Was ist ein Projekt?
• Zeitliche Begrenzung: Jedes Projekt verfügt über einen definierten Start- und Endzeitpunkt.
• Definiertes Ziel: Ein angestrebter Sollzustand wird im Vorfeld festgeschrieben.
• Einmaligkeit: Das Vorhaben ist durch die Besonderheit seiner Bedingungen in ihrer Gesamtheit gekennzeichnet (Innovationspotenzial).
• Interdisziplinarität: Projekte werden oft durch bereichsübergreifende Teams mit unterschiedlichen Qualifikationen realisiert.
• Ressourcenbeschränkung: Personal und finanzielle Mittel sind limitiert.
• Unsicherheit: Projekte bergen höhere Risiken und spezifische Chancen im Vergleich zum normalen Geschäftsbetrieb.
Was unterscheidet ein Projekt vom laufenden Betrieb?
Was ist das magische Dreieck und wie funktioniert es?
Das magische Dreieck ist ein Modell im Projektmanagement, dass die Steuerung des Projekts als Balance zwischen Zeit, Kosten und Qualität definiert.
Was ist ein Projekt nach DIN 69901?
DIN 69901 beschreibt ein Projekt als v.a. einmaliges Vorhaben durch die gegebenen Bedingungen in ihrer Gesamtheit.
Was ist ein Projekt nach PRINCE2?
für befristeten Zeitraum geschaffene Organisation
Ziel: Schaffung neuer Produkte
im Einklang mit einem “vereinbarten Business Case”
Was unterscheidet DIN 69901, PRINCE2 und PMBOK voneinander?
Standard
Ursprung / Herausgeber
Kernfokus
PRINCE2
Großbritannien
Prozessorientierter Ansatz (Planung, Delegation, Überwachung, Steuerung).
PMBOK
USA (Project Management Institute, 1969)
Prozessorientiertes Vorgehen ohne strikte Vorgaben.
DIN 69901
Deutschland
Fokus auf Phasen (Initialisierung bis Abschluss), einheitliche Begriffe und Methoden (Risikoanalyse, Terminplanung).
Was sind die Aufgaben des Projektmanagements?
Projektmanagement bietet Systematiken, um… ?
Projektmanagement bietet Systematiken, um zielgerichtetes Handeln zu unterstützen!
Was sind die 5 Phasen des Projektmanagements? (5-Phasen-Modell)
Projektinitiierung
Projektdefinition
Projektplanung
Projektdurchführung und -controlling
Projektabschluss
Was sollte der Projektauftrag alles enthalten?
kurze Definition des Projekts
rechtlicher Rahmen
Business Case
Ziele
Budget
Projektdauer
Risiken
Was ist der wichtigste Zweck der Projektinitiierung auf dem Weg zum Projektauftrag?
Wichtigster Zweck ist es, die Arbeit im Projekt zu autorisieren.
Erläutern Sie das SMART-Modell.
Das SMART-Modell charakterisiert Ziele eines Projekts und definiert bewertbare Dimensionen.
Spezifisich (konkret bleiben)
Messbar (messbare Erfolgskriterien)
Attraktiv (positiv formulieren)
Realistisch (Ziel ist erreichbar)
Terminierbar (Festlegung Zeitpunkt zur Zielerreichung)
Warum ist die Projektplanung so wichtig?
Leitfaden für die Schritte um von der Ausgangssituation ans Ziel zu kommen.
Struktur für die Aufgaben.
Es beantwortet dabei folgende Fragen:
Was ist gegeben?
Was wird gebraucht und passt es ins Budget?
ggf Planoptimierung?
Welche Risiken gibt es?
Nennen Sie wichtige Elemente der Projektplanung.
• Projektstrukturierung: Zerlegung des Gesamtprojekts in handhabbare Arbeitspakete („Was ist alles zu tun?“).
• Phasen und Meilensteine: Definition wichtiger Ereignisse im Zeitverlauf.
• Aufwands- und Ressourcenplanung: Schätzung der benötigten Kapazitäten und Abgleich mit der Verfügbarkeit.
• Ablauf- und Kostenplanung: Festlegung der Reihenfolge der Arbeiten und Kalkulation der finanziellen Mittel.
• Risikoanalyse: Identifikation von Gefahren für den Projekterfolg und Vorbereitung von Gegenmaßnahmen.
Was ist ein Projektstrukturplan (PSP)?
Instrument des klassischen Projektmanagements
Baumstruktur, “alles auf einen Blick”
hierarchische Aufteilung in Teilprojekte und Arbeitspakete -> Grundlage zum Delegieren
auf Basis des PSP können andere Pläne erstellt werden: Ablaufplan, Kostenplan, Risiken etc.
Mischformen: Objekt- oder Aktivitätenorientiert möglich
Was ist ein Projektablaufplan?
basiert auf dem PSP
definiert den zeitlichen Ablauf im Projekt (parallel und nacheinander)
Dauer wird als Balken dargestellt
Wie funktioniert eine Phasen- und Meilensteinplanung?
Untergliederung des Projekts in verschiedene Etappen, wobei die eine noch nicht zu Beginn der nächsten abgeschlossen sein muss
Meilensteine an den Übergängen -> Zwischenfazit
Meilensteinplan auch als Alternative zu früher Projektplanung möglich
Am Anfang eines Projekts sind einmalig die Kosten abzuschätzen.
falsch
Die Kosten sind dauerhaft zu überblicken.
In welche Kostenarten kann man ein Projekt unterteilen?
Materialkosten
Personalkosten
Gerätekosten
externe Dienstleistungen (Berater, Fachplaner…)
Wie kann man Projektrisiken einteilen?
Risikoquelle
Intern
extern
Risikoart
Finanziell
Zeitlich
Technisch
rechtlich
Risikoauswirkung
Klein
Mittel
groß
Wie kann man Projektrisiken in diese drei Bereiche einteilen?
