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2 Zentrale Theorien des strategischen Managements

LK
by Lara K.


Die Auszahlungen sind als Nutzeneinheiten (NE) angegeben, die die Unternehmen erhalten, wenn sie ihre Handlungsalternativen Wissenstransfer oder kein Wissenstransfer miteinander kombinieren. Im Feld I sind beide Unternehmen zum Wissenstransfer bereit und erhalten jeweils 5 NE. Im Feld II ist nur Unternehmen B zum Wissenstransfer bereit, während Unternehmen A sein Wissen zurückhält und nur das Wissen von Unternehmen B abschöpfen will. Dies führt zu Auszahlungen an Unternehmen B in Höhe von 2 NE und an Unternehmen A in Höhe von 8 NE. Im Feld III ist es spiegelbildlich. In Feld IV verweigern sich beide Unternehmen der Kooperation und erzielen jeweils nur 3 NE. Auf den ersten Blick wäre die Kooperation für beide Unternehmen die beste Lösung, da sie jeweils 5 NE erhalten würden. Jedoch stellt Feld I keine stabile Lösung dar, da jedes Unternehmen durch (einseitig) nichtkooperatives Verhalten jeweils 8 NE statt 5 NE erzielen könnte. Beide Unternehmen würden also versuchen, das Wissen des anderen Unternehmens zu erlangen, ohne das eigene Wissen preiszugeben. So ein (egoistisches) Verhalten führt zu einem stabilen Gleichgewicht (Nash-Gleichgewicht) in Feld IV der Auszahlungsmatrix mit jeweils 3 NE als Auszahlung an die Unternehmen. Dieses individuell als rational anzusehende Verhalten führt allerdings in der Gesamtschau zu einem suboptimalen Ergebnis, da beide Unternehmen nur je 3 NE erzielen, statt 5 NE, wenn sie beide kooperieren würden. Das Dilemma löst sich auf, wenn ein Sanktionsmechanismus für nichtkooperatives Verhalten eingeführt wird. So könnte nichtkooperatives Verhalten zu einem Vertrauensverlust führen, der zukünftige Geschäfte platzen lässt, sodass sogenannte Opportunitätskosten (= Kosten aus entgangenen Gelegenheiten) entstehen. Oder es könnten Strafzahlungen bei nichtkooperativem Verhalten eingeführt werden. Werden diese Opportunitätskosten bzw. Strafzahlungen mit 4 NE angesetzt, ergibt sich folgende Auszahlungsmatrix:


Da die Sanktionszahlungen von jeweils 4 NE den Nutzen nichtkooperativen Verhaltens vermindern, spielt sich das Gleichgewicht in Feld I ein, wo beide Unternehmen jetzt 5 NE statt 3 NE als Auszahlung erhalten können. Eine Abkehr vom kooperativen Verhalten würde sie schlechterstellen, da sie dann nur 4 NE (= 8–4) in Feld II und in Feld III oder nur 3 NE in Feld IV erzielen würden.

ZUSAMMENFASSUNG

Aus der Vielzahl von Theorien des strategischen Managements sind einige hervorzuheben:

  • Market-based View sieht die Ursachen des Unternehmenserfolgs außerhalb des Unternehmens in der Branchenstruktur begründet.

  • Resource-based View sieht die Ursachen des Unternehmenserfolgs innerhalb des Unternehmens in seinen einzigartigen Ressourcen und Fähigkeiten begründet. Mittlerweile werden die beiden Theorien nicht als alternative Erklärungen, sondern als sich gegenseitig ergänzende (komplementäre) Theorien angesehen.

  • Spieltheorie versucht, wirtschaftliche Probleme mit mathematischen Modellen zu beschreiben und zu lösen. Einerseits können Probleme exakt mathematisch formuliert werden, andererseits sind realitätsferne Annahmen notwendig, die die Anwendbarkeit der Spieltheorie auf einige Gebiete des strategischen Managements begrenzen.

  • Agency Theory gehört zur Neuen Institutionenökonomie und sucht nach Lösungen, um das opportunistische Verhalten des Agenten (Auftragnehmer) ggü dem Prinzipal (Auftraggeber) zu minimieren. Die Lösung besteht in Anreiz- & Kontrollmechanismen. Kritisiert wird das pessimistische Menschenbild der Agency Theory.

  • Zu den verhaltenswissenschaftlichen Ansätzen gehören verschiedene Theorien, die im Zeitablauf entstanden sind.

    • Durch die Hawthorne-Experimente wurde von der Wissenschaft erkannt, dass in Unternehmen zwischenmenschliche Beziehungen eine große Rolle spielen. Zur Pflege dieser Beziehungen entstand die Human-Relations-Bewegung. Da dabei die formale Organisation von Unternehmen vernachlässigt wurde, entstand danach der Human-Ressourcen-Ansatz, der motivierende Organisationsstrukturen schaffen wollte. Mit der Koalitions- und der Anreiz-BeitragsTheorie wurde deutlich, dass Unternehmen soziale Gebilde sind, die auf die Beiträge verschiedener Bezugsgruppen angewiesen sind und diesen Gruppen wiederum Anreize gewähren, um Beiträge zu erhalten. Solange ein Anreiz-Beitrags-Gleichgewicht existiert, wird das Unternehmen von den Bezugsgruppen unterstützt. Die verhaltens-wissenschaftliche Entscheidungstheorie weist darauf hin, dass menschliches Entscheidungs-verhalten selten dem Rationalitätspostulat der Managementlehre entspricht, da die Inforkapazität eines Menschen und die Fähigkeit zu rationalen Entscheidungen begrenzt sind


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Lara K.

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