(Folie 10) Wie war Freuds Familiensystem aufgebaut?
Eltern
Vater: Jacob Freud (+40 J. älter als Sigmund)
Mutter: Amalia Freud (+20 J.)
Geschwister (insgesamt 10)
Halbbrüder: Emmanuel, Phillip (+20 J.)
Julius (−1 J., mit 2 Jahren verstorben)
Anna (−2 J.)
Rosa, Maria, Adolfine, Pauline
Alexander (−10 J.)
Eigene Familie
Ehefrau: Martha (1861–1951)
Schwägerin: Minna
6 Kinder: Mathilde, Jean-Martin, Oliver, Ernst, Sophie, Anna
(Folie 11 & 13) Was umfasst die Analytische Grundregel?
Sie besteht aus zwei zentralen Elementen:
Freie Assoziation (Analysand_in)
Einfälle frei aussprechen
Unbekümmert
Ohne Selbstzensur
Assoziationen = Verbindungen
Gleichschwebende Aufmerksamkeit (Analytiker_in)
Nichts gezielt auswählen
Sich dem „unbewussten Gedächtnis“ überlassen
„Hören mit dem dritten Ohr“ (Th. Reik)
Haltung der Reverie
(Folie 12) Wie beschreibt Freud die gleichschwebende Aufmerksamkeit?
Freud (1912):
„Alle bewussten Einwirkungen von der Merkfähigkeit fernhalten“
Sich dem unbewussten Gedächtnis überlassen
„Man höre zu und kümmere sich nicht darum, ob man sich etwas merke.“
→ Nicht selektiv erinnern wollen
→ Offen sein für das, was sich zeigt
(Folie 15) Warum haben Erstgespräche eine besondere Bedeutung?
Erstgespräche sind besonders, weil:
Leidensdruck hoch ist
Oft lange Wartezeit
Neue, fremde Situation für beide
Erste Begegnung
Zentrale Fragen:
Wer gestaltet die Situation?
Wie entwickelt sich Kontakt und Beziehung?
(Folie 16) Welche drei Datenquellen unterscheidet Argelander im Erstgespräch?
Objektive Informationen
Biografische Fakten
Persönliche Angaben
Subjektive Informationen
Eindruck vom Patienten
Erlebnisverarbeitende Einsicht
Szenische / situative Information
Erleben der Situation selbst
Gefühlsregungen und Vorstellungsabläufe
Auch wenn der Patient schweigt
(Folie 19–20) Was zeigt das Fallbeispiel zum Juristen im Erstgespräch?
Beobachtungen
Sehr korrekt gekleidet
Anliegen wie ein Referat vorbereitet
Kaum persönliche Angaben
Erwartungsvoller Blick
Gegenübertragung des Interviewers
Verärgert
Stereotyp „trockener Jurist“
Intervention (Deutung)
Hinweis auf mögliche Unerreichbarkeit als Vater
Bezug auf unmittelbare Situation
Reaktion
Patient beginnt emotional zu erzählen
→ Gegenübertragung kann Hinweis auf das Beziehungsangebot sein.
(Folie 20) Welche Haltung zeigt die Psychotherapeut_in in der „ungewöhnlichen Gesprächssituation“?
Merkmale
Ruhiges Abwarten
Zuwendung
Gleichschwebende Aufmerksamkeit
Interesse + nachdenkliches Schweigen
Kontrollierte Spontaneität
Folgen beim Patienten
Offenheit
Erleichtertes Sprechen
Frustration (keine direkten Ratschläge)
(Folie 22) Welche affektiven Beziehungserfahrungen können im therapeutischen Prozess wirksam werden?
Es gibt:
Alte Verletzungen und Enttäuschungen
Unerledigte Auseinandersetzungen
Loyalitäten und Identifikationen
Uneingestandene Zuneigungen
Diese liegen oft:
„in der unteren Schublade der Erinnerungen“
schwer zugänglich
mit Abwehr verbunden
→ Emotionale Bewegung wird oft abgewehrt.
(Folie 23) Was sind Voraussetzungen für die Arbeit mit unbewussten Prozessen?
