1. Erläutern Sie kurz die verschiedenen Stoffgruppen eines Futtermittels, ausgehend von dessen Frischmasse. Eine Skizze wäre hierfür hilfreich.
2. Was versteht man unter NfE (Begriff und Zusammensetzung)? Wie wird die NfE berechnet?
N-freie Extraktstoffe bilden zusammen mit Rohfaser (XF) die Rohkohlenhydrate (Rohlipide).
-> Zucker, Stärke, Glykogen, Inulin, Hemizellulosne, Pektine, lösliche Anteile von Zellulose u. Pentosanen, Lignin
-> NfE = 1000 – Rohasche (XA) – Rohprotein (XP) – Rohfett (XL) – Rohfaser (XF) (g/kg Trockenmasse)
3. Welches ist der größte Kritikpunkt der WEENDER-Futtermittelanalyse? Wie/Wodurch kann man diesen beheben?
Nur Stoffgruppen erfasst, die in ihrer chemischen Zusammensetzung und ihrem ernährungsphysiologischen Wert (heterogenem Charakter) für das Tier nicht einheitlich sind -> v.a. Rohkohlenhydrate weisen unterschiedliche Verdaulichkeit auf
Untergliederung der Kohlenhydrate in NfE und Rohfaser
XF-Bestimmung erfasst nur einen Anteil der pflanzlichen Gerüstsubstanzen (bei Stoh z.B. ca. 50%), der andere – lösliche – Teil kommt zur NfE-Fraktion
Unschärfe – man kann nicht direkt sagen, ob XF oder NfE gut oder schlecht verdaulich sind
->Mögliche Analysefehler summieren sich in der rechnerisch erfassten NfE-Fraktion
Also: erweiterte Futtermittelanalyse nach van Soest:
4. Welche Aufgaben/Funktionen haben die organischen Stoffgruppen im Tierkörper?
Kohlenhydrate
- Wichtige Energiequelle
- Spezifische Funktionen als organische Grundbausteine
Fett
- Einfache Lipide als Speicherfunktion -> Energiegewinnung, Wärmeisolierung, Schutz empfindlicher Organe
- Komplexe Lipide als Membranbestandteile für Signalweiterleitung
Eiweiß
- Enzyme (katalysieren Stoffumsetzungen)
- Regulatoren (Hormone, z.B. Wachstumshormone, Insulin)
- Stütz- und Schutzfunktion (organische Substanz von Knochen, Bindegewebe, Haut, Haare, Federn, Wolle)
- Kontraktile Funktionen (Muskeln)
- Abwehrfunktion (Immunkörper)
- Transportfunktion (Hämoglobin)
5. Was beschreiben die einzelnen Kennzahlen zur Charakterisierung von Fetten?
a) Schmelzpunkt: Maß für Härte eines Fettes; bei Zimmertemperatur alle gesättigten FS bis C8 und ungesättigte FS flüssig
b) Jodzahl: Maß für Anzahl der Doppelbindungen und damit für Gehalt an ungesättigten FS
c) Verseifungszahl: Maß für das mittlere Kettenlänge (Molekulargewicht) der Fettsäuren
d) Säurezahl: Maß für Gehalt an freien FS
e) Aldehydzahl: Maß für Gehalt an Aldehyden im Fett
f) Peroxidzahl: Maßstab für Oxidationsstatus/Verderb des Fettes (Freisetzung von Jod aus Kaliumjodid)
5.1 Welche speziellen Funktionen haben Fette?
1. Reservestoff/Energiegewinnung
2. Wärmeisolierung
3. Schutz empfindlicher Organe
4. Speicherung/Träger von fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K)
5. am Aufbau von Zellmembran (Glyko- und Phospholipide) und Hormonen (Prostaglandine) beteiligt
6. Wie werden die Kohlenhydrate (ihrer chemischen Zusammensetzung nach) eingeteilt? Nennen Sie bitte 2 Beispiele aus der jeweiligen Gruppe.
