(Vorlesung 1 – Wissensfrage 1) Was sind die Definitionskriterien von Arbeit nach Bamberg et al. (2011)? Ist z.B. ein Studium Arbeit?
Definitionskriterien von Arbeit:
Zielgerichtetheit
Bewusstheit
Gebrauchswert schaffend
Gesellschaftliche Determinierung
→ Eine Tätigkeit ist Arbeit, wenn sie diese Kriterien erfüllt.
→ Die Frage, ob Studium Arbeit ist, hängt davon ab, ob diese Kriterien erfüllt sind.
(Vorlesung 1 – Wissensfrage 2) Was zeigt das Lotterieexperiment (Lotteriefrage)?
Lotteriefrage:
„Was würden Sie tun, wenn Sie 1 Million Euro im Lotto gewinnen würden?“
Ergebnis:
• Viele Menschen würden nicht vollständig aufhören zu arbeiten
• Arbeit erfüllt mehr als nur finanzielle Funktionen
→ Arbeit ist auch Quelle von Identität, Sinn und sozialer Einbindung.
(Vorlesung 1 – Wissensfrage 3) Welche Menschenbilder gibt es – und welche Aussage passt zu welchem Bild?
Economic Man
• Motivation durch materielle Anreize & Kontrolle
• Vertreter: Taylor, Weber
Social Man
• Bedeutung sozialer Beziehungen & Anerkennung
• Hawthorne-Studien
Self-actualizing Man
• Bedürfnis nach Selbstverwirklichung
• Humanisierung der Arbeit
Complex Man
• Unterschiedliche & sich verändernde Bedürfnisse
• Individualisierung von Arbeit
(Vorlesung 1 – Wissensfrage 4) Was sind die Hawthorne-Studien – und was ist der Hawthorne-Effekt?
Hawthorne-Studien (1924–1932):
• Beleuchtungsveränderungen führten zu Produktivitätssteigerung
– unabhängig davon, ob verbessert oder verschlechtert
Schlussfolgerung:
→ Hawthorne-Effekt
Leistungssteigerung durch:
• Aufmerksamkeit
• soziale Situation
• Anwesenheit von Forschern
→ Grundlage des Human-Relations-Ansatzes
(Vorlesung 1 – Wissensfrage 5) Welche Formen und Dimensionen der Arbeitsteilung gibt es – und welche Folgen entstehen daraus?
Formen/Dimensionen:
• Trennung von Besitz und Bedienung
• Trennung von Kopf- und Handarbeit
• Spezialisierung von Arbeitsprozessen
• Trennung von Erwerbs- und Reproduktionsarbeit
Folgen:
• Beschränkung von Entscheidungsspielräumen
• Monotonie
• Intensivierung der Arbeit
• Gefahr geistigen Abbaus (Disuse-Hypothese)
• Vereinbarkeitsproblematik
(Vorlesung 1 – Wissensfrage 6) Was ist vertikale und horizontale Segregation?
Vertikale Segregation
• Frauen sind auf höheren Hierarchiestufen seltener vertreten
• „Glass Ceiling Effekt“
Horizontale Segregation
• Unterschiedliche Tätigkeiten auf gleicher Hierarchiestufe
• Frauen häufiger in weniger anspruchsvollen Aufgaben
(Vorlesung 2 – Wissensfrage 1) Beschreiben Sie das Berufswahlmodell nach Holland und nennen Sie Kritikpunkte.
Hexagonales Modell (RIASEC) nach Holland
6 Interessentypen:
• Realistic (handwerklich-technisch)
• Investigative (forschend-analytisch)
• Artistic (kreativ-gestalterisch)
• Social (helfend-erziehend)
• Enterprising (führend-verkaufend)
• Conventional (ordnend-verwaltend)
Zentrale Idee:
• Kongruenz zwischen Person und Umwelt
→ Höhere Zufriedenheit & stabilere Karriere
Kritik (implizit im Modell angelegt):
• Zusammenhang Kongruenz–Leistung eher gering
• Typisierung vereinfacht komplexe Berufsrealität
(Vorlesung 2 – Wissensfrage 2) Beschreiben Sie das Modell der Laufbahnentwicklung nach Super und den zentralen Kritikpunkt.
Kernaussagen:
• Berufswahl ist ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess
• Entwicklung eines Selbstkonzepts
• 5 Phasen:
Wachstum
Exploration
Festlegung
Erhalt
Abbau
Einflussfaktoren:
• Fähigkeiten
• Persönlichkeit
• sozioökonomische Bedingungen
Kritikpunkt:
• Stark phasenorientiert → reale Erwerbsbiografien verlaufen heute oft nicht linear.
(Vorlesung 2 – Wissensfrage 3) Beschreiben Sie die Sozial-kognitive Laufbahntheorie nach Lent und ihre drei zentralen Konstrukte.
