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Werbereaktanz 3: Friestad, M. & Wright, P. (1994). The Persuasion Knowledge Model: How people cope with persuasion attempts.

FP
by Federico P.

Friestad, M. & Wright, P. (1994). The Persuasion Knowledge Model: How people cope with persuasion attempts.

OVERVIEW (1. Version)


Diese Studie gehört thematisch in deinen Werbereaktanz-Block, weil sie eine fundamentale Frage beantwortet, die oft unterschätzt wird:

Warum haben verschiedene Menschen überhaupt unterschiedliche Einstellungen gegenüber Werbung?

Während viele klassische Werbeforschungsstudien fragen:

  • wie Werbung wirkt

  • oder welche Inhalte funktionieren,

stellt Dutta-Bergman eine vorgelagerte Frage:

Welche Personenmerkmale bestimmen die Einstellung zu Werbung selbst?

Das ist der Kern.

🔑 Grundidee der Studie

Die Autorin argumentiert:

Attitude toward advertising ist kein einheitliches Konstrukt.

Stattdessen besteht es aus mindestens zwei zentralen Dimensionen:

1️⃣ Informational Utility → Werbung als hilfreiche Informationsquelle.

2️⃣ Support for Regulation → Wunsch nach Einschränkung oder Kontrolle von Werbung wegen sozialer Risiken.

Diese beiden Dimensionen können gleichzeitig existieren.

Eine Person kann:

  • Werbung nutzen UND

  • Werbung regulieren wollen.

Das ist die zentrale theoretische Spannung der Studie.

🧠 Was ist die große theoretische Idee?

Die Forschung hatte bis dahin hauptsächlich untersucht:

  • Alter

  • Geschlecht

  • Einkommen

als Erklärungen für Werbehaltungen.

Dutta-Bergman sagt:

Demographie reicht nicht.

Stattdessen sind Psychographics entscheidend:

  • Werte

  • Lebensstil

  • Einstellungen

  • soziale Orientierung.

Die Studie verschiebt also die Perspektive von:

„Wer bist du?“ (Demographie)

zu:

„Wie denkst und lebst du?“ (Psychographie).

⚙️ Psychographics (SEHR prüfungsrelevant)

Das Modell umfasst psychographische Variablen wie:

  • Innovativeness

  • Brand consciousness

  • Health consciousness

  • Environmental consciousness

  • Trust

  • Conservatism

  • Gender conservatism

  • Religiosity usw.

Die zentrale Annahme:

➡ Psychographics erklären Werbeeinstellungen stärker als klassische Demographie.

🎯 Zentrale empirische Logik

Die Studie untersucht:

Welche Faktoren beeinflussen:

  • Nutzung von Werbung als Information?

  • Unterstützung für Werberegulierung?

Das Ergebnis ist extrem wichtig:

Viele Variablen wirken in entgegengesetzte Richtungen.

Beispiel:

  • ältere Personen nutzen Werbung stärker

  • unterstützen aber gleichzeitig Regulierung.

Diese Ambivalenz ist ein Schlüsselpunkt.

🧩 Implizite Theorie (Prüfer lieben das)

Die Autorin nennt es nicht als Haupttheorie, aber interpretiert Ergebnisse durch:

⭐ Third-Person Effect

Menschen denken:

  • Werbung hilft mir,

  • aber könnte anderen schaden.

Deshalb:

  • Nutzung + Regulierungswunsch gleichzeitig.

Das ist eine der häufigsten Prüfungsfallen.

📊 Methodische Bedeutung

Die Studie nutzt:

  • große nationale Stichprobe (N=3350)

  • Lifestyle Survey

  • hierarchische Regression.

Wichtig:

Demographie erklärt nur wenig Varianz.

Psychographics erklären deutlich mehr.

➡ theoretischer Mehrwert.

🔥 Was Prüfer meistens wissen wollen

Nicht einzelne Betas.

Sondern:

  • Warum zwei Dimensionen von Attitude toward Advertising?

  • Warum Psychographics?