1.) Monosaccharide = Einfachzucker (-ose)
- Pentosen
- Hexosen (Fruchtzucker – am meisten vertreten)
2.) Oligosaccharide = Mehrfachzucker (-sacchardie)
- Disaccharide
- Trisaccharide
3.) Polysaccharide = Vielfachzucker (-sane)
- Pentosane
- Hexosane
4.) Heteropolysaccharide
- Hemizellulose
- Pektine
- Lignin
7. Wie wird der Blutzuckerspiegel reguliert und welche weiteren Vorgänge sind damit im Körper verbunden?
Blutzucker = Glukose (Einfachzucker)
Blutzuckerspiegel (Menge an Glukose im Blut) muss konstant gehalten werden für einen ungestörten Ablauf der Körperfunktionen
Mensch: 70 – 100 mg/100 ml Wiederkäuer: 50 mg/100 ml
Weicht Blutzuckerspiegel vom Optimalwert ab, schüttet Bauchspeicheldrüse Hormone aus: §
Blutzuckerspiegel zu hoch: Ausschüttung von Insulin für Absenkung -> Körperzellen können mehr Glukose aufnehmen, Leber speichert Glukose als Glykogen
Blutzuckerspiegel zu niedrig: Ausschüttung von Glukagon (Gegenspieler von Insulin) für Erhöhung -> Glukagon bringt die Leber dazu, das gespeicherte Glykogen in Glukose zu zerlegen und in das Blut abzugeben
8. Zu welchen chemischen Verbindungen werden die Kohlenhydrate im Vormagensystem des Wiederkäuers abgebaut?
Abbau der KH über Pyruvat zu Propionsäure, Essigsäure und Buttersäure sowie zu Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und H2O. Bei der Fermentation wird Wärme freigesetzt.
9. Was ist das Kennzeichen von Aminosäuren (AS)?
Kennzeichnend für Aminosäuren sind das Vorhandensein einer Aminogruppe (-NH2) und einer Carboxylgruppe (-COOH) Allgemeine Struktur einer AS:
Aminosäuren können nicht gespeichert werden
10. Nach ernährungsphysiologischen Aspekten werden AS in 3 Gruppen unterteilt. Welche sind das und wodurch zeichnen sich diese aus? Nennen Sie 5 AS der bedeutsamsten dieser 3 Gruppen.
Essenzielle AS: sind unentbehrlich und können nicht im Organismus synthetisiert werden (müssen Organismus in der gesamten erforderlichen Menge im Futter zugeführt oder mikrobielle verfügbar gemacht werden); 9 essenzielle AS bekannt
- Lysin, Methionin, Tryptophan, Threonin, Valin
Semiessenzielle AS: können zwar prinzipiell vom Organismus synthetisiert werden, aber nicht in bedarfsdeckenden Mengen
- Alanin, Glycin, Prolin, Serin
nicht-essenzielle AS: kann der Organismus auf verschiedenen Wegen im Stoffwechsel selber synthetisieren; dafür ausreichend Kohlenhydrate und geeignete Stickstoffverbindungen benötigt
- Arginin, Glutamin, Cystein, Tyrosin
11. Was wird unter NPN verstanden? Nennen Sie 3 Vertreter dieser Gruppe. Welche Konsequenz ergibt sich daraus für die Fütterung von monogastrischen Tieren und Wiederkäuern?
NPN-Verbindungen = Nicht-Protein-Stickstoff
Stickstoffhaltige Verbindungen nichteiweißartiger Natur (keine Peptidbindungen -> strukturelle Eigenschaft eines Proteins fehlen)
Vertreter: Alkaloide, Amide, Ammoniumsalze, Betain, Cholin, Nitrat, Nitrit, Purine, Pyrimidine (- freie AS)
Monogastrische Tiere können von NPN-Verbindungen nur freie AS und deren Amide umsetzen. Grund: für Verwertung der NPN-Verbindungen Mikroorganismen notwendig
Für Wiederkäuer NPN-Verbindungen gewisser ernährungsphysiologischer Wert
12. Welche Verdauungsvorgänge (Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße) finden in den einzelnen Abschnitten des Verdauungstraktes bei monogastrischen Tieren und bei Wiederkäuern statt?