^ Eintrittswahrscheinlichkeit
I
I_______
I\ I
I \ I
I\ \ I
I \ \ I
I–––-\––\––––––––––––––––––––––––> Bedeutung
Wie kann man auf ein erkanntes mögliches Risiko reagieren?
Risikovermeidung/Verminderung durch Eliminierung von Risikofaktoren oder Änderungen des Projektplans
vertragliche Übertragung eines Risikos auf eine andere Partei (z.B. Generalunternehmer bei Bauprojekten)
Risikofinanzierung durch Bildung von Rücklagen oder Abschluss einer Versicherung
Entwicklung von Fallback-Plänen (Bsp. Interim) für das Eintreten von Risiken
Akzeptieren des Risikos
Nennen Sie typische Risiken in Projekten?
Personalmangel oder Ausfall von wichtigen Mitarbeitern
Im Vorfeld nicht erkennbare Schäden
Nichteinhaltung zugesagter Termine
Kostensteigerungen
Lieferschwierigkeiten
Fehlende Akzeptanz bei den späteren Nutzern
Zu optimistische Planung
Konflikte zwischen Teammitgliedern
Was ist ein Kick-Off-Meeting? Was sind die Ziele, wer nimmt teil und wann findet es statt?
Treffen des Projektteams zu Beginn des Projekts
Ziele:
Vermitteln des Projektziels an alle Beteiligiten
Gewinnung von Unterstützung und Motivation unter den Beteiligten
Abstimmung der Beteiligten untereinander
Teilnehmende:
Auftraggeber
Projektmanager
Projektteam
weitere Beteiligte
Zeitpunkt:
kein fester Zeitpunkt
situativ
möglichst früh
Was ist das Ziel der Projektsteuerung? Welche Aufgaben hat die Projektleitung dabei?
Ziel: tatsächlichen Projektverlauf mit ursprünglicher Planung in Einklang bringen
Projektleitung:
agieren und nicht reagieren
aktive Beeinflussung des Projekts
Welche Aspekte machen den Projektabschluss aus?
Abnahme der Projektergebnisse durch den Auftraggeber
Erstellung eines Projektabschlussberichts
Dokumente des Projekts sichern
Auflösung des Projektteams, ggf. „Abschluss-Event“
Ggf. Projektabbruch, wenn Ziel nicht erreicht werden kann
Evaluation
Was macht das agile Projektmanagement aus?
Agiles Projektmanagement versucht zu berücksichtigen, dass in der realen Welt die Anforderungen und die Rahmenbedingungen des magischen Dreiecks oft nicht bis ins letzte Detail bekannt sind oder sich im Projektverlauf ändern.
Fokussierung auf das zu liefernde Werk und die Akzeptanz durch die Anwender
Projektteam: hohe Toleranz und hohe Mitwirkung
Warum wurde das agile Projektmanagement entwickelt?
zunehmende Komplexität
Schnellere und dynamischere Rahmenbedingungen
Globalisierung, Digitalisierung, Innovationen
Ablösung der vergleichsweise langsamen kontinuierlichen Entwicklung
Was sind die Unterschiede zwischen klassischem und agilem Projektmanagement?
Klassisches Projektmanagement ist starrer und kann dementsprechend weniger gut auf Veränderungen reagieren, folgt dafür aber einer klareren Struktur und birgt daher potenziell weniger Risiken.
Wie könnten die Methoden beim agilen Projektmanagement konkret aussehen?
iterative Arbeitsweise
Flexibilität und Anpassung
Kunden- und Stakeholdereinbindung
selbstorganisierte Teams
transparente Kommunikation
Priorisierung der Aufgaben
Wann benutzt man klassisches und wann agiles Projektmanagement?
Komplizierte, technische aber stabile Anforderungen ohne Deutungstoleranz (Bsp. Gesetze, Bauvorschriften, Konstruktionspläne,…) lassen sich besser mit klassischem Projektmanagement bewältigen
Komplexe Anforderungen, Entwicklungsprojekte, Gestaltungsfreiheit, kreative Prozesse etc. lassen sich besser mit agilen Methoden bewältigen
Eine Kombination von klassischem und agilem Projektmanagement ist nicht möglich.
Wie könnte ein hybrides Projektmanagement aussehen?
beide Methoden können im Unternehmen je nach Aufgabenstellung /Bereich parallel eingesetzt werden
entweder arbeiten bestimmte Abteilungen immer klassisch oder agil oder es hängt vom Projekt ab
oder die Grobplanung von Projekten klassisch und die Detailplanung agil
Welche Vor- und Nachteile hat hybrides Projektmanagement?
Vorteile:
Individuelle, passgenaue Lösungen möglich
Je nach Anforderungen, Branche, Kenntnissen der Teammitglieder sind Methodiken einsetzbar und kombinierbar
Grundmaß an Planungssicherheit gegeben
Engere Abstimmung mit Nutzern
Flexibilität wird erhalten
(Teil-) Ergebnisse früher sichtbar
Nachteile:
Methodenkenntnisse beider Vorgehensweisen werden vorausgesetzt
Ggf. erhöhter Aufwand bei der Suche der passgenauen Vorgehensweise
Welche historische Entwicklung steckt hinter der KV?
Weg von einem Konfliktmodell (bis 1930), in dem Ärzte faktisch Angestellte der Kassen waren, hin zum Körperschaftsmodell, das eine Machtbalance durch zwingende Schlichtungsmechanismen schafft.
Welche Rolle hat die KV im deutschen Gesundheitswesen?
Welche Merkmale hat die KV als Körperschaft des öffentlichen Rechts?
• Pflichtmitgliedschaft: Alle zur vertragsärztlichen Versorgung zugelassenen oder ermächtigten Ärzte, Psychotherapeuten sowie in Praxen/MVZ angestellte Ärzte sind Pflichtmitglieder.