Zentrale Konstrukte:
Selbstwirksamkeitserwartung (SWE) → „Kann ich das?“
Ergebniserwartung (EE) → „Was passiert, wenn ich es tue?“
Persönliche Ziele → „Was will ich erreichen?“
Modelllogik:
SWE + EE → Interessen → Ziele → Handlungen → Leistung
Anwendung gegen geschlechtstypische Berufswahl:
• Aufbau von Selbstwirksamkeit
• Veränderung von Erwartungen über Konsequenzen
(Vorlesung 2 – Wissensfrage 4) Wie lässt sich das Modell der Lebensplanung nach Abele anwenden, um zu erklären, wie Frauen erfolgreicher sein können?
Modell integriert:
• Beruf
• Privatleben
• Ziele
• Kontextbedingungen
Implikation:
• Aktive Lebensplanung
• Bewusste Zielsetzung
• Strategische Nutzung von Möglichkeiten
→ Erfolg hängt von Zielklarheit und aktiver Steuerung verschiedener Lebensbereiche ab.
(Vorlesung 2 – Wissensfrage 5) Was bedeuten Selektion und Sozialisation im Berufswahlkontext?
Selektion
• Selbstselektion
• Fremdselektion
Sozialisation
• Vorberufliche Sozialisation (Familie, Schule)
• Sozialisation für den Beruf (Ausbildung)
• Sozialisation durch den Beruf (Arbeitskontext)
→ Berufswahl ist sowohl Auswahl- als auch Anpassungsprozess.
(Vorlesung 2 – Wissensfrage 6) Was ist das proteische Laufbahnmodell und welche Eigenschaften braucht man dafür?
Proteisches Laufbahnmodell
• Verantwortung für Karriere liegt beim Individuum, nicht bei der Organisation
• Autonome, selbstgesteuerte Laufbahn
Erforderliche Eigenschaften:
• Anpassungsfähigkeit
• Selbstkenntnis
• Eigenverantwortung
• Orientierung an eigenen Werten und Interessen
(Vorlesung 3 – Wissensfrage 1) Wie wird eine Handlung nach Hacker definiert?
Eine Handlung ist:
• die kleinste psychologische Einheit der willensmäßig gesteuerten Tätigkeit
• durch ein bewusstes Ziel abgegrenzt
• Ziel = Vorwegnahme des Ergebnisses, verbunden mit einem Motiv
→ Nur durch ihr Ziel ist eine Handlung eine abgrenzbare Einheit.
(Vorlesung 3 – Wissensfrage 2) Was ist sequentielle und hierarchische Vollständigkeit?
Sequentielle Vollständigkeit
→ Alle Phasen des Handlungsprozesses sind enthalten:
Ziel – Orientierung – Planung – Entscheidung – Ausführung – Feedback – Redefinition
Hierarchische Vollständigkeit
→ Handlung wird auf allen Regulationsebenen ausgeführt:
• Sensumotorisch
• Flexible Handlungsmuster
• Intellektuell
(Vorlesung 3 – Wissensfrage 3) Warum sollen Tätigkeiten vollständig sein?
Unvollständige Tätigkeiten führen zu:
• geringerer Anforderungsvielfalt
• höheren Krankenständen
• geringerer Zufriedenheit
Beispiel (NC-Maschinen / Gruppenarbeit):
Mehr Vollständigkeit → positive Effekte auf
• Leistung
• Zufriedenheit
• Kundenzufriedenheit
(Vorlesung 3 – Wissensfrage 4) Wie werden Fehler definiert und wie grenzen sie sich ab?
Fehler
• Treten nur bei zielgerichtetem Verhalten auf
• Ziel wird nicht erreicht
• Sind potentiell vermeidbar
Abgrenzung:
• Misserfolg (Failure) → kann externe Ursachen haben
• Absichtliche Verletzung (Violation) → intendiert
• Suboptimales Verhalten → Ziel erreicht, aber nicht optimal
(Vorlesung 3 – Wissensfrage 5) Welche Fehlerarten gibt es und auf welcher Ebene treten sie auf?
Slips
• Versehentliche Fehlhandlungen
• Ebene: sensumotorisch
Regelfehler
• Falsche Anwendung richtiger Regel
• Ebene: flexible Handlungsmuster
Wissensfehler
• Falsches mentales Modell
• Ebene: intellektuell
(Vorlesung 3 – Wissensfrage 6) Was ist gutes Fehlermanagement?
Fehler:
• Sind nie vollständig vermeidbar
Sie können positiv genutzt werden, wenn:
• sie berichtet werden
• sie Konsequenzen haben
• sie nicht wiederholt werden
→ Ziel: fehlerfreundliche Organisationskultur
(Vorlesung 3 – Wissensfrage 7) Was ist das Operative Abbildsystem (OAS)?
