Was versteht man unter Internationalisierung der Wirtschaft als historischem Phänomen?
Langfristige Ausweitung länderübergreifender Wirtschaftsbeziehungen
Beginnt bereits im Altertum
Starke Beschleunigung seit Mitte des 20. Jahrhunderts
Führt zu Globalisierung und Entstehung multinationaler Unternehmen (MNU)
Welche historischen Beispiele der Internationalisierung der Wirtschaft werden in den Folien genannt?
Erste länderübergreifende Wirtschaftsbeziehungen im Altertum
Deutsche Hanse (ab 12. Jahrhundert)
Kolonisation (17. Jahrhundert)
Erste multinationalen Unternehmen Ende des 19. Jahrhunderts
Welche Triebkräfte und Indikatoren der Globalisierung nennt Göbel?
Globale Integration der Weltwirtschaft
Internationaler Güterverkehr (Exporte/Importe)
Entstehung internationaler Wirtschaftsräume
Kapitaltransfer zwischen Ländern (Direktinvestitionen, Portfolioinvestitionen)
Motive für Direktinvestitionen
Globalsierung von Unternehmungen, Märkte und weiteren Lebensbereichen
Dimensionen der Globalisierung
Ökonomische Dimension:
Deregulierung der Kapital- und Gütermärkte
Außenwirtschaftliche Öffnung vieler zunächst verschlossenen
Staaten
Liberalisierung des Welthandels
„Konvergenz der Märkte“
Zunahme der Verflechtungen und wechselseitige Abhängigkeiten
Politische Dimension:
Zunehmende Mobilität der Unternehmen erhöht deren
Möglichkeiten Druck auf Gastländer auszuüben, verschärft den
Standortwettbewerb und schränkt Souveränität der Staaten bzgl.
wirtschaftspolitischer Regulationen ein.
Soziale Dimension:
Kontroverse Diskussion, ob Globalisierung zu Konvergenz oder Divergenz der
Einkommens- und Lebensbedingungen in Industrie- und Schwellenländern
einerseits und Entwicklungsländern andererseits führt.
Kulturelle Dimension
Ökologische Dimension
Globalisierung als ambivalentes Verhältnis von Konvergenz
(technolog., ökonomisch, politisch) und Divergenz (sozial, kulturell,
ökologisch)
Negative Implikationen der Globalisierung
Verlust von Arbeitsplätzen in Industrieländern
Zurückdrängen von Gewerkschaften und Tarifautonomie
Zuweilen stattfindende Ausbeutung von Arbeitskräften in
Entwicklungsländern
Umweltzerstörung in weiten Teilen der Erde
Verlust staatlicher Souveränität zugunsten global agierender
Unternehmen
Positive Implikationen der Globalisierung
Optimale Allokation von Ressourcen
Allgemeine Steigerung des Wohlstands
Erhöhung der Lebensqualität
Gründe:
Spezialisierung
Marktausweitung
Mehr Wettbewerb (Innovation, Flexibilität, Qualität)
Aber: Entstehung positiver Effekte ist, dass eine Verteilung dieser
positiven Effekte jedoch das andere!
Welche Implikationen der Globalisierung für Unternehmen werden in den Folien genannt?
Erhöhte ökonomische Chancen und Risiken
Intensivierung und räumliche Ausdehnung des Wettbewerbs
Grenzüberschreitende Konfiguration der Wertaktivitäten
Realisierung von Skaleneffekten und Verbundvorteilen
Zunehmende politische, soziale und ökologische Verantwortung von Unternehmen
Internationale Ausrichtung als grundlegende Erfolgsvoraussetzung, nicht nur Option
Welche Marktfaktoren beeinflussen die Internationalisierung von Branchen laut Folien?
Gleichartige Kundenwünsche in verschiedenen Ländern
Internationale Kunden
Internationale Vertriebskanäle
Vorreitermärkte
Rapider technischer Wande
Welche Bedingungen beeinflussen die Internationalisierung von Branchen?
Marktfaktoren
Gleichartige Kundenwünsche, internationale Kunden, internationale
Vertriebskanäle, Vorreitermärkte, Rapider technischer Wandel
Kostenfaktoren
Große Erfahrungskurveneffekte und Skaleneffekte, große Einkaufsvorteile,
unterschiedliche nationale Kostenstrukturen
Wettbewerbsbedingungen
Internationale Wettbewerber
Politische Rahmenbedingungen
Vorteilhafte Handelspolitik, kompatible technische Standards, gleichartige
Marktregulierung, Angleichung von Werten und Kulturen
Bestimmungsfaktoren der Internationalisierung von Branchen
Anpassungsstrategien:
von Unternehmen an die Herausforderungen durch von der
Globalisierung betroffene Branchen ist abhängig von der
spezifischen Globalisierungsbetroffenheit der Unternehmen
Selektionsstrategie, Einzelmarktstrategie, Integrationsstrategie,
Interaktionsstrategie
Welche politischen Rahmenbedingungen fördern die Internationalisierung von Branchen?
