Strategische Analyse EInstieg
Die strategische Analyse untersucht die Umwelt eines Unternehmens sowie das Unternehmen selbst, um eine Grundlage für strategische Entscheidungen zu schaffen.
Die Analyse umfasst zwei zentrale Bereiche:
Hier wird die Unternehmensumwelt untersucht. Dabei wird zwischen zwei Ebenen unterschieden:
Makroumwelt (z. B. wirtschaftliche, soziale oder politische Rahmenbedingungen)
Mikroumwelt (z. B. Märkte, Kunden und Wettbewerber)
Ziel ist es:
Informationen und Daten zu sammeln
diese zu analysieren, zu selektieren und zu interpretieren
Dadurch sollen:
Prognosen über die zukünftige Entwicklung der Umwelt erstellt werden
Chancen und Risiken frühzeitig erkannt werden
Neben der Umwelt wird auch das Unternehmen selbst untersucht, um
Stärken
Schwächen
zu identifizieren.
Die Ergebnisse der Umweltanalyse (extern) und der Unternehmensanalyse (intern) werden in der SWOT-Analyse zusammengeführt.
Dabei wird geprüft:
ob das Unternehmen mit seinen Stärken Chancen nutzen kann
ob Risiken auf Schwächen des Unternehmens treffen
Auf Grundlage dieser Erkenntnisse werden anschließend:
Unternehmensziele
Unternehmensstrategien
formuliert.
Da Strategien stark von der Umwelt beeinflusst werden, wird zunächst die Umweltanalyse betrachtet.
2.1 Umweltanalyse
2.1.1 Analyse der Makroumwelt
Die Umweltanalyse untersucht Faktoren außerhalb des Unternehmens, die dessen Entwicklung beeinflussen können.
Die Makroumwelt umfasst allgemeine Rahmenbedingungen, die auf Unternehmen wirken.
Sie lässt sich grundsätzlich in sechs Segmente unterteilen:
Gesamtwirtschaft
Bevölkerung
Technologie
Politik
Gesellschaft
Umwelt
Diese Bereiche sind nicht strikt voneinander getrennt, sondern beeinflussen sich gegenseitig.
Um die einzelnen Umweltbereiche beurteilen zu können, werden Indikatoren verwendet.
Diese können bestehen aus:
quantitativen Faktoren (Hard Facts) z. B. statistische Daten
qualitativen Faktoren (Soft Facts) z. B. gesellschaftliche Entwicklungen
Die Indikatoren helfen dabei, zukünftige Entwicklungen der Umwelt einzuschätzen.
Indikatoren der Makroumwelt
Erklärung der Abbildung 2
Die Abbildung zeigt Beispiele für Indikatoren in verschiedenen Umweltbereichen.
Beispiele für Indikatoren:
Gesetzgebungsvorhaben
bestehende Gesetzgebung
Ziele politischer Parteien
rechtlicher Rahmen
politische Ideologien
Beispiele:
Bruttoinlandsprodukt
Arbeitslosenzahlen
Zinsniveau
Inflationsrate
Pro-Kopf-Einkommen
Konsumneigung
Indikatoren sind beispielsweise:
technologische Entwicklungen
Patentanmeldungen
wirtschaftlich relevante Erfindungen
Schlüssel- und Basistechnologien
Einsatzmöglichkeiten neuer Technologien
Forschungsschwerpunkte
demografische Entwicklungen
Werte und Normen
Lebensstile und Verhaltensweisen
gesellschaftliche Trends
kulturelle Trends
Religion
Indikatoren können sein:
Entwicklungen bei alternativen Energien
Verfügbarkeit von Ressourcen
Nachhaltigkeitskonzepte
umweltschonende Technologien
Recyclingkonzepte
Energiemanagement
Die dargestellte Liste ist nicht vollständig und kann bei Bedarf erweitert werden.
STEP-Analyse (auch PEST-Analyse)
Um die komplexen Untersuchungen der Makroumwelt zu strukturieren, wird häufig die STEP-Analyse verwendet.
STEP ist ein Akronym für vier Umweltkategorien:
S – Socio-Cultural (soziokulturelle Faktoren)
T – Technological (technologische Faktoren)
E – Economical (ökonomische Faktoren)
P – Political (politische Faktoren)
Andere Varianten sind:
PEST-Analyse (andere Reihenfolge)
PESTE-Analyse (mit zusätzlichem Faktor Ecological)
Die einzelnen Umweltbereiche dürfen nicht isoliert betrachtet werden, da sie miteinander verbunden sind.
Beispiel:
politische Entscheidungen können wirtschaftliche Veränderungen auslösen.
Auf Basis der makroökonomischen Analysen muss anschließend untersucht werden:
Welche Auswirkungen mögliche Umweltveränderungen auf das eigene Unternehmen haben könnten.
Diese Einschätzung zukünftiger Entwicklungen ist die Aufgabe der Prognose.
2.1.2 Analyse der Mikroumwelt (Marktanalyse)
Im Rahmen der Umweltanalyse wird neben der Makroumwelt auch die Mikroumwelt untersucht. Im Marketing steht dabei vor allem der Absatzmarkt im Mittelpunkt.
Die Bestimmung des Marktes, in dem sich ein Unternehmen bewegt, ist wichtig, weil sie die Grundlage bildet für:
Prognosen über das Verhalten von
Kunden
Konkurrenten
Absatzmittlern
Absatzhelfern
Erst wenn der relevante Markt bestimmt ist, kann ein Unternehmen sein eigenes Verhalten strategisch ausrichten.
Die Abgrenzung eines Marktes ist schwierig, da:
viele Produkte und Unternehmen in unterschiedlichen Intensitäten miteinander konkurrieren
Konkurrenzbeziehungen oft nicht eindeutig sind
Ein Instrument zur Bestimmung des relevanten Marktes ist die ZÖLK-Analyse.
Die ZÖLK-Analyse ist ein Instrument zur Abgrenzung des relevanten Marktes aus verschiedenen Perspektiven.
Der Name ZÖLK steht für vier Dimensionen der Marktsegmentierung:
Z – Zeitliche Segmentierung
Ö – Örtliche Segmentierung
L – Leistungsbezogene Segmentierung
K – Kundenbezogene Segmentierung
Die Abbildung zeigt, dass jede Marktabgrenzung grundsätzlich willkürlich ist, da Märkte aus verschiedenen Blickwinkeln definiert werden können.
Hier wird der Markt nach der zeitlichen Verfügbarkeit eines Angebots abgegrenzt.
befristete oder limitierte Angebote
Eintrittskarten für ein bestimmtes Sportereignis
Hier erfolgt die Marktabgrenzung nach dem geografischen Einzugsgebiet.
Mögliche Ebenen:
lokal
regional
national
international
Ein Fitnessstudio richtet sich an Kunden in einem Umkreis von etwa 10–15 km.
Hier erfolgt die Marktabgrenzung anhand der Art der angebotenen Leistung.
Die Abgrenzung kann erfolgen nach:
physischen Eigenschaften
Nutzen des Produkts
sachlichen Produktmerkmalen
Die Sportartikelmarke Speedo konzentriert sich auf den Schwimmsportmarkt.
Hier wird der Markt nach Merkmalen der Kunden abgegrenzt.
Typische Kriterien sind:
demografische Merkmale
psychografische Merkmale
sozioökonomische Merkmale
verhaltensbezogene Merkmale
Unterscheidung zwischen preisbewussten und qualitätsbewussten Sportartikelkäufern.
Bei der strategischen Planung muss berücksichtigt werden, dass die Bestimmung eines Marktes nur eine Momentaufnahme darstellt.
Märkte verändern sich ständig.
Diese Veränderungen verlaufen in zwei Richtungen:
Märkte vergrößern sich häufig geografisch, z. B. durch:
Globalisierung
Suche nach Kostendegressionen
Nutzung von Synergien
Durch die zunehmende Komplexität von Produkten verschwimmen häufig die Grenzen zwischen Märkten.
Folgen:
Unternehmen müssen ihre technischen Kompetenzen erweitern
Technologien werden zu wichtigen Erfolgsfaktoren
Mikroelektronik ist heute ein entscheidender Erfolgsfaktor im
Automobilbau
Maschinenbau
Durch die Kombination verschiedener Technologien und Produkte entstehen:
neue Problemlösungen
neue Märkte
Damit wird deutlich:
Märkte sind nicht einfach gegeben, sondern werden von Unternehmen aktiv gestaltet und geschaffen.
Für die Entwicklung von Wettbewerbsstrategien reicht die Bestimmung des Marktes allein nicht aus.
Zusätzlich muss untersucht werden:
wie sich der Markt wirtschaftlich entwickeln wird
wie sich die zukünftige Rendite entwickeln könnte
Grundsätzlich gilt:
→ Je höher die erwartete Rendite, desto attraktiver ist der Markt für ein Unternehmen.
Um diese Attraktivität zu beurteilen, wird eine Marktanalyse durchgeführt.
2.1.2.1 Methodik einer Marktanalyse
Eine Marktanalyse ist ein Teilgebiet der Marktforschung.
Sie bezeichnet die systematische Untersuchung vorhandener Marktdaten eines bestimmten Marktes zu einem bestimmten Zeitpunkt.
Ziel der Marktanalyse ist es:
eine Basis für Unternehmensentscheidungen zu schaffen
Prognosen über zukünftige Marktentwicklungen zu ermöglichen
Durch Marktanalysen sollen Informationen über folgende Aspekte gewonnen werden:
Strukturen von Märkten
Veränderungen von Märkten
Entwicklungen von Teilmärkten oder Marktsegmenten
Dadurch entsteht Markttransparenz, die als Grundlage für marktbezogene Entscheidungen dient.
Für Marktanalysen werden:
quantitative Methoden
qualitative Methoden
oder eine Kombination aus beiden verwendet.