Erforderlich sind:
Eine therapeutische Rolle einnehmen
Zuverlässigkeit
= Bildung eines therapeutischen Rahmens
Dazu gehören:
Neutralität
Abstinenz
Nichtverstehen („negative capability“)
Anerkennen der Asymmetrie
(Folie 24) Was bedeutet Neutralität in der psychodynamischen Therapie?
Technische Empfehlung:
Nicht voreingenommen sein (nicht moralisch, religiös, sozial bewerten)
Gilt gegenüber:
der Person insgesamt
verschiedenen inneren Anteilen
Wichtig:
Bezieht sich auf die Funktion, nicht die reale Person
Technische Neutralität (Kernberg):
Äquidistanz zu Ich, Es, Über-Ich
(Folie 25) Was bedeutet Abstinenz in der psychoanalytischen Behandlung?
Freud (1915):
„Die Kur muss in der Abstinenz durchgeführt werden.“
Definition:
Behandlung nicht zur Befriedigung alltäglicher Beziehungswünsche nutzen
Therapie nicht in Alltagshandlungen überführen
Ursprünglich für Patient gedacht:
Keine eigenen Bedürfnisse ausleben
Kein Missbrauch
(Folie 26) Was bedeutet „Fähigkeit zum Nichtverstehen“?
= Negative Capability
Beinhaltet:
Aushalten von Ungewissheit
Ambiguität tolerieren
Teilwissen akzeptieren
Paradox:
Psychodynamische Therapie ist eine verstehende Methode,
die zugleich Nicht-Verstehen können muss.
(Folie 27) Welche Faktoren sind für die therapeutische Allianz bedeutsam?
Bedeutung der ersten Sitzungen
Beziehungsfaktoren
Berücksichtigung der Patientenerwartungen
→ Aufbau einer tragfähigen Allianz.
(Folie 28) Was kennzeichnet die Asymmetrie der therapeutischen Beziehung?
Merkmale:
Intensive, oft mehrjährige Arbeitsbeziehung
Frei von anderen Verbindungen
Freier Fantasieraum → braucht Diskretion
Anerkennung der ungleichen Positionen
Regelmäßigkeit & Zuverlässigkeit
Wichtiger Termin für beide
→ Das „therapeutische Paar“
(Folie 29) Auf welchen Ebenen begegnen sich Therapeut_in und Patient_in?
Begegnung erfolgt auf:
Bewusster Ebene
Unbewusster Ebene
Beide Seiten haben:
Bewusstes (Bew.)
Unbewusstes (Ubw.)
→ Psychotherapie ist Interaktion auf beiden Ebenen.
(Folie 30) Warum heißt es „gleichschwebende“ Aufmerksamkeit?
Begründung:
„Zwei Unbewusste kommunizieren miteinander“
Es spricht im Analysanden
Es hört im Analytiker
Das Wahrnehmungsbewusstsein:
„schwebt durch das Material“
→ Nicht fokussierend, sondern offen-aufnehmend.
(Folie 31) Wie wird „Übertragung“ definiert?
Übertragung ist:
Eine emotional aufgeladene Situation zwischen zwei Menschen
Eine Affektübertragung
Ein Mechanismus der Verknüpfung von Wahrnehmungen mit Erinnerungen
(Folie 32) Was bedeutet Übertragung im engeren psychoanalytischen Sinn?
Übertragung bezeichnet:
Die Aktualisierung unbewusster Wünsche
Bezogen auf bestimmte Objekte (andere Personen)
Innerhalb eines bestimmten Beziehungstyps
Kern:
Wiederholung infantiler Vorbilder
Mit starkem Gefühl von Aktualität
(Folie 33) Warum geht Übertragung oft über das rational Erwartbare hinaus?
Weil nicht nur:
Bewusste Erwartungsvorstellungen
wirksam sind, sondern auch:
Zurückgehaltene oder unbewusste Vorstellungen
→ Übertragung = „Neuauflage“ von Kindheitserlebnissen
in der therapeutischen Beziehung.