Das OAS ist:
• die mentale Repräsentation von
Zielen
Aktionsprogrammen
Bedingungen
Funktion:
• Grundlage für Planung, Kontrolle und Entwurf neuer Handlungspläne
• Unterscheidet Novizen von Experten
• Entwickelt sich durch Handeln
→ Je besser das OAS, desto effizienter die Handlung.
(Vorlesung 3 – Wissensfrage 8) Welche Tätigkeitscharakteristika und Regulationsprobleme gibt es?
Tätigkeitscharakteristika
• Komplexität
• Vollständigkeit
• Variabilität
• Handlungsspielraum
• Zeitspielraum
Regulationsprobleme
• Regulationshindernisse
• Regulationsunsicherheit
• Regulationsüberforderung
• Unterbrechungen
• Zeitdruck
• Informations- oder Bewegungsschwierigkeiten
• Rollenkonflikt / Rollenambiguität
→ Regulationsprobleme hängen mit Burnout, Beanspruchung und somatischen Symptomen zusammen.
(Vorlesung 5/6 – Wissensfrage 1) Was ist Stress – und was sind Stressoren?
Stress ist ein
• Ungleichgewichtszustand zwischen
Anforderungen der Umwelt
persönlichen Leistungsvoraussetzungen
→ Voraussetzung:
Das Ungleichgewicht wird als
• persönlich bedeutsam
• und unangenehm erlebt.
Stressoren sind:
• Auslöser von Stress
• abhängig von Dauer, Intensität, Kontrollierbarkeit und Bedeutsamkeit
(Vorlesung 5/6 – Wissensfrage 2) Was unterscheidet Belastung und Beanspruchung?
Psychische Belastung
• Alle erfassbaren äußeren Einflüsse
• Wirken von außen auf den Menschen ein
Psychische Beanspruchung
• Unmittelbare Wirkung der Belastung im Individuum
• Abhängig von individuellen Voraussetzungen
→ Gleiche Belastung ≠ gleiche Beanspruchung.
(Vorlesung 5/6 – Wissensfrage 3) Warum nennt man manche Stressmodelle personenbezogen – und was ist die Kritik?
Personenbezogene Modelle
• Fokus auf Bewertung & Bewältigung
• Individuelle Unterschiede im Zentrum
Kritik:
• Arbeitsbedingungen werden kaum betrachtet
• Gefahr: Stress wird als rein subjektiv verstanden
→ Eher Grundlage für Verhaltensprävention.
(Vorlesung 5/6 – Wissensfrage 4) Was ist der Unterschied zwischen Verhaltens- und Verhältnisprävention?
Verhaltensprävention
• Veränderung der Person
• z.B. Coping-Training, Stressmanagement
Verhältnisprävention
• Veränderung der Arbeitsbedingungen
• Fokus auf objektive Stressoren
(Vorlesung 5/6 – Wissensfrage 5) Wie funktioniert das Transaktionale Stressmodell?
Stress entsteht durch:
Primäre Bewertung
• irrelevant
• positiv
• stress (Bedrohung, Verlust, Herausforderung)
Sekundäre Bewertung
• Coping-Ressourcen
• Coping-Möglichkeiten
Coping-Arten:
• Problemorientiert
• Emotionsorientiert
(Vorlesung 5/6 – Wissensfrage 6) Was ist eine Gratifikationskrise im ERI-Modell?
Effort-Reward-Imbalance (ERI)
Stress entsteht bei
• Ungleichgewicht zwischen Verausgabung (Effort)
und
• Belohnung (Reward)
Belohnung umfasst:
• Lohn/Gehalt
• Wertschätzung
• Aufstieg
• Arbeitsplatzsicherheit
→ Imbalance erhöht Gesundheitsrisiko.
(Vorlesung 5/6 – Wissensfrage 7) Was besagt das Job-Demand-Control-(Support)-Modell?
JDC:
• High Demand + Low Control → High Strain
Kontrolle puffert negative Effekte (Moderation).
JDCS:
• Erweiterung um Social Support.
(Vorlesung 5/6 – Wissensfrage 8) Welche Annahmen hat das Job-Demand-Resources-Modell?
Zwei Prozesse:
Health-Impairment Path
• Job Demands → Energieverlust → Gesundheitsbeeinträchtigung
Motivational Path
• Job Resources → Motivation → positive organisationale Outcomes
(Vorlesung 5/6 – Wissensfrage 9) Was bedeutet das Triple Match Principle?
Gute Passung zwischen:
• Stressor
• Ressource
• Strain (Outcome)
→ Spezifische Ressourcen wirken am besten gegen spezifische Stressoren.
