Was versteht man unter Agonistik?
• Unter Agonistik versteht man alle Verhaltensweisen die im Zusammenhang mit Angriff, Flucht und Konkurrenz zu tun hat.
• Ist Bestandteil des Sozialverhalten.
• Großteil der hundlichen Kommunikation.
• Konfliktlösung
• Konfliktmanagement und Konfliktvermeidung
Was ist Aggressionsverhalten und wozu dient es?
• Aggressionsverhalten gehört zum Sozialverhalten.
• Dient der Vermeidung und der Lösung von Konflikten.
• Es gehört zur Regelung von Sozialer Harmonie, wer bin ich und wo stehe ich.
Was ist Aggressivität?
Aggressivität ist die innere Bereitschaft eines Organismus, sich aggressiv zu verhalten.
Welche Arten gehören zu Gattung Canis?
• Hunde - Canis lupus forma familiaris Nomenklatur hat sich geändert, weil man sich nicht mehr einig ist, ob er domestiziert wurde, oder ob er das Produkt einer evolutionären Entwicklung ist, deshalb Canis familiaris. Ich persönlich bin eher Anhänger der Domestikationstheorie.
• Wölfe - Abbessinischen Wolf, Grauwolf , Äthiopischer Wolf
• Goldschakal
• Schabrakenschakal
• Rotwolf (Abessinischem Wolf + Athiopischer Wolf)
Wie lautet die Oberart der Hundeartigen?
Canoidea
Canidae
Wer gehört alles zu der Überfamilie der Hundeartigen (Canoidea)?
• Wolf (Canis lupus)
Dingo (Canis lupus dingo)
Haushund ( Canis lupus familiaris)
• Rotwolf (Canis rufus)
• Afrikanischer Goldwolf (Canis anthus)
• Athiopischer Wolf (Canis simensis)
• Kojote (Canis latrans)
• Goldschalkal (Canis aureus)
• Streifenschakal (Canis adustus)
• Schrackenschakal (Canis mesomelas)
• Marderhund (Nyctereutes procynoides)
• Rotfuchs ( Vulpes Vulpes)
Nennen Sie domestikationsbedingte Veränderungen beim Canis lupus forma familiaris.
• Fellstruktur und farbe, Ohrenform, Rutenform, Größenvariation
• Gehirn ist ca. 30% kleiner als beim Canis lupus
• Hypersexuell
• Wenig Scheue
• Sinnesleistung ist geringer, dadurch weniger Wahrnehmung, Mimikeingeschränkung
• Hunde können bellen
• Weniger Stress
• Neotonie Verjugendlichung
Was ist der Unterschied zwischen Domestikation und Evolution?
• Domestikation ist die Haustierwerdung und bedarf eines Menschen. Sie ist sozusagen menschgemacht.
• Evolution ist natürlich. Hier geht es um die Entstehung von Arten.
Wer war Lamarck und welche Theorie stellte er auf?
• Er war ein Evolutionstheoretiker ungefähr zeitlich mit Darwin.
• Theorie des Vervollkommnungstriebs….
Beispiel: Giraffen bekommen einen langen Hals, weil sie versuchen sich lang zu machen. Der Hals wird mit der Zeit länger.
• Hat sich wissenschaftlich nicht durchgesetzt und gilt als nicht erwiesen.
Was bedeutet Darwins Spruch „Survival of the fittest?“
Charles Darwin „Survival of the fittest“. Anpassungsfähigste überlebt.
Welche Unterschiede in der Kommunikation finden sich zwischen Wolf und Hund?
• Lautäußerung - Wölfe bellen nur selten
• Hunde sind wesentlich weniger fein in ihrem Ausdrucksverhalten.
• Hunde sind gröber in ihrer Kommunikation als Wölfe.
• Es gibt Hundetypen, wo die Kommunikation mit dem Wolf gar nicht mehr vergleichbar ist.
Was ist eine Neotonie
• Verjugendlichung
• Unsere Hunde entwickeln sich nicht mehr so weit wie Wölfe und gehen in der Reifung nicht ganz so weit.
Was ist Prägung?
• Prägung im Sinne der Wildgänse gibt es beim Wolf oder Hund nicht. Hier ist sie irreversibel.
• Bei Wölfen oder Hunden gibt es lediglich eine prägungsähnliche Phase.
Es gibt sensible Phasen. Dinge, die in dieser Zeit gelernt werden sind schwierig zu löschen, aber man kann sie löschen.
Was ist Habituation?
Habituation ist die Gewöhnung an die nicht belebte Umwelt.
Was ist Sozialisation?
Gewöhnung und das Lernen in der belebten Umwelt.
Was ist Deprivation und welche Auswirkung kann sie haben?
• Deprivation = Erfahrungsentzug
• Reizarm oder frei von Erfahrung.
Auswirkung:
• Hypervigilanz (sind sehr unruhig)
• Aggression
• Ängstlichkeit und Phobien
• Schäden im dopaminergen System
• Schwierigkeiten beim Lernen
Was sind die postnatalen Entwicklungsstufen beim Hund und was geschieht währenddessen?
Nach Scott und Fuller:
Neonatale Phase (Woche 1 - 3)
Fressen & Schlafen, Abhängigkeit von der Mutter beim Absatz von Urin und Kot, Wärme von der Mutter
Transitive Phase (Woche 3 - 4)
Augen und Ohren öffnen sich, fangen an, die Umgebung zu erkunden
Sozialisierungsphase (Woche 4 - 12)
nicht in Stein gemeißelt, je nach Rasse kann es unterschiedlich sein, sensible Phase, Lernfenster in denen die Hunde ganz besonders gut lernen, vielfältige und gute Erfahrungen
Juvenile Phase (Woche 12 bis Ende der Geschlechtsreife)
Danach die Adulte Phase
Nach Althaus:
1.-14. Tag - Periode der inneren Zuwendung infantile Lautäußerung, Suchpendeln, Thermische Orientierung, Maternalen U der Mutter, Fressen und Schlafen
10.-12. Tag - öffnen sie Augen und Ohren - Periode des Übergangs
13.- ca.28. Tag - Periode zu Zuwendung zur Außenwelt - von der Mutter wegzubewegen, Umgebung erkunden
Ab 4. Woche - Sozialisierungsphase
Wann bellen Wölfe?
Wölfe bellen allein im Ernstkampf oder als Warnung Jungtieren gegenüber
Wie unterscheidet sich das Bellen unserer Haushunde vom Bellen unter Wildcaniden?
Es ist wesentlich vielfältiger im Bereich der Klangspektrographie, im Bereich der Motivation und des sozialen Kontextes
Welche Erklärung gibt es für die Häufigkeit des Bellens bei Hunden?
Ergebnis züchterischer Auslese zur Bewachung des Territoriums
Ergebnis züchterischer Auslese auf eine sogenannte Noetenie (unvollkommener Entwicklungszustandes eines Organs) oder Retardierung (Verzögerung körperlicher, geistiger oder seelischer Entwicklung) jugendlicher, zum Beispiel pflegeauslösender Charkeristika
Fehlende Dringlichkeit einer Selektion auf „Ruhigsein“, die überlebenswichtig für ein wildes Raubtier wäre
Daten, die diese Hypothesen stützen fehlen allerdings.
Wie kommunizieren Wölfe?
• Über ein Multikanalsystem.
• Auditiv
• Visuell
• Taktil
• Olfaktorisch
• Signale sind nicht auf einen einzelnen Übertragungskanal beschränkt, sondern werden als Bedeutungseinheiten vielmehr gleichzeitig auf mehreren Kanälen übertragen.
In welchen Situationen bellen Hunde zum Beispiel?
In allen möglichen sozialen Situationen:
Begrüßungslaut
Spielaufforderung
Schrecklaut
Drohlaut
Zur Verteidigung
Bei Kontaktaufnahme
Als Unbehagenslaut
Als Lautgebung der Gruppenvokalisation
Hunde ersetzen andere, differenziertere, meist leisere Lautformen der Wölfe durch Bellen. Diese Lautäußerung ist bei Hunden hypertrophiert.
In welcher Art bellen Hunde?
Sie bellen heller oder dunkler, ein oder mehrsilbig in Kurzlauten von variablen Tonhöhen. Gebellt wird meist in rhythmischer Folge mit unterschiedlichen Periodenbildungen.
Was kannst Du zur Entwicklung des Bellverhaltens bei Pudeln sagen?
• Pudel bellen etwas mit 3-4 Wochen erstmalig.
• In Verbindung mit Spielbewegungen werden spontan Knurrlaute ausgestoßen, die dann in kurze, abgehackte Belllaute übergehen können.
Vom 30. Lebenstag ab bellen Pudel häufig beim Spiel, besonders bei Spielbewegungen mit Aufforderungscharakter, weiter, wenn sie isoliert sind sowie ausgeprägt bei Begrüßung des Menschen.
Wodurch wird, lt. Tembrock bellen ausgelöst?
Bellen wird ausgelöst durch Bedingungen, die „erregen“ und damit auch auf den emotionellen Statur wirken.
Nenne und beschreibe verschiedene Bellarten!
• Knurr-Bellen
• Heulbellen
• Bellen + Fiepen oder Schreien
• Bellen bei geschlossenem Fang = Wuffen - dumpfer kurzer Kurzlaut = Warn oder Drohlaut (Verteidigungs und Fluchtbereitschaft überlagern sich)
• Verbellen - z. B. eines Eindringlings
• Schnaufen vor dem Wuffen - geräuschhaftes , kurzes Luftausstoßen bei geschlossenem Maul - bei angestrengter Aufmerksamkeit, in beunruhigenden oder erregenden Situationen
Welche Bedeutung hat Bellen nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen?
Bellen ist eine domestikationsbedingte, züchterisch unterschiedlich beeinflusste Lautdifferenzierung und Anpassung an das Zusammenleben mit dem Menschen.
Nenne die Einteilung der Physikalischen Schallereignisse und was sie kennzeichnet.
• Töne = einfachste Schallereignisse, charakterisiert durch Tonhöhe und -stärke
• Klang = Tongemisch
• Geräusche = Gemische zahlreicher Töne rasch wechselnder Frequenzen und stärke --> atonaler Charakter
• Knalle = schlagartige, mechanische Schwingungen großer Amplitude
Welches sind die Informationsparameter die erfasst und vermessen werden können im Bereich der akustischen Signale?
• Lautdauer
• Schwingungsfrequenz
• Schwingungsamplitude
Was ist der Unterschied zwischen tonalen und atonalen Lauten?
• Tonaler Laut: harmonisch, klanghaft
• Atonal: Geräuschhaft
Welche Lautklassen gibt es bei Hunden?
• Quärr-Laute
• Muck-Laute
• Winsel-Laute
• Bell-Laute
• Knurr-Laute
• Mau-Laute
• Schrei-Laute
Woraus setzen sich Quärr-Laute zusammen?
Quärr-Laute setzen sich zusammen aus Quärren und Brummen.
Woraus setzen sich Muck-Laute zusammen?
Muck-Laute setzen sich zusammen aus Mucken und Prusten.
Woraus setzen sich Winsel-Laute zusammen?
Winsel-Laute setzen sich zusammen aus Winseln, Heulen und Fiepen.
Woraus setzen sich Bell-Laute zusammen?
Bell-Laute setzen sich zusammen aus Infantil-Bellen, Wa-Laute, Spiel-Bellen und Atonales Bellen.
Woraus setzen sich Knurr-Laute zusammen?
Knurr-Laute setzen sich zusammen aus Murren, Knurren, Knurrfauchen
Woraus setzen sich Mau-Laute zusammen?
Mau-Laute setzen sich zusammen aus Mau-Lauten und Maunzen.
Woraus setzen sich Schrei-Laute zusammen?
Schrei-Laute besteht aus Schreien.
Bei Caniden sind zusammengesetzte Laute die Regel. Welche gibt es?
Kombinationslaute haben phonetische Eigenschaften, Geräusche, Klänge und Tönen.
Wechsellaute in deren Zeitverlauf ein plötzlicher Wechsel von Tonalität zu Atonalität auftritt.
Mischlaute als Kombinationen aus Lauteinheiten mit verschiedenen phonetischen Eigenschaften wie klanghaften und geräuschhaften Komponenten oder aus Lautformen, die auch getrennt auftreten können.
Homotype Lautsequenz, die nur aus einem Lauttyp bestehen.
Heterotype Lautsequenzen die auch verschiedenen Lauttypen innerhalb einer Lautsequenz bestehen.
Wodurch zeichnet sich Infantiles Bellen aus?
Durch reine Tonalität
Stilisierte, spitzdachförmige Frequenzmodulation
die An- oder Abstiegsphase kann dominieren
Klingt wie ein klares helles Wau
Erkennbarer sozialer Kontext
Ausdruck des Unwohlseins
Sie sind beim Suchpendeln oder Herumkriechen in der Wurfkiste zu hören, werden gelegentlich auch als Schmerzlaute geäußert
Wodurch zeichnet sich Spielbellen aus?
Ab dem 18. Lebenstag
Hohe Strukturvariabilität
Wodurch zeichnet sich Atonales Spielbellen aus?
Charakterisch für rauere Kampfspiele
Dominieren bei den Am.Staffs , deren Sozialspiele relativ häufig Übergänge in agonistische Interaktionen haben
Was kannst Du zu Tonalem Spielbellen sagen?
Steht wohl mehr für entspannte Sozialspiele
Bei Bullterriern ab dem 22. Tag
Bei Solitär-, Objekt- oder im Sozialspiel
Spielaufforderungsbellen
Sag etwas zu Atonalem und tonalem Bellen!
Treten häufig in Kombination auf
Tonal wurde nur in Spielsituationen gebellt, bei Objektspielen, bei spielerischen Angriffen und bei Spielaufforderungen untereinander
Gegenüber Adulten zeigten Welpen tonales Bellen als Spielaufforderung, verbunden mit Vorderkörper-Tief-Stellung, Pföteln und Auf-den-Rücken-Werfen.
Tannebaumbellen --> spektrographisches Design
Verbellen nicht bekannter Objekte
Sag etwas zu Spielaufforderungsbellen!
Pudel/Alaskan Malamut ausschließlich als akustisches Signal der Spielaufforderung vokalisiert mit Vorder-Körper-Tiefstellung
Sag etwas zum Wuffen!
Rein atonaler Laut
Ähnlichkeiten zum Bellen
Tiefere Grundfrequenz und eine niedrigere Frequenzobergrenze
Eigenständige Lautgruppe
Wuff-Laut
9.-56. Lebenstag kontinuierlich vokalisiert
Bei Unsicherheit
Warnlaut
Versammelte die Wurfgeschwister und ließ sie verharren
Im Sozial- und Objektspiel
Menschen gegenüber Spielaufforderungs- und Kontaktlaut
Sag etwas zum Drohbellen, Warnbellen!
Tiefster der atonalen Belllaute
Charakteristischerweise in homotypen meist arhythmischen Sequenzen mehrerer, schnell aufeinander folgender Einzellaute vokalisiert
Mit Knurrlauten kombiniert
Verteidigung des Territoriums
In Imponiersituationen die zunehmend gerichtetes Drohen werden
Z. T. bei Weimaranern im Situativen Kontext des defensiven Abwehrbeißens sowie des offensiven Drohens
Aufforderungslaut Menschen gegenüber (Bullterrier)
Verbellen (Zwergpudel)
Verbellen unbekannter Objekte, Menschen und Artgenossen (Kleiner Münsterländer)
Alle agonistischen Verhaltensweisen gingen beim Staff mit Droh oder Warnbellen einher
Was gehört zu den Tonalen Lautgruppen?
Infantillaute:
Mucken
Quärren
Infantilbellen
Persistierende Lautform (fortdauernd)
Schreien
Fiepen
Winseln
Quengeln
Was gehört zu den tonalen/atonalen Lautgruppen?
Persistierende Lautform:
Murren
Knurren
Bellen
Was gehört zu den Atonalen Lautgruppen?
Wuffen
Fauchen
Keifen
Was ist eine sensible Phase?
Ein Lernfenster
Was versteht man unter Geschlechtsdimorphismus?
Äußerer Unterschied zwischen Männchen und Weibchen
Rüde ist z. B. größer als die Hündinnen
Was ist ein Ethogramm?
Verhaltenskatalog
Welche Verhalten zeigen sie
Nichts mit Interaktion und Sozialverhalten = Soziogram
Welche Funktionskreise gibt es beim Wolf?
Sozialverhalten
Allgem. Bewegungsformen
Sexualverhalten
Schutz und Verteidigung (Agonistik)
Infantile Verhaltensweisen
Orientierungsverhalten
Stoffwechselbedingten Verhaltensweisen
Komfortverhalten
Ruhe und Schlaf
Lautäußerung
Was sind Informationskanäle und über welche verfügt der Hund?
Auditiv
Olfaktorisch
Gustatorisch
Visuell
Taktil
Was versteht man unter digitaler und analoger Kommunikation?
Digital:
Logik und Syntax
Verbale, paraverbal (Stimmlage z. B.)
Symbolsprache
Fakten
Analog:
Keine Versprachlichung
Interpretationsmöglichkeit
Körpersprache/ Körperhaltung
Welche vier Fragen formulierte Tinbergen?
Proximate & ultimate Ursachen!
Proximate betrifft individuell das Lebewesen.
Ultimat betrifft die gesamte Art.
Proximat:
Physiologische Vorgänge:
Wie funktioniert das Merkmal?
Ontogentische Gründe:
Wodurch? kommt dieses Verhalten?
Ultimate Ursache:
Adaptionswert:
Inwiefern hat sich die Art angepasst? Wozu?
Phylogenese:
Stammesgeschichtliche Entwicklung? Woher?
Wie sind Tinbergens Fragen mit Blick auf die Mensch
Hund Beziehung zu beantworten?
Wie funktioniert das Merkmal/ Physiologische Vorgänge:
Freude, Serotonin, angenehme Reizverarbeitung, Dopamin, Adrenalin, Oxitoxin
Wodurch? Ontogenetische Gründe:
Hat den Menschen vielleicht positiv kennengelernt.
Mensch ist das einzige domestizierte Tier, dass dem Menschen einem Hund vorziehen.
Stammesgeschichte:
Auch schon Wölfe waren Tiere, die in Familienverbänden gelebt haben.
Was bedeutet intermittierende Verstärkung
Eine variable Form der Verstärkung.
Wo spielt die intermittierende Verstärkung im Bereich des unerwünschten Verhaltens eine Rolle?
Z. B. bei dem Hund, dem es immer mal wieder gelingt auszubüchsen und jagen zu gehen. Der verstärkt sich selber partiell bzw. intermittierend!
Hunde suchen solche Lücken.
Man bekommt das nicht besonders gut in den Griff.
Was sind primäre Verstärker und wie unterscheiden sie sich von sekundären Verstärkern?
Primär sind all die Dinge, die überlebensnotwendig sind wie z. B. Futter. Sie sind obligat.
Sekundär sind die Dinge, die einen primären Verstärker ankündigen und sind nicht überlebensnotwendig, wie z. B. der Clicker .
Was versteht man unter dem Begriff „Lernen“?
Man versteht darunter eine Anpassungsreaktion des Individuums an die jeweiligen Bedingungen der Situation.
