(Folie 4) Woran erkennt man laut Folie, dass ein Zustand eine Emotion ist?
Emotionen sind aktuelle Zustände der Person und zeichnen sich aus durch:
Unterschiede in Art/Qualität und Intensität
Sie sind meist objektgerichtet
Sie gehen typischerweise einher mit
charakteristischem Erleben
physiologischen Veränderungen
Verhaltensweisen
(Folie 4) Welche drei Ebenen von Emotionen werden auf der Folie unterschieden?
Emotionen zeigen sich auf drei Ebenen:
Erlebensaspekt (charakteristisches Erleben)
Physiologischer Aspekt (körperliche Veränderungen)
Verhaltensaspekt (typische Verhaltensweisen)
(Folie 5) Entlang welcher zwei Dimensionen werden Emotionen eingeordnet?
Emotionen werden auf zwei Dimensionen abgebildet:
Pleasure (Valenz): angenehm ↔ unangenehm
Arousal (Aktivierung): Erregung ↔ Ruhe
(Folie 5) Worin unterscheiden sich Emotionen von emotionalen Dispositionen?
Emotionen: aktuelle, momentane Zustände
Emotionale Dispositionen:
überdauernde Bereitschaften oder Neigungen,
mit bestimmten emotionalen Zuständen zu reagieren
sie beeinflussen die Schwelle, ab der Emotionen erlebt werden
(Folie 6) Wie ordnet das Circumplexmodell Emotionen ein?
Das Circumplexmodell ordnet Emotionen entlang:
der Valenz (negativ – neutral – positiv)
und der Aktivierung (nicht erregt – erregt)
Emotionen ergeben sich aus der Kombination beider Dimensionen (z.B. positive Valenz + hohe Aktivierung).
(Folie 6) Was zeigt die Grafik des Circumplexmodells konkret?
Die Grafik zeigt:
einen vertikalen Aktivierungs-Pfeil (ruhig ↔ erregt)
einen horizontalen Valenz-Pfeil (negativ ↔ positiv)
Emotionen sind kreisförmig um diese Achsen angeordnet
(Folie 8) Was genau versteht man unter Emotionsarbeit?
Emotionsarbeit ist bezahlte Arbeit, bei der
eine Regulation der eigenen Gefühle erforderlich ist,
um nach außen in Mimik, Stimme und Gestik ein bestimmtes Gefühl zu zeigen,
unabhängig davon, ob dieses Gefühl den inneren Empfindungen entspricht (Hochschild, 1990).
(Folie 9) Welche drei Formen der Emotionsregulation werden unterschieden?
Es werden drei Ebenen der Emotionsregulation dargestellt:
Surface Acting:
Regulation auf Ebene der flexiblen Handlungsmuster (Schemata)
Deep Acting:
Regulation auf der intellektuellen Ebene
Automatische Emotionsregulation:
Regulation auf der Ebene der Sensumotorik
(Folie 10) Was unterscheidet Konsonanz, Devianz und Dissonanz?
Die Grafik zeigt drei Relationen zwischen:
gefühltem, erwünschtem und gezeigtem Gefühl
Emotionale Konsonanz: Gefühle stimmen überein
Emotionale Devianz: Abweichung zwischen Gefühlen
Emotionale Dissonanz: deutlicher Widerspruch zwischen innerem Erleben und äußerem Ausdruck
(Folie 10) Welche besondere Bedeutung hat emotionale Dissonanz laut Folie?
Emotionale Dissonanz wird als
starker Prädiktor für Burnout beschrieben (u.a. Kruml & Geddes, 2000; Zapf et al., 2001).
(Folie 11) Welche Anforderungen und Folgen von Emotionsarbeit zeigt das Modell?
Das Modell unterscheidet:
Emotionale Regulationsprobleme → emotionale Dissonanz
Regulationsanforderungen →
Ausdruck positiver/negativer/neutraler Gefühle
Sensitivitätsanforderungen
emotionale Anteilnahme
Regulationsmöglichkeiten →
Interaktionsspielraum
emotionale Kontrolle
(Folie 13) Was ist Gefühlsarbeit im Unterschied zur Emotionsarbeit?