(Vorlesung 5/6 – Wissensfrage 10) Was sind Challenge- und Hindrance-Stressoren?
Challenge-Stressoren
• z.B. Zeitdruck, Workload, Aufgabenkomplexität
• Können Motivation & Performance fördern
• Erhöhen aber auch Strain
Hindrance-Stressoren
• z.B. Bürokratie, Rollenkonflikt
• Erhöhen Strain
• Senken Motivation & Performance
(Vorlesung 5/6 – Wissensfrage 11) Sind Challenge-Stressoren immer positiv?
Nein.
• Kurvenlineare Effekte
• Effekte über Zeit
• Abhängig von Bewertung & Kontext
→ Zu viel Zeitdruck ist schädlich.
(Vorlesung 5/6 – Wissensfrage 12) Unterschied Stressoren – Anforderungen – Ressourcen?
Anforderungen
• Denk-, Planungs-, Kooperationsanforderungen
• Mittleres Niveau gesundheitsförderlich
Stressoren
• Belastende Bedingungen mit Beanspruchungsfolgen
Ressourcen
• Personale oder situative Potentiale
• Helfen bei Zielerreichung & Stressbewältigung
(Vorlesung 5/6 – Wissensfrage 13) Was bedeuten SOS, SIN und SAD?
SOS – Stress as Offense to Self
SIN – Stress through Insufficiency
• Misserfolg + internale Attribution
• Moralisches Fehlverhalten
SAD – Stress as Disrespect
• Zwischenmenschlicher Respektverlust
• Illegitime Aufgaben
• Illegitime Stressoren
(Vorlesung 5/6 – Wissensfrage 14) Grundidee des Compensatory Control Models?
Bei hohem Workload:
• Mehr Anstrengung zur Zielerreichung
Kosten:
• Nebenaufgaben werden vernachlässigt
• Strategische Vereinfachung
• Erhöhte Anstrengung
• Erschöpfung danach
(Vorlesung 5/6 – Wissensfrage 15) Wie definiert die COR-Theorie Stress?
• Tatsächlichen oder antizipierten Ressourcenverlust
• Fehlenden Wiederaufbau von Ressourcen
Grundprinzipien:
Primacy of loss
Resource investment
Verlustspirale & Gewinnspirale möglich.
(Vorlesung 5/6 – Wissensfrage 16) Was sind die drei Symptome von Burnout?
Emotionale Erschöpfung
Reduzierte Leistungsfähigkeit
Depersonalisation
(Vorlesung 7 – Wissensfrage 1) Wie wird Motivation nach Nerdinger definiert?
Motivation erklärt:
• Richtung
• Intensität
• Ausdauer menschlichen Verhaltens
→ (momentane) Gerichtetheit auf ein Handlungsziel
(Vorlesung 7 – Wissensfrage 2) Was ist intrinsische vs. extrinsische Motivation – und was ist der Korrumpierungseffekt?
Intrinsisch
• Motivation durch die Tätigkeit selbst
• Spaß / Identifikation
Extrinsisch
• Motivation durch externe Anreize (Belohnung, Sicherheit)
Korrumpierungseffekt
• Extrinsische Belohnung kann intrinsische Motivation verringern.
(Vorlesung 7 – Wissensfrage 3) Unterschied Inhalts- vs. Prozesstheorien?
Inhaltstheorien
• Welche Bedürfnisse motivieren?
• Klassifikation von Motiven
Prozesstheorien
• Wie entsteht Motivation?
• Fokus auf kognitive Entscheidungsprozesse
(Vorlesung 7 – Wissensfrage 4) Welche drei zentralen Motive nennt McClelland?
Leistungsmotiv
Machtmotiv
Anschlussmotiv
(Vorlesung 7 – Wissensfrage 5) Was sind die Grundannahmen der Bedürfnispyramide nach Maslow – und die Kritik?
Annahmen:
• Defizit- vs. Wachstumsmotive
• Präpotenz-Hypothese
• Frustrations-Regressions-Hypothese
• Fünf Faktoren nicht bestätigt
• Keine klare Progression nachweisbar
(Vorlesung 7 – Wissensfrage 6) Was besagt das Job Characteristics Modell?
Motivierende Merkmale:
• Anforderungsvielfalt
• Ganzheitlichkeit
• Bedeutsamkeit
• Autonomie
• Rückmeldung
→ Erleben von Bedeutsamkeit, Verantwortung, Wissenszuwachs
→ Hohe intrinsische Motivation
Motivationspotenzial:
(Merkmale 1–3) / 3 × Autonomie × Rückmeldung
(Vorlesung 7 – Wissensfrage 7) Wie funktioniert die Erwartungs-x-Wert-Theorie (VIE)?
