Das Input Transformation Output Modell
Was sind die zentralen Komponenten des Beratungsprozesses nach dem Input-Transformation-Output-Modell?
der Prozess besteht aus drei Teilen:
Input: Daten (z.B. Telematikdaten), Ressourcen (Mitarbeiter) und bestehende Probleme (hohe Kosten, unklare Schnittstellen)
Transformation: Die eigentliche Beratungstätigkeit in Phasen (Analyse, Lösung, Implementierung) und Interaktionen (Workshops, Scrum-Events)
Output: Die Ergebnisse wie Ergebnisartefakte (KPI-Reports, Prozesspläne) und konkrete Umsetzungen (Einsparungen, Rollenverteilung)
Welche vier Hauptphasen der Beratung nach Lippold werden im Transformationsprozess unterschieden?
Informationsphase (Akquisition): Kontakt, Angebot und Vertrag
Analysephase: Ist-Analyse und Zielformulierung
Problemlösungsphase: Soll-Konzept und Realisierungsplanung
Implementierugnsphase: Umsetzung, Evaluierung und Kontrolle
Welche Stakeholder sind im Beratungsumfeld der Automobilindustrie (OEM) besonders relevant?
Zu den Stakeholdern gehören der OEM selbst, die ENdkunden, die eigenen Mitarbeiter, Unterlieferanten sowie externe Dienstleister.
Unbestimmtheits-Log
Warum ist die Datenqualität oft eine Quelle für “Unbestimmtheit” im Projekt?
Oft fehlen operative oder betriebswirtschaftliche Kennzahlen (z.B. Werkstattkapazitäten), oder Informationen werden absichtlich zurückgehalten. Dies führt zu unklaren Rahmenbedingungen und dem Risiko, falsche pder unwirtschaftliche Entscheidungen zu treffen.
Wie kann die Unbestimmtheit in der Zusammenarbeit zwischen Kunden. und Beraterteams reduziert werden?
Durch die Definition eines klaren Kommunikationskonzeptes, Schulungen, eine offene Feedback-Kultur sowie die Etablierung von “Quick Wins”, um Vertrauen und Akzeptanz bei den Mitarbeitenden zu schaffen.
Wie hängen die Unbestimmtheiten von Input, Transformation und Output zusammen?
Unbestimmtheiten beim Output entstehen zwangsläufig aus der Kombination unklarer Inputs und eines flexiblen (und somit unbestimmten) Transformationsprozesses.
Warum wird Beratung als “Transformationsprozess” und nicht als standartisierte Produktion angesehen?
Weil Beratung keine “Ware von der Stange” ist. Der Nutzen entsteht erst individuell durch die gemeinsame Arbeit von Beratung und Kundschaft, bei der Input in einen spezifischen Output umgewandelt wird.
Was bedeutet “Unbestimmtheit” als zentrales Charakteristikum der Beratung?
Es bedeutet, dass zu Beginn des Projektes weder alle relevanten Informationen (Input) noch die genauen Vorgehensweisen (Transformation) oder die exakten Endergebnisse (Output) vollständig bekannt sind. Das Projekt ist daher nur begrenzt planbar.
Wodurch entsteht die Unbestimmtheit des Inputs?
Sie entsteht, weil entscheidungswichtige Unformationen fehlen, unvollständig sind oder vom Kunden (bewusst oder unbewusst) zurückgehalten werden. Dies erfordert eine schrittweise (iterative) Informationsgewinnung.
Warum gilt der Transformationsprozess in der Beratung als “indeterminiert”?
Weil er stark von der zwischenmenschlichen Zusammenarbeit, neuen Erkenntnissen während des Projektes und situativen EInflüssen abhängt. Der Prozess muss daher flexibel gestaltet sein.
Kann der Output eines Beratungsprojektes “ex ante” (im Voraus) exakt bestimmt werden?
Nein. Da der Output das Ergebnis eines unbestimmten Inputs und eines flexiblen Prozesses ist, zeigt sich der wahre Erfolg erst im Verlauf oder am Ende des Projektes durch konkrete Wirkungen.
Was ist der Unterschied zwischen Prozess- und Projektlogik hinsichtlich des Fokus?
Prozesslogik:
Konzentration auf die effiziente und fehlerfreie Reihenfolge von Arbeitsschritten
Projektlogik:
Fokus auf die Einmaligkeit des Vorhabens zur langfristigen Verbesserung innerhalb eines festen Rahmens (Budget, Zeit)
Wie unterscheidet sich die Steuerung in Prozess- und Projektlogik?
