Buffl

7 Führung von Mitarbeitern und Teams

LK
by Lara K.

Gestaltungsbereiche und -empfehlungen zu Anerkennung und Kritik


Gestaltungsbereich

Anerkennung

Kritik

Führungsperson

  • unmittelbare Führungs-person, die Überblick über die Aufgaben der jeweils geführten MA hat

  • ggf Führungskräfte höherer Ebenen, wenn diese Einblick in die Tätigkeit des MA haben

  • ausschließlich die unmittelbare Führungsperson

  • ausschließlich die unmittelbare Führungsperson

Inhalt

  • beobachtetes Verhalten der MA und die damit verbundenen Leistungen (z. B. fertiggestellter Bericht)

  • Verhalten der geführten MA ggü anderen Personen im Unternehmen (z. B. Freundlichkeit, Loyalität)

  • beobachtetes Verhalten der geführten MA in Bezug auf Leistungen bzw. zwischenmensch-liche Interaktionen

  • Vermeiden persönlicher Angriffe im Rahmen der Kritik/sachliche Kritik üben

Rahmen

  • in erster Linie unter 4 Augen, um keine peinliche Situation für den betroffenen MA entstehen zu lassen

  • In Gegenwart anderer MA ist Anerkennung nur dann geeignet, wenn ein Vorbild gesetzt werden soll.

  • Äußern von Kritik grundsätzlich unter 4 Augen

  • Vermeiden von Kritik in Gegenwart anderer Personen (kann zu Gesichtsverlust des Kritisierten führen)

Form

  • Vermitteln der Anerkennung persönlich o. telefonisch (nicht Mail)

  • ausdrückliches Äußern der Anerkennung (nicht: „Nicht geschimpft ist gelobt genug!“)

  • Anpassen der Wortwahl an den beobachteten Tatbestand (Vermeiden von Übertreibungen)

  • Äußern von Kritik im persönlichen Gespräch (nicht Mail o. Telefon

  • klares Darlegen des eigenen Infostandes seitens des Kritisierenden zu Beginn des Kritik-gesprächs

  • klares, sachliches und eindeutiges Formulieren der Aussagen

Zeitpunkt

  • Aussprechen der Anerkennung unmittelbar nach dem beobachteten positiven Verhalten

  • klares Zuordnen der Anerkennung zu konkretem Verhalten

  • unmittelbar nach dem zu kritisierenden Ereignis

  • Vermeiden des Führens einer „Sündenliste“


In der folgenden Abbildung ist beispielhaft die Gesamtvergütung eines Teammitglieds wiedergegeben:


Die Gesamtvergütung eines Teammitglieds besteht aus anforderungsgerechten fixen Basisvergütung + variablen Vergütungsanteil auf Basis von individueller Leistung & Team-leistung. Höhe des teambezogenen variablen Vergütungs-anteils kann für alle Teammitglieder gleich hoch sein (Verteilung nach Köpfen bei annähernd gleichen Basisvergütungen), proportional zur (unterschiedlichen) Basisvergütung der Teammitglieder oder proportional zur individuellen variablen Vergütung, die auf einer Personal-beurteilung basiert betrifft die Gewichtung von teambezo-genem und individuellem variablen Vergütungsanspruch. Je höher der Teamanteil (individuelle Anteil) ist, desto höher ist die Gefahr von Trittbrettfahrertum (Einzelkämpfertum).

Schließlich ist Frage zu beantworten, ob Zielerreichungsgrade des individuellen + teambezogenen variablen Vergütungs-anteils additiv o- multiplikativ verknüpft werden sollen. Im ersten Fall werden beide Zielerreichungsgrade addiert und im Falle der Gleichgewichtung der beiden Vergütungsanteile durch 2 dividiert, es wird also ein Durchschnittswert ermittelt. Im 2. Fall werden beide Zielerreichungsgrade miteinander multipliziert.

Folgendes Zahlenbeispiel soll die unterschiedlichen Verknüpfungen verdeutlichen: Der individuelle und der teambezogene Zielerreichungsgrad betragen jeweils 70 %. Bei einer additiven Verknüpfung (Durchschnittsbildung) erhält das Teammitglied 70 % + 70 % 2 = 70 % und bei einer multiplikativen Verknüpfung nur 70 % · 70 % = 49 % der Teamprämie. Ist bei der multiplikativen Verknüpfung einer der beiden Zielerreichungsgrade sehr gering oder null, erhält das Teammitglied einen sehr geringen variablen Vergütungsanteil oder überhaupt keine variable Vergütung, sodass Teammitglieder bei der multiplikativen Verknüpfung angehalten sind, sowohl hohe individuelle als auch hohe teambezogene Zielerreichungsgrade zu erreichen, um eine hohe variable Vergütung zu erhalten (vgl. Stock-Homburg/Groß 2019, S. 696).