Gefühlsarbeit bedeutet:
nicht nur die eigenen Emotionen zu regulieren,
sondern gezielt die emotionalen und motivationalen Zustände von
Klient:innen
Patient:innen
Kund:innen zu beeinflussen.
(Folie 14) Wie werden Emotionsarbeit und Gefühlsarbeit grafisch voneinander abgegrenzt?
Emotionsarbeit:
Regulation der eigenen Emotionen bzw. des Emotionsausdrucks
auf Seite der Dienstleistenden
Gefühlsarbeit:
zielgerichtete Beeinflussung der Gefühle des Gegenübers
auf Seite der Dienstleistungsempfänger
(Folie 17) Was meint Life-Domain Balance im Kontext von Work-Life Balance?
Life-Domain Balance bezieht sich auf die Beziehungen zwischen Lebensbereichen, insbesondere:
Arbeit
Familie
Freizeit
Dabei wird hinterfragt:
Work vs. Life?
Life = Familie und/oder Freizeit?
(Folie 17) Welche weiteren Begriffe werden im Zusammenhang mit Work-Life Balance genannt?
Genannte Begriffe sind:
Work-Family-Conflict
Work interferes with family
Spillover
Work-Family Facilitation
(Folie 18) Welche Modellannahmen beschreiben das Verhältnis von Arbeit und Freizeit?
Es werden fünf Modellannahmen unterschieden:
Neutralitätshypothese: kein Zusammenhang
Kompensationshypothese: ausgleichende Wirkung
Kongruenzhypothese: Ähnlichkeiten durch Drittvariablen
Generalisationshypothese (Spillover): ein Bereich beeinflusst den anderen
Interaktion: gegenseitige Beeinflussung von Arbeit und Freizeit
(Folie 18) Worin unterscheiden sich Spillover- und Interaktionsannahme?
Spillover (Generalisationshypothese):
Arbeit beeinflusst Freizeit oder Freizeit beeinflusst Arbeit
Interaktion:
Arbeit und Freizeit beeinflussen sich gegenseitig
(Folie 19) Welche Modellannahmen werden empirisch gestützt?
Die empirische Befundlage zeigt:
Neutralitätshypothese: kaum haltbar
Kompensationshypothese: wenig Evidenz
Kongruenzhypothese: plausibel und belegbar
Gegenseitige Beeinflussung: zahlreiche Belege
(Folie 19) In welcher Richtung zeigen sich die Beeinflussungen besonders?
Die Beeinflussung zeigt sich:
vor allem als negative Interferenz,
aber auch als positive Bereicherung.
(Folie 20) Was versteht man unter Work-Family Conflict?
Work-Family Conflict beschreibt, dass:
die Erfüllung von Rollenanforderungen in einem Lebensbereich
durch die Rollenerfüllung in einem anderen Lebensbereich erschwert wird.
Die Forschung betrachtete lange vor allem die Konfliktperspektive.
(Folie 21) In welche Richtungen kann Work-Family Conflict wirken?
Es gibt zwei Wirkrichtungen:
Work → Family (Work-Family Conflict, WFC)
Family → Work (Family-Work Conflict, FWC)
(Folie 22) Wie hängt Work-Family Conflict mit Zufriedenheit und Beanspruchung zusammen?
Die Meta-Analyse zeigt Zusammenhänge von WFC und FWC mit:
Arbeitszufriedenheit
Familienzufriedenheit
psychischer Beanspruchung
somatischen Symptomen
(WFC insgesamt stärkere Zusammenhänge als FWC).
(Folie 23) Welche Faktoren sagen Work-Family Conflict voraus?
Prädiktoren von WFC:
Arbeitsstress
Job Involvement
Arbeitsstunden
Unterstützung bei der Arbeit (negativ)
Prädiktoren von FWC:
Stress in der Familie
Konflikte in der Familie
Stunden für die Familie
Unterstützung in der Familie (negativ)
(Folie 24) Was bezeichnet der Begriff Work-Family Facilitation?
Work-Family Facilitation beschreibt das
Ausmaß, in dem die Teilhabe und das positive Erleben in einem Lebensbereich
durch Fähigkeiten und Erfahrungen aus einem anderen Lebensbereich erleichtert wird.
