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physikalische Geodäsie

JW
by Julius W.

Wozu physikalische Geodäsie?

„Physikalische Geodäsie verbindet Geometrie mit Physik – sie beschreibt das Schwerefeld der Erde und macht Höhen physikalisch sinnvoll.“

„Die physikalische Geodäsie beschäftigt sich mit dem Schwerefeld der Erde und dessen Wirkung. Sie liefert die physikalische Grundlage für Höhen, das Geoid und die Interpretation von Satelliten- und GNSS-Messungen. Ohne physikalische Geodäsie könnten wir keine physikalisch sinnvollen Höhen angeben und das Erdschwerefeld nicht modellieren.“

Die geometrische Geodäsie beschreibt die Form der Erde.Die physikalische Geodäsie erklärt, warum sie so ist.

Ohne physikalische Geodäsie gäbe es keine physikalisch sinnvollen Höhen.

Warum reicht geometrische Geodäsie nicht?

Weil:

  • GNSS nur ellipsoidische Höhen liefert

  • Höhen aber physikalisch durch das Schwerefeld definiert sind

  • Wasser z. B. entlang von Äquipotentialflächen fließt

Ausführliche Antwort (2–3 Minuten)

Die physikalische Geodäsie untersucht:

  1. Das Erdschwerefeld

    • räumliche Verteilung der Schwerebeschleunigung

    • Massenverteilung im Erdinneren

    • Anomalien durch Gebirge, Ozeane etc.

  2. Das Schwerepotential

    • Grundlage für das Geoid

    • Verbindung zwischen Gravitation und Rotation

    • Bestimmung der Schwerekomponenten über den Gradienten

  3. Das Geoid

    • Äquipotentialfläche des Schwerefeldes

    • physikalische Referenzfläche für Höhen

    • notwendig zur Umrechnung von GNSS-Höhen h in orthometrische Höhen H

  4. Praktische Anwendungen

    • Höhenbestimmung (H = h − N)

    • Ingenieurvermessung

    • Meeresspiegelbestimmung

    • Satellitenbahnbestimmung

    • Geophysik (Massenanomalien im Erdinneren)

Aufgabe 6 (12 Punkte):

Für eine besonders effiziente Auswertung von Drei-Punkt-Rekursionen wird in der Erdmessung der Clenshaw-Algorithmus eingesetzt. Gegeben seien die vier Koeffizienten c0=-2, c1=+1, c2=+2, c3=-1. Gesucht sei der Funktionswert

f(x) = c0 P0(x0) + c1 P1(x0) + … + cN PN(x0)

mit Legendre-Polynomen Pk(x) als Basisfunktionen, ausgewertet an der Stelle x0= t = -0.5.

a)      Von welchem Grad N wird das auszuwertende Polynom sein?

b)      Welcher sphärischen Breite auf der Erdkugel entspricht der Parameter t = -0.5?

c)      Geben sie die notwendigen Legendre-Polynome Pk(x) bis zum Grad N an und werten Sie diese an der Stelle x0= -0.5 aus.

d)      Wie groß ist der Funktionswert f(x0=-0.5) aus der oben angegebenen Beziehung?

e)      Erläutern Sie die Idee des Clenshaw-Algorithmus‘. Welche Bedeutung haben die beiden Funktionen αk(x) („alpha“) und βk(x) („beta“)?

f)      Kontrollieren Sie das Resultat, indem Sie den Clenshaw-Algorithmus benutzen.

Aufgabe 6 (12 Punkte):

Für eine besonders effiziente Auswertung von Drei-Punkt-Rekursionen wird in der Erdmessung der Clenshaw-Algorithmus eingesetzt. Gegeben seien die vier Koeffizienten c0=-2, c1=+1, c2=+2, c3=-1. Gesucht sei der Funktionswert

f(x) = c0 P0(x0) + c1 P1(x0) + … + cN PN(x0)

mit Legendre-Polynomen Pk(x) als Basisfunktionen, ausgewertet an der Stelle x0= t = -0.5.

a)      Von welchem Grad N wird das auszuwertende Polynom sein?

3, da N = (c)-1 = 4-1=3 und der höchste vorkommende Koeffizient c3=−1≠0 ist, läuft die Summe bis P3


b)      Welcher sphärischen Breite auf der Erdkugel entspricht der Parameter t = -0.5?



c)      Geben sie die notwendigen Legendre-Polynome Pk(x) bis zum Grad N an und werten Sie diese an der Stelle x0= -0.5 aus.



d)      Wie groß ist der Funktionswert f(x0=-0.5) aus der oben angegebenen Beziehung?



e)      Erläutern Sie die Idee des Clenshaw-Algorithmus‘. Welche Bedeutung haben die beiden Funktionen αk(x) („alpha“) und βk(x) („beta“)?