Monogastrier
Eiweiß:
Magen: proteinspaltende Enzyme werden zunächst aktiviert; durch aktive Endopeptidase Pepsin -> Proteine bevorzugt an Stellen mit aromatischen AS gespalten; Salzsäure hilft bei Denaturierung der Eiweiße und unterstützt damit die Arbeit der Enzyme
Dünndarm: weitere Zerlegung der Proteine zu kurzkettigen Peptiden und AS. Dabei sind die Proteasen Trypsin und Chymotrypsin und Peptidasen beteiligt. Danach Resorption der Endprodukte aus Darmlumen in die Dünndarmzelle (mittels spezifischer Transporter)
Die Kohlenhydrate werden sowohl enzymatisch als auch mikrobiell verdaut.
Als erstes findet die enzymatische Verdauung statt. Diese beginnt im Maul durch Speichel (a-Amylase). Im Magen übernehmen mikrobielle Enzyme die Verdauung. Im Dünndarm dient das Pankreassekret und die Dünndarmschleimhaut der Verdauung.
Ab dem Dickdarm verläuft die Kohlenhydrat Verdauung dann bakteriell, durch die Enzyme.
Fette
Ein Teil der Triglyceride wird durch die Zungengrundlipase und Magenlipase gespalten
Der große Teil der Triglyceride wird im Dünndarm durch die Pankreaslipase (Bauchspeicheldrüse) gespalten und verdaut.
Die Fettmoleküle müssen gleichmäßig verteilt werden, das passiert durch die Emulgierung mit Gallensäuren und anhand der Darmwand.
Wiederkäuer
Der Wiederkäuer kann Eiweiße durch körperfremde Enzyme im Pansen verdauen (70 – 85 %). Die weitere Verdauung findet im Labmagen und Darm statt, sie entspricht etwa dem Prozess der Monogastrier (15 – 30 %).
Dir körperfremden Enzyme stammen von den Enzymen und setzen die Eiweiße zu Aminosäuren und zu NH3 um. Dabei entsteht CO2 und frei Fettsäuren.
Die Aminosäuren und NH3 werden von den Mikroorganismen zur eigenen Proteinsynthese benutzt.
Das nicht im Pansen abgebaute Protein (UDP) gelangt in den Labmagen und Dünndarm. Dort werden auch die Aminosäuren resorbiert.
Kohlenhydrate:
Pansen: überwiegende Menge (ca. 70 %) an KH durch Mikroorganismen umgesetzt; Abbau der KH über Pyruvat zu Propionsäure, Essigsäure und Buttersäure (kurzen Fettsäuren) sowie CO2, CH4 und H2O. Dabei wird Wärme freigesetzt.
Nicht im Pansen fermentierte Kohlenhydrate werden als Durchflussstärke beschrieben und im Dünndarm zu Glukose abgebaut à Blutzucker
Durch lipogene Enzyme der Mikroorganismen wird im Pansen zum großen Teil die Triglyceride hydrolysiert/zerlegt. Das daraus resultierende Glycerin gelangt in den Stoffwechselweg der Kohlenhydrate. Die Fettsäuren werden nicht weiter abgebaut.
Absorption der kurzkettigen Fettsäuren findet im Pansen statt und die der langkettigen Fettsäuren im Dünndarm.
13. Charakterisieren Sie die folgenden Rationstypen (für Wiederkäuer) bzgl. ihrer Auswirkungen auf die Pansenvorgänge (speziell Pansen-pH-Wert, Abbaugeschwindigkeit im Pansen, Verhältnis von Essigsäure:Propion- +Buttersäure).
Stärkereich
Zuckerreich
Zellulosereich
14. Beschreiben Sie kurz die Proteinumsetzung im Pansen von Wiederkäuern und den Ruminohepatischen N-Kreislauf.
Proteinumsetzung:
Proteinverdauung überwiegend im Pansen durch die Enzyme der Mikroorganismen
Das Futter enthält neben den Proteinen auch NPN-Verbindungen.