Die Analyse basiert dabei vor allem auf der Einschätzung folgender Faktoren:
Marktpotenzial / Marktvolumen / Marktgröße
Marktanteil
Marktwachstum
Marktstruktur (Wettbewerber, Lieferanten, Kunden)
Beschaffenheit der Produkte bzw. Dienstleistungen
Zentrale Kennzahlen der Marktanalyse
Das Marktvolumen bezeichnet:
die tatsächlich realisierte Absatzmenge eines Marktes
Es zeigt also, wie viel tatsächlich verkauft wurde.
Das Marktpotenzial beschreibt:
die maximale Aufnahmefähigkeit eines Marktes
Es gibt also an, wie groß die mögliche Absatzmenge eines Produkts sein könnte.
Marktvolumen und Marktpotenzial zusammen beschreiben die Marktgröße.
Beide Größen können angegeben werden:
in Mengen (z. B. Stückzahlen)
in Werten (z. B. Umsatz)
Der Marktanteil zeigt:
welchen Anteil ein Unternehmen am gesamten Marktvolumen hat.
Er wird meist in Prozent angegeben.
Dabei wird unterschieden zwischen:
Anteil eines Unternehmens am gesamten Marktvolumen
Vergleich des eigenen Marktanteils mit dem größten Wettbewerber
Für die Einschätzung des Marktpotenzials ist auch das Marktwachstum wichtig.
Es kann auf zwei Arten geschätzt werden:
Analyse der durchschnittlichen Marktentwicklung der letzten 3–5 Jahre
Fortschreibung dieser Entwicklung in die Zukunft
Der Marktzyklus beschreibt typische Entwicklungsphasen eines Marktes:
Entstehung
Wachstum
Stagnation
Degeneration
Analysten müssen bestimmen, in welcher Phase sich der Markt aktuell befindet, um daraus die zukünftige Entwicklung abzuleiten.
Der zentrale Bestandteil der Marktanalyse ist die Marktstruktur.
Sie wird vor allem durch drei Gruppen geprägt:
Wettbewerber
Lieferanten
Dabei wird folgende Hypothese zugrunde gelegt:
Marktstruktur → Marktverhalten → Marktergebnis
Das bedeutet:
Marktstruktur (z. B. Anzahl der Anbieter oder Markteintrittsbarrieren)
beeinflusst das Marktverhalten (z. B. Preis- oder Produktpolitik)
und bestimmt dadurch das Marktergebnis (z. B. Return on Investment oder Cashflow)
-> Die Rentabilität eines Marktes hängt daher stark von der Intensität und Dynamik des Wettbewerbs ab.
Aus dieser Betrachtung ergeben sich wichtige Fragestellungen:
Wann ist ein Markt attraktiv?
Welche Faktoren führen zu einem hohen Return on Investment (RoI)?
Wie lassen sich Märkte verteidigen?
Überleitung: Branchenstrukturanalyse nach Porter
Diese Fragen versucht Porter (1980) mit seiner Branchenstrukturanalyse zu beantworten.
In diesem Ansatz werden fünf Wettbewerbskräfte (Five Forces) unterschieden, die:
die Rentabilität einer Branche
und damit die Attraktivität eines Marktes
beeinflussen.
Branchenstrukturanalyse Porter
Five-Forces Analyse macht Branchenstruktur und damit Wettbewerbsintensität deutlich
Ansatz, um Marktanaöyse konkret zu betreiben
Porters 5 Forces (Wettbewerbskräfte)
Branchenstrukturanalyse sollte man anhand 5 Faktoren ausrichten, weil diese 5 Faktoren gut beschreiben, wie attraktiv ein Markt ist
Attraktivität hängt stark mit den gewinnmöglichkeiten zusammen
Hohe Ertrags/ gewinnmöglichkeit = sinnbildlich für attraktiven Markt
Wettbewerbsstarker mit geringeren Gewinnmöglichkeiten ist unattraktiv
Die 5 Faktoren:
Wettebwerb zwischen derzeitigen Anbietern auf dem Markt
Verhandlungsmacht der Abnehmer
Verhandlungsmacht Lieferanten
Bedrohung durch neue Anbieter
berodung durch Substitute (Produkte)
Faktoren die hier eine Rolle spielen:
Anzahl Wettbewerber (wenn es viele gibt, dann wird ein intensiver Wettbewerb stattfinden)
auf einem wachsenden Markt, wo die einzelnen Anbieter noch mitwachsen können, ist die Wettberwebsintensität noch nicht so stark wie auf einem stagnierenden Markt
Überkapazitäten/auslastung
wenn diese bestehen, dann kann es sein, das dadurch ein Preiskampf entfacht und Wettberwerb intensiviert wird
Produktdifferenzierung
Wenn es möglichkeit gibt Prpdukte zu differnezierne, um sich auf Nischen zu konzentrierne, entlastet das die Intensität des Wettberwrbr s
Austrittsbarrieren (z.B. Stilllegungskosten)
Punkte die einen Anbieter davon abhalten aus einem Markt auszutreten: wird dazu führen, das diese Anbieter a Markt aggressiver auftreten, um Kapazitäten auszulasten
Differnezierung der Produkte (z.B. durch Marke des Lieferenaten)
wenn das Rolle Spielt für Kunden, dann hab eich nicht die Möglichekit mich auf andere Liefernaten auszuweiten -> gute verhandlungsposition für Lieferanten)
Abnehmerkonzentration
lebensmittrelhandel ist in DE sehr konzentriert auf einige wenige Gruppen, die dann den vielfältigen Lieferanten der Lebensmittel gegenüberstehen
diese Lieefrnaten haben hier hohe Verhandlungsmacht da sie entscheiden ob die Produkte des ANbieters auch tatasächlich zum Kunden gelangen können
Umstellkosten bei Lieferantenwechsel
Möglichkeiten zur Rückwertsintegration
Frage, ob der Abnehmer im zweifel zum Lieferanten sagen kann, wir übernehmen deine Wertschöpfungsstufe selbst
dann brauhct es keinen Liefernaten mehr
Abnehmer hat hohe Verhandlungsmacht und kann Preise beim Lieferanten drücken
Alternative Produkte für Abnehmer möglich?
Liefernatenkonzentration (alternative Liefernaten vorhanden?)
Wenn dieser hoch ist und für den Abnehmer weniger Wechselmöglichkeiten bestehen, dann wird es für den Liefernaten günstiger
Hohe Umstellkosten für Abnehmer bei Lieferantenwechsel
auch das bringt höhere Verhandlungsmacht für Lieferanten mit sich
Möglichkeiten zu Vorwärtsintegration
wenn Lieefrnat sagt, das er die Wertschöpfungsstufe des Abnehmers übernehemn kann, hat er Verhandlungsmacht
Eintrittsbarrieren
wenn diese groß sind, ist die WS das neue Anbieter auf den Markt kommen gering
Eintrittsbarrieren kann Kostenvorteiel der etablierter Anbieter sein
Kostenvorteile etablierter Anbieter (Erfahrungskurve -> mit steigender Erfahrung sinken kosten)
günstiger zu produzieren
Schwieriger Zugang zu Vertriebskanälen
für neue Anbieter ggfs. nicht gegeben -> EIntrittsbarriere
Markt hat dadurch Shcutz und eine weniger intensive Wettberwebssituation
Kundentreue zu etablierten marken
Kapitalbedarf (F&E, Produktionsanlagen, Marketing..)
Kapitalbedarf den ein neuer ANbieter aufwendne muss um überhaupt in den Markt einzutreten
wenn großerKapitalbedarf vorhandne ist, stellt das erstmal Hürde da und hält neue ANbieter vom Eintritt ab
Berodung durch Substitute (Produkte)
Umstellungskosten für Abnehmer bei Lieferantenwechsel (Supplier)
Preis/leistungsverhältnis möglicher Ersatzprodukte im Vergleich zu bisherigen Produkten
Kameramarkt hat stark gelitten unter Entwicklung der Smartphones
-> Diese 5 Faktoren sind zu analysieren um die Attraktivität eines Marktes herauszufinden
-> Attraktiitöt des Marktes brauchne wir um zu beurteilen ob wir in Markt einsteigen sollen oder nicht
2.1.2.2 Kundenanalyse (Abnehmerorientierte Analyse)
Bei der abnehmerorientierten Analyse steht der Kunde im Mittelpunkt.
Ziel ist es zu verstehen:
wie Kunden Produkte wahrnehmen
wie sie zu Urteilen und Einstellungen über Leistungen gelangen
Weitere Ziele:
Identifikation bestehender und potentieller Kundenwünsche
identifizierung besonders wertvoller Kunden (Umsatz, Weiterempfehlung, Cross-Selling)
-> Kundenanalyse sollte Kaufmotive transparent und machen und Segmentierung des Marktes ermöglichen
Grundannahme:
Der Erfolg oder Misserfolg eines Produkts hängt wesentlich von der subjektiven Produktwahrnehmung der Kunden ab.
Deshalb untersucht die Kundenanalyse vor allem:
Wünsche
Bedürfnisse
Kaufverhalten der Abnehmer.
Vor der Durchführung einer Kundenanalyse muss geklärt werden:
Wer entscheidet über Kauf oder Nichtkauf?
Kaufentscheider können unterschieden werden nach:
Haushalt
Organisation
Individuum
Kollektiv
Besonders schwierig ist die Identifikation der Entscheidungsträger in Organisationen, wenn Entscheidungen von mehreren Personen gemeinsam getroffen werden.
Wenn die Entscheidungsträger bekannt sind, müssen u. a. folgende Fragen beantwortet werden:
Welche Vorteile des eigenen Angebots nimmt der Kunde im Vergleich zur Konkurrenz wahr? (komparative Konkurrenzvorteile – KKV)
Welchen Nutzen sieht der Kunde in der Leistung?
Wie entstehen Einstellungen und Urteile beim Kunden?
Welche Wahrnehmungs- und Bewertungsprozesse laufen beim Kunden ab?
Welche komparativen Konkurrenzvorteile sind für den Kunden besonders wichtig?
Zur Beantwortung dieser Fragen wurden verschiedene Modelle zur Analyse des Käuferverhaltens entwickelt.
Käuferverhalten in Konsumgütermärkten (SOR-Modell)
Das Käuferverhalten wird häufig mit dem S-O-R-Modell erklärt.
