Erläutern Sie kurz den Begriff der Bezugsgröße und deren Funktion im Rahmen der Kostenplanung. (4Punkte)
Die Bezugsgröße ist eine Maßgröße zur Abbildung des Beschäftigungsniveaus einer Kostenstelle.
Sie gibt an, in welchem Umfang eine Kostenstelle in einer Periode beansprucht wird, z.B. in Maschinenstunden.
Im Rahmen der Kostenplanung dient die Bezugsgröße als Grundlage zur Planung der variablen Kosten in Abhängigkeit von der Beschäftigung.
Dadurch wird eine verursachungsgerechte Planung und Verrechnung der Gemeinkosten ermöglicht.
Definieren Sie den Bezugsgrößenkoeffizienten und zeigen Sie am Beispiel des Fertigungsbereichs auf, wie anhand der Produktionsmenge und des Bezugsgrößenkoeffizienten die Bezugsgrößenmenge zu planen ist. (6Punkte)
Der Bezugsgrößenkoeffizient gibt an, wie viele Einheiten der Bezugsgröße pro Produkteinheit benötigt werden, z.B. Maschinenstunden pro Stück.
Er dient dazu, aus der geplanten Produktionsmenge die Planbezugsgrößenmenge zu ermitteln.
Im Fertigungsbereich ergibt sich die Planbezugsgrößenmenge, indem die Produktionsmenge mit dem Bezugsgrößenkoeffizienten multipliziert wird.
Beispiel: Es sollen 100 Stück produziert werden. Der Bezugsgrößenkoeffizient beträgt 2 Maschinenstunden pro Stück.
Die Planbezugsgrößenmenge beträgt daher 100 × 2 = 200 Maschinenstunden.
Nennen Sie zwei Unterschiede, die das Verfahren der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung auf Vollkostenbasis gegenüber der Verfahrensweise auf Teilkostenbasis aufweist. (2Punkte)
Bei der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung auf Vollkostenbasis werden sowohl fixe als auch variable Kosten auf die empfangenden Kostenstellen verrechnet, während bei der Teilkostenbasis nur die variablen (proportionalen) Kosten verrechnet werden. Außerdem dienen Verrechnungspreise auf Vollkostenbasis der vollständigen Kostendeckung, während Verrechnungspreise auf Teilkostenbasis vor allem für kurzfristige Entscheidungen und die Deckungsbeitragsrechnung geeignet sind.
Beschreiben Sie allgemein den Prozess der Planung von Gemeinkosten in der Grenzplankostenrechnung. (6Punkte)
Zunächst wird die Kostenstelle abgegrenzt und eine geeignete Bezugsgröße festgelegt (z.B. Maschinenstunden).
Danach wird die Planbezugsgrößenmenge als geplante Beschäftigung ermittelt.
Anschließend werden die einzelnen Kostenarten geplant.
Dabei erfolgt die Trennung der Kosten in fixe und variable Kostenanteile.
Die variablen Kosten werden in Abhängigkeit von der Bezugsgröße über Verbrauchskoeffizienten geplant und mit Planpreisen bewertet.
Abschließend werden Kostenfunktionen bzw. variable Kostensätze je Bezugsgrößeneinheit ermittelt.
Grenzen Sie die beiden Begriffe Bezugsgrößenkoeffizient und Verbrauchskoeffizient voneinander ab. Legen Sie dar, wofür die Koeffizienten bei der Kostenplanung jeweils erforderlich sind. (5Punkte)
Der Bezugsgrößenkoeffizient gibt an, wie viele Einheiten der Bezugsgröße pro Produkteinheit benötigt werden (z.B. Maschinenstunden pro Stück). Er wird benötigt, um aus der geplanten Produktionsmenge die Planbezugsgrößenmenge zu bestimmen.
Der Verbrauchskoeffizient gibt an, wie viel eines Produktionsfaktors je Einheit der Bezugsgröße verbraucht wird (z.B. kWh pro Maschinenstunde, ml Schmieröl pro Maschinenminute). Er wird benötigt, um aus der Planbezugsgrößenmenge den Faktorverbrauch und daraus die variablen Kosten zu planen.
Bezugsgrößenkoeffizient = Zeit pro Stück
Verbrauchskoeffizient = Verbrauch pro Zeit
Bezugsgröße
Beschäftigung
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