Was sind biogene Bedürfnisse?
Biogene Bedürfnisse sind biologische Motivationen, die auch als Triebe bezeichnet werden. Sie sind von psychologischen Motivationen, die auch als Motive bezeichnet werden, abzugrenzen.
Was sind homöostatische biogene Bedürfnisse?
Zu den homöostatischen Bedürfnissen werden zum Beispiel Hunger, Durst, Schlaf oder das Wärmebedürfnis gezählt.
Was ist homöostatische Motivation?
Motivation, die aus internen Veränderungen beziehungsweise aus Abweichungen von optimalen physiologischen Bedingungen im Sinne eines Gleichgewichtzustands resultiert.
Was sind nicht-homöostatische biogene Bedürfnisse?
Zu den nicht-homöostatischen Bedürfnissen werden Schmerz, Sexualität oder Neugier gezählt.
Welchen Zweck erfüllen biogene Bedürfnisse?
Biogene Bedürfnisse wie Durst, Hunger oder Sexualität sind das Produkt der Evolution. Solche Bedürfnisse dienen der Anpassung von Organismen an ihre Umwelt. Da der bestangepasste Organismus überlebt, kann dieser auch sein Erbgut weitergeben. Biogene Bedürfnisse haben alle Menschen miteinander gemeinsam, sie stellen somit die ubiquitären Anliegen der Menschen dar.
Unterscheiden Sie Triebe von Motiven.
Biogene Bedürfnisse sind biologische Motivationen, die auch als Triebe bezeichnet werden. Psychologischen Motivationen, die auch als Motive bezeichnet werden, sind von Trieben abzugrenzen:
Biologische Motivationen (Triebe): Sie resultieren in der Regel aus fundamentalen Bedürfnissen des Organismus, wie dem nach Nahrung, Flüssigkeit, Schlaf, Sexualität, Wärme und anderen.
Psychologische Motivationen (Motive): Sie resultieren aus solchen Bedürfnissen wie sozialer Anerkennung, Selbstachtung, Sicherheit, Leistung oder Wissen, wobei der genaue Ursprung dieser psychologischen Motivation noch immer unterschiedlich beurteilt wird. Sie gewinnen jedoch erst in dem Maße an Bedeutung, in dem die Elementarbedürfnisse des Körpers soweit befriedigt sind, dass sie nicht mehr im Vordergrund stehen, das heißt, in dem die Dominanzrolle des Mangels in den Hintergrund tritt.
Grenzen Sie die homöostatische Motivation von der nicht-homöstatischen Motivation ab.
Es werden homöostatische und nicht-homöostatische biogene Bedürfnisse unterschieden. Zu den homöostatischen Bedürfnissen werden zum Beispiel Hunger, Durst, Schlaf oder das Wärmebedürfnis gezählt und zu den nicht-homöostatischen Bedürfnissen Schmerz, Sexualität oder Neugier. Homöostatische Motivation resultiert aus internen Veränderungen beziehungsweise aus Abweichungen von optimalen physiologischen Bedingungen im Sinne eines Gleichgewichtzustands. Ungleichgewichtszustände motivieren den Organismus zu Aktivitäten, die den Gleichgewichtszustand wiederherstellen sollen. Ist der Gleichgewichtszustand erreicht, ist die Motivation nicht mehr vorhanden. Nicht-homöostatische Motivation resultiert dagegen aus externen Veränderungen der Umwelt und wird in der Regel auch durch diese befriedigt. Diese Motivation wird auch als stimulusinduzierte Motivation bezeichnet. Sie ist nicht auf die Aufrechterhaltung eines Gleichgewichts hin ausgerichtet, sondern findet ihr Ziel in erregenden oder entspannenden Befriedigungen. Beim Durst existiert neben offensichtlicher homöostatischer Motivation auch eine nicht-homöostatische Regulation. So modulieren bestimmte Qualitäten der Flüssigkeit das Trinkverhalten. Im Rahmen von Tierversuchen lässt sich zeigen, dass schmackhafte Lösungen mit Fruchtaroma die Flüssigkeitsaufnahme steigern, während aversive Lösungen, die Chinin oder Zitronensäure enthalten, die Flüssigkeitsaufnahme senken.
Was meint primäres Trinken im Vergleich zu sekundärem Trinken?
Trinken infolge eines absoluten Wassermangels wird als primäres Trinken bezeichnet. Trinken ohne Notwendigkeit der Wasserzufuhr wird als sekundäres Trinken bezeichnet. Während das primäre Trinken eine Notfallreaktion darstellt, ist die sekundäre Flüssigkeitszufuhr im Alltag üblich. Menschen nehmen meist schon im Voraus die physiologisch benötigte Wassermenge auf, nicht selten im Rahmen der Nahrungsaufnahme. Dabei hat der Mensch gelernt, die aufzunehmende Flüssigkeitsmenge an die Speise anzupassen. So trinken Menschen bei salzhaltigen Speisen mehr und zwar schon dann, wenn noch kein Durstgefühl aufgetreten ist.