Motivation =
Valenz × Instrumentalität × Erwartung
• Valenz → Attraktivität des Ergebnisses
• Instrumentalität → Leistung führt zu Ergebnis
• Erwartung → Anstrengung führt zu Leistung
(Vorlesung 7 – Wissensfrage 8) Was beschreibt das Rubikonmodell?
Phasen:
Prädezisional (Motivation)
Präaktional (Volition)
Aktional (Volition)
Postaktional (Motivation)
→ Vom Wählen über Handeln bis Bewerten.
(Vorlesung 7 – Wissensfrage 9) Welche Motivationsstrategien ergeben sich aus der Zielsetzungstheorie?
• Management by Objectives (SMART-Ziele)
• Job Enlargement (mehr Variabilität)
• Job Enrichment (mehr Komplexität & Verantwortung)
Bezug HRT:
→ Erhöhung von Vollständigkeit & Autonomie
(Vorlesung 7 – Wissensfrage 10) Was ist Flow?
Flow entsteht bei:
• Klaren Zielen
• Hoher, aber passender Anforderung
• Eindeutigem Feedback
→ Vollständiges Aufgehen in der Tätigkeit.
(Vorlesung 7 – Wissensfrage 11) Was beschreibt das Prozessmodell der Arbeitszufriedenheit?
Arbeitszufriedenheit entsteht durch:
• Vergleich von Erwartungen und Realität
• Bewertung der Arbeitssituation
• Anpassungsprozesse
(Vorlesung 7 – Wissensfrage 12) Was sind die drei Facetten von Work Engagement?
Vigor → Energie & Einsatz
Dedication → Sinn & Bedeutsamkeit
Absorption → Vertieftes Aufgehen in der Arbeit
(Vorlesung 8 – Wissensfrage 1) Sind Emotionen State oder Trait?
Emotionen sind:
• aktuelle Zustände (State)
• unterscheiden sich nach Qualität & Intensität
• sind meist objektgerichtet
Abzugrenzen von Dispositionen (Traits):
• überdauernde Bereitschaften, bestimmte Emotionen zu erleben.
(Vorlesung 8 – Wissensfrage 2) Was bedeuten Surface Acting, Deep Acting, emotionale Dissonanz, Konsonanz und Devianz – und was ist gesünder?
Surface Acting
• Ausdruck wird verändert
• Gefühl bleibt unverändert
Deep Acting
• Innere Gefühle werden reguliert
Emotionale Dissonanz
• Diskrepanz zwischen gefühltem und gezeigtem Gefühl
Konsonanz
• Übereinstimmung zwischen innerem Erleben und Ausdruck
Devianz
• Abweichung von erwarteten Gefühlsregeln
→ Deep Acting gilt als gesünder als Surface Acting.
(Vorlesung 8 – Wissensfrage 3) Unterschied Emotionsarbeit und Gefühlsarbeit?
Emotionsarbeit
• Bezahlte Arbeit
• Regulation eigener Gefühle
• Ausdruck vorgegeben
Gefühlsarbeit
• Zusätzlich gezielte Beeinflussung der Emotionen anderer
(z.B. Patient, Kunde)
(Vorlesung 8 – Wissensfrage 4) Wie beeinflussen sich Arbeit und Freizeit nachweislich?
Empirische Befunde:
• Neutralitätshypothese kaum haltbar
• Kaum Evidenz für reine Kompensation
• Viele Belege für gegenseitige Beeinflussung
• Vor allem negative Interferenz, aber auch positive Bereicherung
(Vorlesung 8 – Wissensfrage 5) Was ist Work-Family Conflict – und welche Arten gibt es?
Work-Family Conflict (WFC)
• Rollenanforderungen eines Bereichs erschweren Erfüllung im anderen
Geht in beide Richtungen:
• Work → Family
• Family → Work
Drei Arten:
• Zeitbasiert
• Beanspruchungsbasiert
• Verhaltensbasiert
(Vorlesung 8 – Wissensfrage 6) Was ist Work-Family Facilitation?
Work-Family Facilitation =
• Positive Spillover-Effekte
• Erfahrungen/Fähigkeiten eines Bereichs erleichtern den anderen
Formen:
• Affektiver Transfer
• Instrumenteller Transfer
(Vorlesung 8 – Wissensfrage 7) Was bedeuten Segmentation, Integration und Entgrenzung?
Segmentation
• Arbeit und Privatleben klar getrennt
Integration
• Bereiche aufeinander bezogen
Entgrenzung
• Privatleben wird stark durch Arbeit bestimmt
(Vorlesung 8 – Wissensfrage 8) Wie verläuft der Stress- und Erholungsprozess?
Stressprozess:
• Stressoren → Beanspruchung → Ressourcenverbrauch
Erholungsprozess:
• Erholungsaktivitäten → Ressourcenaufbau → verbessertes Wohlbefinden
(Vorlesung 8 – Wissensfrage 9) Unterschied Effort-Recovery Model vs. COR-Theorie?