Wozu ist Lernen gut?
Dient dazu, den eigenen Zustand zu optimieren
Was ist der Unterschied zwischen einer positiven und negativen Belohnung?
Positiv = etwas hinzufügen
Negativ = etwas weg nehmen
Belohnung bleibt Belohnung!
Positive Belohnung =
etwas Angenehmes wird hinzugefügt, z. B. Leckerli
Negative Belohnung =
etwas Unangenehmes wird entfernt, z. B. Zug auf dem Halsband, wenn der Hund dieses als unangenehm empfindet.
Wovon hängt die Steilheit einer Lernkurve ab?
Vom Vorwissen des Hundes
Die Trainingsmethode spielt eine große Rolle
Was besagt das Reminiszens Phänomen?
Pausenoptimierung
Theorie 1. In der Pause unterliegen richtige und falsch erlernte Dinge dem Vergessen. Nicht so gut gelernte Dinge werden schneller vergessen, was bei gutem Training die falschen Dinge sind, so dass das Richtige übrig bleibt.
Theorie 2. Ermüdungstheorie. Der Lernende wird beim Lernen müde. In der Pause kann er sich erholen, wodurch seine Leistungen besser werden.
Was bedeutet Sensibilisierung?
Organismus wird empfindlicher
Die Antwort auf den Reiz intensiver
Besonders bei Reizen, die als „gefährlich“ eingeordnet werden
Geht stehts mit einer Steigerung der allgemeinen Erregung einher
Definieren Sie folgende Begriffe:
Bedingte Appetenz
Bedingte Hemmung
Bedingte Aktion
Bedingte Aversion
Bedingte Reaktion
Bedingt = erlernt
Bedingte Appetenz = erlernte Suche nach dem auslösenden Reiz--> erlernte Erwartungshaltung -->Hund geht in die Appetenz, wenn man die Leine in die Hand nimmt
Bedingte Hemmung = erlernte Hemmung = der könnte jetzt beißen, aber er tut es nicht--> der Hund hemmt sich selbst --> Beißhemmung
Bedingte Aktion = ausführen eines Kommandos
Bedingte Aversion = erlerntes Meideverhalten (laut Chat GPT: Eine erlernte Abneigung gegen einen Reiz, der mit einer unangenehmen Erfahrung gekoppelt wurde; sie führt oft zu Meideverhalten)
Bedingte Reaktion = reflexähnliche Reaktion auf einen Auslöser
Was ist der Sympathikus?
Teil des vegetativen Nervensystems.
Erhöht die nach außen gerichtete Aktionsfähigkeit bei tatsächlicher oder gefühlter Belastung.
Was ist der Parasympatikus und welche Funktionen erfüllt er?
Er ist Teil des vegetativen Nervensystems.
Er ist der Gegenspieler des Sympathikus.
Die agieren synergisch miteinander
Ruhenerv
Dient dem Stoffwechsel bei der Erholung und dem Aufbau körperlicher Reserven
Spielen eine wichtige Rolle bei der Stressreaktion
Was umfasst das ZNS?
Es besteht aus dem Gehirn und dem Rückenmark.
Was ist das vegetative Nervensystem?
Das vegetative Nervensystem besteht aus Sympathikus und Parasympathikus und das entierische System.
Darm-Nervensystem könnte vollständig autonom arbeiten.
Was ist der wesentliche Unterschied zwischen dem zentralen und dem vegetativen Nervensystem?
Das vegetative Nervensystem läuft größenteils autonom.
Läuft ohne, dass wir das über das Gehirn steuern können.
Was bezeichnet man als aktiven Stress und welche Botenstoffe spielen hierbei eine Rolle?
Aktiver Stress: Eustress
--> positiver Stress --> Adrenalin --> Stressor kommt auf einen zu --> man verarbeitet den Reiz --> Adrenalinausschüttung findet statt -->Fight und Flight --> erhöhte Aufmerksamkeit --> Blutdruck steigt, Pupillen erweitert, Herzschlag erhöht, Verdauungsapparat wird weitestgehend eingestellt--> perfekt vorbereitet, um schnell zu reagieren
Aufgabe gelöst: Dopamin, Serotonin
Was bezeichnet man als passiven Stress und welche Botenstoffe spielen hierbei eine Rolle?
Passiver Stress: Distress
--> negativer Stress --> Belastung nicht gewachsen oder Stress lässt einen nicht in Ruhe --> Cortisol --> Erhöhte Aufmerksamkeit bleibt
= schädlich bis tödlich!
Welche Unterschiede gibt es zwischen Strategie und Taktik?
Strategie = Krieg gewinnen
Taktik = im Morgengrauen anzugreifen
Was ist der Unterschied zwischen Angst und Furcht?
Angst = angeborene Verhaltensweisen = irrational = gehen im Dunkeln durch den Wald
Phobie = pervertierte Angststörung = inadäquate Angst = gegen Dinge, die wirklich mal angstauslösend waren
Furcht = erlernte Verhaltensweisen = erlernte Ängste
Panik = Reaktion einer Gruppe = Fluchtverhalten von Herden
Welche 5 Axiome definierte Paul Watzlawik?
Man kann nicht nicht kommunizieren.
Jedes Verhalten hat Mitteilungscharakter.Auch Schweigen, Wegsehen oder Nicht-Reagieren ist Kommunikation.
Kommunikation hat immer eine Sach- bzw. Inhalts- und eine Beziehungsebene.
Inhaltsebene: Was gesagt wird (Information).
Beziehungsebene: Wie es gemeint ist bzw. wie die Beziehung der Beteiligten ist.
Die Beziehungsebene beeinflusst, wie der Inhalt verstanden wird.
Kommunikation ist immer Ursache und Wirkung/zirkuläre Kommunikation
Gesprächspartner interpretieren den Ablauf der Kommunikation unterschiedlich. Jeder sieht sein Verhalten oft als Reaktion auf den anderen.
(Friedemann Schulz von Thun - Kommunikation hat keinen Anfang und kein Ende, sondern ist kreisförmig)
Kommunikation hat digitale und analoge Modalitäten.
Digital: Sprache, Worte, klare Zeichen.
Analog: Körpersprache, Tonfall, Mimik, Gestik
Kommunikation kann symmetrisch und komplementär sein.
Symmetrisch: Gesprächspartner sind auf gleicher Ebene (z. B. Freunde).
Komplementär: Unterschiedliche Rollen (z. B. Lehrer–Schüler, Chef–Mitarbeiter)
Was bedeutet Altruismus ethologisch betrachtet?
Altruismus = uneigennützig
Altruismus findet nur dann statt, wenn der Nutzen für die Gesamtpopulation größer ist, als der Schaden für den, der sich uneigennützig zeigt.
Vorkosterbeispiel bei Ratten…
Was bedeutet Appetenz?
Suche nach dem auslösenden Reiz
Orientierend = Ist das Kaninchen von gestern noch da?
Orientierte = der Hund hat das Kaninchen gefunden
Wie lautet die Verhaltenskette beim Jagen?
Appetenz
Orten
Fixieren
Anpirschen
Hetzen
Packen
Töten
Wegtragen
Fressen der Beute
Was bedeutet Hypertrophie?
Übersteigert!
= übersteigertes Verhalten
Entsteht oft bei intensiver Motivation oder hoher Triebkraft
Z.B. Fixieren beim Border Collie/ Sexualverhalten beim Hund
Wie viele Zähne hat ein Welpe, wie lautet das Zahnschema und wie heißen die einzelnen Zähne?
Welpe 28 Zähne
Zahnschema 3:1:3
3 Incisivi , Schneidezähne
1 Canini, Fangzähne
3 Prämolaren, vordere Backenzähne
Wie viele Zähne hat ein erwachsener Hund?
Wie lautet das Zahnschema und wie heißen die einzelnen Zähne?
42 erwachsener Hund
3I : 1C : 4P : 2M
3I : 1C : 4P : 3M
I = Incisivi, , Schneidezähne
C = Canini, Fangzähne
P = Prämolaren, vordere Backenzähne
M = Molaren, Backenzähne
Nennen Sie drei Merkmale, um Angst zu identifizieren!
Warum drei?
Hund stellt das stoffwechselbedingtes Verhalten ein. Kein Fressen, kein Trinken, kein Pinkeln, kein Koten.
Das Stressgesicht: aufgerissen Augen, Ohren nach hinten, Massiv erhöhte flache Atmung, Rute untern Bauch, körpersprachlich ganz klein.
Bei Angst kann der Hund keinen Kontakt aufnehmen.
3 Merkmale, weil man sonst nicht von Angst sprechen kann.
Was ist der Unterschied zwischen Angst und Unsicherheit?
Unsicherheit: Hund ist ambivalent. Will mit dem Auslöser Kontakt aufnehmen und will nicht ran oder kann nicht ran. Kann sich aber mit der Situation noch irgendwie auseinander setzen.
Angst: das ist nicht möglich.
Was ist Dominanz?
Beschreibt die Qualität einer Beziehung zueinander.
→ Wer hat Vorrang bei Ressourcen, Entscheidungen oder Handlungsspielräumen?
Merke: Dominanz = Beziehung - nicht Charakter → Ein Hund ist nicht „dominant“ per se; er kann nur in bestimmten Situationen dominant über einen anderen Hund sein.
Was ergibt die Summe aller Dominanzbeziehungen?
Die Rangordnung.
Was bedeutet submissives Verhalten und welche Formen gibt es?
Sogenanntes Demutsverhalten, kommt aus den infantilen (kindlichen) Verhaltensweisen, Funktionswechsel zum Sozialverhalten
Aktive Demut, vom Hund ausgehend
Passive Demut, wird durch das Gegenüber ausgelöst
Was ist der Unterschied zwischen einem anonymen Verband und individualisierten Verband?
Individualisierte Verband = das ist das wodrin Hunde leben, kennen sich
Anonymer Verband = Ameisenhaufen,
Gnuherde , Tiere kennen sich nicht, nehmen sich aber olfaktorisch (Geruchssinn) wahr
Was bezeichnet man als Anthropomorphismus?
Vermenschlichung.
Man ordnet Eigenschaften eines Menschen z. B. einem Tier zu.
Was ist eine Coping Strategie?
Bewältigungsstrategie
Aufgrund vielfältiger Erfahrungen, die ein Lebewesen gemacht hat, kann es seine Verhaltensstrategie anpassen.
Was bezeichnet man als Display?
Als Display oder Verhaltensdisplay bezeichnet man das gesamte Erscheinungsbild des Hundes.
Alle möglichen Ausdrucksweisen.
Rute, Ohren, Schnauze, Augen, Körperhaltung.
Was ist Tierschutz?
Rechtlicher Tierschutz
= sehr pauschalisierend und nicht tiergerecht
Emotionaler Tierschutz
= hysterisch und wenig sachkundig
Wissenschaftlicher Tierschutz
= tiergerecht und individuell zu sehen
Was bezeichnet man als Exploration?
Erkunden der Umgebung
Was ist Lernen?
Dient der besseren Anpassung eines Lebewesens an seine Umwelt
Wiederholen sich bestimmte Situationen, muss man nicht jedes Mal ausprobieren schont Ressourcen
Angeborene Verhaltensprogramme sind nützlich, können aber nicht alle denkbaren Situationen abdecken und sind nur schwer veränderbar
Großer evolutionärer Vorteil, allerdings auch sehr energieaufwendig
Man kann es nicht direkt beobachten
Man sieht es nachträglich am Ergebnis in einer Veränderung am Verhalten
In der Regel benötigt es viele Wiederholungen
Welches sind die wichtigsten Lernformen?
Klassische Konditionierung
Operante/instrumentelle Konditionierung (lernen durch Versuch und Irrtum)
Habituation
Sensitivierung
Was bedeutet Sensitivierung?
Empfindlicher werden.
Der Organismus wird empfindlicher und die Antwort auf den Reiz intensiver.
Geht mit Steigerung der allgemeinen Erregung einher.
Spielt bei der Angstentstehung eine große Rolle
Ist schwer rückgängig zu machen
Was zeichnet die Klassische Konditionierung aus?
Automatisch und unbewusst
Geschieht einfach, ob man will oder nicht
Meistens werden emotionale Komponenten (angenehme oder unangenehme) mit konditioniert bzw. spielen eine große Rolle
Ist das der Fall, könnte der konditionierte Reiz die gleichen Emotionen auslösen.
Beispiel: Immer wenn ich mit meinen Hunden Gassi gehe, greife ich zur Leine. Irgendwann kündigt das „Leine greifen“ das Gassi gehen an. Weil meine Hunde gerne Gassi gehen und sich darüber freuen, freuen sie sich auch schon über das Leine greifen, weil die entsprechende Emotion sich mit dem Greifen der Leine verknüpft hat.
Timing: zu konditionierender Reiz kurz vor dem ursprünglichen Reiz
Was zeichnet die operante Konditionierung aus?
Der Hund lernt an den unmittelbaren Folgen
Die unmittelbaren Konsequenzen, die ein Verhalten hat, beeinflussen sein Auftauchen in der Zukunft.
Die Auftretenswahrscheinlichkeit erhöht oder erniedrigt sich entweder generell oder bezogen auf eine bestimmte Situation
Angenehme Konsequenzen nennt man Belohnung
Unangenehme Konsequenzen nennt man Bestrafung
Je stärker die Konsequenzen, desto stärker die Auswirkung und desto schneller und nachhaltiger das Lernen
Was vom Hund als Bestrafung oder Belohnung empfunden wird, ist allerdings subjektiv
Welche vier Arten von Konsequenzen gibt es bei der operanten Konditionierung?
Timing: Konsequenz kurz nach dem Verhalten
Positive Verstärkung = etwas Angenehmes kommt hinzu (z. B. Leckerlis), Das Verhalten wird verstärkt, d.h. in Zukunft öfter ausgeführt, Gefühl: Freude, Erfolg
Negative Verstärkung = etwas Unangenehmes hört auf (z.B. das Nachlassen von unangenehmen Druck auf die Kruppe, sobald der Hund sich hinsetzt), das Verhalten wird verstärkt, d. h. in Zukunft öfter ausgeführt,
Gefühl: Erleichterung
Positive Bestrafung = etwas Unangenehmes wird hinzugefügt (z.B. Leinenruck, Schlag), um ein Verhalten zu verringern/das Verhalten wird schwächer, d.h. es wird in Zukunft seltener auftreten, Beispiel: Ein unangenehmes Geräusch, wenn der Hund unerwünschtes Verhalten zeigt
Gefühl: Unbehagen, Angst, evtl. Schmerz
Negative Bestrafung→ Etwas Angenehmes wird entfernt, um ein Verhalten zu verringernBeispiel: Aufmerksamkeit oder Spiel wird entzogen, wenn der Hund springt
Verstärkung = Verhalten wird häufiger
Bestrafung = Verhalten wird seltener
Positiv = etwas kommt dazu
Negativ = etwas wird weggenommen
Nenne ein Trainingsbeispiel, für den Fall, dass mehrere Konsequenzen wirken!
Negative Bestrafung = etwas Angenehmes hört auf (z.B. Entziehen von Aufmerksamkeit und Zuwendung), das Verhalten wird schwächer d.h. es wird in Zukunft seltener auftreten,
Gefühl: Frust, Enttäuschung.
Ich bringe den Hund, durch Druck auf die Kruppe ins Sitz (=negative Verstärkung) und gebe ihm dann, wenn er sitzt ein Leckerli (=positive Verstärkung).
Mein Hund steht aus dem Platz auf und ich strafe ihn durch einen Leinenruck abwärts dafür. Dann kann dieser Leinenruck zum einen eine positive Bestrafung für das Aufstehen sein und zum Anderen eine negative Verstärkung, damit er sich wieder hinlegt.
Situation: Der Hund zieht an der Leine → du bleibst sofort stehen.
Was passiert dabei gleichzeitig?
Negative Bestrafung: Der Hund verliert etwas Angenehmes – nämlich das Vorwärtskommen.
Positive Bestrafung (leicht, je nach Umsetzung): Der plötzliche Stopp kann für den Hund unangenehm sein.
Negative Verstärkung (wenn der Hund reagiert): Sobald der Hund zurückkommt oder die Leine locker lässt, hört der „Druck“ (Stillstand / Spannung) auf.
Positive Verstärkung (wenn du es ergänzt): Du belohnst den Hund zusätzlich mit einem Leckerli oder Lob für lockere Leine.
Ergebnis: Der Hund lernt: „Lockere Leine lohnt sich – Ziehen bringt mich nicht weiter.“
Wann sind die Übergänge zwischen den vier möglichen Konsequenzen fließend?
Nenne ein Beispiel!
Wenn man einen Hund z. B. mit Leckerchen belohnt, ist das offensichtlich positive Verstärkung.
Falls er die Leckerchen dringend haben will, könnte man mit einer gewissen Berechtigung behaupten, dass man ihn durch das Vorenthalten der Leckerchen gewissermaßen unter Druck gesetzt hat, so dass es sich eigentlich um negative Verstärkung handelt.
Was ist der Hauptunterschied zwischen positiver Bestrafung und negativer Verstärkung?
Bei der negativen Verstärkung dient die unangenehme Einwirkung dazu, den Hund zu einem bestimmten Verhalten zu veranlassen. Sie setzt vor dem Verhalten ein und hört sofort auf, wenn der Hund das erwünschte Verhalten zeigt.
Bei der positiven Bestrafung kommt die unangenehme Einwirkung erst, nachdem der Hund ein bestimmtes Verhalten gezeigt hat. Sie soll dazu führen, dass der Hund sich in Zukunft nicht mehr traut, es zu wiederholen.
Welche Mittel werden üblicherweise bei der positiven Verstärkung verwendet?
Futter, Zuwendung, Körperkontakt, Spielzeug und Spielen
Letztendlich wirkt alles als positiver Verstärker auf das, was der Hund gerade haben oder tun möchte wie z. b. Freilauf, Schnüffeln, Kontakt zu Artgenossen, jagen.
Wie nennt man Verstärker, die der Hund von Natur aus mag und für die er bereit ist, sich sehr anzustrengen?
Primäre Verstärker
Inwiefern kann man das Spektrum an Dingen, die für den Hund einen Verstärker darstellen erweitern?
Indem man diesen Dingen einen primären Verstärker folgen läßt.
Interessiert sich der Hund z. b. nicht für Spiel, kann man immer nach dem Spiel mit Superleckerlis belohnen, die der Hund super findet. Nach genügend Wiederholungen wird das Spiel ebenfalls zu einem positiven Verstärker. Diese Verstärker nennt man auch sekundäre Verstärker.
Was besagt das Premack-Prinzip?
Das Premack-Prinzip besagt, dass man den Hund mit allem belohnen kann, was er lieber macht als das, was er gerade tut.
Was sind die Anwendungsregeln der positiven Verstärkung?
Das Timing ist wichtig
die Belohnung muss innerhalb von 0,5-1 Sekunde nach Beginn des Verhaltens gegeben werden.
Die richtige Stärke der Belohnung ist ebenfalls wichtig,
sie sollte im Moment des Trainings wertvoll und attraktiv genug sein.
Positive Verstärkung hat die beste Wirkung, wenn man sich ausschließlich allein auf sie verlässt (Positive Verstärkung ist am wirksamsten, wenn sie den Schwerpunkt im Training bildet).
