Wo kommen die Zähne?
Schneidezähne: 6-8 Monate
Eckzähne: 8-12 Monate
Backenzähne: 12-26 Monate
Mögliche Symptome beim “Zahnen”
Geschwollenes Zahnfleisch bis zur Entzündung
Verstärktes Sabbern
Rote Wangen durch vermehrte Durchblutung bis hin zu Fieber
„offene Stellen“ auf der Haut an Kinn/Wangen
Schmerzen -> quengelig, schlechter Schlaf, anhänglich/schlechtes Ablegen; manche wollen jetzt wieder mehr gestillt werden
Vieles wird in den Mund gesteckt und darauf herumgebissen -> lindert Schmerzen und Kieferspannen
Appetitverlust
Durchfall
Mögliche Linderung der Symptome beim “Zahnen”
Beißen auf etwas festem und kühlem, z.B. gekühlter Beißring, rohe Karotte/Gurke aus dem Kühlschrank
Zahnungsgele oder –tropfen (nach Rücksprache mit Hebamme/Arzt/Ärztin/Apotheker)
Zahnpflege
spätestens ab dem ersten Zahn sollte mit dem Zähneputzen begonnen werden
Zahnkaries der Eltern = Kariesbakterien können auf Kind übertragen werden -> möglichst vermeiden, etwas abzulutschen, um es anschließend dem Baby in den Mund zu Stecken (Schnuller, Löffel)
Fluorid-Versorgung wichtig für gesunde und widerstandsfähige Zähne
vom ersten Zahn an Zähne einmal täglich mit einer weichen Zahnbürste und einem dünnen Film fluoridierter Kinderzahnpasta (500 ppm Fluorid) putzen -> beugt Karies vor
Ab dem zweiten Geburtstag Zähne zweimal täglich mit einer erbsengroßen Menge Zahnpasta putzen –> um den Schutz zu erhöhen und damit sich Ihr Kind an die regelmäßige Zahnpflege gewöhnt
Zusätzlich wird empfohlen, im Haushalt nur fluoridiertes Speisesalz zu verwenden
Zähneputzen lernen
kann von Anfang an stattfinden!
Eltern/Geschwistern beim Zähneputzen zuschauen (Immitationslernen)
Zuerst putzt das Kind selbst, danach putzen die Eltern
Kann auch schon vor dem ersten Zahn begonnen werden
Kariesprävention mit Fluorid: Geburt bis zum ersten Zahn
täglich eine Tablette mit Fluorid und Vitamin D
Kariesprävention mit Fluorid: ab Zahndurchbruch bis 12 Monate
bis zu 2x täglich Zähne putzen
mit oder ohne Zahnpasta ohne Fluorid und 1x täglich Tablette mit Fluoid und Vitamin D oder
mit fluoridhaltiger Zahnpasta in Reiskorngröße und 1x täglich Tablette mit Vitamin D
Kariesprävention mit Fluorid: 12 bis unter 24 Monate
2x täglich Zähne putzen
mit fluoridhaltiger Zahnpasta in Reiskorngröße
Eltern dosieren und putzen die Zähne
Kariesprävention mit Fluorid: 2 bis 6 Jahre
mit fluoridhaltiger Zahnpasta in Erbsegröße
Eltern und Kita dosieren
Kind lernt das Putzen und Eltern putzen nach
Einführung Familienkost – Ab an den Familientisch
ca. ab dem 10. Monat
Brei wird zunehmend durch feste, mundgerechte Stücke abgelöst
3 große Hauptmahlzeiten (morgens, mittags, abends)
2 kleinere Zwischenmahlzeiten (vormittags, nachmittags)
zu jeder Mahlzeit ein Getränk
Einführung Kuhmilch als „Getränk“ (10.-12. LM)
Einführung Familienkost – Ab an den Familientisch: Was kann ds Kind schon alles?