Vorteilhafte Handelspolitik
Kompatible technische Standards
Gleichartige Marktregulierung
Angleichung von Werten und Kulturen
Welche Kostenfaktoren beeinflussen die Internationalisierung von Branchen?
Große Erfahrungskurveneffekte
Starke Skaleneffekte
Große Einkaufsvorteile
Unterschiedliche nationale Kostenstrukturen
Ab wann setzte im 20. Jahrhunderts eine wachsende Internationalisierung der wirtschaftlichen Aktivitäten ein? Was war Ihrer Meinung nach der Grund hierfür?
Für eine Klausurantwort könntest du schreiben: „Seit Mitte des 20. Jahrhunderts, vor allem durch den Abbau von Handelshemmnissen und den technischen Fortschritt in Transport und Kommunikation, die internationalen Handel und Investitionen stark erleichtert haben.
Was unterscheidet Portfolioinvestitionen von Direktinvestitionen?
Erwerb eines maßgeblichen Einflusses an einem ausländischen Unternehmen (z. B. Aufbau einer Tochtergesellschaft, Erwerb eines großen Anteils).
Langfristige, strategische Orientierung (Standort, Produktion, Markteintritt).
Investor hat betriebliche und strategische Kontrolle bzw. starken Einfluss auf Geschäftsführung und Entscheidungen.
Höheres unternehmerisches Risiko, aber potenziell höhere Renditen.
Kauf von ausländischen Finanzanlagen (Aktien, Anleihen, Fonds) ohne beherrschenden Einfluss auf das Unternehmen.
Kurz‑ bis mittelfristige, eher finanzielle Zielsetzung (Rendite durch Zinsen, Dividenden, Kursgewinne).
Keine direkte Kontrolle über Management oder Strategie des Unternehmens.
Geringeres direktes Unternehmensrisiko, eher Kapitalmarkt‑ und Kursrisiko, dafür meist geringere Renditechancen als bei Direktinvestitionen
Was bedeutet multipolare Welt?
Mehrere „Pole“ (z. B. USA, China, EU, Indien, Russland, Brasilien) teilen sich wirtschaftliche, politische und militärische Macht.
Keine einzelne Supermacht dominiert die Weltordnung vollständig (anders als in einer unipolaren Welt mit nur einem Hegemon).
Globale Entscheidungen, Konflikte und Allianzen ergeben sich aus dem Zusammenspiel dieser verschiedenen Machtzentren
Was sind die vier Freiheiten des EU- Binnenmarktes?
Freier Personenverkehr: EU-Bürger können frei reisen, wohnen, arbeiten und studieren
Freier Warenverkehr: Keine Zölle oder Mengenbeschränkungen für Güter innerhalb der EU
Freier Dienstleistungsverkehr: Dienstleister können in allen EU-Ländern tätig werden
Freier Kapitalverkehr: Freie Bewegung von Geld, Investitionen und Finanzdienstleistungen
Was unterscheidet die EU von der NAFTA?
Aspekt
EU
NAFTA/USMCA
Integrationstiefe
Zollunion + gemeinsamer Markt (vier Freiheiten: Waren, Personen, Dienstleistungen, Kapital) ihk+1
Nur Freihandelszone (kein einheitlicher Binnenmarkt, keine Personenfreizügigkeit) ihk+1
Mitglieder
27 Länder, supranationale Institutionen (Parlament, Kommission, Gerichtshof) askanydifference+1
3 Länder (USA, Kanada, Mexiko), rein zwischenstaatlich askanydifference+1
Währung
Euro (19 Länder) askanydifference
Nationale Währungen (USD, CAD, MXN) askanydifference
Außenzoll
Gemeinsamer Außenzoll gegenüber Drittländern ihk+1
Jeder Staat behält eigenen Außenzoll ihk+1
Ziele
Wirtschaftlich + politisch (Frieden, Wertegemeinschaft) askanydifference+1
Primär wirtschaftlich (Handel, Investitionen abbauen) askanydifference+1
Recht
Direktwirkendes EU-Recht über nationalem differkinome
Nur Abkommen, keine Übertragung von Souveränität differkinome
Welchen Einfluss hatte Ihrer Meinung nach, die Erfindung des Internets auf
Globalisierung von Unternehmen?
Reduzierung von Transaktionskosten: Schnelle, kostengünstige globale Kommunikation und Koordination (E-Mails, Cloud-Tools) statt teurer physischer Treffen.
Ermöglichung digitaler Geschäftsmodelle: Plattformen wie Amazon oder Alibaba erlauben weltweiten Handel ohne physische Präsenz (E-Commerce boomt seit 1990er).