  • Was erklärt den Alter-Paradox?

  • Was bedeutet Third-Person Effect hier?

  • Welche praktische Bedeutung hat Segmentierung?

🎯 Wichtigste Erkenntnis (für die Prüfung)

Die Studie zeigt:

Einstellungen gegenüber Werbung hängen stark von psychographischen Lebensstilen ab und sind gleichzeitig funktional (Informationsnutzung) und normativ (Regulierungswunsch).

⭐ Ein Satz, den du fast auswendig können solltest

Die Studie zeigt, dass psychographische Variablen zentrale Prädiktoren der Einstellung gegenüber Werbung sind und dass Konsumenten Werbung gleichzeitig nutzen und regulieren wollen können.

🧠 Mentales Bild (sehr hilfreich)

Stell dir Werbung als gesellschaftliche Institution vor:

  • wirtschaftlich nützlich (Information)

  • sozial problematisch (Einfluss).

Jeder Konsument positioniert sich irgendwo zwischen diesen Polen.

Die Studie erklärt, warum.

🔥 Professor Insight (sehr wichtig)

Diese Studie ist im Themenblock eine Basisstudie.

Sie erklärt:

wer grundsätzlich positiv oder kritisch gegenüber Werbung ist.

Die anderen Studien (Intrusiveness, PKM, Skepsis usw.) erklären dann:

wie dieser Widerstand entsteht.

Friestad, M. & Wright, P. (1994). The Persuasion Knowledge Model: How people cope with persuasion attempts.

OVERVIEW (2. Version)


Diese Studie ist wahrscheinlich die theoretisch wichtigste im gesamten Werbereaktanz-Block.

Warum?

Weil sie die Perspektive auf Werbung fundamental verändert.

Frühere Werbemodelle fragten vor allem:

  • Wie wirkt Werbung?

  • Wie verarbeitet der Konsument Botschaften?

Friestad & Wright drehen die Richtung um:

Menschen sind keine passiven Empfänger — sie lernen, Persuasionsversuche zu erkennen und strategisch damit umzugehen.

Das ist der Kern des Persuasion Knowledge Model (PKM). Friestad, M. & Wright, P. (1994…

🔑 Die zentrale theoretische Verschiebung

Das PKM betrachtet Werbung als ein Interaktionsspiel zwischen:

  • Persuader (Agent)

  • Zielperson (Target).

Beide Seiten lernen und passen sich an.

➡ Werbung ist kein Einbahnstraßen-Prozess.

Auf der Modellgrafik (Abb. 1, früh im Artikel) sieht man genau diese Spiegelstruktur zwischen Agent und Target: beide besitzen Wissen und Strategien. Friestad, M. & Wright, P. (1994…

🧠 Kernfrage der Studie

Die Autoren fragen nicht:

  • ob Werbung überzeugt,

sondern:

Wie erkennen Konsumenten Persuasionsabsichten — und wie reagieren sie darauf?

Das führt zum zentralen Begriff:

⭐ Persuasion Knowledge

= Wissen darüber,

  • welche Ziele Persuader haben,

  • welche Taktiken sie nutzen,

  • wie man diese Taktiken interpretiert.

⚙️ Die drei Wissensarten (extrem prüfungsrelevant)

Im PKM gibt es drei Wissenssysteme:

1️⃣ Topic Knowledge → Wissen über das Produkt/Thema.

2️⃣ Agent Knowledge → Wissen über den Persuader (Werber, Verkäufer).

3️⃣ Persuasion Knowledge → Wissen über Persuasionsstrategien selbst.

Die zentrale Innovation ist Punkt 3.

🧩 Coping – das Schlüsselkonzept

Wenn Persuasion Knowledge aktiviert wird, versuchen Konsumenten zu „cope“.

Coping bedeutet:

  • Strategien entwickeln, um Einfluss zu kontrollieren.

Beispiele:

  • Skepsis

  • Gegenargumentation

  • Ignorieren

  • Neubewertung des Persuaders.