In der Prozesslogik wird oft agil über Sprints, Reviews und Retrospektiven gesteuert. In der Projektlogik orientiert man sich stärker an Budgetvorgaben, Meilensteinen und der übergeordneten Vision.
Wie gehen die beiden logiken mit Unsicherheit um?
Die Prozesslogik nutzt Maßnahmen, um Einflüsse früh zu erkennen und gegenzusteuern. Die Projektlogik prüft, ob das Ziel unter den gegebenen Rahmenbedingungen noch erreichbar ist ode rob das Projekt abgebrochen werden muss.
Warum benötigt ein Projekt wie “Automotion” beide Logiken gleichzeitig?
Die Projektlogik sorgt für Struktur, Verbindlichkeit und Governance (Ziele, Budget, Rollen).
Die Prozesslogik ermöglicht Offenheit, Lernfähigkeit und die Anpassung an neue Erkenntnisse, die erst während der Arbeit entstehen.
Was sind Merkmale der Projektlogik nach Bodenstein und Herget?
Systematik (klarer Beginn und Ende) und Struktur (Festlegung der Akteure und Organisation). Dies macht Projekte überhaupt erst steuerbar (“managebar”).
Welche Rolle spielt die ISO 20700 in diesem Kontext?
Sie bildet die Grundlage für die Phasenorienteirte Struktur des Beratungsprojektes (Konzeption, Vertrag, Durchführung, Abschluss) und hilft dabei, die Consulting Governance zu verankern.
Welche Phasen gibt es nach Lippitt & Lippitt?
6 Phasen insgesamt:
Kontakt und Einstieg
Formulierung des Kontrakts
Diagnose der PRobleme
Zielsetzung und Vorgehensweise
Durchführung und Erfolgskontrolle
Sicherung der Kontinuität
Was ist das Ziel der Ersten Phase von Lippitt & Lippitt?
In dieser Phase muss beim Kunden ein Bewusstsein für das Problem geschaffen werden. Der Beratende hilft dabei, die Notwendigkeit der Veränderung aufzuzeigen (z.B. durch Benchmarking oder Fehleranalysen), um die Motivation der Mitarbeit zu wecken.
Was passiert in der Phase “Diagnose der Probleme”?
Die Beratung versucht gemeinsam mit der Kundschaft das Kernproblem und dessen Ursachen zu ergründen. Ein wichtiges Instrument ist die Kraftfeldanalyse, um Barrieren und Unterstützungsfaktoren zu identifizieren.
Was Unterscheidet die die “Diagnose der Probleme” von der “Aufstellung von Aktionsplänen”?
Bei der Diagnose wird die Ursache gesucht (Warum haben wir hohe Kosten?). Bei der Aufstellung von Aktionsplänen werden konkrete Schritte und Strategien entwickelt, wie das Ziel erreicht werden soll (Was tun wir dagegen?).
Was kennzeichnet die Phase “Sicherung der Kontinuität”?
Die Beratung endet in einem Ablöseprozess, bei dem die Verantwortung schrittweise und produktiv an dem Kunden zurückgegeben wird.
Welche Rollen kann ein Berater laut Lippitt & Lippitt einnehmen?
Er kann als
Zuhörer
Fragensteller
Fachmann
Analyst
Trainer
Berater
fungieren.
Wie wird “Beratungstechnologie” definiert?
Es umfasst alle Tool, Know-how-Komponenten und das Erfahrungswissen, das Beratende nutzen, um Kunden systematisch zu unterstützen und Probleme zu strukturieren.
Warum ist Beratungstechnologie “integrativ”?
Weil die Leistung nur durch das Zusammenwirken entseht: Der Kunde liefert Kontext und Informationen, der Berater bringt Methoden- und Prozesskompetenz ein.
Was bedeutet es, das Beratungstechnologie “immateriell” ist?
Das Ergebnis ist kein physisches Produkt, sondern besteht aus Wissen, Konzepten, Analysen und Handlungsempehlungen.
Welchen Zweck erfüllt eine SWOT-Analyse im Projekt?
Sie dient dazu, den Stand de sUnternehmens zu bestimmen, indem Stärken, Schwächen, Gefahren und Potenziale abgeleitet werden. Sie hilft zu verstehen, welche Probleme miteinander verknüpft sind.
Was ist der Vorteil von Benchmarking, wenn interne Daten unvollständig sind?
Benchmarking nutzt externe Best-Practice-Beispiele als Orientierungspunkte. So können Lösungsansätze von “Vorbildern” übernommenwerde, auch wenn die eigene Datenbasis lückenhaft ist.
Warum ist die Marktanalyse besonders ressourceneffizient?