Das Modell besteht aus drei Elementen:
S – Stimulus
Ein Reiz wirkt auf den Konsumenten ein, z. B.:
Werbung
Preis
Produkt
O – Organismus
Der Konsument verarbeitet diese Informationen, z. B.:
Informationsverarbeitung
Produktbeurteilung
R – Response
Die Verarbeitung führt zu einer Reaktion, z. B.:
Kauf
Nichtkauf
Das vollständige S-O-R-Modell ist sehr komplex. Deshalb wurden Partialmodelle entwickelt, die sich nur auf einzelne Teilbereiche konzentrieren.
Präsentation eines neuen Produkts
Befragung der Verbraucher zu ihrer Einstellung
Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Einstellung und Kaufentscheidung
Analyse der direkten Beziehung zwischen Stimulus und Reaktion
Preissenkung → Nachfrageanstieg (Preis-Absatz-Funktion)
Im Mittelpunkt der Analyse steht die Einstellung der Konsumenten.
Einstellungen sind:
erworbene
relativ dauerhafte
positive oder negative Reaktionsneigungen
gegenüber einem Produkt oder Objekt.
Einstellungen entstehen aus zwei Komponenten:
emotionale Komponente (Gefühl)
kognitive Komponente (Wissen)
Zur Messung von Einstellungen werden Positionierungsmodelle verwendet.
Vorgehensweise:
Bestimmung wichtiger Produkteigenschaften (z. B. Geschwindigkeit, Wirtschaftlichkeit, Prestige, Umweltverträglichkeit bei Autos)
Reduktion auf die zwei wichtigsten Kriterien
Bewertung der Produkte durch Testpersonen
Bestimmung eines Idealprodukts
Positionierung der Produkte in einem zweidimensionalen Raum
Interpretation:
Je geringer die Distanz zwischen Realprodukt und Idealprodukt
desto positiver ist die Einstellung zum Produkt
und desto höher ist die Kaufwahrscheinlichkeit.
Marktsegmentierung
Auf Grundlage der Ergebnisse können Kunden mit ähnlichen Einstellungen zu Marktsegmenten zusammengefasst werden.
Ein heterogener Gesamtmarkt wird in homogene Teilmärkte aufgeteilt.
Jedes Segment stellt eine Zielgruppe mit ähnlichen:
Bedürfnissen
Einstellungen
Problemen dar.
Für jedes Segment können spezielle Marketingstrategien entwickelt werden.
Segmente können nach verschiedenen Merkmalen gebildet werden:
Alter
Geschlecht
Familienstand
Wohnort
Einkommen
Beruf
Ausbildung
Lebensstile
Interessen
Qualität
Service
Image
Einkaufsstätten
Produktwahl
Preissensitivität
Informationsverhalten
Social-Media-Communitys (z. B. Blogs, Facebook)
Diese Informationen helfen bei:
Produktgestaltung
Werbebotschaften
Werbeträgerwahl
Vertriebskanälen
Anforderungen an die Segmentierungskriterien
SMART
zeitlich stabil
messbar
ansprechbar (Kunden in den Segmenten müssen erreichbar sein, z.B. mit der gewählten Kommuniksationstrategie)
rentabel (zu fein Segmentiert: Aufwand zu groß, zu teuer)
trennbar
Kundenanalyse und Datenbanken
Kundenanalysen umfassen die systematische Sammlung und Auswertung von Kundeninformationen.
Diese Daten werden häufig in Datenbanken gespeichert, z. B.:
Salesforce
SAP
Sie bilden die Grundlage für:
Customer-Relationship-Management (CRM) → ganzheitliche Steuerung von Kundenbeziehungen zur Steigerung der Kundenzufriedenheit.
Kundennutzen und Nutzenarten
ökonomischer nutzen
welchen wirtschaftlichen Nutzen bringt das Angebot mit sich
Time-Cost-Quality
technisch funktionaler Nutzen
Qualitätsanspruch
leistungsumfang eines produkts (z.B. Limosine vs Cabrio)
sozialer Nutzen
Image das damit verbunden ist
Marke des Anbieters (Apple)
ästhetische Aspekte
bequemlichkeit
emotionaler Nutzen
prozessbezogener Nutzen
Kunden im nutzungsprozess noch Zusatznutzen an die Hand geben
Garantieleistungen
Service- und Ersatzdienstangebote
-> podukt nach den Anforderungen ausrichten
Typische Fragen sind:
Wer sind bestehende und potenzielle Kunden?
Was kaufen Kunden wo, wann, wie und wie oft?
Warum kaufen sie?
Welche Kunden sind besonders wertvoll?
Wie können bestehende Kunden gebunden werden?
Wie können neue Kunden gewonnen werden? (Neukundengewinnung ist 5–9-mal teurer als Kundenbindung.)
Wie kann sich das Unternehmen besser als Wettbewerber positionieren?
Erklärung der Abbildung: Kundenanalyse nach dem 7K-Modell
Die Tabelle zeigt zusätzlich Beispiele aus der Sportökonomie, z. B.:
Wer schließt den Vertrag ab?
Kauf von Veranstaltungen oder Fanartikeln
Besuch von Sportevents am Wochenende
Kauf online oder im Stadion.
Der Kaufprozess wird auch als Customer Journey bezeichnet.
Er beschreibt die Phasen, die ein Kunde durchläuft, z. B.:
Aufmerksamkeit für ein Produkt
Interesse
Kaufabsicht
Informationssuche
Kaufentscheidung
Dabei werden Kontaktpunkte (Touchpoints) zwischen Kunde und Unternehmen analysiert, um deren Wirkung zu verstehen und zu optimieren.
Durch die Kundenanalyse kann eine Buyer Persona erstellt werden.
Eine Buyer Persona enthält beispielsweise:
Name
Entscheidungsrolle
Budget
Ziele und Bedürfnisse
Mediennutzung
Bewertung und Auswahl von Marktsegmenten
Die gebildeten Segmente müssen anschließend bewertet werden.
Wichtige Kriterien sind z. B.:
Segmentvolumen
Segmentwachstum
Marktzutrittsschranken
Konzentration von Lieferanten und Abnehmern
Substitutionsmöglichkeiten
Konkurrenzsituation
eigene Unternehmensressourcen
Je nach Auswahl der Segmente ergeben sich unterschiedliche Strategien:
Konzentration auf ein Segment
typische Nischenstrategie
ein Produkt für mehrere Segmente
Konzentration auf eine bestimmte Kundengruppe
mehrere Segmente mit jeweils eigenem Marketingprogramm
Nach der Segmentauswahl muss ein Positionierungskonzept entwickelt werden.
Zentrale Frage:
Wie soll das Unternehmen im Markt wahrgenommen werden?
Qualitätsführer
Kostenführer
Die Positionierung bestimmt die Ausgestaltung des Marketingmixes.
Käuferverhalten im Investitionsgütermarkt (B2B)
Investitionsgüter sind Güter, die zur Produktion anderer Produkte oder Dienstleistungen eingesetzt werden, z. B.:
Komponenten
Systeme
Anlagen
Der Investitionsgütermarkt weist typische Merkmale auf:
abgeleitete Nachfrage vom Endverbraucher
multipersonelle Kaufentscheidungen
formalisierte Beschaffungsprozesse
globale Beschaffungsmöglichkeiten
weniger standardisierte Marktinformationen
Im B2B-Bereich werden Kaufentscheidungen häufig im Buying-Center getroffen.
Typische Rollen im Buying-Center sind:
Einkäufer → Auswahl der Lieferanten und Durchführung des Beschaffungsprozesses
Benutzer → regt Beschaffung an und definiert Auswahlkriterien
Beeinflusser → z. B. Forschung & Entwicklung oder externe Berater
Berater → formuliert Produkt- und Lieferantenauswahlkriterien
Gatekeeper → steuert den Informationsfluss
Entscheider → trifft die endgültige Kaufentscheidung
Für Anbieter ergeben sich daraus folgende Schritte:
Identifikation potenzieller Unternehmen
Identifikation der Mitglieder des Buying-Centers
Bestimmung relevanter Produkt- und Lieferantenauswahlkriterien
Marktsegmentierung nach Buying-Center-Anforderungen
Auswahl attraktiver Segmente
segmentspezifische Marktbearbeitung (z. B. Selling-Center)
2.1.2.3 Wettbewerbsanalyse (Competitive Intelligence)
Da sich meist mehrere Unternehmen um die gleichen Abnehmer bemühen, muss ein Unternehmen seine Wettbewerber genau analysieren.
Die Wettbewerbsanalyse soll vor allem folgende Fragen beantworten:
Wer sind die Wettbewerber? z. B. Name, Anschrift, Branche, Größe, Mitarbeiterzahl, Personalqualität, Ressourcen, Eigentümer, Verflechtungen
Welche Ziele verfolgen die Wettbewerber und mit welcher Strategie? z. B. Ziele, Wettbewerbsstrategie, Zeitpläne, Zielgruppen, Zielräume, Marketing- und Vertriebsbudgets
Wie sind die Wettbewerber im Markt positioniert? z. B. Marktanteile, Umsatz, Erträge, Kostenstrukturen, Image, Kundenzufriedenheit, Kundenbindung
Über welche Ressourcen verfügen die Wettbewerber? z. B. Material, Technologie, Kapital, Humanressourcen, Sachressourcen, Know-how, Zugang zu Vertriebswegen, Kunden und Händlern
Wie verhalten sich die Wettbewerber am Markt? z. B. Produktpolitik, Preispolitik, Kommunikationspolitik, Vertriebsmanagement
Wenn das Reaktionsprofil bekannt ist, lassen sich auch mögliche zukünftige Verhaltensweisen prognostizieren. Typische Reaktionen können sein:
Zurückhaltung
(selektive) Aggressivität
Unberechenbarkeit
Welche Stärken und Schwächen haben die Wettbewerber?
Durch die Beantwortung dieser Fragen sollen Wettbewerber:
identifiziert
in ihrem Verhalten und ihren Reaktionsmustern vorhergesagt
und in ihren Beeinflussungsmöglichkeiten eingeschätzt werden.