ZUSAMMENFASSUNG

Die Personalführung ist neben dem Personaleinsatz eine weitere generische Personalfunktion von Managern. Sie dient der direkten Beeinflussung des MAverhaltens zur Erreichung der Unternehmensziele. Eine indirekte Beeinflussung des MAverhaltens erfolgt durch Pläne, organisatorische Regeln und Kontrollen in Unternehmen, sodass zwischen diesen und der Personalführung auch ein Substitutionsverhältnis besteht. Ein regelmäßig wiederkehrendes Verhaltensmuster eines Managers wird als Führungsstil bezeichnet. Bis heute existiert keine einheitliche Führungstheorie. Die Eigenschaftstheorie der Führung ist die älteste Führungstheorie.

Anfangs wurden (angeborene) Persönlichkeitsmerkmale von erfolgreich Führenden gesucht, um so Führungskräfte auszuwählen. Diese Forschungsrichtung gilt heutzutage als überholt. Im Rahmen der Attributionstheorie der Führung und der charismatischen Führung spielt sie aber immer noch eine Rolle. Im Mittelpunkt der Führungsstiltheorien stehen nicht Persönlichkeitseigenschaften, sondern die Führungsstile von Führungspersonen. Eindimensionale Führungsstiltheorien betrachten verschiedene Führungsstile als Gegensatzpaare (mit Zwischenstufen): So werden im Führungsstilkontinuum von Tannenbaum & Schmidt mehrere Führungsstile zwischen autoritärem & partizipativem Führungsstil unterschieden. Im Rahmen der Iowa-Studien wurden demokratischer und autoritärer Führungsstil betrachtet. In den Michigan-Studien wurden zunächst mitarbeiter- und leistungsorientierte Führungsstile als Gegenpole betrachtet. Später wurden sie als miteinander kombinierbar angesehen, was zu den zweidimensionalen Führungsstilen führte.

Besonders einflussreich waren dazu die Ohio-State-Studien, die 4 Führungsstilkombinationen von hoher & niedriger MA- und Leistungsorientierung unterscheiden. Darauf baut z. B. das Verhaltensgitter von Blake & Mouton auf, welches in Managementseminaren gelehrt wurde. Es wurde jedoch nur eine einzige Führungsstilkombination als überlegen empfohlen: hohe MA- & hohe Leistungsorientierung. Mit den situativen Führungsstiltheorien sind diese „one best“-Lösungen einer differenzierteren Betrachtung gewichen. Es wurde erkannt, dass unterschiedliche Führungssituationen unterschiedliche Führungsstile erfordern, damit die Personalführung erfolgreich ist. Die älteste situative Führungsstiltheorie ist die Kontingenz-theorie von Fiedler. Man geht allerdings nicht davon aus, dass die Führungsperson ihren Führungsstil an verschiedene Situationen anpassen kann, sodass die Situation an den Führungsstil der Führungsperson angepasst oder die Führungsperson ausgewechselt werden soll. In der Reifegrad-Theorie von Hersey & Blanchard wird hingegen angenommen, dass die Führungsperson ihren Führungsstil in Abhängigkeit vom aufgabenbezogenen Reifegrad des MA flexibel verändern kann. Zudem soll sie dabei helfen, den Reifegrad des MA zu entwickeln. Die Theorie der transformationalen Führung empfiehlt, dass vor allem in Veränderungs- bzw. Umbruch-situationen ein transformationaler Führungsstil eingesetzt werden soll, der die MA begeistern und intrinsisch motivieren soll.

Als Instrumente der MAführung sind Instrumente zu unterscheiden, die primär der Kommunikation oder der Koordination dienen. Zu den Kommunikationsinstrumenten gehören Anerkennung/Kritik, Feedbackgespräche, MAbesprechungen, Kommunikationsmatrix und Storytelling. Zu den Koordinationsinstrumenten gehören v. a. Führen durch Delegation, Führen durch Partizipation und Führen durch Ziele.

Die Führung von Teams unterscheidet sich von der Führung von Individuen. Deren Einsatz ist mit Vor- & Nachteilen verbunden. Insb. sind als negative gruppendynamische Prozesse zu hohe Gruppenkohäsion, Gruppendruck, Gruppendenken und höhere Risikoneigung zu beachten. Dem ist durch die Teamführung entgegenzuwirken. Das Lebenszykluskonzept von Teams zeigt, dass Teams mehrere Phasen durchlaufen müssen, bevor sie produktiv werden können. Ferner besteht in Teams die Gefahr des sozialen Faulenzens (Social Loafing). Ebenso sind in Teams verschiedene Rollen sowie Typen von Teammitgliedern zu finden. Als Instrumente der Teamführung können verschiedene Koordinationsinstrumente (Etablieren von Teamnormen, Teamziele, Zeitmanagement und Konfliktmanagement) und Anreizinstrumente (Teambeurteilung (auch mit Gamification), Teamvergütung und Teamevents) eingesetzt werden.

Author

Lara K.

Information

Last changed