Weil sie überweigend auf extern verfügbare Quellen zugreift (Berichte, Bilanzdaten, Datenbanken) und somit keine tiefgreifenden internen Analysen beim Kunden erfordert.
Nenne drei Kriterien für hochwertige Projektdokumentation!
Aktualität: Änderungen müssen zeitnah (z.B. innerhalb von 5 Tagen) erfasst werden.
Vollständigkeit: Alle Pflichtdokumente gemäß Checkliste müssen vorhanden sein.
Verständlichkeit: Auch projektfremde Personen müssen die Inhalte nachvollziehen können.
Welche Verantwortung trägt der Kunde in der Consulting Governance?
Der Kunde entscheidet über den Umfang der Governance, legt die Regeln fest, stellt Informationen bereit und verantwortet die finalen Projektentscheidungen (z.B. Beraterauswahl).
Was ist die Kernaufgabe des Beraters im Rahmen der Governance?
Er bringt Best Practices ein, sichert die Zusammenarbeit methodisch ab (Vorgehensmodelle, Rollen) und reduziert durch klare Regelvorschläge den Abstimmungsaufwand.
Was sind die 12 Regeln der Consulting Governance?
Ziel und Entscheidungsverantwortung
Klar definierte Entscheidungswege
Projektorganisation und Rollen
Abnahme und Freigaberegelung
Kommunikationsrhythmus
Eskalationsmechanismus
Datenzugang und -verantwortung
Transparenz und Dokumentationspflicht
Änderungsmanagement
Verantwortung und Umsetzung
Verbindlichkeit über das Projekt hinaus
Governance vor Effizienz
Wer hat laut der ersten Regel die Zielverantwortung?
Die Projektziele werden ausschließlich vom Kunden festgelegt und freigegeben. Der Berater unterstützt nur bei der Strukturierung.
Was besagt die Regel “Governance vor Effizienz”?
Im Zweifellsfall ist die Einhaltung der Regeln wichtiger als kurzfristige Schnelligkeit, um die Qualität, Transparenz und Nachhaltigkeit der Ergebnisse langfristig zu sichern.
Wie sieht der Eskalationsmechanismus laut der sechsten Regel aus?
Konflikte werden stufenweise eskaliert:
Projektleitung
Steuerkreis
Management des Kunden
Jede Eskalation muss sachlich dokumentiert werden.
Was ist Hauptzweck der ISO 20700 im Beratungsprozess?
Sie dient als Qualitätsstandard und Leitfaden, um Transparenz und PRofessionalität zu sichern. Sie definiert klare Anforderungen an die Phasen (Konzeption, Durchführung, Abschluss) und regelt die Zusammenarbeit zwischen Beratendem und Kundschaft.
Welche Rolle spielt die “Governance in der ISO 20700?
Die Governance Stellt sicher, dass Verantwortlichkeiten, ethische Richtlinien und rechtliche Rahmenbedingungen von Anfang an geklärt sind. Dies schützt beide Parteien vor Missverständnissen und rechtlichen Risiken.
Was muss zwingend in einer Leistungsdefinition enthalten sein?
Ein klarer Projektumfang (Scope),
die angestrebten Ziele (KPIs),
der zeitliche Rahmen (Meilensteine),
die benötigten Ressourcen
sowie die Kostenstruktur (z.B. Festpreise oder Time & Material).
Warum ist der “Out-of-Scope”-Bereich in der Leistungsdefinition wichtig?
Er grenzt ab, welche Tätigkeiten der Berater nicht übernimmt. Dies verhindert, dass sogenantne “Scope Creep” (unbeabsichtigte Ausweitung des Projektes ohne Budgetanpassung).
Was analysiert das “5 Forces”-Modell nach Porter?
Es untersucht die Wettbewerbsintensität einer Branche anhand von fünf Kräften:
Rivalität unter Wettbewerbern
Verhandlungsmacht der Lieferanten
Verhandlungsmacht der Abnehmer
Bedrohung durch Ersatzprodukte
Bedrohung durch neue Anbieter
Wofür steht das Akronym PESTEL?
Es steht für die Umfeldfaktoren, die ein Unternehmen beeinflussen:
Political (politisch)
Economic (ökonomisch)
Social (Soziokulturell)
Technological (Technologisch)
Environmental (Ökologisch)
Legal (Rechtlich)
Was ist das Grundprinzip der Balance Scorecard?
Die BSC ist ein strategisches Steuerungsinstrument, das über rein finanzielle Kennzahlen hinausgeht.
Sie verbindet die Vision und Strategie mit operativen Zahlen aus vier verschiedenen Perspektiven.
Nenne die vier Perspektiven der BSC und jeweils ein Beispiel!