ohne Unterstützung sitzen
präzise mit den Händen greifen
selbstständig mit Löffel/Gabel essen
Becher halten
Übergang zur Familienkost ? 10. bis 12. Monat
Junior-, Spezialmenüs und Juniormilch sind nicht nötig
Frühstück: Brot + Obst + Milch oder Stillen/Säuglingsmilch
Zwischemahlzeit: Brot + Obst oder Vollkornkeks + Obst
Mittagessen: Stückiger Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei
Abendessen: Brot + Rohkost/Obst + Milch oder Milch-Getreide-Brei
pro Tag ca. 200 ml Wasser
Die Eltern wählen das Richtige aus, das Kind steuert die Menge
Energiebedarf Kleinkinder (1 bis 4 Jahre)
Jungen: 1200 kcal pro Tag
Mädchen: 1100 kcal pro Tag
Im Vergleich höherer Energiebedarf pro kg Körpergewicht bei Kleinkindern: mit 1 - 4 Jahren (90-100 kcal/kg KG/d) vs. mit 4 - 7 Jahren (80 kcal/kg KG/d)
Energiebedarf (absolut) vervielfacht sich, aber -> Energiebedarf bezogen auf das Körpergewicht (relativ) nimmt ab
Empfehlungen Nährstoffzufuhr
Kohlenhydrate: >50 % der Energiezufuhr nach dem Säuglingsalter
Fett: 30-40 % der Energiezufuhr nach dem Säuglingsalter, 30-35 % der Energiezufuhr ab 4 Jahren (idealerweise pflanzlich)
Protein: 15 % (50/50 tierisch + pflanzlich)
benötigte Nährstoffdichte (Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen im Verhältnis zur empfohlenen Energiezufuhr) vom zweiten Lebensjahr bis ins Erwachsenenalter weitgehend konstant
Standards für lebensmittelbezogene Ernährungsrichtlinien - Food Based Dietary Guidelines (FBDG)
Übersetzung von Nährstoff-bezogenen Empfehlungen in Lebensmittelbezogene Empfehlungen
Wissenschaftliche Entwicklung:
Berücksichtigung existierender Lebensmittelverzehrsmuster
Berücksichtigung sozio-kulturell geprägter Gewohnheiten
Berücksichtigung von Umweltauswirkungen + Gesundheit
Gesamternährung, nicht nur einzelne Lebensmittel
Transfer zum Verbraucher: praktisch, leicht verständlich, in Kurzbotschaften übersetzt, effektiv verbreitet
Umsetzung der FBDG-Standards für die Kinderernährung - optimix (Die optimierte Mischkost)
Empfehlung für die Nährstoffzufuhr
Prävention späterer ernährungsbedingter Krankheiten
Mahlzeitengewohnheit
Essenvorlieben (Süßes, Pommes, Fast Food)
Lebensmittelauswahl (übliche, preiswerte Lebensmittel, wenig Fertigprofukte)
optimix (optimiere Mischkost” für Kinder und Jugendliche - Kernbotschaften für die Lebensmittelauswahl
reichlich: Wasser, ungesüßter Tee, Gemüse, Rohkost, Obst, Brot, Getreideflocken, Kartoffeln, Nudeln, Reis, Hülsendrüchte, Vollkorngetreideprodukte, Nüsse, Nussmuse -> pflanzliche Lebensmittel und Getränke
mäßig: Milch, Fleisch, Fisch, Eier -> tierische Produkte
sparsam: Zucker, Süßigkeiten, Salz, Fette mit hohem Anteil gesättigter Fettsäuren, Snackprodukte -> fett- und zuckerreiche Lebensmittel
Tierische Lebensmittel sind Träger spezifischer Nährstoffe
Milchprodukte: Calcium und Jod
Fleisch: Eisen und Zink
Seefisch: Jod und Omega-3-Fettsäuren
optimix (optimiere Mischkost” für Kinder und Jugendliche - Trotzdem kritische Nährstoffe
Jod + Vitamin D -> ggf. supplementieren
Gibt es Lebensmittel, die für Kleinkinder tabu sind? - Risiko für Verschlucken
Nüsse
Samen
kleine Beeren
ganze Weintrauben mit Kernen
Hülsenfrüchte
rohes Wurzelgemüse (im Ganzen oder in Stücken)
Fisch mit Gräten
Fleischstücke
harte Lutschbonbons, Kügelchen von Bubble Tea sowie Kaugummis.
