Motorisches Lernen
Benenne die 6 Kategorien der Motorik nach Freis un Freivogel
Posturale Motorik: Sicherung des Massenmittelpunktes über der Unterstützungsfläche unter statischen und dynamischen Bedingungen und Beibehaltung der korrekten Relation der Körpersegmente
Lokomotion: Fortbewegung des Individuums im Raum (unter Wahrnehmung der posturalen Stabilität)
Greifmotorik: Aneignung von Objekten im Raum (unter Wahrnehmung der posturalen Stabilität)
Manipulation: Instrumenteller Einsatz der Hand zur Objektuntersuchung und -nutzung
Emotionale Motorik: Kommunikation des emotionalen Status
Blickmotorik: Visuelle Orientierung im Raum und Erfassung von Objekten
Was ist “motorische Kontrolle”?
Ist die Art und Weise , wie das Zentralnervensystem eine Bewegung steuert und kontrolliert, sei sie nun optimal oder problematisch
Was ist “Motorisches Lernen”?
findet statt wenn für das Bewältigen einer Aufgabe neeue Strategien entwickelt werden müssen
Es ist ein Problemlösungsprozess
nach Schmidt/Lee:
ML als Prozess, in dessen Verlauf die Fähigkeit zu erfolgreicher Bewältigung von Bewegungsaufgaben erworben wird
ML als Ergebnis von Übung und Erfahrung
ML als nur am veränderten Verhalten ablesbar (innere Prozesse nicht direkt ablesbar)
ML als ein Vorgang der zu (relativ) andauernden Veränderungen im Bewegungsverhalten führt
nach Shumway-Cook/Woollacott
ML ist die Summe von Prozessen, die durch Übung oder Erfahrung zu relativ stabilen neuronalen Veränderungen und als Folge davon zu geschickten motorischen Handlungen auch unter wechselnden Kontextfaktoren führt
Was ist “Restitution”?
Wiederherstellung (Verbesserung)
Was ist “Shaping”?
Anpassung von Anforderungen, damit an der Leistungsgrenze des Klienten gearbeitet werden kann
Was ist “Feed-Foward”?
Vorbereitendes Verhalten
z.B. Tonus steigern, passende Haltung annehmen,…
Was sind die 4 Zentralen Fragestellungen der Forschung zur Motorischen Kontrolle (Birklbauer, Mulder)
motorische Komplexität (Auswahl der erforderlichen und die Unterdrückung der gerade nicht erforderlichen aber grundsätzlich vorhandenen Bewegungsmöglichkeiten)
motorische Äquivalenz (Gleiche Bewegungen können von unterschiedlichen Muskeln gesteuert werden, je nach Ausgangslage)
Neuigkeitsproblem (Person kann sich schnell an verändernde und auch völlig neue Bewegungsanforderungen anpassen)
Speicherproblem (Es gibt gewisse Bewegungsmuster die gespeichert werden, die bestimmter Regeln befolgen, aber der Speicher ist begrenzt)
Benenne die Phasen Des Fitts-Posner-Modell des motorischen Lernens
kognitive Phase
assoziative Phase
autonome Phase
Erkläre die kognitive Phase
Das Ziel vor Augen haben und den Richtigen Ablauf der Bewegung / Den Kern der Handlung zu verstehen
W-Fragen: Was und wie soll etwas gemacht werden?
Lernende Person sucht sich für die Aufgabe relevante Informationen in der Umwelt
Verschiedene Lernwege ausprobieren, häufig lernen m Modell hilfreich (Modellperson gibt Feedback)
Option der “Hands-on” (geführten) Anleitung
Try-and-Error zum rantasten an die Bewegung (Strategien erproben)
Fehler gehören zum Lernprozess, Fehlermöglichkeiten sollten aber gering gehalten werden (Überforderung vermeiden)
Phase beinhaltet insgesamt eher hohen kognitiven Anteil
Was sollte im Ergotherapeutischen Bezug in der Kognitiven Phase beachtet werden?
