Nenne die Schritte der 12-Kanal-Checkliste
0. Ersteindruck
1. Frequenz & Rhythmus (Siehe obere Checkliste)
2. Elektrische Herzachse
3. Intervalle/Zeiten
4. Hypertrophie
5. Ischämie/Infarkt
Was ist die Herzachse?
Die Elektrische Herzachse spiegelt die Hauptrichtung der Erregungsausbreitung, zum Zeitpunkt maximaler R-Zackenamplituden in den Kammern in der Frontaleben wieder.
Wie wird die Herzachse einfach bestimmt?
Wir schauen auf die Ableitungen I und aVF
Was gibt es zur Herzachse zu wissen?
· Zu Beginn des Lebens ist das Herz grundsätzlich ein Rechtstyp, da es hier noch keine Arbeit hatte
o Mit der Zeit wird es zum Linkstyp, da der Linke Ventrikel weiter wächst und so mehr „Strom“ dorthin fließt
· Pathophysiologisch wäre z.B. bei einer 30ig Jährigen ein RechtstypàHinw. Auf Lungenembolie da das rechte Herz mehr arbeiten muss
· Auch Pathophysiologisch wäre ein Rechtstyp bei einer 80ig Jahren Pat.-->Hinw. Auf COPD aufgrund von Alter und mehr Druckaufbau um Blut in Lunge zu bekommen
· Alles außer einem Linkstyp ist grundsätzlich pathologisch,
Wie wird die genaue Herzachse bestimmt?
· Hat die Ableitung I die größte Zacke , dann handelt es sich um einen Linkstyp oder einen überdrehten Linkstyp
o Ist die Ableitung aVF negativ , dann liegt ein überdrehter Linkslagetyp vor.
o Ist die Ableitung aVF positiv, dann liegt ein (nicht überdrehter) Linkslagetyp vor
§ denn aVF steht senkrecht auf I.
· Hat die Ableitung II die größte Zacke, dann handelt es sich um einen Normallagetyp oder einen Steiltyp
o Ist die Ableitung aVL positiv, dann liegt ein Normallagetyp/ Indifferenztyp vor.
o Ist die Ableitung aVL negativ, dann liegt ein Steillagetyp vor.
o denn aVL steht senkrecht auf II.
· Hat die Ableitung III die größte Zacke, dann handelt es sich über einen Rechtstyp oder einen überdrehten Rechtstyp
o Ist die Ableitung avR negativ liegt ein Rechtstyp vor.
o Ist die Ableitung avR positiv liegt ein überdrehter Rechtstyp vor.
§ denn avR steht senkrecht auf III
Welche Zeiten und Intervalle sind zu betrachten`?
Die PR/PQ Zeit
Der QRS-Komplex
die QTC-Zeit
Wie ist die phyisiologische PQ-Zeit?
0,120-0.200S
Was können Gründe für eine zu Kurze PQ-Zeit sein?
Aberrante Leitungsbahn (zb. WPW) Zu Lang
Was können Gründe für eine verlängerte PQ-Zeit sein?
· AV-Block
· Hyperkaliämie
Was können Gründe für eine zu lange QRS-Zeit sein und wie ist sie physiologisch?
Physiolgosisch: <0,120s
• Schenkelblock
• Ventrikulärer Rhythmus
• Hyperkaliämie
· Medikamentenintox (zb. TCA)
Was ist die QTc-Zeit, und wie ist ihr Physiologischer Wert?
QTc (=QT Zeit bei HF=60/min
0,350-0,460S
Was können Gründe für eine verkürzte QTc-Zeit sein?
· Short-QT Syndrom
· Hypercalcämie
Digoxin
Was können Gründe für eine verlängerte QTc-Zeit sein?
· Long-QT Syndrom
• Medikamentenwirkung(zb. TCA)
• Hypomagnesiämie
• Hypocalcämie
• Hypokaliämie
• Hypothermie
• Erhöhter ICP
Ischämie/Infarkt
Wie sieht das normale 12-Kanal-EKG aus?
· Sinusrhythmus: P-Wellen positiv in I, II, III, aVF und negativ in aVR
o auf jede P-Welle folgt ein QRS-Komplex, alle P-Wellen sehen gleich aus
· PR-Zeit normal (0,12-0,2s), QRS-Zeit normal (<0,12s), QTc-Zeit normal (0,350
· 0,460s)
· Elektrische Herzachse normal (QRS-Achse zwischen -30° und +90°)
· Normale R-Progression
· Alle T-Wellen positiv (Ausnahme aVR und V1) und (deutlich) kleiner als QRS-Komplex
Keine ST-Hebungen/Senkungen (Ausnahme: kleine Hebung in V2/V3)
Was sind die Kriterien für eine Hypertrophie der rechten Herzkammer?
• Rechtsverschiebung der Herzachse (>110°)
• Großes R in V1 (>7mm, oder größer als S)
• Großes S in V5/6 (>7mm, oder größer als R)
• Schmaler QRS Komplex (<0,120s)
Welche Ursachen gibt es für eine rechtsventrikuläre Hypertrophie
• Pulm. Hypertension (LAE !, COPD, etc.)
• Mitralstenose
• Angeborene Herzfehlbildung (zb. FT)
• Arrhythmogene rechtsventrikuläre
Cardiomypopathie
Was sind die Kriterien für eine Hypertrophie der linken Kammer=
Größtes R + größtes S in V1-V6 > 45mm
+ ST-Senkung (neg. T-Welle) in V5/V6
Welche Gründe gibt es für eine Hypertophie der linken Kammer
· Chron.Art. Hypertension
• Aortenklappenstenose
· Mitral-/Aortenklappeninsuffizienz
Hypertrophe Cardiomyopathie
Wann besteht der Verdacht auf eine ISchämie/einen Infarkt?
· ST-Hebungen mit reziproken ST-Senkungen in ggü. liegenden Ableitungen
· Hohe, breite T-Wellen
· Path. Q-Zacken + ST-Hebung
· Reziproke ST-Senkung/neg. T-Welle
· ST-Senkung max. V1-4
ST-Senkungen in vielen (>6 Ableitungen)
Wie sieht die ST-Strecke normalerweise aus?
· ST-Strecke isoelektrisch in allen Ableitungen Ausnahme V2/V3
· T-Welle positiv in allen Ableitungen –Ausnahme Ableitung aVR (negativ) und Ableitungen V1 und III
· Bei Kindern/Jugendlichen – negative T-Welle in Ableitungen V1-3 normal
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