Gibt es Lebensmittel, die für Kleinkinder tabu sind? - Risiko für Lebensmittel-Infektionen
Milch, Käse und daraus hergestellte Produkte mit der Aufschrift „Rohmilch“ oder „mit Rohmilch hergestellt“,
rohes Fleisch (z. B. Mett oder Hackepeter), Rohwurst (z. B. Salami, Teewurst oder Cervelatwurst) und nicht durchgebratenes Fleisch,
roher Fisch (z. B. in Sushi) und rohe Meerestiere sowie
rohe Eier sowie daraus hergestellte, nicht erhitzte Speisen (z. B. selbstgemachtes Mousse au chocolat oder Mayonnaise)
Nährstoffzufuhr Kleinkinder 6-11 Monate
Calciumzufuhr wird erreicht
Eisenzufuhr wird nicht erreicht
Jod wird nicht erreicht
Vtiamin D knapp
Nährstoffzufuhr Kleinkinder 1-3 Jahre
Calciumzufuhr wird nicht erreicht
Vtiamin D wird nicht erreicht
Nährstoffzufuhr Kleinkinder 4-5 Jahre
Eisenzufuhr wird knapp erreicht
GRETA-Studie (Was essen unsere Kinder) - wichtigste Ergebnisse
Kleinkinder erhalten mit ihrer täglichen Ernährung:
zu viel Zucker, Protein, gesättigte Fettsäuren
zu wenig Eisen, Folsäure, ungesättigte Fettsäuren (Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren), Jod, Vitamin D
Calcium - Bedarf
0 bis 4 Monate: 220 mg pro Tag
4 bis 12 Monate: 330 mg pro Tag
1 bis 4 Jahre: 600 mg pro Tag
4 bis 7 Jahre: 750 mg pro Tag
Calcium - Bioverfügbarkeit
Säuglinge: Absorptionsrate aus Muttermilch bis zu 60 %
Kleinkinder: ca. 40-50 %
Erwachsene: 20-40 %
Calcium - Funktion
Großteil in Knochen + Zähnen enthalten -> Stabilität
an Blutgerinnung beteiligt
Stabilisierung von Zellwänden
Signalübermittlung intrazellulär, Nerven + Muskulatur
ausreichend Vitamin D nötig!