Effort-Recovery Model
• Beanspruchung durch Anstrengung
• Erholung durch Wegfall der Belastung
COR-Theorie
• Stress durch Ressourcenverlust
• Erholung = aktiver Ressourcenaufbau
(Vorlesung 8 – Wissensfrage 10) Was ist der Fade-Out-Effekt?
(Vorlesung 8 – Wissensfrage 11) Was sind die vier Erholungserfahrungen?
Psychologisches Abschalten
Entspannung
Mastery-Erlebnisse
Kontrolle in der Freizeit
(Vorlesung 8 – Wissensfrage 12) Welche Pausentypen gibt es und wie sollten Pausen gestaltet sein?
Pausentypen:
• Versteckte Pausen
• Vorgeschriebene Pausen
• Spontane Unterbrechungen
• Arbeitsbedingte Unterbrechungen
Empfehlungen:
• Kurz
• Frühzeitig
• Verteilt
• Vorhersehbar
• Mit Beanspruchungswechsel
(Vorlesung 9 – Wissensfrage 1) Wie wird eine Organisation definiert – und warum wird sie gebildet?
Eine Organisation ist:
• ein soziales Gebilde
• verfolgt dauerhaft ein Ziel
• besitzt eine formale Struktur,
mit der Aktivitäten auf das Ziel ausgerichtet werden
Organisationen werden gebildet, weil Aufgaben:
• nur kollektiv erfüllbar sind
• oder so wirksamer / wirtschaftlicher lösbar sind
(Vorlesung 9 – Wissensfrage 2) Wie weit kann Partizipation reichen – und was bedeutet De jure vs. De facto?
Partizipation = Mitbestimmung von Beschäftigten
Intensität reicht von:
Keine Beteiligung
Information
Stellungnahme
Meinung wird berücksichtigt
Gleichberechtigte Entscheidung
Eigenständige Entscheidung
Ebenen:
Arbeitsplatz → Gruppe → Abteilung → Unternehmen → Konzern → Kunde
De jure = rechtlich festgelegt
De facto = tatsächlich praktiziert
(Vorlesung 9 – Wissensfrage 3) Was ist indirekte Partizipation? Nennen Sie ein Beispiel.
Indirekte Partizipation:
• Mitbestimmung über Vertreter oder Institutionen
Beispiel:
• Betriebsrat (geregelt im BetrVG)
(Vorlesung 9 – Wissensfrage 4) Wie wirkt Partizipation laut kognitivem und motivationalem Ansatz?
Kognitiver Ansatz
• Mehr Informationsaustausch
• Besseres Problemverständnis
• Direkter Effekt auf Produktivität
Motivationaler Ansatz
• Befriedigung höherer Bedürfnisse
• Zuerst Zufriedenheit & Motivation
• Danach höhere Produktivität
(Vorlesung 9 – Wissensfrage 5) Was ist organisationale Demokratie – und welche Vor- & Nachteile gibt es?
Organisationale Demokratie:
• Teilhabe an operativen, taktischen und strategischen Entscheidungen
Wirkungen:
• Gesundheit
• Arbeitsleistung
• Engagement
• gesellschaftliches/politisches Engagement
Mögliche Nachteile:
• Arbeitszeitausdehnung
• Überforderung
• Konflikte direkter/indirekter Mitbestimmung
(Vorlesung 9 – Wissensfrage 6) Welche drei Facetten hat Fairness?
Distributive Fairness → faire Ergebnisse
Prozedurale Fairness → faire Prozesse
Interaktionale Fairness → respektvolle Behandlung
(Vorlesung 9 – Wissensfrage 7) Warum ist Fairness wichtig? (Drei theoretische Ansätze)
Instrumentalitätsannahme
• Durchsetzung eigener Interessen
Relationaler Ansatz
• Positive soziale Identität
Deontologischer Ansatz
• Moralischer Selbstzweck
(Vorlesung 9 – Wissensfrage 8) Wie entsteht Unfairness laut Equity Theory und Fairness Theory?
Equity Theory
• Vergleich Input/Outcome-Verhältnis
• Ungleichgewicht → Anpassungsreaktionen
Fairness Theory
Unfairness bei:
• would
• could
• should
(Vorlesung 9 – Wissensfrage 9) Was ist ein psychologischer Vertrag – und wie unterscheiden sich transaktional & relational?
Psychologischer Vertrag:
• Wahrgenommene gegenseitige Verpflichtungen
• Basierend auf Versprechen + Gegenleistung
Transaktional
• Kurzfristig
• Ökonomischer Austausch
Relational
• Langfristig
• Loyalität & Vertrauen
• Implizite Versprechen
(Vorlesung 10 – Wissensfrage 1) Inwiefern ist die Great Man Theory berechtigt?
