Was wird unter „extrinsischer Motivation“ verstanden?
Wunsch, ein Verhalten wegen versprochener Belohnung oder drohender Bestrafung zu zeigen.
Was wird unter „intrinsischer Motivation“ verstanden?
Wunsch, ein Verhalten um seiner selbst willen zu zeigen.
Bitte erläutern Sie den Begriff „Flow“
Ein fokussierter Bewusstseinszustand völliger Hingabe mit verminderter Wahrnehmung des eigenen Selbst und der Zeit aufgrund einer optimalen Beanspruchung der eigenen Fähigkeiten.
Was ist der Korrumpierungseffekt in der Motivationspsychologie?
Belohnung kann intrinsische Motivation hemmen, anstatt zu fördern. Dies ist dann der Fall, wenn ein ursprünglich intrinsisch motiviertes Verhalten, welches gern und mit Freude ausgeführt wird, ab ei-nem bestimmten Zeitpunkt belohnt wird. In diesem Fall sinkt ab dem betreffenden Zeitpunkt die Wahrscheinlichkeit, dass sich betroffene Personen künftig aus eigenem Antrieb langfristig in dieser Tätigkeit engagieren.
Welche drei Basisbedürfnisse müssen nach Deci und Ryan (2000) erfüllt sein, damit intrinsische Motivation auftritt?
Autonomie-Erleben, Kompetenz-Erleben, soziale Eingebundenheit
Was ist intrinsische Motivation und wie grenzt sich diese Idee vom Konzept der Volition ab?
Motivation liegt entweder in der Person oder in der Situation begründet. Menschen werden also entweder von innen oder von außen dazu bewogen etwas zu verändern, etwas anzustreben. Vor diesem Hintergrund wird zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation unterschieden. Intrinsische Motivation bedeutet, dass Interesse, Neugier oder bestimmte Werte in der Person vorliegen, die diese dazu bewegen, etwas zu tun. Dies kann zum Beispiel das konzentrierte Lernen für eine Klausur sein oder aber auch das selbstvergessene Aufgehen in einer sportlichen Tätigkeit. Bei diesen Beispielen ist eine freudvolle Ausübung der Tätigkeit nicht von externen Steuerungsinstrumenten abhängig. Die Tätigkeit wird getan, weil es sich um diese Tätigkeit handelt. Die Tätigkeit wird also um ihrer selbst willen ausgeführt, weil sie als solches begeistert, herausfordert und Freude bringt. Der Beitrag der Volitionsforschung besteht darin, aufzuzeigen, wie Menschen es schaffen Dinge zu tun, die von sich aus keine Freude machen oder gar abstoßend sind. Im Rahmen der Erforschung intrinsischer Motivation steht dagegen im Fokus, warum Menschen Dinge tun, die sie gern machen.
Erläutern Sie den Korrumpierungseffekt, stellen Sie einen Bezug zum Behaviorismus her.
Aus behavioristischer Perspektive, insbesondere vor dem Hintergrund der operanten Konditionierung, sollte Belohnung, also positive oder negative Verstärkung, die Verhaltenswahrscheinlichkeit und damit die Motivation erhöhen. Es zeigte sich aber, dass auch genau das Gegenteil der Fall sein kann. Belohnung kann intrinsische Motivation hemmen, anstatt diese zu fördern. Dies ist der Fall, wenn ein ursprünglich intrinsisch motiviertes Verhalten ab einem bestimmten Zeitpunkt belohnt wird. Dann sinkt ab dem betreffenden Moment die Wahrscheinlichkeit, dass sich betroffene Personen künftig aus eigenem Antrieb langfristig in dieser Tätigkeit engagieren. Dieser Effekt wird auch Korrumpierungseffekt genannt. Beschrieben wird er damit, dass sich die Erklärung für das eigene Verhalten von innen nach außen verlagert. Für die betroffene Person entsteht der Eindruck, dass sie der Tätigkeit nicht mehr deshalb nachgeht, weil sie diese gern tut, sondern weil sie dafür belohnt wird.
Erläutern Sie den Unterschied zwischen Äquifinalität und Multifinalität im Rahmen der Ziel-System-Theorie und geben sie ein praxisnahes Beispiel dafür aus Ihrem Studium.