Calcium - Ziel
möglichst hohe Peak-Bone-Mass bis Erwachsenenalter = Prävention Osteoporoserisiko
Calcium - Quellen
Kuhmilch/-produkte, Brokkoli, Grünkohl, Rucola, calciumreiches Mineralwasser (Samen, Nüsse)
Vitamin D - Funktion
Regulation von Calcium- & Phosphat-Stoffwechsel -> Knochenhärtung
Vitamin D-Serumkonzentration
20-100 ng pro ml oder 50-250 nmol pro L
sichere Vitamin D-Serumkonzentration für zuverlässige Rachitisprophylaxe: >50 nmol pro L
Vitamin D-Bedarf pro Tag bei fehlender endogener Synthese
Säuglinge: 10 Mikrogramm pro Tag
Kinder bis 15 Jahre: 20 Mikrogramm pro Tag
Vitamin D - Absorptionsrate und Aufnahme
Absorptionsrate ca. 80 %
1-2 Mikrogramm pro Tag Aufnahme über Nahrung
80-90 % des Vitamin D über endogene Synthese + UVB gebildet bei regelmäßigen Aufenthalt im Freien -> Aber: bei Säuglingen geringere Eigensynthese = Supplementation nötig
Vitamin D-Supplementation
400-500 I.E. täglich (= 10-12,5 μg/d) Vitamin D ab Geburt bis zum 2. erlebten Sommer -> im Winter geborene Kinder = 1,5 Jahre supplementieren
Jod - Bedarf
0 bis 4 Monate: 40 Mikrogramm pro Tag
4 bis 12 Monate: 80 Mikrogramm pro Tag
1 bis 4 Jahre: 100 Mikrogramm pro Tag
Jod - Bioverfügbarkeit
In Lebensmitteln hauptsächlich als anorganisches Jodid = kann fast vollständig absorbiert werden
Jod - Funktion
Wichtiger Bestandteil von Schilddrüsenhormonen -> an Energiestoffwechsel, Körpertemperatur, Zellteilung + -Wachstum beteiligt
Jod - Quellen
Seefisch, Milch, Eier (bei entspr. Fütterung der Tiere)
jodiertes Speisesalz -> jodiertes Speisesalz wird in den allermeisten Haushalten verwendet (aktuelle Zahlen sind rückläufig)
eefisch ist heute nicht mehr die Hauptquelle von Jod, sondern Fleisch und Wurst sowie Milch und Milchprodukte. -> durch Jodierung von Speisesalz + Anreicherung von Kraftfutter in der Tiermast/ Milchwirtschaft -> aktuell rückläufig!
Donald-Studie - Ergebnisse
Eine hohe Proteinzufuhr (aus Milch und Milchprodukten) im Kleinkindalter (12-24 Monate) erhöht das Risiko für einen höheren BMI und Körperfettanteil mit 7 Jahren
Ein hoher Verzehr von zuckerhaltigen Getränken einschließlich Fruchtsäften erhöht langfristig den BMI bei Mädchen
Zuckerkonsum zwischen 3-18 Jahren nahm zwischen 2005-2016 leicht ab, liegt aber immer noch bei 16,3 % der Tagesenergiezufuhr, empfohlen sind maximal 10 %!
Die weit verbreitete Nährstoffanreicherung führt zusammen mit dem Verzehr von Supplementen zu Überschreitungen der tolerablen Höchstzufuhr mancher Vitamine vor allem bei jüngeren Kindern.
Aktuelle Jodversorgung in Deutschland
Die Jodversorgung hat in den letzten Jahren wieder abgenommen!
Erklärung: Sinkende Jodaufnahme erklärt durch Salzaufnahme ↑, aber jodiertes Speisesalz ↓
Folgen einer unzureichenden Jodversorgung
Hypothyreose
Struma
Schilddrüsenknoten
Verzögerte kognitive Entwicklung + Wachstumsstörungen bei Kindern
Ernährungszustand deutscher Kinder: KiGGs
Prävalenzen (Übergewicht und Adipositas) haben sich auf einem hohen Niveau stabilisiert!
Trend seit Mitte der 1970er-Jahre (Anstieg der Prävalenzen) somit aufgehalten
Anstieg der Prävalenzen mit zunehmendem Alter
Keine Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen
Fazit Übergewicht/Adipositas in der KiGGS-Kohorte
Große Mehrheit der Kinder im Kindergarten- und Vorschulalter normalgewichtig
Anteil von Übergewicht und Adipositas steigt im Laufe des Schulalters bis zum Jugendalter deutlich an.
Hohes Körpergewicht bleibt häufig bis ins Jugendalter bestehen: Mehr als die Hälfte der 2-6-Jährigen mit Übergewicht und Adipositas sind auch als Jugendliche weiterhin von Übergewicht und Adipositas betroffen!
Weniger als die Hälfte der Kinder schafft es, einmal erworbenes Übergewicht wieder loszuwerden.
