Kapseln Definition
Kapseln sind feste normalerweise einzeldosierte Zubereitungen von unterschiedlicher Form und Größe mit harten oder weichen Hüllen. kapseln sind in der Regel zum einnehmen bestimmt. die Kapselhüllen können aus Gelatine oder anderen Substanzen bestehen und zusätzliche Substanzen wie Glycerol oder Sorbitol beinhalten. auch Hilfsstoffe wie Konservierungsmittel Lichtundurchlässigkeit vermittelnde Füllstoffe, Süßungsmittel oder Oberflächen aktive Substanzen können zugesetzt sein. Der Inhalt einer Kapsel kann fest flüssig oder Pastenartig sein. Eine Kapsel kann einen oder mehrere Wirkstoffe und ein oder mehrere Hilfsstoffe enthalten.
Womit sind Hart Kapseln gefüllt?
Feste Füllungen (flüssige auch möglich)
Womit sind weichkapseln befüllt
Flüssige oder pastenartige Füllungen
Wo sind weichmacher vorhanden
Weichkapslen 20-30%
Woraus können Kapselhüllen bestehen
Gelatine, Stärke, Pullulan, Hypromellose HPMC
Was ist HPMC und die Verwendung
Hydroxypropylmethylcellulose, derivat der Cellulose
Verwendung: Filmbildner, Verdickungsmittel, Hartkapsellhüllen, Viskositätserhöher, Einbettungsmaterial,
Was sind die Bestandteile von Hartkapseln
Gelatine, Sorbitol, Glycerol, Oberflächenaktive Stoffe, Pigmente, Farbstoffe, Konservierung, Süßungsmittel
Gelatine V
Hüllmaterial
Sorbitol V
Weichmacher
Glycerol V
Konsistenzgeber
Oberflächenaktive Stoffe V
Erhöhung der Benetzbarkeit
Pigmente V
Farbgebung und Lichtschutz
Konservierung V
Schutz vor mikrobiellen Befall
Süßungsmittel
Geschmackskorrigens
Welche Füllmittel gibt es
Mannitol, Lactose-Monohydrat, Mikrokristalline Cellulose, Glucose, Saccharose, Maisstärke
Welche Fließregulierumgsmittel gibt es
Hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat
Welche Standardfüllmittel gibt es
99,5% Mannitol, 0,5% Aerosil
Herstellungstechniken für Pulvermischungen
Gravimetrische Methode zur Ansatzmengenfeststellung
Volumenergänzungsmethode
Kalibriermezhode zur volumertischen Ansatzmenegmfeststellung (Messzylindermethode)
Modifikation als Lösemethode
Herstellungstechniken für Schmelzen
Lipophile Schmelze
Hydrophile Schmelze
Wirkstoff bzw. Konzentrat aus Wirkstoff und Füllmittel wird auf die in einem Kapselfüllgerät fixierten Kapselunterteile verteilt
Unterteile werden mit Füllmittel aufgefüllt und geringfügig überfüllt
Inhalt aller Kapselunterteile wird in eine Fantaschale überführt, sorgfältig gemischt und wider gleichmäßig auf die Kapselunterteile verteilt
1. Einstellung einer definierten Schüttdichte des Füllmittels oder Verwendung
eines standardisierten Füllmittels (z.B. Mannitol/Siliciumdioxid-Füllmittel
nach Vorschrift S. 38 NRF)
2. Ggf. Vorverreibung der Wirkstoff-Rezeptursubstanz, falls diese nicht
mikrofein oder sehr fein gepulvert ist
3. Getrennte Wägung von Wirkstoff und Füllmittel
4. Vorlegen des Füllmittels in einer dem höchstens Einhundertfachen der
Wirkstoffmenge entsprechenden Menge in einer glatte Schale
5. Zugabe des Wirkstoffes unter Rückwägung der Wägeunterlage als
Inprozesskontrolle
6. Mischung unter mindestens dreimaligem Wechsel von Verrühren und
Abschaben
7. Ergänzung des restlichen Füllmittels insgesamt oder (selten) bei Bedarf in
mehreren Portionen jeweils unter mindestens dreimaligem Wechsel von
Verrühren und Abschaben
8. Gleichmäßig plane Befüllung der Kapselunterteile ohne Druck, wobei ein
Überstand an Pulver verbleiben soll, der gleichmäßig auf dem Kapselbrett
verteilt wird
9. Leichte Erschütterung des Kapselfüllgerätes (Aufklopfen auf die
Arbeitsplatte), sodass sich das Pulver in den Kapselunterteilen leicht
absenkt
10. Gleichmäßiges Einstreichen des Pulverüberstandes in die Kapsel-unterteile
11. (Die letzten beiden Schritte werden ggf. mehrfach wechselweise wiederholt)
Kalibriermethode zur volumetrischen Ansatzmengenfeststellung
(Messzylindermethode)
• Unerlässlich in Fällen der Verwendung von nicht standardisierten Füllmitteln, bei aus gepulverten Fertigarzneimittel-Tabletten herzustellenden Kapseln sowie bei hohem Wirkstoffanteil