• Satzungshoheit und Disziplinarbefugnis: Die Körperschaft gibt sich eigene Regeln und kann deren Einhaltung gegenüber den Mitgliedern durchsetzen.
• Demokratische Willensbildung: Die Selbstverwaltung erfolgt durch eine Vertreterversammlung (Amtsdauer 6 Jahre), die den Vorstand wählt und kontrolliert.
• Aufsicht: Die KVen unterliegen der staatlichen Rechtsaufsicht durch die jeweiligen Landesministerien.
Grenzen Sie die KV von den Ärztekammern ab.
Merkmal
Ärztekammer
Kassenärztliche Vereinigung
Mitglieder
Alle approbierten Ärzte (auch rein privatärztlich Tätige).
Zugelassene/angestellte Vertragsärzte, Psychotherapeuten, ermächtigte Krankenhausärzte.
Kernaufgaben
Berufsrecht, Fort-/Weiterbildung, MFA-Ausbildung, Berufsgerichtsbarkeit.
Sicherstellung der ambulanten GKV-Versorgung, Honorarverteilung, Abrechnung, Bedarfsplanung.
Wer ist Mitglied in der KV?
Mitglieder in der KV sind ….
▪ Haus- bzw. fachärztlich tätige Vertragsärzt*innen („niedergelassene bzw. zugelassene Ärzte“)
▪ Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- u. Jugendlichenpsychotherapeut*innen
▪ Angestellte Ärzt*innen (bei Vertragsärzt*innen / in medizinischen Versorgungszentren (MVZ))
▪ Ermächtigte Krankenhausärzt*innen
Welche Folgen hat eine Mitgliedschaft in der KV für den Arzt oder Psychotherapeuten?
▪ das Recht, GKV-Patienten zu versorgen (Behandlungsrecht)
▪ den Anspruch auf eine entsprechende Entlohnung ihrer Tätigkeit (Teilnahme an Honorarverteilung)
▪ aber auch die satzungsgemäßen Pflichten eines Vertragsarztes/einer Vertragsärztin
Was sind die zentralen Aufgaben der KV?
verhandelt mit Krankenkassen über Vergütung und Leistungskatalog
verteilt das Honorar auf Arztgruppen und einzelne Praxen
stellt die flächendeckende ambulante Versorgung klar
trägt die Verantwortung für eine wirtschaftliche Behandlung
entwickelt und überwacht Qualitätsstandards in der Versorung
vertritt die Interessen der Vertragsärzteschaft gegenüber Politik und Öffentlichkeit
Erläutern Sie den Sicherstellungsauftrag und die Bedarfsplanung der KV.
Die KV muss gewährleisten, dass GKV-Patienten jederzeit und flächendeckend Zugang zu medizinischen Leistungen haben.
• Bedarfsplanung: Festlegung einer Soll-Anzahl von Arztsitzen pro Planungsbereich basierend auf Verhältniszahlen (Einwohner pro Arzt). Mit steigendem Spezialisierungsgrad nimmt die Größe der Planungsbereiche zu.
• Versorgungsgrad:
◦ Überversorgung (> 110 %): Der Bereich wird für Neuniederlassungen gesperrt (Praxisnachfolge bleibt meist möglich).
◦ Unterversorgung: Liegt vor, wenn der Grad bei Hausärzten unter 75 % oder bei Fachärzten unter 50 % fällt.
• Notdienst: Organisation der Versorgung außerhalb der Praxisöffnungszeiten. Zukünftiges Modell ist das „Ein-Tresen-Modell“ in Portalpraxen (Kooperation zwischen KV und Krankenhaus).
Wie setzt sich die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung zusammen? Wer verhandelt? und worüber?
Preis x Menge = MGV
Preis:
Kassenärztliche Bundesvereinigung und GKV-Spitzenverband verhandeln jährlich über die Entwicklung des Orientierungspunktwerts unter Berücksichtigung der aktuellen Kosten und des allgemeinen Preisniveaus.
Menge:
KV und Kassen verhandeln auf Landesebene den jährlichen Behandlungsbedarf unter Berücksichtigung der Anzahl und Morbidität der Versicherten sowie der Veränderung des Leistungskataloigs.
Was bewirkt die Honorierung von Einzelleistungen? Was bewirken Pauschalen? Mit welchen Regeln könnten Fehlanreize minimiert werden?
Pauschalen: ein Patient wird so schnell wie möglich abgearbeitet, denn die Pauschale wurde bezahlt und durch gezielte gewissenhaftere Arbeit würde kein weiterer Gewinn erzielt werden.
Einzelleistungen: Wenn jede Einzelleistung vergütet wird, könnten Patienten länger gehalten werden, um weitere Behandlungen durchzuführen, auch wenn sie medizinisch nicht zwingend nötig wären. Denn jede weitere Behandlung bringt zusätzliches Geld. Aber die Annahme eines neuen Patienten ist vergleichsweise viel Aufwand.
Eine eingeführte Regel um genau diesen Fehlanreizen entgegen zu wirken sind oberen und unteren Verweildauern je nach Diagnose, sodass keine übermäßig kurze bzw. lange, also häufig eine nicht ausreichende bzw. unwirtschaftliche Behandlung erfolgt.
Wie wird die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung verteilt?
regionale KV verteilt nach ihrem Honorarverteilungsmaßstab:
individuelle Höchstfallzahl x durchschnittliche Fallzahl der Fachgruppe.
Oberhalb von 150% der durchschnittlichen Fallzahl der Fachgruppe wird weniger gezahlt.
Qualifikationsgebundene Zusatzvolumina pro Fall
Wie lautet das Wirtschaftlichkeitsgebot und wer überwacht es?
“Die Leistungen [der GKV] müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten.“(§ 12 SGB V)
Die Kassen und die KVen überwachen die Wirtschaftlichkeit der vertragsärztlichen Versorgung durch Beratungen und Prüfungen.“ (§106 SGB V)
Bei Verstößen gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot wird nicht direkt sanktioniert, sondern…
… beraten, u.a. durch Information über (neue) Arzneimittel oder Frühzeitige Arzt-Information.