Das Futterprotein (AS u. NPN) wird nach und nach durch die Enzyme zu Aminosäuren und weiter zu NH3 abgebaut
Das Kohlenstoffgerüst der Aminosäuren liefert beim Abbau CO2 und freie Fettsäuren
Die abgebauten Aminosäuren und das NH3 wird von den Mikroorganismen für die eigene Proteinsynthese genutzt
Durch Transaminierungsprozesse können Mikroorganismen N auf N-frei Moleküle übertragen à sie bauen Aminosäuren und Proteine selbst auf
Alternativ zum Proteinaufbau verwenden Mikroorganismen Aminosäuren und Peptide zur Energiequelle.
Bakterien und Protozoen im Pansen können aus NPN-Verbindungen alle Aminosäuren herstellen.
Ruminohepatischen N-Kreislauf:
Ist ein N-Kreislauf im Proteinstoffwechsel des Wiederkäuers (Pansen -Leber)
Kennzeichnend ist dafür der ökonomische N-Haushalt o Rücktransport des in der Leber gebildeten Harnstoffs in Pansen über Blut und Speichel
Wenn in der Ration < 13 % XP i. d. TM (XP-Unterversorgung) läuft folgendes ab:
Weniger Harnstoff mit Harn ausgeschieden
Harnstoff in dieser Situation vermehrt über Speichelflüssigkeit in Pansen oder diffundier direkt in den Pansen
Der erneute im Pansen angekommene Harnstoff wird durch die von den Mikroorganismen gebildeten Ureasen zu NH3 gespalten
-> es entsteht eine neue N-Quelle für die Mikroorganismen
15. Welche Ausgangsprodukte werden für die mikrobielle Proteinsynthese benötigt?
Mikroorganismen benötigen:
Stickstoff (N)
Energie (aus Abbau von Kohlenhydraten)
Schwefel und andere Minerale und Vitamine
16. Was beschreiben die Parameter RNB und UDP? Begründen Sie kurz, wie hoch die RNB bei Wiederkäuerrationen sein soll. Welche dieser Futtermittel weisen einen hohen, welche einen niedrigen Gehalt an UDP auf?
Feuchte Grassilage, Sojaextraktionsschrot, Biertreber, Zuckerrübentrockenschnitzel, frisches Gras, Erbsen
RNB = ruminale Stickstoffbilanz
Gibt für ein Futter an, ob durch das entsprechende Futtermittel in der Milchkuhfütterung ein Stickstoff-Überschuss oder ein N-Mangel im Pansen vorliegt (Differenz N-Gehalt im XP d. Ration und N-Gehalt im nXP)
RNB für Bewertung Effizienz des mikrobiellen N-Umsatzes
Mengen an fehlendem N im Pansen sorgen für eine Beeinträchtigung der mikrobiellen Proteinsynthese
Zu große Mengen an verfügbaren N im Pansen führen zu Stoffwechselbelastung und Umweltbelastungen
Ziel: ausgeglichene RNB
RNB = (g Rohprotein - g nutzbares Protein) / 6,25
UDP = unabgebautes Protein (Durchflussprotein)
Anteil des Rohprotein im Futter, der bei Wiederkäuern im Pansen durch die Pansenmikroben nicht abgebaut wird und damit direkt als Proteinquelle im Dünndarm zur Verfügung steht. Auch als „Durchflussprotein“ bezeichnet
UDP = 100%− Abbaubarkeit des Futterprotein in %
nXP = nutzbares Rohprotein am Dünndarm §
Menge an Rohprotein, die das Futter für Milchkühe im Dünndarm liefern kann
nXP = Bakterienproteinmenge + unabgebautes Futterprotein(UDP)
Niedriger UDP-Gehalt: Feuchte Grassilage, Frisches Gras, Erbsen
Hoher UDP-Gehalt: Rapsextraktionsschrot, Biertreber, Zuckerrübentrockenschnitzel
17. Was bedeutet „praecaecale Verdaulichkeit“. Wodurch unterscheidet sich diese von der „scheinbaren Verdaulichkeit“, z.B. bei den Aminosäuren? Bei welchen Tierarten erfolgt die bedarfsdeckende Versorgung auf der Basis der pcv Aminosäuren?