-> Adipositas-Prävention bereits im Kindergarten und Grundschulalter
Falsche Regel
Zum Aufessen überreden = Gefahr in Zeiten von XXL-Portionen: Übergewicht
genauso falsch ist es, extrem auf gesunde Ernährung zu achten und ungesunde Lebensmittel komplett zu verbieten
Besser
Kinder übernehmen Eigenverantwortung:
Kinder sollten nach und nach selbst Verantwortung für das eigene Essverhalten übernehmen
erfordert gute Anleitung und viel Geduld
Vorteil: gesundes Gespür für Hunger und Sättigung bleiben erhalten
Eltern stecken den Rahmen ab (welche Lebensmittel, Essenszeiten, Vielseitigkeit, Anregung zum Probieren, Tischregeln, …), Kinder bestimmen die Menge
Kinder übernehmen Eigenverantwortung - Was gehört dazu?
Kind bestimmt von Anfang an, wann es satt ist
Kinder füllen sich selbst ihren Teller anstatt eine „Portion“ aufgeladen zu bekommen
Kinder ermuntern, erst kleine Portionen zu nehmen und dann ggf. noch einmal nachzuholen
angenehme Atmosphäre am Esstisch
Essen lernen im Kleinkindalter
Regelmäßiger Mahlzeitenrhythmus
Mahlzeitgestaltung
Beachtung von Hunger und Sättigung
Erweiterung der Lebensmittelvielfalt
Essen lernen im Kleinkindalter: regelmäßiger Mahlzeitenrhythmus
3 Hauptmahlzeiten, 2 Zwischenmahlzeiten
Regelmäßige Mahlzeiten, die eindeutig begonnen und beendet werden, strukturieren den Tag
Mahlzeiten wechseln sich mit essensfreien Zeiten ab (2-3 h)
In den essensfreien Zeiten außer Wasser und ungesüßten Getränken auch keine Milch/-produkte anbieten
Essen lernen im Kleinkindalter: Mahlzeitengestaltung
Kinder sollten so oft wie möglich gemeinsam mit anderen Familienmitgliedern essen
Mahlzeiten mit genügend Zeit und Ruhe und in freundlicher Atmosphäre
Ablenkungen vermeiden -> keine Bildschirmmedien, etc.
selbstständiges Essen unterstützen, sobald Kind dazu in der Lage ist -> nicht unnötig füttern, motorische Fertigkeiten fördern
Essen lernen im Kleinkindalter: Beachtung von Hunger und Sättigung
Eltern sorgen für ausgewogenes Nahrungsangebot, Kind entscheidet über die Menge -> zuerst kleine Portion, bei
Bedarf nach nehmen
Kind zum Essen anregen, aber nicht durch Tricks,
Überzeugung, Versprechen oder Spiele zum Essen animieren
Beendet das Kind die Mahlzeit frühzeitig, oder will es nicht
essen, genügt es, das Kind ein- bis zweimal zum Essen zu
ermutigen -> keine Extraspeisen als Ersatz anbieten
Essen nicht zur Belohnung oder Bestrafung!
Sättigungssignale (6 bis 24 Monate)
Abwenden des Körpers oder des Blicks
Kopf schütteln
Zappeln
mit dem Essen spielen
Hungersignale (6 bis 24 Monate)
Brabbeln
Hand zum Bauch/Mund führen
Hinwenden zur betreuenden Person oder zur Mahlzeit
selbst den Löffel/die Gabel zum Mund führen
Essen lernen im Kleinkindalter: Erweiterung der Lebensmittelvielfalt
Eltern sollten für ein vielfältiges Angebot sorgen und Kinder ermutigen, neue Lebensmittel/Speisen zu probieren -> neue Lebensmittel/Speisen (wie Gemüse, Obst, Vollkornprodukte etc.) mehrfach und ohne Zwang anbieten -> wiederholte (visuelle) Exposition
möglicherweise anfängliche/zeitweilige Ablehnung des Kindes akzeptieren = normal
wiederholtes Probieren (8 bis mind. 10 Mal) erhöht die Akzeptanz von neuen Lebensmitteln/Speisen
Erweiterung der Lebensmittelvielfalt - Hintergrund
frühzeitig Akzeptanz für Lebensmittel mit hoher Nährstoffdichte fördern, z.B. Gemüse und Obst
Nährstoffdichte = Nährstoffgehalt im Verhältnis zum Energiegehalt -> NICHT verwechseln mit Energiedichte!