• Vorgehen
1. Füllmittel wird in einer Fantaschale unter mehrmaligem Abschaben verrührt
2. Anzahl der Unterteile der Kapselhüllen wird mit Füllmittel gefüllt
3. Kapselunterseiten werden vollständig entleert (Kapselfüllgerät dient zur Arretierung der Kapselunterseiten)
Pulver wird in einen Messzylinder erschütterungsfrei überführt (Volumen des Messzylinders sollte nicht größer als das 2,5-fache Gesamtfüllvolumen sein)
→ Volumen des Füllmittels ist das Kalibriervolumen
• Berechnung des Kalibriervolumens
VK = x ∙ Vnominal
VK Kalibriervolumen
x Kapselanzahl
Vnominal Nennvolumen einer Kapsel
Füllung von Kapseln mit flüssigen und pastösen Füllgütern Thixocap-Verfahren
– Füllgut durch Zusatz von Hilfsstoffen zu thixotropem Füllgut führen
– Unter Rühren für exakte Dosierung durch verflüssigte Masse möglich
Füllung von Kapseln mit flüssigen und pastösen Füllgütern Thermocap-Verfahren
Geschmolzenes Füllgut wird in Kapseln dosiert und erstarrt
anschließend
LEMS (liquid encapsulation and microspray sealing)-Verfahren
– Versiegelung der Kapselhülle nach Befüllen verhindert Herausfließen
der flüssigen Füllgüter
Herstellungstechniken beim Füllen mit Schmelzen -
Grundlegendes
• Produktion
– Kapseln öffnen, Unterteile fixieren
– Schmelze herstellen, Arzneistoff einarbeiten (10 % Überschuss
einplanen)
– Schmelze anteilig in Einmalspritze überführen
– Kapselunterteile vollständig füllen (Unterteil der Gr. 1 fasst etwa 0,5 ml)
– Volumenkontraktion beim Erkalten nicht auffüllen
– Kapseln vollständig verschließen und adäquat verpacken
Füllung mit lipophilen Schmelzen
• Lösen des Wirkstoffes in geschmolzenem Füllstoff (meistens halbfestes Hartfett → Softisan®)
• Lösung wird mit Spritze in Kapselunterseite gefüllt
• Überschuss von 10 % muss eingerechnet werden
• Berechnung der erforderlichen Menge an Füllstoff erfolgt nach dem
Verdrängungsfaktorverfahren
Füllung mit hydrophilen Schmelzen
• Füllung mit hydrophilen Substanzen im geschmolzenen Zustand (z.B.
Macrogol 4000 → Schmelzbereich 56-60 °C)
• Wirkstoff wird in geschmolzenen Füllstoff gelöst → Überführung in die
Kapseln durch Verwendung eine Spritze
• Verfahren nur für standardisierte Rezepturvorschriften (wenig verbreitet)
Packmittel
Weithalsgläser aus braunglas, Kruken
Inprozesskontrollen
• Prüfung auf vollständige Befüllung der Kapseln
• Prüfung auf Masseneinheitlichkeit
• Prüfung auf Masseverlust
• Prüfung auf Richtigkeit der Masse
• Visuelle Beurteilung durch Mischung mit Farbstoff
Prüfung auf vollständige Befüllung der Kapseln
• Visuelle Kontrolle der vollständigen Befüllung der Kapselunterseiten
• Kapseln müssen vollständig verschlossen sein
• Kapseln dürfen nicht verformt sein
• Außenwände der Kapsel muss frei von anhaftendem Pulverpartikeln sein
Prüfung auf Masseneinheitlichkeit
• Ermittlung der durchschnittlichen Masse der Kapselhüllen
• Wägung von (meist) 10 gefüllten Kapseln
• Ermittlung der Nettomasse (muss annähernd der Nennfüllmasse des
Kapselinhaltes entsprechen)
• Bestimmung der relativen Standardabweichung (srel)
Relative Standardabweichung < 5 %
Prüfung auf Masseverlust
• Prüfung bei Herstellung nach Masse erforderlich
• Prüfung dient zur Ermittlung der verlorenen gegangenen Masse von der Einwaage bis zu den befüllten Kapseln
Prüfung auf Richtigkeit der Masse
• Herstellung der Kapseln wird nach Masse durchgeführt
• Ermittelte mittlere Masse des Kapselinhalts muss annährend der
Nennfüllmasse des Kapselinhalts entsprechen
Prüfung von Kapseln
• Gleichförmigkeit einzeldosierter Arzneiformen
• (Gleichförmigkeit der Masse)
• (Gleichförmigkeit des Gehaltes)
• Wirkstofffreisetzung
• Zerfallszeit
Zerfallszeit
Anforderungen
– Durchführung mit sechs Tabletten oder Kapseln
Durchführung
– Gestell mit sechs
Prüfröhrchen taucht in
eine auf 36-38 °C thermo-
statisierte Prüflösung
– Durchführen einer definierten Auf- und Ab- Bewegung
Zerfallsprüfgerät
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