·         Idee Clenshaw: numerisch stabiler und effizienter Rekursionsalgorithmus bei großen N und verwendet die Drei-Punkt-Rekursion der Polynome

·         Führt zwei rückwärtsberechnete Hilfsgrößen ein (αk(x) und βk(x))

·         αk(x): beschreibt wie stark Pk(x) (mit Faktor x) in Pk+1(x) eingeht

·         βk(x): gibt an, wie stark das „zweite Vorgängerpolynom“ Pk-1(x) in die Rekursion eingeht


f)      Kontrollieren Sie das Resultat, indem Sie den Clenshaw-Algorithmus benutzen.



Aufgabe 5 (12 Punkte):

Eine gewöhnliche Differentialgleichung 1. Ordnung lautet

dy/dx = 3 · exp(-x) – 0.4 · y

a)      Ausgehend von den Startwerten x0=0 und y0=5 sollen mit der Schrittweite h=0.5 und dem Runge Kutta-Verfahren 2. Ordnung (Heun) die Funktionswerte y(0.5), y(1.0) und y(1.5) berechnet werden.

b)      Was steht bezüglich der Genauigkeit der Resultate zu erwarten, wenn einerseits das Verfahren nach Euler und andererseits das Runge-Kutta-Verfahren 4. Ordnung (RK4) alternativ verwendet werden (nur erläutern, keine Rechnung)?

Aufgabe 5 (12 Punkte):

Eine gewöhnliche Differentialgleichung 1. Ordnung lautet

dy/dx = 3 · exp(-x) – 0.4 · y

a)      Ausgehend von den Startwerten x0=0 und y0=5 sollen mit der Schrittweite h=0.5 und dem Runge Kutta-Verfahren 2. Ordnung (Heun) die Funktionswerte y(0.5), y(1.0) und y(1.5) berechnet werden.



b)      Was steht bezüglich der Genauigkeit der Resultate zu erwarten, wenn einerseits das Verfahren nach Euler und andererseits das Runge-Kutta-Verfahren 4. Ordnung (RK4) alternativ verwendet werden (nur erläutern, keine Rechnung)?

  • Euler: niedrigste Genauigkeit (1. Ordnung), hoher Fehlerzuwachs, nur kleine Schrittweiten liefern sinnvolle Ergebnisse

  • mittlere Genauigkeit (2. Ordnung), deutlich geringere Fehlerzuwächse als beim Euler-Verfahren, liefert bei moderaten Schrittweiten stabile und ausreichend genaue Ergebnisse

  • RK4: deutlich höhere Genauigkeit (4. Ordnung), viel geringere Fehlerakkumulation, liefert zuverlässige Resultate auch bei größeren Schrittweiten à heutiger Standard


Aufgabe 6 (10 Punkte):

Für eine besonders effiziente Auswertung von Drei-Punkt-Rekursionen wird in der Erdmessung der Clenshaw-Algorithmus eingesetzt. Gegeben seien die vier Koeffizienten c0=-2, c1=+1, c2=+2, c3=-3. Gesucht ist der Funktionswert

f(x) = c0 P0(x) + c1 P1(x) + … + cN PN(x) mit Legendre-Polynomen Pn(x) als Basisfunktionen, ausgewertet an der Stelle x0= t= 0.75.

a)      Von welchem Grad N wird das auszuwertende Polynom sein?

b)      Welcher sphärischen Breite auf der Erdkugel entspricht der Parameter t = 0.75?

c)      Geben sie die notwendigen Legendre-Polynome Pn(x) bis zum Grad N an und werten Sie diese an der Stelle x0 aus.

d)      Wie groß ist der Funktionswert f(x0) aus der oben angegebenen Beziehung?

e)      Erläutern Sie die Idee des Clenshaw-Algorithmus‘. Welche Bedeutung haben die beiden Funktionen αn(x) und βn(x)?

f)      Kontrollieren Sie das Resultat, indem Sie den Clenshaw-Algorithmus in Tabellenform anwenden.



Aufgabe 6 (10 Punkte):

Für eine besonders effiziente Auswertung von Drei-Punkt-Rekursionen wird in der Erdmessung der Clenshaw-Algorithmus eingesetzt. Gegeben seien die vier Koeffizienten c0=-2, c1=+1, c2=+2, c3=-3. Gesucht ist der Funktionswert

f(x) = c0 P0(x) + c1 P1(x) + … + cN PN(x) mit Legendre-Polynomen Pn(x) als Basisfunktionen, ausgewertet an der Stelle x0= t= 0.75.

a)      Von welchem Grad N wird das auszuwertende Polynom sein?