Um Wettbewerber sachgerecht bestimmen zu können, muss zunächst der relevante Markt abgegrenzt werden.
Das sind Unternehmen, die auf demselben Markt in einem Substitutionswettbewerb zueinanderstehen.
Das sind Unternehmen derselben Produktklasse, die jedoch andere Kundengruppen oder Marktsegmente ansprechen.
Dazu zählen Anbieter, die dieselbe Grundfunktion erfüllen, auch wenn sie aus anderen Märkten stammen.
Beispiel: Anbieter, die eine Transportfunktion erfüllen
Wettbewerber, die dieselbe Zielgruppe mit einer identischen oder ähnlichen Strategie bearbeiten, gehören zu den unmittelbaren Wettbewerbern.
Unternehmen mit ähnlicher Strategie werden zu einer strategischen Gruppe zusammengefasst.
Die Rivalität ist besonders stark zwischen Unternehmen, die dieselbe Strategie verfolgen.
Aber auch zwischen verschiedenen strategischen Gruppen gibt es Wettbewerb, etwa wenn:
dieselben Vertriebswege genutzt werden
sich Zielgruppen überschneiden
Kunden die strategischen Unterschiede nicht wahrnehmen
Unternehmen ihre Strategie ändern
Ein Wechsel von einer strategischen Gruppe in eine andere ist nur eingeschränkt möglich, weil Mobilitätsbarrieren bestehen.
Diese können einen Wechsel:
erschweren
oder sogar unmöglich machen
Strategische Gruppen lassen sich in der Praxis beschreiben durch:
Marktbearbeitungsstrategie z. B. Discounter oder Vollsortimenter, Marktabdeckung, Marktsegmentierung, Markenpolitik
Unternehmensmerkmale z. B. Größe, Diversifikation, Unternehmenskultur
Ressourceneinsatz z. B. Produktionstechnologie, F&E-Budgets, Marketingbudgets, Personalqualität
Inhalt der Wettbewerbsanalyse
Die Wettbewerbsanalyse ist ein Instrument, das als wichtige Voraussetzung für eine Stärken-Schwächen-Analyse gilt.
Sie umfasst die Analyse aller verfügbaren Daten über Konkurrenzunternehmen, die für die eigene strategische Planung relevant sind.
Um komparative Wettbewerbsvorteile zu erzielen, muss ein Unternehmen kennen:
die Ziele der Wettbewerber
deren Strategien
deren Leistungsangebote
deren Stärken und Schwächen
Die Ergebnisse der Wettbewerbsanalyse werden zu einer Gesamtbewertung zusammengeführt.
Daraus entsteht ein Polaritätsprofil bzw. Vergleichsprofil eines Konkurrenten.
Ein Vergleich dieser Profile zeigt die eigenen Stärken und Schwächen im Vergleich zum Wettbewerber.
Benchmarking
Dieser Vergleich wird auch als Benchmarking bezeichnet.
Benchmarking ist der Vergleich des eigenen Unternehmens mit dem besten Unternehmen der eigenen oder einer anderen Branche anhand bestimmter Beurteilungsmerkmale.
von den Besten zu lernen
eigene Praktiken zu verbessern
Abbildung 5:
Die Abbildung zeigt ein Beispiel für ein Vergleichsprofil eines Konkurrenten. Dabei werden verschiedene Unternehmensbereiche betrachtet.
-> Die Abbildung zeigt also, nach welchen Kriterien ein Wettbewerber systematisch analysiert und mit dem eigenen Unternehmen verglichen werden kann.
Benchmarking ist nützlich, wird aber auch kritisiert.
Kritikpunkte sind:
es kann die Kreativität hemmen
es betrachtet vor allem die gegenwärtige Ausgangssituation
es liefert keine direkten Hinweise auf zukünftige Entwicklungen
es begünstigt eher Imitation als Innovation
Neue Methoden oder Technologien können Benchmarking-Ergebnisse schnell überholen.
Deshalb sollte das Ziel des Benchmarkings nicht nur das Lernen, sondern auch das Überholen des Wettbewerbers sein.
Außerdem ist zu beachten:
Benchmarking zielt vor allem auf betriebliche Effektivität
Effektivität ist aber nicht dasselbe wie Strategie
höhere Effektivität kann zwar zu höheren Renditen führen, aber oft nicht dauerhaft
Probleme der Informationsbeschaffung
Die Informationsbeschaffung für die Wettbewerbsanalyse ist nach wie vor schwierig.
Probleme sind insbesondere:
nicht alle relevanten Informationen sind verfügbar
es ist schwer zu entscheiden, welche Wettbewerber in die Analyse einbezogen werden sollen
oft werden nur die größten Wettbewerber betrachtet, obwohl kleinere Unternehmen höhere Wachstumsraten haben können
Geeignete Informationsquellen für die Wettbewerbsanalyse sind:
Mitarbeiter der Konkurrenz
Kunden und Geschäftspartner der Konkurrenz
Veröffentlichungen der Wettbewerber
amtliche Dokumentationen
eigene Beobachtungen und Analysen
2.2 Unternehmensanalyse
Neben der Umweltanalyse ist die Unternehmensanalyse ein zentraler Bestandteil der strategischen Analyse.
Die strategische Planung soll die Potenziale eines Unternehmens an die Anforderungen der Umwelt anpassen.
Dafür müssen die Verantwortlichen wissen:
welche Stärken
und welche Schwächen
das Unternehmen besitzt.
Die Aufgabe der internen Analyse (Unternehmensanalyse) ist es daher, diese Stärken und Schwächen zu identifizieren.
Stärken und Schwächen entstehen vor allem aus:
der Beschaffenheit
und der Zusammensetzung
des unternehmerischen Potenzials.
Um dieses Potenzial zu untersuchen und zu bewerten, werden verschiedene Analysetechniken eingesetzt.
Eine wichtige Methode ist die Wertkettenanalyse nach Porter.
2.2.1 Wertkette nach Porter
Nach Porter besitzt jedes Unternehmen eine eigene Wertkette.
Diese ist Teil eines größeren Systems von Wertketten, zu dem gehören:
Lieferanten (vorgelagerte Wertketten)
Abnehmer bzw. Kunden (nachgelagerte Wertketten)
Die Wertkette umfasst alle wertschaffenden Aktivitäten eines Unternehmens.
Darunter versteht man Tätigkeiten, mit denen ein Unternehmen:
für Kunden ein wertvolles Produkt erstellt
und gleichzeitig eine Rendite erzielt.
Diese Aktivitäten betreffen vor allem:
Herstellung
Vermarktung von Produkten oder Dienstleistungen
Erklärung der Abbildung: Wertkette nach Porter
Die Abbildung zeigt, wie die Aktivitäten eines Unternehmens innerhalb der Wertschöpfung strukturiert werden.
Porter unterscheidet zwei Arten von Aktivitäten:
Primäre Aktivitäten sind direkt an der Herstellung und Vermarktung eines Produkts beteiligt.
In der Abbildung sind diese Aktivitäten:
Beschaffung (z. B. Qualität der eingesetzten Materialien)
Fertigung (z. B. Produktionssysteme und Qualitätsmanagement)
Marketing (z. B. Produktmanagement)
Vertrieb (z. B. schnelle Lieferung)
Service (z. B. Finanzierung oder Kundendienst)
Diese Aktivitäten bilden den direkten Wertschöpfungsprozess.
Diese Aktivitäten unterstützen die primären Aktivitäten.
In der Abbildung gehören dazu:
Management
Administration
Forschung und Entwicklung
Logistik
Sie schaffen die Voraussetzungen dafür, dass die primären Aktivitäten effizient durchgeführt werden können.
Die Analyse der Wertkette dient dazu, Wettbewerbsvorteile innerhalb der einzelnen Unternehmensaktivitäten zu identifizieren.
Dabei wird untersucht:
in welchen Bereichen Kosten- oder Differenzierungsvorteile entstehen können
wie dadurch der Kundennutzen erhöht werden kann.
Das Ergebnis wirkt sich letztlich auf die Gewinnspanne eines Unternehmens aus.
2.2.1.2 Strategische Bedeutung der Wertkette
Die zentrale Grundidee der Wertkettenanalyse ist, dass der Leistungsprozess eines Unternehmens zum Gegenstand strategischer Überlegungen gemacht wird.
Wenn die einzelnen Prozesse der Wertkette analysiert werden, können sie zu einer Quelle von Wettbewerbsvorteilen werden.
Das kann dadurch geschehen, dass einzelne Aktivitäten:
kostengünstiger
oder nutzenstiftender
durchgeführt werden als bei der Konkurrenz.
Die Wertschöpfungskette bildet eine Verbindung zwischen Unternehmensanalyse und Strategieentwicklung.
Durch die Analyse der Wertkette können:
relative Stärken und Schwächen des Unternehmens erkannt werden.
Diese bilden die Grundlage zur Identifikation von:
Kernkompetenzen
unternehmerischen Potenzialen
Wenn die Wertkette definiert und analysiert wurde, lassen sich wichtige strategische Fragen beantworten, z. B.:
Wo bestehen Kosten- oder Potenzialvorteile?
Wie gut sind die Aktivitäten auf kaufverhaltensrelevante Kriterien der Kunden abgestimmt?
Welche Wettbewerbsvorteile ergeben sich daraus?
2.2.1.3 Kritische Betrachtung der Wertkettenanalyse
Das Konzept der Wertkette wird auch kritisch betrachtet.
Ein zentraler Kritikpunkt ist, dass die Aktivitäten der Wertkette stark an klassischen betrieblichen Funktionen orientiert sind.
Eine Ausnahme bildet die Unternehmensinfrastruktur.
Diese umfasst beispielsweise:
Planung
Rechnungswesen
Controlling
Rechtsbereich
Qualitätsmanagement
Finanzierung
Die Infrastruktur trägt und unterstützt die gesamte Wertkette.
Ein weiteres Problem besteht darin, dass nicht eindeutig festgelegt ist, wie strategische Vorteile konkret gemessen oder erkannt werden sollen.