Unterstützung an kognitiver Leistung angepasst
Fehlervermeidung unterstützen, besonder bei Klient:innen mit kognitiven Einschränkungen
Sinnhaftigkeit und Bedeutsamkeit der Aufgabe hervorheben
Lernsituation angenehm gestalten, um den Lernprozess zu fördern (z.B. angstfreies Lernen, Interessenbasiert, ggf. spielerisch)
Schwankende Tagesform berücksichtigen
Erkläre die Assoziative Phase
Person hat die Aufgabe verstanden
Es geht darum Fehler zu verringern und Abläufe zu optimieren
Sehr vieleWiederholungen (Repitition / repetitives Üben) sorgen für zunehmende Sicherheit
Erste Variationen einbauen, ggf. Ablenkungsfaktoren mit einbeziehen
Anforderungsniveau langsam steigern
Durchs sichere Ausführen wird weniger Kognitive Kapazität erfordert, jedoch kann diese durch zunehmende Variation auch wieder höher werden
Was sollte im Ergotherapeutischen Bezug in der Assoziativen Phase beachtet werden?
Variationen einbauen, wenn kaum Fehler mehr Auftreten oder um für Abwechslung zu Sorgen
Durch gezieltes spezifisches Feedback unterstützen
Erkläre die Autonome Phase
Erlerntes wird fehlerfrei durchgeführt, Multitasking ist möglich, Variationen sind unter sämtlichen Umständen umsetzbar
Automatisierter Ablauf der Handlung
Was sollte im Ergotherapeutischen Bezug in der Autonomen Phase beachtet werden?
Das “Therapie Lernen” wird “Alltagstauglich”, Durchführung ist im Alltag unter realistischen Bedingungen möglich
Was ist die Closed-Loop-Theorie?
ständiger Abgleich von aktueller Bewegung mit Idealbewegung/Idealspur
Im Mittelpunkt steht das sensorische Feedback (vor allem verstanden als propriozeptives Feedback)
Setzt zu großen Datenspeicher im Gehirn voraus
Genau die gleiche Bewegung kommt selten vor -> viele Variationen
Personen müssten in neuen Situationen erst wieder lernen, was aber der Realität nicht entspricht
Was ist die Schmidt’sche Schematheorie?
erworbenes Regelset für Bewegungen; Parameter für den Erwerb
Exploration von Körper und Kontext vor Beginn der Bewegung
Analyse der aufgabenspezifischen Bewegungsanforderungen
Analyse des sensorischen Feedbacks während der Bewegung
Abschließend Vergleich von Bewegungsziel und Bewegungserfolg
Erklärt Umgang mit Variationen besser
Aneignung von Schematas sehr aufwendig und setzt kognitive Leistung voraus
Ergotherapeut muss in der Therapie mehrere alltagstreue Variationen integrieren
Erkläre die Open-Loop-Theorie
Bewegungen können auch ohne peripheren Input (sensorisches Feedback) koordiniert ablaufen -> z.B. durch hochautomatisierte Bewegungsabläufe
Kurze Bewegungen haben eine Weiterleitung zum ZNS nicht zwingend nötig
Speicherung und Abrufung ohne starke kognitiven Aufwand möglich
Erkläre die ökologische Theorie
Kontextfaktoren spielen eine zentrale Rolle bei Steuerung von Bewegungen
Umweltfaktoren leiten Bewegungen ein, führen durch die Bewegung und steuern sie (mit)
Kontext warum etwas gemacht wird ist wichtig
Viele Informationen werden auch unbewusst verarbeitet
Anpassung der Bewegung auch direkt durch die Sinne
Nenne die Arten von Einflussfaktoren, die die Lebenssituation beeinflussen
Interne Einflussfaktoren
Externe Einflussfaktoren
Feedback
Zeitliche Verteilung des Übens
Weitere Aspekte des Lernens