Verstärker sollten nicht ständig zur Verfügung stehen außerhalb der Trainingszeit, sonst fällt es den Tieren schwerer zu lernen.
Ein konditionierter positiver Verstärker der die eigentlich Verstärkung ankündigt, erhöht die Effektivität der positiven Verstärkung
Mit welchen drei Techniken erreicht man schnelle Lernerfolge, kann das Training noch effektiver gestalten und die Leistung steigern?
Die schnellsten Lernerfolge hat man, wenn man zu beginn jedes erwünschte Verhalten des Hundes positiv verstärkt.
Man verstärkt am Anfang jede erwünschte Verhaltensweise positiv.
Sobald der erwünschte Verhalten gelernt wurde, verstärkt man unregelmäßig nach dem Zufallsprinzip.
Man wählt verschiedene Verstärker.
Welche Nachteile hat die positive Verstärkung?
Mit positiver Verstärkung kann man nur dann erfolgreich arbeiten, wenn man etwas hat, mit dem man den Hund belohnen kann.
Anfangserfolge sind mit positiver Verstärkung meist etwas weniger durchschlagend und eindrucksvoll als bei negativer Verstärkung.
Da so viele Dinge als positive Verstärker wirken, kommt es leicht vor, dass Hundehalter ihre Hunde unbewusst für unerwünschtes Verhalten verstärken.
Welche Vorteile hat die positive Verstärkung?
Positiver Verstärkung ist fehlertolerant und relativ risikolos in der Anwendung und daher auch für Anfänger in der Hundehaltung gut geeignet.
Positive Verstärkung hat, wenn sie effektiv eingesetzt wird, hervorragende Erfolge
Positive Verstärkung ist hervorragend dazu geeignet, zumindest mittel bis langfristig eine enge und gute Bindung zwischen Mensch und Hund aufzubauen und im Hund eine hervorragende Arbeitsmoral zu erzeugen.
Positiver Verstärkung stresst den Hund im Gegensatz zu Strafe und negativer Verstärkung relativ wenig, was den Lernerfolg hebt.
Welche aversiven Reize fallen Dir im Bereich der negativen Verstärkung ein?
Bedrohung
Einschüchterung über Stimme oder Körpersprache,
Zwang in Form von Festhalten, Drücken, Schieben, Ziehen am Hund,
Zug am Halsband,
Geruckel über die Leine,
Zuziehen eines Würgehalsbandes,
Schläge,
Sprühhalsband ( Teletak)
Da positive Verstärkung nur äußerst selten aggressivem Verhalten Vorschub leistet, ist sie zur Vorbeugung und Behandlung von Problemverhalten besonders gut geeignet.
Welche zwei Varianten der negativen Verstärkung unterscheidet man und was zeichnet sie aus?
Vermeidung:
es gelingt dem Tier, vorbeugend so zu handeln, dass der aversive Reiz gar nicht erst eintritt oder sein Eintreten zumindest heraus gezögert wird.
Voraussetzung dafür ist, dass jedes Mal vor Beginn der unangenehmen Einwirkung ein Warnsignal gegeben wird.
Reagiert der Hund auf das Signal, erfolgt kein unangenehmer Reiz.
Flucht:
es fehlt im Gegensatz zur Vermeidung ein eindeutiges Warnsignal. Der aversive Reiz selbst ist hier das Signal, an dem der Hund erkennt, dass er nun das gelernte Verhalten ausführen muss. Das Lernen erfolgt wesentlich langsamer und weniger effektiv als das über Vermeidung.
Nenne die Anwendungsregeln der Negativen Verstärkung!
(also: Ein Verhalten wird häufiger, weil etwas Unangenehmes wegfällt)
Exaktes Timing, die unangenehme Einwirkung sollte 0,5-1 Sek. nach Einsetzen der erwünschten Reaktion des Hundes beendet oder zumindest abgeschwächt werden.
Es sollte stets ein Warnsignal vor dem Einsetzen der unangenehmen Einwirkung gegeben werden, damit der Hund die Chance hat, das Unangenehme zu vermeiden.
Gegenkontrolle des Hundes muss ausgeschlossen werden.
(Die Situation so klar und konsistent gestalten, dass allein das richtige Verhalten zuverlässig zur Erleichterung führt – und nicht irgendein Herumprobieren.)
Der Hund darf nicht lernen, den aversiven Reiz selbst zu steuern oder zu testen, ohne das gewünschte Verhalten zu zeigen.
Wenn der Hund merkt:
„Ich kann den Druck an- und ausschalten, ohne das gewünschte Verhalten wirklich auszuführen“ → dann übernimmt der Hund die Kontrolle über die Situation
Das nennt man Gegenkontrolle.
Du übst Leinenführigkeit mit leichtem Zug:
Hund zieht → Druck bleibt
Hund geht kurz zurück → Druck lässt nach
Hund zieht wieder → testet erneut
Wenn das schlecht getimt ist, lernt der Hund: „Ich kann einfach ein bisschen rumprobieren und den Druck steuern.“
Der Hund soll lernen:
✅ Nur das gewünschte Verhalten beendet den Druck
❌ Nicht: „Ich experimentiere und kontrolliere den Menschen“
Was bezeichnet man im Bereich des Lernverhaltens als GEGENKONTROLLE?
Negative Verstärkung muss jedes Mal zum Einsatz kommen, wenn der Hund das gewünschte Verhalten nach dem Warnsignal nicht zeigt, solange bis er das Verhalten vollständig gelernt hat.
Die Stärke des Reizes ist wichtig.
Ist er zu niedrig, erfolgt eine Abstumpfung des Hundes.
Ist er zu hoch, könnte er tierschutzrelevant sein.
Der Hundehalter muss die Kontrolle über die Verstärker behalten oder sich aneignen, die er als Verstärker verwenden will. Und er muss darauf achten, dass der Hund sie nicht für unerwünschtes Verhalten bekommt.
Beispiel: Ich sage meinem Hund ein Sitz, er setzt sich auch, springt dann aber hoch und schnappt sich das Leckerli. Damit wurde das Springen belohnt.
Wie reagieren Hunde üblicherweise auf zu starke aversive Reize innerhalb der negativen Verstärkung?
Mit Flucht, Unterwerfung oder Aggression
Warum sollte man, wenn man mit stark aversiven Reizen arbeitet Erholungspausen einhalten?
Man sollte die betreffende Übung dann ggf. erst nach ca. zwei Tagen wiederholen, da sonst die Stressreaktion des Hundes das Lernen erschwert und zu unerwünschten Nebenwirkungen wie erhöhter Ängstlichkeit des Hundes führen kann.
Wie kann man, auch wenn man mit negativer Verstärkung arbeitet den Stress beim Hund verringern?
Indem man auch gleichzeitig mit positiver Verstärkung arbeitet.
Welche Nachteile beinhaltet das Lernen über negative Verstärkung?
Sie löst, zumindest zu Beginn des Lernprozesses, wenn der Hund noch nicht begriffen hat, wie er dem aversiven Reiz entgehen kann, eine mehr oder weniger starke Stressreaktion aus, die das Lernen erschweren oder im Extremfall sogar unmöglich machen kann.
Die verwendeten aversiven Reize können per klassischer Konditionierung mit der gesamten Lernsituation oder einzelnen ihrer Merkmale verknüpft werden.
Welche Vorteile hat die Arbeit über negative Verstärkung?
Die Vermeidungsreaktion hält sich erstaunlich lange, auch wenn lange Zeit keine Auffrischung durch erneutes Erleben des unangenehmen Reizes mehr vorgekommen ist, allerdings nur, wenn der verwendete aversive Reiz sehr unangenehm war.
Das Lernen kann bei regelrechter Anwendung sehr schnell erfolgen. Da seine eigene Unversehrtheit dem Hund jederzeit wichtig ist, muss man sich bei negativer Verstärkung nicht so viele Gedanken darum machen, ob der Hund gerade in eine fürs Lernen günstigen Stimmung ist, wie etwa bei positiver Verstärkung
Wie lauten die Anwendungsregeln für die Positive Bestrafung? (von ChatGPT)
Unmittelbares Timing → Die Konsequenz muss sofort auf das Verhalten folgen 👉 Sonst verknüpft der Hund sie mit etwas anderem
Eindeutige Verknüpfung → Der Hund muss klar erkennen: Mein Verhalten → unangenehme Konsequenz
Angemessene Intensität → Stark genug, um Wirkung zu haben → Aber nicht so stark, dass Angst, Stress oder Unsicherheit entstehen
Konsistenz → Das Verhalten muss jedes Mal die gleiche Konsequenz haben 👉 Sonst wird es besonders widerstandsfähig (intermittierende Bestrafung! = unerwünschtes Verhalten wird nicht jedes Mal, sondern nur gelegentlich bestraft )
Alternativverhalten anbieten → Der Hund muss wissen, was er stattdessen tun soll 👉 Sonst entsteht nur Unterdrückung, kein Lernen
Keine Verknüpfung mit dem Menschen → Der Hund sollte die Konsequenz dem Verhalten, nicht der Person zuordnen 👉 Sonst drohen Vertrauensprobleme oder Meideverhalten
Nur bei klar verstandenen Signalen einsetzen → Nicht bestrafen, wenn der Hund etwas noch nicht gelernt hat
Nebenwirkungen beachten → Mögliche Folgen: Angst, Aggression, Meideverhalten, Stress 👉 Deshalb sparsam und überlegt einsetzen
sofort
eindeutig
angemessen intensiv
konsequent
mit Alternativverhalten
ohne Personenverknüpfung
Warum ist die Gefahr eines Rückfalls in alte unerwünschte Verhaltensweisen hoch, wenn ausschließlich über positive Bestrafung gearbeitet wird?
Weil die Bestrafung nichts an der zu Grunde liegenden Motivation des Verhaltens ändert. Die unterdrückt das Verhalten nur vorübergehend. Sinnvoller ist es, dem Hund ein Ersatzverhalten anzubieten, welches das unerwünschte Verhalten ersetzt.
Gibt es Vorteile beim Arbeiten mit positiver Bestrafung?
Bei richtiger Anwendung wirkt positive Bestrafung sehr durchschlagend und anhaltend.
In Verbindung mit zuvor per Verstärkung trainiertem Ersatzverhalten kann eine gewisse Beschleunigung beim Umlernen bewirkt werden
Positive Bestrafung kann helfen soziale Grenzen zu setzen und den Sozialstatus des Strafenden zu erhöhen und sie kann die Fähigkeit des Bestraften erhöhen, die eigene Impulsivität zu kontrollieren. Insofern ist es vertretbar einem überaus aufdringlichen Hund, der sich dem Menschen gegenüber völlig unbeherrscht verhält auch einmal mit einer angemessenen Strafe Grenzen aufzuzeigen.
Was sind die Dinge, die als negative Bestrafung eingesetzt werden können?
Entzug von Aufmerksamkeit, Spielzeug oder anderen Annehmlichkeiten, Ignorieren, Isolieren/Auszeit, Abbruch eines Sozialkontaktes oder auch das Vorenthalten einer erwarteten Belohnung
Wie lauten die Anwendungsregeln der positiven Bestrafung? (von Jenni)
Timing
0,5 bis 1 Sekunde nach Beginn des Verhaltens
Signal zur Ankündigung
z. B. „Genug!“, bevor der Hund eine Auszeit bekommt, wenn er dann nicht aufhört.
Man straft ausnahmslos jedes unangemessene Verhalten der gleichen Art.
Dem Hund darf es nicht gelingen, sich der Strafe zu entziehen.
Eine längere Auszeit bringt keinen stärkeren Effekt als eine Kurze.
Logische Strafen (einem Hund der bettelt das Spielzeug wegzunehmen, wird nix bringen)
Nicht unmittelbar nach der Bestrafung belohnen, da die Bestrafung sonst an Wirkung verlieren kann.
Ersatzverhalten trainieren.
Welche Vorteile hat die negative Bestrafung gegenüber der positiven Bestrafung?
Besonders um forderndes Verhalten abzustellen, ist sie sehr wirksam
Sie führt weniger schnell zu einer übererregten Reaktion
Sie führt nicht so schnell zu direkten Konflikten zwischen Hundehalter und Hund
Warum ist Timing im Hundetraining oft ein Problem und wie kann man es abmildern?
Es ist in vielen Situationen praktisch unmöglich, eine Verstärkung oder Bestrafung im genau
richtigen Moment anzubringen.
Deshalb arbeitet man im Hundetraining oft mit konditionierten Verstärkern oder Strafen. Meistens
sind das Signale (Töne, Worte, Geräusche), die per klassischer Konditionierung mit dem
eigentlichen Verstärker (der eigentlichen Strafe) verknüpft wurden. Diese konditionierten
Verstärker kündigen die Strafe an und können sie bis zu einem gewissen Grad ersetzen.
Beendet der Hund bei dem Warnsignal das Verhalten, dass man bestrafen wollte, bleibt die
angekündigte Strafe aus.
Hat der Hund dieses Prinzip verstanden kann er sich auch nahezu komplett entspannen und
reagiert nicht mehr gestresst.
Was ist im Training ein Erfolgsmelder oder Sicherheitssignal?
Konnte man das unerwünschte Verhalten des Hundes z. B. mit Hilfe eines Warnsignals erfolgreich unterbrechen der Hund läßt also das Verhalten
gibt man ihm ein sogenanntes Sicherheits oder Erfolgssignal, welches ihm sagt, dass er
das Richtige tut z. B. BRAAAV!!
Warum kann man den Clicker nicht dauerhaft alleine, also ohne Gabe von Leckerlis einsetzen?
Der konditionierte positive Verstärker, z. B. der
Clicker , kann den eigentlichen Verstärker ersetzen, aber nur bis zu einem gewissen Grad.
Da hier keine Vermeidungsreaktion als Verstärker wirkt, löscht sich die Bedeutung des konditionierten positiven Verstärkers wieder, wenn man ihn zu oft verwendet, ohne ihm möglichst bald eine wirklichen positiven Verstärker folgen zu lassen.
Was ist in der Lerntheorie ein Brückensignal?
Ein Brückensignal überbrückt die Zeit zwischen dem Moment, in dem der Hund das Verhalten zeigt, das man verstärken will und dem Moment, in dem man ihm
den positiven Verstärker wirklich „überreichen“ kann. Z. B. ein klicker oder Markerwort auf den dann ein Leckerli folgt
Was ist ein Markersignal?
Ein konditioniertes Signal, welches ein richtiges Verhalten markiert, dem Hund dadurch sagt, dass er etwas richtig gemacht hat und dass gleich der primäre Verstärker folgt.
Je nachdem wie oft diese primäre Belohnung erfolgt, erzeugt diese ein positives Gefühl eine CER mit mehr oder weniger Begeisterung beim Hund.
Was ist ein „keep going Signal“?
Ein „keep going Signal“ ist ein spezielles Brückensignal, dass dem Hund sagt, dass ein positiver Verstärker folgen wird, wenn er noch länger oder stärker das tut, was er gerade im Moment tut.
Dies wird oft in Form eines Dauersignals gegeben, das solange anhält, wie der Hund das Richtige tut und abbricht, sobald der Hund vom erwünschten Verhalten abweicht. Z. B. ein fortgesetztes Lob beim Fussgehen
Warum funktioniert der Clicker als Markersignal besonders gut?
Es wird vom Gehirn, aufgrund einer genetischen Vorprägung offenbar besonders schnell verarbeitet. (aufgrund seiner besonderen Klangqualität gehört es zu den Sinnesreizen, die direkt auf die Amygdala wirken, ohne den Umweg über die Großhirnrinde zu nehmen)
Man ist schneller mit dem Daumen als damit ein Wort auszusprechen und der Clicker klingt, im Gegensatz zu einem Wort immer gleich.
Warum macht es Sinn, bei der Konditionierung von positiven Strafen eine Situation zu stellen?
Weil der Hund in einer Ernstsituation möglicherweise in einem so hohen Erregungslevel ist, dass man einen wesentlich stärkeren Strafreiz verwenden müsste als in der gestellten Situation und es dennoch schwer wäre, den gewünschten Lerneffekt zu erreichen.
Was bedeutet es „Verhalten einzufangen“?
Sofern der Hund das erwünschte Verhalten wenigstens ab und zu spontan ausführt, kann man es einfach positiv verstärken. Nach den Gesetzmäßigkeiten der operanten Konditionierung wird der Hund dieses Verhalten dann immer öfter
zeigen.
Was bedeutet der Begriff „Shaping“?
Der Begriff bedeutet „formen“ und es geht darum, dass man sich in kleinen Schritten an das gewünschte Zielverhalten annähert.
Was sind die wichtigsten Regeln beim Shaping?
Man benötigt einen konditionierten positiven Verstärker
Man muss den Hund genau beobachten
Man sollte die einzelnen Schritte im Voraus planen
Man sollte in sehr kleinen Übungsschritten arbeiten
Man sollte immer nur an einem Detail zur Zeit arbeiten
Während man an einem neuen Kriterium arbeitet, verschlechtert sich das bisher Gelernte meistens vorübergehend
Bevor man zu einem anderen Kriterium übergeht oder die Anforderungen innerhalb eines Kriteriums deutlich erhöht, empfiehlt es sich, das bisher Gelernte durch gelegentliches Nichtbelohnen zu festigen
Funktioniert eine Übung nicht, geht man Schritte zurück
Es ist erlaubt, dem Hund auf die Sprünge zu helfen.
Was meint man, wenn man im Hundetraining vom „Locken“ spricht?
Darunter versteht man alles, womit man den Hund ohne Zwang zu einer bestimmten Reaktion bewegen kann.
Welche Vorteile hat der Einsatz eines Lockmittels im Hundetraining?
Man bekommt den Hund oft schneller dazu, das gewünschte Verhalten zu zeigen
Schnelle Anfangserfolge
Relativ stressfrei
Ein Lockmittel kann man auch mal einsetzen, um den Hund bei starker Ablenkung auf sich zu konzentrieren
Das Lockmittel vor der Nase des Hundes steigert dessen Motivation mitzuarbeiten
Welche Nachteile hat die Arbeit mit Lockmitteln im Hundetraining?
Das Lockmittel ist so offensichtlich und beansprucht so viel von seiner Aufmerksamkeit, dass er unter Umständen nicht mehr lernt, als dem Lockmittel zu
folgen.
Das Vorzeigen/Einsetzen des Lockmittels wird zum alleinigen Auslöser seines Verhaltens
Das Vorzeigen des Lockmittels wirkt in sich als positiver Verstärker, so dass man evtl. Unabsichtlich etwas Falsches belohnt
Was ist wichtig, wenn man mit dem Einsatz vom Locken gute und dauerhafte Erfolge haben möchte?
Das Ausschleichen eines Lockmittels ist oft relativ schwierig
Das durch ein Lockmittel hervorgerufene Verhalten muss verstärkt werden, sonst nutzt sich das LM ab
Nicht zu lange mit dem LM arbeiten
Signal und LM zeitlich trennen
Signal kommt mind. 1-2 Sek. vor dem LM-Einsatz und später noch früher
Das LM schrittweise abbauen
Bei jedem Schritt des Abbauens vorübergehend wieder öfter belohnen
Was sind typische Fehler beim Locken?