Dafür sind möglichst empirisch belegte Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge notwendig.
Solche Zusammenhänge wurden beispielsweise in der PIMS-Studie untersucht.
2.2.2 Strategische Erfolgsfaktoren (PIMS-Programm)
2.2.2.1 Theoretischer Ansatz
Das PIMS-Programm (Profit Impact of Market Strategies) wurde entwickelt, um empirisch zu untersuchen, welche Faktoren den Return on Investment (ROI) und den Cashflow eines Unternehmens beeinflussen.
Das Programm wird vom Strategic Planning Institute (SPI) in Cambridge getragen.
Am PIMS-Programm nehmen teil:
etwa 500 Unternehmen (überwiegend aus den USA)
mit rund 3.000 strategischen Geschäftseinheiten (SGE)
Diese Unternehmen füllen regelmäßig Erhebungsbögen aus.
Mit den erhobenen Daten sollen vor allem zwei Fragen beantwortet werden:
Welche Faktoren beeinflussen den Return on Investment und den Cashflow?
Wie verändern sich diese Größen, wenn sich die Unternehmensstrategie ändert?
Für die Untersuchung wurden strategische Geschäftseinheiten (SGE) als Analyseobjekte gewählt, da diese relativ homogene Untersuchungseinheiten darstellen.
Der Ablauf der Untersuchung:
Datenerhebung über Fragebögen
Speicherung der Daten in einer Datenbank
statistische Auswertung mit multiplen Regressionsmodellen
Darstellung der Zusammenhänge in Korrelationstabellen
Die Analyse zeigte, dass fünf Schlüsselfaktoren den Return on Investment und den Cashflow besonders stark beeinflussen.
Beispiele für Einflussgrößen:
Position im Produktlebenszyklus
Konzentrationsgrad des Marktes
relativer Marktanteil
relative Produktqualität
Kapitalintensität
Arbeitsproduktivität
Kapazitätsauslastung
Wertschöpfungstiefe
Materialkosten
Fertigungskosten
Verwaltungskosten
Marketingaufwand
Forschungs- und Entwicklungsaufwand
Veränderung des Marktanteils
Veränderung der Produktqualität
Aus den Ergebnissen der Studie wurden einige generelle Zusammenhänge abgeleitet:
ROI steigt mit höherem relativem Marktanteil.
ROI steigt mit höherem Marktwachstum.
ROI und Cashflow steigen mit höherer Produktqualität.
ROI sinkt bei hoher Kapitalintensität.
Ein hoher Anteil neuer Produkte führt zu einem höheren ROI.
Diese Ergebnisse zeigen, welche Faktoren besonders wichtig für den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen sind.
2.2.2.2 Strategische Bedeutung
Erfolgsfaktoren stehen in engem Zusammenhang mit den Erfolgspotenzialen eines Unternehmens.
Erfolgspotenziale bezeichnen die Fähigkeit eines Unternehmens, auch in Zukunft erfolgreich zu sein.
Die Identifikation strategischer Erfolgsfaktoren dient daher dazu:
den langfristigen Unternehmenserfolg zu sichern
dauerhafte Wettbewerbsvorteile aufzubauen.
2.2.2.3 Kritische Betrachtung des PIMS-Programms
Die Ergebnisse und die Forschungsmethode der PIMS-Studie werden auch kritisch betrachtet.
Die verwendete lineare multiple Regressionsanalyse hat einige Einschränkungen:
sie kann komplexe Wirkungszusammenhänge und Wechselwirkungen nicht vollständig abbilden
Beziehungen zwischen den unabhängigen Variablen werden nicht berücksichtigt
Ein weiteres Problem ist, dass wichtige Soft Facts oft nicht ausreichend berücksichtigt werden, z. B.:
technologische Veränderungen
Personalqualität
Organisation eines Unternehmens
Aus statistischen Korrelationen kann nicht automatisch auf Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge geschlossen werden.
Führt ein hoher Marktanteil zu einem hohen ROI?
Oder führt ein hoher ROI zu einem steigenden Marktanteil?
Diese Frage bleibt durch die Studie teilweise offen.
Weitere Einschränkungen der Studie sind:
starke Vergangenheitsorientierung
geringe Repräsentativität für europäische Unternehmen
Fokus vor allem auf Großunternehmen
Trotz der Kritik hat die Studie einen wichtigen Nutzen:
sie hilft, strategische Probleme systematisch zu strukturieren
sie liefert Hinweise auf mögliche Lösungsansätze.
2.2.3 Potenzial- oder Ressourcenanalyse
Die bisherigen Analysetechniken orientierten sich überwiegend am Absatzmarkt und betrachteten vor allem harte Faktoren (Hard Facts).
Dabei wurden die Ressourcen und Potenziale eines Unternehmens – also eher Soft Facts – häufig vernachlässigt.
Die Ressourcenstärke eines Unternehmens wurde zwar teilweise berücksichtigt, jedoch meist indirekt.
Die Ressourcen und Potenziale eines Unternehmens können jedoch eine zentrale Voraussetzung für nachhaltige Wettbewerbsvorteile darstellen.
Sie können daher:
Marktstrategien unterstützen
oder selbst die Basis einer Marktstrategie bilden.
2.2.3.1 Theoretischer Ansatz
Die Ressourcenanalyse betrachtet die unternehmensinternen Ressourcen und Potenziale als Grundlage für Wettbewerbsvorteile.
Im Gegensatz zu marktbezogenen Analysen stehen hier vor allem „Soft Facts“ im Mittelpunkt.
Die zentrale Aussage des ressourcenorientierten Ansatzes lautet:
Unterschiedliche Ressourcen in Unternehmen (Ressourcenasymmetrien) führen zu unterschiedlichen Wettbewerbspositionen.
Diese Ressourcen können somit die Basis einer erfolgreichen Wettbewerbsstrategie bilden.
Das Management muss zunächst die vorhandenen Ressourcen und Potenziale des Unternehmens analysieren.
Typische Ressourcen sind z. B.:
Know-how
Unternehmenskultur
Managementfähigkeiten
Personalqualifikation und Motivation
Kommunikationstechnologien
Kapital
Produktionsanlagen und Produktionstechnik
Patente
Organisations- und Informationsstrukturen
Im nächsten Schritt wird die Ressourcenbasis verbessert und weiterentwickelt.
Durch diese Weiterentwicklung entstehen Kompetenzen des Unternehmens.
Da viele Ressourcen nur schwer kopierbar sind, können daraus dauerhafte Wettbewerbsvorteile entstehen.
Diese Kompetenzen führen zu:
einer verbesserten Wettbewerbsposition
höherem Unternehmenserfolg
Der Erfolg zeigt sich z. B. in:
höheren Gewinnen
höherer Rentabilität
Wenn sich diese Kompetenzen in den Produkten des Unternehmens widerspiegeln, entsteht ein komparativer Konkurrenzvorteil.
Die Abbildung zeigt den Zusammenhang zwischen Ressourcen, Verhalten und Erfolg.
Personal
Kommunikation
Produktionstechnologie
Diese Ressourcen sind häufig nicht vollständig auf Faktormärkten beschaffbar, wodurch Ressourcenasymmetrien entstehen.
Unternehmen versuchen, ihre Ressourcenbasis zu verbessern.
Wenn Ressourcen:
schwer imitierbar sind
können sie zu dauerhaften Wettbewerbsvorteilen führen.
Eine erfolgreiche Nutzung der Ressourcen führt zu wirtschaftlichem Erfolg, z. B.:
höherer Return on Investment (ROI)
höherer Cashflow
Damit Ressourcen Wettbewerbsvorteile schaffen können, müssen sie:
nicht imitierbar sein
nicht substituierbar sein
unternehmensspezifisch wirken
einen klaren Nutzen für den Kunden erzeugen
2.2.3.2 Anforderungen an Ressourcen
Damit Ressourcen eine Grundlage für den Unternehmenserfolg bilden können, müssen sie bestimmte Kriterien erfüllen.
Nicht imitierbar Wettbewerber dürfen die Ressourcen nicht leicht kopieren können.
Unternehmensspezifisch Die Ressource soll speziell auf das Unternehmen zugeschnitten sein.
Nicht substituierbar Die Ressource darf nicht leicht durch eine andere Technologie oder Lösung ersetzt werden.
Kundennutzen Die wichtigste Voraussetzung ist, dass die Ressource einen klar erkennbaren Nutzen für den Kunden schafft.
Nur wenn diese Bedingungen erfüllt sind, entsteht ein komparativer Konkurrenzvorteil.
Bei der Weiterentwicklung der Ressourcenbasis sollen Kernkompetenzen entstehen.
Kernkompetenzen sind:
Ressourcen oder Fähigkeiten,
die in einem komplexen Zusammenspiel wirken
und mehrere Produkte unterstützen.
Canon nutzte seine Kompetenz im Bereich Optoelektronik zur Entwicklung von Tischkopierern.
Kernkompetenzen sind daher Fähigkeiten, die entscheidend für den Markterfolg eines Unternehmens sind.
2.2.3.3 Identifikation strategisch relevanter Ressourcen
Um strategisch wichtige Ressourcen zu identifizieren, müssen die vorhandenen Ressourcen bewertet werden.
Dabei werden insbesondere „weiche“ Erfolgsfaktoren betrachtet.
In wie vielen Bereichen kann die Ressource eingesetzt werden?
Für welche Produkte oder Märkte ist die Ressource wichtig?
Verfügt das Unternehmen über genügend Kompetenz, um die Ressource weiterzuentwickeln?
Zur Bestimmung der eigenen Ressourcenposition im Vergleich zur Konkurrenz werden folgende Kriterien verwendet:
eigene Leistungsstärke im Ressourcenbereich (z. B. Patente oder technologische Vorsprünge)
Nicht-Kopierbarkeit
Nicht-Substituierbarkeit
Zur praktischen Umsetzung kann ein Scoring-Modell verwendet werden.