Nenne die Internen Einflussfaktoren, die die Lebenssituation beeinflussen
Beherrschungsgrad einer Aufgabe (sowohl Häufigkeit als auch in welcher Form Handlung ausgeführt wurde)
Perzeptive Kompetenz (sensorische Exploration des Umfeldes auf aufgabenrelevante Reize)
Kognitive Kompetenz (Aufmerksamkeit, exekutive Funktionen, kognitive Belastbarkeit, Gedächtnis, Sprache, IVG, räumliche Leistungen,…)
Nenne die Externen Einflussfaktoren, die die Lebenssituation beeinflussen
Geschlossene Aufgaben (“closed tasks”)
gleichbleibende Umgebung, vertraute Kontextfaktoren
Keine Variationen und unvorhergesehene Störungen
Kein Zeitdruck
Gute Verfügbarkeit aufgabenrelevanter Informationen (Cues )
Variierte Aufgaben ohne Zeitdruck (“variable motionless tasks”)
Wechselnde Gegenstände oder Kontextbedingungen
Erhöhte Anforderungen an Suchprozesse + ggf. Bewegung im Raum
Aufgaben mit gleichmäßigen Umgebungsbewegungen (“consistent motion tasks”)
Die Umgebung bzw. ein relevanter Faktor der Umgebung bewegt sich (gleichmäßig)
Anpassung an Umgebung erforderlich (Tempo und Timing)
Bedeutung von Feedfoward-Prozessen nimmt zu
Offene Aufgaben (“open tasks”)
Person und Kontext bewegen sich (wenig berechenbar)
Konstante Suche nach relevanten, situationsabhängigen wechselnden Informationen notwendig
wechselndes Tempo
Stetige Kontrolle der Handlung notwendig (Überwachungsleistungen/Modulation der Aufmerksamkeit)
Kognitive und posturale Leistungen sind in sehr hohem Maße beansprucht
Nenne Formen von Feedback
Intrinsisches Feedback
sensorisches eigenes Feedback
Extrinsisches Feedback
von äußeren Quelle stammend
Feedback über das Ergebnis (”kowledge of result”)
Information über Ergebnis, Zielerreichung und Effektivität
Feedback über die Durchführung
Informationen über den Prozess
Visuelles und verbales Feedback
In der Häufigkeit reduziertes Feedback
Zu häufiges Feedback verführt dazu, sich auf das Feedback zu verlassen und verringert die eigene kognitive Bewegungskontrolle
zu häufiges Feedback führt oft zu laufenden Korrektur- und Optimierungsversuchen, was die Automatisierung des Bewegungsablaufes stören kann
Kurze Pause nach Bewegung - dann Feedback
Nenne die Formen der Zeitlichen Verteilung des Übens
Blocked Practice
Üben durch häufiges Wiederholen der gleichen Bewegung (und ggf. Variationen)
man erhält eine Vorstellung über den Bewegungsablauf
Random Practice
willkürlicher Wechsel/ Variation von Kontextbedingungen
verteilte Lerngelegenheiten
Variabilität
Handlungskompetenz wird nicht durch identische Wiederholungen erworben, sondern durch Variationen des Lernthemas
Variationen bei gleichzeitig hohem Wiedererkennungswert (Bildung eines “Regelsets”)
Nenne wichtige Elemente des Bewegunglernens
Feststellung der Lernphase
Aufgabenniveau
Selbstkontrolliertes Üben
Perzeptives und kognitives Potential des Lernenden
Feedbackwahl
Variabilität der Übungen
Lernen am Modell
Nenne weitere Aspekte des Lernens
Eigentraining, lernende Person bestimmt Aspekte der Übungsbedingungen
Beobachtungslernen (“Lernen am Modell”)
Unterschiedliche Kontexte möglich
Man muss nicht jeden Fehler selber machen
Mentale Funktionen
Schlüsselmomente
Direkt auf Situationen eingehen, wenn sie stattfinden.