Anfänger neigen dazu, das durch Locken ausgelöste Verhalten nicht zu verstärken
(Hund wird mit schwenken des Spielzeugs herangerufen, dann aber sofort angeleint und darf nicht spielen)
Sie verwenden das LM zu lange als Auslöser für das Verhalten, statt ein „richtiges“ Signal als Auslöser einzuführen
(Der Hund kommt dann später nicht auf “komm”, sondern nur, wenn man mit der Leckerlietüte raschelt)
Sie warten zu lange mit dem Ausschleichen des LM
LM wird ausgerechnet dann eingesetzt, wenn der Hund gerade eine schlechtere Leistung zeigt
Was ist Target Training?
Der Hund lernt, ein Ziel (Target) mit einem Körperteil zu berühren,
z. B. die Spitze eines Stabes oder
den Handrücken seines Menschen mit der Nasenspitze oder
eine Matte mit den Vorderpfoten.
Was bedeutet Zwang?
Zwang bedeutet, dass man den Hund durch mechanische Einwirkung dazu bringt, ein bestimmtes Verhalten auszuführen.
Was sind die Nachteile vom Zwang im Hundetraining?
Auch sanfte Zwangseinwirkungen empfinden die meisten Hunde als eher unangenehm und fühlen sich gestresst
Relativ starker Reiz, der andere Signale leicht überschattet
Schwer zu begreifen für den Hund, dass er die durch Zwang angebahnte Bewegung dann auch selbstständig ausführen soll
Ausschleichen ist relativ langwierig
Hundehalter neigen dazu immer wieder auf die Zwangseinwirkung zurückzugreifen, wenn es nicht sofort klappt
Da die Anwendung von sanftem Zwang keine besonderen Vorteile hat, wenn es darum geht, den Hund zu einem bestimmten Verhalten zu veranlassen, sollte man lieber darauf verzichten.
Was bedeutet Extinktion?
Ein Verhalten, das nicht natürlich vorkommt, und nicht mehr positiv oder negativ verstärkt wird, stirbt aus.
Nenne die drei wesentlichen Verstärkungsschemata und was sie unterscheidet.
Immerstärkung
= jedes richtige Verhalten wird belohnt. Mit ihr erreicht man die schnellsten Lernerfolge.
Die Verstärkung in festem Verhältnis
= z. B. jedes zweite Mal, jedes dritte Mal
oder in einem festen Zeitintervall z. B. alle 10 Sekunden. Hiermit erreicht man die schnellste Festigung des Verhaltens, d. h. es wird häufig und zuverlässig gezeigt.
Die variable Verstärkung
= die Verstärkungen erfolgen nach einem Zufallsschema. Dies führt zu der größten Sicherheit gegen Auslöschung
Welches Verstärkungsschema macht bei der negativen Verstärkung am meisten Sinn?
Bei der negativen Verstärkung bleibt es grundsätzlich bei der Immerverstärkung !
D.h. jedes Mal, wenn der Hund das gewünschte Verhalten nicht ausführt, sollte ein aversiver Reiz erfolgen, bis er es tut.
Solange, bis er das Verhalten zuverlässig ausführt.
Welches Verstärkungsschemata macht bei der positiven Verstärkung am meisten Sinn?
Das Verhalten mittels Immerverstärkung formen, bis es die angestrebte Qualität erreicht.
Dann zur Verstärkung in festem Verhältnis oder nach einem festen Zeitintervall übergehen und allmählich steigern.
Dann zur variablen Verstärkung übergehen, es wird nach Zufall belohnt
Welche Verstärkungsrate nötig ist, um das Verhalten aufrecht zu erhalten, liegt am Hund und an der Art des Verhaltens.
Was bedeutet es, wenn im Hundetraining von Signalkontrolle gesprochen wird?
Bedeutet, dass man Kontrolle darüber hat, wann der Hund ein bestimmtes Verhalten ausführt, da man es mit einem Signal auslösen kann.
Woran erkennt man, ob eine Übung wirklich unter Signalkontrolle steht?
Der Hund führt das erlernte Verhalten praktisch immer und sofort aus, wenn man das Signal gibt.
Der Hund bietet das Verhalten nicht an, ohne dass zuvor das Signal gegeben wurde.
Der Hund kann dem Signal die richtige Übung zuordnen. Er legt sich auf Platz hin und auf Sitz setzt er sich hin.
Wie entsteht Signalkontrolle?
Über eine hohe Verknüpfung zwischen Signal und Verhalten
(Man muss es möglichst nur einmal geben)
Über eine hohe Verknüpfung zwischen dem Signal und der Konsequenz, die das dazugehörige Verhalten für den Hund haben wird
Bei der Signalkontrolle muss das Signal anfangs als neuer Reiz vor dem Verhalten gegeben werden, da man möglichst den Regeln der klassischen Konditionierung folgen sollte.
Welche Möglichkeiten gibt es?
Man beobachtet den Hund gut und wenn man vorhersagen kann, dass der Hund gleich das gewünschte Verhalten zeigt, dann gibt man das Signal. Richtungseinweisungen für Schlitten oder Hütehunde werden so aufgebaut.
Man probiert aus, wie man das Verhalten relativ zuverlässig herbeiführen kann z.B. durch Locken, Herbeiführen einer bestimmten Situation oder eigene Körpersprache. Dann kann man beim Üben das Signal sagen und danach mit dem bereits bewährten Reizen das Verhalten auslösen.
Man belohnt den Hund einige Tage lang in der Trainingssituation immer wieder dafür, wenn er das Verhalten spontan „anbietet“. Er wird dann das Verhalten oft und regelmäßig anbieten, so dass man viele Verknüpfungsgelegenheit hat.
Was bezeichnet man im Training als Reizkombinationen?
Der Hund reagiert auf keines der einzelnen Signale, sondern nur, wenn sie zusammen gegeben werden.
Kommandos, die z. B. nur auf dem Hundeplatz funktionieren.
Der Abruf der nur mit der Hand in der Leckerlitasche funktioniert.
Was ist eine Überschattung im Training?
Überschattung bedeutet, dass eines der beiden (oder mehrere) gleichzeitig gegebenen Signale vom Hund gar nicht beachtet , also auch nicht verknüpft wird.
Was ist Chaining?
Als Chaining bezeichnet man das aneinander reihen von Übungen, auch Verhaltenskette genannt.
Manche Übungen bestehen aus der immer gleichen Abfolge von mehreren Signalen oder Teilübungen. Man nennt dies eine Verhaltenskette.
Was ist ein Jackpot und wann setzt man ihn ein?
Eine qualitativ bessere Belohnung oder ggf. auch etwas mehr Menge eines leckeren Futters
Das bekommt der Hund für Bestleistung
Was gehört in den Bereich des sozialen Lernens?
Lernen durch Nachahmung
hier ist eine zuverlässige Signalverknüpfung nicht so leicht.
Stimmungsübertragung
dient der Synchronisation von Handlungen
Lernen durch Erkenntnis
planvolles Handeln, ob es mittlerweile z. B. bei Adam Miklosi neue Erkenntnisse dazu gibt, weiß ich nicht
Fastmapping
= Ausschlusslernen Der Hund kennt die Namen von 10 Spielzeugen es kommt ein 11. Dazu, was er nicht kennt und ein neuer Name. Durch Ausschlussverfahren kann der Hund das richtige Spielzeug bringen
Was bedeutet der Begriff Generalisierung?
Verallgemeinerung
Informationen werden aus einer Situation in andere Situationen entsprechen übertragen, auch wenn die Situationen nicht exakt identisch sind.
Reizgeneralisierung
= von einem großen schwarzen Hund angegriffen
=> alle großen schwarzen Hunde sind gefährlich. Wenn der Hund im Vorfeld keine guten Erfahrungen mit großen schwarzen Hunden sammeln konnte, kommt es zu einer besonders schnellen Verknüpfung.
Antwortgeneralisierung
= Der Hund hat gelernt, dass er einen bestimmten Kegel umschmeißen soll, er hat es mit der Pfote gelernt. Später kann er den Kegel auch mit der Schnauze umwerfen, weil er gelernt hat, dass es ums Endziel geht.
Was bedeutet der Begriff Diskriminierung?
Unterscheidung
Der Hund lernt ähnliche Reize zu unterscheiden.
Training von Wortkommandos ist Unterscheidungslernen
Was ist die Latenzzeit?
Die Latenz ist die Zeit von dem Moment, wenn das Kommando gegeben wird, bis zu dem Augenblick, in dem der Hund beginnt, das gewünschte Verhalten
auszuführen.
Ziel ist, dass die Zeit später fast gegen 0 geht.
Was ist Stress?
Eine beliebige Kraft, die auf eine Struktur einwirkt und eine vorübergehende oder bleibende Veränderung derselben bewirkt
Anspannung und Belastung
Von welchen Faktoren ist es abhängig, ob ein Hund ein Ereignis als Stressor empfindet?
Wahrnehmung und Verarbeitung von äußeren Faktoren z. B. Sinneseindrücke
Innere Faktoren wie genetische Disposition, aber auch individuelle Vorerfahrungen und der Verhaltenszusammenhang, in dem die jeweiligen Wahrnehmungen auftreten
Was stellt eine Stressreaktion zunächst dar?
Eine Stressreaktion ist die körperliche und seelische Reaktion auf die Einwirkung von Stressoren, welche das innere Gleichgewicht (Homöostase) verletzen.
Worin besteht der Anpassungswert einer Stressreaktion?
Der Anpassungswert einer Stressreaktion liegt darin, eine Mobilisierung des Organismus in Form einer entsprechenden Energiebereitstellung und Informationsverarbeitung zur Überwindung der bedrohlichen Situation zu ermöglichen.
Welche Aufgabe hat das Limbische System?
Es dient dem Ausdruck und der Wahrnehmung von Emotionen und zudem wird ein Teil des Lern- und des emotionalen Gedächtnisses hier koordiniert.
Welche Auswirkungen hat akuter Stress auf das Verhalten des Hundes?
Akuter Stress, also eine starke emotionale Reaktion unterdrückt bzw. hemmt die Tätigkeit der Großhirnrinde.
Macht der Hund also eine intensive emotionale Erfahrung, neigt er dazu, weniger klar zu denken und bewußt zu handeln
Wo liegt der Unterschied zwischen aktivem und passivem Stress?
Aktiver Stress:
Aktivität des Sympathikus-Nebenierenmark Systems
Geht einher mit Erregung und dem Kampf um Kontrolle
langfristig Herz-Kreislauf Schädigung
subdominant - Bewegung, Reaktion, ggf. Eskalation
(Ein Hund zeigt unterwürfige Signale, befindet sich aber gleichzeitig in einem Zustand von hoher Erregung und aktivem Stress und reagiert noch handlungsfähig)
Subdominantes Verhalten im aktiven Stress kann kippen!
erst: Beschwichtigung / Unterordnung
dann: Überforderung
→ möglich: Schnappen oder Beißen
„Ein subdominanter Hund im aktiven Stress ist konflikthaft motiviert und kann bei weiterer Belastung in aggressives Verhalten umschlagen.“
Passiver Stress:
Erhöhte Cortisonwerte
schädigende Effekte auf Nierenfunktion und einer Verminderung der Abwehrkraft des Immunsystems
passiver, apathischer bis depressiver Eindruck
submissiv-passiv - Erstarren, „Aufgeben“
(Ein Hund zeigt unterwürfiges und passives Verhalten, um Konflikte zu vermeiden oder zu deeskalieren)
„Submissiv-passiv ≠ entspannt, sondern ggf. passiver Stress (Freeze).“
Was bewirkt Social Support bei Hunden, die Stress haben?
Führt zu einer allgemeinen Entspannung in einer „hoffnungslosen Situation“
Umbewertung der Situation
Bewältigung der Situation
Rückkehr in den Ausgangszustand
Verminderung der Reaktivität des Nebennieren-Rinden-Systems
Absinken der Herzschlagrate um 10-20%
Wodurch entsteht erlernte Hilflosigkeit?
Durch eine extrem belastende Erfahrung, in der man sich ausgeliefert fühlt und der man völlig hilflos gegenübersteht und in der es egal ist, wie man sich verhält, man kann sie nicht durch eigenes zutun ändern.
Dies hat verheerende Auswirkungen auf das Verhalten in neuen, unbekannten Situationen wie hochgradige Passivität, Aufgeben, keine Auseinandersetzung mit Umweltgegebenheiten.
Nenne die zwei Möglichkeiten der Bewältigung der erwähnten Stressreaktion innerhalb der Alarmreaktionsphase und des Anpassungssyndroms.
Die aktive Auseinandersetzung und Kontrolle der Situation.
Die Entspannung; vermittelbar gerade bei Hunden über soziale Unterstützung, die letztendlich zu einer Umbewertung der Situation führt.
Woraus besteht das Nervensystem?
Es besteht aus dem zentralen Nervensystem mit Gehirn und Rückenmark sowie dem peripheren Nervensystem mit Nerven und Sinnensorganen
Wie wirkt Dopamin?
Dopamin wirkt antreibend und belohnend, steht mit Verlangen, Motivation und Neugierde in Verbindung sowie dem Gefühl der Vorfreude auf Belohnung.
Deshalb motiviert Dopamin zu einem Verhalten, das eine Belohnung verspricht.
Dopamin ist auch beim Suchtverhalten beteiligt.
Außerdem beeinflusst es die motorische Koordination und die Aufmerksamkeit und es beeinflusst kognitive Prozesse im präfrontalen Kortex, die ein Individuum für bewußte Entscheidungen und planvolle Vorgehen braucht.
Wovon hängt es ab, ob ein Individuum Stress empfindet oder nicht?
Ob ein Individuum Stress empfindet, hängt davon ab, wie oft und wie lange es den belastenden Reizen begegnet und wie stark diese wirken.
Wovon ist es abhängig, wie ein Individuum auf einen Stressor reagiert?
Das hängt von der Einschätzung der Möglichkeiten ab. Glaubt es die Situation bewältigen zu können?
Das wiederum ist abhängig davon, ob es Strategien hat, mit denen das Problem gelöst werden kann.
Man spricht hier von Copingmechanismen
Wovon ist es abhängig, ob ein Individuum Bewältigungs-/ Coping Strategien hat?
Von seiner Persönlichkeit
Von seiner Konstitution
= „Grundausstattung“ des Hundes
körperlich (z. B. Gesundheit, Robustheit)
nervlich (z. B. Stressresistenz)
(die körperliche und teilweise auch psychische Verfassung eines Hundes, also seine allgemeine Belastbarkeit und Widerstandsfähigkeit)
Von seinen Erfahrungen die es mit dem Stressor in der Vergangenheit schon gemacht hat
Welche Empfindung steckt hinter Stress?
ANGST
Angst vor dem Versagen
Angst davor, verlassen oder ausgeschlossen zu werden
Angst vor Misserfolg, Enttäuschung oder Ärger
Angst davor negativ aufzufallen
Angst davor einer Herausforderung nicht gewachsen zu sein
Angst davor nicht mehr mitzukommen
Angst davor etwas zu verpassen
Angst vor Verlust
Was ist aktiver/kontrollierbarer Stress?
Herausfordernde Situationen, die gemeistert werden
Probleme, die gelöst werden können
Haben einen stimulierenden Einfluss auf das Gehirn
Ist die Neugier geweckt, kommt das Individuum in eine positive Erwartungshaltung und ist motiviert, sich der Aufgabe zu stellen oder die Herausforderung zu meistern
In freudiger Erwartung, das Ziel zu erreichen, wird Dopamin ausgeschüttet, denn eine Belohnung in Form der Aufgabenbewältigung ist in Sicht
Ist die Lösung gefunden, mildern sich die Stressreaktionen
Die erfolgreiche Bewältigung der Herausforderung empfinden wir als befriedigend und belohnend
Die neuronalen Strukturen im Gehirn, die zur Lösung des Problems herangezogen wurden, verstärken sich und stehen für die nächste Gelegenheit zur Verfügung
Was bewirkt das dopaminerge System bei Stress?
Wenn klar wird, dass eine Stresssituation kontrollierbar ist, wird die Bedrohung zur Herausforderung.
War das Individuum zu Beginn vielleicht noch ängstlich, wird es mit jeder gemeisterten Herausforderung mutiger. Es weiß, dass es auf sein Können vertrauen kann, und ist berechtigterweise zufrieden mit dem Erreichten.
Die Entspannung, die auf die Erregung folgt, ist Teil des Belohnungsgefühls, das sich dann einstellt.
Es werden Verschaltungen gestärkt, die auf Verhaltensweisen und Strategien beruhen, mit denen wir das Problem lösen oder ein Hindernis bewältigen konnten.
Welche Bedeutung hat das dopaminerge Stresssystem im Training?
Kontrollierbarer Stress ist gut und wünschenswert.
Deshalb sollten Hunde mit passenden Aufgaben und Situationen herausgefordert werden.
Diese sollten inhaltlich und auch hinsichtlich der benötigten Selbstbeherrschung angemessen sein, damit sie zu bewältigen sind.
Damit kann der Hund Sozialverträglichkeit und Umweltsicherheit üben.
Sollte der Hund in einer aggressiven Auseinandersetzung immer als Gewinner hervor gehen, könnte das dopaminerge System diese Erfahrung auch entsprechend abspeichern und es wäre möglich, dass der Hund solche Situationen aufsucht, um das gute Gefühl wieder zu erlangen.
Was passiert bei der Kampf-Flucht-Reaktion?
Wahrnehmung des Stressors--> Amygdala löst eine Art Verteidigungsreaktion aus
Amygdala = Teil des Limbischen Systems
Aktivierung der Sympathicus-Nebennierenmark-Achse
Produktion der beiden Katecholamine Adrenalin und Noradrenalin im Nebennierenmark
—> Noradrenalin = Angriffs-/Wuthormon
lässt auch die Sexualhormone steigen, hebt aber die Hormone der Nebenniere kaum an
—> Adrenalin = Furcht-/ Fluchthormon
senkt den Spiegel der Sexualhormone
Ankurbelung der Herz Kreislaufsystems, Steigerung der Glucoseverbrennung
--> Vorbereitung des Organismus auf eine aktive Auseinandersetzung
Wie lauten lt. Hans Selye die Phasen der allgemeinen Anpassungsreaktion?
Alarmreaktion:
Aktivierung des Nebennierenmarks
vermehrte Ausschüttung der Hormone Adrenalin und Noradrenalin sowie Cortisol und Corticosteron
--> Steigerung der Herzfrequenz, erhöht den Blutzucker, Anstieg der Atemfrequen und des Blutdrucks, Anstieg der freien Fettsäuren
--> verbesserte Muskeldurchblutung, besser Belüftung der Lungen, Sauerstoffanstieg im Gehirn, Verengung der Blutgefäße, Verlangsamung Magen Darm und Blase.
