsynthese

  • Zu große Mengen an verfügbaren N im Pansen führen zu Stoffwechselbelastung und Umweltbelastungen

  • Ziel: ausgeglichene RNB

  • RNB = (g Rohprotein - g nutzbares Protein) / 6,25

  • UDP = unabgebautes Protein (Durchflussprotein)

  • Anteil des Rohprotein im Futter, der bei Wiederkäuern im Pansen durch die Pansenmikroben nicht abgebaut wird und damit direkt als Proteinquelle im Dünndarm zur Verfügung steht. Auch als „Durchflussprotein“ bezeichnet

  • UDP = 100%− Abbaubarkeit des Futterprotein in %


    nXP = nutzbares Rohprotein am Dünndarm §

  • Menge an Rohprotein, die das Futter für Milchkühe im Dünndarm liefern kann

  • nXP = Bakterienproteinmenge + unabgebautes Futterprotein(UDP)


  • Niedriger UDP-Gehalt: Feuchte Grassilage, Frisches Gras, Erbsen

  • Hoher UDP-Gehalt: Rapsextraktionsschrot, Biertreber, Zuckerrübentrockenschnitzel


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Mathis D.

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