Werbemaßnahmen
Verpackung ist auffällig gestaltet
Lebensmittel ist in der Werbung oder auf der Verpackung verniedlicht dargestellt
Das Lebensmittel ist speziell geformt
Das Produkt wird mit für Kinder attraktiven Aktionen vermarktet und/oder mit Beigaben verkauft
Werbung oder Internetauftritt des Herstellers richten sich an Kinder
Lebensmittel, die die Bedürfnisse Neugierde, Spaß oder Erlebnis von Kindern in besonderer Weise ansprechen
Werbemaßnahmen - Verpackung ist auffällig gestaltet
z.B. mit Cartoon-Figuren, Markenmaskottchen, Spielen /oder andere Aktivitäten für Kinder
Werbemaßnahmen - Lebensmittel ist in der Werbung oder auf der Verpackung verniedlicht dargestellt
z.B. Lebensmittel mit Gesichtern, Armen und Beinen
Werbemaßnahmen - Das Lebensmittel ist speziell geformt
z.B. Kekse in Tierform
Werbemaßnahmen - Das Produkt wird mit für Kinder attraktiven Aktionen vermarktet und/oder mit Beigaben verkauft
z.B. Gewinnmöglichkeiten für Spielzeug oder mit kostenlosen Apps, Aufklebern oder Spielzeugfiguren
Werbemaßnahmen - Werbung oder Internetauftritt des Herstellers richten sich an Kinder
z.B. Online-Spiele, Anleitungen für Bastelprojekte oder Social-Media-Posts
Werbemaßnahmen - Lebensmittel, die die Bedürfnisse Neugierde, Spaß oder Erlebnis von Kindern in besonderer Weise ansprechen
z.B. bunte oder beim Essen knisternde Lebensmittel
Kinderlebensmittel - Beispiele
Gesüßte Kindergetränke sind besonders kritisch! -> Hohe Energiedichte/leere Kalorien, keine Sättigung, Kariesrisiko, Süß-Prägung
Viele Kinderlebensmittel enthalten noch mehr Zucker als die „normalen“ Varianten!
Kinderlebensmittel - Problematik
Bunte Bildchen, Comics oder Sammelfiguren: Viele Lebensmittel richten sich mit ihrer Aufmachung gezielt an Kinder
Zugesetzte Vitamine und Werbeslogans erwecken bei Eltern den Eindruck, die Lebensmittel seien speziell auf Ernährungsbedürfnisse von Kindern zugeschnitten
sind aber oft zu süß, zu salzig oder zu fettig = keineswegs kindgerecht
Schon die Jüngsten werden so geschmacklich geprägt
Fehlernährung und ernährungsbedingte Krankheiten können die Folge sein
Kinderlebensmittel ohne Altersangabe = ohne lebensmittelrechtliche Definition -> Kleinkinderlebensmittel unterliegen Diät-VO
Effekt der Lebensmittelwerbung auf Kinder
Werbung führt zum Probieren von neuen, bislang unbekannten Lebensmitteln -> mere exposure effect wird genutzt: wiederholte Exposition gegenüber derselben Werbung -> gewisse „Vertrautheit“ des Produkts -> man neigt eher dazu das Produkt zu probieren -> funktioniert auch schon im Kindesalter!
lernbedingte Erfahrung zeigt, heute eigentlich nie direkte negative Folgen nach dem Verzehr von neuen LM -> Abschwächung des mere exposure effects, es braucht zukünftig weniger „Vertrautheit“ um ein neues Produkt zu probieren
„Neugier“ wird durch Werbung verstärkt -> lohnt sich für Hersteller!
Die höchsten Werbeausgaben der Lebensmittelbranche
zuckrige, fettige und salzige Lebensmittel
an junge Zielgruppe = Kinderlebensmittel
Grund: höchste Profite!