Beschleunigung von Wissens- und Technologietransfer: Globale Lieferketten werden effizienter koordiniert (z. B. Just-in-Time-Produktion wie bei BMW in den Folien).
Erhöhung der Marktreichweite: Unternehmen erreichen Kunden weltweit direkt, unabhängig von Grenzen (Social Media, Online-Marketing).
Förderung von Direktinvestitionen: Bessere Informationsverfügbarkeit erleichtert Portfolio- und Direktinvestitionen über Länder hinweg.
Meine Einschätzung: Ohne Internet wäre die Globalisierung langsamer und weniger intensiv – es hat Skaleneffekte und grenzüberschreitende Wertschöpfung (wie bei Shell oder BMW in deinen Folien) erst richtig möglich gemacht
Was bedeutet Konvergenz der Märkte?
Kundenbedürfnisse in verschiedenen Ländern werden ähnlicher (z. B. weltweite Nachfrage nach ähnlichen Produkten/Marken).
Produkte und Dienstleistungen werden in vielen Ländern vergleichbar angeboten (Standardisierung von Angeboten).
Preis- und Qualitätsniveaus nähern sich an, Unterschiede zwischen nationalen Märkten werden kleiner.
Marktgrenzen verschwimmen, es entstehen größere, oft globale oder zumindest regionale „Einheitsmärkte“.
Für deine Klausur könntest du schreiben: „Konvergenz der Märkte ist die Angleichung von Nachfrage-, Produkt- und Wettbewerbsstrukturen in verschiedenen Ländern, sodass sich nationale Märkte zu einem einheitlicheren Markt entwickeln.“
Wo durch wird der Standortwettbewerb angeheizt? Wie reagieren Ihrer
Beobachtung nach, die einzelnen Länder auf diesen Standortwettbewerb?
Öffnung der Weltmärkte (Abbau von Handelsbarrieren)
Technologische Fortschritte (Transport, Kommunikation, Internet)
Erhöhte Mobilität von Kapital, Arbeit und Unternehmen (Direktinvestitionen)
Modularisierung der Wertschöpfung (Unternehmen können Teile der Kette weltweit verlagern)
Attraktive Anreize bieten: Steuererleichterungen, Subventionen, Infrastrukturinvestitionen (z. B. Irland mit niedrigen Körperschaftssteuern, Singapur mit Tech-Parks)
Qualifikation und Innovation pushen: Bildungsoffensiven, Forschungsförderung (z. B. Deutschland mit Industrie 4.0, USA mit Silicon Valley)
Bürokratie abbauen: Vereinfachung von Genehmigungen, Deregulierung (z. B. Estland mit digitaler Verwaltung)
Soziale Absicherung balancieren: Manche Länder (z. B. Skandinavien) setzen auf hohe Qualität statt Billiglohn, andere (z. B. Osteuropa) auf Kostenvorteile
Warum wirkt sich eine erhöhte Spezialisierung positiv auf den weltweiten Wohlstand aus?
Komparative Vorteile nach Ricardo: Länder spezialisieren sich auf das, worin sie relativ besser sind – dadurch steigt die Gesamtproduktion und der verfügbare Wohlstand (mehr Konsum mit weniger Aufwand).
Bessere Ressourcennutzung: Arbeit, Kapital und Technologie werden dort eingesetzt, wo sie den höchsten Wertschöpfungsbeitrag leisten (Allokationseffekte).
Skaleneffekte und Innovation: Spezialisierung ermöglicht Massenproduktion, Kostensenkung und Technologietransfer (z. B. durch Handel).
Globaler Wohlstandsgewinn: Alle Länder profitieren durch günstigere Importe und Exporte – ein „Positivsummenspiel“ mit mehr Wachstum und Armutsreduktion.
Was sind Ihrer Meinung nach, die ökonomischen Chancen und Risiken der
Globalisierung für die Unternehmen.
Zugang zu neuen Märkten: Erweiterte Kundenbasis, höhere Umsätze (z. B. Exportwachstum wie in den Folien gezeigt).
Kostenvorteile: Günstigere Produktion durch Standortwahl (Outsourcing, Skaleneffekte).
Skaleneffekte und Innovation: Größere Produktionsvolumen, Wissensaustausch global.
Verbundvorteile: Optimierte globale Wertschöpfungsketten (z. B. BMW-Beispiel).
Intensiver Wettbewerb: Mehr globale Konkurrenten, Preisdruck.
Währungs- und Wechselkursrisiken: Schwankungen beeinträchtigen Gewinne.
Lieferkettenrisiken: Abhängigkeit von Zulieferern (z. B. Pandemien, Kriege).
Politische Risiken: Änderungen in Regulierungen, Enteignungen oder Handelskriege.
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