Länger anhaltend = Kohlehydrat und Fettstoffwechsel beeinflusst, hoher Blutzuckerspiegel, Übersäuerung des Blutes
Widerstandsphase:
Stresszustand dauert an
Körper versucht Gegenreaktion zu starten, um die Alarmreaktion abzuschwächen
Parasympathikusaktivität
zusammenziehen der Bronchien, vermehrter Speichelfluss, Anregung Magen Darm und Blase
--> allerdings bleibt die Ausschüttung von Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol hoch
= Schilddrüse geschwächt, Fortpflanzung in Mitleidenschaft, entzündliche Prozesse
Erschöpfungsphase:
= Energiebereitstellungsproblem
--> Anpassungsmöglichkeit geht verloren, Funktion des Immunsystems und Geschlechtsdrüsen wird beeinträchtigt, Appetit gestört
Wie heißen die beiden Stressachsen und was zeichnet sie aus?
Sympathicus
Nebennierenmark Achse
= Adrenalin und Noradrenalin als Neurotransmitter
--> sehr schnell, da von Nervenzelle zu Nervenzelle --> Stress ist zu bewältigen
--> starker Lernerfolg
Hypothalamus
Hypophysen Nebennierenrinden Achse
--> Freisetzung von Corticotropin-Releasing Faktor sorgt für Freisetzung von ACTH
Adrenokortikotropin sorgt für Freisetzung von Kortisol an der Nebenniere
-->langsam
--> Hormon über Blut
--> erlaubt breite Anpassung an Stress, wenn Stress beendet wird
--> Allgem . Anpassungsreaktion
Haben Hunde einen sogenannten „Aggressionstrieb“?
Soziale Wesen haben ein inneres Bedürfnis, miteinander zu interagieren.
Aggression gehört zur normalen Kommunikation.
Einen eigenständigen Aggressionstrieb gibt es nicht.
Aggressives Verhalten ist eine Reaktion auf äußere oder innere Reize, es ist u.a. von den individuellen Erfahrungen abhängig und ist signalgesteuert.
Nennen Sie verschiedene Kommunikationsformen des Menschen und des Hundes.
Menschen kommunizieren digital/verbal,
Hunde haben eine analoge Kommunikation (nonverbal).
Olfaktorisch / geruchlich
(Urin, Kot, verschiedene Drüsensekrete, aber auch die Kommunikation mittels Pheromonen)
akustisch (über Lautgebung)
taktil (über Berührungen)
optisch (optisches Ausdrucksverhalten - Gestik und Mimik)
gustatorisch (geschmacklich)
Weiterhin unterscheidet man zwischen direkter und indirekter Kommunikation . Zur indirekten Kommunikation zählt vor allem das Absetzen von Urinmarken oder Kot.
Nenne verschiedene Lernformen beim Hund!
Zu den wichtigsten Lernformen gehören das
Assoziationslernen (hierunter fallen die klassische und instrumentelle bzw. operante Konditionierung )
sowie das Soziale Lernen (das Lernen durch Nachahmung),
die Habituation (Gewöhnung) und
die Sensibilisierung.
Klassische Konditionierung: Verknüpfung von Reizen
Operante Konditionierung: Lernen durch Konsequenzen
Habituation: Gewöhnung an irrelevante Reize
Sensibilisierung: zunehmende Reaktion auf Reize
Soziales Lernen: Lernen durch Beobachtung anderer
Nenne die 4F Reaktionen, die ein Hund bei einer vermeintlichen Bedrohung zeigen kann!
Flight (Flucht),
Fight (Angriff),
Flirt (Spielaufforderung, Übersprunghandlung),
Freeze (Erstarren)
Ist es auf deutschen Hundeausstellungen erlaubt, Hunde mit kupierten Ohren zu zeigen?
Nein.
Nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts im Jahre 2003 ist das Zuschaustellen kupierter Hunde nicht mehr erlaubt .
Dies wird auch in der Tierschutz Hundeverordnung unter § 10 (Ausstellungsverbot) geregelt.
Hundetraining besteht meistens aus mehreren Übungseinheiten.
Wie lange sollte eine Übungseinheit am Stück sein?
Übungseinheiten sollten kurz gehalten werden, damit der Hund nicht überfordert wird.
Es ist besser 5 Mal über den Tag 5 Minuten verteilt zu üben, als einmal lange 25 Minuten.
Welche sind die wichtigsten und am stärksten ausgeprägten Sinne des Hundes?
Der Hör- und der Geruchssinn sind die wichtigsten und am stärksten ausgeprägten Sinne des Hundes.
Hör und Geruchssinn des Menschen sind wesentlich weniger ausgeprägt und in ihrer Funktion nicht vergleichbar.
Wie lauten die deutsche und die lateinische Bezeichnung der Tierart, von der der Haushund abstammt?
Aufgrund der Domestikation unterscheidet sich der Hund von dieser Tierart in mehreren Punkten.
Nennen Sie Beispiele!
Vom Canis Lupus , dem Wolf
Hunde haben u.a. einen höheren Fettanteil,
größere Stresstoleranz ,
mehr Sexualtrieb,
weniger Muskeln,
weniger Bindegewebe,
geringere Leistungsfähigkeit der Sinnesorgane,
weniger Hirnvolumen und
geringeres Scheuverhalten
Hunde verstehen , im Gegensatz zum Wolf, die Zeigegesten des Menschen und kooperieren mit ihm.
Was meint das „optische Ausdrucksverhalten“ eines Hundes und was kann darüber kommuniziert werden?
Kommuniziert wird über die Körperhaltung (Gestik) und den Gesichtsausdruck (Mimik).
Beide Ausdrucksverhaltensweisen geben Informationen über den emotionalen Zustand des Tieres, über Motivation und Verhaltensbereitschaft
Was bedeutet „Gewöhnung“ (Habituation)? Beschreiben Sie mindestens eine Situation als Beispiel.
Darunter versteht man das Nachlassen oder vollständige Erlahmen einer Reizantwort (Gewöhnung an die Bedeutungslosigkeit des Reizes ). Das Lernen findet ohne Beteiligung des Bewusstseins statt. Die Habituation findet Anwendung in der Ethologie und in der Lerntheorie
Beispiel 1:
In der sozial sensiblen Phase ist damit die Gewöhnung an die unbelebte Umwelt (Geräusche, Objekte usw.) gemeint, indem der Hund z.B. lernt, dass ein Staubsauger zwar laut ist, jedoch keine Gefahr für ihn darstellt.
Beispiel 2:
Der Hund hört in der Wohnung den Verkehrslärm von großen Maschinen und LKW und ist dabei entspannt. Nun erfährt er auf seiner Gassirunde ebenfalls, dass mehrere LKW an ihm vorbeifahren und ist entspannt, weil er gelernt hat, dass sie keine wichtige Bedeutung für ihn haben.
Hunde können verschiedene Verhaltensstrategien zeigen.
Welche verschiedenen Faktoren können Einfluss darauf nehmen, ob ein Hund sich zurückzieht oder angreift?
Nennen Sie mindestens vier Faktoren!
Faktoren sind u.a.:
gemachte Lernerfahrungen
(führte das Verhalten schon einmal zum Erfolg?)
nicht gemachte Lernerfahrungen
(Überforderung in der neuen Situation)
erblich bzw. genetisch bedingte Faktoren
der Grad der Entspannung bzw. Spannung im Körper (Frust/Stress)
die Wichtigkeit einer Ressource und das entsprechende Ressource-Holding-Potential
Wie verhalten Sie sich, wenn ein Tier unheilbar krank oder altersschwach ist?
Ich gehe umgehend mit ihm zu einem Tierarzt und lasse mich dort beraten.
Beschreiben Sie wie und wann eine Trainingseinheit am besten beendet werden sollte!
Rechtzeitig bevor der Hund in Stress gerät, sollte die Übungseinheit mit einem Erfolgserlebnis beendet werden.
Das Lob am Ende ist ausgiebig und wir gestalten das Ende so, dass der Hund das Gefühl von Erfolg verspürt.
In welchem Abstand werden die meisten Hündinnen läufig?
Alle 5-7 Monate.
Ca. 2 x pro Jahr
Gibt es eine Erklärung dafür, warum viele Hunde dauerhaft hungrig wirken und oft gierig nach Futter sind?
Nennen Sie Probleme, die sich daraus ergeben können!
Der Appetit ist genetisch bedingt.
Wölfe müssen fressen, wenn sich eine Gelegenheit ergibt und sie Jagdbeute erwischen. Es kann u. U. zu langen Durststrecken kommen.
Gesteigerter Appetit kann auch durch Futterneid, Medikamente, hormonelle Ursachen wie das Cushing Syndrom, eine Überfunktion der Nebennierenrinde, Diabetes, Schilddrüsenfehlfunktion oder nach einer Kastration auftreten.
Obwohl nicht wissenschaftlich erwiesen, können Hunde in Folge einer überhasteten Aufnahme zu großer Futtermengen eine Magendrehung erleiden.
Was sollte bei der Beurteilung des optischen Ausdrucksverhaltens eines Hundes unbedingt beachtet werden?
Grundsätzlich muss der ganze Hund betrachtet werden, da alle Ausdrucksmöglichkeiten miteinander kombiniert werden können und auf die Umwelt reagieren. Wie sieht das Gesicht des Hundes aus, was machen die Ohren, der Schwanz, wie stehen die Beine, ist das Fell glatt oder aufgestellt, wohin und wie guckt er. Auch der Kontext spielt eine Rolle; was passiert gerade in der Umgebung? An wen ist das Verhalten gerichtet?
Der Mensch muss in der Lage sein, die Körpersprache des Hundes zu lesen und zu verstehen.
Was sind Ursachen für die Entstehung von Ängsten bei Hunden?
Wie unterscheidet sich Angst von Furcht?
Welche neurologischen Strukturen werden vorrangig aktiviert?
Angst
ist genetisch verankert .
Sie ist jedoch individuell ausgeprägt und wird durch Lernerfahrungen verstärkt oder gemindert.
Ängste entstehen durch mangelnde Sozialisierung / Habituation (laute Geräusche können zum Erschrecken mit darauf folgenden ängstlichen Gefühlen führen), traumatische Erfahrungen, Schmerzen und Krankheit
Ist die Mutterhündin ängstlich, werden auch die Welpen zu diesem Verhalten tendieren. Erschreckt sich ein Hund und sein Mensch redet mit tröstenden Worten auf ihn ein, bestätigt er den Hund damit oft in seiner Angst.
Eine weitere Entstehungsursache ist die Stimmungsübertragung . Reagiert der Mensch hektisch und unruhig, lässt sich der Hund davon anstecken.
Angst setzt in scheinbar bedrohlichen Situationen ein. Angst ist unbestimmt und lässt sich nicht auf einen konkreten auslösenden Reiz beziehen. Wird dieser Gefühlszustand dagegen durch etwas Konkretes ausgelöst, so wird von Furcht gesprochen. Bei Angst ist das limbische System (u.a. Amygdala) betroffen. Es werden vorrangig Hormone der Nebennierenrinde aktiviert.
Welche Faktoren können bei Hunden aggressives Verhalten auslösen?
Nennen Sie sieben Stück.
Konkurrenz um eine Ressource
maternale Aggression (aggressives Verhalten einer Hündin gegenüber Menschen oder anderen Tieren im Zusammenhang mit Trächtigkeit, Geburt oder Welpenaufzucht)
Hunger
Schmerzen
Angst/Furcht/Schreck
schlechte Erfahrung
keine Erfahrung
Frust
neurologische Erkrankung
Unterschreitung der Individualdistanz
Jemand kauft ein Tier, welches an ein bestimmtes Futter gewöhnt ist; die Person möchte dieses Futter jedoch nicht füttern.
Darf zwecks einer Futterumstellung eine Zwangsfütterung des Tieres erfolgen?
Gem. § 3 TierSchG ist das Füttern unter Zwang verboten , sofern es nicht aus gesundheitlichen Gründen erforderlich ist.
Beurteilen Sie, wann eine Übung im Hundetraining abgebrochen werden sollte.
Sobald der Hund Stresssignale zeigt, z. B. Schütteln, Kratzen, Schnüffeln, oder wenn er unkonzentriert ist; wenn die Ablenkung zu groß ist, bei plötzlich auftretenden gesundheitlichen Problemen oder Verletzungen
Wie ist „Motivation“ definiert und durch was kann diese beeinflusst werden?
Motivation
(lat.: motus = der Motor) ist der innere Antrieb zu einem Verhalten
Sie kann beeinflusst werden durch wachsende Bedürfnisse (Hund bekommt Hunger und die Motivation etwas zu fressen steigt); durch eine äußere, günstige Lernumgebung (wenig Umgebungsreize); durch einen Vorteil , den der Hund sich verspricht, wenn er etwas tut (Leckerli), durch einen Bewegungsreiz (weglaufende Katze) oder durch einen Reiz, der ein spaßorientiertes Verhalten nach sich zieht (Spielaufforderung).
Weiter Einflüsse auf die Motivation können sein, das Alter , der Gesundheitszustand , der Hormonstatus , die Genetik oder das Wetter
Wie viele Tage dauert eine Trächtigkeit bei Hunden im Durchschnitt?
Ca. 63-65 Tage
Ist es eine Verhaltensstörung, wenn Hunde Pferdeäpfel und Katzenkot fressen?
Nein, aus Sicht des Hundes ist es eher der Genuss einer Delikatesse.
Wie lautet die allgemeine Definition von Kommunikation?
Eine allgemein gültige Definition gibt es nicht.
Grundsätzlich ist die organische Interaktion mit der Umwelt auf Grundlage eines Informationsmittels gemeint.
Was ist Kommunikation?
Wechselseitiges übermitteln von Informationen oder von Signalen, die einen festen Bedeutungsinhalt haben.
Sie bezieht sich auf verschiedene Systeme, z. B. auch innerhalb des eigenen Körpers.
Sie ist der Austausch von Signalen.
Sie ist die Grundlage für die Etablierung von sozialen Beziehungen.
Sie ist die Grundlage für den allgemeinen Informationsaustausch.
Was ist Interaktion?
Interaktion ist jede Verhaltensweise des Tieres, die mit einer Wahrscheinlichkeit, die nicht als zufällig abgesichert werden kann, eine Verhaltensänderung des Adressaten bewirkt.
Interaktion geht fließend in Kommunikation über.
Was zeichnet die verbale Kommunikation aus?
Sprachlich
Digital
Übermittlung von Fakten/Inhalten
Vokalsprache
Was zeichnet die nonverbale Kommunikation aus?
nicht sprachlich
analog
interpretierbar
Übermittlung von Stimmungen /Gefühlen
Was ist paraverbale Kommunikation?
Läuft parallel ab
Stimmlich:
Intonation, Lautstärke, Stimmfrequenz, Sprechgeschwindigkeit
Kann man das erste Axiom von Watzlawik „man kann nicht, nicht kommunizieren“ auch auf die Mensch Hund Beziehung übertragen?
Ja, es ist nicht möglich, mit einem Hund nicht nicht zu kommunizieren und er selbst kann mit seinem Menschen auch nicht nicht kommunizieren.
Man kann zwar selbst das Gefühl haben, dass einen jemand ignoriert, aber sobald ich anfange, jemanden zu ignorieren, ist das eine bewußte Kommunikation.
Kann man das 2. Axiom „jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt“ auf die Mensch Hund Beziehung übertragen?
Schwierig, da ich mit dem Hund zwar rede und meinerseits sicherlich sowohl Inhalt als auch Beziehung preis geben würde.
Der Hund kommuniziert aber analog und nicht über Worte und somit kann er sowohl das eine noch das andere direkt preis geben.
Kann man das 3. Axiom „Kommunikation ist Kreisförmig“ auf die Hund Menschbeziehung“ beziehen?
Ja!
Ich sage meinem Hund SITZ, der Hund sagt NÖ! Ich sage nochmal SITZ, er sagt
wieder NÖ!
Menschliches Verhalten → Reaktion des Hundes → Reaktion des Menschen → Verstärkung des Hundeverhaltens
Kann man das 4. Axiom „menschliche Kommunikation bedient sich digitaler und analoger Modalitäten“ auf die Mensch Hund Beziehung beziehen?
Da Hunde nicht digital kommunizieren, lässt sich dieses Axiom nur schwer in die Mensch -Hund-Beziehung übertragen.
Läßt sich das 5. Axiom „Kommunikationsabläufe können symmetrisch oder komplementär sein“ in eine Mensch Hund Beziehung transportieren?
Symmetrisch = Beziehungen, man versucht Gleichheiten zu schaffen
Komplementär = Lehrer-Schüler, ergänzen sich in ihrem Verhalten
Im Prinzip nur in sofern, dass man mit dem Hund im Optimalfall eher eine komplementäre Kommunikation aufbauen sollte, damit der Hund weiß, wo sein Platz in der Gruppe ist und sich entspannen kann.
Welche Ausdrucksmöglichkeiten haben Hunde?
Gesichtsausdruck/ Mimik
Blick
Körperbewegung/ Gestik
Körperhaltung/ Körperspannung
Körperbau
Vokalisation
Was sind die Elemente des Ausdrucksverhaltens?
Körper/ Beinhaltung
Schwanzhaltung/Schwanzbewegung
Rückenhaare
Kopfhaltung
Ohrhaltung (Position der Wurzel, Richtung der Öffnung, Öffnung offen/geschlossen)
Augen und Augenbrauen
Gesichtsmimik (Form der Mundwinkel, Nasenrückrunzel, Zähneblecken , Stirn, Maul)
Was ist Frustrationstoleranz?
Frustrationstoleranz ist die Fähigkeit seltener und weniger stark Frust zu empfinden.
Woran erkennst Du Angst?
Erhöhter Herzschlag
Flache, schnelle Atmung
Hecheln mit heraushängender, dunkler Zunge, angespannt
Anspannung im Körper
Angespanntes, hochgezogenes Gesicht
Pupillen sind groß und dunkel mit starrem Blick, aufgerissene Augen, fast als würde er ins Leere starren
Laufen sie weg, dann wirkt es monoton und getrieben und als würden sie ins Leere starren
Nasenflügel blähen sich auf
Rute unter den Bauch
Was bedeutet Schwanzwedeln in der hündischen Kommunikation?
Es gibt Aufschluss über den Grad der inneren Erregung und unterstreicht die anderen gezeigten Ausdruckselemente. Der Hund ist zu einer Interaktion bereit.
Schwanzwedeln ist keinesfalls sofort mit Freude gleichzusetzen.
Was versteht man unter einer Gegenkonditionierung? Nennen Sie ein Beispiel!
Eine Gegenkonditionierung ist eine Form der klassischen Konditionierung .
Man kann mittels einer Gegenkonditionierung die Reaktion auf bestimmte Reize verändern
Ein Beispiel:
Ein Auto löst Angst beim Hund aus.
Nach der Gegenkonditionierung bei der der Hund im Auto gefüttert wurde, springt er begeistert ins Auto, da er gelernt hat, dass ihm im Auto etwas Gutes wiederfahren wird. Er bekommt dort Leckerchen. Folglich verändert sich sein Gefühl von Angst in Freude.
Durch was kann ein Hund motiviert sein?
Ist die Art der Motivation bei allen Hunden gleich?
Hunde werden durch intrinsische und / oder extrinsische Reize motiviert.
Intrinsische, also innere Reize , sind nicht von außen beeinflusst. Der Hund verspürt ein Bedürfnis und ist motiviert, dieses zu befriedigen (Spielen, Fressen, Jagen …).