(Folie 34) Welche Übertragungsformen unterscheidet Freud?
Positive Übertragung
Beziehungsfördernd
Negative Übertragung
Aggressiv
Kann als Widerstand wirken
Sonderform:
Übertragungsliebe
Weder Gewähren noch Unterdrücken ist unproblematisch
(Folie 35) Warum nennt Freud die Übertragung einen „Tummelplatz“?
In der Übertragung:
Entfaltet sich der Wiederholungszwang
Pathogene Triebe zeigen sich
Der Patient darf sich „in fast völliger Freiheit“ entfalten
Ziel:
Wiederholung in Erinnern umwandeln → „Erinnern, Wiederholen, Durcharbeiten“
(Folie 36) Was ist Gegenübertragung?
Auch die Therapeutin überträgt:
Was im Analytiker angesichts des Patienten vorgeht
Die Absicht zu verstehen fördert Identifikation
Formen:
Konkordante Identifizierung
Therapeut fühlt sich wie der Patient
Komplementäre Identifizierung
Therapeut fühlt sich wie ein inneres Objekt des Patienten behandelt
(Folie 37) Wie sah Freud ursprünglich die Gegenübertragung?
Gegenübertragung müsse vollständig überwunden werden
Offene Frage auf der Folie:
Wirklich überwinden?
Oder Gefühle wahrnehmen und nutzen?
(Folie 38) Warum ist das Üb-GÜ-Geschehen zentral?
Zentrales Beziehungsgeschehen in AP + TP
Therapeutisches Beziehungsangebot löst:
Erwartungen
Wünsche
Unbewusste Prozesse aus
Material für Diagnostik und Behandlung
Hohe Aufmerksamkeit für eigene affektive Reaktionen
(Folie 39) Wie funktioniert Übertragungsanalyse?
Freuds Annahme:
Übertragung sei durch Bewusstwerdung auflösbar
Heute:
ÜB-GÜ-Geschehen ist interaktionell und ubiquitär
Zwei Schritte:
Übertragung erkennen
Aktuelle Situation
Anspielungen
Reale Auslöser
Übertragung im Hier-und-Jetzt annehmen
Affekte aufgreifen
Erkunden
Vertiefen
(Folie 40) Was bedeutet „Agieren“?
Agieren =
Wiederholung von Kindheitserfahrungen
Ohne Bewusstheit
Handeln statt Erinnern
Begriffe:
Enactment
Acting out
Rollenübernahme
Inszenierung → Handlungsdialog
(Folie 41) Woran können sich unbewusste Handlungsdialoge im Alltag zeigen?
Beispiele:
Zu früh oder zu spät kommen
Am falschen Tag erscheinen
Termin vergessen
Versprecher / Verhörer
Grundannahme:
→ Alles kann Bedeutung haben.
(Folie 42–43) Was zeigt das Beispiel „Auf Wiederhören“?
Situation:
Therapeut sagt am Ende: „Auf Wiederhören“
Statt „Auf Wiedersehen“
Kontext:
Patientin sprach ununterbrochen
Entwertete therapeutische Angebote
„Kratzige“ Stimme, körperlich unangenehm
Möglicher Hinweis:
Ärger
Nicht-gehört-werden
Körperliche Reaktion (Ohrenschmerz)
→ Beispiel für unbewusste Ko-Produktion
(Folie 44) Was verdeutlicht dieses Beispiel über das Beziehungsgeschehen?
Therapeutisches Erleben:
Ärger über Entwertung
Körperliche Reaktion
Wahrnehmung von Diskrepanz (zarte Hand vs. massive Körperform)
Patientin:
Klagen
Leidensbetonung
Helfer-Persönlichkeit
Frage:
„Auf Wiederhören“ – Wunsch oder Befürchtung?
→ Affektives Material aus der Beziehung.
(Folie 45) Worum geht es in „Psychopathologie des Alltagslebens“?
Freud verschiebt den Fokus:
Von außergewöhnlicher Psychopathologie
Hin zu alltäglichen Fehlleistungen
Bedeutung explorieren von:
Versprechern
Fehlhandlungen
Vergessen
Verdrängen
Verleugnen
Unfällen
→ Unbewusstes zeigt sich im Alltag.