Grundannahme:
Erfolgreiche Führungskräfte besitzen bestimmte stabile Eigenschaften.
Metaanalysen zeigen Zusammenhänge mit:
• Extraversion
• Gewissenhaftigkeit
• Offenheit
• Intelligenz
Aber:
• Zusammenhänge variieren stark
• Eigenschaften erklären Führungserfolg nicht hinreichend
→ Keine ausreichende Erklärung allein durch Traits.
(Vorlesung 10 – Wissensfrage 2) Was ist Aufgaben- und Mitarbeiterorientierung – und wie sollte man führen?
Mitarbeiterorientierung
• Achtung, Offenheit, Freundlichkeit
• Mitsprache, Sorge für Mitarbeitende
Aufgabenorientierung
• Zielklärung
• Strukturierung
• Kontrolle
Empirie:
• Mitarbeiterorientierung stärker mit Zufriedenheit & Motivation verbunden
• Beide ähnlich mit Leistung
Empfehlung:
→ Kombination beider Stile
→ ggf. situationsabhängige Variation
(Vorlesung 10 – Wissensfrage 3) Was ist transaktionale vs. transformationale Führung – und wie sind sie im Full-Range-Modell einzuordnen?
• Leistungsabhängige Belohnung
• „Rationales Tauschkonzept“
Transformational
• Vorbildlichkeit
• Inspirierende Vision
• Intellektuelle Stimulierung
• Individuelle Förderung
Full Range:
• Transformationale Führung → höchste positive Effekte
• Transaktionale Führung → mittlere Effekte
• Laissez-Faire → negative Effekte
Transformationale Führung korreliert am stärksten mit
• Motivation
(Vorlesung 10 – Wissensfrage 4) Was sind neuere Führungskonzepte – und welche Kritik gibt es?
Neuere Konzepte:
• Authentische Führung
• Ethische Führung
• Dienende Führung
• Starke konzeptionelle Überschneidung
• Geringe inkrementelle Validität (v.a. authentisch & ethisch)
• Dienende Führung etwas distinkter
Frage:
→ Kann man auch „authentisch fies“ sein?
(Authentizität allein garantiert keine moralische Qualität.)
(Vorlesung 10 – Wissensfrage 5) Was ist dyadische Führung (LMX) – und was bedeuten In-Group & Out-Group?
LMX (Leader-Member-Exchange)
• Qualität der individuellen Beziehung zwischen FK und MA
• Basierend auf sozialem Austausch
Dimensionen:
• Affect
• Loyalty
• Professional respect
• Perceived contribution
In-Group
• Enge Beziehung
• Mehr Aufmerksamkeit & Privilegien
Out-Group
• Weniger Austausch
• Weniger Ressourcen
Bezug:
→ Nähe zum Konzept des psychologischen Vertrags.
(Vorlesung 10 – Wissensfrage 6) Was sind Auswirkungen von Abusive Supervision – und was ist der Trickling-Down-Effekt?
Abusive Supervision
• Feindseliges Führungsverhalten
• ↑ Kündigungsabsicht
• ↑ Stress
• ↓ Zufriedenheit
• ↓ Wohlbefinden
• ↓ Leistung
Trickling-Down-Effekt
• Erlebte Unfairness wird nach unten weitergegeben.
(Vorlesung 10 – Wissensfrage 7) Was sind die drei Bestandteile der Dark Triad – und welche ist am wenigsten „dark“?
Narzissmus
Machiavellismus
Psychopathie
→ Am wenigsten „dark“: Narzissmus
(da nicht zwingend mit Empathiemangel & Impulsivität verbunden wie Psychopathie)
(Vorlesung 10 – Wissensfrage 8) Was ist der Glass Ceiling Effect – und führen Frauen anders?
Glass Ceiling Effect
• Frauen in höheren Führungspositionen unterrepräsentiert
• Frauen führen tendenziell
partizipativer
demokratischer
transformationaler
gesundheitsförderlicher
Unterschiede insgesamt:
→ Sehr gering
(Vorlesung 10 – Wissensfrage 9) Über welche drei Pfade kann Führung gesundheitsförderlich wirken?
Führung als Beziehungsgestaltung → Wertschätzung, Vertrauen, soziale Unterstützung
Führung als Arbeitsgestaltung → Einfluss auf Belastungen & Ressourcen
Führung als Vorbild → Selbstführung & Gesundheitsverhalten der FK
(Vorlesung 11 – Wissensfrage 1) Welche fünf Definitionsweisen von Alter gibt es?