z.B. wenn Klient an dem Türrahmen hängenbleibt, fragen, ob es dem Aufgefallen ist, vllt nochmal zum Türrahmen führen, Hand führen und ertasten. Direkt therapeutisch nutzen
Cues / “Cueing”
Multimodale weitere Hinweisreize setzen
z.B. durch Klopfen auf den Tisch oder räuspern
Was ist Reafferenz
Alle Sinneseindrücke, die durch eigenes agieren hervorgehen
Was ist Exafferenz
Auslöser in der Umgebung
Zeichne den Sensomotorischen Kreis auf
Welche Sinne sind bei einer sensorischen Handlungsanalyse relevant?
visuell
Akustisch
Taktil
Kinästhesie
Schmerz
Gleichgewicht
Geruch
Geschmack
Benenne die Strategien bei Einschränkungen in der Sensorik
Spontane (automatische) Kompensation
Eingeübte Kompensation
Manchmal sind kompensation nicht möglich. Dann entweder Verzicht auf Handlung oder Anpassung an veränderte Umstände
Was sind Strategien für Therapie in Hinsicht auf Sensorik?
Möglichkeit von jeder Handlung eine sensorische Analyse zu machen
Folgen sensorischer Ausfälle vorherzusagen
Mögliche Kompensationen für sensorische Störungen ermitteln
Gezielt bestimmte sensorische Inputs zu verstärken
Bestimmte sensorische Inputs gezielt blocken
Lernprozess unterstützen
Stelle die EIneilung der Sensorik da
Beschreibe die OPTIMAL Theorie
Was ist Koma?
Tiefe Bewusstlosigkeit, aus der die betroffene Person nicht erwckbar ist
Was ist ein Sopor?
Tiefer Schlaf aus dem die betroffene Person nur durch starke (Schmerz-) Reize (kurzfristig) erweckbar ist
Was ist Somnolenz?
Schläfrigkeit aus der die betroffene Person aber leicht erweckbar ist (wenn auch oft nicht anhaltend, d.h. Es bleibt eine erhöhte Ermüdbarkeit und Schlafneigung)
Was ist Vigilanz?
Die Wachheit (oder Alertness) reicht vom „allgemeinen“ Wachsein über das konzentrierte Verfolgen z.B. eines Gesprächs oder eines Fußballspiels bis hin zur starken Erregung.
Der Wachheitsgrad ist abhängig vom Erregungsniveau („Arousal“); gemeint ist damit die Funktionsanregung des Organismus und speziell der Hirnrinde. Je ausgeprägter die Erregung, desto wacher ist die Person - bis hin zu ausgeprägtem Alarmiertsein (Overarousal).
Underarousal bedeutet entsprechend ein geringes Erregungsniveau und damit eine gering ausgeprägte Wachheit
Welche Funktion hat die Orientierungsreaktion?
Reaktion auf neue und (potentiell) gefährliche Reize/Informationen
Fähigkeit, sich an vertraut gewordene Reize/Informationen zu gewöhnen (Habituation) und daraufhin das Erregungs-/Aufmerksamkeitsniveau zu senken
Was ist Selektive Aufmerksamkeit?
Die Fähigkeit , die Aufmerksamkeit aktiv und selektiv auf einen Reiz zu richten, das wesentliche dieser Reizquelle zu erfassen und gleichzeitig irrelevante Reize nicht zu beachten und damit zu unterdrücken
Was ist Konzentration?
die Fähigkeit die Aufmerksamkeit für eine längere Zeit auf einen ausgewählten Reiz/eine Aufgabe zu richten
Was ist Daueraufmerksamkeit?