Finanzperspektive (z.B. ROI, EBIT)
Kundenperspektive (z.B. Kundenzufriedenheit, Marktanteil)
Interne Perspektive (z.B. Durchlaufzeiten, Fehlerraten)
Lern- und Entwicklungsperspektive (z.B. Mitarbeiterqualifikation, Fluktuationsrate)
Was stellt ein Service Blueprint grafisch darf?
Er visualisiert einen Serviceprozess im Detail. Dabei werden Kundeninteraktionen (Frontstage), für den Kunden unsichtbare Prozesse (Backstage) und unterstützende Prozesse (Support) voneinander getrenn (Line of Visibility).
Wie hilft der Service Blueprint beim Soll-ISt-Vergleich?
Im Ist-Blueprint werden Schwachstellen und “Pain Points” (z.B. lange Wartezeiten) identifiziert. der Soll-Blueprint zeigt, wie der Prozess optimiert aussehen muss, um die Effizienz und das Kundenerlebnis zu verbessern.
Was versteht man under “ISO-konformer Dokumentation”?
Eine Dokumentation, die nachvollziehbar, revisionssicher und strukturiert ist. Dazu gehörne Versionsnummern, Freigabeprozesse, Darum der Erstellung und eindeutige Verantwortlichkeiten.
Was ist der Zweck eines Dokumentationsplanes?
Er legt fest, wann welche Dokumente (z.B. Statusberichte, Protokolle, Konzepte) von wem erstellt und an wen verteilt werden müssen. Er sichert den Inforamtionsfluss über den gesamten Projektzyklus.
Wer trägt die finale Verantwortung für die Umsetzung von Empfehlungen?
Immer der Kunde.
Der Berater liefert die Expertise, Entscheidungsvorlagen und Analysen (Beratungsleistung), aber die operative Entscheidung und die Verantwortung für das Ergebnis liegen beim Management des Kunden.
Welche drei Hauptphasen hat ein Implementierungsprojekt?
Vorbereitung (Ziele definieren, Ressourcen planen)
Pilotierung/Test (Umsetzung in einem begrenzten Bereich)
Rollout (Flächendeckende Einführung und Stabilisierung)
Was ist der Unterschied zwischen Monitoring und Steuerung?
Monitoring ist das reine Beobachten und Erfassen des Projektstatus (Soll-Ist-Vergleich).
Steuerung ist das aktive Eingreifen (Maßnahmen ergreifen), wenn Abweichungen um Monitoring festgestellt werden.
Wofür stehen die Buchstaben in der RACI-Matrix?
Responsible (Durchführungsverantwortung: Wer macht die Arbeit?)
Accountable (Rechenschaftspflichtig: Wer trägt die Letztverantwortung und gibt frei? Nur eine Person!)
Consulted (Konsultiert: Wer muss gefragt werden/Fachinput geben?)
Informed (Informiert: Wer muss über Ergebnisse informeirt werden?)
Welche Aufgaben sind in der RACI-Matrix definiert?
Projektplaung
Ressourcenplanung
PRozessdesign
KPI-Set definieren
Portaldesign
Pilotimplementierung
Schulung
Monitoring & Reporting
Rollout
Projektabschluss
Warum ist ein strukturiertes Berichtswesen erfolgskritisch?
Es stellt sicher, dass alle Stakeholder zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Informationen erhalten. Dies schafft Vertrauen, ermöglicht schnelle Entscheidungen und minimiert Gerüchte oder Widerstände.
Wann wählt man eine klassische (Wasserfall) Vorgehensweise?
Wenn die Anforderungen sehr klar sind, sich wenig ändern werden und das Endergebnis präzise vorab definiert werden kann (z.B. beim Bau einer Werkstatt).
Was ist das Merkmal einer hybriden Vorgehensweise?
Es ist eine Mischung. Beispielsweise wird der grobe Rahmen (Budget, Meilensteine) klassisch geplant, während die operative Umsetzung in den Teams agil (z.B. in Sprints/Scrum) erfolgt.
Was gehört alles zum Werkzeugkasten der “Beratungstechnologie”?
Methodenwissen (z.B. Moderationstechniken)
Analysetools (Excel-Tabelle, Dashboards)
Prozessmodelle (ISO-Standards)
Softwarelösungen (Projektmanagement-Tools)
Welchen Nutzen stiftet Beratungstechnologie für den Kunden?
Sie macht die Beraterleistung effizienter, reproduziertbar und qualitativ hochwertiger, da der Berater nicht “das Rad neu erfinden” muss, sondern auf bewährte Standards zurückgreifen kann.
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