Kinderlebensmittel - Zusammensetzung
Ernährungsphysiologisch gegenteilig zu den Empfehlungen
Gutes Beispiel für Kinderlebensmittel
Kinder Früchte Müsli
Vollkorngetreide
Kein zugefügter Zucker
Biozutaten
Gering verarbeitet
sehr fein = auf kindliche Bedürfnisse angepasst
Schlechtes Beispiel für Kinderlebensmittel
Monsterbacke
3x mehr Zucker als Milch
Pro Portion: < 1 Erdbeere
Zucker und natürliche Aromen zugesetzt
Hochverarbeitetet
Werbung für Kinderlebensmittel – rechtliche Vorgaben
Verglichen mit anderen Staaten gibt es in Deutschland kaum Einschränkungen für an Kinder gerichtete Lebensmittelwerbung
Statt verbindlicher Vorgaben -> freiwillige Selbstverpflichtungen der Lebensmittel- & Werbeindustrie
Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie
Der EU-Pledge
Deutscher Werberat/Werbekodex
Aus Sicht des vzbv führen die neuen minimalen Einschränkungen der Werbewirtschaft nicht dazu, die an Kinder gerichtete Vermarktung ungesunder Lebensmittel zu unterbinden.
Freiwillige Vereinbarung zur Reduktion von Zucker, ungünstigen Fetten und Salz in verarbeiteten Lebensmitteln.
Versprechen (u.a.):
15 % weniger Zucker in gesüßten Milchprodukten für Kinder
20 % weniger Zucker in Frühstückscerealien für Kinder
Freiwillige Selbstverpflichtung der größten Lebensmittelkonzerne, Lebensmittel „verantwortungsvoll“ an Kinder zu vermarkten.
keine Werbung an Kinder <13 Jahren, außer sie erfüllen die Nährwertanforderungen des EU Pledge
keine Werbung an Grundschulen, außer für "edukative Zwecke" + bei Zustimmung der Schulleitung
Freiwillige Verhaltensregeln des Zentralverbandes der Deutschen Werbewirtschaft (ZAW)
Versprechen (u.a.) Werbung an <14-Jährige soll :
"dem Erlernen einer ausgewogenen, gesunden Ernährung nicht entgegenwirken."
"nicht darauf abzielen, die Rolle von Eltern oder Erziehungsberechtigen für eine ausgewogene, gesunde Ernährung ihrer Kinder zu untergraben."
Werbung für Lebensmittel mit hohem Fett-, Salz- oder Zuckergehalt darf nicht mehr auf gesunde Inhaltsstoffe wie z.B. Calcium oder Vitamine hinweisen.
Gilt nur, wenn die Werbung im Umfeld von Kindersendungen ausgestrahlt wird oder sich mit ihrer Aufmachung gezielt an Kinder richtet = nicht allgemein für ungesunde Lebensmittel
Werbung für Kinderlebensmittel – Werkzeug
Nutrient Profile Model
Bewertung ob ein Lebensmittel an Kinder gerichtet vermarktet werden darf
Anwendung in Deutschlanf nicht gesetzlich vorgeschrieben -> wird entsprechend von 85 % auch nicht von Herstellern eingehalten
Produktkategorie auswählen (z.B. Joghurt, Frühstückscerealien, etc.)
Nährwertangaben mit Schwellenwerten vergleichen Fett gesamt, gesättigte FS, Zucker gesamt, zugesetzter Zucker, Nicht-Zucker-Süßungsmittel, Natrium, Energie -> Werte für jeden einzelnen Nährstoff prüfen
Beachten ob Lebensmittel vor Verzehr rekonstituiert wird
Sobald ein Schwellenwert überschritten wird, darf das Lebensmittel nicht an Kinder gerichtet vermarktet werden!
Einordnung von Produkten mit Kinderoptik - Kriterien
Produktname
optische Gestaltung der Verpackung
optische Gestaltung des Produkts bzw. einzelner Zutaten
Produktbezeichnung auf den Produktverpackungen
Einordnung von Produkten mit Kinderoptik - Kriterien: Produktname (Beispiel)
„Kind/er“ bzw. „Kids“
Kinder ansprechende Produktnamen wie „Schoko Bären“
Einordnung von Produkten mit Kinderoptik - Kriterien: optische Gestaltung der Verpackung (Beispiel)
Kinder ansprechend z. B. Aufdruck von lachenden Tieren, Comicfiguren
Einordnung von Produkten mit Kinderoptik - Kriterien: optische Gestaltung des Produkts bzw. einzelner Zutaten (Beispiel)
Kinder ansprechend z. B. Cerealien in Form von Bären, Buchstaben
Einordnung von Produkten mit Kinderoptik - Kriterien: Produktbezeichnung auf den Produktverpackungen (Beispiel)
an Kinder oder Eltern gerichtet, z.B. „Für Ihre Kleinen“, Hinweis auf z. B. Kinderspiele, Lerneffekte oder Beigaben wie Sammelbilder
Trotz jahrelanger Bemühungen
Rezepturen von Kinderprodukten verbessern (Reduktionsstrategie)
Versprechen der Industrie, Kindermarketing verantwortungsvoller zu gestalten (Selbstverpflichtung „EU Pledge“, Verhaltensregeln Deutscher Werberat)
erfüllen 85,5 % der an Kinder beworbenen Produkte nicht die Nährwert-Empfehlungen der WHO!