(Folie 47) Was ist die Grundannahme der Psychoanalyse über das Seelenleben?
„Das Seelenleben ist im Wesentlichen unbewusst.“
Psychoanalyse:
„Künstliche Wahrnehmungshilfe“
Vergleichbar mit Mikroskop oder Teleskop
Metapsychologie:
Wissenschaftssprache zur Vermittlung des nicht direkt Wahrnehmbaren.
(Folie 48) Welche Metaphern werden für das Unbewusste verwendet?
Eisberg
Dampfkessel
Archäologische Schichten
Blinder Fleck
Schatten
Landkarte
Brausen des Meeres
→ Das meiste bleibt unsichtbar oder indirekt zugänglich.
(Folie 49) Wie kann man das Unbewusste überhaupt erkennen?
Freud:
Unbewusstes wird nur als Bewusstes erkannt
Durch Umsetzung / Übersetzung ins Bewusste
Psychoanalytische Arbeit:
Macht solche Übersetzung möglich
Ist Bewusstmachung ein Widerspruch?
→ Psychoanalyse zeigt: Übersetzung ist möglich.
(Folie 50) Wie beschreibt die jungianische Perspektive den Zugang zum Unbewussten?
Das Unbewusste ist:
Nicht unmittelbar feststellbar
Nur indirekt über seine Wirkungen
Es zeigt sich in:
Symptomen
Komplexen
Traumbildern
Phantasien
Visionen
→ Zugang über indirekte Erscheinungen.
(Folie 51) Welche philosophischen Vorläufer des Unbewussten werden genannt?
Descartes
Bewusstseinsphilosophie
„Cogito ergo sum“
Keine unbewusste Denktätigkeit
Leib-Seele-Dualismus
Leibniz
„Unmerkliche Vorstellungen“ (petites perceptions)
Prinzip der Kontinuität
Unbewusste Prozesse wirken, ohne bemerkt zu werden
Kant
„Selbst denken“
„An die Stelle des Anderen denken“
(Folie 52) Welche weiteren historischen Konzepte bereiteten das Unbewusste vor?
Herder: „Lebenskraft“
Goethe: Rückzug ins „Unbewusstsein“
C.G. Carus: Erste Psychologie des Unbewussten → Unermüdlichkeit, Unmittelbarkeit, ursprüngliche Gesundheit
von Hartmann: Philosophie des Unbewussten → physiologisch, psychisch, metaphysisch
Weltreligionen und Mythen
(Folie 53) Welche psychologischen Bereiche erkennen unbewusste Prozesse an?
Wahrnehmung ist selektiv
Gedächtnis: implizit vs. explizit
Aufmerksamkeit, Speichern, Abruf
Emotionale Färbung
Social cognition beeinflusst Erinnerung
→ Grenzen des Wissens werden anerkannt.
(Folie 54) Welche möglichen Zugänge zum Unbewussten nennt die Folie?
Versprecher, Fehlleistungen
Symptome
Innere Konfliktspannung & Abwehr
Träume
Beziehungsszenen
Kreativität, Bilder
Bewegung
Spiel
(Folie 55) Wie zeigt sich unbewusstes Körperwissen?
Beispiele sprachlicher Bilder:
„Herzschmerz“
„Das geht mir an die Nieren“
„Das schlägt mir auf den Magen“
„Ich traue meinem Bauchgefühl“
Klinisch:
Schmerzen ohne Befund
Verspannungen
Lähmungen
→ Ausdruck unbewusster Vorgänge.
(Folie 57) Welche Definitionen des Unbewussten werden unterschieden?
Deskriptiv
Alles, was nicht im aktuellen Bewusstseinsfeld ist
Topisch
System im psychischen Apparat
Verdrängte Inhalte
Kein Zugang zum Vorbewusst-Bewusst
Inhalte:
Triebrepräsentanzen
Primärvorgang (Verdichtung, Verschiebung)
Bezug:
Merkmale des Es (zweite Topik)
(Folie 58) Wie beschreibt Freud den „Psychischen Apparat“?