Mit welchen Instrumenten überprüft die KV die Qualitätssicherung?
Einzelfallprüfungen (Stichproben-/Dokumentationsprüfungen)
Prüfung der Akkreditierungsvoraussetzungen
(Begleitung von) Hygieneprüfungen und Praxisbegehungen
individuelle Fortbildungspflicht („Punktenachweis“) mit gravierenden Sanktionen bei Nichteinhaltung
Die vertragsärztliche Versorgung wir homogener.
Sie wird heterogener: Der Anteil an Frauen steigt.
auch mehr Sitze in Teilzeit und mehr Angestellte.
Welche Trends zeichnen sich bei der Anzahl an Praxen ab?
weniger Einzelpraxen
viel mehr MVZs
mehr Personal pro Praxis
Nennen Sie vier Megatrends in der ambulanten Versorgung.
Ärzteschaft wird weiblicher
Teilzeit statt Vollzeit
Angestellt statt Inhaber
mehr kooperative Praxisformen
Nennen Sie das oberste Ziel und die vier Säulen des Pflegepakts.
Ziel: dauerhafte Sicherung der Versorgung pflegebedürftiger Menschen
Säule 1: nachhaltige Stärkung der Pflege vor Ort (häusliche Pflege)
Säule 2: Ausbau der Pflegeberatung, insbesondere der Pflegestützpunkte
Säule 3: Ausbau d. pflegerischen Versorgungsstruktur (Tages- u. Kurzzeitpflege)
Säule 4: Attraktive Ausbildungs- und Beschäftigungsbedingungen in der Pflege
(Fachkräftesicherung)
Warum strebt der Pfelgepakt häusliche Pflege an?
Häusliche Pflege entlastet die professionelle Pflege und entspricht den Bedürfnissen der Menschen.
Nennen Sie die vier Grundprinzipien des Pflegepakts.
Dezentrale Verantwortlichkeit: Da Pflege dort stattfindet, wo die Menschen leben, wird die Verantwortung von der Landesebene weg hin zu den einzelnen Regionen verlagert.
Kommunale Verantwortlichkeit: Die Kommunen (Gemeinden, Ämter, Städte und Landkreise) übernehmen die aktive Rolle bei der Gestaltung der Pflegelandschaft vor Ort. Sie identifizieren Bedarfe und setzen konkrete Projekte um.
Zentrale Multiplikatoren: Um die dezentralen Strukturen fachlich zu unterstützen, gibt es zentrale Instanzen wie die FAPIQ (Fachstelle Altern und Pflege im Quartier) oder das Kompetenzzentrum Demenz. Diese bündeln Wissen und unterstützen bei der Projektfindung und Planung.
Vernetzung und Kooperation: Pflege wird als Gemeinschaftsaufgabe verstanden. Das Prinzip sieht eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik (MSGIV), Trägern, Kommunen, Pflegebedürftigen, Angehörigen und Ehrenamtlichen vor.
Die Daten für den Pflegepakt wurden in ausgewählten Gemeinden erhoben.
Die Teilnahmequote ist sehr hoch.
Alle Landkreise und 85% der Gemeinden.
Von 98 in den Kommunen bis 2023 geschaffenen Stellen stehen 61 %
den pflegebedürftigen Menschen als direkte Ansprechpartner zur Verfügung.
Von 98 in den Kommunen bis 2023 geschaffenen Stellen stehen 81 %
Alltagsunterstützung und Entlastung ist das meistverbreitete neue Angebot, das für Pflegebedürftige geschaffen wird.
Falsch
Information und Beratung
Was sind die wichtigsten förderlichen Faktoren für die Projekte der LKR und Gemeinden für Pflegebedürftige.
Wertschätzung für alle Beteiligten
Pflegebedürftige
Pflegenden
Unterstützende
allgemeine Motivation
In welchen Aspekten liegen die Schwerpunkte für die Landkreise?
Angebote zur Pflege
Begleitung und Umsetzung der Pflegestrukturplanung
Unterstützung der Kommunen bei der Projektfindung und Planung
Öffentlichkeitsarbeit
Netzwerkarbeit.
Wie viele Standorte von Pflegestützpunkten gibt es in Brandenburg?
45 Standpunkte Pflegestützpunkten, inklusive Außenstellen und Außensprechstunden
Welche weiteren Ziele gibt es bei den Strukturen der Pflegestützpunkte?
Angebot einer Akutberatung abends und an Wochenenden
schrittweise Abgleich der Beratungsinhalte, für höhere Konsistenz
Die Schaffung von
54 Kurzzeitpflegeplätzen
315 Tagespflegeplätzen
40 Plätzen in einer Betreuungsgruppe
hat die Situation für Pflegebedürftige in Brandenburg massiv verbessert.
die Situation wird trotz der großen Förderung als Gleichbleibend empfunden. Daher wird eine Änderung der Förderung der Kurzzeitpflege gefordert.
Was ist “Neksa”?
Ein Projekt zur Fachkräftesicherung der BTU Cottbus.
Hilfe für Pflegeschulen und Ausbildungseinrichtungen.
Unterstützung bei der Umsetzung des Pflegeberufegesetzes.
Erläutern Sie Projekte zur Fachkräftesicherung in der Pflege.
Neksa
Sozialpädagogische Begleitung für Altenpflegeschüler:innen.
Pilotprojekt.
sollen Abbruch einer Ausblidung verhindern.