-> Gesetzliche Regelungen nötig, da „unzureichende Effektivität freiwilliger Selbstkontrollen beim kinderbezogenen Marketing“
Zusätzliche Problematik
Marketing für Kinderlebensmittel nicht nur durch Aufmachung der Kinderlebensmittel selbst, sondern zunehmend durch Werbung an Eltern vorbei:
Fernsehen (z.B. Werbespots, product placement)
Internet
Werbespots bei Streamingdiensten, product placement
Werbung bei Social Media & durch Influencer
eigene Websites der Lebensmittelhersteller mit Spielen, Gewinnspielen, etc.
Bewerbung auf Social Media
Kinderprodukt ab dem 12. Monat. wird in die Brotdose des Kindes gelegt. Verpackung mit kindlicher Illustration.
„absoluter Lieblingsriegel vom Kind […].“
Haferflocken 43%, Rosinenpaste, Apfelsaftkonzentrat, Sonnenblumenöl, Karottenpulver 7,3%, Inulin (aus Agaven), Ceylon-Zimt, Orangenöl
Bewertung der Zutaten -> Zuckergehalt: 23 g pro 100 g
Bewertung der Verbraucherzentrale: Der Riegel wird angepriesen mit „ohne Zuckerzusatz“. Allerdings wurde Zucker in diesem Produkt formal ersetzt, indem Rosinenpaste und Apfelsaftkonzentrat für die Süße zum Einsatz kommen. Kritisch sehen wir, dass sich der Riegel „Karotte Orange“ nennt, der Orangengeschmack aber nur aus Orangenöl kommt.
Multivitamin-Nahrungsergänzungsmittel für Kinder als Gummibärchen - Bewertung der Zutaten
Zuckeraustauschstoff: Maltitsirup
Süßstoff: Steviolglycoside aus Stevia
Nahrungsergänzungsmittel
Multivitamin-Nahrungsergänzungsmittel für Kinder als Gummibärchen - Bewertung der Verbraucherzentrale
für Kinder ungeeignet.
als zuckerfrei beworben, enthält aber den Zuckeraustauschstoff Maltitsirup, der abführend wirkt. Auch Süßstoffe haben in der Kinderernährung nichts zu suchen.
Kinder sollten ohne ärztlichen Rat keine Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Die meisten Kinder sind ausreichend mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt.
Problematisch: Darreichungsform als Fruchtgummi. Kinder können diese mit Süßigkeiten verwechseln -> Überdosierungen möglich.
Kinder lernen mit dem Verzehr dieses Produkts, dass Naschen gesund sei.
DDG & DANK
setzen sich seit mehr als zehn Jahren dafür ein, dass bevölkerungsweite Maßnahmen, wie sie auch die WHO empfiehlt, endlich auch in Deutschland, etabliert werden. Dazu gehören:
eine Steuerentlastung von gesunden Lebensmitteln und eine Steuererhöhung für Lebensmittel mit hohem Gehalt an Zucker, Fetten und Salz,
Werbung ungesunder Lebensmittel und Getränke an Kinder verbieten,
verbindliche Kennzeichnung aller Lebensmittel mit dem Nutri-Score,
verbindliche Standards für die Kita- und Schulernährung nach den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung
Vortellung von Plan für klare und verbindliche Regel zu an Kinder gerichteter Lebensmittelwerbung
An Kinder (<14 Jahre) gerichtete Werbung für Lebensmittel mit hohem Zucker-, Fett- oder Salzgehalt wird nicht mehr erlaubt:
zwischen 6 - 23 Uhr im Fernsehen und Hörfunk,
im Kontext mit auch Kinder ansprechenden Inhalten in allen relevanten Medien,
Außenwerbung im Umkreis von 100 Metern zu Schulen, Kindertageseinrichtungen, Spielplätzen oder Freizeiteinrichtungen für Kinder
An Kinder gerichtetes Sponsoring für Lebensmittel mit hohem Zucker-, Fett- oder Salzgehalt
umfasst alle für Kinder relevanten Medien, darunter auch Influencermarketing
Werbung ist an Kinder gerichtet, wenn sie nach Art, Inhalt oder Gestaltung oder aufgrund des zeitlichen, inhaltlichen oder räumlichen Kontextes an Kinder adressiert ist.