Wahrnehmungen:
Werden als Erinnerungsspuren gespeichert
Assoziativ verknüpft
Systeme:
Bewusst
Vorbewusst
Unbewusst
Motilität:
Erregung will über Handlung abgeführt werden
(Folie 60) Wodurch zeichnet sich das Vorbewusste aus?
Vorbewusstes:
Inhalte aktuell nicht bewusst
Durch Nachdenken / Aufmerksamkeit bewusst machbar
Kontrolle durch äußere Realität
Prüft, welche Wünsche umgesetzt werden
Realitätsprinzip
Sekundärprozess
Sitz der Wortvorstellungen
Logik, Kausalität, Zeitlichkeit wirksam
(Folie 60) Was kennzeichnet das Unbewusste im topischen Modell?
Unbewusstes:
Nicht direkt zugänglich
Eigenes psychisches System
Enthält:
Infantiles
Verdrängtes
Ziel: Triebabfuhr / Wunschbefriedigung
Lust-Unlust-Prinzip
Primärprozess
Sachvorstellungen
(Folie 61) Wie wird Unbewusstes bewusst?
Freud beschreibt einen zweifachen Prozess:
Verdrängung
Vom Bewussten ins Unbewusste
Rückübersetzung
Vom Unbewussten ins Bewusste
In Psychotherapie oder Selbstanalyse
Voraussetzung:
Überwindung von Widerständen
(Folie 62–63) Welche Instanzen umfasst Freuds Strukturmodell?
Es
Trieb-Unbewusstes
Angeborene und erworbene Triebe
Ich
Vermittelt zwischen:
Außenwelt
Über-Ich
Hat auch unbewusste Anteile
Verinnerlichte Ideale, Moral, Gewissen
Ebenfalls unbewusste Anteile
(Folie 65) Wie unterscheidet Jung persönliches und kollektives Unbewusstes?
Persönliches Unbewusstes
Vergessenes
Unterschwellig Wahrgenommenes
Individuelle Inhalte
Kollektives Unbewusstes
Archetypische Struktur
Überpersönlicher „Mutterboden“
Grundlage von Bewusstsein und persönlichem Unbewussten
(Folie 67) Worin liegt der Unterschied zwischen persönlichem und kollektivem Unbewussten?
Persönliches Unbewusstes:
Inhalte aus individueller Lebensgeschichte
Verdrängte Materialien
Kollektives Unbewusstes:
Genuine, artcharakteristische Wesenszüge
Nicht individuell erworben
Arbeitshypothese zur Unterscheidung
(Folie 68) Was sind Archetypen?
Seelenbilder
Urbilder
Struktur des kollektiven Unbewussten
Etymologie:
„Arche“ = Ursprung
Große Mutter
Vater
Kind / Hermaphrodit
Animus / Anima
Held
Schatten („dunkler Bruder“)
(Folie 70) In welchen Kontexten wird mit Bildern gearbeitet?
Arbeit mit Bildern erfolgt in:
Kinder- und Jugendpsychotherapie
Erwachsenenpsychotherapie
Begleitung Schwerkranker
Lebenskrisen
Bilder gelten als Ausdruck des Unbewussten.
(Folie 71) Was ist ein Symbol?
Symbol = Sinnbild
Griechisch: sýmbolon = Erkennungszeichen
Ein echtes Symbol kann nie restlos gedeutet werden
Zugänge zu Symbolen:
Sprache
Kunst, Literatur, Musik, Gedichte
Mythen und Märchen
→ Ausdruck individuellen und kollektiven Unbewussten.
(Folie 73) Welche Funktion haben Märchenfiguren in der Symbolsprache?
Märchenfiguren dienen als:
Identifikationsfiguren
Angstfiguren
Wunschfiguren (Helfer/Freunde)
Schneewittchen
Dornröschen
Aschenputtel
Hexe
Hans im Glück
Prinzessin (Froschkönig)
Frau Holle
Gestiefelter Kater
(Folie 74) Welche archetypischen Bilder erscheinen im „Froschkönig“?