Wie wurde der Pflegepakt in Brandenburg angenommen?
wurde erfolgreich in fast allen Kommunen angenommen
führte zum Aufbau vielfältiger Strukturen und Maßnahmen landesweit
bietet den pflegebedürftigen Menschen und ihre Angehörigen direkte Unterstützung
bietet diesen Menschen spezifische Angebote zur sozialen Teilhabe
fördert die Fachkräftesicherung durch Stärkung der Ausbildung von Pflegekräften und Hilfskräften
Welche Aspekte werden im Abschlussbericht zum Pflegepakt zur Weiterentwicklung angesprochen?
öffentliche Wahrnehmung
Ausbau der Unterstützung der Pflegeausbildung
Förderung der betrieblichen Fachkräftesicherung
Angebote für alle (36 Tsd. Menschen werden in BB pro Jahr pflegebedürftig)
Sie haben 90% ihrer Gesundheit selbst in der Hand.
70%
Was ist die Folge davon, dass sowohl psychologische als auch physiologische Faktoren eine schleichende Gewichtszunahme begünstigen?
Eine erfolgreiche Therapie erfordert daher nicht nur medizinische Interventionen, sondern eine fundamentale Neuausrichtung des Körperbewusstseins und eine langfristige Verhaltensänderung über mindestens sechs Monate, um alte Gewohnheiten nachhaltig zu ersetzen.
Warum werden wir übergewichtig und krank?
Evolutionäre Diskrepanz
Die menschliche Entwicklung (Genetik und Epigenetik) ist nicht an die moderne Umwelt angepasst. Unser Verhalten kollidiert mit genetischen Programmen, die auf das Überleben in Mangelzeiten ausgerichtet waren.
• Epigenetische Prägung: Übergewicht im Jugendalter führt zu 80 % zu Adipositas im Erwachsenenalter.
• Therapiebarriere: Für bereits adipöse Erwachsene ist es physiologisch und psychologisch signifikant schwieriger, dauerhaft schlank zu werden.
Inwiefern belügt uns unser Körper?
Beispiele:
Beispiel
Mechanismus
Auswirkung
Sinnesorgane
Melden keine kleinen, schleichenden Veränderungen.
Analogie zur Raumluftqualität: Man gewöhnt sich an Verschlechterungen.
Ignoranz
Warnmeldungen des Körpers werden aktiv ignoriert.
Fortsetzung schädlicher Verhaltensmuster trotz Symptomen.
Mentale Erschöpfung
Verwechslung von Arbeitsmüdigkeit mit körperlicher Erschöpfung.
Mangel an Bewegung trotz fehlender körperlicher Auslastung.
Silent Killer
Krankheiten ohne initiale Warnsignale.
Diabetes, Bluthochdruck, Cholesterin und Tumore bleiben lange unbemerkt.
Welche Gesundheitsökonomische Auswirkungen hat Adipositas?
Die Adipositas-Epidemie stellt eine enorme finanzielle Belastung für das Gesundheitssystem dar. Die Kosten werden in zwei Kategorien unterteilt:
1. Direkte Kosten: Unmittelbare Ausgaben für medizinische Maßnahmen.
◦ Inanspruchnahme von Haus- und Fachärzten.
◦ Leistungen des KV-Notdienstes.
◦ Krankenhausaufenthalte sowie Diagnostik und Therapie.
2. Indirekte Kosten: Kosten, die nicht direkt mit der medizinischen Behandlung assoziiert sind.
◦ Produktivitätsverlust durch Arbeitsunfähigkeitstage.
◦ Auswirkungen auf die Volkswirtschaft durch frühzeitiges Ausscheiden aus dem Erwerbsleben.
Die direkten Kosten durch Adipositas sind höher als die indirekten Kosten.
Direkte Kosten ca. 24 Milliarden
Indirekte Kosten ca. 34 Milliarden
2015 /Deutschland
Nennen Sie entscheidende Aspekte für einen gesünderen Lebensstil um z.B. das Risiko für Schlaganfälle zu verringern.
Ernährung: Täglich 5 Einheiten Obst und Gemüse.
Bewegung: Mehr als 150 Minuten körperliche Aktivität pro Woche.
Gewichtskontrolle: Ein Ziel-BMI zwischen 18,5 und 25 kg/m².
Suchtmittelverzicht: Nichtrauchen und moderater Alkoholkonsum (0–30g/Tag).
Was ist das Bodymed-Programm und was sind die Teilnahmebedingungen für Ärzte?
von Ärzten entwickelte 12-Wochen Formel zur Gewichtsabnahme. Nach §140a SGB V Teil der Besonderen Versorgung -> Selektivverträge
Kassenzulassung
Zusatzqualifikation Ernährungsmediziner
Besuch eines entsprechenden Seminars
Leistungserbringervertrag mit Bodymed
Möglichkeit zur Messung der Körperzusammensetzung
Wie kann man das eigene “Frühwarnsystem” verbessern?
• Regelmäßige Gesundheitschecks: Alle 1–3 Jahre (abhängig von Risikoprofil und Versicherung), um „Bilanz zu ziehen“.
• Messwerte statt Gefühl: Fokus auf Zahlen, Daten und Fakten (z. B. BIA-Waage zur Bestimmung der Körperzusammensetzung).
• HOMA-Index: Bestimmung der Insulinresistenz als präventiver Indikator.
Wie könnte langfristig die Versorgung von Adipösen Patienten verbessert werden?
Professionalisierung:
wichtig, weil
häufigstes chronisches Krankheitsbild
sehr komplex
viele Folgeerkrankungen
hohe Kosten
Akzeptanz der Adipositas als Krankheit, statt Risikofaktor, dann zahlen Kassen auch selbstverständlicher
Das erhöht den Anreiz für Ärzte, sich intensiver fortzubilden und Adipöse professioneller zu behandeln
Ausgrenzung Adipöser senken (Destigmatisierung)
Was ist das Ziel eines neuen Umgangs mit Adipositas?
Die Dokumentation fordert dazu auf, Adipositas nicht länger als individuelles Versagen, sondern als komplexe Herausforderung für die gesamte Gesellschaft zu begreifen.