Dabei werden:
einzelne Ressourcen bewertet
Punktwerte vergeben
die Ergebnisse addiert
Anschließend werden die Ressourcen in einem Ressourcenportfolio dargestellt.
Je nach Bewertung werden unterschiedliche Maßnahmen ergriffen:
förderungswürdige Ressourcen → gezielte Verbesserung
mittelmäßige Ressourcen → selektive Förderung
unwichtige Ressourcen → keine weiteren Investitionen
Die Verbesserung der Ressourcen erfolgt vor allem intern durch Lernprozesse innerhalb des Unternehmens.
Man spricht hier von einer „lernenden Organisation“.
Die Ressourcenbasis kann auch durch externe Maßnahmen erweitert werden, z. B.:
Abwerbung von Führungskräften anderer Unternehmen
Unternehmensübernahmen
Kooperationen mit starken Partnern
Diese Maßnahmen können helfen, Ressourcen und Kompetenzen gezielt auszubauen.
2.2.4 Produktlebenszyklus
2.2.4.1 Darstellung des Produktlebenszyklus
Der Produktlebenszyklus ist ein weiteres Instrument der Unternehmensanalyse.
Er beschreibt die Entwicklung eines Produkts im Zeitverlauf.
Dabei wird dargestellt, wie sich Umsatz bzw. Absatz eines Produkts über die Zeit verändern.
Der Produktlebenszyklus besteht aus einer Abfolge klar unterscheidbarer Phasen.
Je nach Modell werden vier bis sechs Phasen unterschieden.
In der idealtypischen Darstellung hat der Lebenszyklus eines Produkts einen S-förmigen Verlauf.
Die Abbildung zeigt den typischen Verlauf eines Produktlebenszyklus anhand eines Beispiels (Jogging-Schuh „adidas zero“).
Auf den Achsen:
y-Achse: Umsatz
x-Achse: Zeit
Der Verlauf durchläuft mehrere Phasen:
Produkt wird neu am Markt eingeführt
Umsatz steigt zunächst langsam
steigende Nachfrage
Umsatz wächst stark
Umsatz erreicht seinen Höhepunkt
Marktwachstum verlangsamt sich
Markt ist weitgehend gesättigt
Umsatz stagniert
Nachfrage sinkt
Umsatz geht zurück
In der Abbildung wird zusätzlich ein Beispiel aus dem Sportbereich genannt: Der Tennissport erlebte durch Steffi Graf und Boris Becker ab 1985 ein starkes Wachstum, erreichte seinen Höhepunkt zwischen 1990 und 1998 und verlor danach wieder an Interesse
2.2.4.2 Strategische Bedeutung
Aus dem Produktlebenszyklus lassen sich wichtige strategische Maßnahmen ableiten.
Der Lebenszyklus ermöglicht Prognosen über die zukünftige Entwicklung eines Produkts.
Diese Prognosen bilden eine Grundlage für die strategische Produktplanung, insbesondere für Produktinnovationen.
Idealerweise sollte ein Unternehmen:
in jeder Phase des Produktlebenszyklus mit mindestens einem Produkt vertreten sein.
Jede Phase des Produktlebenszyklus erfordert unterschiedliche absatzpolitische Maßnahmen.
Einführungsphase: Schwerpunkt auf Kommunikationspolitik (Bekanntmachung des Produkts)
Wachstumsphase: verstärkte Preispolitik
Sättigungsphase: Produktdifferenzierung zur Abgrenzung von Wettbewerbern
Der Produktlebenszyklus kann auch für Umsatzprognosen genutzt werden.
Wenn ein Produkt in der Degenerationsphase eingeordnet wird, ist mit sinkenden Umsätzen zu rechnen.
2.2.4.3 Kritische Betrachtung
Trotz seiner Plausibilität ist die Anwendung des Lebenszyklusmodells mit Problemen verbunden.
Es ist nicht immer eindeutig, worauf sich der Lebenszyklus beziehen soll:
einzelnes Produkt
Produktgruppe
gesamte Branche
Der Verlauf der Kurve kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden, z. B.:
Trends
Marketingmaßnahmen
konjunkturelle Entwicklungen
Es ist oft schwer festzustellen, in welcher Phase sich ein Produkt tatsächlich befindet.
Ist der Markt bereits in der Sättigungsphase?
Oder handelt es sich nur um eine temporäre Nachfrageschwäche?
Das Lebenszyklusmodell hat keine normative Aussagekraft.
es liefert keine direkten Handlungsvorschriften
Seine Stärke liegt vor allem darin, dass es:
das Entstehen
und das Verschwinden von Produkten
anschaulich erklärt und veranschaulicht.
2.2.5 Erfahrungskurvenanalyse
2.2.5.1 Theoretische Konzeption
Die Erfahrungskurve beschreibt den Zusammenhang zwischen:
der produzierten Menge eines Produkts
und den Stückkosten der Produktion.
Die zentrale empirische Aussage lautet:
Wenn sich die kumulierte Produktionsmenge verdoppelt, sinken die inflationsbereinigten Stückkosten um etwa 20–30 %
.
Erklärung der Abbildung: Erfahrungskurvenkonzept
Die Abbildung zeigt den typischen Verlauf der Erfahrungskurve.
x-Achse: Stückkosten
y-Achse: produzierte Menge
Der Kurvenverlauf zeigt:
Mit steigender kumulativer Produktionsmenge sinken die Stückkosten.
Je mehr Erfahrung ein Unternehmen in der Produktion sammelt, desto effizienter und kostengünstiger wird die Herstellung.
Der Rückgang der Stückkosten lässt sich durch mehrere Effekte erklären.
Nach der Lernkurventheorie entstehen durch die Wiederholung von Tätigkeiten Lerneffekte.
Diese treten auf bei:
einzelnen Personen
Arbeitsgruppen
Organisationen
Folgen dieser Lerneffekte sind:
kürzere Fertigungszeiten
geringere Fehler- und Ausschussquoten
insgesamt sinkende Produktionskosten.
Die Erfahrungskurve wird auch durch Skaleneffekte erklärt.
Dabei spielen zwei Effekte eine Rolle:
Fixkosten verteilen sich auf eine größere Produktionsmenge.
größere Produktionsmengen ermöglichen günstigere Einkaufspreise.
Dadurch steigt der Output stärker als der eingesetzte Input.
Weitere Kostensenkungen entstehen durch:
Verbesserung der Produktionsanlagen
Optimierung der Produktionsabläufe
Beseitigung von Störungen im Fertigungsprozess
Dies führt zu:
höherer Produktivität
geringeren Stückkosten.
Innovationen sind im Kontext der Erfahrungskurve vor allem dann relevant, wenn sie:
eine wirtschaftlichere Produktion ermöglichen.
Mit zunehmender Marktentwicklung kommt es häufig zu einer Standardisierung der Produkte.
Dies erleichtert:
die Wiederholung von Produktionsprozessen
eine effizientere Herstellung
und trägt somit ebenfalls zur Reduzierung der Stückkosten bei.
2.2.5.2 Strategische Bedeutung der Erfahrungskurvenanalyse
Der Erfahrungskurveneffekt liefert wichtige Hinweise für die Strategiewahl eines Unternehmens.
Ein zentraler Zusammenhang lautet:
Eine Erhöhung des Marktanteils kann zu Kostenvorteilen führen.
Unternehmen, die früh in einen neuen Markt eintreten, können daher schneller vom Erfahrungskurveneffekt profitieren.
Um möglichst schnell hohe Marktanteile zu erreichen und Konkurrenten fernzuhalten, kann eine niedrige Einführungspreisstrategie gewählt werden.
Ziele dieser Strategie sind:
potenzielle Wettbewerber vom Markteintritt abzuhalten
Konkurrenten möglichst lange daran zu hindern, bedeutende Marktanteile zu erreichen
eine marktbeherrschende Stellung aufzubauen
Diese Strategie ist besonders erfolgreich, wenn:
eine hohe Preiselastizität der Nachfrage besteht
eine hohe Erfahrungsrate erreicht werden kann
Sie steht häufig im Zusammenhang mit einer Kostenführerstrategie.
Eine solche Strategie kann jedoch auch Risiken beinhalten:
niedrige Preise wirken nicht abschreckend auf neue Wettbewerber
die erwarteten Erfahrungsraten werden nicht erreicht
später eintretende Wettbewerber können niedrigere Stückkosten erzielen, z. B. durch technologischen Fortschritt
2.2.5.3 Kritische Stellungnahme zur Erfahrungskurve
Auch das Konzept der Erfahrungskurve weist einige Probleme auf.
Ein zentrales Problem ist die Ermittlung der Stückkosten, insbesondere wegen:
der Zurechnung von Fixkosten
der Zurechnung von Gemeinkosten
Das Konzept der Erfahrungskurve geht davon aus, dass Produkte über längere Zeit unverändert bleiben.
In der Praxis verändern sich Produkte jedoch häufig, wodurch die Gültigkeit des Modells eingeschränkt sein kann.
Damit der Erfahrungskurveneffekt tatsächlich wirkt, ist ein effizientes Kostenmanagement notwendig.
Die Erfahrungskurve zeigt ein Potenzial zur Kostensenkung, das genutzt werden kann.
Dieses Potenzial tritt jedoch nicht automatisch ein, sondern muss aktiv realisiert werden.
2.2.6 Portfolio-Analyse
2.2.6.1 Begriff
Die Portfolio-Analyse verbindet Erkenntnisse aus:
der Produktlebenszyklusanalyse
der Erfahrungskurvenanalyse
und entwickelt daraus ein strategisches Planungsinstrument.
Der Begriff Portfolio stammt ursprünglich aus der Finanzwirtschaft.
Dort bezeichnet er eine Kombination verschiedener Investitionen oder Wertpapiere.
Die Zusammensetzung eines Portfolios orientiert sich an:
einer optimalen Balance zwischen Ertrag und Risiko
Im Marketing wird dieser Gedanke auf Produkt- oder Geschäftsfelder eines Unternehmens übertragen.