Extrinsische Reize, also äußere Reize , wirken direkt von außen auf das Hundeverhalten, hier tut er etwas, weil er sich einen Vorteil davon verspricht (wenn er sitzt erhält er ein Leckerli). Hunde können extrinsisch mit Futter, verbalem Lob, Körperkontakt, Spiel und allem, was er gerade haben möchte, motiviert werden.
Darüber hinaus kann über Strafen eine Meidemotivation entstehen, ein Hund tut etwas, weil er eine Strafe vermeiden möchte.
Die richtige Art der Motivation ist von Hund zu Hund unterschiedlich manche Hunde würden alles für die Leberwurst tun, andere erreicht man nur über ausgelassenes Spiel. Der Verstärker sollte dem Bedürfnis des Hundes angepasst werden.
Worauf muss man bei der Fütterung eines Welpen achten?
Welche gesundheitlichen Probleme können durch Fütterungsfehler entstehen?
Die Zufütterung mit Festfutter erfolgt im Alter von ca. 3 bis 4 Wochen , zunächst mit leicht verdaulicher Kost mit einem Milchanteil.
Eine falsche Fütterung kann den Grundstein für spätere Fettleibigkeit, Zahn-, Knochen- und Gelenkprobleme legen. Der Hundehalter sollte sich fachmännisch beraten lassen und die Fütterung sowie das Futter der Individualität des Hundes anpassen.
Erklären Sie was man unter der Verhaltensproblematik „Trennungsangst“ versteht und nennen Sie mindestens fünf Ursachen, die zu einer Entwicklung von “Trennungsangst“ führen
Zur Verhaltensproblematik:
Der Hund reagiert auf Trennung vom menschlichen Bezugspartner u.a. mit Vokalisation, Zerstörung, Ausscheidung und/oder Ruhelosigkeit. Bei der richtigen Trennungsangst (Isolationspanik) kann der Hund eine Angst bis zur Panik (Todesangst) entwickeln.
(Langeweile oder erlernte Prozesse können auch ohne wirkliche Trennungsangst auftreten und ein ähnliches Erscheinungsbild bieten.)
Hunde sind genetisch nicht auf das Alleinbleiben vorbereitet. Man unterscheidet innere und äußere Faktoren, die eine trennungsbedingte Störung begünstigen.
Zu den inneren Faktoren gehören:
Krankheiten (organische/neurologische/akute/
Medikamentennebenwirkungen
genetische Disposition
hormonelle
Zu den äußeren Faktoren gehören:
Geräusche
die Bindung zum Halter (evtl. ein Hyperattachment)
Welches Mindestalter ist vorgeschrieben, um ein Tier ohne die Einwilligung der Erziehungsberechtigten erwerben zu dürfen.
Gemäß § 11c TierSchG dürfen Wirbeltiere an Kinder oder Jugendliche bis zum vollendeten 16. Lebensjahr nicht ohne Einwilligung der Erziehungsberechtigten abgegeben werden.
Was bedeutet Evolution?
In der Stammesgeschichte (Phylogenese) der Organismen wird der Verlauf bzw. die Differenzierung von niedrigen (primitiven) zu den hochorganisierten rezenten Formen als Evolution bezeichnet.
Was ist die transspezifische Evolution?
Artentrennung durch Entstehung von Artbarrieren
Umbildung einer Population als Ganzes im Gegensatz zur Veränderung verschiedener Einzelmarkmale durch natürliche Selektion
Was ist die Evolutionsbiologie?
Die Evolutionsbiologie ist der Teilbereich der Biologie, der sich mit der stammesgeschichtlichen Entwicklung (Phylogenese) der Arten beschäftigt.
Was ist eine evolutionsstabile Strategie (ESS)?
Derjenige Satz an Verhaltensregeln (Ritualen), der von keiner Alternativstrategie abgelöst werden kann, wenn er von einem bestimmten Anteil einer Population befolgt wird.
Bsp.: aggressive Kommunikation, die allmählich und unter bestimmten Bedingungen zum Kampf eskaliert
Was sind evolutionsstabile Verhaltensweisen?
Verhaltensweisen, die sich im Laufe der Phylogenese* einer Art durchsetzen
*Phylogenese (evolutionäre Entwicklung einer Art oder eines Merkmals über viele Generationen hinweg = Stammesgeschichte. Gegenteil: Ontogenese (Entwicklung eines einzelnen Individuums))
In welche Funktionskreise werden die Elemente der sozialen Kommunikation eingeordnet?
Soziale Annährung, Sozio-positives Verhalten
Demutsverhalten, Submissives Verhalten
Rückzugsveralten
Sexualveralten
Erkundung und Orientierung mit kommunikativem Bezug
Spielverhalten
Signalverstehen
Domestikationsbedingte Änderungen im optischen Ausdrucksverhalten
Imponierverhalten
Agonistik (Konfliktverhalten zwischen Individuen, Ziel ist oft Konfliktvermeidung, nicht Eskalation)
Beutefangverhalten
Was ist die geografische Vikarianz?
= räumliche Trennung → evolutionäre Aufspaltung
Arten gelten als artgleich, wenn sie charakteristisch (äußerlich),
morphologisch (äußerliche Entwicklung),
ökologisch (wo leben sie) und
ethologisch (identischverhalten) übereinstimmen.
Der Zeitpunkt der genetischen Isolation muss bestimmbar sein.
Was ist die Domestikation?
Übernahme eines Wildtieres als Haustier und seine züchterische Veränderung;
Prozess innerartlicher Veränderungen in eine rursprünglich wilden Population von Tieren und Pflanzen, wenn diese über viele Generationen genetisch isoliert von der Wildform zum Nutzen des Menschen im Hausstand gehalten wird.
Ein wichtiges Charakteristikum jeder Domestikation ist die Zunahme der Variabilität einzelner Merkmale wie Körperform und Größe, Fellstruktur oder Farbe bei Haustier im Vergleich zur Wildform.
Was besagt die Bergmannsche Regel?
Gleichwarme Tiere einer Art oder einer Gattung sind in kalten Gebieten größer als in warmen Gegenden.
Beispielsweise haben Amseln in Schweden Flügellängen von 136mm, in Deutschland von 132mm, auf den Kanarischen Inseln von 129mm und in Nord Marokko von 125mm.
Ein weiteres Beispiel liefert der Pinguin. Die Galapagos Pinguine sind deutlich kleiner als ihre Verwandten vom Südpol.
Was besagt die Allensche Regel?
Unter der Allenschen Regel versteht man den Umstand, dass die Größe der (distal gelegenen = vom Körperzentrum (Rumpf) entfernt) Körperanhänge/Gliedmaßen (Schwanz, Ohrmuschel, Beine, Arme etc.) bei gleichwarmen Tieren (Säugetiere, Vögel) in kälteren Regionen abnimmt.
In Relation zum Rest des Körpers werden also z.B. die Ohrmuscheln kleiner.
Beispiel: abnehmende Ohrmuschelgröße von Wüstenfuchs über Rotfuchs zu Polarfuchs.
Welche Aussage traf Charles Darwin, die bis heute bekannt ist?
Die Evolution beruht auf der Erzeugung genetischer Variation und deren Vererbung sowie auf der natürlichen Auslese im Kampf ums Überleben. Die Evolutionsbiologie war der Meinung, die Selektion setze am Individuum an, wogegen die neuere Populationsbiologie die Auffassung vertritt, dass die Selektion am Gen ansetzt.
„Survival of the fittest.“
Was erstellte Carl von Linné?
Carl von Linné, ein schwedischer Naturforscher, entwickelte mit seinem Werk Systema Naturae ein Ordnungssystem für die große Vielfalt von Pflanzen und Tieren. Dieses System bildet – trotz vieler späterer Erweiterungen und Veränderungen – die Grundlage der modernen biologischen Systematik.
Linné führte außerdem die binäre Nomenklatur (Zweiteilung der wissenschaftlichen Namen) ein. Dabei besteht jeder Artname aus zwei Teilen:
Gattungsname (großgeschrieben)
Artname bzw. Art-Epitheton (kleingeschrieben)
👉 Beispiel: Canis lupus
Canis = Gattung
lupus = Art
Was beschrieb der Graf von Buffon?
Er beschrieb in der „Histoire naturelle“ besonders ausführlich die Haustiere, allen voran den Hund.
Buffon vermutete eine bereits ausgestorbene Urrasse als Stammvater aller Hunde, „da sich unter den heutigen Hunden kein einziger befindet, welcher dem ersten Hund oder den ersten Tieren dieses Geschlechts gleicht; denn er hat seit der Schöpfung unstreitig große Veränderungen gelitten“.
Damit gab Buffon als Erster eine biologische Erklärung für das Phänomen der innerartlichen Variabilität ab und wurde dadurch zum Wegbereiter der modernen
Biologie.
Wie lautet die Taxa des Hundes?
Klasse - Mammalia (Säugetiere)
Ordnung - Carnivora (Raubtiere)
Unterordnung - Fissipedia (Landraubtiere)
Überfamilie - Cynoidea (Hundeartige)
Familie - Canidae (Hunde)
Gattung - Canis (echte Hunde)
Art - Canis lupus (Wolf)
Form - Canis lupus forma familiaris (Hund)
—>NEU! Canis familiaris
Was sind typische Merkmale der Familie Canidae
Schlanker, muskulöser Körperbau
Vollständige Behaarung
Sexualdimorphismus (Größe)
Schnelle, ausdauernde Läufer
Oft lange Beine mit kleinen Pfoten
Zehengänger
Vorderfüße mit fünf, Hinterfüße stehts mit vier Zehen
Starke, stumpfe, nicht rückziehbare Krallen
Langgestreckter Schädel mit langer, schlanker Schnauze
Fein ausgebildete Gesichtsmuskulatur
Gut bewegliche Stehohren, meist dreieckig zugespitzt
Kleine Schneide-, große Eckzähne, Backenzähne mit Schneiderand
Relativ langer Darmtrakt
Hängen nach der Kopulation
Männchen mit gut entwickeltem Penisknochen
Weibchen mit 3-7 Paar Zitzen
Tragzeit 50-70 Tage, 2-14 Welpen
Läufigkeit einmal pro Jahr (bei Wildhunden)
Was gehört zur Gattung Canis?
Canis adustus = Streifenschakal
Canis aureus = Goldschakal
Canis latrans = Kojote
Canis lupus = Wolf
Canis mesomelas = Schabrackenschakal
Canis smensis = Abessinischer Wolf
Canis niger, Canis rufus = Rotwolf
(ist eine Unterart des Wolfes: Canis lupus niger bzw. aus Wolf-Schakal-Kreuzungen entstanden)
Was gehört alles zur Sozialen Annäherung?
Verhaltensweisen bei entspannter und freundlicher Stimmung
Allelomimetisches Verhalten (=Nachahmen des Verhaltens von Artgenossen)
Was ist Allelomimetisches Verhalten?
Allelomimetisches Verhalten ist sogenannte Mach-mit-Verhalten, ein Verhalten das „ansteckt“, also mit Stimmungsübertragung, welches innerhalb einer sozialen Gruppe insbesondere der Verhaltenssynchronisation dient.
Was bedeutet Submission?
Unterwerfung vor einem dominanten Partner
Ausdruck gehemmter Aggressionsbereitschaf
Befriedungsverhalten eines rangtieferen Individuums
Gegenstück zum Drohverhalten (Darwins Antithese)
Unterteilt in aktive und passive Demut (Schenkel)
„Streben des Unterlegenen nach freundlicher, harmonischer sozialer Integration“ (Schenkel)
Ontogenetische Ritualisierung und geht auf Welpenverhalten zurück
Steht für die Akzeptanz eines größeren Handlungsspielraums eines Gruppenmitgliedes
Erfolgt reaktiv auf Distanzunterschreitung oder auf Dominanzverhalten bzw. dominanzanzeigendes Verhalten eines Wolfes/Hundes mit höherem sozialen Status
Wirkt aggressionshemmend bzw. verhindert Eskalationen
Wann kommt es zu aktiver Unterwerfung/Demut?
Begrüßung verpaarter oder freundlich gesonnener Tiere
Von (heißen Hündinnen) bestimmten Rüden gegenüber
Welpen zeigen es Adulten oder Menschen gegenüber
Demonstriert Zusammenhalt in der Gruppe
Demonstriert die Rangbeziehungen bei freundlich erregter Stimmung
Bitte um freundliche Reintegration in das Rudel
Aggressive Stimmung von Rückkehrern soll umgeleitet werden
Kann bei reaktiver Aggressivität in Defensivdrohen übergehen
Was passiert bei der passiven Unterwerfung?
Wird selten spontan gezeigt
Wird reaktiv auf Imponieren oder Drohverhaltensweisen gezeigt
Tritt häufig mit Übergängen zum Defensivausdruck auf, bzw. sie entwickelt sich aus einer Abwehrdrohung oder kann in eine solche übergehen. Die Intensität des Ausdrucks ist von der Art des Angriffs bzw. des zu erwartenden Angriffs abhängig.
Was bezeichnet man als Komfortverhalten?
Es geht um Behaglichkeit im Verhalten und der Bewegung
Bequemlichkeit
Körperpflege
Ist Rückzugsverhalten mit Flucht gleichzusetzen?
Nein. Dr. Feddersen-Petersen und Fr. Ohl haben Rückzugsverhalten in der zwischenartlichen Kommunikation zwischen Mensch und Hund eingeführt. Es gibt weder aggressive Kommunikation noch ist Flucht zu erkennen. Es erfolgt nicht reaktiv auf eine Drohung oder einen Angriff. Dazu gehören ein sich abwenden oder entziehen.
Welche Verhaltensweisen gehören zum Sexualverhalten?
Folgelaufen
Aufstellen
Präsentieren
Drüberstehen
Herandrängen
Paarungsaufforderung
Kopulation
Knabbern
Begattungsabweisung
Wann erreichen Hunde ihre Geschlechtsreife und gibt es Unterschiede zum Wolf?
Der Eintritt der Geschlechtsreife ist bei der Hündin durch die erste Läufigkeit und beim Rüden durch das Eintreten der Deckbereitschaft und fähigkeit gekennzeichnet.
Erreichen variiert bei den Rassen deutlich.
Scheint vom erreichen eines bestimmten Körpergewichts abhängig zu sein.
Beim Hund etwas zwischen dem 6. Und 18. Lebensmonat
Hündinnen früher reif als Rüden
Wölfe werden zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr geschlechtsreif
Wölfe nur einmal im Jahr läufig, meistens im Winter
Wolfsrüden sind nur in dieser Zeit fähig eine Fähe zu decken
Hat das Sexualverhalten bei Wölfen etwas mit deren Rang zu tun?
Bei Wölfen ist der soziale Status weitgehend mit der Zahl der effektiven Kopulationen korreliert.
Wölfe mit niedrigem sozialen Rang kommen wenn überhaupt nur dann zur Kopulation, wenn die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung gering ist, somit zeitlich vor der Ovulation.
Warum spielen Hunde?
Sie spielen, um des Spielens willen.
Wie ist die Definition von Spiel?
Spiel zu definieren ist schwierig, weil Spiel nicht sicher nachweisbar einer besonderen Funktion dient.
Was sind die Verhaltenskategorien im Spiel?
Aggression
Submission
Was besagt die Struktur von Spiel?
Aktionen werden in Form, Ausführung und Intensität zu unvorhersagbaren Verhaltensfolgen kombiniert.
Hat spielen eine biologische Funktion?
Entwicklungsfördernde Wirkung
Im Bereich des Sozialverhaltens
Motorische, kognitive und soziale Funktionen
Üben für das Unerwartete
Macht kommunikativ, flexibel und anpassungsfähig
Verbesserung seiner Bewegungskoordination
Es macht Freude und deshalb wird es gerne und schnell gelernt im entspannten Feld
Man lernt bestimmte Regeln und Rituale einzuhalten
Man erlangt Sicherheit mit der belebten und unbelebten Umwelt
Was charakterisiert Spiel - nenne sieben typische Charakteristika!?
Nur im entspannten Feld (außer bei leichten Spannungen Entspannungsspiel
Nicht Identität mit Ernstverhalten
An sicheren Orten
Handlungen aus verschiedenen Funktionskreisen werden frei kombiniert
Spielverhalten enthält angeborene und erworbene Elemente aus den unterschiedlichsten Funktionskreisen
Typische Endhandlungen fehlen
Neue Bewegungen treten auf
Zielt gewöhnlich auf eine Distanzverminderung ab
Wird begleitet von spielerischen Ausdruckselementen (Spielsignalen, Spielzeichen, Spielgesicht)
Spiel ist zweckfrei
Spiel ist geprägt von Übertreibungen
Spielverhalten ist eigenmotiviert
Unterliegt keiner Habituation/ Ermüdung
Beinhaltet Rollenwechsel
Eng mit Neugier und Erkundungsverhalten gekoppelt findet vorzugsweise in einem frühen Lebensalter statt
Findet in einem Alter statt, der der funktionellen Anwendung des betreffenden Verhaltens vorausgeht
Übertreibungen
Ansteckende Wirkung
Spiel kann jederzeit von jedem beendet werden
Kontakt herstellen und halten sind wichtige Spielkriterien
Handlungen finden um der Handlung willen statt
Was gehört zu den Kampfspielen?
Angriffs-,
Flucht- und
Beutefangspiele
Welche Spielformen gibt es?
Das ursprüngliche Spiel
Solitärspiele
Objektspiele
Funktionsspiele
Spiel mit sich selbst
Sozialspiel
Initialspiel
Rennspiel
Objektspiel
Mimische Kommunikationsspiele - Bellspiele
Kontaktspiele (Kampf-, Beiß und Sexuelle Spiele)
Groomingspiele
Was sind Objektspiele?
Spiele mit unbelebten, beweglichen Gegenständen
Im Hinblick auf einen Sozialpartner, wird die Distanz zu diesem wie zufällig unterschritten, Kontakt über Spielblick, während Gegenstände angehoben, geschoben oder sonstiges werden
Was ist ein Funktionsspiel?
Verschiedene Spielformen
Die dem Training von Körperfunktionen und der Bewegungskoordination dienlich sind
Nicht zweck und zielgerichtet
Häufige Wiederholungen und Variationen von Körperbewegungen sowie ausgiebige Objektmanipulationen
Der Übergang zu den Sozialspielen ist fließend
Was sind Sozialspiele?
Umfassen Bewegungen und Verhaltensabläufe interaktiv mit Sozialpartnern
Es wird mit einem oder mehreren Spielpartnern gespielt
Was sind Rollenspiele?
Von Fiktion und Illusion geprägt
Reale oder eingebildete Gegenstände können zum Auslöser für Verhaltensweisen werden
Z. B. kann ein Stock zum Beutetier mutieren, an das man sich anschleicht, es belauert und schließlich anspringt
Können auch an einem imaginären Objekt gezeigt werden
In sozialem Kontext werden Interaktionen gespielt, in denen die Partner fiktive Rollen bekleiden, wodurch eine neue Beziehung der Charaktere zueinander entsteht ein Tier mit hohem Status und großer Sicherheit übernimmt im Spiel die Rolle eines ängstlichen, scheuen und unterwürfigen Tieres, welches vor den anderen flieht und von diesen verfolgt wird ( self handicap)
Was sind Konstruktionsspiele?