Wie entwickelten sich die Kennzahlen der Krankenhäuser in NRW?
2013 im Vergleich zu 2023:
weniger Häuser, weniger Betten, weniger Fälle und kürzere Verweildauer
aber höheres Budget und vor allem mehr Beschäftigte
Was ist die KGNW und was macht sie?
Die KGNW ist der Zusammenschluss der Krankenhausträger und ihrer Spitzenverbände in NRW.
Aufgaben:
Information, Beratung und Unterstützung aller Mitgliedshäuser
Vertretung der Interessen der Mitglieder
gesetzlich verankerte Aufgaben im Rahmen der Selbstverwaltung
Für was setzt sich die KGNW als Interessensvertretung ein?
Finanzierung der Krankenhäuser
gute Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter
Initiativen: z.B. Alarmstufe rot, Klik green NRW
Was ist “Klik green NRW”?
Um das Thema Klimaschutz kommen auch Krankenhäuser heutzutage nicht herum. Die Initiative bietet eine Fortbildung zum Klimamanager an. Diese sind dazu ausgebildet, Klimamaßnahmen in Krankenhäusern umzusetzen.
Nennen Sie 5 Qualitätsziele der KGNW nach DIN EN 15224.
angemessene richtige Versorgung
Verfügbarkeit
Effizienz
auf den Patienten sowie auf die körperliche, geistige und soziale Unversehrtheit orientierte Versorgung
Zugänglichkeit
Welche sind die Hauptaufgaben als Referent:in bei der KGNW bei Gremien und den Fachveranstaltungen?
Themen finden und Referent:innen gewinnen
Themen aufbereiten: Sitzungsvorlagen
Themen beraten: Vortrag, Beratung, Beschlussfassung
Sitzung nachbereiten: Niederschrift, Beschlüsse umsetzen
Welchen Zweck hat das Krankenhausgestaltungsgesetz?
Ziel ist die finanzielle Sicherung der Krankenhäuser zur Sicherstellung der bedarfsgerechten Versorgung. Dazu gehören eigenständig wirtschaftende Krankenhäuser und sozial tragbare Pflegesätze. Wichtiges Prinzip ist die Trägervielfältigkeit.
Was ist das Ziel der Trägervielfältigkeit?
alle Krankenhäuser, unabhängig von der rechtlichen Form erhalten die gleiche Förderung -> rechtliche Form soll keinen Ausschlag für die Verteilung der Fördermittel geben
Der Krankenhausplan ist rechtlich bindend.
Der Krankenhausplan besitzt keine verbindliche Rechtswirkung.
Es besteht für die Krankenhäuser kein Anspruch auf Aufnahme in den Krankenhausplan.
richtig.
Wer hat in NRW die abschließende Entscheidung ob ein Krankenhaus in den Krankenhausplan aufgenommen wird?
das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales und die Bezirksregierungen
Was ist ein Plankrankenhaus? Welche Rechte und Ansprüche haben sie?
Ein Krankenhaus, dass in den Krakenhausplan aufgenommen wurde.
Versorgungsauftrag
sind zur Leistungserbringung zugelassen
Rechtsanspruch auf Abschluss einer Pflegesatzvereinbarung
grundsätzlich Anspruch auf Investitionskosten
Was ist der Leitsatz der Krankenhausplanung?
Die Strukturen müssen für die Menschen da sein, nicht die Menschen für die Strukturen.
Wie funktioniert die neue Planungssystematik in NRW? Welches Ziel hat sie?
Nordrhein-Westfalen plant als erstes Bundesland nicht mehr in Betten, sondern näher am Versorgungsgeschehen: in Leistungsgruppen und Fallzahlen.
64 medizinischen Leistungsgruppen. Für jede Leistungsgruppe wird eine regionale Planungsebene bestimmt: (Kreisebene, Versorgungsgebietsebene, Regierungsbezirksebene und Landesteilebene)
Für jede Leistungsgruppe gibt der neue Krankenhausplanung gewisse Qualitätsvorgaben vor, die das Krankenhaus erfüllen muss, um die Leistungsgruppe zu erhalten -> Sicherheit für Patienten wegen der sichergestellten med. Qualität
Welche Rolle spielt die KGNW im Landesausschuss?
Bereitstellung von Informationen an die Krankenhäuser zu aktuellen Entwicklungen auch im Bezug auf bevorstehende Umstrukturierungsprozesse
Einschätzungen zu krankenhausplanerischen Prozessen auf großer und kleiner Ebene
Nach welchen Bedingungen kann eine Einzelförderung eines Krankenhauses erfolgen?
Plankrankenhaus. entsprechende Qualitätskriterien.
Wenn das Vorhaben den Fördervorgaben des Investitionsprogramms entspricht.
Die Förderung erfolgt durch Festbetrag.
Wie groß ist der bundessweite Transformationsfonds zur Krankenhausreform?
50 Mrd.€ über 10 Jahre
Welche Summe stellt die Landesregierung NRW in dieser Wahlperiode für Maßnahmen zur Umsetzung des neuen Krankenhausplans zur Verfügung?
2,5 Mrd.€
Welche Aufgaben hat die KGNW im Zuge des aktuellen Investitionsprogramm?
Bereitstellung von Informationen aktueller Stand der verfügbaren Fördermittel und Beginn der Förderperioden
Stellungnahmen und Einschätzungen zu Investitionsprogrammen
Was ist der Ausgleichsfonds und wie funktioniert er?
vom KGNW verwaltet.
Ziel: wettbewerbliche Benachteiligung auszubildender Krankenhäuser verhindern
ermittelt auf Grundlage gesammelter Daten den ladeseinheitlichen Ausbildungszuschlag des Folgejahres.
Seit wann ist das IQWIG im SGB V rechtlich verankert?
2004
Welche Rolle hat das IQWIG im deutschen Gesundheitswesen?