Beurteilung eines hohen Zucker-, Fett- oder Salzgehaltes nach Nutrient Profile Model der WHO
-> Keine Einigung in der Ampel-Regierung
Im Ausland gibt es bereits strengere Regeln für Werbung für Kinderlebensmittel - Türkei
Nährwertkriterien (Nutrient Profile Models, WHO) gesetzlich festgelegt, Regulierung von Rundfunk-Marketing um Kinder bis 18 Jahre zu schützen, digitales Marketing wird überwacht und sanktioniert.
Im Ausland gibt es bereits strengere Regeln für Werbung für Kinderlebensmittel - Philippinen
Werbeverbot für Lebensmittel, die für Kinder bis 36 Monate gekennzeichnet sind, keine Cartoons und Gratisproben, strenge Regeln zum Produkt-Labelling.
Im Ausland gibt es bereits strengere Regeln für Werbung für Kinderlebensmittel - Norwegen und Schweden
generell keine Werbung für Lebensmittel + Getränke
Im Ausland gibt es bereits strengere Regeln für Werbung für Kinderlebensmittel - Quebec
generell kein Kindermarketing (auch non-food)
Im Ausland gibt es bereits strengere Regeln für Werbung für Kinderlebensmittel - Großbritannien
Ab Anfang 2022 TV-Werbespots für Produkte wie Softdrinks, überzuckerte Frühstücksflocken oder Burger nur noch nach 21 Uhr
Keine bezahlte Online-Werbung mehr für ungesunde Produkte (ausgenommen eigene Kanäle)
Im Ausland gibt es bereits strengere Regeln für Werbung für Kinderlebensmittel - Chile
gesetzliche Grenzwerte für Kalorien, Zucker, Salz, gesättigte Fette
Kindermarketing für Kinder bis 18 Jahre ist streng reguliert: TV-Werbung, Verwendung von Cartoons und Spielzeug-Beigaben, Verkauf und Werbung in Schulen, Produkt-Labelling.
Vorschriften führten von 2016-2019 -> 73 % weniger Fernsehwerbung für regulierte Kinderlebensmittel -> Zahl der Werbespots für ungesunde Lebensmittel sank in allen Fernsehprogrammen um 64 % und im Kinderprogramm um 77 %.
Osterhasen ohne Gesicht und mit Nährwerten
Frühstücks-Cerealien ohne Cartoons und mit Nährwerten
Trend zu vegetarischer und Veganer Ernährung
Anteil der Vegan- und Vegetarisch-Lebenden nimmt zu
Mögliche Veganer-Typen
Pudding-Veganer
Roh-Veganer
Fruganer
Makrobiotiker
Pesco-Veganer
Honig-Veganer
Felxiganer
isst zwar rein pflanzlich, aber häufig “ungesundes”
bevorzugt frische, unerhitzte Nahrung (max. 42 °C)
isst was die Natur “freiwillig gibt (z.B. Obst, Gemüse, Nüsse, Samen)
Zuordnung der Lebensmittel nach dem Yin und Yang-Prinzip
isst bei Bedarf Fisch
isst zusätzlich Fisch und Meeresfrüchte
isst zusätzlich Honig
Flexiganer
ernährt sich vorwiegend pflanzlich und verzichtet so oft wie möglich auf tierische Produkte
ausgeschlossene Lebensmittel + reduzierte Nährstoffzufuhr - Laktoovovegetarisch
ausgeschlossene LM: Fleisch und Fisch
reduzierte Nährstoffzufuhr:
Fleisch: Vitamin B12, tierisches Protein, Eisen, Zink (hohe Bioverfügbarkeit)
Fisch: Jod, langkettige Omega-3-Fettsäuren (z.B. DHA)
ausgeschlossene Lebensmittel + reduzierte Nährstoffzufuhr - Laktovegetarisch
ausgeschlossene LM: Fleisch, Fisch und Eier
Eier: tierisches Protein, Vitamin D und A
ausgeschlossene Lebensmittel + reduzierte Nährstoffzufuhr - Ovovegetarisch
ausgeschlossene LM: Fleisch, Fisch und Milch
Milch: tierisches Protein, Kalzium, Jod, Vitamin B12, Vitamin B2, D und A