Haben mehr Realitätsbezug als Rollenspiele
Prinzipien des sozialen Verhaltens werden geübt
Es wird eine Situation konstruiert und geübt, die so auch im Ernstbezug stattfinden könnte.
Kein freies Spiel mehr, sondern ein strategisches bzw. eine Übergangsform
BSP: ein Tier mit niedrigem Status wird von mehreren anderen umstellt, die es unter Aussendung von Spielsignalen in die Enge treiben.
Was sind Regelspiele?
Koordinieren Handlungen unabhängig von den handelnden nach festgelegten Regeln
Bieten Schutz, um auch cagonistische Interaktionen gefahrlos zu üben
Es ist alle erlaubt, solange die Regeln des Spiels beachtet werden
Besonders bei Kampfspielen kann die Situation leicht „kippen“
Wann würde ein Hund oder ein Wolf ein strategisches Spiel zeigen?
Ein strategisches Spiel wird in einer spezifischen Situation gezeigt in der ein Wolf/Hund in eine sozial bedrängte Situation gerät und in diese eine Spielbewegung initiiert. Evtl. gelingt es ihm so, eine Spielmotivation zu etablieren.
Dieses Verhalten ist eine Möglichkeit, aus einem Konflikt „ungeschoren“ davon zu
kommen.
Nenne 10 typische Spielbewegungen!
Hopsen
anspringen von Menschen
Beobachten
umzirkeln , im Kreis laufen
Folgen
geducktes gehen, liegen, stehen
Vorne hochschleudern
im Kreis springen
Körperschleudern
plötzliches Losrennen
Spielgesicht
angedeuteter outrun
Vorne hochspringen
Vorderkörpertiefstellung
Kopfschleudern
Spiel Vorderbeinstoßen
Spielbeißen
unten herum beißen
Beißschütteln
spielerisches Kämpfen
Frontalstehen
Hochkampfstellung
Bepföteln
aufreiten
Umklammern
King of the castle
Gibt es bei Caniden ein angeborenes Signalverstehen?
Nein, es gibt bei Säugetieren, somit auch den Caniden, kein angeborenes Signalverstehen. Ihre flexible, anpassungsfähige Kommunikation muss gelernt werden. Allerdings erleichtern genetische Vorgaben, die als gleiche „Angebote an die Umwelt“ aufzufassen sind, das gegenseitige Verstehenlernen ganz enorm.
Was zeigt Imponieren?
Imponieren signalisiert ungerichtet und hochritualisiert soziale Sicherheit und eine (latent) vorhandene) Bereitschaft zur Auseinandersetzung.
Welche Verhaltensweisen gehören zum Imponieren?
Demonstrieren, Imponierschieben , Abdrängeln, Imponierscharren , Halsdarbieten, Imponierjagen, Imponiertragen , T Stellung, Kopfauflegen, Pfote auf den Rücken des Gegners Legen, Imponieren mit Blickkontakt, Imponieren mit angedeuteter Intensität
Von welchen Motivationslagen ist das Ausmaß der Angriffsbereitschaft eines Individuum abhängig?
Genetische Disposition
Umwelteinflüsse (frühe Ontogenese), Sozialisation
Bindung an Artgenossen/Menschen
Endogene Faktoren (Läufigkeit, Trächtigkeit, Jungtiere, circadiane Rhythmik)
Geschlecht
Alter
Soziale Exploration/ Erziehung
Störung (Krankheit)
Territorium
Selbst- und Jungenverteidigung
Sexuelle Rivalität
Frustration
Gruppenaggression
Angst bei Ausweglosigkeit
Bildet der Mensch mit dem Hund ein Rudel?
Nein. Wir leben mit dem Hund weder in einem Familienverband, noch in einem Rudel. Dennoch bilden wir eine soziale Gruppe, die aus Mitgliedern zweier Arten bestehen.
Gibt es eine Rangordnung zwischen Hund und Mensch?
Nicht im eigentlichen Sinne, da wir kein Rudel oder ein Familienverband sind.
Jedoch können wir unseren Hunden „Rangeinweisungen“ erteilen, wenn wir sie biologisch betrachten. Damit wäre dann eine Zuweisung einer bestimmten Handlungsfreiheit gemeint.
Welche Schritte werden bei offensiver Aggression gezeigt?
Annähern
Demonstrieren
Imponieren
Angriffsdrohen
Kampf/gehemmt
Beschädigungskampf
Welche Schritte werden bei defensiver Aggression gezeigt?
Beschwichtigen
Submission/Flucht
Abwehrdrohen/ Flucht
Kampf/ Abwehren/ Flucht
Abwehrkampf (ungehemmt) Flucht
Welche Verhaltensweisen gehören zum offensiven Aggressionsverhalten?
Drohen > Anschleichen > Blickkontakt > Überfalldrohung > Haarsträuben > Knurren > Vorn Zähneblecken > Beißdrohstellung
Gehemmt > Über die Schnauze Beißen > Gegenstand abnehmen > Schieben > Anrempeln > Aufreiten > Runterdrücken
Umstellen > Überfall > Abwehrstoßen > Vorderbeinstoßen > Anspringen > Hochkampf > Rückenbiß > Verfolgen
Frei > Angriff > Beißen > Ernstkampf
Welche Verhaltensweisen gehören zum defensiven Aggressionsverhalten?
Drohen > Gebissklappern > Wegsehen > Abwehrschnappen > Haaresträuben > Knurren > Voll Zähneblecken > Abwehrdrohen
Gehemmt > Abwehr mit gekrümmtem Hals > Abwehrkreisel > Abwehr auf dem Rücken
Frei > Abwehrbeißen
Welche Formen der aggressiven Auseinandersetzungen gibt es eingeteilt nach auslösenden Reizen?
Beute-„Aggression“ (vom Beute Objekt ausgelöst)
Rivalen-Aggression (gegen fremde Artgenossen)
Furchtinduzierte Aggression (bei Bedrohung und Blockierung des Fluchtwegs)
Aggression aus Gereiztheit (umadressierte Aggression)
Aggression zur territorialen Verteidigung
Mütterliche Aggression
Instrumentelle Aggression (um lernbedingt ein Ziel zu erreichen)
Sexualitätsbezogene Aggression
Welche Form der aggressiven Auseinandersetzung gibt es, eingeteilt nach Verhaltenskontext?
Territoriale Aggression
Dominanzaggression
Sexuelle Aggression
Eltern-Aggression
Räuber- und Beuteaggression
Was ist „Tiere wehren sich aggressiv gegen Feinde und Verursacher von Schmerz oder Schreck“ für eine Aggression?
Selbstverteidigung
Wie nennt man es, wenn eine Mutter ihre Jungen verteidigt?
Jungtierverteidigung
Warum ist „Beute Aggression“ keine Aggression?
Aggression hat mit dem Beutefangverhalten nichts zu tun. Der Löwe, der die Gazelle fängt ist nicht aggressiv. Die Gazelle könnte auch keine Kommunikation zeigen, die den Löwen davon abhält, sie zu jagen, zu töten und zu fressen.
Was muss geschehen, damit ein ängstliches Tier sich aggressiv verhält?
Die Distanz zwischen ihm uns seinem Verfolger mit eine kritische Marke unterschritten haben. Dann geht das verfolgte Tier zum Gegenangriff über, vor allem in Situationen, wo es keine Möglichkeit zur Flucht gibt, bleibt nur der Angriff aus Todesangst.
Worauf beruht Gruppenaggression?
Darauf, dass Aggressivität ansteckend ist.
Ist Beißschütteln immer ein Zeichen für Aggression?
Beim Beißschütteln beißt sich das Tier im Fell des Gegners fest und reißt den Kopf kräftig hin und her. Beißschütteln wird in angedeuteter und ungefährlicher Form auch im Spiel imitiert, ansonsten nur beim Beschädigungsbeißen im Ernstkampf gezeigt, wo es zu schweren Verletzungen führen kann.
Ist das Suchverhalten, dass dem Aufspüren des Beutetieres dient orientierendes oder orientiertes Appetenzverhalten?
Orientierendes Appetenzverhalten
Was ist orientiertes Appetenzverhalten?
Darunter versteht man die vollständige aktive oder passive Annäherung an die Beute.
Was ist die Definition von Dominanz?
A schränkt B in seinen Freiheiten ein, gesteht sich selbst ein hohes Maß an Freiheiten zu und B akzeptiert A´s Einschränkungen.
Regelhaftigkeit einer dydischen (=zweier-) Beziehung
A zeigt diese Verhaltensweisen also häufiger, so das es nicht zufällig sein kann.
A reagiert zwar auf das Verhalten von B, aber ohne eingeschränkt zu werden.
B duldet die Einschränkungen ohne deutliche oder effektive Gegenwehr, damit ist Dominanz wesentlich vom Untergebenen abhängig.
Was sind typische dominante Verhaltensweisen?
Verdrängen = A geht auf B zu und B geht
Festhalten = A droht gegen B, fixiert ihn ohne sich ihm in den Weg zu stellen. B bleibt stehen, geht erst, wenn A sich entfernt.
Weg verstellen = A stellt sich B in den Weg und fixiert ihn, B bleibt stehen; will er an A vorbeigehen, stellt sich dieser u.U. wiederholt in den Weg
Bewegungskontrolle = A geht zu B, der evtl. irgendwo liegt, stellt sich sehr nahe vor ihn und fixiert ihn. B nimmt gespannte Körperhaltung an, droht, zeigt sonst keine Bewegung, B wirkt erstarrt, kann sich nicht bewegen, tut er es doch, wird er von A attackiert
Runterdrücken = A drückt B mit Vorderbeinen und Körper zu Boden
In die Ecke Drängen = A drängt B in eine Ecke an eine Wand oder an einen Baum und schiebt ihn mit seinem Körper so gegen die Bar riere, dass B sich nicht mehr bewegen kann
Zwicken = Meist aus der Situation der Bewegungskontrolle heraus: A stört gegen B vor und zieht seinen Kopf sofort wieder zurück
Verprügeln = Aus der Bewegungskontrolle heraus oder eingeleitet durch einen Angriff zeigt A gegen B gehemmtes Beschädigungsbeißen.
Was zählt zu den dominanzanzeigenden Verhaltensweisen?
Über die Schnauze Beißen
Queraufreiten
Aktive und passive Demut seitens des Rangniedrigen
High posture
Low Posture
Es gilt
--> nur erfolgreiche Verhaltensweisen „zählen“. Das heißt „B“ würde keine Gegenwehr zeigen und akzeptieren.
Was kündigt einen nahenden Geburtstermin an?
Evtl. Auszupfen der Bauchhaare etwa eine Woche vor der Geburt
Evtl. 4-6 Tage vor Geburt kommt Milch aus den Zitzen bei Massage
Absinken der Körpertemperatur um 1-2 C
Ausgeprägtes Suchverhalten
Wie lauten die Geburtsphasen beim Hund?
Die Vorbereitung (Graben, Scharren, Vorbereitung der Wurfhöhle)
Die Eröffnungsphase (abgabe eines schleimigen Sekrets aus der Vulva Hündin wird unruhig, Dauer: etwa 12 Stunden)
Austreibungsphase
Nachgeburtsphase
Was bedeutet der Begriff Infantophobie
Er bezeichnet das Verhalten der Hündin nach der Geburt, die vor ihren Welpen flieht. Dieses Verhalten ist eine Verhaltensstörung und häufig bei erstgebärenden Zwergrassen zu beobachten.
Was bezeichnet mal als funktionelles U?
Die auf der Seite liegende Mutterhündin, leicht gekrümmt unter deren Bauch oder die Pfoten sich die Welpen verkriechen und von wo aus, die Mutter ihre Welpen versorgt, ihr Körper die Welpen wärmt und schützt und die Welpen gut ans Gesäuge kommen.
Was signalisiert das Quärren von Welpen?
Unwohlsein (Alleinsein, Kälte, Hunger)
Was signalisiert das Murren von Welpen?
Murren ist ein Kontaktlaut, wenn die Welpen im Kreise laufen und die Mutterhündin suchen.
Was bedeutet Winseln beim Welpen und wie entwickelt es sich weiter?
Winseln deutet gleichfalls Verlassensein oder „psychisches“ Unwohlsein an. Dieser Laut bleibt, wie erwähnt, erhalten, entwickelt sich und ändert im Laufe der Ontogenese seine Funktion: gewinselt wird zur Begrüßung im Rahmen der aktiven und passiven Unterwerfung.
Wenn man einen Welpen mit der gleichen Hand streichelt und korrigiert, wird der Welpen dann handscheu?
Das ist eher unwahrscheinlich.
Welpen lernen z.B. auch den Fang der Mutter kennen, von dem Beschwichtigungen, Berührungen und Zärtlichkeiten ausgehen, erfahren aber auch, in welcher Situation damit auch fester zugefasst und heruntergedrückt bzw. weggestoßen wird. Diese Lektion führt zu keinen Bindungsproblemen, denn die Schnauzenzärtlichkeiten sind bekannt und beugen vor, einen Schnauzenbiss mit Meideverhalten zu assoziieren.
Gelernt wird, wann Mutters Schnauze unangenehm werden kann, es wird ausgetestet, wie
unangenehm sie wird, vermieden werden die Situationen durch Unterlassen des eigenen auslösenden Verhaltens.
Gleiches gilt auch für Hände!
Würde ein Welpe es mit der Tötungsabsicht des Menschen assoziieren, wenn diese ihn ihm Nackenfell schüttelt?
Das ist so nicht erwiesen und z.B. Fr. Feddersen-Petersen glaubt dies nicht.
Sie begründet dieses damit, dass Caniden keine Fressfeinde haben, die sie durch schütteln töten würden.
Dennoch ist es möglich, dass ein Welpe durch kräftiges Schütteln Angst bekommt, aber nicht weil der Hund weiß, das Schütteln eigentlich „Töten“ bedeutet.
Dein Hund klaut immer wieder Dinge vom Tisch. Du stellst ihm nun eine Falle, indem Du ein leckeres Steak auf die Tischkante stellst.
Dein Plan ist, ihn zu sanktionieren, wenn er sich das Steak klauen will. Ist dieses Vorgehen eine Lösung,
die der Hund versteht oder versteht er, dass Du ihm eine Falle gestellt hast und verliert das Vertrauen?
„Narrenfreiheit“ bei Hunden, besonders bei Welpen ist nicht unbegrenzt.
Vielmehr provozieren erwachsene Tiere geradezu Situationen, in denen Welpen immer wieder an Grenzen stoßen und es gibt gezielte Sanktionierungen. Lernen also ist unbedingt erforderlich, um Mitglied einer stabilen Gruppe werden zu können.
Dazu müssen Welpen auch den Austausch von Drohungen lernen.
Es ist also durchaus eine Möglichkeit, Hunde in Situationen zu bringen, wo sie sich vermutlich falsch verhalten, um ihnen die Konsequenzen ihres Verhaltens deutlich zu machen.
Welche Entwicklungsphasen beim Welpen unterschied Althaus?
Periode der inneren Zuwendung
1. - 7. Tag: Umwelt bestimmt durch Berührung-, Wärme- und Geruchsreize, die aus kleiner Distanz wirksam werden, Aktionsraum = funktionelles U, Welpen werden durch Wärmeverlust aktiviert, krabbeln, suchpendeln, Komfort- und stoffwechselbedingtes Verhalten überwiegen
Übergangsperiode
8. - 16. Tag: geruchliche Strukturierung, Aktionsraum erweitert sich auf Wurfkiste, stehen, sitzen, gehen, lokalisiertes Harnen und Koten, springen/hüpfen, galoppieren, erste gerichtete Verhaltensweisen ggü. Mutter und Geschwistern
Periode der Zuwendung zur Außenwelt
ab 17. Tag: geruchliche, visuelle und akustische Erweiterung, verläßt Wurfkiste, kann sich räumlich und sozial auf recht große Distanz orientieren, entfernte Gegenstände werden erkannt, zahlreiche neue Erfahrungen
Welche Entwicklungsphasen benannten Scott und Fuller?
1. - 21. Lebenstag:
Neonatale oder vegetative Phase
Kreiskriechen, völlige Abhängigkeit von der Mutter, Innenreize spielen eine große Rolle, Veränderungen im Bereich des Stoffwechsels, zunehmende Reaktion auf Außenreize
21. - 28. Tag:
Übergangsphase
Augen und Ohren öffnen sich, mehr Interaktion mit der Umwelt, koordiniertere Bewegungsmuster, bestimmte Lautäußerungen treten auf, andere verschwinden ( Quärren ), Welpen harnen und koten alleine, soz. VH werden zunehmend gerichtet interaktiv eingesetzt
4. - 12. Woche:
Sozialisierungsphase
Sozialisation auf den Menschen oder andere Tiere, gerichtete Verhaltensweisen
Ab 12. Woche bis Eintritt in die Pubertät
juvenile Phase
Was sind sensible Phasen?
Besonders einprägsames Lernen
Prägung oder prägungsähnliche Lernvorgänge
Lernfenster für besonderes Lernen
Dauerhaftere Speicherung als in anderen Entwicklungsabschnitten
Was ist in der Sozialisierungsphase ab der 4. Woche besonders wichtig?
Lernen der Regeln des Umgangs mit Sozialpartnern
Gewöhnung an die Reize der Umwelt (Habituation)
Wie und wann sollte die Beißhemmung erlernt werden?
Die Beißhemmung sollte in der Zeit von der 3. Bis ca. 12. Lebenswoche gelernt werden, ganz nach dem Prinzip von Ursache und Wirkung: Welpen, die im Spiel zu fest zwicken, spielen nicht mehr mit, unter Welpen wie mit dem Menschen.
Ähnliches gilt, wenn der beißende Welpe selbst reaktiv gebissen wird, damit er spürt, dass so etwas weh tut.
Ein zeitlich eng plazierter Strafreiz des Menschenkumpans wirkt entsprechend.
Die Assoziation mit dem Zwicken oder dem Schnappen muss allerdings gegeben sein.
Wann ist die beste Zeit, einen Welpen aus seinem Wurf zu nehmen und seiner neuen Familie zu übergeben?
Die ideale Zeit, um eine gute Sozialisation an Hunde und Menschen und eine enge Bindung des Hundes an seinen oder seine Besitzer zu erzielen, liegt in einem Alter von ca. 8 Wochen, weshalb dieses die optimale Zeit ist, um einen Welpen aus dem Wurf, von der Mutter und der Züchterfamilie zu den neuen Bindungspartnern zu nehmen.
Zehn Wochen bis drei Monate wären, denke ich, vorzuziehen, da Welpen den Familienverband zum sozialen Lernen u. a. sehr benötigen.
Sollten die Lebensverhältnisse beim Züchter allerdings sehr schlecht sein, wäre eine Abnahme bereits mit 6 Wochen durchaus gerechtfertigt, um Fehlentwicklungen vorzubeugen.
Was versteht man unter Bindung?
Individuell
Kennzeichnet eine gewisse Ausschließlichkeit der Beziehung zwischen zwei Individuen
Es werden gegenüber einem bestimmten Individuum bestimmte Verhaltensweisen ausgeführt (die anderen gegenüber nicht oder nicht in dieser Form gezeigt werden)
z. b. Distanzverringerung
Andere, wie z. B. aggressive Verhaltensweisen werden fortgelassen
Gewisse Abhängigkeit
Vertrauen
Was ist das Problem der Sozialisierungsphase?