Die Grundidee lautet:
Die Entwicklung neuer Produkte erfordert zunächst hohe Investitionen, z. B. in:
Produktion
Marketing
Wenn die Produkte erfolgreich sind:
steigt der Absatz
und es entstehen hohe Erträge bei relativ geringen Kosten
Diese finanziellen Überschüsse können anschließend:
zur Finanzierung neuer Produkte genutzt werden.
Damit werden Produktentscheidungen nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit anderen Produkten betrachtet.
Das Portfolio-Management beschäftigt sich mit der Abstimmung der verschiedenen Tätigkeitsbereiche eines Unternehmens.
Dabei werden insbesondere berücksichtigt:
strategische Geschäftsfelder
Märkte
Marktbearbeitungsstrategien
Der Portfolio-Gedanke wird unter folgenden Gesichtspunkten auf das Unternehmen übertragen:
Risiko
Im Portfolio-Management werden Ressourcen so verteilt, dass:
Rendite
und Risiko
optimal berücksichtigt werden.
Strategische Geschäftsfelder können dabei wie Investitionen eines Unternehmens betrachtet werden, in die Kapital investiert wird.
2.2.6.2 Marktwachstum-Marktanteil-Portfolio (BCG-Matrix)
wichtig für Klausur
Aus dem Tutorium:
Kriterien zur Bewertung:
Wie attraktiv ist der Markt?
Potential, das ein Markt bietet
-> verschiedene Arten dies zu Messen: z.B. Umsatz
Wachstum: Umsatzentwicklung über mehrere Jahre -> Ist es Markt der wächst oder schrumpft?
Zahlungsbereitschaft -> sind Kunden bereit für die
Anzahl der Wettbewerber (viele -> größere Schwierigkeiten vernünftige rentabilität zu erzielen)
Gewinnpotentiale
Markteintrittsbarrieren (hoch -> weniger attraktiv; z.B. erstmal riesen Außendienst aufbauen um Dienstleistung an Unternehmen/ Vereine etc. heranbringen zu können)
finanzielle Risiken: z.B. hohe Eintrittsbarrieren die z.B. hohes Investment erfordern
Um die Portfolio-Technik zu verdeutlichen, wird der klassische Ansatz der Boston Consulting Group (BCG) verwendet: die Marktwachstum-Marktanteil-Matrix.
Diese Matrix analysiert strategische Geschäftsfelder anhand von zwei Dimensionen:
misst die Steigerung des Umsatzvolumens eines Marktes
Zeitraum: in der Regel ein Jahr
beschreibt die Attraktivität eines Marktes
misst den Marktanteil eines Unternehmens im Vergleich zum größten Wettbewerber
Wert 1 → eigener Marktanteil = Marktanteil des größten Wettbewerbers
Beide Faktoren werden jeweils in hoch und niedrig eingeteilt. Dadurch entsteht eine Vier-Felder-Matrix.
Die vier Kategorien sind:
Question Marks (Fragezeichen)
Stars
Cash Cows
Poor Dogs (arme Hunde)
Die zentrale Zielgröße des Portfolios ist der Cashflow.
Die Abbildung zeigt ein Produktportfolio eines Sportvereins.
Achsen:
y-Achse: Marktwachstum
x-Achse: relativer Marktanteil
Je nach Kombination ergeben sich vier strategische Felder.
Merkmale:
hoher Marktanteil
hoher Marktwachstums
Eigenschaften:
benötigen hohe Investitionen zur Sicherung der Marktposition
erwirtschaften aber auch einen großen Teil ihres Cashflows selbst
Strategie:
→ Investitionsstrategie
Beispiel in der Abbildung: Basketball
niedrige Wachstumsrate
benötigen nur geringe Investitionen
profitieren von Erfahrungskurveneffekten
erzeugen hohe Cashflow-Überschüsse
→ Abschöpfungsstrategie („melken“)
Beispiel: Fußball
niedriger Marktanteil
hoher Marktwachstumsmarkt
hoher Investitionsbedarf
Cashflow reicht meist nicht zur Selbstfinanzierung
→ Investition oder Desinvestition entscheiden
Beispiel: Leichtathletik
geringes Marktwachstum
geringe oder negative Cashflows
ungünstige Kostenposition
→ Desinvestition oder Eliminierung
Beispiel: Tennis
Nach der Positionierung der Geschäftsfelder werden typische Strategien festgelegt.
Die Grundidee ist:
Das Gesamtportfolio soll ein finanzielles Gleichgewicht zwischen Cashflow-Erzeugung und Cashflow-Bedarf erreichen.
Die Normstrategien sind:
Stars: Investitionsstrategie (Marktführerschaft sichern)
Question Marks: Investition oder Desinvestition
Cash Cows: Abschöpfungsstrategie
Dogs: Desinvestitionsstrategie
Die frei werdenden Mittel aus Question Marks und Dogs werden genutzt, um:
und ausgewählte Question Marks
zu finanzieren.
Neben der BCG-Matrix existieren weitere Portfolio-Varianten, z. B.:
absatzmarktorientierte Portfolios
ressourcenorientierte Portfolios (z. B. Technologieportfolios)
2.2.6.3 Kritische Betrachtung der Portfolioanalyse
In der Literatur gibt es zahlreiche Kritikpunkte an der Portfolioanalyse.
Die Abgrenzung von Produkt-Markt-Kombinationen ist schwierig.
Fehlerhafte Marktdefinitionen können zu:
falschen Marktanteilen
falschen Portfolio-Positionierungen
falschen strategischen Entscheidungen
führen.
Für die Bestimmung der Dimensionen (Marktwachstum und Marktanteil) gibt es keine verbindlichen Regeln.
Probleme entstehen bei:
Auswahl der Erfolgsfaktoren
Gewichtung der Faktoren
Bestimmung von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen.
Die Beschaffung von Marktdaten und Wettbewerbsinformationen ist oft schwierig.
Die Portfolioanalyse basiert auf Annahmen aus:
dem PIMS-Programm
dem Produktlebenszyklus
der Erfahrungskurve
Diese Modelle haben jedoch selbst methodische Einschränkungen.
Die standardisierten Strategievorschläge können den Eindruck erwecken, dass Strategiefindung ein rein methodisches Problem sei.
Tatsächlich ist Strategiefindung jedoch:
unternehmensspezifisch
abhängig von individuellen Rahmenbedingungen.
Der wichtigste Vorteil der Portfolioanalyse liegt weniger im Ergebnis als im Planungsprozess.
Sie hilft dabei:
strategische Geschäftsfelder systematisch zu betrachten
wichtige Erfolgsfaktoren zu identifizieren
die Gesamtsituation des Unternehmens zu visualisieren
die Wechselbeziehungen zwischen Geschäftsfeldern zu erkennen
Dadurch entsteht eine strukturierte Grundlage für strategische Diskussionen und Entscheidungen.
2.2.7 Ergebnis der Unternehmensanalyse
Die zuvor dargestellten Instrumente der Unternehmensanalyse dienen dazu,
die Fähigkeiten, Ressourcen und Kompetenzen eines Unternehmens zu untersuchen
deren Entwicklung zu beurteilen
die Marktposition im Vergleich zum Wettbewerb zu bestimmen (Benchmarking).
Sowohl die Unternehmensanalyse als auch die Umweltanalyse sind mit Unsicherheiten verbunden, da Informationen häufig:
unvollständig
selektiv
oder schwer zugänglich
sind.
Trotz dieser Einschränkungen sind diese Analysen wichtige Instrumente zur Beurteilung der eigenen Leistungen und Potenziale.
Das zentrale Ziel besteht darin,
die Stärken
und Schwächen
eines Unternehmens zu erkennen.
Diese werden anschließend im Rahmen der SWOT-Analyse den:
Chancen
Risiken
aus der Umweltanalyse gegenübergestellt.
2.3 SWOT Analyse
Die SWOT-Analyse ist ein Instrument zur Zusammenführung der Ergebnisse aus:
Unternehmensanalyse
Umweltanalyse
SWOT ist ein Akronym für:
S – Strengths (Stärken)
W – Weaknesses (Schwächen)
O – Opportunities (Chancen)
T – Threats (Risiken)
Die vier Faktoren werden in einer zweidimensionalen Matrix gegenübergestellt.
Dadurch erfolgt ein Matching (Abgleich) zwischen:
internen Faktoren (Stärken und Schwächen)
externen Faktoren (Chancen und Risiken)
Ziel dieses Abgleichs ist es,
Strategien und Maßnahmen zu entwickeln
und diese in Kennzahlen für die Erfolgskontrolle zu überführen.
Ein zentraler Grundsatz lautet:
Strategien sollten auf den Stärken eines Unternehmens aufbauen.
Im Rahmen der SWOT-Analyse werden auch sogenannte:
Umwandlungsstrategien
Neutralisierungsstrategien
betrachtet.
Dabei geht es darum:
Schwächen möglichst in Stärken umzuwandeln
oder Risiken durch geeignete Maßnahmen zu reduzieren bzw. zu neutralisieren.
Die Abbildung zeigt eine SWOT-Analyse am Beispiel eines Fitnessclubs.
Interne Vorteile des Unternehmens, z. B.:
angenehmes Ambiente des Clubs
zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem
qualifizierte Trainer
guter Standort
Interne Defizite, z. B.:
geringer Technologisierungsgrad
wenige Kunden über 50 Jahre
eingeschränkte Öffnungszeiten
fehlender Wellnessbereich
Externe Entwicklungen, die positive Möglichkeiten bieten, z. B.:
steigendes Einkommen und mehr Freizeit
wachsende Nachfrage nach vielseitigen Angeboten
Individualisierung
zunehmende Flexibilität und Mobilität
Externe Faktoren, die das Unternehmen gefährden können, z. B.:
zunehmende Technologisierung
Fitnessangebote über Computer oder Online-Programme
gesetzliche Regulierung
Imageprobleme von Fitnessstudios
Dopingproblematik
Durch die Kombination der vier Faktoren entstehen vier strategische Situationen.
(Stärken + Chancen)
→ Einsatz der Stärken, um Chancen zu nutzen.
(Schwächen + Chancen)
→ Schwächen überwinden, indem Chancen genutzt werden.
