Grice’sches Kooperationsprinzip (KP) Ziel
Ziel: Grice will zeigen, dass die vermeintlichen Bedeutungsunterschiede zwischen formalen Zeichen (∧,∨,→)
und natürlicher Sprache oft gar nicht semantisch sind, sondern durch Regeln der Konversation entstehen
Konversationsmaxime Quantität
1. Mache deinen Beitrag so informativ wie nötig.
2. Mache ihn nicht informativer als nötig
Konversationsmaxime Qualität
• Qualität (Wahrheit): Versuche, deinen Beitrag wahr zu machen.
1. Sage nichts, was du für falsch hältst.
2. Sage nichts, wofür dir angemessene Gründe fehlen.
Konversationsmaxime Modalität
• Modalität (Art und Weise): Sei klar.
1. Vermeide Dunkelheit.
2. Vermeide Mehrdeutigkeit.
3. Sei kurz.
4. Der Reihe nach!
Konversationsmaxime relation
Sei relevant
Implikation
Implikation (logisch): Was gesagt wird. Logische Folgerung (Wenn A, dann B). Hängt nur von den Wahrheitswerten ab.
Implikatur
Implikatur (pragmatisch): Was gemeint oder angedeutet wird.
Entsteht aus dem Kontext und der Annahme, dass der Sprecher das Kooperationsprinzip beachtet (z. B. Ironie, Metaphern oder Schlussfolgerungen wie „Benzin gibt es um die Ecke“).
Wahrheitstheorien
Korrespondenztheorie (Klassisch): Wahrheit ist die Übereinstimmung von Aussage und Wirklichkeit.
◦ Aristoteles: „Der spricht die Wahrheit, der von Seiendem sagt, daß es ist, und von Nichtseiendem, daß es nicht ist.“
◦ Problem: Wir haben keinen direkten Zugriff auf die Realität, nur über unsere Wahrnehmung/Sprache (Vergleichsproblem).
• Konsenstheorie (für die Echokammer-Frage): Wahr ist, worauf sich eine kompetente Sprechergemeinschaft in einem idealen Diskurs einigt.
◦ Erklärung Echokammern: Wenn der Konsens nur innerhalb einer geschlossenen Gruppe gesucht wird (ohne Außenabgleich), entstehen „lokale Wahrheiten“ (Echokammern).
Grice’sches Kooperationsprinzip (KP) Def.
Definition: „Mache deinen Gesprächsbeitrag so, wie es von dem akzeptierten Zweck oder der akzeptierten Richtung des Gesprächs, an dem du teilnimmst, gerade verlangt wird.“
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