(Folie 24) Welche alternativen Begriffe werden für Work-Family Facilitation verwendet?
Genannt werden:
Work-Family Enrichment
Work-Family Enhancement
positiver Spillover
(Folie 24) Über welche zwei Mechanismen wirkt Work-Family Facilitation?
Es werden zwei Transferformen unterschieden:
Affektiver Transfer: Übertragung positiver Stimmung
Instrumenteller Transfer: Übertragung von Kompetenzen
(Folie 25) Was kann unter Balance zwischen Lebensbereichen verstanden werden?
Balance wird unterschiedlich definiert, z.B. als:
Fehlen von Interrollenkonflikten
Gleichwertigkeit der Lebensbereiche
individuelle Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit
nicht nur Konfliktfreiheit, sondern gegenseitige Bereicherung
(Folie 26) Welche drei Formen der Balancierung von Lebensbereichen werden unterschieden?
Es werden drei Formen beschrieben:
Segmentation:
Ziele in Beruf und Familie werden unabhängig voneinander verfolgt
Integration:
Ziele beider Lebensbereiche werden aufeinander bezogen
Entgrenzung:
das Privatleben wird durch den beruflichen Bereich bestimmt
(Folie 27) Welche Grundannahme teilen Border Theory und Boundary Theory?
Beide Theorien gehen davon aus, dass:
Menschen Grenzen zwischen Lebensbereichen (z.B. Arbeit, Familie) konstruieren
diese Grenzen bestimmte Eigenschaften haben
(Folie 27) Welche Eigenschaften von Grenzen werden unterschieden?
Boundary Permeability (Durchlässigkeit von Grenzen)
Boundary Flexibility (zeitliche/räumliche Flexibilität von Grenzen)
(Folie 28) Welche individuellen Unterschiede im Umgang mit Grenzen werden beschrieben?
Menschen unterscheiden sich in ihren:
Boundary Preferences
Präferenzen, wie stark Lebensbereiche getrennt oder integriert sein sollen
(Folie 28) Welche organisationalen Bedingungen beeinflussen Grenzen?
Organisationen gestalten Grenzen durch:
Segmentation Supplies
strukturelle Möglichkeiten zur Trennung von Arbeit und Privatleben
Boundary Control
Ausmaß an Kontrolle über die eigenen Grenzen
(Folie 30) Welche zentralen Forschungsergebnisse werden berichtet?
Übereinstimmung von Boundary Preferences und Segmentation Supplies ist günstig (Person-Environment-Fit)
Mangel an Boundary Control hat fast immer negative Auswirkungen
Integration der Lebensbereiche geht mit
schlechterer Gesundheit
höherem Stresserleben einher
(Folie 33) Welcher Faktor ist laut Folie entscheidend für den Erfolg betrieblicher Maßnahmen?
Entscheidend sind:
die Unternehmenskultur
das Verhalten der Führungskräfte
(Folie 38) Wie ist der Stress- und Erholungsprozess auf der Folie dargestellt?
Der Prozess besteht aus zwei gekoppelten Abläufen:
Stressprozess:
Stressoren (z.B. Zeitdruck, Lärm)
führen zu Beanspruchung
mit schlechter Stimmung, Müdigkeit, Erschöpfung, psychosomatischen Beschwerden
Erholungsprozess:
Erholungserfahrungen/-aktivitäten (z.B. Sport, Abschalten)
führen zu Erholtheit
mit guter Stimmung und verbessertem Wohlbefinden
(Folie 38) Welche Rolle spielen Erholungsaktivitäten im Prozess?
Erholungsaktivitäten:
unterbrechen den Stressprozess
ermöglichen den Übergang von Beanspruchung zu Erholtheit
sind zentraler Bestandteil des Erholungsprozesses
(Folie 39) In welchen Zeiträumen kann Erholung stattfinden?
Erholung kann stattfinden in:
Arbeitspausen
Feierabend / Wochenende
Urlaub
Sabbaticals
(Folie 40) Was sind die Kernaussagen des Effort-Recovery Models?