ausgeschlossene Lebensmittel + reduzierte Nährstoffzufuhr - Pescovegetarisch
ausgeschlossene LM: Fleisch
ausgeschlossene Lebensmittel + reduzierte Nährstoffzufuhr - Flexitarier (überwegieden vegetarisch)
ausgeschlossene LM: Fleisch und Fisch (gelegentlich werden kleine Mengen verzehrt)
-> nur geringfügige Reduktion der Nährstoffe
ausgeschlossene Lebensmittel + reduzierte Nährstoffzufuhr - Vegan
ausgeschlossene LM: Fleisch, Fisch, Eier, Milch, Honig
v.a. Vitamin B12
ausgeschlossene Lebensmittel + reduzierte Nährstoffzufuhr - Rohköstler
ausgeschlossene LM: Alle tierischen Produkte, bestimmte pflanzliche und gekochte Lebensmittel
Energie und Fett
VeChi-Studie - Ziel
Ernährungserhebung gesunder Kleinkinder (LM-, Energie-, Nährstoffzufuhr) + Bewertung
Untergruppe: Erhebung von Körpermaßen, Wachstum, Nährstoffversorgung
VeChi-Studie - Hintergrund
Interesse an vegetarischer + veganer Ernährung ↑↑↑
Fehlende Daten zum Anteil vegan lebender Kinder & Jugendlichen in Deutschland
Vorbehalte v.a. hinsichtlich ausreichender Nährstoffzufuhr bei veganer Ernährung
VeChi-Studie - Ergebnisse: Entwicklung un Makronährstoffe
Alle Altersklassen -> vergleichbare, normale Entwicklung von Körpergewicht & -Größe -> erster Hinweis darauf, dass sowohl eine vegetarische als auch eine vegane Ernährung im Kleinkinderalter bedarfsdeckend sein können
Keine Unterschiede in der aufgenommenen Energie zwischen den drei Gruppen
KH-, Fett-, Protein-Zufuhr wurde in allen Gruppen erreicht
Vegan ernährte Kinder: höchste Aufnahme an KH & Ballaststoffen + niedrigste Aufnahme an Fett & zugesetztem Zucker
VeChi-Studie - Ergebnisse: Entwicklung un Mikronährstoffe
Zufuhr der meisten Mikronährstoffe (mit & ohne Supplemente) unterschied sich zwischen den Gruppen
Insgesamt vorteilhafter bei Veganern, am schlechtesten bei Mischköstlern
Keine Unterschiede bei Vitamin A, ß-Carotin, Zink
Ohne Supplemente erreicht keine Gruppe (im Median) die Empfehlungen für Vitamin D + Jod
Ohne Supplemente erreichen VN + VG Empfehlung nicht für Vitamin B2, B12, Eisen (bei schlechter Resorption), VN nicht für Calcium
Vegan ernährte Kinder: ohne Supplemente höchste Aufnahme an Vitamin C, E, K, B1, B6,
Folsäure, K, Mg, Fe (Cave: Resorption!) + beste Fettqualität + mit Supplementen höchste Aufnahme an Vitamin B12 + D
Supplementation bei vegetarischen und veganen Kindern
Kritische Nährstoffe Jod, Vitamin B12, Vitamin D, Calcium sollten bei veganen und vegetarischen Kindern unbedingt supplementiert werden!
VeChi Youth-Studie - Ziele
Erhebung der Ernährung gesunder Kinder & Jugendlicher (LM-, Energie-, Nährstoffzufuhr)
Erhebung von Körpermaßen, Wachstum, Nährstoffversorgung
VeChi Youth-Studie - Ergebnisse
Anteil übergewichtiger (4,0 %) und adipöser (0,5 %) Kinder & Jugendlicher gering
Energiezufuhr & -dichte unterschieden sich nicht zwischen den Ernährungsformen
Nur Veganer: Zufuhr ges. FS <10 % der Energiezufuhr und höchste Zufuhr an MUFS
95 % der Veganer*innen verwenden NEM, bei dem Omnivoren waren es ca. 17 %
ABER: nur 88 % der Veganer*innen supplementieren B12
Vitamin B12-Versorgung bei allen Gruppen überwiegend im Normbereich!