Wichtig:

➡ Coping ist aktiv und strategisch — nicht passiv.

🔄 Dynamische Lernlogik

Das PKM beschreibt eine Entwicklung über die Zeit:

  • Menschen sammeln Erfahrungen mit Werbung,

  • entwickeln Heuristiken,

  • erkennen Muster,

  • reagieren strategischer.

Deshalb:

  • Kinder haben wenig Persuasion Knowledge,

  • Erwachsene deutlich mehr.

Die Autoren betonen besonders die Entwicklung über Lebensphasen hinweg (Entwicklungsteil im Mittelteil des Artikels). Friestad, M. & Wright, P. (1994…

🎯 Zentrale theoretische Aussage

Sobald Konsumenten erkennen:

„Hier versucht jemand, mich zu beeinflussen“

ändert sich ihre Verarbeitung.

Sie reagieren nicht mehr nur auf die Botschaft, sondern auf die Absicht dahinter.

Das ist einer der wichtigsten Gedanken im ganzen Themenblock.

⭐ Warum das für Werbereaktanz entscheidend ist

Das PKM erklärt eine zentrale Ursache von Widerstand:

Reactance entsteht oft dann, wenn Persuasion Knowledge aktiviert wird.

Mit anderen Worten:

  • Nicht Werbung selbst erzeugt Widerstand,

  • sondern das Bewusstsein über die Persuasionsabsicht.

Das ist die Brücke zu:

  • Intrusiveness (Edwards)

  • Ad Skepticism (Obermiller).

⚖️ Vergleich zu klassischen Modellen (Prüfer lieben das)

Das PKM unterscheidet sich von Modellen wie ELM:

  • ELM: Fokus auf Verarbeitungstiefe.

  • PKM: Fokus auf Wissen über Persuasion und strategisches Coping.

PKM ergänzt klassische Persuasionsmodelle um die soziale Meta-Ebene.

🧠 Fairness & Bewertung von Taktiken

Ein weiterer zentraler Punkt:

Konsumenten bewerten Taktiken danach, ob sie:

  • fair,

  • angemessen,

  • manipulativ

wirken.

Wenn eine Taktik als unangemessen wahrgenommen wird:

➡ Coping und Widerstand steigen.

📊 Besonderheit der Studie (methodisch wichtig)

Das PKM ist kein einzelnes Experiment.

Es ist:

➡ ein konzeptionelles Theoriepapier.

Die Autoren entwickeln ein umfassendes theoretisches Framework, das viele frühere Studien integriert.

Deshalb:

  • weniger statistische Ergebnisse,

  • mehr theoretische Struktur.

🎯 Typische Prüfungsfragen (mental vorbereiten)

Prüfer fragen häufig:

  • Warum ist PKM ein Paradigmenwechsel?

  • Was ist Persuasion Knowledge genau?

  • Wie entsteht Coping?

  • Unterschied PKM vs ELM?

  • Warum reagieren Experten anders als Laien?

  • Verbindung zu Werbereaktanz?

⭐ Ein Satz, den du können solltest

Das Persuasion Knowledge Model beschreibt, wie Konsumenten durch Erfahrung Wissen über persuasive Strategien entwickeln und dieses nutzen, um Persuasionsversuche strategisch zu interpretieren und zu kontrollieren.

🧠 Mentales Bild (sehr hilfreich)

Stell dir Werbung als Schachspiel vor:

  • Werber setzen Strategien ein.

  • Konsumenten lernen Muster.

  • Beide passen sich gegenseitig an.

Das PKM beschreibt genau dieses Spiel.

🔥 Professor-Insight (sehr wichtig)

Im gesamten Werbereaktanz-Block ist diese Studie:

⭐ die Meta-Theorie.

Sie erklärt:

  • warum Intrusiveness wirkt,

  • warum Skepsis entsteht,

  • warum manche Menschen Werbung sofort durchschauen.

Ohne PKM wirken die anderen Studien wie Einzelphänomene.

Mit PKM werden sie logisch verbunden.

Author

Federico P.

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