Fähigkeit wach zu bleiben, AUfmerksamkeit über längere Zeit einem Thema/ einer Aufgabe zuzuwenden
Erforderlich ist ein Erregungsniveau das über dem allgemeinen Wachheit liegt
tonische Aufmerksamkeit = Daueraufmerksamkeit
Phasische Aufmerksamkeit: innerhalb Daueraufmerksamkeit das Erregungsniveau bei Bedarf kurzfristig zu erhöhen
Was ist IVG?
Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit:
Zeit die eine Person benötigt von Reiz-/Informationsaufnahme bis zur Antwort
Was ist geteilte Aufmerksamkeit?
Aufnahme und Verarbeitung von mehreren relevanten Informationen/Reizen auf einmal.
Was ist Modulationsfähigkeit?
die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit an veränderte Erfordernisse anpassen zu können, also z.B. den Focus angemessen zu erweitern, aber auch wieder zur eigentlichen Aufgabe zurückkehren zu können; sowie die Fähigkeit, mit der Aufmerksamkeit innerhalb einer Tätigkeit von Schritt zu Schritt weiterzuwandern
Nenne die Störungen der Aufmerksamkeitsleistungen: Wachheit/Alertness
Underarousal: Schläfrigkeit, Starke Verlangsamung
Overarousal: Anspannung, Alamiertheit, Panik
Nenne die Störungen der Aufmerksamkeitsleistungen: Orientierungsreaktion
Reizgeleitetes Verhalten:
Reagiert umgehend auf jeden Reiz, egal ob neu oder eigentlich vertraut, d.h. Habituation entfällt, erhöhte Ablenkbarkeit
Reaktion auf neue Reize übertrieben alarmiert
Keine Reaktion, zu langsam, zu unspezifisch
Nenne die Störungen der Aufmerksamkeitsleistungen: Selektive Aufmerksamkeit/Konzentration
Die Person kann die Aufmerksamkeit nicht gezielt auf einen relevanten Reiz richten und dort halten.
Die Person verharrt zu lange bei einem Reiz, einer Tätigkeit.
Die Person kann zwar ihre Aufmerksamkeit sinnvoll richten, verharrt dort jedoch viel zu kurz; die Aufmerksamkeit wandert vorschnell weiter.
Nenne die Störungen der Aufmerksamkeitsleistungen: Tonische Aufmerksamkeit
Die Person ermüdet schnell, wird unaufmerksam, schweift ab.
Die Person ist unnötig stark Aufmerksam, wirkt angespannt.
Nenne die Störungen der Aufmerksamkeitsleistungen: Phasische Aufmerksamkeit
Das Aufmerksamkeitsniveau kann nicht kurzfristig dem Bedarf entsprechend erhöht werden; die Reaktion erfolgt verlangsamt oder bleibt ganz aus.
Die Aufmerksamkeitserhöhung ist übertrieben ausgeprägt, schlägt in Aufregung/Panik um.
Nenne die Störungen der Aufmerksamkeitsleistungen: IVG
zu schnell, oft: vorschnell
zu langsam, verzögert
Nenne die Störungen der Aufmerksamkeitsleistungen: Modulationsfähigkeit
Die Aufmerksamkeit wird nicht bzw. verzögert auf relevante Aspekte erweitert. Die Person „klebt“.
Die Aufmerksamkeit kann nicht ohne Unterstützung zum eigentlichen Thema zurückgeführt werden.
Die Aufmerksamkeit kann nicht von einem Aufgabenschritt zum nächsten geleitet werden; die Person „klebt“ an einem Aufgabenschritt und wiederholt diesen oft unnötig häufig („Perseveration“).
Die Aufmerksamkeit wird zu schnell von einem Aufgabenschritt zum nächsten geleitet; die Person arbeitet wenig sorgfältig, oberflächlich.