Fünf Altersbegriffe:
Chronologisches Alter → Kalenderalter
Funktionales Alter → Gesundheit & Leistungsfähigkeit
Psychosoziales Alter → Selbst- und Fremdwahrnehmung
Organisationales Alter → Betriebszugehörigkeit / Karrierestatus
Lebensspannenalter → Lebensphase / private Situation
(Vorlesung 11 – Wissensfrage 2) Welche physiologischen und kognitiven Veränderungen treten mit dem Alter auf – und ab wann werden sie relevant?
Physiologisch (z.B.):
• Reaktionsgeschwindigkeit
• Wahrnehmung
• Kraft & Ausdauer
• Gleichgewicht
• Beweglichkeit
→ Bis ca. 60 Jahre meist nicht bedeutsam für heutige Tätigkeiten.
Kognitiv:
• Abnahme: Merkfähigkeit, Verarbeitungsgeschwindigkeit, fluide Intelligenz
• Zunahme: kristalline Intelligenz (Erfahrungswissen)
→ Bis ca. 60–65 Jahre meist nicht arbeitsrelevant.
(Vorlesung 11 – Wissensfrage 3) Wie hängen Alter und berufliche Leistungsfähigkeit zusammen?
Zusammenhänge variieren stark (r = -.44 bis .66)
Metaanalyse: r = .06 (nahe null)
Abhängig von:
• Art der Leistungsmessung
• Basale Fähigkeiten vs. Erfahrung
Objektive Kriterien → eher positiver Zusammenhang
Subjektive Einschätzung → eher negativer Zusammenhang
(Vorlesung 11 – Wissensfrage 4) Was sind die drei Strategien des SOK-Modells?
• Ziele auswählen / rekonstruieren
Optimierung
• Erwerb & Einsatz von Ressourcen
• Übung & Investition
Kompensation
• Ersatzstrategien
• Nutzung externer Hilfen
Ziel: Leistungsfähigkeit trotz Verluste aufrechterhalten.
(Vorlesung 11 – Wissensfrage 5) Welche drei Methodenfallen gibt es in Altersstudien?
Selektionsfalle → Healthy Worker Effekt
Generalisierungsfalle → Prognosen für zukünftige Generationen
Kriterienfalle → Falsche Leistungsindikatoren
(Vorlesung 11 – Wissensfrage 6) Wie sollten Arbeitsbedingungen für Ältere (nicht) gestaltet werden?
Förderlich:
• Tätigkeitsspielräume
• Planende/disponierende Tätigkeiten
• Soziale Integration
• Flexible Arbeitszeitmodelle
Kontraindiziert:
• Hohe Bewegungsgeschwindigkeit
• Hohe Vigilanzanforderungen
• Mehrschichtarbeit
• Hohe visuelle Akkommodationsanforderungen
(Vorlesung 11 – Wissensfrage 7) Was ist Gruppenkohäsion – und welche Phasen der Gruppenentwicklung gibt es?
Gruppenkohäsion
→ Wir-Gefühl, wechselseitige positive Gefühle
Phasen (Tuckman):
Forming
Storming
Norming
Performing
Adjourning
(Vorlesung 11 – Wissensfrage 8) Was ist Groupthink?
Groupthink = Denkmodus in hoch kohäsiven Gruppen,
bei dem das Streben nach Einmütigkeit
die realistische Bewertung von Alternativen überlagert.
(Vorlesung 11 – Wissensfrage 9) Welchen Effekt haben aufgaben- und beziehungsbezogene Diversität?
Aufgabenbezogene Diversität
→ Positiver Effekt auf Leistung & Innovation
Beziehungsbezogene Diversität
(Geschlecht, Alter, Ethnie)
→ Negativer Effekt auf Leistung
→ Kein Effekt auf Innovation
(Vorlesung 11 – Wissensfrage 10) Welche zwei Perspektiven gibt es zu Diversität in Teams?
Soziale Informationsverarbeitung
→ Heterogenität verbessert Problemlösen
Soziale Identitätstheorie
→ Mehr Konflikte & geringere Identifikation
Effekt abhängig von Diversitätsüberzeugungen.
(Vorlesung 11 – Wissensfrage 11) Wie kann man die Leistung altersdiverser Teams steigern?
• Komplexe Aufgaben ohne Zeitdruck
• Reduktion der Alterssalienz
• Förderung der Wertschätzung von Diversität
• Positives Teamklima
• Altersdiskriminierung reduzieren
• Altersdifferenzierte Führung
(Vorlesung 11 – Wissensfrage 12) Was fördert einen gelungenen Übergang in den Ruhestand?
Ungünstig sind:
• Zwangs-Frühverrentung
• Übergang aus Erwerbslosigkeit
• Hohe Arbeitszentralität
• Gering qualifizierte Position
→ Günstig sind freiwilliger Übergang, soziale Einbindung, vielfältige Aktivitäten.
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