Das BMG und der G-BA beauftragen das IQWIG. Das IQWIG liefert evidenzbasierte Informationen, mit denen der G-BA widerum Richtlinienentscheidungen treffen kann.
Was bedeutet der Generalauftrag für das IQWIG?
Der Generalauftrag ermöglicht dem IQWiG eigeninitiativ Themen von grundlegender Bedeutung aufzugreifen und zu bearbeiten.
Wie wird das IQWIG finanziert?
durch sog. Systemzuschläge.
ein paar Cent bei jeder Krankenhausbehandlung und jeder vertragsärztlichen ambulanten Behandlung.
Welche Aufgaben und Pflichten hat das IQWIG?
Recherchieren, darstellen und bewerten des aktuellen Wissensstandes zu ausgewählten Krankheiten
Gutachtenerstellung zu Fragen der Qualität und Wirtschaftlichkeit für GKV-erbrchte Leistungen
Bewertung von Kosten und Nutzen von Arzneimitteln
Empfehlungen von DMPs
Bewertung evidenzbasierter Leitlinien
Erstellen von öffentlichen Berichten über die Arbeitsprozesse und Arbeitsergebnisse des Instituts
Nach welchen Grundsätzen arbeitet das IQWIG?
evidenzbasiert
unabhängig
patientenorientiert
transparent
Welche Aufgaben hat das Ressort Gesundheitsökonomie des IQWIG?
Das Ressort Gesundheitsökonomie übernimmt spezifische Funktionen innerhalb des AMNOG-Verfahrens und darüber hinaus:
Dossierbewertungen
Festlegung und Weiterentwicklung der Mindestvorhaltezahlen
Sonderformen: Bestimmung von Patientenzahlen und Kosten bei Orphan Drugs
Methodenentwicklung
Wie funktioniert das AMNOG-Verfahren?
Ein Kernbereich des Instituts ist die Bewertung neuer Wirkstoffe unmittelbar nach Markteintritt.
Im Fokus steht nicht der Nutzen an sich, sondern der Zusatznutzen gegenüber einer vom G-BA festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie (zVT).
Pharmazeutische Unternehmer müssen ein Dossier einreichen, das in fünf Module unterteilt ist:
Modul
Inhalt
Öffentlichkeit
1
Administrative Informationen & Zusammenfassung
Öffentlich
2
Allgemeine Angaben & zugelassene Anwendungsgebiete
3
zVT, Patientenzahlen, Kosten der Therapie für die GKV
4
Systematische Übersicht zum medizinischen Zusatznutzen
5
Anlagen (Volltexte, Studienberichte, Zulassungsunterlagen)
Nicht öffentlich
Zeitlicher Ablauf (AMNOG-Verfahren)
1. Monat 0: Markteintritt und Dossiereinreichung.
2. Monat 3: Abschluss der Bewertung durch das IQWiG.
3. Monat 6: Beschluss zum Zusatznutzen durch den G-BA.
4. Monat 7-12: Preisverhandlungen zwischen GKV-Spitzenverband und Hersteller.
5. Monat 15: Ggf. Schiedsstellenentscheidung bei Nichteinigung.
Bei insgesamt 793 betrachteten Fällen (nach Addendum) wurde in 62 % der Fälle ein Zusatznutzen nicht belegt, meistens weil der falsche Komparator gewählt wurde. Ein erheblicher Zusatznutzen wurde lediglich in 7 % der Fälle konstatiert.
Wie setzen sich die Jahrestherapiekosten eines GKV-Patienten zusammen?
Arzneimittelkosten + Kosten erforderliche Tests & Begleitmedikation + Kosten der Anwendung = Therapiekosten
Was sind Mindestvorhaltezahlen?
neue Kennzahl, eingeführt mit dem Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz
dienen als Vorrausssetzung für die Auszahlung der Vorhaltevergütung
Ziel: diejenige Fallzahl je Leistungsgruppe ermitteln, ab der die Erlöse den durchschnittlichen Kosten übersteigen
Welche Ziele verfolgt das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz?
Wie will es diese erreichen?
Entökonomisierung: Eindämmung der starken Mengenorientierung durch das auf Fallpauschalen basierende System der Vergütung
Qualitätssteigerung und Kostensenkung: Konzentration der Leistungserbringung auf weniger Krankenhausstandorte
Einführung von Leistungsgruppen mit Qualitätsvoraussetzungen
Festlegung von Mindestvorhaltezahlen als eine Voraussetzung für die Zahlung der Vorhaltevergütung
Wozu dient die anwendungsbegleitende Datenerhebung?
Beauftragung durch den G-BA für
Orphan Drugs
Arznei mit bedingter Zulassung oder außergewöhnlichen Zuständen
Ziel: Verbesserung der Evidenzgrundlage zur Bewertung des Zusatznutzens
Erläutern Sie die Kosten-Nutzen-Bewertung des IQWIG.
Beauftragung durch den G-BA, nachdem kein Zusatznutzen festgestellt wurde.
Wichtigste Frage: welcher Komparator?
(welche Patientengruppe? welcher Zeitraum?)
Welches sind die größten drei Leistungsbereiche der GKV nach Ausgaben?
Krankenhausbehandlung, Ärztliche Versorung und Arzneimittel
bei allen deutliches Wachstum
Welche Handlungsfelder werden im Zuge des Prävention-Leitfadens von den Krankenkassen gefördert?
Bewegungsgewohnheiten
Fehlernährung
Stressbewältigung
Suchtmittelkonsumverhalten
Was ist der Unterschied zwischen Verhaltensprävention und Verhältnisprävention?
Verhaltensprävention: Verhaltensänderung des Einzelnen zur Erreichung eines gesunderen Lebensstils.
Verhältnisprävention: Strukturelle Veränderung der Rahmenbedinungen in Lebenswelten.