Nenne die Störungen der Aufmerksamkeitsleistungen: Geteilte Aufmerksamkeit
Fähigkeit, zwei oder mehr Dinge gleichzeitig zu beachten oder darauf zu reagieren
Restitution vs Kompensation
Restitution:
Heilung/Wiederherstellung des früheren gesundheitlichen Zustandes (oder Optimierung der verbliebenen Funktionen)
Kompensation:
Durch Strategien “innerhalb” der betroffenen Person
Durch Veränderung der Aufgabe
Durch Veränderung von Kontextfaktoren/Hilfsmittel
Was sollte im ET Kontext bei Aufmerksamkeitsstörungen beachtet werden
klare Strukturen / Aufgaben aufteilen in kleinere Schritte
Aufgabenstellung klar formuliert
Angemessene Leistungsanforderung, arbeiten an der Leistungsgrenze
je nach Person mögliches Arbeiten mit Belohnung; Ziel vor Augen kann Motivation steigern
je nach Person Zeitrahmen vorgeben
Aufgaben nach und nach geben und nicht alle auf einmal
Aufgaben inhaltlich und thematisch an Interessen anpassen
Abwechslungsreiche Aufgabenstellung
Nenne Interventionsmöglichkeiten bei Aufmerksamkeitsstörung
Nikitin - Musterwürfel (Körperfunktionsebene)
Aussetzen an Reizen
Neuro-Feedback
Arbeitsblätter
Handwerk / Kreative Prozesse
Brettspiele
LÜK-Kasten
Nenne Physikalische Kontextfaktoren, die man bei einer Intervention mit einem Klienten mit Aufmerksamkeitsstörung beeinflussen kann.
Reize reduzieren mit den Klienten
Kopfhörer
nicht ans Fenster setzen
Raumgestaltung Umwelt
Lichter anpassen
Wandfarbe
Dekoration
Nur wichtigsten Dinge auf dem Tisch
Trittbrett/Hocker für die Füße
ergonomischer Stuhl
Raumtemperatur
Welches Verhalten sollte der/die Therapeut/-in in der Therapie zeigen bei Personen mit Aufmerksamkeitsstörungen?
Bedürfnisorientiert
eigene Daueraufmerksamkeit
Interessen des Klienten einbeziehen
Pausen einbringen
Bewegung
Selber Ruhe und Motivation ausstrahlen
Awareness: Nötiges Verständnis, subjektive Erlebenswelt Berücksichtigen
Sprache anpassen
Shaping
Definition Neglect
wenn Reizen aus einem Halbraum des Körpers und/oder der Umwelt keine bzw. nicht die angemessene Aufmerksamkeit geschenkt wird
dieses Verhalten nicht hinreichend durch sensorisch und/oder motorische Störungen begründbar ist.
Was ist bei Neglectphänomenen von Rechtshemispherisch betroffenen Patienten zu wissen?
Treten häufiger aus
Sind eher schwerer ausgeprägt
halten länger an
Was ist die Kontraläsionale Seite bei einem Neglect?
Die vom Neglect betroffene Seite (die der Läsion gegenüber liegt)
(Seite die ausgeblendet wird)
Was ist die ipsiläsionale Seite bei einem Neglect
Seite, auf die die betroffene Person sich bezieht, zu der sie sich hinwendet
(die Seite, auf der die Schädigung liegt)
Nenne die Drei Gruppen von Symptomen bei einem Neglect
Vernachlässigung
Störung der (inneren) Repräsentation (Vorstellung)
Unawareness
Erläutere die Symptomgruppe der Vernachlässigung bei einem Neglect
Visuell, z.B.:
Gestörte Visuelle Exploration der betroffenen Raumseite
Kopf und Augen sind auf ipsiläsionale Seite gerichtet
Personen und Gegenstände werden auf der kontraläsionalen Raumseite übersehen
Anstoßen an Hindernisse
Fehler beim Lesen, Schreiben etc.