30,6 % der Teilnehmenden waren Vitamin D-mangelversorgt
-> Veganer: höchste Zufuhr an Vitamin E, B1, C, Folat, Mg, Fe + niedrigste Zufuhr an Riboflavin (Vitamin B2, Vitamin B12 und Calcium
-> Calcium-Referenzwert von keiner Gruppe erreicht
VeChi Youth-Studie - Kernaussagen
Keine Unterschiede zwischen den Ernährungsformen bei anthropometrischen Parametern – adjustiert für Alter und Pubertätsstatus –
Ausnahme: höherer Fettmasse-Index bei den sich vegetarisch ernährenden Mädchen
Energiezufuhr war adäquat, mit Ausnahme von Calcium auch die meisten Nährstoffe
Veganer hatten die höchste Kohlenhydrat- und Fettqualität (wenig Zucker & gesättigte FS, mehr Ballaststoffe und MUFS)
Versorgung mit Riboflavin (Vitamin B2), Vitamin D und Jod war bei nennenswertem Anteil aller Ernährungsformen kritisch
Signifikante Unterschiede bei
Jod (Veganer < Vegetarier < Omnivor)
Eisen (Ferritin; Vegetarier und Veganer < Omnivor)
Folat (Veganer > Vegetarier und Omnivor).
vegetarisch & vegan -> insgesamt gesundheitsförderlicheres Lebensmittelmuster:
höherer Verzehr präventiver Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Nüssen
geringerer Konsum von Süßwaren, Knabberartikeln und Fertiggerichten
vegane & vegetarische Jugendlichen -> Proteinzufuhr steigern wegen durchschnittlich niedrigeren Qualität von pflanzlichem Protein
Unabhängig von der Ernährung -> Versorgung mit Riboflavin, Vitamin D, Jod und Calcium sollte verbessert werden
vegetarische Probanden tendenziell schlechter mit Vitamin B12 versorgt -> zumindest gelegentliche Supplementation empfohlen
Empfehlungen 2022: vegetarische und vegane Kinderernährung
ausgewogene vegetarische Ernährung mit Verzehr von Milch/-produkten und Eiern (ovolaktovegetarisch): kann Nährstoffbedarf des Kleinkindes decken, besonders auf ausreichende Eisen- und Zinkzufuhr achten
vegane Ernährung ohne adäquate Supplementierung von Nährstoffen: Nährstoffmangel und bei längerer Dauer Schädigungen der kindlichen Entwicklung
Handlungsoptionen wenn Eltern sich trotzdem für vegane Ernährung ihres Kindes entscheiden
gezielte Lebensmittelauswahl
Vitamin B12 und ggf. weitere Nährstoffe adäquat + konsequent supplementieren
Medizinische Betreuung -> Versorgung mit kritischen Nährstoffen + Entwicklung überprüfen
Eltern individuell beraten -> qualifizierte Ernährungsberatung
Aktuelle Empfehlungen 2024: vegetarische und vegane Kinderernährung
gesunde erwachsene Allgemeinbevölkerung: vegane Ernährungsweise kann gesundheitsförderliche Ernährung darstellen, WENN Vitamin B12-Supplementierung, gut geplante Lebensmittelauswahl, bedarfsdeckende Zufuhr weiterer potentiell kritischer Nährstoffe durch eine geeignete Produktwahl und ggf. weitere Nährstoffpräparate
vulnerable Bevölkerungsgruppen (Kinder, Jugendliche, Schwangere, Stillende, Senioren): aktuelle Datenlage lässt weder eine Empfehlung für noch gegen eine vegane Ernährung zu (bislang hatte DGE für diese Gruppen von einer veganen Ernährung abgeraten).
Neben Gesundheit, werden auch Umwelt, Tierwohl und Soziales als Zieldimensionen einer nachhaltigeren Ernährung betrachtet
Tierwohl + Soziales: noch keine ausreichende Datengrundlage zur Bewertung
Nur Gesundheit + Umwelt berücksichtigt
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