18. Aus welchem Grund orientieren sich die von der GfE (2023) verabschiedeten neuen Versorgungsempfehlungen für Milchkühe bzgl. der Eiweißversorgung nicht mehr am nXP, sondern am dünndarmverdaulichen Protein (small intenstinal digestible Cruh Protein, sidP) bzw. welches war der größte Kritikpunkt bei der Bewertung auf Basis des nXP?
19. Nennen Sie Folgen von Eiweißmangel und Eiweißüberschuss.
Eiweißmangel
Leistungseinbußen
Eiweißüberschuss
vermehrter Abbau von Eiweiß zur Energiegewinnung
Entgiftung der Abbauprodukte in Leber und Nieren (Tiere vertragen vorübergehende Eiweißversorgung relativ gut)
vermehrte N-Ausscheidung (Umwelt), stoffbelastend, Kosten
20. Wofür wird die in den mit dem Futter aufgenommenen Nährstoffen enthaltene Energie vom Tier genutzt?
Aufrechterhaltung der Körperfunktionen (-> Erhaltungsumsatz)
Leistung von Arbeit bzw. Aufbau von Produkten (-> Leistungsumsatz)
21. Was beschreiben der Grundumsatz, der Erhaltungsumsatz und der Leistungsumsatz?
Rein mechanische Energie für Herztätigkeit, Kreislauf, …
Energie für notwendige biochemische Reaktionen der Umsatzvorgänge
Grundsatz-Energie wird aus KH oder aus Fett gewonnen
Grundumsatzmessungen an Tieren nähern sich dem eigentlichen Erhaltungsumsatz
Notwendige Energiemenge für Leistungsbereitschaft (Kau- und Verdauungstätigkeit, notwendige Bewegung für Gesundhaltung) • Erhaltung lebensnotwendiger Prozesse
Wenn Nährstoff-Zufuhr größer als zur Deckung des Erhaltungsbedarfs notwendig
Umsatz: Produkte (z.B. Milch, Eier)
22. Warum ist der Grundumsatz nicht proportional zur Körpermasse? Welche Bezugsgröße wird beim Grundumsatz und auch beim Erhaltungsbedarf daher gewählt?
Großer Einfluss Muskelmasse auf Grundumsatzhöhe : Kleiner Vogel höherer prozentualer Muskelanteil in seiner LM als Schwein
Hormonelle Einflüsse: V.a. Schilddrüsenfunktion; je höher Thyroxinproduktion, umso höher GU
Nebennierenrindenfunktion:
- GU erniedrigt bei Nebennierenrindenausfall è Kleinere Tiere stoffwechselaktiver -> höherer Energie-Umsatz je Masseeinheit
- Daher als Bezugsbasis „kg “hoch”0,75“ (metabolische Körpermasse) wählen, da diese die Unterschiede zwischen Tierarten ausgleicht -> LM eines schweren Tieres wird nach unten korrigiert
23. Wieviel Kilogramm (Frischmasse) der folgenden Futtermittel müsste eine 650 kg schwere Kuh aufnehmen, um ihren Erhaltungsbedarf von 37,7 MJ NEL vollständig zu decken?
Grassilage: 6,5 MJ NEL; 35 % TM
Rechenweg: 37,7 : 6,5 = 5,8 kg TM : 0,35 (TS) = 16,57 kg FM
24.Wieviel kg Körpermasse muss die Milchkuh mobilisieren, um in der Frühlaktation …32… kg Milch zu erzeugen, wenn sie …14… kg TM mit einem durchschnittlichen Energiegehalt von …7,2… MJ NEL/kg TM frisst?
1 Kg Körpermasse bringt 21 MJ NEL
25. Auf welche unterschiedliche Weise kann die Verdaulichkeit von Futtermitteln bestimmt werden?
Tiere benötigt
Bilanzmethode (Sammeltechnik; = klassische Methode)
Indikatormethode
in sacco-Methoden („aufschraubbare Tiere“)
Tiere nicht benötigt
in vitro-Methoden
a. Gasbildung
b. ELOS-Wert
26. Welche Vor- und welche Nachteile hat der klassische Verdauungsversuch?
Vorteile:
- genau
- Widerspiegelung der tatsächlichen Verhältnisse
Nachteile
- Futteraufnahme u. Kotausscheidungen über längeren Zeitraum exakt (verlustfrei!) erfassen
- viele Futtermittel nicht allein verfütterbar
- sehr zeit-, arbeitsaufwendig, kostenintensiv
- Tiere in Bewegung eingeschränkt!