Akustisch, z.B.:
Geräusche aus kontraläsionalem Halbraum werden zu wenig wahrgenommen
In kommunikation können Gesprächspartner nicht adäquat lokalisiert werden
Im Straßenverkehr können Geräuschquellen nicht korrekt zugeordnet werden
Sensomotorisch, z.B.:
keine oder verminderte Reaktion auf Berührungsreize
Gegenstände die in der Hand gehalten werden, werden nicht benutzt
Fehlender oder deutlicher Mindergebrauch der betroffenen Extremität
Der betroffene Arm wird nicht spontan bei Stütz- oder Schutzreaktionen eingesetzt
Das betroffene Bein wird beim Gehen nicht ausreichend mitgenommen (oder beim Rollstuhlfahren der Fuß)
Hauptsächliches oder ausschließliches Handeln über die ipsiläsionale Seite (zum Beispiel beim Wenden beim Rollstuhlfahren)
Erläutere die Symptomgruppe der Störungen der (inneren) Repräsentation (Vorstellung) bei einem Neglect
Des externen Raumes:
Störung des innerlichen Abbilds der Umgebung
tritt auch bei Vorstellung bekannter Räume auf
führen oft dazu, dass Klienten sich örtlich nicht zurechtfinden
Des eigenen Körpers:
Störung des innerlichen Abbilds des eigenen Körpers
Verleugnung oder Vernachlässigung der eigenen Körperteile auf der betroffenen Seite
Wahrnehmung der Mittellinie kann zur ipsiläsionalen Seite verschoben sein
Kann sich in Selbstbildnissen zeigen durch z.B. Auslassen, Verzerrungen oder Fehlplatzierungen von Körperteilen
Erläutere die Symptomgruppe der Unawareness bei einem Neglect
Unawareness / Anosognosie
eingeschränkte Fähigkeit, eine Erkrankung, ein Symptom und dessen Auswirkungen im Alltag adäquat zu erkennen.
häufiges Begleitsymptom beim Neglect
Wie ist die Beschreibung der Symptome eines Neglects?
Die betroffene Person…
kann die Aufmerksamkeit nicht/nur mühsam/nicht automatisch auf die Körperhälfte/den Halbraum richten, die/der kontraläsional zur Hirnschädigung liegt
hat keinen/kaum/schlechten Zugriff auf die Körperhälfte/den Halbraum, die/der kontraläsional zur Hirnschädigung liegt
„verliert oftmals seinen Halbraum bzw. die Körperhälfte“
hat in der Regel mehrere Modalitäten betroffen, häufig sind jedoch Schwerpunkte zu beobachten
zeigt oftmals eine für außenstehende Personen schwer nachvollziehbare Realität
Welche Krankheiten gehen häufig bei einem Neglect einher?
(schwere) Hemiparesen
Aufmerksamkeitsstörungen
Hemisensibilitätsstörungen
Posturale Inbalance
Pusher-Symptomatik
Räumliche Störungen
Aphasie
Apraxie
Nenne und beschreibe Phänomene, die Häufig bei Neglect auftreten
Perseveration: Ständiges Handeln auf der ipsiläsionalen Seite, obwohl der Handlungsbedarf eher kontraläsional besteht; nicht zu verwechseln mit der Perseveration im Rahmen einer Apraxie
Extinktion: Auslöschung des kontraläsionalen Reizes, bei beidseitiger und gleichzeitiger Stimulation, im Gegensatz zu guten Erkennleistungen bei isolierter kontraläsionaler Testung
Allästhesie: Fehllokalisation eines sensorischen Reizes kontraläsional, der von Patient:innen ipsiläsional interpretiert wird, tritt nur in Verbindung mit Neglect auf
Crowding: Hineinzeichnen in die nicht betroffene Seite eines Blattes; überzeichnen mit nicht notwendigen Details auf dieser Seite
Detailarmut: Weglassen wichtiger Informationen beim freien Zeichnen auf der betroffenen Seite
Nenne und erkläre verschiedene Schweregrade des Neglects
Augeprägter Neglect