Das Modell beschreibt:
Arbeit erfordert Anstrengung und den Einsatz von Ressourcen
dadurch entstehen Beanspruchungsreaktionen
z.B. Müdigkeit, Konzentrationsnachlassen
der Prozess ist reversibel
Erholung setzt ein, sobald keine Belastungen mehr bestehen
(Folie 41) Wie versteht die Conservation of Resources Theory Erholung?
Die Theorie geht davon aus:
Stress entsteht durch (drohenden) Ressourcenverlust oder fehlenden Wiederaufbau
Erholung ist der entgegengesetzte Prozess → Aufbau und Erhaltung von Ressourcen
Erholung ist ein aktiver Prozess, bei dem neue Ressourcen (z.B. Fitness, soziale Anerkennung) entstehen
(Folie 41) Worin unterscheidet sich das Erholungsverständnis beider Modelle?
Effort-Recovery Model:
Erholung durch Wegfall von Anforderungen
Conservation of Resources Theory:
Erholung durch aktiven Ressourcenaufbau
(Folie 43) Welcher Mechanismus erklärt den Erholungseffekt im Urlaub?
Der erklärende Mechanismus ist:
die Verringerung der Stressoren während des Urlaubs.
(Folie 43) Was bezeichnet der Fade-out-Effekt?
Der Fade-out-Effekt beschreibt, dass:
die positiven Effekte der Erholung
nach dem Urlaub wieder abnehmen.
(Folie 47) Welche Arten von Aktivitäten am Feierabend werden unterschieden?
Es werden zwei Aktivitätstypen unterschieden:
Ressourcenverbrauchende Aktivitäten:
arbeitsbezogene Aktivitäten
Haushaltsaktivitäten und Kinderbetreuung
Ressourcenaufbauende Aktivitäten:
wenig anstrengende Aktivitäten
körperliche Aktivitäten / Sport
soziale Aktivitäten
(Folie 47) Womit werden Feierabendaktivitäten in Beziehung gesetzt?
Die Grafik stellt Zusammenhänge dar zwischen:
Erholungsaktivitäten
Wohlbefinden nach der Arbeit
Wohlbefinden vor dem Schlafen
(Folie 48) Was sind Erholungserfahrungen?
Erholungserfahrungen beschreiben psychologische Mechanismen,
die erklären, warum bestimmte Aktivitäten zur Erholung beitragen.
(Folie 48) Welche vier Erholungserfahrungen werden unterschieden?
Die vier Erholungserfahrungen sind:
Gedankliches Abschalten von der Arbeit
Entspannung
Mastery-Erlebnisse
Erleben von Herausforderung
Kontrolle in der arbeitsfreien Zeit
(Folie 48) Mit welchen Befindensindikatoren hängen Erholungserfahrungen zusammen?
Erholungserfahrungen stehen im Zusammenhang mit:
geringem Erholungsbedürfnis
geringer Erschöpfung
hoher Lebenszufriedenheit
(Folie 49) Welche Pausentypen werden unterschieden?
Unterschieden werden:
Versteckte Pausen
Vorgeschriebene Pausen
Spontane Arbeitsunterbrechungen
Arbeitsbedingte Unterbrechungen
(Folie 49) Welche Funktionen können Pausen erfüllen?
Pausen haben unterschiedliche Funktionen:
Erholungsfunktion
Gliederungsfunktion
Ausgleichsfunktion
Informationsfunktion
Kompensations- oder Pufferfunktion
Vermittlungsfunktion
persönliche Funktion
soziale Funktion
(Folie 50) Wie stehen Pausen und Leistung laut Folie in Beziehung?
Die Folie verdeutlicht:
einen Zusammenhang zwischen Pausen und Leistungsfähigkeit,
wobei Pausen zur Aufrechterhaltung der Leistung beitragen.
(grafische Darstellung ohne zusätzliche textliche Erläuterung)
(Folie 51) Nach welchen Prinzipien sollten Pausen gestaltet sein?
Pausen sollten:
kurz
frühzeitig
verteilt
vorhersehbar
sein.
(Folie 51) Welches zusätzliche Prinzip ergänzt die Pausengestaltung?
Zusätzlich wichtig ist:
Beanspruchungswechsel,
im Sinne des Effort-Recovery Models.
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