27. Wodurch unterscheidet sich die wahre von der scheinbaren Verdaulichkeit (VQ)? Welche der beiden ist höher und warum?
Scheinbare Verdaulichkeit
-Differenz zwischen Nährstoff-Menge des Futters und Nährstoff-Menge des Kotes
-Fehlinterpretationen, weil Nährstoff-Anteil endogener Herkunft als nicht resorbierter Nährstoff-Anteil aus dem Futter betrachtet wird
Wahre Verdaulichkeit
-Kot-Nährstoff-Ausscheidung um endogenen Anteil korrigiert („Scheinbare“ Verdaulichkeit wird korrigiert)
-Bei Nicht-Berücksichtigung der endogenen Verluste -> Unterschätzung der tatsächlichen (wahren) Verdaulichkeit
Die scheinbare Verdaulichkeit ist niedriger als die wahre Verdaulichkeit. Unterschiede vor allem bei Proteinen und Mineralstoffen, da hier viele Substanzen endogenen Ursprungs sind
28. Berechnung einer scheinbaren und wahren VQ anhand eines konkreten Beispiels.
29. Berechnung der täglich anfallenden Kotmenge einer Kuh anhand einer konkret vorgegebenen Futteraufnahmemenge, der VQ und des TM-Gehaltes im Kot.
30. Nennen und begründen sie 4 Einflussfaktoren auf die VQ.
1.) Tierart und Tierkategorie
Größte Unterschiede zwischen Tierarten bei VXF: Wiederkäuer > Pferd > Schwein > Huhn § Rasse, Alter, Trächtigkeit kaum Einfluss
Ausnahme: Ältere Schweine haben besseres Verdauungsvermögen als Ferkel Kalb, Lamm: geringere Raufutterverwertung
2.) Futtermenge
Abhängigkeit zwischen Futtermenge und Verdaulichkeit
Rind: ausgeprägt: steigende Nährstoffzufuhr -> abnehmende Verdaulichkeit
Schwein: kein/geringer Einfluss
3.) Rationszusammensetzung
Streng genommen kann jedes Futtermittel oder jeder Pflanzeninhaltsstoff die Verdaulichkeit eines anderen Futtermittels oder Nährstoffs beeinflussen
4.) Zubereitung der Futtermittel
Mahlen oder quetschen Getreide -> kann Verdaulichkeit verbessern
Thermische Behandlung von Sojaex.-schrot verbessert VXP
Dämpfen: bei Monogaster für Kartoffeln erforderlich
31. Erklären Sie die Bilanzstufen des Energiestoffwechsels. Welcher Maßstab (Kennzahl) wird für die Energiebewertung bei den Tierarten Rind, Schaf, Ziege (Aufzucht, Mast, Laktation), Schwein, Geflügel und Pferde angewandt? In welcher Einheit wird die Energie angegeben?
32. Rationsberechnung anhand vorgegebener Futtermittel und Einsatzmengen dieser
33. Berechnung der möglichen Milchleistung aus entsprechend vorgegebener TM Aufnahme einer bestimmten Gras- und Maissilage und Berechnung der notwendigen Kraftfuttermenge (für ein vorgegebenes Kraftfutter) für eine bestimmte Milchleistung.
34. Wasserversorgung: Welche Faktoren beeinflussen den Wasserbedarf von landwirtschaftlichen Nutztieren? Mit welcher mittleren Wasseraufnahmemenge ist bei laktierenden Milchkühen, bei ferkelführenden Zuchtsauen, bei Schweinen in der Endmast zu rechnen?
35. Welche Strategien bzw. Optionen zur Methanreduktion in der Wiederkäuerfütterung werden derzeit diskutiert?
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