Warum setzt sich die AOK für Prävention ein?
massiv steigende Leistungsausgaben in der GKV -> Prävention als Zukunftsinvestition
Strategie: Kombination aus Verhaltens- und Verhältnisprävention
-> Gesetzlicher Auftrag, Ökonomischer Nutzen, Kundenbindung
J&J wurde 1960 unter dem Namen Janssen gegründet und hat heute 47.000 Mitarbeiter.
J&J wurde 1953 unter dem Namen Janssen gegründet und hat heute 47.000 Mitarbeiter.
Wie wird der Zusatznutzen von J&J bewertet?
Bewertet wird in zwei Dimensionen:
Wahrscheinlichkeit des Nutzens
Grad des Nutzens
Was ist das PICOS-Schema und wie wird es verwendet um die Ergebnisse zu überprüfen?
Der G-BA bewertet kriterial die Evidenz nach dem PICOS-Schema
Population
Intervention
Comparator
Outcome (patient-relevant?)
Studydesgin (best case: RCT)
Was sind patientenrelevante Endpunkte?
Endpunkte, die der Patient tatsächlich wahrnimmt.
Abzugrenzen von Surrogatparameter, rein medizintheoretischen Endpunkten.
Welche Punkte sind beim Marktzugang für neue Arzneimittel besonders relevant?
nach AMNOG-Verfahren
zentral ist der Nachweis eines Zusatznutzens gegenüber einer vom G-BA festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie
kritische Erfolgsfaktoren sind dabei:
Die Wahl des Komparators (häufigste Grund für das Scheitern einer Nutzenbewertung)
patientenrelevante Endpunkte
Frühzeitige Planung: Eine Abstimmung mit dem G-BA (G-BA Advice) ist essenziell, um die Dossierstrategie abzusichern.
Sonderstatus Orphan Drugs: Arzneimittel für seltene Leiden erhalten initial einen fiktiven Zusatznutzen, müssen sich aber ab einer Umsatzgrenze von 30 Mio. Euro dem regulären Prozess stellen.
Wie lautet die Sonderregel für sog. Orphan Drugs?
Für Arzneimittel gegen seltene Krankheiten (Orphan Drugs) gelten erleichterte Bedingungen:
Ein Zusatznutzen gilt bereits durch die Zulassung als gesetzlich zugestanden, unabhängig von der eingereichten Evidenz.
Der G-BA legt für die Preisverhandlung keine zweckmäßige Vergleichstherapie fest.
-> gilt nur bis zu einer bestimmten Umsatzschwelle, wenn diese überschritten wird, muss es das volle AMNOG-Verfahren durchlaufen
Erläutern Sie den Ablauf der ersten Phase des AMNOG-Verfahrens (frühe Nutzenbewertung) Schritt für Schritt.
Dossiereinreichung: Das Pharmaunternehmen reicht ein Nutzendossier beim G-BA ein.
Bewertung: Der G-BA (oft unter Einbeziehung des IQWiG) bewertet den Zusatznutzen.
Stellungnahmeverfahren: Es folgt eine schriftliche Stellungnahme und eine mündliche Anhörung.
Beschluss: Der G-BA entscheidet über das Ausmaß des Zusatznutzens.
Inwiefern nutzt J&J klassisches und agiles Projektmanagement?
Klassisch: Strukturierte Phasen von der Analyse über Design und Implementierung bis zum Testen.
Agil (Scrum): Fokus auf Flexibilität und kontinuierliche Wertschöpfung durch spezifische Rollen:
Product Owner: Kontakt zum Kunden, Accountable, Priorisierung des Backlogs.
Scrum Master: Coach und Facilitator, räumt Hindernisse (Impediments) aus dem Weg.
Development Team: Interdisziplinär, hierarchiefrei, verantwortlich für die Qualität.
Wie lange gilt die freie Preissetzung durch den Hersteller?
nur die ersten sechs Monate nach Markteintritt, danach gilt der verhandelte Erstattungsbetrag rückwirkend
Wie bildet sich der Preisanker beim AMNOG-Verfahren?
Zusatznutzen gegenüber zVT entscheidend für Preisfindung
wenn kein Zusatznutzen, strikte preisliche Leitplanken
Welche Ziele werden mit dem AMNOG-Verfahren verfolgt?
Sicherstellung der Versorgung mit wirksamsten Arzneimitteln
Gewährleistung der Wirtschaftlichkeit und Kosteneffizienz
Verlässliche Rahmenbedingungen für Innovationen
In welche zwei großen Phasen lässt sich das AMNOG-Verfahren unterteilen?
Nutzenbewertung: (ca. 6 Monate)
Einreichung des Dossiers bei Markteintritt
Prüfung und Beschluss des Zusatznutzens
Erstattungsbetrag: (ca. 6 Monate)
Verhandlung eines Rabatts auf den Herstellerpreis basierend auf dem Nutzenbeschluss
-> falls keine Einigung, Schiedsstelle
welche sind die maßgeblichen Kriterien für den Erstattungsbetrag?
Ergebnis der Nutzenbewertung
Kosten der Vergleichstherapie
Europäische Abgabepreise
Absatzmenge (erwartete Verkaufszahlen)
AMNOG Leiplanken - Was wenn kein Zusatznutzen festgestellt wurde?
kein Zusatznutzen -> min. 10% unter den Kosten der Vergleichstherapie
Wie setzt sich der Apothekenpreis zusammen?
Erstattungsbetrag (aus dem AMNOG-Verfahren)
Großhandelszuschlag
Apothekenzuschlag
Mehrwertsteuer
vergleichbare Arzneimittel werden in „Festbetragsgruppen“ zusammengefasst
richtig
Welche wichtigen Instrumente nutzt die GKV zur Kontrolle der Arzneimittelpreise?
Festbeträge (Erstattungsobergrenze, für vergleichbare Arzneimittel
Preismoratorium (jede Preiserhöhung führt zu einem genau so großen Abschlag an die Krankenkassen, außer Inflation)
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