3, da N = (c)-1 = 4-1=3 und der höchste vorkommende Koeffizient c3=−1≠0 ist, läuft die Summe bis P3


b)      Welcher sphärischen Breite auf der Erdkugel entspricht der Parameter t = 0.75?



c)      Geben sie die notwendigen Legendre-Polynome Pn(x) bis zum Grad N an und werten Sie diese an der Stelle x0 aus.


d)      Wie groß ist der Funktionswert f(x0) aus der oben angegebenen Beziehung?


e)      Erläutern Sie die Idee des Clenshaw-Algorithmus‘. Welche Bedeutung haben die beiden Funktionen αn(x) und βn(x)?


f)      Kontrollieren Sie das Resultat, indem Sie den Clenshaw-Algorithmus in Tabellenform anwenden.



Was ist Astasierung?


Funktionsweise kurz:

Beim Wirken einer Kraft F auf den Balken schwenkt dieser aus. Bei einer Astasierung ist auf dem Balken eine Astasierungseinheit montiert. Die Astasierungseinheit besteht aus einem waagerechten Gefäß. Das Gefäß ist mit einer Flüssigkeit und einer Luftblase gefüllt ähnlich wie bei einer Wasserwaage. Durch die Neigung sammelt sich das Wasser am niedrigsten Punkt (Die Luftblase bewegt sich zum höchsten Punkt). Durch das zusätzliche Gewicht des Wassers wird die Auslenkung des Balkens verstärkt.

Vorteil:

kleine Kraftänderungen sorgen durch Astasierung zu größeren Änderungen an der Neigung des Balkens, dadurch ist das Ablesen der Neigung eindeutiger (genauer) möglich

geringere Baugröße

Anwendung:

-       Relativgravimeter i.d.R. Sensoren mit Drehmoment-Waagen


Funktionsweise ausführlich nach ADV:

Astasierung: Mechanische Maßnahme, um die unmittelbare Sensorreaktion auf die Veränderung einer mechanischen Kraft zu vergrößern. Bei Gravimetern, die auf dem Prinzip des Drehmoments basieren, wird der Effekt der Astasierung erzeugt durch Wahl einer geeigneten Sensorgeometrie, insbesondere über den Winkel, den die Gravimeterfeder mit dem Hebel des Drehmomentsensors bildet. Die mechanische Reaktionsverstärkung wird bei astasierten Gravimetern meist auf einen Wert zwischen 1000 und 2000 eingestellt. Das Prinzip der Astasierung lässt sich mit Hilfe der „Apothekerwaage“ (Waage mit beidseitigen Schalen zur Aufnahme von Gewichten) veranschaulichen: Durch geeignete Veränderung von Zusatzgewichten auf der Schwerpunkt-Drehpunkt-Linie lässt sich der Abstand zwischen dem Gesamtschwerpunkt des mechanischen Systems und dem Waagen-Drehpunkt verringern, so dass eine Differenz zwischen den in den beiden Schalen liegenden Gewichten zu immer größeren Winkelausschlägen führt. Für eine stabile Gleichgewichtslage ist es erforderlich, dass der Gesamtschwerpunkt immer unter dem Systemdrehpunkt (der Drehachse) liegt.

Astasierte Gravimeter: Relativgravimeter, bei denen die mechanische Wirkung von Schwereänderungen auf den gravimetrischen Sensor durch Astasierung verstärkt wird. Die Sensoren sind überwiegend Drehmoment-Waagen. Die Anwendung dieses Prinzips ermöglicht eine geringe Baugröße. Die Sensoren bestehen meist aus einem um eine horizontale Achse drehbaren Hebel, an dessen anderen Ende sich der gravimetrische Probekörper befindet. Mit Hilfe einer unter einem spitzen Winkel angreifenden Gravimeterfeder (meist Schraubenfeder) wird dieser Hebel in einen horizontalen mittleren Ruhezustand eingestellt (relatives statisches Gleichgewicht, siehe Mikroseismik). Schwereänderungen verursachen einen Winkelausschlag. Bei der Ausschlagmethode dient dieser Winkelausschlag als analoges Maß der verursachenden Schwereänderung, bei der Null-Methode wird der Winkelausschlag durch geeignete Hilfskräfte oder andere Maßnahmen kompensiert, d.h. es wird auf diesem Wege die ursprüngliche Null-Lage des Gravimeterhebels wieder hergestellt; die Kompensationsgröße stellt den Analogwert für die aufgetretene Schwereänderung dar.

Die Winkelausschläge des Gravimeterhebels sind bei astasierten Gravimetern nichtlinear mit den verursachenden Schwereänderungen verknüpft, da Kippungen des Hebels die Geometrie des Sensors verändern und dadurch den Astasierungsfaktor (als Funktion des Winkelausschlags); diese Nichtlinearität der mechanischen Sensorreaktion auf Schwereänderungen unterscheidet die astasierten Gravimeter von den linearen Gravimetern.

Quelle: https://www.adv-online.de/AdV-Produkte/Integrierter-geodaetischer-Raumbezug/binarywriterservlet?imgUid=24c70361-4be9-0b61-b221-d8b23b36c4c2&uBasVariant=11111111-1111-1111-1111-111111111111

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Julius W.

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