Sonne
Wald
Brunnen
Goldene Kugel
König & Königstochter
Acht weiße Pferde
Drei eiserne Bande
→ Symbolsprache im Märchen als Träger archetypischer Bilder.
(Folie 75) Wie wirken Symbole des Unbewussten?
Ein Symbol steht in:
Ausgleichender Beziehung
Ergänzender Beziehung
Ein ausgleichendes Symbol:
Bezeichnet das Vernachlässigte
Weckt Aufmerksamkeit
Fördert Wandel der bewussten Einstellung
Grundidee:
→ Das Vernachlässigte fordert Aufmerksamkeit.
(Folie 78) Wie führt man ein Traumbuch?
Vorgehen:
Kladde oder Traumheft an festem Ort
Rechte Seite:
Manifester Traum (erinnerter Inhalt)
Linke Seite:
Einfälle
Latente Traumgedanken
Assoziationen / Amplifikationen
(Folie 79) Welche Bedeutung hat „Die Traumdeutung“ (1900)?
Der Traum ist:
„Königsweg zum Unbewussten“ (via regia)
Später:
Wendepunkt von Psychotherapie zur Tiefenpsychologie
Traum als Phänomen normalen Seelenlebens
(Folie 80) Welche metatheoretischen Konzepte enthält Freuds Traumtheorie?
Bezug zum psychischen Apparat:
Primärvorgang (Lustprinzip)
Sekundärvorgang (Realitätsprinzip)
Sach- und Wortvorstellungen
→ Traumtheorie als Metatheorie.
(Folie 81) Welche Traumtypen werden genannt?
Wunschtraum
Angsttraum
Straftraum
Alptraum
Wiederkehrende Träume
Initialtraum (zu Beginn einer Behandlung)
(Folie 82) Was ist Traumarbeit nach Freud?
Traumarbeit:
Verwandelt latente Traumgedanken
In scheinbar harmlose manifeste Inhalte
Funktionen:
„Ausmisten der Seele“
Wunscherfüllung
Hüter des Schlafes
Mechanismus:
Zensor durch:
Auslassung
Verlagerung
Umdeutung
Symbolisierung
(Folie 83–84) Was sind Verdichtung und Verschiebung?
Verdichtung
Mehrere Elemente verschmelzen
Widersprüchliche Stränge werden zusammengeführt
Verschiebung
Bedeutendes erscheint nebensächlich
Gefühle werden auf anderes Objekt verlagert
Zugang:
Freie Assoziation
(Folie 85–86) Was sind Tagesreste?
Eindrücke der letzten Tage, die Interesse behalten.
Gruppen:
Nicht zu Ende Gebrachtes
Unerledigtes
Unterdrücktes
Durch Vorbewusstes aktiviertes Unbewusstes
Indifferente Eindrücke
→ Möglicher Anstoß für Traumbildung.
(Folie 87) Was ist Amplifikation nach Jung?
Amplifikation:
Erweiterung der Traumbilder
Durch:
Eigene Einfälle
Märchen
Mythen
Symbole
Analoge Bilder
Kompensation
Außerhalb von Kausalität
Inhalte sind vieldeutig
„Man träumt nicht, man wird geträumt.“
(Folie 88) Welche Deutungsebenen unterscheidet Jung?
Traumelemente:
Manifest / latent (Freud)
Archetypisch / symbolisch (Jung)
Deutungsebenen:
Objektstufe
Alltagsweltliche Entsprechung
Subjektstufe
Alle Elemente als Ausdruck der Träumer-Psyche
Symbolisch-archetypisch
Uralte Bilder
(Folie 89) Wie unterscheiden sich Freud und Jung in der Traumdeutung?
Freud
Traum = Königsweg
Mechanismen: Verdichtung, Verschiebung
Methode: Freie Assoziation
Jung
Spontane Selbstdarstellung des Unbewussten
Kompensatorisch / komplementär
Archetypisch-symbolisch
Methode: Amplifikation
Individuationswegweisend
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