Explorieren, Handeln und Reize wahrnehmen nur im nicht betroffenen Halbraum möglich, der direkt betroffene Halbraum ist nicht existent
Meist multimodal
Die betroffene Körperseite wird meist nicht gefunden, sie fühlt sich fremd und nicht zugehörig an
Weder Kopf- noch Augenbewegungen in den betroffenen Halbraum
Keine Reaktion auf Geräusche aus dem betroffenen Halbraum bzw. Geräusche werden auf der nicht betroffenen Seite gesucht
Angst- und Abwehrgefühle gegenüber der betroffenen Seite
Neglect in Rückbildung
Minderbeachtung der Körper- bzw. Raumhälfte
Beginnendes Störungsbewusstsein
Oftmals Extinktionsphänom (Patient:in beginnt betroffene Seite wahrzunehmen, Unterschied zwischen einseitiger und doppelseitiger Stimulation fällt auf)
Restneglect
fällt zunächst kaum auf, Testungen können unauffällig sein
Bei komplexen Anforderungen kann es noch zu gefährlichen Detailvernachlässigungen kommen
Oder auch unter Zeitdruck, Stress…
Wird oft nicht erkannt, der Neglect gilt häufig fälschlicherweise als vollständig zurückgebildet
Erkläre
verminderte Augen-/Kopfbewegungen zur betroffenen Seite
Verstärkte Orientierung zur weniger betroffenen Seite
Nichtbeachten oder nur oberflächliches Beachten von wichtigen Reizen auf der betroffenen Seite, z.B. beim Lesen, Essen, Fortbewegung…
Was kann man bei einem visuellen Neglect bei der Intervention machen/ sollte man beachten?
Beobachtungen der Patient:innenim Alltag
Kopfhaltung? Blickkontakt? Sprechrichtung?
Befragunng der Patient:innen, Angehörigen, des Teams,…
Patient:innen vorlesen & schreiben lassen
Spiele wie Memory, Domino,…
Über den Tisch verteiltes Material suchen lassen
Testungen
Durchstreichtest mit Zahlen, Buchstaben, Symbolen
Uhrentest
Linienhalbierung
Alltagsrelevanz
Sicherheitsprobleme
Psychosoziale Probleme
ADL-Probleme
Orientierungsprobleme
Erkläre inwiefern die akustischen Reize der betroffenen Seite gestört sind bei einem Akustischen Neglect
Keine oder stark verzögerte Reaktion auf akustische Reize auf der betroffenen Seite
Evtl. wird auf Ansprache aus dem betroffenen Halbfeld zur weniger betroffenen Seite hin geantwortet (akustische Allästhesie)
Was kann man bei einem akustischen Neglect bei der Intervention machen/ sollte man beachten?
Untersuchung
Beobachtung des Patienten in Alltagssituationen
Erhöhte Unfallgefahr
Psyvhosoziale Probleme
Erkläre inwiefern die sensomotorische Vernachlässigung sich bei einem Neglect äußert
Störung der inneren Repräsentation des eigenen Körpers
Vorstellung vom eigenem Körper verloren
Kann betroffene Körperteile nicht finden oder einsetzen
Bei vorzhandenen Armfunktionen: geringer Einsatz der Funktion als grundsätzlich möglich/nachlassen der Funktion bei zunächst guten Einsatz (Extinktionsphänomen? Kapazitätsproblem?)
Kein “echtes” beidhändiges Arbeiten möglich
Was kann man bei einer sensomotorischen Vernachlässigung in der Intervention machen/ sollte man beachten?
Beobachtung im Alltag
großen Ball fangen
Gehen bei Gleichzeitiger Ablenkung
Erhöhte Verletzungsgefahr (Rollstuhlspeichen, auf der Hand sitzen/Liegen, Plötzliches Herunterfallen des Armes,…)
Ungeschicklichkeit im Handeln
Erhöhte Sturzgefahr
“Vergessen” von Dingen in der betroffenen Hand: Dinge mitnehmen, Dinge nicht mehr loslassen
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