Im frühen Kindesalter geprägte Geschmacks-Präferenzen bestehen bis ins Erwachsenenalter
Neophobie-Höhepunkt zwischen 2 und 6 Jahren -> vermehrte Ablehnung
Immitationslernen -> selbst genussvoll mitessen
Dauerhafte Anpassungsschwierigkeiten -> Kinder- & Jugendärzt*in kontaktieren
Schutz vor Infektionen durch Lebensmittel - Empfehlungen
Kleinkinder sollen keine rohen tierischen Lebensmittel essen -> kein rohes oder nichtdurchgebratenes Fleisch, Rohwurst, roher Fisch, Rohmilch und Weichkäse aus Rohmilch, rohe Eier und daraus hergestellte, nicht ausreichend erhitzte Lebensmittel
Warme Speisen sollten bald nach der Zubereitung verzehrt werden
Bei der Lagerung und Zubereitung von Lebensmitteln sollen die allgemeinen Hygieneregeln beachtet werden
Schutz vor Infektionen durch Lebensmittel - Hintergrund
v.a. Salmonellen, Campylobacter, Yersinien und enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) verursachen im Kleinkindalter Lebensmittelinfektionen
Rohe tierische Lebensmittel (wie Fleisch, Fisch und Eier) vor dem Verzehr ausreichend erhitzen -> mindestens +70 °C für mindestens 2 min an allen Stellen. Ein nur kurzes Aufkochen oder Erhitzen in der Mikrowelle kann unzureichend sein
Reste von Speisen/Getränke wie Milch/Kakao so schnell wie möglich unter +7 °C abkühlen und beim Wiedererwärmen gründlich erhitzen
Essen ist mehr als nur Nahrungsaufnahme
Ausbildung motorischer Fähigkeiten -> Spezielles Kinderbesteck, Trinken mit eigenem Becher
Übernahme familiärer und kultureller Gewohnheiten (Prägung bis ins Erwachsenenalter)
Ausbildung von Hunger- und Sättigungsgefühl -> Eigenständige Entscheidungen wie viel gegessen wird
Essen = Prozess sensorischer und gleichzeitig emotionaler Erfahrung
Körperliche Aktivität im Kleinkindalter - Empfehlungen
natürlichen Bewegungsdrang von Kleinkindern nicht einschränken -> so viel wie möglich und besonders draußen in Bewegung sein
auf vielfältige Weise bewegen (z. B. aktives Spiel, Bewegung nach Rhythmen, mit dem Ball, etc.)
selbstgewählte körperliche Aktivitäten nicht unterbrechen, solange keine ernsthaften Gefahren drohen -> lernen, mit Herausforderungen und Risiken kompetent umzugehen
Längere Sitzzeiten sollten unterbrochen und unnötige Sitzzeiten (z.B. im Buggy oder Hochstuhl) vermieden werden
Bildschirmmedien (TV, PC, Tablet, Handy, Spielkonsolen, etc.) für Kleinkinder nicht empfehlenswert
Bewegungserfahrungen von Kleinkindern aktiv unterstützen, z. B. durch
gemeinsam mit dem Kind Bewegung in den Alltag einbauen und gezielt vielfältige Bewegungsanreize geben
möglichst viel Zeit und sichere Räume für Bewegung des Kindes schaffen
Bewegungserfahrungen mit anderen Kindern ermöglichen
Familienangebote wie Eltern-Kind-Turnen und andere Bewegungsangebote für Kleinkinder wahrnehmen
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