Umreißen Sie kulturelle und soziale Faktoren, die einen Einfluss auf die Hungermotivation beziehungsweise das Essverhalten nehmen.
Auch kulturelle Faktoren beeinflussen, was und wie viel davon gegessen wird. So lehnen die meisten Amerikaner und Europäer es ab Pferde- oder Hundefleisch zu essen, während dieses in anderen Ländern der Erde als Delikatesse gilt. Die starke Würzung von Speisen in südlichen Ländern verhindert die Ausbreitung von Bakterien. In der westlichen Kultur wird in der Regel drei Mal am Tag gespeist und zwar an festgelegten Zeitpunkten wobei sich diese Zeitpunkte an kulturellen Normen und nicht an körperlichen Hinweisreizen orientieren. Auch scheint die Menge an zu sich genommener Nahrung pro Zeitpunkt kulturell bedingt zu sein. Hier hat sich gezeigt, dass der Bevölkerungsanteil übergewichtiger Menschen in den Vereinigten Staaten von Amerika größer ist als in Frankreich, obwohl Nahrung in Frankreich tendenziell einen höheren Fettanteil aufweist. Dies erklärt sich dadurch, dass in Frankreich zwar fettreicher gegessen wird, die Portionen aber im Schnitt kleiner sind. Auch soziale Faktoren bestimmen, was und wie viel gegessen wird. Ungesunde Nahrungsmittel sind billiger als gesunde Nahrungsmittel. Daher scheinen sich Menschen mit begrenzten finanziellen Mitteln eine gesunde Ernährung auch nur begrenzt leisten können.
Umreißen Sie knapp die Phasen des sexuellen Reaktionszyklus und schätzen Sie die Bedeutung des Hormons Testosteron für die sexuelle Motivation des Mannes ein.
Masters und Johnson (1966) beschrieben folgende vier Phasen des sexuellen Reaktionszyklus:
1. Erregungsphase
2. Plateauphase
3. Orgasmusphase
4. Entspannungs- beziehungsweise Rückbildungsphase
Beim Mann spielt das Hormon Testosteron eine bedeutsame Rolle im Rahmen der sexuel-len Motivation, da Testosteron beim Mann notwendig für die sexuelle Erregung und die Ausführung des Geschlechtsaktes ist. Männer, die in einer längerfristigen Beziehung leben, haben einen geringeren Testosteronspiegel als solche, die gerade auf Partnersuche sind. Es zeigt sich, dass Männer einen höheren Testosteronspiegel aufweisen, wenn sie an einem T-Shirt rochen, das von einer Frau getragen wurde, die dieses in den Tagen um den Eisprung getragen hatten, als wenn das T-Shirt von Frauen stammte, die es an anderen Tagen getragen hatten. Bei Männern haben (durchaus übliche) Schwankungen des Testosteronspiegels keine Auswirkungen auf das sexuelle Verlangen. Fluktuationen im Testosteronspiegel entstehen in Abhängigkeit von sexuellen Stimuli in der Umwelt. So ist der Testosteronspiegel von Männern in Anwesenheit einer attraktiven Frau erhöht. Sexuelle Erregung kann also sowohl Ursache als auch Ergebnis eines erhöhten Testosteronspiegels sein.
Was sind sexuelle Scripts?
Sogenannte sexuelle Scripts sind sozial erlernte Programme sexuellen Reagierens. Sie bestehen aus zumeist unausgesprochenen Anweisungen darüber, was, wann, wie mit wem oder mit was und warum zu tun ist. Sexuelle Scripts verändern sich im Rahmen sozialer Interaktion während der gesamten Lebensspanne. Die Einstellungen und Werte, die zum sexuellen Script gehören, definieren die allgemeine Orientierung einer Person gegenüber der Sexualität. Dabei enthalten solche Scripts nicht nur Informationen darüber, was man selbst für angemessenes Verhalten erachtet, sondern auch darüber, welches Verhalten vom Sexualpartner erwartet wird. Fallen die sexuellen Scripts der Partner unterschiedlich aus, können sexuelle Probleme zwischen den Partnern die Folge sein. Somit enthalten sexuelle Scripts auf der einen Seite eine Art „Bühnenanweisung“ für die meisten Mitglieder einer bestimmten Kultur, wie sie sich im sexuellen Kontext zu verhalten haben. Auf der anderen Seite beinhalten sexuelle Scripts von Personen auch einzigartige Merkmale, die durch die sexuelle Erfahrung der jeweiligen Person geprägt wurden.
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