Eine Phase der besonderen emotionalen Sensibilität
= Anfälligkeit für psychische Fehlentwicklungen infolge mangelnder/fehlender/inadäquater Reize.
Welche Form der Bestrafung könnte eine Menschenhand den Hunden nachahmen?
Die Menschenhand könnte das packen der Welpen über der Schnauze, das umstoßen oder das zwicken nachahmen.
Ab wann beginnt die Hunde oder Wolfsmutter ihre Welpen mehr zu reglementieren?
Ab einem Alter von 6 Wochen.
Worauf sollte der Mensch im Umgang mit dem Welpen achten, wenn es um Dinge geht, die der Mensch nicht möchte?
Der Mensch sollte im Spiel mit dem Junghund darauf achten, dass nichts geschieht, was er „eigentlich“ nicht will.
Hunde beißen im Spiel oftmals noch fest zu.
Daraufhin sollte man reagieren, etwa, indem man sie leicht zwickt oder umstößt und das Spiel beendet.
Welche biologische Funktion hat Spielen?
In den Spielphasen ist die Lernbereitschaft von Hunden besonders groß, weil das Spiel sicher ist (Grundvoraussetzung, das gespielt wird.) Dieser Grad an Sicherheit ist die Voraussetzung um Neues und Fremdes zu erkunden. Man lernt, sich Neuem gegenüber nicht gleich zurückzuziehen.
Der Erregungszustand liegt in einem optimalen Bereich. Er ist eine Voraussetzung für die zum lernen nötige Aufmerksamkeit.
Was gehört zum Sozialen Lernen?
Soziales Lob
Beobachtungslernen
Nachahmungslernen
Wann spricht man von „Aggression als allgemeine Verteidigung“?
Als allgemeine Verteidigung, zum Zweck der Selbstverteidigung wehren sich Tiere aggressiv gegen Verursacher von Schmerz und Schreck und gegen Feinde. So kann ein Hund schlicht deshalb zubeißen, weil er sich erschrocken hat oder weil ihm bei schmerzhaften Erkrankungen durch eine Berührung ungewollt Schmerzen zugefügt wurden.
Wann spricht von von „Angriffsbereitschaft gegen Beutetiere”?
Raubtiere greifen Beutetiere an. Dabei wagen sie sich an umso größere und stärkere Tiere, je hungriger sie sind.
Beutefangverhalten gehört nicht zur Aggression, denn mit Beutetieren wird nicht kommuniziert.
Wann spricht man von „Aggression bei Ausweglosigkeit“?
Sobald eine bestimmte „kritische Distanz“ unterschritten wird, gehen vor dem Verfolger flüchtende Tiere in vielen Fällen zum Gegenangriff über.
Wenn der Fluchtweg versperrt ist.
Angstbeißer
Wann spricht man von „Aggression gegen Geschlechtsrivalen“?
Testosteron steigert die Aggressivität gegen andere Rüden
Wenn immer wieder nur Geschlechtsgenossen herausgefordert werden und, wenn die Statusdarstellung an ihre Gegenwart gebunden ist, kann eine Kastration der richtige Weg sein
Wann spricht von „Aggression bei der Territoriumsverteidigung
Verteidigung eines bestimmten räumlichen Bereichs
Eindringlinge werden angegriffen um sie zu vertreiben
An das bekannte Territorium gebunden
Je näher sie dem Zentrum des Reviers sind, mit desto größerer Vehemenz greifen sie an
Wann spricht man von „Aggressivität als „Machtprobe“?
Aggressive Auseinandersetzungen sind ein ganz normaler Bestandteil des gruppeninternen Sozialverhaltens
Spielerische Aggressivität muss vom Menschen von Anbeginn der Beziehung genau beobachtet und da abgebrochen werden, wo es stört und so nicht gewünscht und gefördert werden soll
Auf diese Weise beginnt die Einweisung des Junghundes in die soziale Gruppe Familie
Wann spricht man von Gruppenaggression?
Ist ansteckend bei sozial lebenden Säugetieren
Andere machen mit, wenn sie allein die Angriffsintention eines Tieres bemerken
In der Gruppe lebende Hunde müssten zu beeinflussen, gut trainiert sein und angeleint werden, wenn die Situation es erfordert
Wann spricht man von Aggression aus „Frustration“?
Wenn eine Verhaltenstendenz nicht verwirklicht werden kann, sich vielmehr der Verwirklichung ein Hindernis entgegenstellt, so resultiert häufig ein Angriff gegen das Hindernis
Wie lauten die Stufen der Eskalation bei Aggression und was beinhalten sie?
Stufe 1: Drohungen ohne Körperkontakt
Unterstufe 1: Distanzdrohung: Fixieren, Zähneblecken , Maulaufrreißen
Unterstufe 2: Distanzunterschreitung mit gelegentlichem Körperkontakt: gehemmte Beißerei, Intentionales Beißen, Abwehrschnappen
Stufe 2. Körperkontakt
Unterstufe 3: Drohungen mit Körperkontakt, Über die Schnauze Beißen, Ringkampf
Unterstufe 4: Körperkontakt mit Einschränkung der Bewegungsfreiheit u. a. Queraufreiten, Über dem Gegner Stehen, Runterdrücken, Schieben, Abwehr auf dem Rücken, Abwehrstoßen
Stufe 3: Beschädigung
Unterstufe 5: Gehemmte Beschädigung: Anrempeln, Vorstoßen, Anspringen, gehemmtes Abwehrbeißen, gehemmtes Beißen
Unterstufe 6: Ungehemmte Beschädigung: Beißen, Beißschütteln
Was bezeichnet man als Distanz-, Nah- und Kontaktfeld?
Das Distanzfeld:
Der Bereich der potenziellen Nachrichtenübertragung per Kot-, Urin- und Analdrüsenmarkierungen ohne einander zu sehen = orientierendes Verhalten
Das Nahfeld:
In diesem Bereich wird direkt mit einander Kontakt aufgenommen = orientiertes Verhalten
Das Kontaktfeld:
Der engste aller Bereiche. Hier kommt es zu körperlichem Kontakt, also zur taktilen Kommunikation.
Was ist die Rangposition?
Aus den Dominanzbeziehungen wird dann auf die Rangordnung oder Hierarchie rückgeschlossen.
Es handelt sich dabei um die Gesamtheit aller Dominanzbeziehungen.
Welche Arten von Rangordnung gibt es?
Die Zirkulare Rangordnung - Dreiecksbeziehung
A über B, B über C, C über A
Die Transitive Rangordnung in Pyramidaler Form
A über B und C
keine Verbindung zwischen B und C
Die Transitive Rangordnung in Linearer Form
A über B und B über C und A über C
Was bedeutet „Deprivation“ und wie sieht sie aus?
Erfahrungsentzug
Durch mangelhafte Sozialisation und Habituation, beispielsweise durch isolierte oder extrem reizarme Aufzucht
Sind kaum oder gar nicht wieder gut zu machen, je nach Grad der Schädigung
Schäden im dopaminergen System des Gehirns
Typische Symptome: allgemein ängstliche nervöses Verhalten, gestörte Angst und Erregungskontrolle, gestörte Frustrationskontrolle, verstärkte Neigung zu übermäßig aggressivem Verhalten, Entwicklung von Zwangsverhalten, Hyperaktivität, Hypervigilanz, ein gestörtes Lernverhalten, Hypersexualität und eine verstärkte Neigung zu Trennungsstress und zur Entwicklung von Phobien.
Und, weils so schön ist, nochmal die Entwicklungsphasen nach Scott und Fuller!
1.- 14. Tag: neonatale Phase
Fress- und Schlafmaschinen, die abhängig von der Mutter sind
15.-21. Bzw. 28. Lebenstag (je nach Buch und Seite): transitionale Phase
riesige Fortschritte, Stimme gezielter einsetzen und umgehen, allein Pipi Kaka, rückwärts, Rute wedeln, sitzen, gehen, stehen, Nest verlassen, reagieren auf belebte Umwelt
3./4.-12./18. Woche: Sozialisation und Habituation
4. Monat: juvenile Phase
Eintritt der Geschlechtsreife, Milchzähne raus, Markierverhalten, Gruppenverhalten, Sexualverhalten, am Ende Territorialveralten
Geschlechtsreife bis zum zweiten oder 3. Lebensjahr: Reifungsphase
soziale Reife, körperliche Reifung, Einordnung in unsere soziale Position
Entwicklungsphasen nach Althaus!
1.- 7. Tag: Periode der inneren Zuwendung
9.-16. Tag: Übergangsperiode
Ab 17. Tag: Periode der Zuwendung zur Außenwelt
Danach ähnlich wie Scott & Fuller
Geschlechtsreife bis zum 2. oder 3. Lebensjahr: Reifungsphase, soziale Reife, körperliche Reifung, Einordnung in unsere soziale Position
Was ist der Unterschied zwischen Angst und Phobie?
Angst ist angeboren, Furcht ist erlernt
Furcht ist durch Erfahrungen bedingt
Furch ist eine emotionale Reaktion eines Lebewesen auf ein anderes Lebewesen ,ein Objekt oder eine bedrohliche Situation
Angst auf mögliche Dinge, die gefährlich sein könnten, aber nicht sein müssen (in Europa Spinnen)
Was sagst Du einem Menschen, dessen Hund sich plötzlich aggressiv verhält, der Dich anruft, wie er sich verhalten soll?
Augenkontakt vermeiden
Nicht Frontal auf den Hund zugehen
Den Hund nicht verbal beruhigen
Den Hund nicht streicheln oder festhalten
Den Hund nicht angreifen, schimpfen oder bestrafen
Nicht hektisch reagieren
Nicht wegrennen
Wie äußert sich Zwangsverhalten?
Zwangsverhalten äußert sich so, dass ein bestimmtes Verhalten immer wieder gezeigt wird
Formkonstantes, repetitives Verhaltensmuster ohne erkennbares Ziel oder erkennbare Funktion
Beeinträchtigt normale Verhaltensabläufe oder unterdrückt diese
Angst soll neutralisiert werden
Welche Stadien gibt es bei einem Zwangsverhalten/Stereotypie?
1. Stadium:
Charakterisiert durch häufige und kurze Episoden des Zwangsverhaltens. Eine spontane Unterbrechung wird festgestellt. Dieses ist oft auf eine Hyperaktivität des Locus coeruleus im Gehirn mit einer übermäßigen Noradrenalinausschüttung zurückzuführen.
2. Stadium:
Charakterisiert durch wenige, im Laufe des Tages aber dafür längere Episoden des Zwangsveraltens. Spontane Unterbrechungen werden kaum festgestellt, man benötigt dafür äußere Reize. Oft neigen die Hunde hierbei zur so genannten Separationsangst. Es ist auf eine Entgleisung des Serotonergen-Systems zurückzuführen, die häufig auch ein Serotonindefizit mit sich bringt.
3. Stadium:
Charakterisiert durch Zwangsverhalten ohne spontane Unterbrechung. Nur durch massive Außenreize ist eine Unterbrechung möglich. Es ist oft auf eine verminderte dopaminerge Aktivität im Stratum, meist mit Dopamindefizit zurückzuführen.
Im Bereich einer Gesundheitskontrolle wird welcher Untersuchungsgang empfohlen?
Allgemeinzustand
Ernährungszustand
Beurteilung der Körperschleimhäute
Betrachtung der Körperöffnungen
Körpertemperatur
Hautelastizität
Haut- und Haarkleid
Atmung
Herz und Kreislauf
Kotabsatz
Harnabsatz
Bewegungsverhalten
Wie lautet der Normalwert der Körpertemperatur beim ausgewachsenen Hund und beim Welpen?
Beim ausgewachsenen Hund = 37,5 bis 39°C
beim Welpen = bis 39,5°C
Was ist ein Schock?
Ein Schock ist ein Missverhältnis zwischen angebotener und benötigter Flüssigkeit z. B. Blut und somit ein Missverhältnis zwischen angebotener und benötigter Sauerstoffmenge.
Was ist eine ESS?
Eine ESS ist eine evolutionsstabile Strategie.
Im Sprachgebrauch der Verhaltensökologie sind diese Strategien genetisch fixierte Vorgaben. Nach dem Motto, wenn Situation A, dann tue X, wenn Situation B, dann tue Y.
Diese Strategien können durch keine andere denkbare Alternative ersetzt werden, weil diese weniger Vorteile oder mehr Nachteile bringen würde.
Nenne die Normalwerte beim Hund für Temperatur, Atmung, Puls!
Temperatur: (je nach Literatur) zwischen 37,5 und 39°C beim Welpen bis 39,5°C
Atmung: 10-30 Atemzüge pro Minute im Ruhezustand
Puls: 70-120 Schläge, je nach Größe des Hundes im Ruhezustand, Welpen können über 200 Schläge pro Minute haben
Was bedeutet Motivation?
Was löst Verhalten aus? Was hält Verhalten aufrecht? Was beendet Verhalten?
Innere und äußere Faktoren
Spezifische oder generelle Wirkung
Zentralen oder peripheren Wirkungsstätten
Was ist die Homöostase?
Ein regulierendes Gleichgewicht, wobei die lebenswichtigen Funktionen innerhalb bestimmter, möglichst optimaler Grenzwerte gehalten werden.
Was ist ein Soziogramm?
Graphische Darstellung sozialer Verhältnisse oder Beziehungen innerhalb einer Gruppe.
Fragestellung:
Wer in einer Tiergruppe macht was, wann , mit wem, wie häufig und warum (Funktion der beobachteten Verhaltensweisen)?
Wie das Ethogramm für die qualitative Analyse des Sozialverhaltens. Das Soziogramm dient vor allem dazu, die innere Organisation einer Gruppe zu erfassen und der Funktion vieler Verhaltensweisen nachzugehen.
Wie ist die Definition von Sozialverhalten?
„Der Begriff Sozialverhalten, von lat.
Socialis = gemeinschaftlich, umfasst die Gesamtheit aller Verhaltensweisen, die auf einen interaktionsfähigen Partner gerichtet sind oder von diesem ausgelöst werden.“
Was gehört zum Sozialverhalten?
1. Soziale Annäherung/ Sozio-positives Verhalten
Verhaltensweisen bei neutraler und freundlicher Stimmung
Allelomimetisches Verhalten
2. Demutsveralten/Submissionsverhalten
3.Rückzugsverhalten
4. Sexualverhalten
5. Spielverhalten
Spielbewegungen, Initialspiel, Objektbezogenes Sozialspiel, Rennspiel, Kontaktspiel, Hundespezifische Spielsignale
Agonistik
Freies offensiv-aggressives VH, freies defensiv-aggressives VH, gehemmt offensiv-aggressives VH, gehemmt defensiv-aggressive VH, offensives Drohverhalten, defensives Drohverhalten, Fluchtverhalten
Wie organisieren sich Wölfe sozial?
Wölfe/ verwilderte Hunde leben in einem individualisierten Verband
Elterliche Generation und Nachwuchs (bis zur adulten Phase)
Freie Partnerwahl
Was gehört zum Funktionskreis „stoffwechselbedingtes Verhalten“?
Nahrungserwerb/ Jagen/ Klauen
Nahrungsaufnahme
Transport und Speicherung von Nahrung
Erbrechen von Futter
Defäkieren und Urinieren
Was gehört zum Funktionskreis „Jagdverhalten“?
Orientierende Appetenz
Orientierte Appetenz
Wegtragen und Fressen der Beute
Was passiert hormonell beim Jagdverhalten?
Adrenalin (erhöhte Aufmerksamkeit)
Dopamin (Endorphin)
Serotonin (Endorphin, wird auch vermehrt beim Lernerfolg ausgeschüttet)
Was passiert hormonell bei selbstbelohnendem Verhalten?
Beim Lernerfolg wird vermehrt Serotonin, sogar Dopamin ausgeschüttet, Verhalten wird häufiger, stärker gezeigt
Bei Misserfolg/ Strafe/ Unterbrechung/ Schmerz im ersten Schritt Adrenalin über Nebennierenrindenmark
Bei dauerhaftem Misserfolg Cortisol über Nebennierenrinde
Hunde erleben „in Vito“ (im hier und jetzt), systemische Desensibilisierung „in senso” (Desensibilisierung im echten, erlebten Sinne - nicht theoretisch, so wie der Hund es erlebt im echten Leben)
Nenne Formen bzw. Motivationen für Aggression!
STATUSGEBUNDENE AGGRESSION
gegen den Besitzer
eher offensive Körpersprache
geht z. B. nicht vom Sofa
SOZIALE EXPANSION & SICHERUNG = SOZIALMOTIVIERTE AGGRESSION
gemeinsam gegen andere
verkloppt Hunde im vorauseilendem Gehorsam, um sie fern zu halten
VERTEIDIGUNG VON RESSOURCEN
Futterverteidigung z. B.
(KÖRPERLICH) EINSCHRÄNKUNG NICHT AKZEPTIEREN
EINSCHRÄNKEND AUFTRETEN (DOMINIERENDE MUSTER)
SOZIALE EXPANSION DURCH EROBERUNG VON RESSOURCE
STATUSSICHERUNG ÜBER RESSOURCENVERTEIDIGUNG
über Ressource wird Status gesichert
ist Mensch nicht in Nähe, ist dem Hund z. B. Futter egal
TERRITORIALMOTIVIERT
Hunde, die ihr Grundstück verteidigen
SEXUALMOTIVIERT
vermeintlicher oder reeller Sexualpartner (kann auch Besitzer sein)
DEFENSIVE AGGRESSION/KÖRPERSPRACHE DEFENSIV
Hund nimmt sich zurück,
Zähne alle sichtbar,
Ohren zurück
SCHMERZBEDINGTE AGGRESSION
relativ plötzliches Auftauchen
es ist häufig lokalisierbar
Wesensveränderung über 3-4 Monaten
Krankheiten ausschließen
STRAFBEDINGTE AGGRESSION
form der erlernten Aggression bei inadäquater Vorgehensweise in der Unterbrechung d. Hundes (nicht, weil er es nicht einsieht --> Statusbedingt)
ANGSTBEDINGTE AGGRESSION
Todesangst
sehr heftig
-->> keine Möglichkeit mit dem Auslöser
Kontakt aufzunehmen
ERLERNTE AGGRESSION =
ursprüngerlicher Auslöser muss nicht mehr da sein, um sich aggressiv zu verhalten
Erst nur gegen Besitzer
MÜTTERLICHE AGGRESSION // UMGELENKTE AGGRESSION // WUTSYNDROM
Was ist der Unterschied zwischen umgelenkter und umadressierter Aggression?
Umgelenkte Aggression sieht so aus, dass der Hund sein Ziel, z. b. einen anderen Hund nicht erreichen kann, in den er z. b. reinschnappen will oder mit dem er Kontakt aufnehmen möchte und sich dann den erstbesten schnappt, um in den hineinzubeißen. Problem mit Frust.
Umaddressiert bedeutet, dass der Hund sein Gegenüber nicht erreicht und sich ggf. auch nicht trauen würde, wirklich zu attackieren und sich dann immer den gleichen evtl. rangniedrigeren schnappt bei seinen Attacken.
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