Im Rahmen der Ziel-System-Theorie wird der Umstand, dass mit mehreren Mitteln versucht wird ein Ziel zu erreichen, Äquifinalität genannt. Dagegen wird der Umstand, dass ein und dasselbe Verhalten darauf ausgerichtet sein kann mehrere Ziele zu erreichen, Multifinalität genannt. Ein Beispiel für Äquifinalität ist, dass versucht werden kann, eine gute Note in einer Klausur zu erreichen, indem erstens die Studienbriefe durchgearbeitet werden, zweitens die Präsenz- oder die Online-Veranstaltung besucht wird, drittens der Modulordner regelmäßig nach neuen Informationen durchsucht wird und viertens das Forum im Modulordner genutzt wird, um sich mit Studierenden online auszutauschen. Dieser Austausch mit anderen Studierenden online wie auch offline ist wiederum ein Beispiel für Multifinalität, da dieser Austausch auf verschiedene Ziele hin ausgerichtet ist. So kann zum einen das Ziel verfolgt werden, die Prüfung entsprechend gut zu bestehen, zum anderen aber auch das Ziel, gemeinsam mit anderen zu lernen beziehungsweise Kontakte zu knüpfen.
Was ist Flow-Erleben?
Flow ist ein fokussierter Bewusstseinszustand völliger Hingabe mit einer verminderten Wahrnehmung des eigenen Selbst und der Zeit, aufgrund einer optimalen Beanspruchung der eigenen Fähigkeiten. Im Flow wird die Handlung als „glatt“ erlebt. Einzelne Handlungsschritte gehen ineinander über, als würden sie ihrer eigenen Logik folgen. Dabei müsse man sich nicht konzentrieren, vielmehr komme die Konzentration wie von selbst, genauso wie das Atmen. Man gehe förmlich in der Arbeit auf, verschmelze mit dieser. Die Tatsache, dass Menschen den Zustand des reflexionsfreien Aufgehens im flüssigen Tätigkeitsvollzug suchen (und wohl auch zeitweise brauchen), statt ständig abzuwägen, welche Folgen was haben könnte und wie wertvoll oder bedenklich die dann wären, bleibt ein eigenständiges Moment, auf das Csikszentmihalyi (1975) aufmerksam gemacht hat.
Was sind die Voraussetzungen für dieses Erleben und was meint in diesem Zusammenhang der Begriff Flow-Kanal?
Störungen von außen, eine ungute Arbeitsatmosphäre oder auch Zeitdruck behindern das Auftreten von Flow. Es werden die folgenden drei zentrale Bedingungen, die das Auftreten von Flow begünstigen, unterschieden:
Klare Zielsetzung: Eine klare Zielsetzung dient hier nicht dazu, das Ergebnis der Handlung zu bewerten (Zweckorientierung), sondern dazu, die Handlung zu struktu-rieren und auszurichten. Es braucht ein klares Ziel, um während der Handlung selbstvergessen agieren zu können.
Feedback: Während der Handlung werden unmittelbare Rückmeldungen benötigt, um die Handlungsausführung zu korrigieren und wieder in Richtung des Ziels auszu-richten. Dabei müssen diese Rückmeldungen nicht von außen kommen (Vorgesetz-ter, Trainer etc.), sondern können sich auch aus der Handlung selbst ergeben (beim Musizieren hört sich beispielsweise eine Melodie seltsam an, wenn nicht die richti-gen Töne getroffen wurden).
Passung: Es muss eine Passung zwischen den Anforderungen auf der einen Seite und den Merkmalen, den Fähigkeiten der Person auf der anderen Seite wahrgenommen werden. Eine solche Passung äußert sich darin, dass die Person sich weder über- noch unterfordert fühlt. Besteht Überforderung resultiert Angst. Besteht Unterfor-derung resultiert Langeweile.
Die dritte Bedingung ist mit dem Begriff des „Flow-Kanals“ verknüpft. Sind Anforderungen und Fähigkeiten in der Balance, herrscht weder Angst noch Langeweile vor und die betreffende Person befindet sich im Flow-Kanal in einem Bereich, in dem Herausforderung erlebt wird.
Last changed20 days ago