(Stärken + Risiken)
→ Stärken einsetzen, um Risiken abzuwehren.
(Schwächen + Risiken)
→ Schwächen reduzieren und Risiken vermeiden.
Die Ergebnisse der SWOT-Analyse bilden die Grundlage für:
die strategische Planung
die Formulierung von Unternehmenszielen
die Entwicklung von Unternehmensstrategien.
Lernkontrollfragen
Aufgabe 2.1
Skizzieren Sie den grundsätzlichen Aufbau einer Marktanalyse.
a) Ermittlung der Marktdaten, nachdem der für das Unternehmen relevante Markt abgegrenzt wurde
b) Analyse der Marktstruktur (Kunden, Konkurrenten, Lieferanten, Marktzutrittsschranken), des Marktverhaltens (Strategie der Konkurrenten und deren Einsatz des Marketinginstrumentariums) sowie
c) des Marktergebnisses (Marktattraktivität, Renditen usw.)
Aufgabe 2.2
Wie lautet die zentrale industrieökonomische Hypothese für Marktanalysen?
Marktstruktur bestimmt das Marktverhalten, welches wiederum das Marktergebnis determiniert.
Aufgabe 2.3
Beschreiben Sie die Methodik für die Durchführung von Wettbewerbsanalysen.
Erfassung der allgemeinen Daten:
Wer sind die Konkurrenten?
Welche Ziele verfolgen diese mit welcher Strategie?
Welche Stärken und Schwächen weisen die Wettbewerber auf?
Wie verhalten sich diese auf dem Markt (Reaktionsprofile)?
Über welche Ressourcen (Einsatzmittel in Form von Material, Technologie, Kapital) verfügen die Wettbewerber?
Vergleich mit dem Konkurrenten anhand von ausgewählten Merkmalen
(Beschaffung, Fertigung, Technologie, Qualität, Zusammensetzung der Produkte, Kundengruppen, Finanzierung, Marketing usw.), um ein Stärken-Schwächen-Profil des Konkurrenten zu erstellen, welches für den Vergleich mit dem eigenen Unternehmen herangezogen werden kann (Benchmarking).
Aufgabe 2.4
Wodurch sind strategische Gruppen charakterisiert und welche Bedeutung haben in diesem Kontext die Mobilitätsbarrieren?
Strategische Gruppen: Verfolgung einer identischen Strategie innerhalb dieser Gruppe, sodass die Konkurrenten innerhalb der Gruppe zu den direkten Wettbewerbern zählen;
die Gruppen unterscheiden sich anhand der Strategie von anderen strategischen Gruppen in derselben Branche.
Mobilitätsbarrieren sollen eine strategische Gruppe vor dem Eintritt von Wettbewerbern aus anderen strategischen Gruppen schützen (gruppenspezifische Barrieren, wie z. B. Ressourceneinsatz, Marktsegmentierung, Forschung & Entwicklung, Markenpolitik).
Aufgabe 2.5
Erklären Sie das Benchmarking.
Benchmarking ist der Vergleich der eigenen Unternehmung mit dem besten Unternehmen (Best Practice) der eigenen Branche oder anderer Branchen (beste Lösung) anhand bestimmter Beurteilungsmerkmale (z. B. Kosten, Preise und Strategie), um von diesen zu lernen und somit gezielte Hinweise zur Verbesserung der eigenen Leistung zu erlangen, sodass der Konkurrent durch die Umsetzung der entsprechenden Leistungsverbesserungsmaßnahmen nicht nur ein-, sondern überholt wird.
Aufgabe 2.6
Legen Sie die grundsätzliche Methodik der Kundenanalyse dar.
Methodik 7K-Modell:
Wer? Käufer/-gruppen
Was? Kaufgegenstand,
Warum? Kaufgrund,
Wie? Kaufprozess,
Wo? Kaufort,
Wie viel? Kaufmenge,
Wie oft? Kaufhäufigkeit
Aufgabe 2.7
Beschreiben Sie den Prozess der Marktsegmentierung.
Aufteilung eines heterogenen Gesamtmarktes in homogene Teilmärkte (Begriff) mithilfe von Segmentierungsmerkmalen (demografische, sozioökonomische, verhaltensbedingte, psychografische, nutzenspezifische, produktspezifische),
wobei die Marktsegmente (= Teilmarkt, Kunden- oder Zielgruppe) in sich möglichst ähnlich sein sollen, sich aber deutlich von anderen Marktsegmenten abgrenzen.
Aufgabe 2.8
Was ist das Ziel einer Umweltanalyse?
Das frühzeitige Erkennen von Chancen und Risiken, um idealerweise als Erster die sich bietende Chance zu ergreifen und den Risiken durch geeignete Maßnahmen begegnen zu können.
Aufgabe 2.9
Was ist die zentrale Aussage der Wertschöpfungskette von Porter und wie kann selbige für das strategische Marketing genutzt werden?
Wertschöpfungskette:
Darstellung der Stufen der Produktion und Vermarktung als eine geordnete Folge von Unternehmensaktivitäten, welche sich aus wertschöpfenden, wertunterstützenden Tätigkeiten und der Rendite zusammensetzt.
Zentrale Aussage:
Jede Unternehmensaktivität stellt einen Ansatz dar, um sich vom Wettbewerber zu unterscheiden, und liefert einen Beitrag zur relativen Kostenposition bzw. zur Rendite des Unternehmens im Vergleich zu den Wettbewerbern.
Aufgabe 2.10
Erörtern Sie das Konzept der strategischen Erfolgsfaktoren und stellen Sie dar, welche Aussagen sich daraus für das strategische Marketing generieren lassen.
Konzept:
Ermittlung der Faktoren, die einen wesentlichen Einfluss auf den Erfolg eines Unternehmens (gemessen mithilfe der Rendite (Return on Investment) und des Cashflows (Maßstab für die Liquidität) aufweisen.
Aussagen:
Unternehmen sollten
versuchen, attraktive Märkte (hohes Wachstum) zu erschließen,
bestrebt sein, den eigenen Marktanteil zu erhöhen, und idealerweise zum Marktführer aufsteigen,
qualitativ hochwertige Produkte unter Berücksichtigung eines konsequenten Kostenmanagements und überschaubaren Investitionen anbieten und in regelmäßigen Abständen neue Produkte in den Markt einführen.
-> Erfolgsfaktoren können sich situationsbedingt oder aufgrund von Umweltentwicklungen verändern und sind daher permanent zu überwachen.
Aufgabe 2.11
Erklären Sie den ressourcenorientierten Ansatz und zeigen Sie auf, wie sich dieser für das strategische Marketing einsetzen lässt.
Ressourcenasymmetrie führt zu unterschiedlichen Wettbewerbspositionen und bildet die Basis einer erfolgreichen Wettbewerbsstrategie.
Einsatz der Methode/Vorgehen:
Analyse der eigenen Ressourcen und Potenziale (z. B. Know-how, Unternehmenskultur, Managementfähigkeiten, Personalqualifikation und -motivation, Kommunikationstechnologien, Kommunikation, Kapital, Produktionsanlagen und -technik, Patente, Organisations- und Informationsstrukturen),
Verbesserung der Ressourcenbasis bis hin zur Entwicklung von Kernkompetenzen
-> womit die Ressourcen bzw. die Kompetenzen zu einem Erfolgspotenzial werden, die Verbesserung der Wettbewerbsposition einer Unternehmung, was sich wiederum in höheren Gewinnen bzw. Rentabilitäten ausdrückt.
Aufgabe 2.12
Stellen Sie das Produktlebenszyklus-Konzept mit den zentralen Aussagen dar.
Darstellung:
Produktlebenszyklus gleicht einer Abfolge von deutlich zu unterscheidenden Phasen (Einführung, Wachstum, Reife, Stagnation, Degeneration).
Zentrale Aussagen:
Produkte sind vergänglich, weshalb auf die Innovationsfähigkeit (strategische Produktplanung) einer Unternehmung geachtet werden muss;
idealerweise sollte eine Unternehmung in jeder Phase mit eigenen Produkten vertreten sein;
je nach Einordnung in eine Phase lässt sich die weitere Umsatzentwicklung prognostizieren und die absatzpolitischen Maßnahmen (z. B. viel Werbung in der Einführungsphase) können den Phasen zugeordnet werden.
Aufgabe 2.13
Diskutieren Sie kritisch die Aussage der Erfahrungskurve.
Kosten entwickeln sich in Abhängigkeit von der produzierten Menge, und bei einer Verdoppelung der kumulierten Ausbringungsmenge eines Produktes gehen die auf die Wertschöpfung bezogenen inflationsbereinigten Stückkosten um 20 % bis 30 % zurück aufgrund von z. B. Economies of Scale, Lernkurven, Größendegressionseffekten, Rationalisierungen, technischenm Fortschritt.
Kritik:
Kostenrückgang stellt sich nicht von alleine ein, sondern bedarf eines Kostenmanagements!
Somit handelt es sich zunächst einmal um Kostensenkungspotenziale;
Problematik der Verrechnung von Gemeinkosten auf das einzelne Produkt ausgeklammert;
Annahme, dass das Standardprodukt selbst keinen Veränderungen unterworfen ist.
Aufgabe 2.14
Beschreiben Sie die Portfolio-Analyse und leiten Sie daraus die relevanten strategischen Aussagen ab.
Beschreibung: zweidimensionale Matrix mit den Dimensionsbezeichnungen (Marktattraktivität und Marktanteil = Erfolgsfaktoren);
Anhand dieser beiden Dimensionen (Merkmale) werden vier Felder definiert:
Question-Marks (hohes Marktwachstum, geringer Marktanteil),
Stars (hohes Marktwachstum und hoher Marktanteil),
Cash Cows (geringes Wachstum, hoher Marktanteil)
und Arme Hunde (niedriges Wachstum, geringer Marktanteil);
-> Einordnung von Geschäftsfeldern oder Produkten bzw. Produktprogrammen in diese vier Felder und Ableitung von Normstrategien (strategische Aussagen wie selektieren, investieren, abschöpfen, eliminieren).
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